Tuesday, June 28, 2022

Bücher akribisch in die Regale stellen

Im "Presse"-Artikel "Wie aus Daten Wissen wird" von Christian Lenoble heißt es:
"...einfache Datenbanksysteme, in denen Informationen gekennzeichnet und in digitalen Bibliotheken gespeichert werden, sind keine zeitgemäße Antwort auf die Frage, wie aus Daten praktikables Wissen geschaffen wird. 'Man kann sich dieses altbackene Speicherkonzept in etwa vorstellen wie einen fleißigen Bibliothekar, der Bücher akribisch in alphabetischer Reihenfolge in die Regale stellt' - Alison Vanzetta, Digitalberaterin bei Cloudflight".
Die Lösung sei die Anwendung von Methoden der Künstlichen Intelligenz, wie die Mustererkennung.

Tuesday, June 21, 2022

Workshop "Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen dekolonialisieren" in Stuttgart

DIe Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen veranstaltet am 30. Juni 2022 im Rahmen des 2. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals einen Workshop "Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen dekolonialisieren".
Kultur- und Bildungseinrichtungen zu dekolonialisieren ist im D-A-CH-Raum mittlerweile ein verbreitetes Anliegen. In Sammlungen und Suchsystemen für wissenschaftliche Informationen steht die Dominanz von Autor:innen, Verlagen und Zeitschriften aus dem "Globalen Norden" in keinem adäquaten Verhältnis zur tatsächlichen globalen Wissensproduktion, die selbst unter sozial ungerechten Bedingungen stattfindet.

Dieser Workshop lädt alle Interessierten ein, eigene Erfahrungen bei der Suche nach wissenschaftlichen Informationen zu reflektieren und Ideen zur Dekolonialisierung mit Dr. Nora Schmidt (Expertin des ifa-Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik") und Dr. Wolfram Seidler (Universitätsbibliothek Wien) zu diskutieren.

Der Workshop findet in Präsenz statt. Wir bitten um eine Anmeldung an research[at]ifa.de bis zum 24. Juni 2022.

Wann und wo: 30.06.2022, 17-18 Uhr, Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart.

Quelle: Inetbib.

Friday, June 17, 2022

Hierarchie in der Kaffeepause

"Maria Seissl wurde mir in meinem ersten Jahr als Bibliothekarin in Innsbruck von einer Kollegin während eines Mittagessens formlos mit den Worten 'Das ist die Mia' vorgestellt. Diese Formlosigkeit war für mich umso überraschender, als es damals an der Universität Innsbruck eine historisch gewachsene Hierarchie gab, die sich unter anderem am Kaffeetisch der Hauptbibliothek widerspiegelte: Zuerst nahmen die Akademiker_innen dort ihren Kaffee ein, danach durften die sogenannten B-Leute – Formalerschließer_innen, Erwerber_innen und meine Wenigkeit – Kaffeepause machen".
Quelle: Claudia Hausberger: "Lessons learned". In: Menschen im Aufbruch. Universitätsbibliothek und Archiv der Universität Wien im Selbstverständnis ihrer Mitarbeiter_innen. Festschrift für Maria Seissl. Göttingen: V&R unipress 2019, S. 299

Tuesday, June 14, 2022

Wieviele Infoexpert*innen braucht ein Fernsehsender?

Der australische Fernsehsender ABC plant, 58 Stellen für Bibliothekar*innen und Archivar*innen zu streichen - etliche Arbeiten sollen die Journalist*innen selber übernehmen. Warum das keine gute Idee ist, beschreibt Lisa M. Given in ihrem Artikel "The ABC's plan to axe its librarians will damage its journalism. Here's why" (The conversation, 9. Juni 2022):
"Relying on untrained journalists to do the work of qualified information professionals – asking them to archive their own materials and apply metadata – means valuable material will be mislabelled, or not labelled at all. . (...) Without complete, easily findable records, journalists can't tell the whole story; their ability to quickly retrieve historic source material, to complete background work and conduct fact-checking, will be eroded, as will their ability to tell Australia's stories with integrity".

Die Australian Society of Archivists (ASA) und die Australian Library and Information Association (ALIA) haben dazu am 9. Juni 2022 eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben:

"The skills and knowledge of the ABC's librarians and archivists are not needed any less now that more of the collection has been digitised. The ability to both retrieve existing material (whether digitised or not), and add new material and metadata so that content is properly preserved for future use, is fundamental to the ongoing work of the ABC.
The ABC's archival collections are a collection of national significance, and their value and use goes well beyond just supporting the day to day work of the ABC. The continued collection and maintenance of these collections by skilled professionals is essential if the Australian community is to benefit from the collection into the future, and to ensure that we don't lose irreplaceable content".

Die Gewerkschaft Community and Public Sector Union betitelt ihre Stellungnahme vom 9. Juni 2022 "ABC axing archive jobs on International Archives Day":

"While the rest of the world is celebrating the contribution of archivists, the ABC is axing 75 jobs. (...) The last time the ABC took a knife to its library services in 2019, it promised there would no more loss of specialist work, yet here we are. ABC staff are at the frontline of digitisation and the early uptake of technology. They always have been, but not at the expense of dumbing down content or quality like this change could see".

Das offizielle "ABC Archives Proposal for Change" vom 8. Juni 2022 begründet die Streichungen und teilweise Umwandlungen mit der Digitalisierung:

"These proposed changes are the result of the extensive digitisation of the ABC Archive collection and the introduction of new tools and systems which enables different, more efficient work practices".
In der folgenden Stellungnahme des Geschäftsführers David Anderson vom 10. Juni heißt es:
"I can assure all Australians that the proposed changes would not in any way affect the quality of the Archives' content, now or into the future. The proposed changes to the management of the ABC Archives and news library would include introducing several new technological platforms to ensure accessibility. We are confident the proposed changes would not compromise the Archives team's ability to provide appropriate services to content makers. Following the proposed changes, the ABC's archives and library services would employ around 70 people".

Hinweis auf die Geschichte von Peter Doherty auf Twitter. Weitere Berichte im Guardian ("ABC to abolish 58 librarian and archivist jobs with journalists to do archival work") und The Mandarin ("ABC managing director defends archival staff redundancies").

Wednesday, June 08, 2022

Themenportal "Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts" (DE)

Neues Rechercheangebot in Deutschland:

--- Seit dem 1. Juni ist das vom Bundesministerium für Finanzen initiierte und finanzierte Themenportal "Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts" im Archivportal-D online. Es wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Bundesarchiv, dem FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur und der Deutschen Digitalen Bibliothek entwickelt. In einer ersten Stufe des Portals sind nun zunächst Bestände aus staatlichen Archiven erstmals unter einem Dach recherchierbar:

Die Webseite bietet Informationen zum Thema und eine Navigation durch rund 500 Bestände mit Millionen von Archivalien und Dokumenten – von Bundesministerien über Gerichte bis zu lokalen Entschädigungsämtern. Nutzerinnen und Nutzer können mit Hilfe des Portals direkt erfahren, welche Bestände einschlägig sind und auf welche Archive sie sich erstrecken.

Zwei Zugriffsmöglichkeiten – thematisch und gegliedert nach Archiven – stehen zur Verfügung. Im thematischen Bereich stehen vier Oberkategorien (Entschädigung, Rückerstattung, Internationales sowie SBZ und DDR), die sich an den Schwerpunkten der Wiedergutmachungspraxis orientieren, zur Auswahl bereit. Zu den einzelnen Ober- und Unterkategorien sind zusätzlich kurze Informationstexte hinterlegt. Die Ergebnisseite bietet eine Übersicht der thematisch einschlägigen Bestände. Ein rein provenienzbezogener Zugang erfolgt über den Reiter "Archive". Abgerundet wird das Angebot durch Hintergrundinformationen mit Seiten zu Geschichte der Wiedergutmachung und zu rechtlichen Voraussetzungen sowie Literaturhinweise, Kartenmaterial und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

Das Themenportal wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter ausgebaut. Sehr viele weitere Datensätze und digitalisiertes Archivgut – auch von kommunalen und freien Archivträgern –, ein sachthematischer und personenbezogener Zugang zu einzelnen Unterlagenarten und Angebote zur historischen Bildung werden folgen."---

Quelle: archivliste (Archivschule Marburg).

Friday, June 03, 2022

Auszeichnung für Artikel über die ALA-"Task Force on Gay Liberation"

Der Artikel "'Tearing the Shroud of Invisibility': Communities of Protest Information Practices and the Fight for LGBTQ Rights in US Librarianship" von Alex H. Poole wurde mit dem Donald G. Davis Article Award ausgezeichnet.

Abstract:

"Scholarship on LGBTQ rights in library and information science remains lamentably underdeveloped. This research excavates the hidden history of the American Library Association's Task Force on Gay Liberation between 1971 and 1986. Despite rampant legal and extralegal discrimination, the TF's members and their allies refused to remain invisible, second-class citizens; they embraced voluntary, grassroots, democratic action. This research develops the concept of communities of protest information practices (PIPs). It adumbrates a framework comprising four PIPs that distinguished the TF's work: performative, communal, constructive, and corrective. These practices constituted vital ontological and epistemological interventions in heteronormative librarianship. This research provides a robust conceptual framework to examine not only LGBTQ people, but also other marginalized groups' protest work".

Aus der Begründung für die Preisvergabe:

"Poole's "'Tearing the Shroud of Invisibility'" builds a comprehensive, well-delineated and deeply researched historical picture of an under-investigated branch of library history, LGBTQ rights. It launches an ambitious conceptual framework for understanding protest practices from 1971-1986 by the American Library Association's Task Force on Gay Liberation as forms of community practice and information practice in themselves. The language of the article is vivid and the argument is sophisticated in its multidisciplinary and multidimensional nature. The final gesture it makes of suggesting how the concepts it builds might help “illuminate the social justice work of other marginalized and oppressed groups” makes the article’s significance reach beyond its own area of study".

Pride Month: Wiener Bibliothek vor Lesung zugemauert

In der Bücherei Wien-Mariahilf findet heute eine Vorlesestunde für Kinder mit Drag Queen Candy Licious statt. Heute Nacht wurde der Eingang der Bücherei zugemauert. Störmaßnahmen gegen die Veranstaltungen rund um die Vienna Pride waren in einschlägigen Kanälen angekündigt worden.

Auf dem Programm der Lesung stehen übrigens die drei Kinderbücher "Julian feiert die Liebe", "Julian ist eine Meerjungfrau" und "Der verliebte Koch". Einen Überblick über alle Veranstaltungen der Büchereien Wien im Pride Month gibt es hier (PDF).

Hinweis aus einer Presseaussendung des Grünen Klubs im Parlament und einer Presseaussendung des SPÖ-Parlamentsklubs.

Update: Die FPÖ hat sich nun auch zu Wort gemeldet - sie fordert, dass der Vizebürgermeister die Veranstaltung absagt und sich um die "realen Probleme" kümmert: "Diese Form der Sexualisierungspropaganda für kleine Kinder ist klar abzulehnen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Kinder mit öffentlich finanzierter Globohomo-Ideologie indoktriniert werden". Oida.

FAIRzeichnen, FAIRschlagworten, FAIRknüpfen – Bibliotheken als Partner im Forschungsdatenmanagement

im Namen der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement – fdm.nrw möchten wir Sie auf unsere Veranstaltung "FAIRzeichnen, FAIRschlagworten, FAIRknüpfen – Bibliotheken als Partner im Forschungsdatenmanagement" aufmerksam machen, die am 21.06.2022 von 13:00-16:00 virtuell stattfinden wird.

Die Auffindbarmachung und Bereitstellung von Informationen ist seit jeher bibliothekarische Kernkompetenz. Verbunden mit ihren flächendeckenden Verbundstrukturen sind wissenschaftliche Bibliotheken damit natürliche Partner in der FAIRifizierung von Forschungsdaten, die sich bereits vielfältig im Forschungsdatenmanagement engagieren. Infrastrukturen und Dienste für FAIRe Daten aufzubauen ist ein gemeinschaftliches Unterfangen. Während sich bereits in vielen Fällen Kooperationen und neue Strukturen für den Umgang mit Forschungsdaten abzeichnen, bieten sich in vielen Bereichen aber auch noch Gestaltungsräume. Im Rahmen der Dialogveranstaltung möchten wir verschiedene Perspektiven auf die Möglichkeiten, die sich Bibliotheken in diesem Handlungsfeld bieten, aber auch die Bedingungen, an die Ihre Einbringung geknüpft ist, miteinander ins Gespräch bringen.

Welche bibliothekarischen Kompetenzen können Forschende im Forschungsdatenmanagement unterstützen? Wie lässt sich diese Expertise verfügbar machen? Welche Rolle können zentrale Institutionen wie Bibliotheksverbünde spielen, und wie können Bibliotheken und NFDI ineinandergreifen? Diese und weitere Fragen möchten wir diskutieren.

Wenn auch Sie an der Diskussionsveranstaltung teilnehmen möchten, melden Sie sich gerne bis zum 15.06.2022 an. Weitere Information zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Webseite unter https://www.fdm.nrw/index.php/dialogveranstaltung-fairzeichnen-fairschlagworten-fairknuepfen-bibliotheken-als-partner-im-forschungsdatenmanagement/.

Quelle: Mail von Magdalene Cyra und Matthias Fingerhuth in Inetbib.

Fühl Dich angesprochen

"Zur besseren Lesbarkeit wird im Bericht ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sollen sich jedoch alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen".

Quelle: Gisela Minn / Marina Lemaire: Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften. Eine Planungshilfe für die Erarbeitung eines digitalen Forschungskonzepts und die Erstellung eines Datenmanagementplans. Universität Trier eSciences Working Papers 03 (2017).

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.

Monday, May 23, 2022

Bitterwasser: Krimi mit Bibliothekarin

Im derzeit sehr beliebten Genre der Regionalkrimis gibt es nun eine Bibliothekarin als Ermittlerin: Am 25. Mai 2022 erscheint der Bad-Gastein-Krimi "Bitterwasser" der gebürtigen Niederösterreicherin Karina Ewald.
Ein Mord während der Eröffnung des neuen Kulturzentrums in Bad Gastein! Das nimmt Bibliotheksleiterin Carolin Halbach persönlich und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Freundlich, aber bestimmt schnüffelt sich Bibliothekarin Carolin Halbach durch ihre persönliche Verdächtigen-Liste und beweist schon bald den richtigen Riecher in Sachen Mord und Totschlag.

Quelle: APA OTS.

Tuesday, May 17, 2022

BBB news: Neue Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar:in, 2022/1

LaVerne Gray: "Naomi Willie Pollard Dobson: A Pioneering Black Librarian". In: Libraries: Culture, History, and Society 6 (2022) 1, S. 1–20

Debra Gold Hansen: "Library Wars: The Making of Librarianship at the Los Angeles Public Library, 1890–1910". In: Libraries: Culture, History, and Society 1 (2017) 1, S. 97–125

Christine Pawley: "'Missionaries of the Book' or 'Central Intelligence' Agents: Gender and Ideology in the Contest for Library Education in Twentieth-Century America". In: Libraries: Culture, History, and Society 1 (2017) 1, S. 72–96

Claudia Horning / John J. Riemer: "Introduction. Setting Standards to Work and Live By: A Memorial Festschrift for Valerie Bross". In: Cataloging & Classification Quarterly 56 (2018) 2+3, S. 115-117

John J. Riemer: "The Professional Career and Life of Valerie Bross". In: Cataloging & Classification Quarterly 56 (2018) 2+3, S. 118-127

Über Umwege in den Lesesaal

Vor kurzem wurde das neu gestaltete Areal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eröffnet. Dazu schreibt der Betriebsrat am 11. Mai 2022 in einer Presseaussendung:
Bibliothek und Tiefspeicher sind nicht über einen durchgehenden Lift verbunden, Bücher und Archivalien können daher nur über Umwege in den Lesesaal gebracht werden. Für – auch in Zeiten der Digitalisierung – notwendige Zuwächse in Bibliothek und Archiv ist platzmäßig nicht vorgesorgt.

Arbeitssitzung des Netzwerks Dekolonialisierung von Bibliotheken am 2.6.2022

Im Frühjahr 2021 wurde das Netzwerk Dekolonialisierung von Bibliotheken im DACH-Raum begründet. Am deutschen Bibliothekskongress in Leipzig gibt es nun eine öffentliche Arbeitssitzung.
Wir sind ein offenes und unabhängiges Netzwerk, das den überregionalen fachlichen Austausch anregen möchte. Wie können wir angesichts starrer Strukturen, Geschäftsgänge und Regelwerke Dekolonialisierung in Bibliotheken sowie Wissensinfrastrukturen auf die Agenda bringen und ausgestalten?

Alle Interessierten, die sich gerne am Dialog und weiteren Aufbau des Netzwerks beteiligen möchten, sind beim Leipziger Bibliothekskongress eingeladen:

  • zum formlosen Austausch und persönlichen Kennenlernen am Mittwoch, den 01.06. ab 19 Uhr im Cafe Cantona, Windmühlenstr. 29, 04107 Leipzig (wir bitten um vorherige Anmeldung bei schuerer@hgb-leipzig.de)
  • zu unserer öffentlichen Arbeitssitzung auf dem Bibliothekskongress am Donnerstag, den 02.06., 14:00-16:00 Uhr im Vortragsraum 11 (Details zu unseren Besprechungsinhalten sind hier zu finden: https://decolonizethelibrary.miraheze.org/wiki/Wir_auf_dem_Bibliothekskongress.

Für alle, die nicht persönlich vor Ort sein können/möchten, wollen wir eine Beteiligung am Arbeitstreffen via Zoom ermöglichen und bitten vorab alle (auch, die, die vor Ort sein werden) um Registrierung: https://uni-leipzig.zoom.us/meeting/register/u5YldOCrpz4iHtcB0dlyuc3dcRItRlohjZPM. Alle im Vortragsraum Anwesenden bitten wir darum, ein Handy und ein Headset mitzubringen.

Wir heißen Bibliothekar*innen, Auszubildende, Studierende und (derzeit) nicht an Bibliotheken Beschäftigte herzlich willkommen, sich zu beteiligen und freuen uns auf regen Austausch!

Quelle: Inetbib.

Tuesday, April 19, 2022

UC Santa Barbara: Keyword Cultures

Gerade auf Twitter entdeckt: Leila Stegemoeller bietet bei den Summer Sessions der UC Santa Barbara einen Kurs zum Thema "Keyword Cultures" an. Ich kann daran ja nicht teilnehmen, aber ich finde den Blickwinkel sehr spannend:
"There is a popular joke among digital marketers – that the best place to hide a dead body is on page two of Google. One of the many techniques Search Engine Optimization (SEO) experts employ to save their own pages from obscurity is keyword strategy: determining what search terms or phrases to associate with their brand, and adjusting pages or purchasing Google ads accordingly. On platforms like Twitter, Facebook, TikTok, and Instagram, keyword search and hashtags function similarly for advertisers, companies, and individuals. Whenever we google something, organize files, or search through a book's index, we are using keywords. In disciplines like literary study, when we follow the repetition of a term through a work to unlock a hidden meaning, we are treating it as a keyword. And following cultural critic and literature professor Raymond Williams, when we refer to "democracy," or "the media" at all, we are employing a socially complex keyword. This course teaches students to think of the keyword in several ways: first, as a cornerstone of traditional literary or rhetorical analysis; second, as a central concept in digital humanities methods for analyzing texts; and finally, as a cultural unit that shapes our thinking in search engines, on social media, and in our larger social world."

Vielleicht könnten wir Frau Stegemoeller einmal für einen Gastvortrag gewinnen...

Tuesday, April 12, 2022

Einladung zum Online-Workshop "Geschlechtergerechte Sacherschließung" am 11. Mai 2022

Im Jahr 2012 habe ich den Beitrag "Österreich: Der Gender-Marsch durch die Institutionen für die Interessengruppe Wissenschaftliche BibliothekarInnen Schweiz geschrieben. Darin heißt es "Wir planen einen Workshop zum Thema Sacherschließung". Zum Zehn-Jahres-Jubiläum dieser Absichtserklärung ist es nun endlich soweit - dank des Nachdrucks und Engagements meiner lieben Kolleginnen von der "Neigungsgruppe Sacherschließung" Susanne Blumesberger, Andrea Gruber & Evelyne Luef. Hier also - endlich! - die Einladung.

Der Online-Workshop "Geschlechtergerechte Sacherschließung" wird durchgeführt im Rahmen von "30 Jahre frida" in Kooperation mit der Kommission für Genderfragen der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB).

Zeit und Ort: 11. Mai 2022, 10.00-17.00 Uhr, virtuell

Ausrichtung des Workshops

Gemeinsames Anliegen aller fridas war und ist es, feministisches/frauen*bezogenes Wissen zu sammeln, zu bewahren und so aufzubereiten, dass es der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und für verschiedene Fragestellungen abgerufen werden kann. Im Bibliothekswesen dafür entwickelte Werkzeuge wie etwa kontrollierte Vokabulare wie die GND oder die von der Library of Congress in Washington gepflegten "Subject Headings" (LCSH), verschiedene Klassifikationen, Systematiken und (Fach-)Thesauri leisten unschätzbare Dienste bei der Erschließung und somit der Wiederauffindbarkeit von Informationen sowie der Vernetzung unterschiedlicher Ressourcen.

Aus einer feministischen bzw. frauen*bezogenen Perspektive sind diese verdienstvollen Werkzeuge allerdings auch kritisch zu hinterfragen, da sie gesellschaftliche Macht- und Ungleichverhältnisse widerspiegeln und festigen. Feministische Bibliothekar*innen benennen seit Ende der 1970er Jahre die androzentristische und sexistische Prägung konventioneller Normdateien, Klassifikationen, Thesauri etc. Fehlende Begriffe, diskriminierende Bezeichnungen oder Nicht-Nennungen generieren sprachliche Ausschlüsse, Geschlechterstereotypisierungen und Diskriminierungen – die zudem intersektional sind und sich in wirkmächtiger Verschränkung der Kategorien Geschlecht, Rassismus und Ableismus manifestieren. Und sie tragen dazu bei, dass diese – etwa durch die Recherchefunktion "Relevanz" – fortgeschrieben werden.

Im Online-Workshop zu geschlechtergerechter Sacherschließung stellen wir die Frage, was eine feministische Perspektive dem entgegenhalten kann. Wie können Grundlagen einer feministischen und geschlechtergerechten Sacherschließung aussehen? Was können feministische Fach-Thesauri oder geschlechtergerechte kontrollierte Vokabulare diesbezüglich leisten? Und (wie) können sie für Änderungen in konventionellen Dokumentationssprachen, universalen Normdateien und Klassifikationen genutzt werden?

Informationen zur Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Mitgliedschaft bei frida oder der VÖB ist nicht Bedingung. Die Workshop-Sprache ist Deutsch. Der Workshop findet online über Zoom statt. Eine Registrierung bis 10. Mai 2022 ist erforderlich.

Programmüberblick

Vormittag 10:00-13:00 Uhr: Begrüßung | Keynote | Inputs | Diskussion
10:00-10:15 Uhr: Begrüßung (Susanne Blumesberger & Evelyne Luef für das Organisationsteam, Grußworte von frida-Obfrau Li Gerhalter)
10:15-11:00 Uhr: Keynote Karin Aleksander (ehem. Leiterin der Genderbibliothek des ZtG der HU Berlin): Was ist und zu welchem Ende brauchen wir eine geschlechtersensible Beschlagwortung?
kurze Pause
11:10-11:55 Uhr: Inputs zu je 15 Minuten
  • Rainer Steltzer (UB Innsbruck): G(e)ND(er) Trouble? Aspekte von Gender in der Gemeinsamen Normdatei
  • Andrea Gruber (Ariadne an der ÖNB): Feministische Wortschätze: Bedeutung und Potentiale
  • Monika Bargmann (Kommission für Genderfragen der VÖB): Lernen über Gender. Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus in der bibliothekarischen Ausbildung
kurze Pause
12:10-13:00 Uhr: gemeinsame Diskussion und Bildung der Gruppen für den Nachmittag
13:00-14:00 Uhr: Mittagspause

Nachmittag: 14.00-17.00 Uhr: Arbeits- und Diskussionsgruppen | Schlussdiskussion und Ausblick
14:00-15:30 Uhr: Diskussionen in drei Gruppen (Pausengestaltung nach Wünschen der jeweiligen Gruppe)
15:30-16:00 Uhr: Kurzberichte der Gruppen
16:00-17:00 Uhr: gemeinsame Schlussdiskussion und Ausblick

Abstracts

Karin Aleksander: Was ist und zu welchem Ende brauchen wir eine geschlechtersensible Beschlagwortung?

Die Frage, warum geschlechtersensible/-gerechte Beschlagwortung notwendig ist, behandle ich mit bibliotheks- und sprachwissenschaftlichen Aspekten, eingeordnet in historische und philosophische Überlegungen. Dafür stelle ich Erreichtes und Rückschritte als einen Zusammenhang dar, wobei auch Offenes für die Zukunft problematisiert wird.

Kontakt: Dr.in Karin Aleksander, Mitglied der Fachkommission im Digitalen Deutschen Frauenarchiv und in i.d.a.; Leiterin der Genderbibliothek am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin (1990-2019), karin.aleksander@hu-berlin.de

Rainer Steltzer: G(e)ND(er) Trouble? Aspekte von Gender in der Gemeinsamen Normdatei

Die Gemeinsame Normdatei (GND) wird von Bibliotheken im gesamten deutschen Sprachraum zur verbalen inhaltlichen Erschließung von Ressourcen genutzt. Der Vortrag soll einen kurzen Überblick über die Repräsentation von Gender in der GND selbst und in den Regeln für die Schlagwortkatalogisierung (RSWK) bieten.

Kontakt: Dr. Rainer Steltzer MSc., Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, VÖB-Kommission für Sacherschließung, rainer.steltzer@uibk.ac.at

Moderation des Workshops am Nachmittag: MMag.a Dr.in Evelyne Luef, Wienbibliothek im Rathaus, , frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, evelyne.luef@wien.gv.at

Andrea Gruber: Feministische Wortschätze: Bedeutung und Potentiale

Feministische Vokabulare sind grundlegende Werkzeuge der Sacherschließung in frauen*- und genderspezifischen Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen. Der Input widmet sich feministischen Thesauri und Schlagwortlisten, die diese seit Ende der 1970ern entwickeln. Skizziert werden Potentiale ihrer Vernetzung und Weiterentwicklung sowie ihrer Interaktion mit allgemeinen Normdaten wie der GND vor dem Hintergrund von Linked Open Data und Semantic Web.
Der Workshop am Nachmittag bietet die Möglichkeit zu Vertiefung und Austausch sowie zur Diskussion kooperativer Strategien; Marius Zierold (Deutsches Digitales Frauenarchiv) gibt hierzu spannende Einblicke in konkrete Projekte.

Kontakt: Mag.a Andrea Gruber MSc, Österreichische Nationalbibliothek, Ariadne – frauen*-/genderspezifische Information und Dokumentation, frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, andrea.gruber@onb.ac.at

Monika Bargmann: Lernen über Gender. Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus in der bibliothekarischen Ausbildung

Die Beschäftigung mit geschlechterspezifischen Ausschlussmechanismen hat einen Platz in der bibliothekarischen Berufsethik. Informationsfachleute "opponieren gegen Diskriminierung aufgrund (...) der Genderidentität (...) oder der sexuellen Orientierung", heißt es beispielsweise im Ethik-Kodex der IFLA, der internationalen Föderation der Bibliotheksverbände. Aber wird das auch in der bibliothekarischen Ausbildung berücksichtigt? Der Input am Vormittag wirft Blitzlichter auf Curricula verschiedener Ausbildungsgänge. Am Nachmittag reflektieren wir gemeinsam, wie (und ob) Gender in unseren unterschiedlichen Ausbildungswegen von Lehre bis Hochschulstudium thematisiert wurde - auf dem Gebiet der Inhaltserschließung und darüber hinaus.

Kontakt: Mag.a (FH) Mag.a Monika Bargmann, ZAMG - Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, Leiterin der Kommission für Genderfragen in der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB), monika.bargmann@zamg.ac.at

Datenschutzhinweise

Der Workshop findet online über Zoom statt. Ihr Name und Ihre Mailadresse werden ausschließlich zur Abwicklung der Veranstaltung (Bestätigung der Registrierung, notwendige Informationen zum Workshop...) verwendet.

Sie können Zoom über gängige Browser verwenden bzw. einen Desktop-Client oder eine mobile App installieren. Deutschsprachige Informationen über Zoom und die DSGVO finden Sie hier.