Friday, January 20, 2023

Bibliothekartag wird zu Bibliothekskongress und BiblioCON

Die Tagungsbezeichnung "Bibliothekartag" wurde sowohl in Österreich als auch in Deutschland seit Jahren diskutiert. In Österreich wurde nun "Bibliothekskongress", in Deutschland ganz aktuell "BiblioCON" gewählt. Ich verstehe den Wunsch nach Änderung sehr gut. Was ich aber schade finde, ist, dass die Personenbezeichnung verlorengegangen ist. Es war eben ein Treffen von Bibliothekar*innen und nicht von unpersönlichen Bibliotheken. Was meint Ihr dazu? Hattet Ihr alternative Vorschläge?

Wednesday, January 11, 2023

Tagung "Flucht ins Archiv"

Das Dokumentationsarchiv Migration Tirol, das Forschungszentrum Migration und Globalisierung und das Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck laden ein zur Tagung "Flucht ins Archiv. Migration, Flucht, Rassismen - dokumentieren und archivieren".

Die Tagung widmet sich dem Verhältnis von Migration, Flucht und Rassismen zu Archiven als grundlegende historische Wissensspeicher. Gemeinsam mit Expert*innen, Aktivist*innen, Archivar*innen und Wissenschaftler*innen werden Fragen zur Bedeutung der Archivierung von Migration, Flucht und Rassismen, zur Grenzziehung zwischen diesen Phänomenen, der Quellenlage, aktuellen methodischen Ansätzen und Strategien zum Sichtbarmachen, Sammeln, Dokumentieren und Archivieren von Migration, Flucht und Rassismen diskutiert. Mit:

  • Dr.in Judith Kohlenberger (Migrations- und Fluchtforscherin, Wirtschaftsuniversität Wien)
  • Herbert Langthaler (asylkoordination Österreich)
  • Dr. Georg Spitaler (Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, Wien)
  • Dr. Benjamin Opratko (Migrations- und Rassismusforscher, Leuphana Universität Lüneburg)
  • Dr. Bernhard Weidinger (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
  • Eine weitere Person aus dem Bereich antirassistischer Aktivismus ist angefragt.
Die Tagung findet am 30. und 31.März 2023 in Innsbruck statt (Programm).

Wednesday, December 21, 2022

Bruno-Bauer-Gedächtnispreis für Innovation ausgelobt

Wer jemals mit Bruno Bauer zu tun hatte, weiß, welche Lücke sein Tod fachlich und menschlich im österreichischen Bibliothekswesen hinterlassen hat. Mir gefällt daher die folgende Idee unseres Berufsverbandes besonders: Die Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) lobt erstmals den Bruno-Bauer-Gedächtnispreis für Innovation aus.
Im Sinne des Namensgebers wird durch diesen Preis die Innovationskraft des österreichischen Bibliothekswesens sichtbarer gemacht, indem herausragende Initiativen, Papers, Projekte u.dgl. aus den letzten 3 Jahren ausgezeichnet werden. Für den Preis kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden.

Insgesamt stehen max. EUR 5.000 zur Verfügung, die auf mehrere Preisträger:innen aufgeteilt werden. Über die Vergabe entscheidet eine Jury im Peer-Review-Verfahren. Ein Teil des Preisgeldes ist für einen Publikumspreis reserviert, über den die VÖB-Mitglieder abstimmen. Ausgezeichnet werden sowohl Einzelpersonen als auch Teams.

Einreichungen richten Sie bitte mit Begründung/Beschreibung von max. 1 A4-Seite und den Verweis auf Webseiten und/oder Veröffentlichungen bis spätestens 15.01.2023 an das Präsidium der VÖB präsidium@voeb-b.at.

Der Preis wird beim 1. Österreichischen Bibliothekskongress, der vom 2. bis 5. Mai 2023 in Innsbruck stattfindet, überreicht.

Tuesday, December 13, 2022

Interview mit Bibliothekar Adalbert Melichar zum 80er

In den Niederösterreichischen Nachrichten ist am 7. Dezember ein spannendes Interview mit dem Bibliothekar und Erwachsenenbildner Adalbert Melichar erschienen. Melichar war u.a. Stadtbibliothekar in Fischamend, bildete viele Generationen an Bibliothekar*innen aus öffentlichen Bibliotheken aus, wirkte an der Gestaltung von Lehrplänen für die Bibliotheksausbildung mit, war im Vorstand der NÖ Volkshochschulen und vieles mehr. Das Lernen hat er nie aufgegeben:
"Diese [Philosophie des lebenslangen Lernens] habe ich natürlich auch gelebt und mich immer wieder getestet. Vor 4 Jahren beispielsweise an der Donauuniversität Krems, wo ich an 11 Wochenenden einen Universitätslehrgang abgeschlossen habe. (...) Ein Sozialleben ist sehr wichtig, um im Alter fit zu bleiben. Ich nehme beispielsweise an Literatur-Preisausschreiben teil und habe neulich ein Essay an der Akademie der Wissenschaften eingereicht, wobei ich noch auf die Bewertung warte. Das tagtägliche Arbeiten am Computer hält mich zusätzlich jung. Mit 70 Jahren habe ich beim BFI den ECDL gemacht."

Mario Pichler: "Fischamender Urgestein Adalbert Melichar ist 80". In: Niederösterreichische Nachrichten, Ausgabe Bruck/Leitha, 7. Dezember 2022

Leere Bibliotheken, volle Trefferlisten?

"Leere Bibliotheken, volle Trefferlisten? Akademisches Lesen im Kontext der Digitalisierung" - eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Erlesenes erforschen".
Die Lesesäle der Universitätsbibliotheken beginnen sich langsam wieder zu füllen - und wie schon vor der Pandemie am meisten in der Prüfungszeit. Sind aus den früheren Lesesälen über die Jahre Lernsäle geworden? Haben sich die Arbeitstechniken von Studierenden und Forschenden gewandelt, weil ohnehin der Großteil der relevanten Literatur online vorhanden ist? Wie wirken sich Veränderungen in Forschungsumfeld und bibliothekarischer Infrastruktur auf akademische Lesepraktiken aus? Wie sehr prägen Bibliotheken überhaupt noch die akademische Lesekultur und welchen Gestaltungsspielraum haben wissenschaftliche Bibliotheken dabei in der Zukunft?

Diese und andere Fragen werden in einem neu erschienenen Sammelband der Reihe "Bibliothek im Kontext" behandelt und in einem Podiumsgespräch anlässlich der Buchpräsentation von Stefan Alker-Windbichler (Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung, Universität Graz), Axel Kuhn (Institut für Buchwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg) und Benedikt Lodes (Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek) diskutiert.

Ort und Zeit: Aula am Campus, Donnerstag, 15. Dezember 2022, 18 Uhr.

Wednesday, November 16, 2022

Zum Bibliothekar gezwungen

"Der zwölfjährige Noah, genannt Bird, ist die Hauptfigur in Celeste Ngs neuem Roman. Mit seinem Vater, einem Linguisten, der als Bibliothekar arbeiten muss, lebt er in Harvard in einem winzigen Zwei-Zimmer-Appartment im Studentenwohnheim".
Der WDR über den gerade in deutscher Übersetzung bei dtv erschienenen Roman "Unsere verschwundenen Herzen" von Celeste Ng. Auf Goodreads steht es etwas genauer und ist damit verständlich:
"Twelve-year-old Bird Gardner lives a quiet existence with his loving but broken father, a former linguist who now shelves books in a university library."
Da Büchereien als Ort des Widerstandes beschrieben werden, kommt das Buch auf alle Fälle auf meine Wunschliste.

Thursday, November 03, 2022

Umfrage zu Robotern in Bibliotheken

"Im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Studiengang Bibliotheksinformatik an der HTWK Leipzig beschäftige ich mich mit den Einsatzmöglichkeiten von Robotern in Bibliotheken und führe eine Umfrage durch, um die Akzeptanz von diesen Robotern zu ermitteln.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um an der Umfrage teilzunehmen.
Der Link zur Umfrage: https://campus.lamapoll.de/Roboter_in_Bibliotheken/".

Quelle: Inetbib.

Thursday, September 29, 2022

14.11.2022: GND-Forum Bauwerke - Dialog rund um Bauwerksdaten und Standardisierung

Am 14. November 2022 findet erstmals das GND Forum Bauwerke - Dialog rund um Bauwerksdaten und Standardisierung als eintägige virtuelle Veranstaltung von 10-16 Uhr statt.Die Veranstaltung ist frei zugänglich und kostenlos. Anmeldung.

"Immer mehr Forschende und Erfassende in den Bereichen Architektur, Denkmalpflege und Kunstwissenschaft wünschen sich, die vernetzende, vor allem aber die identifizierende und normierende Eigenschaft von Normdaten nutzen zu können und blicken dabei mit Interesse auf das Potenzial der Gemeinsamen Normdatei (GND). Die Modernisierung und Öffnung der GND für den Kulturerbe- und Wissenschaftsbereich motiviert und bestärkt den Wunsch, die Vernetzung der vielfältigen Bauwerke-Community zu unterstützen, die die Normdatei bereits nutzen, an ihr mitschreiben oder sich für ihren Einsatz interessieren.

Sie stellen sich Fragen wie: Wie entstehen Normdaten? Wie können sie genutzt werden und wie werden sie genutzt? Welche Zwecke und Funktionen erfüllen sie im Netz der Daten zu Bauwerken? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das GND Forum Bauwerke. Das Forum versteht sich als ein Diskussionsraum für die diverse Community, die Daten zu Bauwerken und Architektur produziert, nutzt, beforscht und publiziert.

Auf unserer interaktiven Online-Veranstaltung zum Auftakt des GND Forum Bauwerke werden Sie Gelegenheit haben, sich zu informieren, Fragen zu stellen, Ideen und Ansichten im Kreis der Bauwerke-Community zu diskutieren. Neben einigen Impulsvorträgen möchten wir Kleingruppen die Möglichkeit zum intensiven Diskurs über die genannten Fragen, aber auch Bedarfe und Barrieren hinsichtlich der GND und weiteren Themen, bieten. Am Ende tragen wir gemeinsam die Ergebnisse im Plenum zusammen und können vermutlich schon einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Forums geben. Da das Forum den Dialog in der Community befördern möchte, freuen wir uns über Ihre Beiträge oder Ideen."

Veranstalter: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte (DDK), Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern (VDL), Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften Universitätsbibliothek (TIB), Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek (DNB)

Tuesday, September 27, 2022

Buchpräsentation: Bibliothekarin und Philosophin Amalia M. Rosenblüth-Dengler

Das Buch "Amalia M. Rosenblüth-Dengler (1892-1979) Philosophin und Bibliothekarin. Biografische Spuren eines Frauenlebens zwischen Aufbruch und Resignation" wird am 27. Oktober 2022 im Lesesaal der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie präsentiert. Das Buch wurde von Ilse Korotin geschrieben und ist im Präsens-Verlag als Teil der Reihe "biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung" erschienen.

Zum Buch

"Amalia Rosenblüth wurde am 10. Mai 1892 in Sanok, Österreich-Ungarn, im heutigen Polen geboren. Sie war die älteste von vier Geschwistern und wuchs in einer wohlhabenden und bildungsfreundlichen Familie auf. Sie studierte in Lemberg und Wien Philosophie und dissertierte „Über das sogenannte disjunktive Urteil in der neueren Logik“ bei Adolf Stöhr. Jahrelang arbeitete sie unbezahlt am Philosophischen Institut als Bibliothekarin sowie als Assistentin ihres Mentors und Doktorvaters.
An eine Anstellung in der Lehre war für eine Frau zu jener Zeit und besonders in Wien nicht zu denken. Als wissenschaftliche Bibliothekarin hatte sie wenigstens die Möglichkeit, im universitären Umfeld zu arbeiten und sich zu vernetzen. Im Zuge der Neubesetzung der philosophischen Ordinariate 1922 mit Robert Reininger, Moritz Schlick und Karl Bühler organisierte sie die Neuaufstellung der Bibliothek und hielt auch Lehrveranstaltungen ab. Mit der Formierung des Wiener Kreises, der für Offenheit und Pluralismus stand, war Interdisziplinarität gefragt und mit ihr die Expertise zahlreicher Wissenschafter*innen. Amalia Rosenblüth zählte zu den bekannteren Frauen im Wissenschaftsbetrieb ihrer Zeit. Ist sie doch auch eine der Unterzeichner*innen eines Dankesschreibens an Schlick, als dieser sich entschloss, seinem Lehrstuhl in Wien treu zu bleiben.
Ab 1937 verlor Rosenblüth ihre Anstellung an der Universität. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialist*innen wurden ihre Schwester, eine Freundin und deren Tochter, mit der sie zuletzt zusammenlebte, deportiert und ermordet. Sie selbst tauchte unter dem Decknamen Margarete Dengler unter. Erst 1947 emigrierte sie in die USA, wo sie als Bibliothekarin arbeitete, zunächst am Idaho State College und schließlich an der University of Washington in Seattle, wo sie bis zu ihrem 84. Lebensjahr verblieb, unter anderem auch als Mitarbeiterin des austro-amerikanischen Psychoanalytikers René A. Spitz. Eine Rückkehr an die Universität Wien scheiterte trotz vieler Fürsprecher*innen am Unwillen der Hochschulleitung.
Dass es gerade und immer wieder Bibliotheken waren, in denen Frauen und Wissenschafter*innen einen Platz fanden, die aus der universitären Lehre ferngehalten wurden, ist ebenso tragisch wie bemerkenswert. Ohne akademische Anerkennung und Sichtbarwerdung blieb auch Amalia Rosenblüth und geriet darüber fast in Vergessenheit. Dem wirkt die Dokumentationsstelle Frauenforschung mit ihren Publikationen nun entgegen."

Ort und Zeit

Donnerstag, 27. Oktober 2022, 18:00 Uhr, Lesesaal der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie, NIG, Universitätsstraße 7, Stiege II, 3. Stock, 1010 Wien

Programm

  • Begrüßung: Sonja Fiala, Leiterin der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie, Universität Wien
  • Einleitung: Elisabeth Nemeth, Institut für Philosophie, Universität Wien
  • Buchvorstellung: Ilse Korotin, Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien
  • Enthüllung der Gedenktafel

"Geschlechtervielfalt berücksichtigt"

Da schau, es geht ja, wie hier im österreichischen Gesundheitsportal:
Im Text wird mit dem Doppelpunkt zwischen männlicher und weiblicher Bezeichnung die Geschlechtervielfalt berücksichtigt.

Gegenbeispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog.

Tuesday, September 06, 2022

Geisteswissenschaftler:innen, traut Euch!

Im Perspektiven.Blog, das berufliche Perspektiven und Lebensentwürfe von und für Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen aufzeigt, ist ein interessanter Beitrag einer promovierten Philosophin erschienen. Maia George hat sich während der Promotion als Workshopleiterin selbständig gemacht. Sie schreibt unter dem Titel "Von der Ungewissheit in die Freiheit – als selbständige Workshopleiterin":
Vergesst bitte all die einschränkenden Glaubenssätze, die wir Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen verinnerlicht haben. Dass wir nicht produktiv sein können; dass wir kein Geld verdienen können; dass unsere Fächer zu keinem Job qualifizieren; dass eine Promotion uns überqualifiziert. Es stimmt alles nicht. Ich habe es bei vielen Peers gesehen, die auch promoviert und dann die Uni verlassen haben. Und ich höre es immer wieder von meinem Mentor, der seit 10 Jahren hochqualifizierte Akademiker:innen in andere Berufe begleitet. Klar: Unser Weg ist nicht so offensichtlich wie der in anderen Fächern. Wir brauchen mehr Mut, Fantasie und die eine oder andere Weiterbildung. Aber es ist viel möglich.

Thursday, August 11, 2022

librarians in charge

Wenn wir das Sagen hätten, würden wir natürlich niemandem verraten, dass es SciHub oder #icanhazpdf auf Twitter gibt ;-)