Saturday, May 02, 2015

Katzen lieben alte Handschriften

Monday, April 20, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 3/2014

Wie sieht der Arbeitsplatz Bibliothek in Kinderbüchern aus? Antworten auf diese Frage suchen wir in elf zufällig ausgewählten Büchern deutscher, englischer und spanischer Sprache. Fast alle dieser Bücher haben Öffentliche oder Schulbibliotheken zum Thema – nur in einem werden auch Wissenschaftliche Bibliotheken erwähnt.
Patricia Lakin, John Manders [Ill.]:
Clarence the Copy Cat.
Double Day 2002
Gleich vorweg: In einem Kinderbuch kommen gar keine MitarbeiterInnen vor. Man kann nur aus der Tatsache, dass ein Bub aus einer Bücherei mit vielen Büchern bepackt und zufrieden herauskommt, schließen, dass sich zuvor jemand um Bestandsaufbau und Ausleihe gekümmert hatte (und irgendjemand hatte ein "Hunde verboten"-Schild aufgestellt). In einem Buch wird die private Schlossbibliothek nur von der Fledermaus Cölestine bewohnt. In einem anderen bevölkern nur Geister die Bibliothek, allerdings handelt es sich dabei nicht um verstorbenes Fachpersonal. Die Fernleihe wird kein einziges Mal erwähnt. Die Formalerschließung wird nur in einem Buch als Tätigkeit dargestellt, ansonsten spiegelt sie sich eher in der Katalogsuche wider. Dasselbe gilt für die inhaltliche Erschließung, die nur durch das Endprodukt Aufstellungssystematik vertreten ist. In sechs Büchern sind Beratung und Auskunft wichtig. In "A day with a librarian" heißt es zum Beispiel: „Ich helfe Menschen, das zu finden, was sie brauchen. Ich helfe Menschen, Antworten auf ihre Fragen zu finden". Sechs Mal werden Bücher zurückgestellt. Sieben Mal wird die Ausleihe erwähnt. Am wichtigsten sind aber die lesefördernden Maßnahmen wie Vorlesestunden, die in acht von elf Büchern den Kindern Freude bereiten.
Fazit: Die Arbeit im Hintergrund spielt in den Kinderbüchern eine untergeordnete Rolle – der Kontakt mit großen und kleinen BenutzerInnen steht im Vordergrund. Übrigens: Den höchsten Wert an Mitarbeiterzufriedenheit erreicht wohl der Bärenbibliothekar Lewis. Er liebt einfach alles an seinem Beruf: das Aufsperren in der Früh, den Geruch der Bücher, das Auswählen und Kaufen neuer Medien, das Reparieren, das Sortieren und Zurückstellen, die Beratung, sogar Menschen, die sich in der Bibliothek unterhalten – aber "was Lewis wirklich liebte, war, sich mit einem Stapel Bücher mit großartigen Geschichten und tollen Bildern auf einen Sessel zu setzen und den Kindern in der Bibliothek vorzulesen".

Literatur: C. Meister/R. Davis: Tiny goes to the library (2000); J. Kottke: A day with a librarian (2000); S. Hill/L. Halverson: Stuart Little at the library (2001); D. Liebman: Quiero ser bibliotecario (2003); Jessica Spanyol: Carlo and the really nice librarian (2004); D. Gutman/J. Paillot: Mrs. Roopy is loopy! (2004); D. Melling: The ghost library (2005); J. M. Perschy/H.-G. Döring: Balthasar und die Bibliotheksfledermaus (2006); M. McGee/I. Beck: Winston der Bücherwolf (2006); C. Simon/R. Thornburgh: Lewis the librarian (2006); P. Lakin/J. Manders: Clarence the copy cat (2007).


Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:
  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

Thursday, April 16, 2015

Studieren ohne Bleistift und Fernrohr

Von der Feststellung der ÖH - "650 - Es gibt keinen Grund zu feiern" - lässt sich die Uni Wien nicht abhalten und feiert ihr Jubiläum ausgiebig. Ein netter Hinweis im aktuellen Alumni-Newsletter:

"Nach Gründung der Universität Wien dauerte es etwa 85 Jahre bis zur Erfindung des Buchdrucks, etwa 185 Jahre bis zur Erfindung des Bleistifts und 243 Jahre bis zur Erfindung des Fernrohrs".

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151411712698470.508598.734308469&type=1&l=9b873900aa
Uni-Ansichten. alle Bilder: Monika Bargmann, CC-BY

Tuesday, April 14, 2015

Bibliothekstagung für Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung im Mai in Graz

Die 44. Wissenschaftliche Arbeits- und Fortbildungstagung der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS) trägt den Titel "Zwischen Europäischer Integration und Nationalismus – Netzwerke(n) ohne Grenzen?" und findet von 4. bis 6. Mai 2015 in Graz statt. Die Tagung wird gemeinsam von ABDOS, dem Zentrum für Südosteuropastudien der Karl-Franzens-Universität Graz, der Universitätsbibliothek Graz, dem traduki-Projektverbund und der Südosteuropa-Gesellschaft München veranstaltet.

Sonntag, 3. Mai 2015
* 19.00 Uhr: Informelles Zusammentreffen der bereits angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Ort: Zur Steirerstub'n, Lendplatz 8, A- 8020 Graz)

Montag, 4.Mai 2015
* 12.00 – 13.30 Uhr: Tagungseröffnung
* Grußworte N.N., Universitätsleitung der Karl-Franzens-Universität Graz; Werner Schlacher, Universitätsbibliothek Graz; Jürgen Warmbrunn, ABDOS e.V.
* Festvortrag Florian Bieber, CSEES / Karl-Franzens-Universität Graz
* 13.30 – 15.00 Uhr: Mittagspause
* 15.00 – 16.00 Uhr: Session I: Stand und Perspektiven der Slavistik im deutschsprachigen Raum. Moderation: Gudrun Wirtz
** Sophia Manns-Süßbrich, Universitätsbibliothek Leipzig: "Polnisches Institut, ukrainische Botschaft, weißrussische Bibliothek: Schenkungen, E-Books, Datenbanken und Mickiewiczs "Dziady": aus dem Alltag einer Slawistik-Fachreferentin".
** Renate Hansen-Kokorus, Karl-Franzens-Universität Graz: "Die Slavistik in Österreich heute" (Arbeitstitel - angefragt)
** Marija Simasek, Zentralbibliothek Zürich: "Zur Situation der Slavistik in der Schweiz"
* 16.00 – 17.30 Uhr: Session II: Vernetzung: Wissenschaft- Wirtschaft- Politik – Information I. Moderation: Jürgen Warmbrunn
** Evelin Müller, Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig: "Vernetzte Geographen: Europa Regional – eine regionalgeographische wissenschaftliche Zeitschrift des IfL"
** Karl Kaser, Karl-Franzens-Universität Graz: "Virtuelles Archiv Südosteuropa"
** Jana Dreimane, Nationalbibliothek Lettlands Riga: "Die Burg des Lichts – das neue Gebäude der Nationalbibliothek Lettlands / Deutsch-baltische Bibliothekare fördern den deutsch-lettischen Kulturaustausch".
* Empfang der Stadt Graz für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ADBOS-Tagung 2015

Dienstag, 5. Mai 2015
* 09.00-10.00 Uhr: ABDOS-Mitgliederversammlung
* 10:00-12:00 Uhr: Session III: Südosteuropa – keine Zukunft ohne Geschichte. Moderation: Tillmann Tegeler.
** Hansjörg Brey, Geschäftsführer Südosteuropa-Gesellschaft, München: "Die Südosteuropa-Gesellschaft als Mittlerorganisation und Netzwerk – Bündelung von Expertenwissen, Information und Beratung".
** Peter Jordan, Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: "Die besondere Bedeutung der öffentlichen Präsenz ihrer geographischen Namen für sprachliche Minderheiten".
** Karmen Moissi, Österreichische Nationalbibliothek Wien: "'An meine Völker!' - Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918: Ost- und Südosteuropa im Fokus der Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek 2014"
** Marta Nadraha, Lviv: "Die derzeitige Situation in der Ukraine und ihre Auswirkungen auf das ukrainische Bibliothekswesen – ein Zeitzeugenbericht".
* 12.00-13.30 Uhr: Mittagspause
* 13:30-15.00 Uhr: Session IV: Vernetzung : Wissenschaft- Wirtschaft- Politik - Information II. Moderation: Josef Steiner.
** Stefanie Lindstaedt, Technische Universität Graz: "Das KNOW-CENTER Graz"
** Nadine Berger / Alice Kristl, Universitätsbibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien: "4 Semester am neuen Campus– Planung und Praxis. Kurze Berichte aus dem Bibliothekszentrum und der Sprachenbibliothek"
** Mokhnacheva Yuliya, Beskaravaynaya Elena, Kharybina Tatiana, Library for National Sciences of the Russian Academy of Sciences: "ВОЗМОЖНОСТИ БИБЛИОМЕТРИИ, КАК НОВОЙ ФУНКЦИИ БИБЛИОТЕК, В ИНФОРМАЦИОННОМ ОБЕСПЕЧЕНИИ УЧЁНЫХ - The possibility of bibliometry as a new librarian function in information support of scientific research"
** Hans-Jakob Tebarth, Martin-Opitz-Bibliothek Herne: "Der 'elektronische Lesesaal' der MOB (Digi-96) und die Möglichkeit von Online-Publikationen"
* 15:00-15.30 Uhr: Kaffeepause
* 15.30-17.00 Uhr: Session V: Von Sondersammelgebieten zu Fachinformationsdiensten – Was ändert sich, was bleibt? Moderation: Elke Knappe
** Olaf Hamann, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: "Zwischen Informationsvermittlung und Wissenschaftskooperation - Chancen und Risiken eines FID Slawistik"
** Gudrun Wirtz: Bayerische Staatsbibliothek München: "Der neue Fachinformationsdienst zu Osteuropa" (Arbeitstitel)
** Bea Klotz, CEEOL Frankfurt/Main: "CEEOL – ein Netzwerk im Wandel"
* Firmenpräsentationen
* ca. 17:30 Uhr: Franz Brunner, Karl- Franzens-Universität Graz: Stadtführung Graz. Treffpunkt: Haupteingang Resowi
** 20:00 Uhr: Hana Stojic, traduki Berlin: Das Übersetzernetzwerk traduki stellt sich mit einer Autorenlesung vor (wird noch präzisiert)

Mittwoch, 6.Mai 2014
* 9.00 – 11.00 Uhr: Session VI: Vernetzung durch Technik. Moderation: Hans-Jakob Tebarth
** Mag. Markus Lackner, Universitätsbibliothek Graz: "Vernetzung von Wissen – Semantic Web"
** Kalenov N., Varakin V., Library of Natural Sciences of the Russian Academy of Sciences: "Network Technology for Library Management"
** Kalenov N., Vlasova S., Library of Natural Sciences of the Russian Academy of Sciences: "Search possibilities of the summary Library for Natural Sciences of RAS centralised system Internet catalogue"
** 10:00-10:30 Uhr: Kaffeepause
** Astrid Schiemichen, Bibliothek der HTWK Leipzig: "Einführung des neuen Bibliotheksmanagementsystems Alma und erste Anwendungserfahrungen"
** Ivo Ulrich, Kubon & Sagner München-Berlin / Tillmann Tegeler, Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg: "Möglichkeiten der Verwendung von Literaturverwaltungsprogrammen bei der bibliothekarischen Arbeit"
* Einladung zur 45. ABDOS-Tagung 2016 und Abschluss der Tagung

Friday, April 10, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 2/2014

Bibliotheken sind in der Kriminalliteratur durchaus beliebte Tatorte. Ob es an den Regalen liegt, zwischen denen man sich hervorragend verstecken und anschleichen kann? An der leichten Zugänglichkeit der Leseräume? Der dunklen Abgeschiedenheit von Magazinen und Depots? Oder lässt der Ärger, wenn ein gesuchtes Buch gerade ausgeliehen oder das Abo der begehrten Zeit schrift ausgelaufen ist, alle Hemmungen schwinden und die Aggression steigen? Willkommen zu einem Streifzug durch "mörderische" Bibliotheken!

In der Episode "Mord im Kloster" der deutschen Fernsehserie "Agathe kann’s nicht lassen" wird gleich in den ersten Minuten ein Mönch von einem umstürzenden Bücherregal erschlagen – eine Todesart, über die wohl die meisten Bibliothekarinnen und Bibliothekare schon einmal nachgedacht haben. In Agatha Christies zweitem Miss-Marple-Roman, "Die Tote in der Bibliothek", wird eine junge Frau in einer Privatbibliothek erdrosselt aufgefunden.

Ian S.: Scene of the crime (novels) at Hay on Wye, 4. Mai 2013, Flickr, CC-BY-NC

Der Hausmeister der Bücherei in "Miss Zukas and the library murders" von Jo Dereske stolpert eines Morgens in der Belletristikabteilung über einen erstochenen jungen Mann. Durch einen kräftigen Schlag auf den Kopf nimmt ein Forscher und Bibliothekar in Margaret Trumans "Murder at the Library of Congress" ein vorzeitiges Ende; einen ähnlichen Tod erleidet ein Journalist in der Episode "Familiengeheimnisse" der Krimiserie "Mord ist ihr Hobby". Zyanid wird einem Mitglied des Bibliotheksfördervereins in Zana Harts E-Book "Dead in the Stacks" zum Verhängnis. Im "Buch des Todes" von Jørgen Brekke wird eine Frau in der Universitätsbibliothek Trondheim gar bei lebendigem Leib gehäutet und anschließend enthauptet.

Manche Krimis beruhen sogar auf realen Ereignissen: Am 28. November 1969 wurde die 22-jährige Studentin Betsy Aardsma in der Bibliothek der Staatlichen Universität von Pennsylvania erstochen aufgefunden. Bis heute ist der Mordfall ungeklärt. Das Doku-Drama "Betsy" von Tommy Davis, das noch heuer in die Kinos kommen soll, versucht, diese Geschichte aufzuarbeiten. Auch Künstler fühlen sich inspiriert: Vladimir Sitnikov verwandelte 2009 in seiner Kunstinstallation "Mord in der Bibliothek" die Universitätsbibliothek Kiel in einen fiktiven Tatort. Und der niederländische Musiker Phalangius veröffentlichte 2007 das Synthesizer-Album "The Cambridge library murders" mit dem gleichnamigen, Gänsehaut erzeugenden Instrumentalstück.

Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:

  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

World-Check: Datenbank mit Menschen auf "Sanktionslisten"

Der Berliner Arbeitskreis Information (BAK) lädt am 23. April 2015 (17.30 Uhr, Hörsaal 14 der Universitätsbibliothek der TU Berlin) zu einer Informationsveranstaltung über die Datenbank "World-Check":

"World-Check - eine Datenbank über Personen und Organisationen, die auf Sanktionslisten stehen. Seit 2002 müssen Industriefirmen, Dienstleister und Banken in der EU und in den USA sicherstellen, dass sie Personen, die auf Anti-Terror-Listen stehen, weder ein Gehalt auszahlen, noch Geschäfte mit ihnen machen. Bewusste Verstöße gegen diese Vorschriften (Anti-Terror-Verordnung von 2002) werden als Straftat eingestuft, bei Fahrlässigkeit gelten sie als Ordnungswidrigkeit. Das soll verhindern, dass Terroristen über Lohnzahlungen von der Wirtschaft finanziert werden. Ebenfalls seit 2002 werden sogenannte Sanktionslisten veröffentlicht, in denen sich die Namen gesuchter Terroristen finden.
Die Datenbank World-Check konsolidiert die Inhalte aus Sanktionslisten, Strafverfolgungsbehörden und Regulatoren und ergänzt diese um Politisch Exponierte Personen (PEP) und staatseigene Betriebe. Den Großteil der Inhalte bestimmen jedoch eigene Recherchen des Unternehmens. Abgedeckt werden Bereiche wie z. B. organisierte Kriminalität, Terrorismus, Betrug, Korruption, Geldwäsche und Drogenkriminalität
".

Auf der Website von Thomson-Reuters heißt es dazu:
"Wir beobachten mehr als 400 Sanktions-, Watch-, aufsichtsbehrdliche und vollstreckungsbehördliche Listen sowie Hunderttausende Informationsquellen und identifizieren Personen und Organisationen mit hohem Risiko oft Monate oder Jahre, bevor sie auf einer dieser Listen erscheinen. Allein im Jahr 2012 haben wir mehr als 180 Personen und/oder Organisationen identifiziert, bevor sie in der Liste des US-amerikanischen Office of Foreign Assets Control (OFAC) vermerkt wurden".

Jordi Martorell: One nation under CCTV, 15. April 2008, London, CC-BY-NC-ND

Ich würde mir da eine ergänzende Diskussionsveranstaltung über solche Sanktionslisten und die Frage "wie kommt man wieder von der Liste, wenn man nicht raufgehört" wünschen...

Saturday, April 04, 2015

Neu: Buch über "Progressive Library Organizations", auch aus Österreich

Bei McFarland ist gerade das Buch "Progressive Library Organizations. A Worldwide History" von Alfred Kagan erschienen.

Beschreibung des Verlages: "This work presents the history and impact of the seven most important progressive library organizations worldwide — in Austria, Germany, South Africa, Sweden, United Kingdom, and two in the United States. Each organization is considered within its national context, and in fact, the English word 'organization' does not quite fit the nature of all of the groups. The South African organization, LIWO, was transitional in that it helped bring South African librarianship from apartheid to majority rule and then disbanded. The other organizations or their successors are still working in one form or another. Some of the organizations have had or continue to have vibrant local chapters, though many of the original activists have recently retired or died. The author has interviewed many of them at a time when they were assessing their life work, and handing off to new generations".

Hinweis aus stanley-k.

Monday, March 30, 2015

Neue Kolumne: Bibliotheken ohne Bücher

Cover der Buechereiperspektiven 1/2015

Nach drei Jahren "Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren" habe ich eine neue Kolumne in den Büchereiperspektiven: Sie heißt "Bibliotheken ohne Bücher". Nein, ich wurde nicht plötzlich zur Apostelin des "es ist eh alles online"-Irrglaubens ;-) wer neugierig ist, kann die druckfrische Ausgabe 1/2015 online auf www.bvoe.at/epaper/1_15/ nachlesen :-)

Friday, March 27, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 1/2014

"Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt", lautet eine häufig zitierte Textpassage des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges. Ist umgekehrt die Bibliothek auch eine Art Paradies? Sicher, die Parallelen sind ja unübersehbar: Männlein und Weiblein laufen nackig herum und kommen einander auf der Suche nach Obst näher und näher... Sie meinen, das hätte doch gar nichts mit Bibliotheken zu tun? Falsch gedacht! Hätte die Vielzahl erotischer Geschichten, die in Bibliotheken und/oder mit Bibliothekspersonal spielen, einen wahren Kern, wäre es geradezu ein Wunder, dass bei uns überhaupt noch irgendeine richtige Arbeit erledigt wird.

Den "Entfessle die Bibliothekarin"-Moment in Romanen gibt es schon seit Jahren immer wieder: Die als zugeknöpft und prüde geltende Bibliothekarin legt den Stempel zur Seite, nimmt die Brille ab, löst den Dutt, öffnet die Bluse und entpuppt sich als Vamp – sobald endlich der richtige Mann (oder, seltener, die richtige Frau) die Bibliothek betreten hat.

Seit die zunehmende Verbreitung von E-Books es viel einfacher und billiger macht, im Selbstverlag zu veröffentlichen, komme ich aber als Bibliografin fiktiver Bibliothekarinnen kaum mehr nach. Paradiesische Zustände in Bibliotheken sind offenkundig ein Verkaufsschlager – zumindest hoffen die fleißigen Hobby-SchriftstellerInnen das.
Bei genauerer Schilderung der Inhalte würde diese Kolumne sicher mit einem Jugendverbot belegt. So setze ich auf die Fantasie meiner Leserinnen und Leser und beschränke mich auf einige (von mir übersetzte) Titel, die ich bei einem unaussprechlichen Online-Buchhändler gefunden habe: "Verführt von der Bibliothekarin", "Die wilde Sharon", "Geständnisse einer Kleinstadtbibliothekarin", "Die asiatische Bibliothekarin und die dämonischen Tentakel", "Die Beine der Bibliothekarin", "Unartige Bibliothekarinnen", "Die nymphomanische Bibliothekssklavin", "Die Bibliothekarin und die Cowboys", "Geheime bibliothekarische Fantasien", "Quickie mit der abartigen Bibliothekarin", "Perlen der Leidenschaft", "Jedermann liebte die Bibliothekarin", "Das geheime Leben der Bibliothekarinnen", "Das erste Mal der jungfräulichen Bibliothekarin", "Die sündhafte Bibliothekarin" und – mein Favorit – "Sie bezahlte ihre Strafe für überfällige Lust".

Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:

  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

Wednesday, March 25, 2015

Treffende Beschreibung von Frauenzeitschriften

Thursday, March 19, 2015

CfP Bibliothekar*tag: Beiträge zu Berufsbild, Gender & Diversity gesucht

Im September 2015 findet an der Universität Wien der Österreichische Bibliothekar*tag statt. Ich bin im Programmkomitee für meine "Leib- und Magenthemen" wie Berufsbild, Ausbildung, Personalentwicklung und Genderfragen zuständig. Insgesamt gibt es sechs Themenbereiche (siehe unten). Bei allen läuft der Call for Papers noch bis 31. März. Bitte verbreiten! Die Posterausstellung im Arkadenhof der Uni Wien läuft unter "Junge Schiene" und richtet sich speziell an Menschen in Ausbildung. Also keine Scheu, Euer Abschlussarbeitsthema einzureichen. Die Einreichung selbst erfolgt online - das erspart uns und Euch bürokratischen Aufwand bei der Anmeldung zur Tagung, wenn das Paper einmal angenommen ist.

1. Openness: Open Access, Open Data, Forschungsunterstützung (Publikationsdienste, Bibliometrie, Forschungsdokumentation usw.), Forschungsdaten, Urheberrecht, E-Science, Science 2.0, e-Infrastructures Austria

2. Zukunft gestalten: Bibliotheksmanagement, Bibliotheksmarketing, Qualitätsmanagement, Strategien und Visionen, Innovationsmanagement, Organisationsentwicklung, Produktmanagement, Entwicklung von Bibliothekssystemen

3. Offensive BibliothekarInnen: Berufsbild im Wandel, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Personalentwicklung, Genderfragen, Learning Library - mein Bereich. Für Fragen stehe ich gerne unter monika.bargmann (at) wienbibliothek.at, auf Facebook und Twitter zur Verfügung.

4. Bewahren & präsentieren: Kooperationen und EU-Projekte, Bestandserhaltung, kulturelles Erbe bewahren, Buch- und Bibliotheksgeschichte, Sammlungen, Provenienzforschung (NS et al.), Digitalisierung, Langzeitarchivierung, neue Präsentationsformen

5. Erwerben & sichtbar machen: neue Erwerbungs- und Lizenzierungsmodelle, Erschließung analoge und digitale Bibliothek, Regelwerke und -formate, Search and Discovery, Suchmaschinentechnologie, Data Management Planning

6. Masse und Individualität: (neue) Services, Kundenorientierung und Servicepolitik, Nutzerforschung, Webauftritt, Social Networks, Tagging, Blogging, Teaching Library, Informationskompetenz, Vorwissenschaftliche Arbeiten