Thursday, November 01, 2018

BBB news: Neue Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar_in

Jaena Alabi: "From Hostile to Inclusive: Strategies for Improving the Racial Climate of Academic Libraries". In: Library Trends 67 (2018) 1, S. 131-146

Bridget Farrell / Jaena Alabi / Pambanisha Whaley / Claudine Jenda: "Addressing Psychosocial Factors with Library Mentoring". In: portal: Libraries and the Academy 17 (2017) 1

Maurice B. Wheeler / Daniella Smith: "Race and Leadership in Library and Information Science Education: A Study of African American Administrators". In: Library Trends 67 (2018) 1, S. 23-38

Isabel Espinal / Tonia Sutherland / Charlotte Roh: "A Holistic Approach for Inclusive Librarianship: Decentering Whiteness in Our Profession". In: Library Trends 67 (2018) 1

LaTesha Velez / Melissa Villa-Nicholas: "Mapping Race and Racism in U.S. Library History Literature, 1997–2015". In: Library Trends 65 (2017) 4, S. 540-554

Chloe Mills / Ian McCullough: "Academic Librarians and Labor Unions: Attitudes and Experiences". In: portal: Libraries and the Academy 18 (2018) 4, S. 805-829

Jaya Raju: "Information Professional or IT Professional? The Knowledge and Skills Required by Academic Librarians in the Digital Library Environment". In: portal: Libraries and the Academy 17 (2017) 4, S. 739-757

Jennifer Ferguson: "Additional Degree Required? Advanced Subject Knowledge and Academic Librarianship". In: portal: Libraries and the Academy 16 (2016) 4, S. 721-736

William H. Walters: "The Faculty Subculture, the Librarian Subculture, and Librarians' Scholarly Productivity". In: portal: Libraries and the Academy 16 (2016) 4, S. 817-843

Tuesday, October 16, 2018

Einladung: Entdeckungen im Keller des Bildungsministeriums

Entdeckungen im Keller des Bildungsministeriums. Ein bildungshistorischer Schatz mit ungewisser Zukunft?
  • Begrüßung. Das BMBWF als Standort des bildungshistorischen Buchbestandes - Peter Fuchs
  • Die Administrative Bibliothek des Bundes als Verwalterin des Buchbestandes - Ernst Chorherr
  • Warum zwei Semester Arbeit mit alten Büchern im Ministeriumskeller? - Walter Kissling
  • 5.146 erfasste Schriften, hier in ihrer Bedeutung für studentische Abschlussarbeiten - Caroline Agy, Katharina Hofbauer, Maria Eckmayr, Ines Konrad
  • Vorführung am Screen: Literatursuche im österreichischen Bibliothekenverbund – unter Nutzung der studentischen Bestandsliste bildungshistorischer Literatur - Ernst Chorherr
  • Diskussion über die Zukunft des bildungshistorischen Buchbestandes
  • Besichtigung des Kellers und seiner Bücher
  • Small Talk und Schmökern bei Brot und Wein
Ort: BMBWF, Minoritenplatz 5, Parterre: Raum E35. Zeit: Donnerstag 25. Oktober 2018, 16 Uhr. Der Raum ist bedingt barrierefrei erreichbar, bitte wenden Sie sich an Peter Fuchs, Peter.Fuchs@bmbwf.gv.at. Rückfragen: Walter Kissling, walter.kissling@univie.ac.at.

Wednesday, October 10, 2018

Stabat mater und Vedrò con mio diletto - was ich gerade höre

Ich habe seit einigen Wochen eine Barock-Phase - Countertenor in Dauerschleife ;-) hier einige der Musikstücke, die ich gerade dauernd höre (eines ist reingeschummelt).

Tuesday, October 09, 2018

Hans Scholl im Israelitischen Leseverein

Ich lese gerade die neue Biographie über Hans Scholl, "Flamme sein!". Mich hat als Jugendliche die Weiße Rose sehr fasziniert, und als ich eine Rezension über Robert M. Zoskes neues Buch gelesen habe, in das bisher unbekannte Dokumente eingeflossen sind und das auch Scholls Bisexualität und seine anfängliche Begeisterung für den Nationalsozialismus thematisiert, habe ich es mir gleich in der Lieblingsbuchhandlung bestellt. Die Kriegsbegeisterung, die in Scholls Texten vorkommt, hat mich stark an einen meiner Lieblingsdichter, Georg Heym, erinnert - vor allem an seinen Tagebucheintrag vom 6. Juli 1910:
Geschähe doch einmal etwas. Würden einmal wieder Barrikaden gebaut. Ich wäre der erste, der sich darauf stellte, ich wollte noch mit der Kugel im Herzen den Rausch der Begeisterung spüren.

In "Flamme sein!" gibt es eine interessante Bibliothekspassage (zum Verständnis: die Gestapo hatte am 11. November 1937 in der Wohnung von Scholls Eltern mehrere Bücher, Photographien und Gegenstände aus der Jugendarbeit beschlagnahmt):

Das ungewöhnlichste Buch unter den bei Hans Scholl beschlagnahmten Publikationen ist von Schalom Asch. 1933 hatte Curt Lenzner, sächsischer Gaureferent für Jugendschriften im Nationalsozialistischen Lehrerbund, eine "Schwarze Liste zur Aussonderung verbotener Bücher der öffentlichen Bibliotheken" publiziert. Auf dieser und der gleichzeitig von dem Bibliothekar Wolfgang Herrmann verbreitenen "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" ist auch der jiddische Schriftsteller und Dramatiker Schalom Asch aufgeführt. Von ihm sollte "Alles" entfernt werden. Weil die Eliminierung in den allgemeinen Büchersammlungen offensichtlich vollständig gelang, lieh Scholl sein Exemplar vom "Israel.[itischen] Leseverein" in Ulm aus, wie das Gestapoverzeichnis notierte. Offensichtlich beeindruckte die allgemeine antijüdische Hetze Scholl nicht. Im Gegenteil: Er hatte sich vom jüdischen Leseverein einen Ausweis ausstellen zu lassen, um an verbrannte und verbotene Bücher zu gelangen.

Zitat aus: Robert M. Zoske: Flamme sein! Hans Scholl und die Weiße Rose. Eine Biografie. München: C.H.Beck 2018, S. 37 (Perlentaucher)

Monday, October 08, 2018

Offener Kühlschrank in der Stadtbibliothek Dornbirn

Bibliotheksleiterin Ulrike Unterthurner schreibt in Bibmail über den ersten offenen Kühlschrank Vorarlbergs, der letzten Mittwoch in der Stadtbibliothek Dornbirn eröffnet wurde:
Die Idee dahinter ist einfach: Lebensmittel sind kostbar. Und zu viele davon landen im Müll. Eine Initiativgruppe hat sich des Themas angenommen und diesen Kühlschrank eingerichtet. Das Motto: Nimm und bring! Ein Überschuss an Nahrungsmitteln kommt schnell zustande: Es wird versehentlich zu viel eingekauft oder zu viel gekocht, kulinarische Präsente kommen beim Beschenkten nicht gut an, die Ernte im Garten wirft "viel zu viel" ab, es steht ein Urlaub an. Diese übrig gebliebenen (und möglichst frischen) Lebensmittel können in den Offenen Kühlschrank gestellt werden. Vor dem Einkaufen oder wenn sie hungrig sind, schauen die BesucherInnen nun bei uns nach, was der Kühlschrank Feines im Angebot hat.
Unsere Kooperationspartner in diesem Projekt sind Vorarlberger Umweltverband, Naturschutzbund Vorarlberg und das Naturkunde-Museum inatura, die uns mit aktuellen Informationen zum Thema versorgen.
Warum befindet sich der Offene Kühlschrank gerade in der Stadtbibliothek? Den InitiatorInnen des Projekts ist es wichtig, dass der Kühlschrank an einem Ort steht, der für alle zugänglich ist, viele unterschiedliche Menschen anspricht und an dem die Philosophie des Teilens und Tauschens gelebt wird. Schön, was man uns Bibliotheken alles zuschreibt!
Nähere Informationen auf offener-kuehlschrank.at! Medienberichte u.a. auf R(h)eingehört, Vorarlberg online und ORF.

Film "Paywall: The Business of Scholarship" in Wien

OpenAIRE Austria und die UB Wien laden am 25. Oktober 2018, 18:00 zur Filmvorführung von "Paywall: The Business of Scholarship" und anschließendem ExpertInnengespräch im Rahmen der International Open Access Week ein.

Die Dokumentation "Paywall" von Prof. Jason Schmitt (Clarkson University, USA) fragt nach den restriktiven Zugangsbestimmungen und Geschäftsstrategien der großen Verlage, die zu Profiten von bis zu 40% führen. Mehr als 50 WissenschafterInnen weltweit wurden zu den Auswirkungen von Paywalls und der Bedeutung von Open Access für ihren Forschungsalltag interviewt.

Im Anschluss diskutieren ForscherInnen und BibliothekarInnen mit Fokus Österreich über den Film, Paywalls und scholarly communication. Mit: Andrea Tanzer (Chemikerin, Universität Wien), Susanne Blumesberger (Germanistin, Universität Wien), Daniel Dörler (Zoologe, Universität für Bodenkultur und Koordinator Citizen Science Plattform Österreich forscht), Brigitte Kromp (OA-Beauftragte für Verlagsverhandlungen, Universität Wien), Guido Blechl (Open Access Office, Universität Wien). Der Abend wird von Katharina Rieck (FWF) moderiert.

Im Anschluss lädt OpenAIRE Austria zu einem kleinen Buffet. Freier Eintritt.
Ort: Skylounge Universität Wien, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien
Zeit: 25.10.2018, 18 Uhr
Bitte um Anmeldung bis 20.10.2018: openaireaustria@univie.ac.at

Weitere Informationen zum Film: paywallthemovie.com

Friday, September 28, 2018

"Die wirkliche Arbeit ist die Arbeit mit dem Benützer". Interview mit Edith Fischer, 1978

In der Ö1-Sendereihe "Von Tag zu Tag" war am 19. April 1978 die "Dokumentaristin" Dr. Edith Fischer (später Stumpf-Fischer) zu Gast bei Wolfgang Kos. Fischer arbeitete im Wissenschaftsministerium, wo sie von 1981 bis 1996 die Abteilung für das wissenschaftliche Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen leitete. Das Gespräch mit dem Titel "Bewältigung der Informationsflut - Neue Initiativen, Informationswesen" behandelt verschiedene bibliothekarische Themen von Sputnikschock, Einführung der EDV und die Tätigkeiten der "InformationsarbeiterInnen". Die Anrufe der ersten beiden ZuhörerInnen sind großartig :-D
Die Sendung kann erfreulicherweise bei der Österreichischen Mediathek nachgehört werden. Hier ein Auszug zum Berufsbild.

Kos: Darf ich Sie zwischendurch was Privateres fragen? Warum haben Sie einen Beruf gewählt als Bibliothekarin, einfach ein ständiges Umgehen mit Büchern, auch mit ziemlich komplizierten Ordnungssystemen. Warum hat Sie dieser Beruf interessiert?

Fischer: Ich hab erstens von jeher eine Beziehung zum Buch sowohl als Informationsmittel, aber auch zum Buch als Medium gehabt. Und dann empfinde ich diesen Beruf auch als eine Art von Sozialberuf. Es ist ein Beruf, mit dem man hilft, das Land aufbauen eigentlich. Man muss sagen, dass ein Land, dass der Wohlstand eines Staates wesentlich von den Erfolgen in Wissenschaft und Forschung abhängt, und die Steigerung des Sozialproduktes zu 80 bis 90 Prozent auf den technischen Fortschritt zurückzuführen ist. Also es ist eine Leistung, den Staat mit aufbauen zu helfen, eine Mitarbeit bei der Allgemeinheit. Und zweitens ist es auch eine bildungspolitische Tätigkeit. Und diese beiden Aspekte fesseln mich eigentlich an diesem Beruf.

Kos: Sie sagten "Sozialarbeit". Das ist ein im Zusammenhang mit dem Bibliothekswesen eigentlich ungewöhnlicher Begriff.

Fischer: Wenn man von der Volksbücherei ausgeht, eigentlich nicht. Da ist dieser Aspekt nicht neu. Vielleicht etwas neuer ist er im Hinblick auf das wissenschaftliche Bibliothekswesen und das Dokumentationswesen. Aber da hat man bisher viel zu sehr Schranken zwischen diesen beiden Bereichen gesehen.

Kos: Der Kunde sieht ja eigentlich nur den Mann oder die Frau bei der Bücherausgabe, vielleicht noch irgendeinen Aufpasser, der im Lesesaal sitzt. Aber den ganzen Apparat, der dahinter ist, der also in der Tiefe ein paar Stockwerke weiter unten oder im Bücherdepot werkt, den sieht man ja nicht. Was sind denn die Haupttätigkeiten des Informationsarbeiters, wenn man es einmal zusammenfassend sagen würde?

Fischer: Das ist richtig, dass die meisten Leute keine Vorstellung von dem Beruf wirklich haben. Was sie sehen, sind eben nur die Äußerlichkeiten, die Ausgabe des Buches, die Zurücknahme des Buches, den Auskunftsbeamten im Lesesaal vielleicht, der den Platz anweist. Die wirkliche Arbeit ist die Arbeit mit dem Benützer erstens, das heißt die Information des Benützers. Und die Tätigkeit zum Beispiel eines Bibliothekars beginnt mit der Auswahl der Dokumente, also der Bücher zum Beispiel, der Zeitschriften und sonstiger Unterlagen, in der richtigen Auswahl, in ihrer Erschließung, damit der Leser nicht ein ungeordnetes Ganzes vorfindet, sondern etwas heraussuchen kann mittels Katalogen, mittels einer sinnvollen Aufstellung, in der Erschließung, in der Zugänglichmachung und vor allem in der aktiven Vermittlung der Information.

Monday, September 24, 2018

Frau, Brille, mittleres Alter, intelligent

Ich bin über einen interessanten Artikel aus dem Jahr 1995 gestolpert: 25 männliche und weibliche Studierende an der Lawrence University wurden gebeten, "to generate as many attributes that quickly came to mind as being characteristics of the typical person in specified jobs". Die Attribute, die einer/m "Head librarian" am häufigsten zugeschrieben wurden, waren:
  • Female (20)
  • Glasses (18)
  • Middle-aged (9)
  • Intelligent (8)

Interessant finde ich, dass eben dezidiert nach "Bibliotheksleiter_in" und nicht nach "Bibliothekar_in" gefragt wurde. Die meisten Studierenden waren weiß und aus der Mittelklasse.

Quelle: Peter Glick / Korin Wilk / Michele Perreault: "Images of occupations: Components of gender and status in occupational stereotypes". In: Sex Roles 32 (1995) 9+10, S. 565–582.

BBB news. Neue Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar_in

Die neuesten Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar_in. Die gesamte Bibliographie findet sich auf library-mistress.net/berufsbild.

Astrid Oliver / Eric Prosser: "Academic Librarianship Without the Degree: Examining the Characteristics and Motivations of Academic Library Professionals". In: The Journal of Academic Librarianship 44 (2018) 5, S. 613-619

Erin Ackerman / Jennifer Hunter / Zara T. Wilkinson: "The Availability and Effectiveness of Research Supports for Early Career Academic Librarians". In: The Journal of Academic Librarianship 44 (2018) 5, S. 553-568

Marjana Gaponenko: Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman. München: C.H. Beck 2018

Sarah Winman: Tin Man. Tinder Press 2017 / Putnam 2018

Tracey Pratchett and Gil Young with Carol Brooks, Lisa Jeskins & Helen Monagle: Practical Tips for Developing Your Staff. Facet 2016

Muhammad Arif / José Miguel Baptista Nunes / Saima Kanwala: "Looking Back, Moving Forward: An Assessment of LIS Internship Programme in Developing Country's Perspective". In: The Journal of Academic Librarianship 44 (2018) 5, S. 595-602

Josephine E. Olson / Irene Hanson Frieze / Ellen G. Detlefsen: "Having it all? Combining work and family in a male and a female profession". In: Sex roles 23 (1990) 9+10, S. 515-533

Peter Glick / Korin Wilk / Michele Perreault: "Images of occupations: Components of gender and status in occupational stereotypes". In: Sex Roles 32 (1995) 9+10, S. 565–582 []u.a. wird "Head librarian" abgefragt]

"Von exzessivem Liebesleben" erschöpft? Werde Bibliotheksleiter!

"Eine Bibliothek ist gleichsam der natürlichste, aber auch der schwierigste Entfaltungsraum für einen Roman, der etwas auf sich hält. Ist sie doch von vornherein dazu bestimmt, Schauplatz literarischer Gelehrsamkeit zu sein. Doch wer ausgerechnet in Lesesälen Handlungsfäden spinnt, nimmt in Kauf, dass seinen Figuren noch vor jeder Beatmung unsanft die Luft abgeschnürt wird", schreibt Ronald Pohl im "Standard" über Marjana Gaponenkos neuen Roman "Der Dorfgescheite", erschienen bei C.H. Beck.
Die Autorin befindet sich übrigens ab morgen mit diesem Buch auf Lesereise in österreichischen Bibliotheken. Der Start ist am 25. September um 19 Uhr in der Stadtbücherei St. Pölten. Weitere Termine und Informationen beim Büchereiverband.

Verlagstext:

Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft – das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch "Radio Gabriel" empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers "Dialogus miraculorum". Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen. Weiß der junge, verstörend schöne Kellner der Gastwirtschaft "Zum Lamm" unten im Dorf vielleicht mehr?
Skurril, komisch und liebevoll, mit ihrem unnachahmlichen Blick für das schräge Detail, macht Marjana Gaponenko die Welt der Bibliothek zum spannend-abgründigen Schauplatz.

Tuesday, September 18, 2018

Bibliothek: "beige gekleidete Angestellte in hässlichen Gebäuden"

"Das Klischee der öffentlichen Bibliotheken ist in Deutschland miserabel: beige gekleidete Angestellte in hässlichen Gebäuden, die in muffigen Räumen abgegriffene Bücher bewachen, für die sich in Zeiten blitzblanker Smartphones und hochpolierter Tablets sowieso kein Mensch interessiert. Wie können unter diesen Bedingungen Bürger, insbesondere Kinder und Jugendliche, die eine Welt ohne digitalisierte Umgebung gar nicht mehr kennen, in die öffentlichen Bibliotheken gelockt werden?"

Zitat aus: Hannah Bethke: "Ein Spray, das nach Lesen riecht". In: FAZ, 17. September 2018 (Bericht über die Next Library Conference in Berlin)

Saturday, September 15, 2018

Wichtige Kenngröße für Prokrastiniererinnen

Ich rechne lieber nicht aus, welche Omissi-Zahl mein letzter Artikel hatte...

Wednesday, September 12, 2018

12 von 12: Blog-Photoprojekt, September-Ausgabe

Inspiriert von der "12 von 12"-Idee aus dem Blog Draußen nur Kännchen...

Ihr macht am 12. eines Monats ganz, ganz viele Fotos. Am schönsten ist es, wenn ihr euren Tagesablauf dokumentiert. Abends wählt ihr dann 12 Bilder aus und postet sie in eurem blog. Ab 17 Uhr findet ihr unter meinem Posting eine Liste, in die ihr euch eintragen könnt.

...poste ich heute, am 12. September, 12 Bilder von meinem Alltag :-)


In der Früh trinke ich gerne einen Kaffee im Speisewagen. Heute musste ich stehen. Gelesen habe ich das Buch "Erotic stories for Punjabi widows", das im Oktober beim Girly Book Club auf dem Programm steht. Empfehlenswert!

Da ich mit den "Erotic Stories" schon im Zug fertig wurde, hab ich in der U-Bahn mit Terry Pratchetts "Feet of Clay" begonnen. In dem neunzehnten Roman aus der Discworld-Reihe stehen Golems im Mittelpunkt. Im abgebildeten Abschnitt geht es um Meteorologie, was ich witzig finde, da ich bei einem Wetterdienst arbeite.

Ein Kollege hat mir heute Äpfel aus seinem Garten mitgebracht. Ich habe auch ein kleines Apfelbäumchen, aber mit Klaräpfeln, die schon lange geerntet wurden.

Im Büro habe ich einen Papp-Spock :-) Es ist lustig, dass meine Kollegen immer noch beim Hereinkommen erschrecken, obwohl ich ihn jetzt schon ganz ins Eck gestellt habe.

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Lektüre in der Arbeit - Datenmanagement und Datenschutz.

Auf dem Heimweg: Ich photographiere gerne Bäume, Wald und Holz.

Noch ein Döblinger Baum vom Heimweg - im Sonnenlicht.

In der U-Bahn-Linie, die ich fast täglich benutze, wurde vor kurzem ein Essverbot erlassen. Seitdem werden wir mit halblustigen Durchsagen, riesigen Aufklebern und übertriebenen Plakaten genervt.

Als ich nach Hause komme, entdecke ich, dass meine Katzen sich zwei Beutel aufgebissen und halb leergefressen haben. Es ist ja nicht so, dass sie nichts im Napf gehabt hätten...

Mein Kater freut sich, wenn ich zuhause bin, weil er dann auf die Terrasse kann, um zum Beispiel Nachtfalter zu fangen, Vögel zu beobachten, mit seiner Schwester Minerva zu raufen...

Beim Abendspaziergang sehe ich immer einige Katzen in meiner Siedlung :-)

Straßenlaterne beim Abendspaziergang.

Is Siri a librarian?

Wenn aus Bibliotheksbestand Musik wird

"For me, it was a real discovery project". Die russische Sopranistin Julija Leschnewa (meist als Julia Lezhneva transkribiert) hat in der Staatsbibliothek zu Berlin die Werke des barocken bzw. frühklassischen Komponisten Carl Heinrich Graun eingesehen. Die Arien sind (bis auf eine) weltweit erstmals eingespielt worden, und zwar mit Concerto Köln unter der Leitung von Mikhail Antonenko.

Obwohl Carl Heinrich Graun heutzutage nicht vielen ein Begriff ist, war der deutsche Komponist seinerzeit ein Pionier und zählte zu den bedeutendsten deutschen Vertretern der italienischen Barockoper. 1735 wurde Graun gemeinsam mit seinem Bruder Vizekapellmeister der Kapelle des späteren Königs Friedrich des Großen. (...) Nachdem seine Werke lange Zeit in Vergessenheit geraten waren, macht die russische Sopranistin Julia Lezhneva ausgewählte Arien aus Grauns Werken nun der Öffentlichkeit zugänglich. Lezhneva verbrachte ganze Tage damit, Archivmaterial in einer Berliner Bibliothek [man könnte schon erwähnen, welche... Anm.] zu erforschen und entwickelte eine leidenschaftliche Beziehung zu Grauns teilweise beschwingten und tragischen Arien. [Quelle: Website von Concerto Köln]
Das Album ist 2017 bei Decca erschienen. Im Werbevideo wird auch die Bibliothek genannt/gezeigt. Ich finde schön, wenn ein Bibliotheksbestand so genutzt wird.