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Friday, July 21, 2023

Gendern in Bibliothekszeitschriften

Aus gegebenem Anlass habe ich mir einmal die Regelungen verschiedener Bibliothekszeitschriften (*) zum Thema geschlechtergerechte Sprache (AKA "Gendern") angeschaut. Danke an alle, die mich via Twitter oder Mastodon auf weitere Policies aufmerksam gemacht haben - die alphabetische Liste hier wird gerne ergänzt.

027.7 Zeitschrift für Bibliothekskultur

Macht keine Angaben in den Richtlinien (Quelle), im aktuellen Editorial werden aber Formen wie "Kolleg:innenkreis" oder "Mitarbeitende" verwendet, also ist hier vermutlich eine geschlechtergerechte Ausdrucksweise Standard, der nicht betont werden muss.

ABI Technik

"Gendern: Nennung beider Formen oder neutrale Umschreibung wählen" (Quelle).

API Studentisches Magazin der HAW Hamburg

"Geschlechtergerechte Sprache ist erwünscht, z. B. Kommiliton*innen oder auch Studierende statt Studenten (siehe Grundsätze zum geschlechtergerechten Formulieren der HAW Hamburg)" (Quelle).

Bibliothek - Forschung und Praxis

"Die Zeitschrift macht keine Vorgaben, sondern überlässt die Wahl gendergerechter Formulierungen dem Autor bzw. der Autorin" (Quelle).

Bibliotheksdienst

In den Richtlinien steht gar nichts dazu, es heißt aber immer nur "der Autor", also dürfte es zumindest der Redaktion kein Anliegen sein (Quelle).

B.I.T. online

"In einigen Fällen verzichten wir und manche unserer Autoren im Interesse der Lesbarkeit auf geschlechtsbezogene Formulierungen. Selbstverständlich sind immer alle Geschlechter gemeint, auch wenn explizit nur eines angesprochen wird. Ebenso gilt für die geschlechtergerechten Personenbezeichnungen die Duden-Schreibweise (Kolleginnen und Kollegen oder Kolleginnen/Kollegen)" (Quelle).

Buch und Bibliothek

"Die BuB-Redaktion setzt sich in Eigenbeiträgen für eine gender- und gleichberechtigte Sprache ein und orientiert sich dabei an der vom Duden empfohlenen Schreibweise (Verwendung des Schrägstrichs wie im Beispiel »Nutzer/-innen«) (...) Autorinnen und Autoren können in ihren Texten sowohl das generische Maskulinum als auch eine gegenderte Schreibweise verwenden. Wer sich für eine gegenderte Schreibweise entscheidet, sollte ebenfalls die vom Duden empfohlene Variante (Schrägstrich) verwenden" (Quelle).

LIBREAS Library Ideas

"LIBREAS begrüßt nachdrücklich die Verwendung inklusiver Sprache; die Form ist den Autor*innen freigestellt, sollte im Text aber einheitlich sein" (Quelle).

o-bib. Das offene Bibliotheksjournal

"In o-bib wird grundsätzlich eine gendergerechte Sprache verwendet. Hinweise, dass immer auch die weibliche Form mitgemeint ist und nur aufgrund der besseren Lesbarkeit die männliche Form verwendet wird, werden nicht akzeptiert. Bitte gehen Sie folgendermaßen vor:
  • Möglichst geschlechtsunspezifische Begriffe oder neutrale Formulierungen verwenden (z.B. "Teilnehmende" statt "Teilnehmer", "Belegschaft" statt "Mitarbeiter")
    Beispiel: Informationskompetenz in diesem weit gefassten Verständnis sollte vom wissenschaftlichen Lehrpersonal, zumindest also in der Kooperation zwischen Teaching Librarians und den Lehrenden der Hochschule, vermittelt und gefördert werden.
  • Beide Formen ausschreiben, wenn der Satz dadurch nicht zu lang und geschachtelt wird
    Beispiel: Aus dem Blickwinkel deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare dürfte diese Anschauung für Irritation und Abwehrreflexe sorgen, denn sie folgen bislang einem deutlich reduzierteren Verständnis von Informationskompetenz.
  • Gender-Sternchen (ersetzt ab Quartal 2 2020 den Binnen-Schrägstrich, Erläuterung: In der Computersprache steht das Sternchen für eine beliebige Kombination von Buchstaben. Das Gender-Sternchen soll ebenfalls Raum für Personen geben, die sich in einem zweigeschlechtlichen System nicht wiederfinden.)
    Beispiel: Der FID Pharmazie bietet Wissenschaftler*innen durch sog. FID-Lizenzen unmittelbaren Volltextzugriff auf elektronische pharmazeutische Fachzeitschriften. Die vom FID zur Verfügung gestellten Ressourcen sind auch für nicht-pharmazeutische Wissenschaftler*innen, wie z.B. für Pharmakolog*innen an medizinischen Fakultäten, interessant.
    Weitere Anwendungsbeispiele bei Pronomen, Artikeln, unterschiedlichen Wortstämmen, Genitiv (vgl. hierzu https://geschicktgendern.de/gendersternchen-anwenden/), sofern notwendig: der*die Dozent*in – sein*ihr Wissen oder ihr*sein Wissen – Er*sie ist teamfähig. – Ärztin*Arzt – Der Arbeitsplatz des*der Wissenschaftlers*Wissenschaftlerin.
  • Bei Komposita wird nicht gegendert (z.B. nicht: Nutzer*innenstatistik)"
  • (Quelle)

VÖB-Mitteilungen

"Die Redaktion legt besonderen Wert auf eine geschlechtergerechte Formulierung der eingereichten Beiträge und behält sich diesbezüglich eine etwaige Editierung vor" (Quelle).

ZfBB Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie

"Es wird um das Gendern des Textes mit Binnenstern (Autor*innen) und die Verwendung geschlechtsneutraler Formulierungen gebeten" (Quelle).

Archivzeitschriften

(*) Jetzt haben mich die Archivzeitschriften auch interessiert :-D

Arbido. Fachzeitschrift für Archiv, Bibliothek und Dokumentation

Bei dieser Zeitschrift erscheinen Artikel in allen Schweizer Sprachen. Ich habe nichts in den Richtlinien gefunden, in den Artikeln, die ich überflogen habe, finden sich allerdings verschiedene Formen wie "Mitarbeitende", "Anwältinnen und Anwälte", "Benutzer", "Archivare und Archivarinnen" und "Les habitant·e·s".

Scrinium

Für die Zeitschrift des Verbandes Österreichischer Archivarinnen und Archivare ist folgendes vorgesehen: "Die Scrinium-Redaktion legt Wert auf eine geschlechtergerechte Schreibweise. Mögliche Varianten sind Schreibungen nach stilistischen Strategien – Paarform, Ersatzformen, Vermeidung generischen Maskulinums – und grammatikalisch-syntaktischen Strategien – z. B. Passiv- und Infinitivformulierungen, Plural statt Singular. Als Verkürzungsform nur den Asterisk verwenden. (...)". Es wird auf das Duden-"Handbuch geschlechtergerechte Sprache. Wie Sie angemessen und verständlich gendern" von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer verwiesen (Quelle).

Tuesday, May 30, 2023

"im Sinne der Gleichbehandlung geschlechtsneutral"

Damit die Texte leichter lesbar bleiben, verzichten wir auf eine Unterscheidung des Geschlechts. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung geschlechtsneutral.

...sagt die SVS.

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog.

Monday, April 17, 2023

"bewusst nicht vereinheitlicht"

Die Beiträge in diesem Sammelband, die einen Blick auf die Pädagogik im 21. Jahrhundert aus der Perspektive verschiedener Disziplinen richten, folgen jeweils in sich einheitlich den entsprechenden Gepflogenheiten bezüglich Sprachduktus, bibliografischer Normierung, geschlechtergerechter Sprache, Zitierweisen. Im Sinne der Freiheit von Wissenschaft und Lehre wurden sie bewusst nicht vereinheitlicht.
Quelle: "Die Verführung zur Güte. Beiträge zur Pädagogik im 21. Jahrhundert. Festschrift für Erwin Rauscher", herausgegeben von Christine Schörg und Carmen Sippl.

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Friday, January 20, 2023

Bibliothekartag wird zu Bibliothekskongress und BiblioCON

Die Tagungsbezeichnung "Bibliothekartag" wurde sowohl in Österreich als auch in Deutschland seit Jahren diskutiert. In Österreich wurde nun "Bibliothekskongress", in Deutschland ganz aktuell "BiblioCON" gewählt. Ich verstehe den Wunsch nach Änderung sehr gut. Was ich aber schade finde, ist, dass die Personenbezeichnung verlorengegangen ist. Es war eben ein Treffen von Bibliothekar*innen und nicht von unpersönlichen Bibliotheken. Was meint Ihr dazu? Hattet Ihr alternative Vorschläge?

Tuesday, September 27, 2022

Buchpräsentation: Bibliothekarin und Philosophin Amalia M. Rosenblüth-Dengler

Das Buch "Amalia M. Rosenblüth-Dengler (1892-1979) Philosophin und Bibliothekarin. Biografische Spuren eines Frauenlebens zwischen Aufbruch und Resignation" wird am 27. Oktober 2022 im Lesesaal der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie präsentiert. Das Buch wurde von Ilse Korotin geschrieben und ist im Präsens-Verlag als Teil der Reihe "biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung" erschienen.

Zum Buch

"Amalia Rosenblüth wurde am 10. Mai 1892 in Sanok, Österreich-Ungarn, im heutigen Polen geboren. Sie war die älteste von vier Geschwistern und wuchs in einer wohlhabenden und bildungsfreundlichen Familie auf. Sie studierte in Lemberg und Wien Philosophie und dissertierte „Über das sogenannte disjunktive Urteil in der neueren Logik“ bei Adolf Stöhr. Jahrelang arbeitete sie unbezahlt am Philosophischen Institut als Bibliothekarin sowie als Assistentin ihres Mentors und Doktorvaters.
An eine Anstellung in der Lehre war für eine Frau zu jener Zeit und besonders in Wien nicht zu denken. Als wissenschaftliche Bibliothekarin hatte sie wenigstens die Möglichkeit, im universitären Umfeld zu arbeiten und sich zu vernetzen. Im Zuge der Neubesetzung der philosophischen Ordinariate 1922 mit Robert Reininger, Moritz Schlick und Karl Bühler organisierte sie die Neuaufstellung der Bibliothek und hielt auch Lehrveranstaltungen ab. Mit der Formierung des Wiener Kreises, der für Offenheit und Pluralismus stand, war Interdisziplinarität gefragt und mit ihr die Expertise zahlreicher Wissenschafter*innen. Amalia Rosenblüth zählte zu den bekannteren Frauen im Wissenschaftsbetrieb ihrer Zeit. Ist sie doch auch eine der Unterzeichner*innen eines Dankesschreibens an Schlick, als dieser sich entschloss, seinem Lehrstuhl in Wien treu zu bleiben.
Ab 1937 verlor Rosenblüth ihre Anstellung an der Universität. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialist*innen wurden ihre Schwester, eine Freundin und deren Tochter, mit der sie zuletzt zusammenlebte, deportiert und ermordet. Sie selbst tauchte unter dem Decknamen Margarete Dengler unter. Erst 1947 emigrierte sie in die USA, wo sie als Bibliothekarin arbeitete, zunächst am Idaho State College und schließlich an der University of Washington in Seattle, wo sie bis zu ihrem 84. Lebensjahr verblieb, unter anderem auch als Mitarbeiterin des austro-amerikanischen Psychoanalytikers René A. Spitz. Eine Rückkehr an die Universität Wien scheiterte trotz vieler Fürsprecher*innen am Unwillen der Hochschulleitung.
Dass es gerade und immer wieder Bibliotheken waren, in denen Frauen und Wissenschafter*innen einen Platz fanden, die aus der universitären Lehre ferngehalten wurden, ist ebenso tragisch wie bemerkenswert. Ohne akademische Anerkennung und Sichtbarwerdung blieb auch Amalia Rosenblüth und geriet darüber fast in Vergessenheit. Dem wirkt die Dokumentationsstelle Frauenforschung mit ihren Publikationen nun entgegen."

Ort und Zeit

Donnerstag, 27. Oktober 2022, 18:00 Uhr, Lesesaal der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie, NIG, Universitätsstraße 7, Stiege II, 3. Stock, 1010 Wien

Programm

  • Begrüßung: Sonja Fiala, Leiterin der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie, Universität Wien
  • Einleitung: Elisabeth Nemeth, Institut für Philosophie, Universität Wien
  • Buchvorstellung: Ilse Korotin, Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien
  • Enthüllung der Gedenktafel

"Geschlechtervielfalt berücksichtigt"

Da schau, es geht ja, wie hier im österreichischen Gesundheitsportal:
Im Text wird mit dem Doppelpunkt zwischen männlicher und weiblicher Bezeichnung die Geschlechtervielfalt berücksichtigt.

Gegenbeispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog.

Tuesday, August 09, 2022

Lesbarkeit von juristischen Ausführungen

Die Verwendung der männlichen Form im Text erfolgte aufgrund der besseren Lesbarkeit von juristischen Ausführungen, selbstverständlich sind alle Geschlechter berücksichtigt.

Quelle: Universität Wien, Forschungsdatenmanagement / Juristisches / FAQ.

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Friday, June 03, 2022

Auszeichnung für Artikel über die ALA-"Task Force on Gay Liberation"

Der Artikel "'Tearing the Shroud of Invisibility': Communities of Protest Information Practices and the Fight for LGBTQ Rights in US Librarianship" von Alex H. Poole wurde mit dem Donald G. Davis Article Award ausgezeichnet.

Abstract:

"Scholarship on LGBTQ rights in library and information science remains lamentably underdeveloped. This research excavates the hidden history of the American Library Association's Task Force on Gay Liberation between 1971 and 1986. Despite rampant legal and extralegal discrimination, the TF's members and their allies refused to remain invisible, second-class citizens; they embraced voluntary, grassroots, democratic action. This research develops the concept of communities of protest information practices (PIPs). It adumbrates a framework comprising four PIPs that distinguished the TF's work: performative, communal, constructive, and corrective. These practices constituted vital ontological and epistemological interventions in heteronormative librarianship. This research provides a robust conceptual framework to examine not only LGBTQ people, but also other marginalized groups' protest work".

Aus der Begründung für die Preisvergabe:

"Poole's "'Tearing the Shroud of Invisibility'" builds a comprehensive, well-delineated and deeply researched historical picture of an under-investigated branch of library history, LGBTQ rights. It launches an ambitious conceptual framework for understanding protest practices from 1971-1986 by the American Library Association's Task Force on Gay Liberation as forms of community practice and information practice in themselves. The language of the article is vivid and the argument is sophisticated in its multidisciplinary and multidimensional nature. The final gesture it makes of suggesting how the concepts it builds might help “illuminate the social justice work of other marginalized and oppressed groups” makes the article’s significance reach beyond its own area of study".

Pride Month: Wiener Bibliothek vor Lesung zugemauert

In der Bücherei Wien-Mariahilf findet heute eine Vorlesestunde für Kinder mit Drag Queen Candy Licious statt. Heute Nacht wurde der Eingang der Bücherei zugemauert. Störmaßnahmen gegen die Veranstaltungen rund um die Vienna Pride waren in einschlägigen Kanälen angekündigt worden.

Auf dem Programm der Lesung stehen übrigens die drei Kinderbücher "Julian feiert die Liebe", "Julian ist eine Meerjungfrau" und "Der verliebte Koch". Einen Überblick über alle Veranstaltungen der Büchereien Wien im Pride Month gibt es hier (PDF).

Hinweis aus einer Presseaussendung des Grünen Klubs im Parlament und einer Presseaussendung des SPÖ-Parlamentsklubs.

Update: Die FPÖ hat sich nun auch zu Wort gemeldet - sie fordert, dass der Vizebürgermeister die Veranstaltung absagt und sich um die "realen Probleme" kümmert: "Diese Form der Sexualisierungspropaganda für kleine Kinder ist klar abzulehnen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Kinder mit öffentlich finanzierter Globohomo-Ideologie indoktriniert werden". Oida.

Fühl Dich angesprochen

"Zur besseren Lesbarkeit wird im Bericht ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sollen sich jedoch alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen".

Quelle: Gisela Minn / Marina Lemaire: Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften. Eine Planungshilfe für die Erarbeitung eines digitalen Forschungskonzepts und die Erstellung eines Datenmanagementplans. Universität Trier eSciences Working Papers 03 (2017).

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.

Tuesday, April 12, 2022

Einladung zum Online-Workshop "Geschlechtergerechte Sacherschließung" am 11. Mai 2022

Im Jahr 2012 habe ich den Beitrag "Österreich: Der Gender-Marsch durch die Institutionen für die Interessengruppe Wissenschaftliche BibliothekarInnen Schweiz geschrieben. Darin heißt es "Wir planen einen Workshop zum Thema Sacherschließung". Zum Zehn-Jahres-Jubiläum dieser Absichtserklärung ist es nun endlich soweit - dank des Nachdrucks und Engagements meiner lieben Kolleginnen von der "Neigungsgruppe Sacherschließung" Susanne Blumesberger, Andrea Gruber & Evelyne Luef. Hier also - endlich! - die Einladung.

Der Online-Workshop "Geschlechtergerechte Sacherschließung" wird durchgeführt im Rahmen von "30 Jahre frida" in Kooperation mit der Kommission für Genderfragen der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB).

Zeit und Ort: 11. Mai 2022, 10.00-17.00 Uhr, virtuell

Ausrichtung des Workshops

Gemeinsames Anliegen aller fridas war und ist es, feministisches/frauen*bezogenes Wissen zu sammeln, zu bewahren und so aufzubereiten, dass es der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und für verschiedene Fragestellungen abgerufen werden kann. Im Bibliothekswesen dafür entwickelte Werkzeuge wie etwa kontrollierte Vokabulare wie die GND oder die von der Library of Congress in Washington gepflegten "Subject Headings" (LCSH), verschiedene Klassifikationen, Systematiken und (Fach-)Thesauri leisten unschätzbare Dienste bei der Erschließung und somit der Wiederauffindbarkeit von Informationen sowie der Vernetzung unterschiedlicher Ressourcen.

Aus einer feministischen bzw. frauen*bezogenen Perspektive sind diese verdienstvollen Werkzeuge allerdings auch kritisch zu hinterfragen, da sie gesellschaftliche Macht- und Ungleichverhältnisse widerspiegeln und festigen. Feministische Bibliothekar*innen benennen seit Ende der 1970er Jahre die androzentristische und sexistische Prägung konventioneller Normdateien, Klassifikationen, Thesauri etc. Fehlende Begriffe, diskriminierende Bezeichnungen oder Nicht-Nennungen generieren sprachliche Ausschlüsse, Geschlechterstereotypisierungen und Diskriminierungen – die zudem intersektional sind und sich in wirkmächtiger Verschränkung der Kategorien Geschlecht, Rassismus und Ableismus manifestieren. Und sie tragen dazu bei, dass diese – etwa durch die Recherchefunktion "Relevanz" – fortgeschrieben werden.

Im Online-Workshop zu geschlechtergerechter Sacherschließung stellen wir die Frage, was eine feministische Perspektive dem entgegenhalten kann. Wie können Grundlagen einer feministischen und geschlechtergerechten Sacherschließung aussehen? Was können feministische Fach-Thesauri oder geschlechtergerechte kontrollierte Vokabulare diesbezüglich leisten? Und (wie) können sie für Änderungen in konventionellen Dokumentationssprachen, universalen Normdateien und Klassifikationen genutzt werden?

Informationen zur Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Mitgliedschaft bei frida oder der VÖB ist nicht Bedingung. Die Workshop-Sprache ist Deutsch. Der Workshop findet online über Zoom statt. Eine Registrierung bis 10. Mai 2022 ist erforderlich.

Programmüberblick

Vormittag 10:00-13:00 Uhr: Begrüßung | Keynote | Inputs | Diskussion
10:00-10:15 Uhr: Begrüßung (Susanne Blumesberger & Evelyne Luef für das Organisationsteam, Grußworte von frida-Obfrau Li Gerhalter)
10:15-11:00 Uhr: Keynote Karin Aleksander (ehem. Leiterin der Genderbibliothek des ZtG der HU Berlin): Was ist und zu welchem Ende brauchen wir eine geschlechtersensible Beschlagwortung?
kurze Pause
11:10-11:55 Uhr: Inputs zu je 15 Minuten
  • Rainer Steltzer (UB Innsbruck): G(e)ND(er) Trouble? Aspekte von Gender in der Gemeinsamen Normdatei
  • Andrea Gruber (Ariadne an der ÖNB): Feministische Wortschätze: Bedeutung und Potentiale
  • Monika Bargmann (Kommission für Genderfragen der VÖB): Lernen über Gender. Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus in der bibliothekarischen Ausbildung
kurze Pause
12:10-13:00 Uhr: gemeinsame Diskussion und Bildung der Gruppen für den Nachmittag
13:00-14:00 Uhr: Mittagspause

Nachmittag: 14.00-17.00 Uhr: Arbeits- und Diskussionsgruppen | Schlussdiskussion und Ausblick
14:00-15:30 Uhr: Diskussionen in drei Gruppen (Pausengestaltung nach Wünschen der jeweiligen Gruppe)
15:30-16:00 Uhr: Kurzberichte der Gruppen
16:00-17:00 Uhr: gemeinsame Schlussdiskussion und Ausblick

Abstracts

Karin Aleksander: Was ist und zu welchem Ende brauchen wir eine geschlechtersensible Beschlagwortung?

Die Frage, warum geschlechtersensible/-gerechte Beschlagwortung notwendig ist, behandle ich mit bibliotheks- und sprachwissenschaftlichen Aspekten, eingeordnet in historische und philosophische Überlegungen. Dafür stelle ich Erreichtes und Rückschritte als einen Zusammenhang dar, wobei auch Offenes für die Zukunft problematisiert wird.

Kontakt: Dr.in Karin Aleksander, Mitglied der Fachkommission im Digitalen Deutschen Frauenarchiv und in i.d.a.; Leiterin der Genderbibliothek am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin (1990-2019), karin.aleksander@hu-berlin.de

Rainer Steltzer: G(e)ND(er) Trouble? Aspekte von Gender in der Gemeinsamen Normdatei

Die Gemeinsame Normdatei (GND) wird von Bibliotheken im gesamten deutschen Sprachraum zur verbalen inhaltlichen Erschließung von Ressourcen genutzt. Der Vortrag soll einen kurzen Überblick über die Repräsentation von Gender in der GND selbst und in den Regeln für die Schlagwortkatalogisierung (RSWK) bieten.

Kontakt: Dr. Rainer Steltzer MSc., Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, VÖB-Kommission für Sacherschließung, rainer.steltzer@uibk.ac.at

Moderation des Workshops am Nachmittag: MMag.a Dr.in Evelyne Luef, Wienbibliothek im Rathaus, , frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, evelyne.luef@wien.gv.at

Andrea Gruber: Feministische Wortschätze: Bedeutung und Potentiale

Feministische Vokabulare sind grundlegende Werkzeuge der Sacherschließung in frauen*- und genderspezifischen Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen. Der Input widmet sich feministischen Thesauri und Schlagwortlisten, die diese seit Ende der 1970ern entwickeln. Skizziert werden Potentiale ihrer Vernetzung und Weiterentwicklung sowie ihrer Interaktion mit allgemeinen Normdaten wie der GND vor dem Hintergrund von Linked Open Data und Semantic Web.
Der Workshop am Nachmittag bietet die Möglichkeit zu Vertiefung und Austausch sowie zur Diskussion kooperativer Strategien; Marius Zierold (Deutsches Digitales Frauenarchiv) gibt hierzu spannende Einblicke in konkrete Projekte.

Kontakt: Mag.a Andrea Gruber MSc, Österreichische Nationalbibliothek, Ariadne – frauen*-/genderspezifische Information und Dokumentation, frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, andrea.gruber@onb.ac.at

Monika Bargmann: Lernen über Gender. Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus in der bibliothekarischen Ausbildung

Die Beschäftigung mit geschlechterspezifischen Ausschlussmechanismen hat einen Platz in der bibliothekarischen Berufsethik. Informationsfachleute "opponieren gegen Diskriminierung aufgrund (...) der Genderidentität (...) oder der sexuellen Orientierung", heißt es beispielsweise im Ethik-Kodex der IFLA, der internationalen Föderation der Bibliotheksverbände. Aber wird das auch in der bibliothekarischen Ausbildung berücksichtigt? Der Input am Vormittag wirft Blitzlichter auf Curricula verschiedener Ausbildungsgänge. Am Nachmittag reflektieren wir gemeinsam, wie (und ob) Gender in unseren unterschiedlichen Ausbildungswegen von Lehre bis Hochschulstudium thematisiert wurde - auf dem Gebiet der Inhaltserschließung und darüber hinaus.

Kontakt: Mag.a (FH) Mag.a Monika Bargmann, ZAMG - Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, Leiterin der Kommission für Genderfragen in der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB), monika.bargmann@zamg.ac.at

Datenschutzhinweise

Der Workshop findet online über Zoom statt. Ihr Name und Ihre Mailadresse werden ausschließlich zur Abwicklung der Veranstaltung (Bestätigung der Registrierung, notwendige Informationen zum Workshop...) verwendet.

Sie können Zoom über gängige Browser verwenden bzw. einen Desktop-Client oder eine mobile App installieren. Deutschsprachige Informationen über Zoom und die DSGVO finden Sie hier.

Tuesday, February 08, 2022

Call for Papers: "Hermeneutics of the Suspicious: TV Crime Series in German"

Wer zu "Tatort" und ähnlichen Fernsehphänomenen forscht, ist vielleicht am Call for Papers für das GSA-Panel “Hermeneutics of the Suspicious: TV Crime Series in German" interessiert. Die Tagung der German Studies Association findet von 15. bis 18. September 2022 in Houston, Texas statt. Die Ausschreibung:

TV crime thrillers are immensely popular in Austria, Germany and Switzerland. While they often differ widely in style, many of the series are rooted in a specific region. The most famous of these is Tatort which features 24 regional teams each with its own mood. While many popular German-language TV crime series remain little-known outside their countries of origin, a closer scholarly examination can provide valuable insights into the society and culture of the time and into the TV crime genre itself.

Examining the narratives of German-language crime shows from their origins with Kommissar and Tatort in 1969-1970, through the fall of the Berlin Wall, to today provides a snapshot of the social, cultural and even political history of the respective regions. Woven into the crime plots of each series are general societal challenges (including drug addiction, domestic violence, racism) as well as specific contemporaneous events (such as the mass shooting in the Munich Olympia shopping mall in 2016). A formal analysis of German-language TV crime series also offers a deeper understanding of how the genre’s style, with its combination of conservative and innovative elements, helps communicate its socio-cultural message.

This panel will examine the connection between culture, society and genre in German-language TV crime shows. We invite contributions that explore and evaluate the series themselves and/or consider correlations between the shows, the broader culture in which they became significant, and the genre as a whole. A publication of selected essays is planned.

Papers on this panel may address any of the following topics:

  • Specific German-language series from 1969 to the present
  • Original Netflix or Amazon Prime series in German (Babylon Berlin; Dark; Freud)
  • Representation of the Other (foreigners, Gastarbeiter, LBGTQ+)
  • Representation of Women/Feminism
  • Regionalism (its significance and representation)
  • Connection to American series (i.e. Dragnet inspired Stahlnetz, a predecessor to Tatort, which, in turn has taken up aspects of The Wire)
  • Cinematography (style and its evolution)
  • Tension between innovation and conservatism in content and form
  • Narrative form and function
  • Popularity of crime series and/or viewer responses
  • Representation of (social) reality

Please send inquiries and 250-word proposals by Feb 25 to Anita McChesney (anita.mcchesney@ttu.edu) and Oliver C. Speck (ocspeck@vcu.edu).

sBausparkasse sieht's geschlechtsneutral

Funktioniert das eigentlich anderswo auch? "Alle negativen Noten sind positiv zu verstehen"?
"Um die Lesbarkeit dieser Geschäftsbedingungen zu erleichtern, wurde auf das Gendern verzichtet. Alle personenbezogenen Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen".

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.

Thursday, January 27, 2022

Buchpräsentation: Bibliothekarinnen in und aus Österreich

Update: Die Präsentation musste wegen einer Erkrankung verschoben werden - neuer Termin: Dienstag, 31. Mai 2022.

Die Büchereien Wien und das Institut für Wissenschaft und Kunst laden sehr herzlich zur Präsentation und Diskussion des Sammelbandes von Ilse Korotin und Edith Stumpf-Fischer (Hg.): Bibliothekarinnen in und aus Österreich. Der Weg zur beruflichen Gleichstellung. Wien: Praesens Verlag 2019. 792 Seiten. ISBN 978-3-7069-1046-0 ein.

Ort und Zeit

Zeit: Mittwoch, 2. Februar 2022 Dienstag, 31. Mai 2022 - 19 Uhr

Ort: Hauptbücherei am Gürtel, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien, bzw. Livestream auf YouTube

Für die Teilnahme gelten die jeweils aktuellen Corona-Regeln. Anmeldung erforderlich.

Programm

  • Einleitung durch Ilse Korotin (Leiterin der Dokumentationsstelle Frauenforschung am IWK; Herausgeberin) und Edith Stumpf-Fischer (Biografieforscherin, Berufstätigkeit im wissenschaftlichen Bibliotheksdienst und im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung; Herausgeberin)
  • Christine Kanzler (Biografieforscherin und Erwachsenenbildnerin): Weibliche Bibliothekarstätigkeit um 1900
  • Gisela Kolar (Historikerin und AHS-Lehrerin): Bibliothekarinnen in den Wiener Arbeiterbüchereien nach 1936
  • Barbara Kintaert (ehemalige Dokumentarin der AK Wien): Dr. Philippine Hannak, die erste weibliche Bibliothekarin der AK Wien

Bibliotheksgeschichte stellte sich lange Zeit als eine Geschichte von Männern - meist Leitern großer Bibliotheken - dar. Dem Anteil der Frauen an der Entwicklung des Bibliothekswesens wurde kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, Frauen in Bibliotheken für wenig qualifizierte Tätigkeiten aufzunehmen. In den 1920er Jahren gab es die ersten Frauen auf akademischen Posten. Die nun vorliegenden Ergebnisse des Dokumentations- und Forschungsprojekts zur (historischen) Entwicklung des Bibliothekarinnenberufs zeigen ein breitgefächertes Spektrum an Bibliotheken und bibliotheksrelevanten Einsatzbereichen, in denen Frauen ihre berufliche Tätigkeit - aber auch ihr pädagogisches sowie bildungs- und gesellschaftspolitisches Engagement - entfalteten und bis in die Gegenwart wesentlich zu deren Entwicklung beitrugen.

Wednesday, January 19, 2022

Veranstaltung zu geschlechtergerechter Sacherschließung im Mai 2022 - Interessenserhebung

frida, der Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich, feiert heuer sein 30jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass plant frida in Kooperation mit der VÖB-Kommission für Genderfragen eine Veranstaltung zu geschlechtergerechter Sacherschließung. Themen sind u.a. Beschlagwortung, universale Normdateien (etwa: GND), feministische Fachthesauri, Klassifikationen & Co in Theorie und Praxis.

Ort und Zeit wurden bereits fixiert: Mittwoch, 11. Mai 2022, 10 bis 17 Uhr; C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien.

Dazu erheben wir Interesse und Teilnahmemöglichkeiten und bitten um Beantwortung unserer Fragen auf umfrage.frida.at/index.php/569792?lang=de (geschätzte Dauer: 2-3 Min) bis Freitag, 27. Jänner 2022.

Alternativ freuen wir uns über kurze Rückmeldung per eMail an frida (at) frida.at oder monika.bargmann (at) zamg.ac.at:

  • Interesse an einer Veranstaltung zu geschlechtergerechter Sacherschließung
  • Möglichkeiten der Teilnahme (vor Ort oder virtuell)
  • Ev. Erfahrungen mit geschlechtergerechter Sacherschließung
  • Ev. Themen, Fragen oder Wünsche im thematischen Zusammenhang

Die erhobenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nach der Veranstaltung wieder gelöscht.

Herzlichen Dank und liebe Grüße,
Monika Bargmann für die VÖB-Kommission für Genderfragen
Susanne Blumesberger, Andrea Gruber und Evelyne Luef für frida

Friday, September 10, 2021

Annotated Bibliography of Gay and Queer Males in Mystery

Der Bibliothekar und Forscher Matt Lubbers-Moore verzeichnet in der annotierten Bibliographie "Murder and Mayhem" schwule und queere männliche Figuren in englischsprachigen Krimis von 1909 bis 2018. Er "collects and examines every mystery novel to include a gay or queer male in the English language starting with the 1909 Arthur Conan Doyle short story 'The Man with the Watches,' which is included in its entirety. Authors, titles, dates published, publishers, book series, short blurbs, and a description of how involved the gay or queer male character is with the mystery are all included for a full bibliographic background".

ReQueered Tales

Lubbers-Moore ist - gemeinsam mit Justene Adamec und Alexander Inglis - Mitbegründer des Verlags ReQueered Tales. Der Verlag hat sich zur Aufgabe gesetzt, schwule und lesbische Literatur aus den 1960ern bis 1990ern wiederaufzulegen: "Perhaps forty years of gay fiction – and notably gay and lesbian mystery, detective and suspense fiction – has been teetering on the brink of obscurity. Orphaned works, orphaned authors, many living and some having passed away – with no one to make the case for their creations to be returned to print (and e-print!)."

Hinweis auf den Verlag aus dem Blog Meg Perry Books. Siehe auch Beitrag auf der Seite von Lambda Literary.

Tuesday, July 13, 2021

geschlechterspezifische Artikel abgekürzt

Die Paris-Lodron-Universität geht bei der Formulierung ihrer Stellenausschreibungen so vor:
"Um eine geschlechtsneutrale Formulierung zu gewährleisten, werden geschlechterspezifische Artikel, Pronomen und Adjektive im Text abgekürzt dargestellt".
Das liest sich dann beispielsweise so: "An der AB Universitätsbibliothek gelangt die Stelle e. Referent*in gemäß Angestelltengesetz, Verwendungsgruppe IIIb des Kollektivvertrages der Universitäten zur Besetzung".

Gegenbeispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog.

Wednesday, June 23, 2021

Petition: zeitgemäßer Name für den deutschen Bibliothekartag

Die Petition "Zeitgemäßer Name für den Bibliothekartag" zielt auf einen diverseren Namen für die große Konferenz ab:
Die Bezeichnung "Bibliothekar"tag bildet einen Kontrast zur Aktualität und Vielfalt der Themen, für die diese Veranstaltung mittlerweile steht. Tradition sollte im Jahr 2021 nicht mehr als ausreichender Grund gelten, das generische Maskulinum beizubehalten. Unsere Welt war schon immer diverser. Während wir also auf der Konferenz gemeinsam fachliche Vorträge zu Diversität halten und hören, verweigern wir uns bisher einer inklusiveren Bezeichnung unserer größten Konferenz.
Der Austausch auf dieser Konferenz hat darüber hinaus eine große fachliche und personelle Bandbreite erreicht. Unterschiedlichste Menschen aus Bibliotheken, pädagogischen Bereichen und vielen anderen Fachrichtungen finden sich jedes Jahr zusammen, um über aktuelle Entwicklungen in bibliothekarischen Einrichtungen zu sprechen und Projekte vorzustellen. Dabei treffen sich Menschen mit unterschiedlichsten Abschlüssen, Berufswegen und Aufgaben, eben alle, die in Bibliotheken und allen angrenzenden Bereichen arbeiten oder arbeiten wollen.

Hinweis aus Inetbib.

Tuesday, May 18, 2021

Sex appeal in dictionaries

Diese "Perle" aus dem Jahr 1969 habe ich gerade in der Zeitschrift Reference Quarterly (RQ) entdeckt. Ich frag mich, wie das heute aufgenommen würde :-D

Objective criticism of a new dictionary is difficult, because a dictionary is secretive, like a woman. At first glance she may look beautiful, smell good, and have tremendous sex appeal. And then her apparent virtues may peel like the skin of a Spanish onion. Only after months or even years of living with her can we discover the intrinsic good points; and bad. And balance them out. What we see at first glance may be the hairdo, the length of the skirt, and the essential dimensions. Whether or not the lexicographic love affair ends happily or in bookswitching depends a great deal on complicated editorial factors.

Quelle: Edward R. Brace: "Sex Appeal in Dictionaries". In: RQ 9 (1969) 2, S. 168-170

Wednesday, April 28, 2021

ALA-Webinar Bridging the Gap: In Support of Female Librarianship, 8.5.

The ALA Committee on the Status of Women in Librarianship (COSWL), the Association of College and Research Libraries Women and Gender Studies Section, and the Social Responsibilities Round Table (SRRT) Feminist Task Force will host a complimentary webinar titled "Bridging the Gap: In Support of Female Librarianship" on Tuesday, May 4, 2021, 2:00 pm (ET) / 1:00 pm (CT) / 8:00 p.m. (CEST). Register in advance for this webinar. After registering, you will receive a confirmation email containing information about joining the session.

Despite the widespread number of women working in libraries today many of us, particularly women of color, regularly experience instances where our contributions, opinions, and suggestions are undermined when at work. Over time this results in poor morale, loss of individual confidence, and, in extreme cases, a hostile work environment. What are the factors that contribute to the demeaning of women's contributions? While studies support the anecdotal evidence women regularly share about the gender inequities still at play in the general workforce, how do these inequities play out in the library workforce?
What are effective strategies that women can employ to combat being undermined in the workplace? What can employers do to assure that the contributions of women are not regularly devalued? What can women do to make sure we are not contributing to demeaning or undervaluing our female colleagues - and how can we better lift-up and support female colleagues?
Join us in a lively discussion as we seek to better understand the factors that contribute to undermining and undervaluing women in the library workplace and identifying strategies that can be used to make the library work place an environment where women's many contributions are valued.