Thursday, November 01, 2018

BBB news: Neue Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar_in

Jaena Alabi: "From Hostile to Inclusive: Strategies for Improving the Racial Climate of Academic Libraries". In: Library Trends 67 (2018) 1, S. 131-146

Bridget Farrell / Jaena Alabi / Pambanisha Whaley / Claudine Jenda: "Addressing Psychosocial Factors with Library Mentoring". In: portal: Libraries and the Academy 17 (2017) 1

Maurice B. Wheeler / Daniella Smith: "Race and Leadership in Library and Information Science Education: A Study of African American Administrators". In: Library Trends 67 (2018) 1, S. 23-38

Isabel Espinal / Tonia Sutherland / Charlotte Roh: "A Holistic Approach for Inclusive Librarianship: Decentering Whiteness in Our Profession". In: Library Trends 67 (2018) 1

LaTesha Velez / Melissa Villa-Nicholas: "Mapping Race and Racism in U.S. Library History Literature, 1997–2015". In: Library Trends 65 (2017) 4, S. 540-554

Chloe Mills / Ian McCullough: "Academic Librarians and Labor Unions: Attitudes and Experiences". In: portal: Libraries and the Academy 18 (2018) 4, S. 805-829

Jaya Raju: "Information Professional or IT Professional? The Knowledge and Skills Required by Academic Librarians in the Digital Library Environment". In: portal: Libraries and the Academy 17 (2017) 4, S. 739-757

Jennifer Ferguson: "Additional Degree Required? Advanced Subject Knowledge and Academic Librarianship". In: portal: Libraries and the Academy 16 (2016) 4, S. 721-736

William H. Walters: "The Faculty Subculture, the Librarian Subculture, and Librarians' Scholarly Productivity". In: portal: Libraries and the Academy 16 (2016) 4, S. 817-843

Tuesday, October 16, 2018

Einladung: Entdeckungen im Keller des Bildungsministeriums

Entdeckungen im Keller des Bildungsministeriums. Ein bildungshistorischer Schatz mit ungewisser Zukunft?
  • Begrüßung. Das BMBWF als Standort des bildungshistorischen Buchbestandes - Peter Fuchs
  • Die Administrative Bibliothek des Bundes als Verwalterin des Buchbestandes - Ernst Chorherr
  • Warum zwei Semester Arbeit mit alten Büchern im Ministeriumskeller? - Walter Kissling
  • 5.146 erfasste Schriften, hier in ihrer Bedeutung für studentische Abschlussarbeiten - Caroline Agy, Katharina Hofbauer, Maria Eckmayr, Ines Konrad
  • Vorführung am Screen: Literatursuche im österreichischen Bibliothekenverbund – unter Nutzung der studentischen Bestandsliste bildungshistorischer Literatur - Ernst Chorherr
  • Diskussion über die Zukunft des bildungshistorischen Buchbestandes
  • Besichtigung des Kellers und seiner Bücher
  • Small Talk und Schmökern bei Brot und Wein
Ort: BMBWF, Minoritenplatz 5, Parterre: Raum E35. Zeit: Donnerstag 25. Oktober 2018, 16 Uhr. Der Raum ist bedingt barrierefrei erreichbar, bitte wenden Sie sich an Peter Fuchs, Peter.Fuchs@bmbwf.gv.at. Rückfragen: Walter Kissling, walter.kissling@univie.ac.at.

Wednesday, October 10, 2018

Stabat mater und Vedrò con mio diletto - was ich gerade höre

Ich habe seit einigen Wochen eine Barock-Phase - Countertenor in Dauerschleife ;-) hier einige der Musikstücke, die ich gerade dauernd höre (eines ist reingeschummelt).

Tuesday, October 09, 2018

Hans Scholl im Israelitischen Leseverein

Ich lese gerade die neue Biographie über Hans Scholl, "Flamme sein!". Mich hat als Jugendliche die Weiße Rose sehr fasziniert, und als ich eine Rezension über Robert M. Zoskes neues Buch gelesen habe, in das bisher unbekannte Dokumente eingeflossen sind und das auch Scholls Bisexualität und seine anfängliche Begeisterung für den Nationalsozialismus thematisiert, habe ich es mir gleich in der Lieblingsbuchhandlung bestellt. Die Kriegsbegeisterung, die in Scholls Texten vorkommt, hat mich stark an einen meiner Lieblingsdichter, Georg Heym, erinnert - vor allem an seinen Tagebucheintrag vom 6. Juli 1910:
Geschähe doch einmal etwas. Würden einmal wieder Barrikaden gebaut. Ich wäre der erste, der sich darauf stellte, ich wollte noch mit der Kugel im Herzen den Rausch der Begeisterung spüren.

In "Flamme sein!" gibt es eine interessante Bibliothekspassage (zum Verständnis: die Gestapo hatte am 11. November 1937 in der Wohnung von Scholls Eltern mehrere Bücher, Photographien und Gegenstände aus der Jugendarbeit beschlagnahmt):

Das ungewöhnlichste Buch unter den bei Hans Scholl beschlagnahmten Publikationen ist von Schalom Asch. 1933 hatte Curt Lenzner, sächsischer Gaureferent für Jugendschriften im Nationalsozialistischen Lehrerbund, eine "Schwarze Liste zur Aussonderung verbotener Bücher der öffentlichen Bibliotheken" publiziert. Auf dieser und der gleichzeitig von dem Bibliothekar Wolfgang Herrmann verbreitenen "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" ist auch der jiddische Schriftsteller und Dramatiker Schalom Asch aufgeführt. Von ihm sollte "Alles" entfernt werden. Weil die Eliminierung in den allgemeinen Büchersammlungen offensichtlich vollständig gelang, lieh Scholl sein Exemplar vom "Israel.[itischen] Leseverein" in Ulm aus, wie das Gestapoverzeichnis notierte. Offensichtlich beeindruckte die allgemeine antijüdische Hetze Scholl nicht. Im Gegenteil: Er hatte sich vom jüdischen Leseverein einen Ausweis ausstellen zu lassen, um an verbrannte und verbotene Bücher zu gelangen.

Zitat aus: Robert M. Zoske: Flamme sein! Hans Scholl und die Weiße Rose. Eine Biografie. München: C.H.Beck 2018, S. 37 (Perlentaucher)

Monday, October 08, 2018

Offener Kühlschrank in der Stadtbibliothek Dornbirn

Bibliotheksleiterin Ulrike Unterthurner schreibt in Bibmail über den ersten offenen Kühlschrank Vorarlbergs, der letzten Mittwoch in der Stadtbibliothek Dornbirn eröffnet wurde:
Die Idee dahinter ist einfach: Lebensmittel sind kostbar. Und zu viele davon landen im Müll. Eine Initiativgruppe hat sich des Themas angenommen und diesen Kühlschrank eingerichtet. Das Motto: Nimm und bring! Ein Überschuss an Nahrungsmitteln kommt schnell zustande: Es wird versehentlich zu viel eingekauft oder zu viel gekocht, kulinarische Präsente kommen beim Beschenkten nicht gut an, die Ernte im Garten wirft "viel zu viel" ab, es steht ein Urlaub an. Diese übrig gebliebenen (und möglichst frischen) Lebensmittel können in den Offenen Kühlschrank gestellt werden. Vor dem Einkaufen oder wenn sie hungrig sind, schauen die BesucherInnen nun bei uns nach, was der Kühlschrank Feines im Angebot hat.
Unsere Kooperationspartner in diesem Projekt sind Vorarlberger Umweltverband, Naturschutzbund Vorarlberg und das Naturkunde-Museum inatura, die uns mit aktuellen Informationen zum Thema versorgen.
Warum befindet sich der Offene Kühlschrank gerade in der Stadtbibliothek? Den InitiatorInnen des Projekts ist es wichtig, dass der Kühlschrank an einem Ort steht, der für alle zugänglich ist, viele unterschiedliche Menschen anspricht und an dem die Philosophie des Teilens und Tauschens gelebt wird. Schön, was man uns Bibliotheken alles zuschreibt!
Nähere Informationen auf offener-kuehlschrank.at! Medienberichte u.a. auf R(h)eingehört, Vorarlberg online und ORF.

Film "Paywall: The Business of Scholarship" in Wien

OpenAIRE Austria und die UB Wien laden am 25. Oktober 2018, 18:00 zur Filmvorführung von "Paywall: The Business of Scholarship" und anschließendem ExpertInnengespräch im Rahmen der International Open Access Week ein.

Die Dokumentation "Paywall" von Prof. Jason Schmitt (Clarkson University, USA) fragt nach den restriktiven Zugangsbestimmungen und Geschäftsstrategien der großen Verlage, die zu Profiten von bis zu 40% führen. Mehr als 50 WissenschafterInnen weltweit wurden zu den Auswirkungen von Paywalls und der Bedeutung von Open Access für ihren Forschungsalltag interviewt.

Im Anschluss diskutieren ForscherInnen und BibliothekarInnen mit Fokus Österreich über den Film, Paywalls und scholarly communication. Mit: Andrea Tanzer (Chemikerin, Universität Wien), Susanne Blumesberger (Germanistin, Universität Wien), Daniel Dörler (Zoologe, Universität für Bodenkultur und Koordinator Citizen Science Plattform Österreich forscht), Brigitte Kromp (OA-Beauftragte für Verlagsverhandlungen, Universität Wien), Guido Blechl (Open Access Office, Universität Wien). Der Abend wird von Katharina Rieck (FWF) moderiert.

Im Anschluss lädt OpenAIRE Austria zu einem kleinen Buffet. Freier Eintritt.
Ort: Skylounge Universität Wien, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien
Zeit: 25.10.2018, 18 Uhr
Bitte um Anmeldung bis 20.10.2018: openaireaustria@univie.ac.at

Weitere Informationen zum Film: paywallthemovie.com

Friday, September 28, 2018

"Die wirkliche Arbeit ist die Arbeit mit dem Benützer". Interview mit Edith Fischer, 1978

In der Ö1-Sendereihe "Von Tag zu Tag" war am 19. April 1978 die "Dokumentaristin" Dr. Edith Fischer (später Stumpf-Fischer) zu Gast bei Wolfgang Kos. Fischer arbeitete im Wissenschaftsministerium, wo sie von 1981 bis 1996 die Abteilung für das wissenschaftliche Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen leitete. Das Gespräch mit dem Titel "Bewältigung der Informationsflut - Neue Initiativen, Informationswesen" behandelt verschiedene bibliothekarische Themen von Sputnikschock, Einführung der EDV und die Tätigkeiten der "InformationsarbeiterInnen". Die Anrufe der ersten beiden ZuhörerInnen sind großartig :-D
Die Sendung kann erfreulicherweise bei der Österreichischen Mediathek nachgehört werden. Hier ein Auszug zum Berufsbild.

Kos: Darf ich Sie zwischendurch was Privateres fragen? Warum haben Sie einen Beruf gewählt als Bibliothekarin, einfach ein ständiges Umgehen mit Büchern, auch mit ziemlich komplizierten Ordnungssystemen. Warum hat Sie dieser Beruf interessiert?

Fischer: Ich hab erstens von jeher eine Beziehung zum Buch sowohl als Informationsmittel, aber auch zum Buch als Medium gehabt. Und dann empfinde ich diesen Beruf auch als eine Art von Sozialberuf. Es ist ein Beruf, mit dem man hilft, das Land aufbauen eigentlich. Man muss sagen, dass ein Land, dass der Wohlstand eines Staates wesentlich von den Erfolgen in Wissenschaft und Forschung abhängt, und die Steigerung des Sozialproduktes zu 80 bis 90 Prozent auf den technischen Fortschritt zurückzuführen ist. Also es ist eine Leistung, den Staat mit aufbauen zu helfen, eine Mitarbeit bei der Allgemeinheit. Und zweitens ist es auch eine bildungspolitische Tätigkeit. Und diese beiden Aspekte fesseln mich eigentlich an diesem Beruf.

Kos: Sie sagten "Sozialarbeit". Das ist ein im Zusammenhang mit dem Bibliothekswesen eigentlich ungewöhnlicher Begriff.

Fischer: Wenn man von der Volksbücherei ausgeht, eigentlich nicht. Da ist dieser Aspekt nicht neu. Vielleicht etwas neuer ist er im Hinblick auf das wissenschaftliche Bibliothekswesen und das Dokumentationswesen. Aber da hat man bisher viel zu sehr Schranken zwischen diesen beiden Bereichen gesehen.

Kos: Der Kunde sieht ja eigentlich nur den Mann oder die Frau bei der Bücherausgabe, vielleicht noch irgendeinen Aufpasser, der im Lesesaal sitzt. Aber den ganzen Apparat, der dahinter ist, der also in der Tiefe ein paar Stockwerke weiter unten oder im Bücherdepot werkt, den sieht man ja nicht. Was sind denn die Haupttätigkeiten des Informationsarbeiters, wenn man es einmal zusammenfassend sagen würde?

Fischer: Das ist richtig, dass die meisten Leute keine Vorstellung von dem Beruf wirklich haben. Was sie sehen, sind eben nur die Äußerlichkeiten, die Ausgabe des Buches, die Zurücknahme des Buches, den Auskunftsbeamten im Lesesaal vielleicht, der den Platz anweist. Die wirkliche Arbeit ist die Arbeit mit dem Benützer erstens, das heißt die Information des Benützers. Und die Tätigkeit zum Beispiel eines Bibliothekars beginnt mit der Auswahl der Dokumente, also der Bücher zum Beispiel, der Zeitschriften und sonstiger Unterlagen, in der richtigen Auswahl, in ihrer Erschließung, damit der Leser nicht ein ungeordnetes Ganzes vorfindet, sondern etwas heraussuchen kann mittels Katalogen, mittels einer sinnvollen Aufstellung, in der Erschließung, in der Zugänglichmachung und vor allem in der aktiven Vermittlung der Information.

Monday, September 24, 2018

Frau, Brille, mittleres Alter, intelligent

Ich bin über einen interessanten Artikel aus dem Jahr 1995 gestolpert: 25 männliche und weibliche Studierende an der Lawrence University wurden gebeten, "to generate as many attributes that quickly came to mind as being characteristics of the typical person in specified jobs". Die Attribute, die einer/m "Head librarian" am häufigsten zugeschrieben wurden, waren:
  • Female (20)
  • Glasses (18)
  • Middle-aged (9)
  • Intelligent (8)

Interessant finde ich, dass eben dezidiert nach "Bibliotheksleiter_in" und nicht nach "Bibliothekar_in" gefragt wurde. Die meisten Studierenden waren weiß und aus der Mittelklasse.

Quelle: Peter Glick / Korin Wilk / Michele Perreault: "Images of occupations: Components of gender and status in occupational stereotypes". In: Sex Roles 32 (1995) 9+10, S. 565–582.

BBB news. Neue Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar_in

Die neuesten Einträge in der Bibliographie Berufsbild Bibliothekar_in. Die gesamte Bibliographie findet sich auf library-mistress.net/berufsbild.

Astrid Oliver / Eric Prosser: "Academic Librarianship Without the Degree: Examining the Characteristics and Motivations of Academic Library Professionals". In: The Journal of Academic Librarianship 44 (2018) 5, S. 613-619

Erin Ackerman / Jennifer Hunter / Zara T. Wilkinson: "The Availability and Effectiveness of Research Supports for Early Career Academic Librarians". In: The Journal of Academic Librarianship 44 (2018) 5, S. 553-568

Marjana Gaponenko: Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman. München: C.H. Beck 2018

Sarah Winman: Tin Man. Tinder Press 2017 / Putnam 2018

Tracey Pratchett and Gil Young with Carol Brooks, Lisa Jeskins & Helen Monagle: Practical Tips for Developing Your Staff. Facet 2016

Muhammad Arif / José Miguel Baptista Nunes / Saima Kanwala: "Looking Back, Moving Forward: An Assessment of LIS Internship Programme in Developing Country's Perspective". In: The Journal of Academic Librarianship 44 (2018) 5, S. 595-602

Josephine E. Olson / Irene Hanson Frieze / Ellen G. Detlefsen: "Having it all? Combining work and family in a male and a female profession". In: Sex roles 23 (1990) 9+10, S. 515-533

Peter Glick / Korin Wilk / Michele Perreault: "Images of occupations: Components of gender and status in occupational stereotypes". In: Sex Roles 32 (1995) 9+10, S. 565–582 []u.a. wird "Head librarian" abgefragt]

"Von exzessivem Liebesleben" erschöpft? Werde Bibliotheksleiter!

"Eine Bibliothek ist gleichsam der natürlichste, aber auch der schwierigste Entfaltungsraum für einen Roman, der etwas auf sich hält. Ist sie doch von vornherein dazu bestimmt, Schauplatz literarischer Gelehrsamkeit zu sein. Doch wer ausgerechnet in Lesesälen Handlungsfäden spinnt, nimmt in Kauf, dass seinen Figuren noch vor jeder Beatmung unsanft die Luft abgeschnürt wird", schreibt Ronald Pohl im "Standard" über Marjana Gaponenkos neuen Roman "Der Dorfgescheite", erschienen bei C.H. Beck.
Die Autorin befindet sich übrigens ab morgen mit diesem Buch auf Lesereise in österreichischen Bibliotheken. Der Start ist am 25. September um 19 Uhr in der Stadtbücherei St. Pölten. Weitere Termine und Informationen beim Büchereiverband.

Verlagstext:

Der einäugige Ernest Herz hat, erschöpft von seinem exzessiven Liebesleben, den Posten des Bibliotheksleiters im Stift W. angenommen und besinnt sich auf seine nicht minder große, andere Leidenschaft – das alte Buch. Die Wohnung, die er im Kloster bezieht, hatte seinem Vorgänger, Pater Mrozek, gehört, der auf eine kuriose Art Selbstmord begangen hat.
Ernest Herz muss feststellen, dass er mit seiner Vision einer zeitgemäßen Bibliothek in der konservativ-klerikalen Gesellschaft des Klosters auf Widerstände stößt, dass mit seinem mitgebrachten Telefunkenradio etwas nicht zu stimmen scheint, weil es nur noch "Radio Gabriel" empfängt, und dass der Selbstmord seines Vorgängers zahlreiche Fragen aufwirft. Eines Tages findet der Bibliothekar in einem Versteck ein Exemplar des mittelalterlichen Beststellers "Dialogus miraculorum". Dem Buch fehlt der Einband, die Neugierde des Bibliothekars ist geweckt, er versucht nun nachdrücklich herauszufinden, was seinen Vorgänger dazu getrieben haben könnte, sich umzubringen. Weiß der junge, verstörend schöne Kellner der Gastwirtschaft "Zum Lamm" unten im Dorf vielleicht mehr?
Skurril, komisch und liebevoll, mit ihrem unnachahmlichen Blick für das schräge Detail, macht Marjana Gaponenko die Welt der Bibliothek zum spannend-abgründigen Schauplatz.

Tuesday, September 18, 2018

Bibliothek: "beige gekleidete Angestellte in hässlichen Gebäuden"

"Das Klischee der öffentlichen Bibliotheken ist in Deutschland miserabel: beige gekleidete Angestellte in hässlichen Gebäuden, die in muffigen Räumen abgegriffene Bücher bewachen, für die sich in Zeiten blitzblanker Smartphones und hochpolierter Tablets sowieso kein Mensch interessiert. Wie können unter diesen Bedingungen Bürger, insbesondere Kinder und Jugendliche, die eine Welt ohne digitalisierte Umgebung gar nicht mehr kennen, in die öffentlichen Bibliotheken gelockt werden?"

Zitat aus: Hannah Bethke: "Ein Spray, das nach Lesen riecht". In: FAZ, 17. September 2018 (Bericht über die Next Library Conference in Berlin)

Saturday, September 15, 2018

Wichtige Kenngröße für Prokrastiniererinnen

Ich rechne lieber nicht aus, welche Omissi-Zahl mein letzter Artikel hatte...

Wednesday, September 12, 2018

12 von 12: Blog-Photoprojekt, September-Ausgabe

Inspiriert von der "12 von 12"-Idee aus dem Blog Draußen nur Kännchen...

Ihr macht am 12. eines Monats ganz, ganz viele Fotos. Am schönsten ist es, wenn ihr euren Tagesablauf dokumentiert. Abends wählt ihr dann 12 Bilder aus und postet sie in eurem blog. Ab 17 Uhr findet ihr unter meinem Posting eine Liste, in die ihr euch eintragen könnt.

...poste ich heute, am 12. September, 12 Bilder von meinem Alltag :-)


In der Früh trinke ich gerne einen Kaffee im Speisewagen. Heute musste ich stehen. Gelesen habe ich das Buch "Erotic stories for Punjabi widows", das im Oktober beim Girly Book Club auf dem Programm steht. Empfehlenswert!

Da ich mit den "Erotic Stories" schon im Zug fertig wurde, hab ich in der U-Bahn mit Terry Pratchetts "Feet of Clay" begonnen. In dem neunzehnten Roman aus der Discworld-Reihe stehen Golems im Mittelpunkt. Im abgebildeten Abschnitt geht es um Meteorologie, was ich witzig finde, da ich bei einem Wetterdienst arbeite.

Ein Kollege hat mir heute Äpfel aus seinem Garten mitgebracht. Ich habe auch ein kleines Apfelbäumchen, aber mit Klaräpfeln, die schon lange geerntet wurden.

Im Büro habe ich einen Papp-Spock :-) Es ist lustig, dass meine Kollegen immer noch beim Hereinkommen erschrecken, obwohl ich ihn jetzt schon ganz ins Eck gestellt habe.

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Lektüre in der Arbeit - Datenmanagement und Datenschutz.

Auf dem Heimweg: Ich photographiere gerne Bäume, Wald und Holz.

Noch ein Döblinger Baum vom Heimweg - im Sonnenlicht.

In der U-Bahn-Linie, die ich fast täglich benutze, wurde vor kurzem ein Essverbot erlassen. Seitdem werden wir mit halblustigen Durchsagen, riesigen Aufklebern und übertriebenen Plakaten genervt.

Als ich nach Hause komme, entdecke ich, dass meine Katzen sich zwei Beutel aufgebissen und halb leergefressen haben. Es ist ja nicht so, dass sie nichts im Napf gehabt hätten...

Mein Kater freut sich, wenn ich zuhause bin, weil er dann auf die Terrasse kann, um zum Beispiel Nachtfalter zu fangen, Vögel zu beobachten, mit seiner Schwester Minerva zu raufen...

Beim Abendspaziergang sehe ich immer einige Katzen in meiner Siedlung :-)

Straßenlaterne beim Abendspaziergang.

Is Siri a librarian?

Wenn aus Bibliotheksbestand Musik wird

"For me, it was a real discovery project". Die russische Sopranistin Julija Leschnewa (meist als Julia Lezhneva transkribiert) hat in der Staatsbibliothek zu Berlin die Werke des barocken bzw. frühklassischen Komponisten Carl Heinrich Graun eingesehen. Die Arien sind (bis auf eine) weltweit erstmals eingespielt worden, und zwar mit Concerto Köln unter der Leitung von Mikhail Antonenko.

Obwohl Carl Heinrich Graun heutzutage nicht vielen ein Begriff ist, war der deutsche Komponist seinerzeit ein Pionier und zählte zu den bedeutendsten deutschen Vertretern der italienischen Barockoper. 1735 wurde Graun gemeinsam mit seinem Bruder Vizekapellmeister der Kapelle des späteren Königs Friedrich des Großen. (...) Nachdem seine Werke lange Zeit in Vergessenheit geraten waren, macht die russische Sopranistin Julia Lezhneva ausgewählte Arien aus Grauns Werken nun der Öffentlichkeit zugänglich. Lezhneva verbrachte ganze Tage damit, Archivmaterial in einer Berliner Bibliothek [man könnte schon erwähnen, welche... Anm.] zu erforschen und entwickelte eine leidenschaftliche Beziehung zu Grauns teilweise beschwingten und tragischen Arien. [Quelle: Website von Concerto Köln]
Das Album ist 2017 bei Decca erschienen. Im Werbevideo wird auch die Bibliothek genannt/gezeigt. Ich finde schön, wenn ein Bibliotheksbestand so genutzt wird.

Tuesday, September 11, 2018

PartnerInnensuche in der Bibliothek

"Ich suche eine Freundin.. Ist eine Bibliothek ein guter Ort dafür? Und wie kann ich sie ansprechen?", fragte jemand auf gutefrage.net. Eine der Antworten: "finde schon, dass es ein guter Ort ist, jedenfalls laufen in einer Bibliothek normalerweise keine völligen Dumpfbacken rum". :-)

Friday, September 07, 2018

Tolle Idee für die nächste Konferenz...

Tuesday, September 04, 2018

Über die Arbeit der Zeitungsarchivarinnen

Die britische Tageszeitung "The Guardian" stellt im Artikel "Best kept secrets: how the Guardian archive tells the story behind the stories" die Arbeit der Archivarinnen Emma Golding und Philippa Mole vor. Ein willkommener Einblick in die Zeitungsarbeit. Auf die Frage, was das beste an ihrem Job sei, antwortet Emma Golding:
I feel very fortunate as there are loads of aspects to my job that I enjoy but one of things that I get most excited about is delving into new or rarely seen collections and discovering the stories within them. For example, we recently acquired the papers of the Guardian's first Africa correspondent, Clyde Sanger. I'm currently in the process of surveying the collection, but so far I've unearthed fascinating notebooks, correspondence and political campaign material from late 1950s and early 1960s Africa, when many nations were gaining independence.
Außerdem werden diese Fragen beantwortet: How do you decide what goes in to the archive? Do you have any favourite pieces? How did you come to work in the Guardian archives? How does it compare with other jobs you've had? What does your average day look like? Which teams do you work with around the building? How much of the archive is digitised? Can you tell us what's coming up for the archives? Which present day news stories do you think will feature most prominently in the archives?

Zitat von Philippa Mole zum Abschluss:

Archivists in books and films always seem to be found cloistered in dusty basements, often wearing tweed or giant cardigans. In reality, though, we need to be out in the business, working with colleagues from different areas to get the job done.

Friday, August 31, 2018

Neuerwerbungen

In letzter Zeit wieder einiges gekauft...

Tuesday, August 28, 2018

BBB news. Neue Einträge in der Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn

Diesmal gibt es einen Schwung biographischer Werke. Die gesamte Bibliographie findet sich auf library-mistress.net/berufsbild.
Beate Fechter: Josef Bick. Versuch einer Monographie. Univ. Wien, Dipl.-Arb., 2013

Evelyn Adunka: "Salomon Frankfurter (1856–1941)". In: Stefan Alker / Christina Köstner / Markus Stumpf (Hrsg.): Bibliotheken in der NS-Zeit. Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte. Wien: Vienna University Press, 2008, S. 209–220.

Sven Kuttner / Peter Vodosek (Hrsg.): Volksbibliothekare im Nationalsozialismus. Handlungsspielräume, Kontinuitäten, Deutungsmuster. Wiesbaden: Harrassowitz 2017 (= Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens 50)

Ulrich Hohoff: Wissenschaftliche Bibliothekare als Opfer der NS-Diktatur. Ein Personenlexikon. Wiesbaden: Harrassowitz 2017 (= Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen 62)

Joseph Gregor: "Josef Bick. Die Persönlichkeit und das Wirken als Bibliothekar". In: Josef Stummvoll (Hrsg.): Die Österreichische Nationalbibliothek. Festschrift herausgegeben zum 25jährigen Dienstjubiläum des Generaldirektors Universitätsprofessor Dr. Josef Bick. Wien: Bauer 1948, S. 22–43

Margit Sandner: Nachlaß und Wirken von Johann Gans an der Universitätsbibliothek Wien vor und nach dem zweiten Weltkrieg. Wien, ÖNB, bibliothekar. Hausarb., 1988

Josef Stummvoll: "Leben und Wirken von Univ.-Prof. Hofrat Dr. Josef Bick". In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 66 (1952), S. 285-289

Carlo Frati / Albano Sorbelli: Dizionario bio-bibliografico dei bibliotecari e bibliofili italiani dal sec. XIV al XIX. Florenz: Olschki 1933 (Biblioteca di bibliografia italiana, 13)

Svend Dahl: Den danske bibliotekarstand: En samling biografiske oplysninger. Kopenhagen: Hagerup 1925

Richard Mummendey: Die Bibliothekare des Wissenschaftlichen Dienstes der Universitätsbibliothek Bonn 1818 - 1968. Bonn: Bouvier 1968 (Bonner Beiträge zur Bibliotheks- und Bücherkunde, 19)

Jeffrey M. Wilhite / Todd J. Kosmerick / Laurie Scrivener (Hrsg.): International biographical directory of national archivists, documentalists, and librarians. 2. Aufl. Lanham / London: Scarecrow Press 2000

Alexandra Habermann / Rainer Klemmt / Frauke Siefkes: Lexikon deutscher wissenschaftlicher Bibliothekare 1925 - 1980. Frankfurt am Main: Klostermann 1985 (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie: Sonderheft, 42)

Julia Hiller von Gaertringen: "Diese Bibliothek ist zu nichts verpflichtet außer zu sich selbst": Erhart Kästner als Direktor der Herzog August Bibliothek 1950 - 1968. Wiesbaden: Harrassowitz 2009 (= Wolfenbütteler Hefte, 23)

Detlev Hellfaier: "Adolf Keysser (1850-1932) - Bibliothekar, Waidmann, Pensionär". In: Detlev Hellfaier / Helwig Schmidt-Glintzer / Wolfgang Schmitz (Hrsg.): Der wissenschaftliche Bibliothekar. Festschrift für Werner Arnold. Wiesbaden: Harrassowitz 2009 (= Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens, 44), S. 79-108

Alexandra Habermann / Peter Kittel: Lexikon deutscher wissenschaftlicher Bibliothekare. Die wissenschaftlichen Bibliothekare der Bundesrepublik Deutschland (1981 - 2002) und der Deutschen Demokratischen Republik (1948 - 1990). Frankfurt am Main : Klostermann 2004 (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie: Sonderhefte, 86)

Ksawery Swierkowski (Red.): Slownik biograficzny pracownikow ksiazki polskiej: Zeszyt probny. Lodz: Nakl. Min. szkolnictwa wyzszego 1958

Irena Treichel (Hrsg.): Słownik pracowników książki polskiej. Warszawa [u.a.] : Państwowe Wydawn. Naukowe 1972

Friday, August 24, 2018

75 Books Challenge for 2018 - current status

I joined the "75 Books Challenge for 2018" on LibraryThing. I can say with some certainty that I won't make it, but I guess 50 will be fine ;-) So here is today's status.

1/75: The first book I read this year was The George Bernard Shaw vegetarian cook book in six acts : based on George Bernard Shaw's favorite recipes which I got via SantaThing :-) George Bernard Shaw was a vegetarian from the age of 25, first because vegetarian cuisine was cheaper and he had not much money, but soon because of profound conviction. These are recipes by his housekeeper and cook, Alice Laden.

2/75: The second one was Of books and bagpipes by Paige Shelton. I collect books featuring librarians (many of those are cozy mysteries), and the father of the main character's boyfriend is a librarian ;-)

3/75: The cracked spine by Paige Shelton. After having read the second volume of the Scottish Bookshop Mysteries, I wanted to read the first one. I preferred Of books and bagpipes, but The cracked spine was a nice read while commuting.

4/75: Better Late Than Never by Jenn McKinlay. Volume 7 of the Library Lover's Mysteries - I read them all. Enjoyed it.

5/75: Kater Friedrich fährt zur Kur. A really charming children's book about a cat named Friedrich who goes on a "Kur" (difficult to translate - it's a several-week-long stay in a specialised institution to restore or maintain one's health, usually paid for by your health insurance). Friedrich has accidentally swallowed something he shouldn't have and needs to recover.

6/75: Attention All Shipping : A Journey Round the Shipping Forecast. The "Shipping Forecast" is a traditional BBC radio broadcast where the nautic weather in the waters round the British isles is forecasted. Wikipedia says about this: "The unique and distinctive sound of these broadcasts has led to their attracting an audience much wider than that directly interested in maritime weather conditions". It took me really long to read as there are a lot of words I don't know but I enjoyed the style.

7/75: Crime & Poetry (Magical Bookshop Mystery) by Amanda Flower - a bookshop mystery featuring magic and a cat and a librarian.

8/75: Agatha Christie: Lord Edgware dies

9/75: EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Praxiseinführung in 7 Schritten - a useful book about the GDPR I read for my work as a data protection officer.

10/75: The glass room by Simon Mawer - finished. Enjoyed it.

11/75: Lukas Feiler, Bernhard Horn: Umsetzung der DSGVO in der Praxis - another book about the GDPR

12/75: Prose and cons by Amanda Flower.

13/75: Browsing for Trouble by Amy E. Lilly - volume 4 of the Phee Jefferson Bibliomysteries. Do you see a certain trend in my reading choices? ;-)

14/75: The road to Wigan Pier by George Orwell, his documentary account of mine workers' work and life conditions in Yorkshire and Lancashire of the 1930s and musings about socialism and communism. Very interesting and sometimes surprisingly current.

15/75: Lewis Carroll: The hunting of the snark - inspired by an episode of "Inspector Lewis" ;-)

16/75: Anekdoten über Adalbert Stifter - a very short collection of anecdotes about the Austrian writer whom I appreciate a lot

17/75: Christian Pfitzer: Abgewrackt - Die Anekdoten eines Arbeitslosen - a critical and also funny account of a 25 year old German having lost his job and avoiding to get another one for a quite long time. Very good descriptions of the bureaucracy at the job centre and of the many ways poor people try to get round the month.

18/75: Jeromy Bessler / Norbert Opgenoorth: Anekdoten aus der Musikwelt - a nice collection of anecdotes about composers, conductors, pianists, singers...

19/75: Harm von Seggern: Sex und Geld - a mystery about an Italian misplaced in a dreary countryside of Northern Germany after having fled the Mafia and the local police officer, also featuring a librarian (this is why I bought the book). The title (sex and money) is quite accurate as the novel contains some lengthy descriptions of the porn films the anti-hero watches ;-) It is actually quite funny but the end is quite abrupt - the story lines (of the mystery as well as of the developing relationships) don't really find an conclusion. Maybe the author plans a second part...

20/75: J. J. Slattery: Perhaps she'll die - another librarian mystery. I liked the description of "small college politics and scholarly intrigue in the groves of academe" (blurb) among the very good mystery plot. It also has a classics background (Sappho & Co.) which I especially like. I really read a lot of bibliomysteries, and this was special. I would like it to be continued, but the author has already died.

21/75: A. J. Jacobs: The know-it-all. I remembered that I have read a book from a man trying to observe ALL rules in the bible. As I searched the book I realised that Jacobs has written a lot of books with self-experiments. So I read The Know-it-all.

22/75: M. Amos Clifford: Your guide to Forest Bathing

23/75: Ephraim Kishon: Alle Satiren (all satires in one volume) - a really pleasant and funny read, but in some of the stories you see their age (I don't speak of technical developments, but of the man/woman relationship).

24/75: Meg Perry: Cloistered to Death - librarian mystery

25/75: Meg Perry: Dirty Laundry. The Jamie Brodie short stories - background stories about the librarian mystery series :-)

26/75: another GDPR book: jusIT Spezial: DS-GVO. ExpertInnenwissen zur Datenschutz-Grundverordnung

I have missed several volumes of the Jamie Brodie Mysteries by Meg Perry, and as I had to procrastinate (I would have had to write an article) I read one of them after the other (I sometimes feel like I cheat when I read the books on the ebook reader, but I read them...):

In addition, I discovered the Very English Mystery Series by Elizabeth Edmondson. I have finished

I started Tin Man by Sarah Winman (reading it for the first meeting of the Girly Book Club's new Vienna chapter - does anyone know that club?). On the first pages, I had difficulties to find into the story but I did it. And imagine, I discovered that one of the main characters opens her own bookshop after having worked in a library - so another volume for my collection of fictional librarians :-)

I started Death at the Netherfield Park Ball by Amelia Littlewood on the Kindle.

Monday, August 20, 2018

Bibliothekarin: Ordnung, Pünktlichkeit, Vorsicht, Gefälligkeit

Interessante Passage in den "Regulae sanctimonialium de nostra domina pauperum sororum scholarium Budovicio-Colocensium" (Regeln der Armen Schulschwestern de Notre Dame zu Kalocsa und Budweis), gefunden in Google Books, siehe auch Bayerische Staatsbibliothek digital (1869):

XI. Hauptstück. Von der Bibliothekarin.

1. Die vorzüglichsten Eigenschaften der Bibliothekarin sind die Ordnung, die Pünktlichkeit, die Vorsicht und Gefälligkeit.

2. Sie wird alle Bücher des Hauses unter sich haben, über welche ein genauer Katalog wird verfasst sein; die Bücher werden in demselben klassifizirt und nach dem Alfabet der Verfasser oder Gegenstände in Ordnung gestellt und numerirt sein.

3. Die Bibliothekarin wird kein neues Buch annehmen, welches nicht von der Oberin gesehen und zugelassen worden.

4. Wenigstens einmal der Woche wird sie die Bibliothek kehren oder kehren lassen, und die Bücher abstauben. Einmal im Jahre wird sie die Bücher im Einzelnen und die Fächer gründlich reinigen.

5. Die Bibliothek wird beständig geschlossen sein und kann nur auf Anordnung der Oberin offen gehalten werden.

6. Die Bibliothekarin wird kein Buch herleihen, weder nach Innen, noch nach Aussen, ohne ausdrückliche Erlaubnis der Oberin. Iu diesem Falle wird sie in einem besonderen, zu diesem Gebrauche bestimmten Katalog, den Titel des Buches, den Namen der Person und den Tag, an welchem es ausgelieben wurde, eintragen. Wenn ihr das Buch wieder zurückgestellt wird, wird sie diese Notiz in dem Katalog ausstreichen.

7. Wenn sie das zurückgestellte Buch beträchtlich beschädigt findet, so müsste sie dies der Oberin anzeigen, ebenso wenn ein hergeliehenes Buch in Verlust gerathen wäre.

8. Die Bibliothekarin darf für sich selbst von den Büchern nur mit grosser Zurückhaltung Gebrauch machen; sie darf keines derselben in fortgesetzter Weise lesen, ohne von der Oberin die Erlaubnis dazu erbeten und erlangt zu haben.

9. Wenn sie in ihrem Amte etwas Beschwerliches und Lästiges findet, so möge sie sich den Gesinnungen unsres Heilandes vereinigen, der nicht auf die Erde gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.

Caput Xl. Praefecta Bibliothecae

1. Praecipuae qualitates Praefectae bibliothecae sunt : amor ordinis, exactitudo, circumspectio ac promptitudo.
2. Omnes libros domus sub sua habebit cura, qui in catalogum exacto confectum conscribuntur; libri in hoc catalogo rediguntur secundum classes et secundum alphabetum auctoris vel obiecti dislocabuntur in ordine, et providentur numero.
3. Nullum novum recipiet librum, quem Superior non vidisset et admisisset.
4. Adminus semel per hebdomadam verret vel curabit verri bibliothecam, et pulveribus purgabit libros. Semel per annum libros singillatim, et series singulas solide purgabit.
5. Bibliotheca ordinarie erit clausa, et saltem ad dispositionem Superioris poterit aperta teneri.
6. Bibliothecaria nullum commodabit seu pro domesticis seu pro extraneis librum absque expresso Superioris indultu. Obtente indultu Superioris, in catalogum pro hoc fine designatum iuscribet: titulum libri, nomen excipientis, et diem, qua liber exceptus est. Dum liber ei restituitur, hanc praenotationem e catalogo delebit.
7. Si adverteret, quod liber, dum restituitur, notabiliter attritus sit, hoc Superiori debebit indicare; pariter si contingeret, librum aliquem commodatum perivisse.
8. Bibliothecaria librorum suae creditorum curae promiscuum pro se usum facere non potest; iccirco nullum potest penes se, titulo continuatae lectionis habere, quin eatenus indultum Superioris pro se expetierit ac obtinuerit.
9. Quodsi in exercitio sui officii quidpiam grave ac onerosum reperiet, nuiat se Spiritui Salvatoris nostri, qui in terram not ministrari, sed ministrare venit.

Sunday, August 19, 2018

Subscription library: only for "respectable inhabitants"

"Nothing more is known of George Green's life for certain until he reached the age of thirty and became a member of the Nottingham Subscription Library. No other serious library facilities existed in Nottingham at this period, but the Subscription Library was in effect a gentlemen's club, housed in the elegant Georgian Bromley House in the Market Square. The members owned the property, purchased books according to their taste, and confined their numbers to prosperous and 'respectable inhabitants of the town' drawn from the professional classes, the gentry, and successful men of business".
Quelle: D. M. Cannell: "George Green: An Enigmatic Mathematician". In: The American Mathematical Monthly 106 (1999) 2, S. 136-151

Erholungsheim für ausgelaugte Bibliothekarinnen

Ich wär dabei! :-) Der verlinkte Artikel in Daily Jstor bezieht sich auf folgende Publikation: Rosalee McReynolds: "The Sexual Politics of Illness in Turn of the Century Libraries". In: Libraries & Culture 25 (1990) 2, S. 194-217 (Stichwort Neurasthenie). Leider habe ich über die Uni Wien keinen Zugriff, ich muss jemanden aus Graz finden... Die Zeitschrift heißt mittlerweile übrigens "Information and Culture: A Journal of History" :-o

Saturday, August 18, 2018

"a stripper called Dusty Archives"

Wenn Dusty einmal keine Zeit hat, könnte sicher Foxy Library einspringen...

Friday, August 17, 2018

Ein Jahrhundert Bibliothek. Kolumne 2/2018: Stempel

Die zweite Ausgabe meiner Kolumne "Ein Jahrhundert Bibliothek" in den Büchereiperspektiven widmet sich dem Stempel. Im Original-Layout hier abzurufen.

Wäre das eine Kolumne für G'schichtln und nicht für Geschichte, würde ich jetzt erzählen, wie es geschehen konnte, dass ich bei meinem allerersten Bibliothekspraktikum einen Muskelkater vom Stempeln bekam. So muss ich mich dem Stempel als bibliothekarischem Werkzeug ersten Ranges wohl von einer anderen Seite nähern.

Der Stempel ist ein deutlich sichtbarer Eigentumsvermerk, der Vorgang des Stempelns an festgelegten Stellen somit ein wichtiger Schritt in der Medienbearbeitung und ein wesentlicher Beitrag zur Diebstahlssicherung. Dennoch fiel und fällt es einigen BibliothekarInnen schwer, besonders schöne Bücher, Plakate oder Handschriften durch einen Stempel zu verunzieren. Deswegen verordnete im Jahr 1884 der französische Unterrichts- und Kunstminister Armand Fallières den Bürgermeistern seines Landes, für die sorgfältige Stempelung in der jeweiligen Stadtbibliothek zu sorgen: "Es erscheint mir angebracht und dringend nötig, Ihre lebhafteste Aufmerksamkeit auf die Stempelung der Ihnen anvertrauten Dokumente zu lenken. Gewisse Bibliothekare befinden sich allerdings in dem schweren Irrthum, dass sie der Stempelung das besondere Interesse nicht schenken, welches diese ausserordentliche Eigentumsgarantie erheischt; es ist aber von grosser Wichtigkeit, dass sie die Vorteile derselben besser erkennen, und Sie besitzen die Machtvollkommenheit, sie diesen Bibliothekaren zu zeigen." Auf die ästhetischen und konservatorischen Bedenken antwortet er: "Einige Bibliothekare sagen, diese Massregel schädige die Documente, und verwerfen unter diesem Vorwande die Anwendung. Der Vorwand kann nicht gelten, besondere bei der Vorzüglichkeit unserer heutigen Stempel, denn ein geschickt angebrachter verunziert durchaus nicht, dagegen bietet die Stempelung so ernste Vortheile, dass man einzelne Unzuträglichkeiten, wenn sie in Wahrheit existierten, übersehen müsste" (Übersetzung erschienen im Neuen Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft 1885, Orthografie original). Das stimmt auch heute noch im Wesentlichen, sofern man auf die Verträglichkeit der Stempelfarbe achtet.

Fiktive Bibliothekarinnen haben übrigens als Attribut mindestens so oft einen Stempel wie einen Dutt. Mrs. Beamster aus dem Kinderbuch "The librarian from the black lagoon" hat sogar einen "überfällig"-Stempel auf ihren Schuhsohlen. Würden Sie bei der aus der Rateshow "Was bin ich" bekannten Frage nach einer "typischen Handbewegung" auch mit Stempeln antworten?

Zum Weiterlesen

Thursday, August 16, 2018

Archivarin: "her mind was a miracle of minutiae"

Ich bin vor kurzem auf die britische Kalter-Krieg-Krimi-Reihe "A very English mystery" von Elizabeth Edmondson gestoßen und lese derzeit nach "A man of some repute" den zweiten Band "A Question of Inheritance". Darin kommt eine Archivarin vor :-) Die männliche Hauptfigur, Hugo Hawksworth, arbeitet beim britischen Geheimdienst. Nach einer schweren Verletzung kann er nicht mehr im Außendienst arbeiten, sondern wird beauftragt, mögliche Verräter anhand von Akten im Archiv zu identifizieren: "Essentially, you'll be going through old files, looking for anomalies. Things in a chap's record that don't ring true or don't match up. I want you to take a long hard look at missions that failed. Find patterns, check the facts, worm out the truth, dig up the history", ordnet sein Vorgesetzter an. Eine Aufgabe, die ihm zunächst gar nicht zusagt ("I'm damned if I'm going to moulder away among a heap of files"), die er aber doch annimmt. Unterstützt wird er dabei jedenfalls von der Archivarin Mrs Clutton.

paraphernalia meticulously preserved and filed

So Hugo, amused as always by Sir Bernard in commanding mode, had hidden a grin and gone off to find Mrs Clutton, the Archivist who worked as his assistant. She, as always, had been one step ahead of him, and several files were already on his desk, flagged with her comments and notes. Her mind was a miracle of minutiae with everything indexed and cross-referenced on cards stored in narrow wooden drawers in her office. Her capacious memory linked people and places and events in a way that Hugo found extraordinary. Mrs Clutton could probably do his job better than he did, he reflected, as he opened the first of the files. (...) Letters, telegrams, secret messages from embassies. Photographs of places, some of them reduced to ruins during the war. Photographs of people, strangers smiling into the camera or caught unawares. Typed reports on flimsy paper, handwritten notes; all the paraphernalia meticulously preserved and filed by Mrs Clutton.

eager attentiveness of a truffle hound

Als Hugo Zeitungsartikel zu einem bestimmten Fall sucht:

Mrs Clutton was, as usual, standing in front of her rack of index cards, sorting with nimble fingers. 'Do we still keep old newspapers at the Hall?' he asked. Mrs Clutton looked round in surprise. She pushed a drawer back in its place and said, 'Such as the back copies of The Times? We do. There's a plan afoot to get rid of them, London saying there's no need for us to have duplicate copies here, but we're fighting them. I don't want to have to ask Archives every time I need to look something up in a newspaper, thank you. Is there anything in particular you're looking for?' (...) Mrs Clutton's face took on the eager attentiveness of a truffle hound who has just spotted a fine example of that delectable root under a tree. 'I do indeed remember the case. Would you like me to go and find the relevant newspapers?' She hardly waited for an answer but was off out of the room.

Einsame Frau AKA Bibliothekarin sucht wildes Tier

"Einsame Frau sucht wildes Tier", titelt Manuela Reichart im Deutschlandfunk über Gianna Molinaris Roman "Hier ist noch alles möglich". Hm, mein erster Gedanke: Bibliothekarin. Und was lese ich da im nächsten Absatz?
Früher hat sie in einer Bibliothek gearbeitet, jetzt wohnt sie in einem karg möblierten Raum auf dem Fabrikgelände. Sie trifft nur die wenigen Menschen, die hier noch arbeiten. Die Fa­brik steht kurz vor der Abwicklung. Sie ist bescheiden und wortkarg, gibt nicht viel preis von ihrem früheren Leben: "Ich möchte die Arbeit als Nachtwächterin nicht gegen meine frühere Arbeit in der Bibliothek eintauschen. Zwar haben die beiden Arbeitsstellen einige Gemein­sam­keiten. In der Bibliothek suchte ich nach bestellten Büchern und trug sie zusammen. In der Fabrik suche ich nach ei­nem Wolf. In der Bibliothek wie auch bei der Arbeit als Nacht­wächterin ist das Tageslicht rar."

Tuesday, August 14, 2018

Die Bibliothek vor ... Jahren. Kolumne 2/2017: Bibliotheken im Ersten Weltkrieg (Preprint)

Ich schreibe ja mittlerweile seit etlichen Jahren eine Kolumne für die Büchereiperspektiven. In 99 Prozent der Fälle sind die von der Redaktion angeregten Änderungen eine deutliche Verbesserung. Bei einer Kolumne mochte ich meine erste Version aber auch, deswegen möchte ich sie hier auch veröffentlichen. Mir ging es gerade um diese kommentarlose Nebeneinanderstellung. Das abgedruckte Endprodukt, das sich davon deutlich unterscheidet (und das ich auch mag), ist hier nachzulesen.

Mehl-Bezugskarte. Wienbibliothek im Rathaus,
Weltkriegskonvolut Nr. 110
Herzlich willkommen zum Nachrichtenüberblick. Wir bringen internationale Meldungen aus der Bibliothek vor 100 Jahren.Königsberg, Stadtbibliothek. Der Bibliothekar Dr. Wilhelm Pelka fiel auf dem östlichen Kriegsschauplatz.

Wien. Die Wiener Hochschulen bitten um Bücher, Zeitungen und Geldmittel, um die Soldaten an der Front mit Literatur zu versorgen: "Ihre Lage auf jede mögliche Art zu erleichtern, ist erste Pflicht aller, die das Glück haben, den Winter in der gesicherten Ruhe ihres Hauses zu verleben. Jeder, dem einmal ein gutes Buch oder eine Zeitung über eine schwere Stunde hinweghalf, wird uns zur Seite stehen müssen", heißt es in dem Aufruf.

Gießen, UB. Der Hilfsarbeiter Dr. Theodor Hildenbrand ist als Leutnant der Reserve in einem bayerischen Fußartillerie-Regiment am 6. September im Westen gefallen.

Leipzig. Trotz des Krieges und der mancherlei Schwierigkeiten, die er für die Bearbeitung mit sich brachte, ist der neue Jahrgang von Kürschners Deutschem Literatur-Kalender auf das Jahr 1916 pünktlich erschienen.

Berlin, Königliche Bibliothek. Der Abteilungsdirektor Geheimer Regierungsrat Dr. Hans Paalzow und die Hilfsarbeiterin Fräulein Lisbeth Kienzl erhielten die Rote-Kreuz-Medaille III. Klasse.

Berlin, Königliche Bibliothek. Den fahrbaren Kriegsbüchereien ist ein Unterstand im Bibliotheksgebäude eingeräumt worden. Es ist beabsichtigt, jede Division mit einer fahrbaren Bibliothek von 1500-2000 Bänden auszustatten.

Paderborn, Stadtbibliothek. Die 2 Beamtinnen beteiligen sich außerdienstlich an sozialer Arbeit.

Wien, Hofbibliothek. Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern mit Sohn Prinz Konrad und Tochter Frau Erzherzogin Auguste mit ihrem Sohn Erzherzog Josef Franz und Tochter Frau Erzherzogin Sophie erschienen heute vormittags in der Hofbibliothek, um die zugunsten der Aktion "Bücher ins Feld" veranstaltete Buchkunstausstellung zu besichtigen. Direktor Hofrat Dr. Ritter von Karabacek empfing und geleitete die Gäste bei ihrem Rundgang.

Stuttgart, Landesbibliothek. Zum Heeresdienst wurden einberufen Bibliothekar Dr. Leuze und Hilfsbibliothekar Dr. Gaub.

Wien, Städtische Sammlungen. Auf Betreiben des Bürgermeisters Richard Weiskirchner wird eine "Kriegssammlung" angelegt. Er selbst sammelt Objekte bei seinen Reisen an die Front. Von den Wohltätigkeitsveranstaltungen kommen Bildpostkarten, Kokarden, Lesezeichen, Vivatbänder, Medaillen, Verschlussmarken und Kunsthandwerk in die Bestände, außerdem werden Brot-, Kaffee- oder Kartoffelkarten aufgenommen.

Quellen: Centralblatt für Bibliothekswesen; Neue Freie Presse; Wienbibliothek im Rathaus.

Saturday, August 04, 2018

Ein Jahrhundert Bibliothek. Kolumne 1/2018: Lesehefte

Im neuen Jahrgang dieser Kolumne [heuer unter dem Titel "Ein Jahrhundert Bibliothek"] werfen wir wieder einen Blick in die Geschichte: Welche Werkzeuge spielten im letzten Jahrhundert eine wesentliche Rolle für die bibliothekarische Arbeit? In der ersten Ausgabe steht ein Objekt im Mittelpunkt, bei dessen bloßer Erwähnung ich ein sentimentales "Oooh" von Ihnen zu hören glaube: das Leseheft. Denke ich an meine regelmäßigen Besuche mit meinen Eltern in der Stadtbücherei zurück, darf eine Szene nie fehlen: das sorgfältige Ausfüllen des Leseheftes zu Hause, in dem wir neben die gestempelte Signatur AutorIn und Titel eintrugen.

Die Idee des Lesehefts geht auf den deutschen Volksbibliothekar Walter Hofmann zurück. Es diente in den Zeiten, als es noch keine Freihandbereiche gab, als "künstliches Gedächtnis des Ausleihbeamten" und ermöglichte die individuelle Beratung der BenutzerInnen. Neben der bloßen Auflistung der Ausleihen notierten die BenutzerInnen eine persönliche Bewertung des Gelesenen und Buchwünsche. Anhand der gesammelten Lesehefte wurde die Lektüre bestimmter sozialer Gruppen wissenschaftlich analysiert. Das 1926 gegründete Institut für Leser- und Schrifttumskunde entwickelte daraus zum Beispiel eine "Lesertypologie nach Lebenskreisen" und eine "Lehre von den Leseantrieben". Für seine 1931 veröffentlichte Leserinnenstudie "Die Lektüre der Frau" wurde Hofmann mit dem Ehrendoktorat der Universität Leipzig ausgezeichnet. Der Bibliotheksschuldirektor Erich Thier veröffentlichte 1939 die nationalsozialistisch gefärbte) Arbeit "Der Gestaltwandel des Arbeiters im Spiegel seiner Lektüre".

Neben der Beratung der LeserInnen diente das Leseheft aber auch der Kontrolle. Edeltraut Milius notierte in einem Aufsatz über Walter Hofmanns Handhabung des Lesehefts: "Familienangehörigen ist die Mitbenutzung der Bücher nicht gestattet, weil dann die Bildungskontrolle im individuellen Sinne verloren geht." Was hätte Hofmann wohl zu den heutigen E-Readern gesagt, auf denen das Leseverhalten auf Sekunde und Absatz genau registriert werden kann?

Leseheft. Bild: Ursula Tichy, Gemeindebücherei Wimpassing

Übrigens: Ganz in die Vergangenheit können Lesehefte und Fristzettel auch in Zeiten von Lektüreblogs und "Social Reading" nicht verbannt werden. Just am Tag des Redaktionsschlusses für diese Kolumne fragte jemand in der Facebook-Gruppe Biblioadmin: "Es ist doch etwas Besonderes, wenn man eintragen kann und sieht, was man schon gelesen hat. Gibt es so was noch irgendwo zu kaufen?" Ja! Sie sind auch heute noch in 100er-Packs bei verschiedenen Bibliotheksausstattern erhältlich. In Design und Größe haben sie sich seit Hofmanns Zeiten kaum verändert.

Quellen

Der Stiftsbibliothekar - "Bücher, Natur, Stille"

Gerade läuft wieder die Folge "Grau'n an der Traun" der Krimiserie "Stockinger". Das Mordopfer war Stiftsbibliothekar in Lambach. Seine Witwe über ihn auf die Frage, ob er viel Kontakt zur Dorfbevölkerung hatte: "Mein Mann war Bücher, Natur, Stille".

Thursday, August 02, 2018

Tin Man beim Girly Book Club

Seit kurzem gibt es in Wien einen Ableger des Girly Book Club, "a global book club for likeminded women to discuss great books". Alle Frauen in den verschiedensten Ländern lesen zum selben Zeitpunkt dasselbe Buch und treffen einander zum Austausch. Im August steht das Buch "Tin Man" von Sarah Winman auf dem Programm. Ich habe mir das Buch schon bestellt und mich angemeldet. Vielleicht mag ja jemand von Euch mitkommen?

Mehr dazu auf www.meetup.com/de-DE/The-Vienna-Girly-Book-Club/ (Wien) und girlybookclub.com (allgemein).

Wednesday, August 01, 2018

Papierfiguren aus ungelesenen Büchern

In der "Zeit" vom 22. Juli 2018 stellt Cord Aschenbrenner den DDR-Schriftsteller und nunmehrigen Straßenmusiker Winfried Völlger vor. Mir sagte der Name vorher nichts, aber der Beitrag hat mich neugierig gemacht.

"Winfried Völlger, im Westen unbekannt und in der DDR, so paradox es klingt, ein viel gelesener Geheimtipp, wurde zum Schriftsteller ohne Leser. Um zu verhindern, dass seine Bücher, so wie unzählige andere aus DDR-Verlagen Anfang der Neunziger, im Altpapier landeten, übernahm er von seinem Verlag 6000 Exemplare seines Buchs Partitur eines verlorenen Sieges. Weil niemand die kaufen wollte, begann er, aus den Buchseiten Papierfiguren und -objekte zu fertigen".

Weiterlesen auf www.zeit.de/2018/30/winfried-voellger-ddr-schriftsteller-mauerfall-existenz/.

"weiblichen und männlichen Benutzern gleichermaßen gerecht"

Ein weiteres Beispiel für meine Sammlung von Erklärungen, warum auf geschlechtergerechte Sprache verzichtet wird, diesmal aus den AGB des WIFI Burgenland:
Im Sinne einer leichtern Lesbarkeit sind die verwendeten Begriffe, Bezeichnungen und Funktionstitel häufig nur in einer geschlechtsspezifischen Form angeführt. Wir legen jedoch Wert auf die Feststel­lung, dass unser Kursbuch weiblichen und männlichen Benutzern gleichermaßen gerecht wird.

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.

Wednesday, July 18, 2018

Stromloses eMail

CFP: Libraries, Archives, Museums, and Popular Culture

CFP: Libraries, Archives, Museums, and Popular Culture area at Popular Culture Association Annual Conference (April 2019 - Washington DC)

The Popular Culture Association annual conference will be held April 17-20, 2019, at the Washington Marriott Wardman Park in Washington, DC. Scholars from a wide variety of disciplines will meet to share their Popular Culture research and interests.
The Libraries, Archives, Museums, and Popular Culture area is soliciting papers dealing with any aspect of Popular Culture as it pertains to libraries, archives, museums, or research. Possible topics include:

  • Descriptions of research collections or exhibits
  • Studies of popular images of libraries, librarians, archives, or museums
  • Analyses of social networking or web resources
  • Popular Culture in library education/information literacy
  • The future of libraries and librarians
  • Developments in technical services for collecting/ preserving Popular Culture materials

Organisational things
Papers from graduate students are welcome. The deadline for submitting a proposal is October 1, 2018. Proposals may be submitted on the conference website.

Questions
Please direct any questions to the area chair or co-chair for Libraries, Archives, Museums, and Popular Culture:

Allen Ellis
Professor of Library Services
W. Frank Steely Library
Northern Kentucky University
Highland Heights, KY 41099-6101
859-572-5527
ellisa@nku.edu

Co-chair: Casey Hoeve
Associate Professor
509A Hale Library
Kansas State University
Manhattan, KS 66506
785-532-7672
achoeve@ksu.edu

Hinweis aus: The library writer's blog.

Friday, July 13, 2018

Diverging from library policy - oh yes!

Ausgangspost:

Ausgewählte Antworten:

Siehe dazu auch den Eintrag "Wiener Büchereien – Zügel anziehen, Hierarchien festigen" im Haftgrund-Blog vom 30. August 2013.

Tuesday, July 10, 2018

Neuerwerbungen für die Wörterbuchsammlung

Hebrew and Aramaic Dictionary of the Old Testament / Der homosexuelle Wortschatz im Russischen / Wörterbuch von Mittelfranken / Glossary of the old Northumbrian gospels

Thursday, June 28, 2018

Morgendlicher Dialog mit meinem Kater an Regentagen

Melvil: miau! (Ich möchte bitte hinaus!)

Ich: Es regnet, Katerchen.

Melvil: miaaauu! (Es ist fünf Uhr früh, wie üblich möchte ich jetzt hinaus).

Ich: Melvil, es regnet. Kräftig sogar.

Melvil: Mrau! (Willst Du andeuten, ich sei nicht Katers genug, um ein bisschen Wasser auszuhalten?)

Ich: Du magst Regen nicht, Dein Fell wird nass.

Melvil: Miaumraaaumauz! (Ich habe das Recht, auch bei Regen hinauszugehen, wie es vor Jahrhunderten in harten Kämpfen von der Katzengewerkschaft ausgefochten wurde und seitdem in kätzischen Trinkliedern besungen wird).

Ich: Als der unterdrückten Klasse des Katzenpersonals Zugehörige erkenne ich dieses Recht natürlich an, aber Melvil, Du magst Regen nicht.

Melvil: M.i.a.u! (Ich. Will. Aber. Hinaus!! Sofort!!)

Ich: Nicht in diesem Ton, junger Kater!

Melvil: Mauz! Mauz! (dasselbe wie oben, aber in kläglichem Tonfall, dem ich wie üblich gar nicht widerstehen kann)

Ich: okay, bitte sehr!

Ich öffne die Tür, Kater spaziert hinaus, saust herein.

Melvil: Miaaaaaau! (Wieso hast Du überhaupt nichts gesagt mich hat ein Wassertropfen getroffen es ist nass und furchtbar draußen und Du wirfst mich einfach hinaus?)

(Symbolbild des Jammers von sieben Uhr früh)

Tuesday, June 26, 2018

Mobile Bibliothek gewinnt regionalen Nachhaltigkeitspreis

Aus einer Presseaussendung des Umweltbundesamts: Das Umweltbundesamt und der Schuhhändler Deichmann haben einen Regionalen Nachhaltigkeitspreis ins Leben gerufen, bei dem Projekte unterstützt werden sollen, die einen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung leisten. Gestern wurde der Preis das erste Mal verliehen. Eines der siebenundzwanzig eingereichten und der drei ausgezeichneten Projekte ist ein Bibliotheksprojekt :-) Das Preisgeld von jeweils zehntausend Euro soll die Umsetzung der Projektidee erleichtern.
Mit der Idee einer "mobilen Bibliothek als kulturellem Nahversorger" will man in der LEADER-Region Nationalpark Kalkalpen eine Bücherei auf Rädern für die Gemeinden Hinterstoder, Klaus und Steyrling zur Verfügung stellen.
Das ausgezeichnete Projektteam. Photo: Umweltbundesamt / B. Ferner.

Mobile Jugendarbeit plus Bibliothek

Interessante Presseaussendung der Stadt Stuttgart:
Stuttgart hat einen neuen Standort der Mobilen Jugendarbeit in der Stadtbibliothek. Und ein Konzept, das bundesweit einzigartig ist: Das Projekt im Europaviertel wird partnerschaftlich von der Mobilen Jugendarbeit (MJA) und der Bibliothek geleitet. Die Mitarbeitenden sind drei Streetworker sowie eine bibliothekarische Fachkraft.

Friday, June 22, 2018

Diplomarbeit: "masculine forms stand for all sexes"

Ein Beispiel für meine Sammlung von Erklärungen, warum auf geschlechtergerechte Sprache verzichtet wird. Unter der Überschrift "Equality principle" steht:
This paper abstains from using gender neutral terms and therefore, the author would like to point out that masculine forms stand for all sexes.
Quelle ist die kultur- und sozialanthropologische Diplomarbeit "Volleyball players and kite flyers on the Danube Island" von Wanako Oberhuber, die auch aus anderen Gründen (wie Kapitel 3.4 "Channeling" als Methode der Erkenntnisgewinnung des Autors) bemerkenswert ist.

Andere Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.