Monika Bargmann aka library mistress postet über Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Bibliotheken, Archive, Bücher und Datenbanken, Grünzeug, Lesen und Schreiben - vor allem Science Fiction (meistens auf Deutsch, manchmal auf Englisch, seltener auch in anderen Sprachen)
Das vierte Open Science Festival im deutschsprachigen Raum findet am 8. und 9. September an der Universität Wien statt. Die Anmeldung ist geöffnet!
Programm
Keynotes von Florian Aigner (Physiker und Wissenschaftsvermittler) und Mark Hahnel (Vizepräsident für Open Research bei Digital Science, Gründer von Figshare)
Spielerische Annäherungen wie "The Persistent Identifier Heist: An Escape Room Activity" und "Scientific Scavenger Hunt: Explore the Unknown with Open Knowledge Maps"
Workshops wie "Journals betreiben gemeinsam mit Bibliotheken: Was brauchen Forschende?" und "From Data Chaos to Scientific Synergy: PhD Candidates and Mentors Working in Synch"
Podiumsdiskussionen zu Themen wie "The Dark Side of Open Science" und "Open Science Policies: Strategien, Herausforderungen, Chancen"
Inkludiert sind: Teilnahme an allen Programmpunkten, Kaffeepausen und Mittagessen an beiden Tagen. Nicht inkludiert ist das Festivaldinner am Montag Abend.
Erleben Sie zwei Tage voller Inspiration, Innovation und Vernetzung auf dem historischen Campus der Universität Wien! Das Open Science Festival bringt Forscher*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen in der Forschungsunterstützung zusammen, um:
die Zukunft von Open Science in Keynotes und Podiumsdiskussionen auszuloten
Kompetenzen in interaktiven Workshops zu erwerben
aktuelle Projekte in Poster Sessions und Lightning Talks zu entdecken
Kontakte zu knüpfen und Teil einer lebendigen akademischen Gemeinschaft zu werden
Egal, ob Sie noch studieren, als Forscher*in tätig sind oder in der Forschungsunterstützung arbeiten - es ist für alle etwas dabei.
Merken Sie sich den Termin vor! Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.
Wir freuen uns darauf, Sie im September 2025 in Wien begrüßen zu dürfen!
Save the Date: Open Science Festival at the University of Vienna
September 8-9, 2025
University of Vienna, Campus
Join us for two days of inspiration, innovation, and connection at the historic Campus of the University of Vienna! The Open Science Festival brings together researchers, students, and research support staff to:
Explore the future of Open Science through keynotes and panel discussions
Build skills in interactive workshops
Discover ongoing work through poster sessions and lightning talks
Make connections and become part of a vibrant academic community through networking opportunities
Whether you're a student, researcher, or research support specialist - there's something for everyone.
Mark your calendar and stay tuned for more details! Registration info is coming soon!
We can't wait to welcome you to Vienna and see you there!
Die AG Universitätsverlage, die Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum hat, hat ihre Kriterien für eine Mitgliedschaft überarbeitet und legt dabei einen Schwerpunkt auf Open Access und Open Science:
1. Bekenntnis zu Open Access und Open Science
a) Autor:innen und Herausgeber:innen wird sichtbar die Möglichkeit angeboten, Open Access im Sinne der Berliner Erklärung zu publizieren.
b) Die jeweilige Open-Access-Version der Veröffentlichungen ist über die Seite des Verlags zugänglich. Dies ist unabhängig davon, ob die Publikationsplattform in der Verantwortung des Verlags selbst liegt oder durch eine andere Einrichtung betrieben wird.
c) Die langfristige Verfügbarkeit solcher Open-Access-Versionen und ihrer Metadaten ist durch eine anerkannte Plattform zur Sicherung der Langzeitverfügbarkeit und/oder eine wissenschaftliche/öffentliche Einrichtung gesichert.
d) Der Verlag ist offen gegenüber neuen oder experimentellen Formen des Publizierens, die Open Science unterstützen (Verknüpfung mit Forschungsdaten, enhanced publications, Annotationen, Maschinenlesbarkeit etc.).
2. Wissenschaftsfreundliche Rechtepolitik
Eine wissenschaftsfreundliche Rechtepolitik ermöglicht es, dass Forschungsergebnisse möglichst breit rezipiert und nachgenutzt werden können. Das bedeutet, dass wissenschaftliche Urheber*innen die Kontrolle über ihre eigenen Publikationen behalten und den Verwertern nur die Rechte einräumen, die diese für ihre Dienstleistung benötigen.
a) Der Verlag bietet klare Informationen zu den urheberrechtlichen Aspekten seiner Services.
b) Der Verlag lässt sich von den Urheber:innen für die zentralen Verbreitungsformate einfache, also keine ausschließlichen Nutzungsrechte einräumen.
c) Der Verlag lässt sich von den Urheber:innen nur die Nutzungsrechte einräumen, die er auch ausüben wird (z.B. Online-Veröffentlichung, Verbreitung von Printexemplaren, ggf. Übersetzungen).
d) Um der Allgemeinheit größtmögliche Nutzungsrechte einzuräumen, werden die Open-Access-Publikationen unter anerkannten Lizenzen zur freien Nachnutzung veröffentlicht. Empfohlen wird die Creative-Commons-Lizenz CC BY.
In Inetbib habe ich gerade von einer neuen Open Access-Zeitschrift gelesen:
API (Ausbilden | Publizieren | Informieren – Studentisches Magazin der HAW Hamburg) wurde im Studienprojekt "Open Access" von Bachelorstudierenden am Department Information unter der Leitung von Prof. Christine Gläser und Prof. Dr. Ulrike Verch geplant und entwickelt. Es handelt sich um eine digitale Open-Access-Zeitschrift, die in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg im Januar 2020 erstmalig erschienen ist.
...
API ist ein Magazin für Studium, Lehre und Weiterbildung, in dem von Studierenden, Lehrenden und Praktiker*innen erstellte Texte und Anschauungsbeispiele publiziert werden. In vier Rubriken sind u. a. Best Practices, Praxiseindrücke, Exkursionsberichte, thematische Einführungen und Lerntipps für das Studium zu finden. Das API Magazin soll insbesondere jüngeren Semestern im Bereich Information, Bibliothek und Medien den Studieneinstieg erleichtern und einen vielfältigen Einblick in Studium und Praxis bieten. Alle Beiträge sind auch für die Nutzung auf dem Smartphone optimiert.
Die erste Ausgabe ist unter www.api-magazin.de abrufbar, die nächste erscheint voraussichtlich im Juni 2020.
Sign says "To help our neighbors affected by the COVID-19 crisis, this Little Free Library is converted to a Little Free Pantry. Take what you need and if you can, please donate what you can spare!" pic.twitter.com/HtrUHNv9BG
OpenAIRE Austria und die UB Wien laden am 25. Oktober 2018, 18:00 zur Filmvorführung von "Paywall: The Business of Scholarship" und anschließendem ExpertInnengespräch im Rahmen der International Open Access Week ein.
Die Dokumentation "Paywall" von Prof. Jason Schmitt (Clarkson University, USA) fragt nach den restriktiven Zugangsbestimmungen und Geschäftsstrategien der großen Verlage, die zu Profiten von bis zu 40% führen. Mehr als 50 WissenschafterInnen weltweit wurden zu den Auswirkungen von Paywalls und der Bedeutung von Open Access für ihren Forschungsalltag interviewt.
Im Anschluss diskutieren ForscherInnen und BibliothekarInnen mit Fokus Österreich über den Film, Paywalls und scholarly communication. Mit: Andrea Tanzer (Chemikerin, Universität Wien), Susanne Blumesberger (Germanistin, Universität Wien), Daniel Dörler (Zoologe, Universität für Bodenkultur und Koordinator Citizen Science Plattform Österreich forscht), Brigitte Kromp (OA-Beauftragte für Verlagsverhandlungen, Universität Wien), Guido Blechl (Open Access Office, Universität Wien). Der Abend wird von Katharina Rieck (FWF) moderiert.
Im Anschluss lädt OpenAIRE Austria zu einem kleinen Buffet. Freier Eintritt.
Ort: Skylounge Universität Wien, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien
Zeit: 25.10.2018, 18 Uhr
Bitte um Anmeldung bis 20.10.2018: openaireaustria@univie.ac.at
Am 1. Februar war mein erster Arbeitstag als Datenmanagerin an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Wer mich kennt, kennt mich als Hardcore-Bibliothekarin und Bibliotheksnerd und wird vielleicht etwas überrascht über meinen Wechsel sein - ganz weg von der Bibliothek...
Als ich meinen Noch-KollegInnen in der Bibliothek von meinem Wechsel erzählt habe, klang ein typisches Gespräch so:
Also, Du arbeitest dort dann in der Bibliothek.
Nein, in der IT-Abteilung.
OK, also mehr als Systembibliothekarin.
Nein, gar nicht in der Bibliothek.
Haben die etwa keine?
Oja, eine große mit 85.000 Bänden sogar, aber ich hab damit nichts zu tun.
Wie jetzt???
Panoramablick von unserer "Dachterrasse" neben meinem Büro - leider weiß ich noch nicht, welche Messgeräte das sind.
Ich höre jetzt häufig "ich wusste gar nicht, dass Du was anderes suchst". Das hab ich auch nicht aktiv, der Job hat mich einfach gefunden. Ich hatte mir zwar schon länger überlegt, dass ich mit 40 gerne etwas anderes machen würde. Da mich die Bundesforste nicht gefragt haben, ob ich ihnen die Social-Media-Betreuung mache, und mir für die Frühstückspension am Bauernhof doch irgendwie der Bauernhof fehlt, kam die Ausschreibung der ZAMG gerade recht ;-) Viele von Euch wissen, dass ich mich in den letzten Jahren aus privatem Interesse in den Bereichen Naturschutz, Forstwirtschaft, Klimaschutz, Energiewende etc. weitergebildet habe, und ich hatte die Möglichkeit, dieses Wissen auch einmal in irgendeiner Weise beruflich nutzen zu können, schon lange im Hinterkopf.
Das naturwissenschaftlich-technische Umfeld hier finde ich reizvoll. Die ZAMG macht sehr viel mehr als Wettervorhersagen - nur ein paar Beispiele: Die Abteilung für Angewandte Geophysik kartiert im Boden verborgene archäologische Spuren ohne Grabung. - Es gibt eine Stelle für historische Erdbebenforschung. - Es gibt ein Informationsportal zum Klimawandel.- In mehreren Citizen-Science-Projekten liefern Nicht-WissenschaftlerInnen Daten - das reicht vom 82jährigen Vorarlberger, der seit zwanzig Jahren mehrmals täglich das Wetter in seinem Tal durchgibt, bis zur Schulklasse, die Pflanzen, die sensibel auf Klimaveränderungen reagieren, regelmäßig photographiert.
Das Grüne Archiv habe ich mit Ende Jänner übergeben, in der Wienbibliothek werde ich noch bis ca. Mitte März sein. Ich bin jetzt über neun Jahre dort, und der Abschied fällt mir gar nicht leicht. Ich werde sogar schon sentimental, wenn ich die Essensmarkerl sehe... Und ich bedauere, nicht schon viel früher mit dem Paternoster gefahren zu sein! Meine Kündigung habe ich erst einmal eine Stunde lang angeschaut, bevor ich sie in die Kanzlei getragen habe.
Klarstellung
Zwei wichtige Anmerkungen zur Vorbeugung: 1. Ich kann nichts fürs Wetter - Beschwerden bitte an höhere Etagen! In den geheimen Standort der Wetterwunschabteilung wird man erst nach viiiielen Jahren eingeweiht. 2. Quaxi habe ich noch nicht gesehen, der ist noch in Winterstarre. (Auch auf die Gefahr hin, Illusionen zu zerstören, erlaube ich mir die Anmerkung, dass es sich vermutlich schon um Quaxis Urururenkel handelt).
Aufgaben
Für die besonders Interessierten meine künftigen Aufgaben laut der Stellenausschreibung: Erfassung von Daten und Datenbeständen an der ZAMG und zuliefernden Organisationen; Entwicklung von Metadatenstandards; Entwicklung von Datenstrategien; Entwicklung von Datenmanagementplänen; Mitarbeit bei der Inbetriebnahme und dem Monitoring von Datenportalen; Mitarbeit bei der Entwicklung von Lizenzen und Routinen; Mitarbeit bei der Entwicklung von Schnittstellen; Diskussion und Strategien zu den Themen: OGD, OD, PSI, INSPIRE, IWG...; Community Building; Dokumentation, Benutzerberatung, Troubleshooting. - Ich bin fürs erste im Rahmen des FFG-Projekts "Data Market Austria" angestellt. Vielleicht klingt es auf den ersten Blick nicht so, aber ich finde, das ist ein ur-bibliothekarischer Job :-) Ich habe aber trotzdem jetzt einen zweiten Twitter-Account unter dem Namen "metadata mistress" angelegt (gute Idee, Wolfgang!), der sich auf Datenmanagement, Wetter, Erdbeobachtung, Verwaltungsdaten, Open Data etc. fokussiert. Handle ist metadatamrs.
Wetterwitze
Wenn man bei einem Wetterdienst zu arbeiten beginnt, sind die Witze jedenfalls nicht weit. Mein bisheriger Favorit ist der Schüttelreim "Auf Wetterdaten / tät er warten". Auf den Plätzen landeten "In Deiner Branche bist Du ja den Umgang mit Unsicherheit gewöhnt" (pfff!) und der Vorschlag, die Ordner mit "Schnee von gestern" zu beschriften.
Im Blog "MusErMeKu. Museum – Erinnerung – Medien – Kultur" ist am 8. Februar 2017 ein sehr interessantes Interview zum Thema Bildrechte und Museen erschienen. Angelika Schoder hat für den Beitrag "Wenn Bildrechte Museen in den Wahnsinn treiben" mit Roland Nachtigäller, dem Direktor des Museums Marta Herford, gesprochen. Nachtigäller schildert den Aufwand, den seine MitarbeiterInnen und er damit haben, mit den Verwertungsgesellschaften alles rechtlich sauber abzuklären, z.B. bei der Dokumentation der Ausstellungen auf der Website oder bei kleinen Änderungen am Format in einem Ausstellungskatalog etc. etc., und dann kommt der schöne Satz:
Ungeachtet all dessen läuft parallel daneben her eine fortwährende Urheberrechtsverletzung durch die "normalen" Kunstinteressierten, indem sie Werke fotografieren, teilen, auf Plattformen hochladen, kommentieren, collagieren oder individuell verändern etc. Diese "Anarchie der Rezipientenpraxis" hat auch etwas Hoffnungsvolles, denn die Flut ist schon längst nicht mehr einzudämmen und wird es auch hoffentlich nie sein.
Toilettenschüssel "Vindobona" im Wiener Sanitärmuseum (wo ich für einen Beitrag in den AKMB-News problemlos photographieren durfte). Photo: Monika Bargmann, Flickr, CC-BY-SA
Ich selber ärgere mich in Museen dann, wenn Photographieren von eindeutig urheberrechtsfreien Werken ohne Blitz verboten ist, aber keine einfache Möglichkeit geboten wird, z.B. eine Postkarte, ein Photo oder einen Ausdruck davon zu erwerben. Mancherorts wird ja eine kostenpflichtige Lizenz zum Photographieren angeboten, wie ich im Urlaub in Görlitz gesehen habe - das finde ich auch ok, so dicke haben es ja die meisten Museen oder Kirchen nicht.
"In enger Zusammenarbeit zwischen der Kooperation E-Medien (KEMÖ), der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik und dem FWF ist es gelungen, mit dem renommierten Wissenschaftsverlag Institute of Physics (IOP) eine Vereinbarung über den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen (Open Access) zu schließen. Das Abkommen ist weltweit eines der ersten seiner Art und hat folgende Eckpunkte:
Fachartikel, die aus FWF-Projekten hervorgehen und in Subskriptionszeitschriften von IOP erscheinen, können auf Wunsch der AutorInnen Open Access gestellt werden. Die Kosten für Open Access übernimmt der FWF.
Die Kosten für Open Access, die dem FWF entstehen, werden den österreichischen Forschungsstätten von den Subskriptionspreisen für Fachzeitschriften von IOP abgezogen.
Das Wegweisende der Vereinbarung ist, dass Resultate österreichischer Forschung frei zugänglich werden, ohne dass dadurch für das österreichische Wissenschaftssystem Mehrkosten entstehen. Setzen sich solche oder ähnliche Modelle durch, bietet es den Verlagen, den Forschungsinstitutionen und den Fördergebern die Möglichkeit, das jetzt noch vorherrschende Subskriptionsmodell schrittweise auf Open Access umzustellen".
Klaus Graf hat in Netbib ein schönes Zitat wiedergegeben, das er über die niederländische Suchmaschine Delpher ("het centrale toegangspunt tot Nederlandse historische teksten uit de digitale collecties") entdeckt hat: "Die öffentliche Bücherei ist der Ort im Leben der Nation, wo Schrifttum und Gesellschaft zusammentreffen".
Quelle: Walter Hofmann: "Die Gestalt der öffentlichen Bücherei". In: Bibliotheekleven 5 (1920) 2, S. 2 - 25 (obiges Zitat auf S. 6).
Hofmann schreibt in seinem Tagungsbeitrag auch einiges über Personal und die nötige (Aus-)Bildung: "Vor aller Organisation steht auch hier freilich wieder eins: das ist der lebendige, bücherkundige, menschenkundige und auch menschenliebende, von der Freude am Menschen erfüllte Mensch! Die schönste Organisation, die besten Apparate und die raffiniertesten technischen und geistigen Hilfsmittel sind wertlos, ja unter Umständen sogar schädlich und gefährlich, wenn sie in die Hand von geistig und seelisch unreifen, voreingenommenen, ohne Feinheit des Auges und des Ohres arbeitenden Menschen gelegt werden" (S. 19; kursiv im Original). Hofmann fordert, dass die BibliothekarInnen "von der bibliothekarischen Fachsausbildung abgesehen, geistig gut fundiert" (S. 8) und "unabhängig von den geschaftlichen Interessen der Verleger, unabhängig von dem Prosperieren der kritischen Zeitung, unabhängig von literarischen Kliquen und Modeströmungen, unabhängig von der Macht und der Meinung der Fakultat, die die akademische Laufbahn des kritisch tätigen Dozenten erschweren oder erleichtern kann, unabhängig von alledem, sich nur im Dienste eines vitalen Interesses der Gesellschaft fühlend, den Blick aber ständig beobachtend und prüfend auf eine vieltausendköpfige Leserschaft gerichtet" (S. 8-9) seien.
In der Pima County Public Library kann man sich seit Jänner 2012 auch Saatgut ausleihen - am Saisonende bringt man dann einfach neue Samen zurück. Wieso eigentlich? "Our Seed Library is about encouraging our community to dig in and garden; reconnecting our community to the
traditions of growing tasty, healthy food; educating our community about growing, harvesting, and saving seeds; creating a community-sustained seed collection at our library; nurturing a culture of sharing and abundance", heißt es im Folder. Die Samen werden im Online-Katalog erfasst und sehr ausführlich beschlagwortet - der Bockshornklee beispielsweise hat achtzehn Schlagwörter bzw. Schlagwortketten von "Heirloom varieties (Plants)" bis "Public-private sector cooperation - Arizona - Tucson" :-)
Mehr dazu auf www.library.pima.gov/seed-library und facebook.com/PimaSeedLibrary.
Am 8. und 9. November findet die Jahrestagung des Arbeitskreises kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (Kribibi) zum Thema "Copyright – Copyleft – Copywrong. 'Geistiges Eigentum' in einer digitalisierten Welt" in Wien statt. Kribibi ist offene Plattform für BibliothekarInnen mit fortschrittlichem politischem Standpunkt und Anspruch.
Inhalt
Die Digitalisierung der Welt hat das Urheberrecht als eine Variante der Regelungen des sogenannten „geistigen Eigentums“ von einem Nischenthema der Jurisprudenz in die öffentliche Diskussion gerückt. Für Bibliotheken bedeutet dieser Wandel nicht nur eine Veränderung bei der Zurverfügung-stellung von Informationen, sondern auch der Bedingungen, wie sie an Informationen herankommen und diese bewahren können. Unser Seminar soll aus verschiedenen Blickwinkeln diese Veränderungen hinsichtlich der Qualität des zukünftigen Angebots von Bibliotheken für die Öffentlichkeit beleuchten und die Frage diskutieren, ob die gegenwärtigen urheberrechtlichen Regelungen den neuen Bedingungen gerecht werden.
Programm
Freitag, 8. November, Bibliothek der Arbeiterkammer Wien, Beginn 18.45 Uhr
* Vortrag - Eckhard Höffner: Urheberrecht – Anspruch und Wirklichkeit
Samstag, 9. November, Renner-Institut / Gartenhotel Altmannsdorf, Beginn 9 Uhr
* Begrüßung und Vorstellungsrunde
* Referat und Diskussion - Nikolaus Hamann: Ethische Aspekte "geistigen Eigentums"
* Mittagspause von 12 bis 13 Uhr
* Referat und Diskussion - Gabriele Beger: Bibliotheken zwischen Copyright und Copyleft
* Referat und Diskussion - Gerald Leitner: The right to e-read
Alles über die Anmeldemodalitäten findet sich auf kribibi.at. - Veranstaltung auf Facebook.
Scott Jaschik berichtet in einem Artikel für "Inside Higher Ed" vom 24. Juli 2013: "The American Historical Association has released a policy calling on history departments and university libraries to allow students to place embargoes on the online versions of Ph.D. dissertations in the field for up to six years. The association says that such a policy is needed to enable new Ph.D.s to successfully publish books based on their dissertations. But some historians are upset about the proposal, which they say isn't needed and runs counter to the scholarly mission of sharing research findings". - Weiterlesen.
Otto Oberhauser hat einige seiner Beiträge zur computergestützten Literatursuche aus den 1980ern in E-LIS eingestellt - sehr interessant zur Erinnerung für die ZeitgeschichtlerInnen unter den BibliothekshistorikerInnen ;-) Beispiele:
Am 19. und 20. April 2013 findet an der Johannes Kepler Universität Linz ein Symposium zum Thema "Social Media & neue soziale Bewegungen - Potentiale, Chancen, Risiken" statt. Ankündigungstext: "'Soziale Medien' sind in aller Munde. Social Media, wie das Internet insgesamt, sind ein faszinierendes Projektionsfeld von Hoffnung geworden (in Richtung Partizipation, Demokratisierung, Gemeinschaftsbildung). Ohne Zweifel erleichtern und verbilligen soziale Medien, E-Mail & WWW die Organisation von Initiativen, Vereinen, Bewegungen und spontanen Protestaktionen. Doch hat die Netz-Metapher eine Doppelbödigkeit: Das Netz als Mutter, als Aufgehobenheit und Unterstützung, aber auch das Netz als Fangnetz. Z.B. bezahlen politische Propaganda- oder Marketingagenturen Blogger, die mittels zahlreicher erfundener Persönlichkeiten – scheinbar authentisch – Propagandainhalte auf den Postingseiten der Medien oder in Selbsthilfeblogs von PatientInnen platzieren. Auch per Software können zehntausende protestierende Personen simuliert werden. Die ReferentInnen und TeilnehmerInnen dieser Workshops möchten die Chancen, Potentiale & Risiken der Social Media ausloten, vor allem im Bezug auf eigene soziale, kulturelle und politische Aktivitäten". - Die Abstracts können hier gelesen werden. - Das Programm:
Workshop 1: Ägyptischer Frühling
Fr., 19.4. 2013, 15 Uhr s.t., Kaffee & Kekse ab 14.30
BeiträgerInnen: Andrea Ghoneim, Kairo & Wien / Maha El Hissy, München / Bernhard Seyringer, Wien
Themen: Information - Emotion - Revolution; Bild - Abbild - Trugbild. Macht der Bilder bei Gemeinschaftsgründungen im arabischen Frühling; Gefühlslagen statt Information. Der 'Arabische Frühling' und die Zukunft der Medien.
Workshop 2: Akademische Frühlinge
Sa., 20.4. 2013, 10 Uhr s.t.
BeiträgerInnen: Gerhard Fröhlich, Linz / Ulrich Herb, Saarbrücken / Terje Tüür-Fröhlich, Linz/Tallinn
Themen: Wissenschaftskritische Blogs, Petition Elsevier & Waffenhandel, Elsevier-Boykott-Bewegungen, Petitionen & Initiativen contra Libel Law (Verleumdungsrecht), pro OpenAccess, pro Open Data, Blogs von Wissenschaftlerinnen, Crowdfunding
"Dieser Tage macht die Kulturindustrie wieder Stimmung, um ihre überholten Geschäftsmodelle noch ein paar Jahre absichern zu können. Dazu schickt sie verunsicherte Kulturschaffende vor, deren wirtschaftliche Lage tatsächlich meist sehr prekär ist. Unter dem Titel 'Kunst hat Recht' liest man etwa: 'Die Lebensgrundlage der Kunstschaffenden ist bedroht!' Das stimmt, allerdings ist die geforderte Verschärfung der Urheberrechte das gänzlich falsche Mittel, dieser Bedrohung zu begegnen", schreibt die "Gegeninitiative zu 'Kunst hat recht'" im heutigen Standard". Unterzeichnet ist der interessante Beitrag von Konrad Becker, Marina Grzinic, Susanne Kirchmayr, Monika Mokre, Gerald Raunig und Felix Stalder. - Hinweis aus Internetz.
In einem wissenschaftlichen Artikel, den ich gestern gelesen habe, gab eine Fußnote die zugrundeliegende Studie an, und dabei stand: "Aufgrund abgelehnter Druckkostenförderungsanträge konnte die Studie nicht veröffentlicht werden". Die (sicher interessante) Studie stammt aus dem Jahr 2001, der Artikel wurde 2009 gedruckt. Jetzt denke ich, da gibt es doch so etwas wie Internet, und da kann ich das reinstellen, und dann können es alle lesen, die's interessiert, ganz ohne Druckkostenförderung... Ist in diesem Fall nämlich wirklich schade.