Monika Bargmann aka library mistress postet über Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Bibliotheken, Archive, Bücher und Datenbanken, Grünzeug, Lesen und Schreiben - vor allem Science Fiction (meistens auf Deutsch, manchmal auf Englisch, seltener auch in anderen Sprachen)
Thursday, June 30, 2005
Zweihunderttausend Artikel des Innsbrucker Zeitungsarchivs (IZA) sind in der ersten Version des digitalisierten Archivs online. Bis Sommer 2006 soll das Archiv mit einer Million Artikel zu den Themen Literatur, Sprache, Theater, vertonte und verfilmte Literatur vollständig online sein, berichtete Günter Mühlberger vor kurzem in voeb-l. Einschränkung: "Die Umsetzung gleicht weitgehend dem digitalisierter Kärtchenkataloge, allerdings mit einigen Besonderheiten, die sich daraus ergeben, dass die Artikel aus urheberrechtlichen Gründen nicht der Öffentlichkeit vollständig gezeigt werden dürfen".
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat einen "Legal Guide for Bloggers" herausgegeben. Dieser soll eine "basic roadmap to the legal issues you may confront as a blogger, to let you know you have rights, and to encourage you to blog freely with the knowledge that your legitimate speech is protected" darstellen. Quelle: do-wire.
Wednesday, June 29, 2005
reading diaryrecently finished: "Das Orakel vom Berge" (The man from the high castle), an alternative reality classic by Philip K. Dick, depicting a world where the Nazis and the Japanese have won World War II.
Heutige Neuerwerbungen:Kläre Warnecke: Christian Thielemann. Ein Porträt. Berlin: Henschel 2003 Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte. Roman. München: dtv 2005 Markus Orths: Lehrerzimmer. Roman. München: dtv 2004 Mary E. Bradley Lane: Mizora. A world of women. Lincoln/London: University of Nebraska Press 1999 ["the first known feminist utopian novel written by a woman", erschien 1880/1881 anonym in einer amerikanischen Zeitung] Charlotte Perkins Gilman: Herland and selected stories. New York: Signet Classic 1992 Katherine V. Forrest: Daughters of an emerald dusk. Los Angeles: alyson books 2005 [brandneuer dritter Teil zu Daughters of a coral dawn und Daughters of an amber noon]
Den Titel "Wort des Tages" verdient, denke ich, "Positivprädikatisierung". Das BMSG bereitet derzeit nämlich die Einrichtung der "BuPP - Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen" vor. Gute Computerspiele - "die Spaß machen, deren Gestaltung und Technik dem Stand der Zeit entsprechen und bei denen auf Grundlage klar definierter Kriterien und dem Fachwissen sowie der praktischen Erfahrung der GutachterInnen, keine pädagogischen Bedenken zu erheben sind" - sollen gekennzeichnet werden.
Tuesday, June 28, 2005
In nexgenlib-l wurde heute gemeldet, dass Brad Pitt bei der Verfilmung von Audrey Niffeneggers "The time traveler's wife" den Bibliothekar Henry spielen wird :-)
Gemeinsam mit Studentinnen der Vertiefungsrichtung BID am FHS Informationsberufe habe ich eine Liste von Datenbanken und Informationsangeboten des öffentlichen Sektors in Österreich zusammengestellt, kurz "Public Sector Information in Österreich". Die Liste ist einerseits alphabetisch geordnet, andererseits nach den AnbieterInnen gruppiert. Ich möchte die Liste laufend aktualisieren und ergänzen.
Monday, June 27, 2005
Danke an Ingmar für den Hinweis: Bibliothekscartoon aus der Reihe "Pearls before Swine" von Stephan Pastis.
Vergangenen Donnerstag war ich nach langem wieder in der Oper, weil mein Vater, Abonnementinhaber, beruflich verhindert war. Auf dem Spielplan stand "Parsifal" von Richard Wagner. Dirigent: Christian Thielemann. Inszenierung: Christine Mielitz. Besetzung: Plácido Domingo (Parsifal), Falk Struckmann (Amfortas), Waltraud Meier (Kundry), Franz-Josef Selig (Gurnemanz), Wolfgang Bankl (Klingsor).
Bei mir ist es bisher immer so gewesen, dass mir die Oper, die ich zuletzt gesehen habe, am besten gefällt. Diese Aufführung war aber wirklich etwas Besonderes. Ich habe noch nie etwas so Berührendes, Bewegendes und Spannendes gesehen. Wilhelm Sinkovicz spricht in seiner Kritik "Zum Traum wird hier die Zeit" in der Presse gar von einer "Wagner-Sternstunde". Auch wenn in Medienberichten (wie in der ZIB am Freitag) Domingo immer im Vordergrund steht, finde ich doch die Rolle des Amfortas eigentlich die bedeutendste. Sinkovicz dazu: "Falk Struckmann dazu, ein Amfortas von geradezu niederschmetterndem Leidenspotenzial. Seine Stimme vermittelt die Klagerufe des gequälten Gralskönigs mit seltener Intensität, ganz im Einklang mit den glühenden Klangbotschaften, die aus dem Orchester kommen". Wie Amfortas hin und her gerissen ist, weil er nach Jahren der Schmerzen und Qualen einfach genug hat und nur mehr sterben will, andererseits darunter leidet, dass er durch das Verschlossenhalten des Grals den Tod seines Vaters Titurel verursacht hat, wurde von Struckmann wirklich brillant und beeindruckend dargestellt. Bei Kundrys Auftritten hatte ich - nicht als einzige Opernbesucherin - eine Gänsehaut.
Zwei "Wermutstropfen": Ich hatte trotz ausreichend Phantasie gewisse Schwierigkeiten, in dem 64jährigen Domingo den jungen Knaben Parsifal zu sehen; und die Erläuterungen der Vorgeschichte durch Gurnemanz, die Wagner wohl als für das Verständnis nötig erachtete, weisen doch oft eine gewisse "epische Breite" auf.
Christian Thielemann hat eine ganz eigene Art zu dirigieren, die aus der Nähe zu beobachten wesentlich zum Vergnügen des Abends beigetragen hat. Ich wusste oft nicht, ob ich auf die Bühne oder in den Orchestergraben schauen soll. Hab mir gleich das Buch "Christian Thielemann - ein Portrait" von Kläre Warnecke (2003) bestellt... Ich glaube ja mittlerweile, dass die Oper die höchste Kunstform überhaupt ist, da sie Text, Bild und Melodie vereint.
Parsifal begleitet mich irgendwie schon länger: Das zugrundeliegende Epos "Parzival" Wolframs von Eschenbach (den Wagner aber anscheinend gründlich missverstanden hat) ist wohl mein liebster mittelhochdeutscher Text (zugegebenermaßen nicht besonders originell - meine Vorliebe, nicht der Text); und eine der faszinierendsten Germanistik-Lehrveranstaltungen "ever" war, als Alfred Ebenbauer uns in einem Einführungsproseminar die Szene schilderte, in der Parzival durch Blutstropfen im Schnee an seine Frau Condwiramurs erinnert wird. Das ist schon zehn Jahre her, aber ich seh es immer noch vor mir.
Bei mir ist es bisher immer so gewesen, dass mir die Oper, die ich zuletzt gesehen habe, am besten gefällt. Diese Aufführung war aber wirklich etwas Besonderes. Ich habe noch nie etwas so Berührendes, Bewegendes und Spannendes gesehen. Wilhelm Sinkovicz spricht in seiner Kritik "Zum Traum wird hier die Zeit" in der Presse gar von einer "Wagner-Sternstunde". Auch wenn in Medienberichten (wie in der ZIB am Freitag) Domingo immer im Vordergrund steht, finde ich doch die Rolle des Amfortas eigentlich die bedeutendste. Sinkovicz dazu: "Falk Struckmann dazu, ein Amfortas von geradezu niederschmetterndem Leidenspotenzial. Seine Stimme vermittelt die Klagerufe des gequälten Gralskönigs mit seltener Intensität, ganz im Einklang mit den glühenden Klangbotschaften, die aus dem Orchester kommen". Wie Amfortas hin und her gerissen ist, weil er nach Jahren der Schmerzen und Qualen einfach genug hat und nur mehr sterben will, andererseits darunter leidet, dass er durch das Verschlossenhalten des Grals den Tod seines Vaters Titurel verursacht hat, wurde von Struckmann wirklich brillant und beeindruckend dargestellt. Bei Kundrys Auftritten hatte ich - nicht als einzige Opernbesucherin - eine Gänsehaut.
Zwei "Wermutstropfen": Ich hatte trotz ausreichend Phantasie gewisse Schwierigkeiten, in dem 64jährigen Domingo den jungen Knaben Parsifal zu sehen; und die Erläuterungen der Vorgeschichte durch Gurnemanz, die Wagner wohl als für das Verständnis nötig erachtete, weisen doch oft eine gewisse "epische Breite" auf.
Christian Thielemann hat eine ganz eigene Art zu dirigieren, die aus der Nähe zu beobachten wesentlich zum Vergnügen des Abends beigetragen hat. Ich wusste oft nicht, ob ich auf die Bühne oder in den Orchestergraben schauen soll. Hab mir gleich das Buch "Christian Thielemann - ein Portrait" von Kläre Warnecke (2003) bestellt... Ich glaube ja mittlerweile, dass die Oper die höchste Kunstform überhaupt ist, da sie Text, Bild und Melodie vereint.
Parsifal begleitet mich irgendwie schon länger: Das zugrundeliegende Epos "Parzival" Wolframs von Eschenbach (den Wagner aber anscheinend gründlich missverstanden hat) ist wohl mein liebster mittelhochdeutscher Text (zugegebenermaßen nicht besonders originell - meine Vorliebe, nicht der Text); und eine der faszinierendsten Germanistik-Lehrveranstaltungen "ever" war, als Alfred Ebenbauer uns in einem Einführungsproseminar die Szene schilderte, in der Parzival durch Blutstropfen im Schnee an seine Frau Condwiramurs erinnert wird. Das ist schon zehn Jahre her, aber ich seh es immer noch vor mir.
Haft 6 (2005) der Zeitschrift "Die Vitrine - Fachblatt für linke Bibliomanie" widmet sich dem Thema "Bibliographische und andere Hilfsmittel für linke BibliomanInnen", zusammengestellt von Norbert Koch. Verzeichnet werden Allgemeine Bibliographien zu Sozialismus/Arbeiterbewegung, Arbeiterbibliotheken und Archive, Themen-Bibliographien, Organisationen, Presse und Periodika, Buchgemeinschaften, Verlage und Verleger, Personen, Verkaufs- und Ausstellungskataloge, Fachzeitschriften und Reihen.
Friday, June 24, 2005
Zweite Meldung des Tages aus dem Außenministerium: "Wir planen den Wiederaufbau von Museen und Bibliotheken zu unterstützen, um damit zur Erhaltung des irakischen Kulturerbes beizutragen", sagt Außenministerin Ursula Plassnik.
Suomi & Itävalta sollen kooperieren: "Das auf österreichischer Seite vom Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten zusammen mit Vertretern des Bundeskanzleramtes / Kunstsektion und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit Finnland ausgearbeitete und neue Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2005 - 2009 sieht eine Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft und Hochschulwesen, allgemein bildendes und berufsbildendes Schulwesen, Erwachsenenbildung und LehrerInnenfortbildung, des Sprachunterrichtes sowohl für Deutsch als auch für die finnische Sprache, auf den Gebieten der Literatur, des Bibliotheks- und Archivwesens, der bildenden Kunst, der Denkmalpflege, des Theaters, der Musik, des Tanzes, der Volkskultur und des Films vor", meldet das BMAA.
"Eine Mehrheit der Abgeordneten hat sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, den Zugang der Geheimdienste zu den Lese- und Leihgewohnheiten der Bibliotheksbenutzer einzuschränken. Die Regierung Bush hofft indes darauf, daß die Entscheidung rückgängig gemacht wird. Wenn nicht, will der Präsident sein Veto einlegen. Er muß sich jetzt allerdings damit abfinden, daß die von ihm behauptete und wohl auch gepriesene Bibliotheksabstinenz seiner Investigatoren nur noch als Ammenmärchen weiterleben kann", schreibt Jordan Mejias in seinem interessanten Artikel "Wer hat was gelesen?", der am Mittwoch in der FAZ erschienen ist.
neu entdeckte Kinderbücher, wo Bibliotheken und BibliothekarInnen vorkommen: Georgia Byng: "Molly Moon und das Auge der Zeit", Hanser 2004, und Wieland Freund: "Lisas Buch", Rowohlt 2003.
Preis für Thomas Maurer: Für eine der originellsten Literatursendungen im deutschsprachigen Fernsehen, "Lesen mit Thomas Maurer", erhielt der Kabarettist in der Sparte Sendereihe den Fernsehpreis der Erwachsenenbildung. Ich hab's zwar erst einmal gesehen, fand es aber auch wirklich gut.
Wieder ein Beitrag von Spam-Poesie: "probation to the judge and a small fine. Probation and a fine are not bad be the guinea pig? The Bundespost Ministry in Bonn? A single quote suffices. A LION entered a farmyard. The Farmer, wishing to catch him,echelons as to whether they should simply inform the people of the problem or" (gerade auf gmx angekommen)
Tuesday, June 21, 2005
Was ich sooo gern wieder mal sehen würde: Caroline in the City, Das Haus am Eaton Place (Upstairs Downstairs), Die Onedin-Linie (The Onedin Line), Cagney & Lacey, Die Zwei (The Persuaders).
In der Charmed-Folge "Ex Libris" wird die Studentin Charlene (Rebecca Cross) in der Evans Hill Library von einem Dämon namens Libris (Scott Lincoln) getötet, als sie gerade die "Encyclopedia of Demons" aus dem Regal nehmen wollte - anscheinend weil sie drauf und dran war, als "Nicht-Eingeweihte" in ihrer Diplomarbeit die Existenz von Dämonen zu beweisen. Die Folge war gelungen, aber natürlich konnte auf eine psst!-Bibliothekarin nicht verzichtet werden.
Monday, June 20, 2005
Bin gerade auf interessanten Text gestoßen: "Cataloging the Whedonverse: Potential Roles for Librarians in Online Fan Fiction" von Jessica F. Kem, SILS Master's Papers (Abstract). Ich hab ja kurz überlegt, ob ich meine Diplomarbeit über deutschsprachige Star Trek-Fan Fiction schreiben soll. Ganz gelöst habe ich mich davon noch nicht, auch wenn ich mittlerweile ein sehr verlockendes Angebot für ein Diplomarbeitsthema bekommen habe...
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