Monday, January 18, 2016

oh yes, I know that, I was/am a student myself ;-)

Sunday, January 10, 2016

Bibliotheken ohne Bücher, Kolumne 3/2015

Dass Bibliotheken schon seit einiger Zeit neben dem gedruckten Buch auch elektronische Bücher, Online-Zeitschriften und digitale Spiele anbieten, ist nichts Außergewöhnliches mehr. Aber eine Bibliothek ganz ohne gedruckte Bücher? Ist das denn noch eine Bibliothek? "Bibliotheken ohne Bücher, das klingt wie Pommes ohne Ketchup/Majonäse", schrieb Wolfgang Kaiser 2014 in der Bibliothekszeitschrift "Libreas". Oder wie Würstel ohne Senf, Cevapcici ohne Ajvar, Fischstäbchen ohne Sauce Tartare – Sie verstehen.

The flagship library on Pleasanton Road
in San Antonio. Foto (c): Public Library San Antonio
Papierlose Bibliotheken haben heute jedenfalls nichts Utopisches mehr. Im September 2013 wurde nämlich die erste rein digitale Öffentliche Bibliothek der USA eröffnet (siehe Büchereiperspektiven 4/2013). Die Zweigstelle BiblioTech wurde bewusst in einem wirtschaftlich benachteiligten Stadtteil der texanischen Hauptstadt San Antonio angesiedelt, in dem 40 Prozent der Haushalte nicht über einen Computer verfügen. Seit Juli 2015 gibt es eine zweite BiblioTech-Zweigstelle in einem Stadtteil mit tendenziell niedrigem Bildungsniveau. Das Angebot umfasst derzeit rund 30.000 E-Books, 100.000 Hörbücher, 70 laufende Zeitschriften, eine Datenbank mit 350 Millionen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, 7.000 Comics, Sprachlernmaterialien und mehr. Büchereien dieser Art kommen mit viel weniger Platz aus, das Gebäude muss keine besonderen statischen Anforderungen erfüllen. Die 450 Quadratmeter der BiblioTech-Zweigstelle werden nicht für Regalfläche, sondern für Kurse, Vorlesestunden, Nachhilfe, Projekträume und Leseplätze genutzt. Die MitarbeiterInnen können sich auf die 1:1-Betreuung der BenutzerInnen konzentrieren, physische Ausleihe und Rückstellarbeiten fallen weg.

Auch in der 2014 gegründeten Polytechnischen Universität in Florida, die nur naturwissenschaftliche und technische Studien anbietet, ist die Bibliothek rein digital. Die Studierenden haben Zugang zu 135.000 E-Books. Papierbücher könnten zwar aus anderen Bibliotheken ferngeliehen werden, davon wird aber abgeraten – ebenso wie von der großzügigen Verwendung der Drucker. Für künftige Hightech-ArbeiterInnen ist eben nur Digitales Wahres. Als Anlaufstelle, als Treffpunkt, als Gemeinschaftszentrum, als "dritter Ort" sind wohl auch die papierlosen Zweigstellen unschlagbar. Die Bibliothekswissenschafterin Kathleen McCook ist aber skeptisch: "Das bringt die Leute einfach um die Erfahrung, beim Wandern durch die Regale unerwartete Entdeckungen zu machen – ein ungemein großer Schritt ins Erwachsenwerden." [im Original: "It's just not going to give people the serendipitous experience of walking though shelves of books – a tremendous rite of passage" – Quelle].

Sunday, January 03, 2016

My year in first lines, 2015

Auf die nette Idee "The first line of the first post for each month of the last year" bin ich ursprünglich bei Kathryn Greenhill von Librarians matter gestoßen, und die hat sie von Ruminations (Seite nicht mehr online). Vgl. die Jahre 2003, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011.

Im vergangenen Jahr habe ich mit 84 Posts einen neuen quantitativen Tiefpunkt erreicht. 2014 waren es noch 85!! ;-) Wenn ich dran denke, dass es 2005 satte 693 Beiträge waren! Aber während meiner Zeit auf der FH konnte auch vieles als Teil meines Jobs entstehen. Die Kategorie der Blogposts, in denen man beklagt, zu wenig zu bloggen, wäre einmal eine eigene Untersuchung wert - und dass ich mir "weniger Facebook, mehr Blog" vornehme, hab ich auch schon öfters geschrieben. Im nächsten Jahr aber gaaanz wirklich ;-)


Jänner: "In meiner Projektarbeit für den Lehrgang Forst & Kultur beschäftige ich mich mit der Geschichte der Holzwirtschaft in der Buckligen Welt" - im Heimatbuch der Marktgemeinde Lanzenkirchen hab ich in den Satzungen des Frohsdorfer Taidings (1527) folgende Passage gefunden: "Wann ainem lust aines weinpers zu essen, der soll dem hueter dreimal ruefen. kumbt er nit, so soll er drei weinper nemen, in jede hand ains und in das maul das dritt weinper und nit mer, nimbt er aber mer, so soll man ine anfallen als als ain schedlichen man".
Februar: "If my life were a book, I would have masking tape holding my hinges together" - ein Zitat aus: "If Books Could Kill" von Kate Carlisle, einem Band der Krimireihe um die Buchrestauratorin und ausgebildete Bibliothekarin Brooklyn Wainwright.
März: "Ich liebe solche Zufälle: Beim Müllraustragen in unserem neuen Büro sind mir Bücher im Altpapiercontainer aufgefallen" - das hat mir den Roman "Beim nächsten Mann wird alles anders" von Eva Heller beschert, mit einer Figur, die Bibliothekarin ist - "ansonsten sitze sie zu Hause und warte darauf, daß der Mann ihrer Träume ab ein Fenster ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock klopft".
April: "Bei McFarland ist gerade das Buch 'Progressive Library Organizations. A Worldwide History' von Alfred Kagan erschienen".
Mai: "My cat is sad because he had thought he was being really original by standing on a manuscript, but he wasn't" - Tweet und Bild von Why my cat is sad.
Juni: "Mist, hab den Skulpturenwettbewerb der Kunstakademie gewonnen" - Beginn eines Tweets von Ray in der Tube.
Juli: "Philipp Maass hat in Inetbib sein sehr interessantes Projekt vorgestellt" - und zwar eine WikiProjekt-Seite zum Thema "Bibliothekarinnen, Bibliothekare und Bibliotheken im Nationalsozialismus".
August: "Join our cataloging detective as she attempts to solve the mystery of the seductive double bound book" - Link zum YouTube-Video "Bound with trouble".
September: "Wir laden ein zum Tag der offenen Tür im Kreisky-Archiv am 18. September 2015, 9–18 Uhr".
Oktober: "Seit Beginn 2015 habe ich ja eine neue Kolumne in den Büchereiperspektiven, die 'Bibliotheken ohne Bücher' heißt" - ich habe begonnen, meine Kolumnen auch im Blog zu veröffentlichen.
November: "Im Rahmen des DFG-Koordinierungsprojekts zur Weiterentwicklung von Verfahren der Optical Character Recognition (OCR) werden verlässliche Abschriften in elektronischer Form (sogen. Ground Truth) von historischen Drucken aus dem deutschen Sprachraum gesucht".
Dezember: "Chef, ich kann heute nicht zur Arbeit kommen, ich bin liegen geblieben!" - Beginn eines Tweets von Coco-Lores.

Nachwuchsprobleme

Saturday, January 02, 2016

Gender & Sexuality in Information Studies Colloquium 2016 in Vancouver

//zitat// Gender and sexuality organize much of social life. How we understand ourselves and each other often begins--or, when we interact with institutions, even requires--checking off binary boxes: man or woman, gay or straight. Of course, lives and selves are more complicated than this, and these complications are what we wish to explore at the Gender and Sexuality in Information Studies Colloquium in April 2016. We are particularly interested in the ways that gender and sexuality intersect with other social categories. Too often, when we talk about women we only talk about white women, cisgender women, wealthy women, or women with access to other forms of power. //zitatende// Registration now open.

Committee: Emily Drabinski, Baharak Yousefi, Tara Robertson

Monday, December 21, 2015

Weiter VÖB-Kritik an zunehmenden prekären Arbeitsverhältnissen im österreichischen Bibliothekswesen

Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) unterstützt Forderung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst nach kollektivvertraglichen Regelungen

Lena: DSC_9968. Flickr, CC-BY-SA
//zitat// Graz/Wien/Bregenz - Schon auf dem Österreichischen Bibliothekartag im Herbst 2015 in Wien wurden die verstärkt negativen Auswirkungen prekärer und atypischer Arbeitsverhältnisse an österreichischen Bibliotheken kritisiert, gravierende Missstände anhand konkreter Beispiele besprochen und die Notwendigkeit von Maßnahmen seitens der Berufsvereinigung diskutiert. Denn anhaltende prekäre Dienstverhältnisse bieten keinerlei Perspektive auf eine berufliche Weiterentwicklung und ein existenzsicherndes Einkommen und sind daher aus Sicht der VÖB sowohl im Hinblick auf die persönlich Betroffenen als auch aus volkswirtschaftlichen Gründen abzulehnen. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Arbeitssituation und Berufsbild hat sich die VÖB daher nunmehr auch in die Diskussion um den Abschluss eines von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst vorgelegten Kollektivvertrags eingeschaltet.

Brief an Bundesminister Josef Ostermayer

In einem Brief an den zuständigen Bundesminister Josef Ostermayer erkundigt sich VÖB-Präsident Werner Schlacher nach der Entwicklung der Verhandlungen und tritt namens des VÖB-Präsidiums für einen raschen positiven Abschluss des von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst vorgelegten Kollektivvertrags für die Bediensteten der Österreichischen Nationalbibliothek und der Bundesmuseen ein. Da die Situation auf dem Arbeitsmarkt vermehrt Arbeitsuchende nach Absolvierung ihres Studiums und nach Abschluss einer bibliothekarischen Ausbildung in prekäre oder atypische Dienstverhältnisse zwingt, sollte der rasche Abschluss eines Kollektivvertrags einen wichtigen Beitrag dazu leisten, insbesondere dieser Personengruppe eine größere Sicherheit bei ihrer persönlichen Karriere- und Lebensplanung zu geben. Ein Kollektivvertrag für Nationalbibliothek und Bundesmuseen hätte wiederum eine grundsätzlich positive Aus- und Beispielwirkung gegen prekäre Beschäftigung für das gesamte Bibliothekswesen.

VÖB-Arbeitsgruppe konstituiert sich im Jänner

Im Auftrag der Jahreshauptversammlung der VÖB wird im Jänner 2016 auch eine Arbeitsgruppe zur Beschäftigung mit allen mit Berufsbild und Arbeitsverhältnissen verbundenen Themen und Problemstellungen gebildet. Diese wird die Grundlagen für weitere konkrete Verhandlungen und Aktionen der VÖB erstellen und eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Thema gewährleisten. //zitatende//

Quelle: APA OTS.

Thursday, December 17, 2015

Hugo Hayn - Bibliograph der Liebe

Hayn war ein deutscher Bibliograph erotischer und kurioser Literatur, unter anderem - gemeinsam mit dem Sammler Alfred N. Gotendorf - Kompilator und Herausgeber der bedeutenden Bibliographie "Bibliotheca Germanorum erotica". Im Jahr 2008 habe ich mich für die Tagung "Giftschrank oder Freihand? Über 'Schmutz und Schund' in Bibliotheken" mit Hayn beschäftigt. Er war mir bei meiner Lektüre des "Centralblatt für Bibliothekswesen" aufgefallen, in dem seine Werke öfters rezensiert wurden - es wurde ihm zwar "bienenartiger" Sammelfleiß attestiert, gleichzeitig wurde aber seine Arbeit wegen ihrer thematischen Ausrichtung mit recht herablassenden Bemerkungen bedacht.

Mein Beitrag bei der Kribibi-Tagung konnte dann erfreulicherweise gedruckt erscheinen, und zwar in Ausgabe 58 (2008) 2 von "Biblos. Beiträge zu Buch, Bibliothek und Schrift", die sich dem Thema "Liebe - Leidenschaft" widmet. Sieben Jahre später habe ich den Artikel nun in E-LIS eingestellt und freue mich über Rückmeldungen. Mir ist gerade auch aufgefallen, dass Hugo Hayn keinen Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia hat und der französischsprachige Eintrag etwas ungenau ist - das nehm ich mir als nächstes vor! Ich würde mich sehr gerne weiter mit Hayn beschäftigen - soll ich doch noch den Germanistik-Master inskribieren? ;-)

Zum Nachlesen: der Tagungsbericht (PDF) von Heimo Gruber aus den Büchereiperspektiven.

Sunday, December 13, 2015

CfP: Emerging Trends in Agricultural Information Systems Worldwide

Hinweis auf den Call for papers: Special Session on Emerging Trends in Agricultural Information Systems Worldwide sus der AGRILIBS IFLA mailing list for Agricultural Libraries.

//zitat// It is our pleasure to invite you to London (24-27 May 2016, Senate House, University of London, UK) for the 8th Qualitative and Quantitative Methods in Libraries International Conference QQML2016, http://www.isast.org which is organized under the umbrella of ISAST (International Society for the Advancement of Science and Technology).
You are invited to submit your structured abstract, not exceeding 500 words, on any of the topics listed below for consideration.
Over the years enough of discussion on major agricultural information systems such as AGRIS, Agricola, CRIS of USDA, and CARIS of FAO has taken place. it is noticed that several commodity/mission/product oriented information systems as well as other internet-based systems are in vogue.
This special session is aimed at focusing on:

  • Fertilizer information systems
  • Pesticide information systems
  • Irrigation information systems
  • Soil information systems
  • Seed information systems
Other possible topics for consideration include: Important dates:
Deadline of abstracts submitted: 30 December 2015
Reviewer's response: in 3 weeks after submission
Early registration: 30th of March 2016
Full papers (not exceeding 7,000 words.
Paper and Presentation Slides: 1st of May 2016
Conference dates: 24-27 May 2016
Looking forward to welcoming you in London, The QQML2016 Conference Poster is available at: http://www.isast.org/images/Poster_QQML2016.pdf

Please send the abstract to: Deva E. Reddy, PhD, dereddy@tamu.edu. //zitatende//

Wednesday, December 09, 2015

My private little Hinterholzacht

Ich bin gerade über einen Artikel auf meiner Festplatte gestolpert, den ich 2011 für die Zeitschrift topIQ geschrieben habe und den ich nun auch hier teilen möchte - es ist alles wahr :-)

My private little Hinterholzacht. Über die Haus-Arbeit

Seit einigen Monaten bin ich stolze Besitzerin eines 35 Jahre alten Hauses. Seitdem bin ich in meiner Freizeit mit Haus-Arbeit beschäftigt. Demnächst muss ich sogar einen Meldezettel im Baumarkt ausfüllen. Der Tragödie erster Teil.
B wie Bodenverlegen. Bodenverlegen ist eine besondere Herausforderung, wenn der Raum bei jeder einzelnen Reihe unterschiedlich breit ist. Meine Großeltern dürften anscheinend einen ausgesuchten Profi als Maurer beschäftigt haben.
D wie Dampfbremsfolie. Man lernt beim Umbauen ständig neue Wörter. Und als angehender Germanistin fällt mir natürlich gleich auf, dass "Dampfbremsfolie" fünf Konsonanten hintereinander aufzuweisen hat. Den netten Herrn im Baumarkt hat das nicht so interessiert. Versteh ich nicht.
G wie Geschlechterrollen. Wenn die Alternative darin besteht, mit Schleifpapier Farbe von der Wand zu kratzen, gewinne selbst ich plötzlich Gefallen an klassischer Aufgabenteilung und verbringe liebend gerne Zeit in der Küche.
H wie Handwerker. Nicht nur wenn ich mein Auto von der Werkstatt abhole und über die Rechnung weine, gewinne ich den Eindruck, dass ich doch was Sinnvolleres hätte lernen sollen. Ich bin mittlerweile auch überzeugt, dass das Handwerk von der Wirtschaftskrise nicht betroffen gewesen sein kann. Beispiel Spengler: Ich habe über mehrere Tage x-mal angerufen, bis überhaupt jemand abgehoben hat, dann insgesamt drei Nachrichten bei der Sekretärin deponiert und habe den versprochenen Rückruf "vom Chef" noch immer nicht erhalten. Verständlich, dass ein kleiner Handwerksbetrieb keine Ganztagssekretärin beschäftigen kann, aber wie wär's mit einem Band, auf dem die Handynummer angesagt wird, oder einem Anrufbeantworter? Beispiel Fensterfirma: Eine Freundin von mir wartet seit Monaten auf ein Angebot für Jalousien. Beispiel Maler: Auf eMails wird anscheinend überhaupt nicht reagiert. - Ich wäre ja schon dankbar, wenn man mir – wie der Zimmermann – zumindest mitteilt, dass man im Moment keine neuen Aufträge mehr bewältigen kann.
K wie Kosmetik. Sie leiden unter fettem Haar? Dann empfehlen wir Ihnen die erprobte und besonders wirksame "Baustellen-Kur"! Unser einzigartiger Staub setzt sich tief im Inneren der Haare fest und verhindert zuverlässig rasches Nachfetten. Außerdem sorgt er durch seine besondere Klebrigkeit für außergewöhnlichen Schwung im Haar (wenn unsere Mitbewerber behaupten, dass die Haare nach dem Aufstehen einfach zu Berge stehen, haben sie eben keinen Geschmack). Für die innere Anwendung in Nase und Lunge empfehlen wir zusätzlich unser spezielles Leimfarben-Inhalationsgerät. Jetzt probieren in Monikas Baustellen-Beauty Parlour - Sie erhalten bei einem Besuch bis 28. Februar 2011 kostenlos eine Spachtel Ihrer Wahl dazu!

L wie Leimfarbe. Könnte ich in der Zeit zurückreisen, würde ich die Erfindung der Leimfarbe verhindern - oder zumindest meine Großeltern davon abhalten, sie in meinem nachmaligen Haus aufzutragen. Tausende HausbesitzerInnen, die in Unkenntnis ihrer Tücke ahnungslos über Leimfarbe drübermalen, würden mir ersteres danken. Beim ersten Kontakt von Disper-sionsfarbe mit Leimfarbe fiel mir ahnungsloser Ausmalerin zunächst gar nichts auf. Nach einer Stunde bildeten sich erste Risse, und über Nacht fiel die neue Farbe in langen Streifen ab. Der Ratschlag "Leimfarbe einfach abwaschen" kostet mich nur ein müdes Lachen. Da half nur Abspachteln und Abkratzen. Da der händische Gebrauch von Schleifpapier auf Dauer ziemlich anstrengend für Armmuskeln und Fingerkuppen ist, wollten wir zur elektrischen Variante greifen und liehen uns Vatterns Bandschleifer aus. Der schleift sehr gut (fast schon zu gut - ein bisschen länger und ich hätte eine zweite Durchreiche gehabt). Leider riss nach fünf Minuten der Antriebsriemen.

P wie Palatschinkenteig. Spachtelmasse ist wie Palatschinkenteig. Zu dick. Zu dünn. Zu dick. Zu dünn. Zu dick. Zu dünn. Wird schon passen.
S wie Skisport. Skisport im Fernsehen ist leicht hinderlich bei der Haus-Arbeit, vor allem wenn sich alle Beteiligten dafür interessieren. Da hört man ständig Sätze wie "Gut, den einen Nagel schlag ich ein, aber nachher läuft das Dreikönigsspringen" oder "Schauen wir doch noch den zweiten Durchgang an, bevor wir die Leiste montieren" oder "Biathlon ist so faszinierend, da vergesse ich ganz darauf, dass ich die Tapete ablösen wollte".
V wie Vorher und Nachher. Eigentlich ist die Sache klar: Vorher = altes Haus = schlecht. Nachher = renoviertes Haus = gut. Leider wird bei dieser grob vereinfachten Perspektive das lange "Zwischendurch" vergessen. Ich hatte anfänglich eigentlich ein funktionsfähiges Haus. Es gab Bodenbeläge und Farbe auf den Wänden und Möbel. Jetzt habe ich blanken Putz und blanken Estrich und tonnenweise Staub. Aber die gehören immerhin mir...


Tuesday, December 08, 2015

Hölderlin über seine Zeit als Twitterer

Dezember: Science Fiction im Radiokolleg

Von 28. bis 31. Dezember 2015 ist das "Radiokolleg" (9:05 Uhr, Ö1) dem Thema "Science Fiction in Österreich" gewidmet. In der von Ulrike Schmitzer gestalteten Sendereihe gibt es folgende Schwerpunkte:

  • 28.12. Franz Rottensteiner über seine Literaturzeitschrift QUARBER MERKUR und seine Herausgeberschaft im Insel- und im Suhrkamp-Verlag.
  • 29.12. Helmuth W. Mommers, Hermann Urbanek, Hans Langsteiner und Alexander Dolezal über Science Fiction, Gründerzeit und die VILLA FANTASTICA.
  • 30.12. Frauen und ihre Bedeutung in der Science Fiction, am Beispiel von Alice B. Sheldon alias James Tiptree jr. im Septime Verlag, Wien.
  • 31.12. Franz Rottensteiner über die polnische SF-Ikone Stanislaw Lem und dessen Zeit in Wien.

Thursday, December 03, 2015

Wenn man die Augenlider von innen auf Löcher kontrolliert

Sunday, November 29, 2015

Bibliothekar_innen: Vogelscheuchen am Feldesrand?

Durch einen Edlef Stabenau bin ich an Heinz Marloth erinnert worden (da sieht man, wie lange ich schon Inetbib lese - Marloth ist 2004 verstorben) und auf ein Marloth'sches Zitat zum bibliothekarischen Berufsbild aufmerksam geworden:

//zitat// was kann getan werden, um fehleinschätzungen und klischees (z.b. bibliothekare sind die geborenen informationsvermittler oder bibliothekare sind die navigatoren auf der datenautobahn, waehrend sie in wirklichkeit allenfalls vogelscheuchen am feldesrand sind) abzubauen. //zitatende// (Quelle: Inetbib-Listenarchiv, 6. März 1997.

Friday, November 27, 2015

Über verständliche Sprache in der Politik

Die grüne Sommerakademie widmete sich heuer dem Thema "Politik, wie sag ich's?" Nun ist die Dokumentation online abrufbar (PDF 2,7 MB) bzw. kann gedruckt in der Grünen Bildungswerkstatt bestellt werden.
Meine Lieblingspassage gibt einen Redebeitrag von Thomas Waitz, grüner Landwirtschaftskammerrat in der Steiermark, wieder:

//zitat// Ich bin auf einer Landwirtschaftsveranstaltung in der Oststeiermark. Hier im Umfeld der Grünen Bildungswerkstatt könnte ich nun sagen: Die Hegemonie der derzeitigen Herrschaftsverhältnisse impliziert die Degradierung des Bewirtschafters zum Maschinenführer. Wenn ich das dort so sage werde ich erstens nicht verstanden und zweitens habe ich mords einen Grant auf mir hocken, denn wer lässt sich schon gerne als Idiot von mir vorführen. Also – und das ist jetzt eine Frage von Sprache! –sagte ich: Schau, du fährst wie ein Trottel den ganzen Tag am Acker hin und her (für den "Trottel" habe ich mich danach entschuldigt) und der einzige, der am Ende des Tages was verdient hat, ist das Lagerhaus. Und damit habe ich nichts vereinfacht, aber der Schweinebauer sitzt da und sagt: Joh eh! Und die Botschaft ist angekommen. //zitatende//

Ein weiteres Highlight war der Poetry Slam als Ergebnis eines Workshops mit Mieze Medusa. Victoria Vorraber hat sich in ihrem Beitrag ganz besonders der grünen Kommunikationsstrategie angenommen ;-) Auf YouTube nachzusehen.

//zitat// Komm, komm, kommunizier mit mir! / Und sag mir wie! / Wie erreich ich dich, du normaler Mensch! / Du Hakler, du Prolet! / Jeden Abend beim Gebet, / frag ich mich, wann kommt jener Prophet, / der mir jene Gabe gibt / und mich zu dir sprechen lässt. / Ich kann es nicht, ich stecke fest //zitatende//

Erwartungen an Websites von Verlagen

Ich bewege mich jobbedingt in letzter Zeit noch mehr als sonst auf Verlagswebsites und ärgere mich oft über die schlechte Bedienbarkeit. Ich habe ein paar Erwartungen und Wünsche zusammengetragen und freue mich über Ergänzungen:

* jedes Buch braucht eine eigene verlinkbare, stabile Seite, nicht nur einen Eintrag auf der Seite "Neuerscheinungen", die sich immer ändert

* ich möchte das Coverbild druckfähig (oder zumindest "besser-als-Thumbnail") downloaden können, ohne mich zuerst als Pressemitarbeiterin registrieren oder ein Mail schreiben zu müssen

* das Erscheinungsjahr/-datum soll dabeistehen (eh klar? ha!)

* Wunsch der Bibliothekarin: ISBN bitte _mit_ Bindestrichen

* noch ein Wunsch als Bibliothekarin: Vergriffene Bücher sollten weiterhin angeführt werden. Die Frage ist, ob das Buchkäufer_innen tendentiell verärgert, wenn sie solche Bücher noch finden...

* Wunsch an die SEOs der Verlage (nochmal ha!) und ans Google-Ranking: Bei der Suche nach einem Buch ist die eigentliche Verlagsseite oft gar nicht so leicht zu finden - stattdessen blättert man sich durch Seiten um Seiten von Online-Shops. Fast immer muss man den Verlag suchen und dann auf der Verlagsseite das Buch.

me and the sysop / pyxopotamus: "134", Flickr, 12. August 2008, CC-BY-ND

Was sagt Ihr dazu - was nervt Euch, was gefällt Euch auf Verlagswebsites, was erwartet Ihr?
edit: Ich will nicht nur jammern, sondern auch ein Positivbeispiel nennen: Böhlau und Mandelbaum.

Wednesday, November 25, 2015

Voller Mistkübel - volles Boot?

Tuesday, November 24, 2015

Bibliotheken, der Bundeskongress und ich #buko15

Am Wochenende war ich zum ersten Mal Delegierte zum Grünen Bundeskongress, dem höchsten Gremium der Grünen. Zur Info: Der Bundeskongress setzt sich zusammen aus den Delegierten der neun Bundesländer und des "zehnten Bundeslandes", den Abgeordneten des Europaparlaments, des Nationalrats, des Bundesrats, der Landtage, den Regierungsmitgliedern, dem Bundesvorstand der Grünen und dem Bundesvorstand der Grünen Bildungswerkstatt.​ Eigentlich war ich ja dort, um am Stand des Grünen Archivs Werbung für unser Projekt 366xgrün zu machen (dazu demnächst mehr), aber ich sprang dann auch als Ersatzdelegierte für das Burgenland ein, da viele andere verhindert waren. Ich wohne zwar wieder in Niederösterreich, bin aber immer noch im Burgenland politisch engagiert. Was nebenbei bemerkt schon mehrmals zu Dialogen wie diesem geführt hat: Und wo arbeitest Du im Burgenland? - Ich arbeite in Wien. - Ach so, Du wohnst nur im Burgenland. - Nein, in Niederösterreich ;-)

Stand des Grünen Archivs und der Grünen Bildungswerkstatt am Bundeskongress in Villach

Leitantrag Bildung

Eine größere Gruppe brachte den Leitantrag "Bildungsgerechtigkeit schaffen, Chancen eröffnen" ein. Dieses elfseitige Grundsatzpapier wurde zuvor auch in allen Bundesländern diskutiert. Mir ist natürlich sofort aufgefallen, dass das Wort "Bibliothek" völlig fehlte (sagt das mehr über die Grünen oder mehr über den Status des Bibliothekswesens aus?) und der Schwerpunkt - wie auch im Grünen Bildungsprogramm - auf der Schule liegt. Meine Rückmeldung floss in die Stellungnahme der Grünen Bildungswerkstatt ein, und so wurde dann in der überarbeiteten Version im Abschnitt "Bildungsgerechtigkeit" als eine der angestrebten Maßnahmen "flächendeckende, dezentrale Versorgung mit Erwachsenenbildungseinrichtungen und Bibliotheken für den freien und gleichen Zugang zu Bildung" angeführt. Nicht wirklich prickelnd, aber ok, dachte ich zunächst. Aber mit der Zeit wurde ich zunehmend unzufriedener damit. Ich finde, dass EIN Absätzchen von ELF Seiten der Bedeutung, die das öffentliche Bibliothekswesen hat bzw. haben könnte, nicht gerecht wird. Ermuntert von einer Delegationskollegin, habe ich mich dann am BuKo als eine von achtzehn Personen zu diesem Antrag zu Wort gemeldet. Ich möchte meinen Redebeitrag hier gerne wiedergeben (100%ig genau hab ich ihn wahrscheinlich nicht mehr im Kopf).

Wortmeldung

//anfang// Was mir im Leitantrag fehlt: In dem elfseitigen Dokument wird die wichtigste und größte außerschulische Bildungseinrichtung gerade mal so nebenbei erwähnt: die öffentliche Bibliothek. 2014 waren in Österreich fast 900.000 Menschen in einer öffentlichen Bibliothek eingeschrieben, davon 45 Prozent Kinder und Jugendliche1. Sie haben 2014 22 Millionen Medien ausgeliehen (ob sie sie auch gelesen haben, weiß ich nicht, aber ich bin Optimistin)2.
Bibliotheken sind die wichtigsten Bündnispartnerinnen der Schulen bei der Leseförderung. PISA-Gewinner-Länder haben immer auch ein professionelles und gut ausgebautes Bibliothekswesen. Sie leisten soziale und integrative Bibliotheksarbeit. Sie stehen allen Bevölkerungsgruppen offen - unabhängig vom sozialen und ökonomischen Status, von Alter, Geschlecht und Herkunft. Bibliotheken sind einer der letzten Gemeinschaftsorte ohne Konsumzwang3.
Diese wichtige Arbeit beruht aber zu 80 Prozent auf Ehrenamt - das hauptsächlich von Frauen geleistet wird - und hängt vom Wohlwollen der Gemeinde ab. So kam es etwa in einer burgenländischen Gemeinde dazu, dass das Ankaufsbudget der Bücherei aus dem Donauland-Abo des Bürgermeisters bestand: vier Bücher pro Jahr4. Es gibt keinerlei gesetzliche Vorgaben - die einzigen Bibliotheken, deren Existenz gesetzlich vorgeschrieben ist, sind Gefängnisbibliotheken5.
Ich wünsche mir von uns Grünen, dass wir auch hier die Themenführerschaft übernehmen - Bildung ist auch außerschulische Bildung. //ende//

Fußnoten

1: Büchereiverband Österreichs, Statistik Öffentlicher Bibliotheken in Österreich 2014
2: Das bezieht sich auf eine launige Bemerkung von Harald Walser, der bei der Vorstellung des Antrags sinngemäß meinte, als Schuldirektor gehe er davon aus, dass nicht alle Delegierten den Leitantrag gelesen hätten.
3: Büchereiverband Österreichs: Öffentliche Bibliotheken als Menschenrecht; Kribibi: Ziele
4: Was einige offensichtlich als Scherz oder griffige Formulierung verstanden, basiert auf Tatsachen: Ein studentisches Projekt am Fachhochschulstudiengang Informationsberufe hat vor einigen Jahren den Status Quo des burgenländischen Bibliothekswesen erfasst und dabei tatsächlich eine Bücherei gefunden, deren Ankaufsbudget so gestaltet war. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, welche es war, und es spielt auch keine Rolle. Ich hätte auch von der Bibliothek in der Aufbahrungshalle erzählen können ;-)
5: Ich habe 2007 die Diplomarbeit "Bibliotheken in österreichischen Justizanstalten" von Verena Kern betreut, die erfreulicherweise auch online nachzulesen ist. Dabei habe ich viel gelernt. Die Gefangenenbibliotheken sind in §59 des Strafvollzugsgesetzes geregelt: "In jeder Anstalt zum Vollzug von Freiheitsstrafen ist eine Bücherei einzurichten, aus der die Strafgefangenen Bücher und Zeitschriften entlehnen können. Bei der Ausstattung der Büchereien ist auf den Standard öffentlicher Büchereien Bedacht zu nehmen". - Und in den European Prison Rules heißt es: "28.5 Jede Anstalt hat eine angemessen ausgestattete Bibliothek einzurichten, die allen Gefangenen zur Verfügung steht. Sie soll über eine Vielfalt an Büchern und sonstigen Medien verfügen, die sowohl für Unterhaltungs- als auch für Bildungszwecke geeignet sind. 28.6 Die Anstaltsbibliothek soll wenn immer möglich in Zusammenarbeit mit öffentlichen Bibliotheken geführt werden".

Rückmeldungen

Erfreulicherweise habe ich von verschiedensten Leuten sehr positive Rückmeldungen bekommen und - viel wichtiger - auch das Versprechen, sich des Themas bei der Weiterentwicklung des Papiers anzunehmen, da die Arbeitsgruppe "erfolgreich anlobbyiert" worden sei ;-) In einem Mail heißt es zum Beispiel: "die sache mit den büchereien hast du richtigerweise vorgebracht, noch dazu sehr klar und sehr sympathisch für unsere bibliotheken!" Besonders gefreut hat mich, dass mich der frühere Leiter der Stadtbücherei Mürzzuschlag angesprochen hat, der - wie sich rasch herausgestellt hat - bis zu seiner Pensionierung bei Kribibi aktiv war. Er meinte, er habe im Laufe seines politischen Engagements (damals noch SPÖ) schon viele "Brandreden" dieser Art gehalten ;-)

Rückmeldungen auf Twitter

Monday, November 23, 2015

Der neue Generationenvertrag

Thursday, November 19, 2015

Flugbegleiterin oder Bibliothekarin?

Neulich bei der Episode "Phoenix rising" aus der Serie "Rizzoli &, Isles":

"Wieso bist Du angezogen wie eine Flugbegleiterin?" - "Bibliothekarin, Mum!"

"Ich sehe aus wie eine Bibliothekarin. Ich trage eine Brille an einer Kette. Warst Du noch nie in einer Bücherei?"

Was man hat...