Monday, February 28, 2005

In den "Mitteilungen aus dem Bundesarchiv" betreut Achim Baumgarten die Rubrik "Unbekannte Archive", worin er zum Beispiel das Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa (Artikel pdf) und das Deutsche Kabarettarchiv (Artikel pdf) vorstellte.
Zu den Abteilungen des Bundesarchivs zählen unter anderem die "Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR" (SAPMO-DDR) inkl. Bibliothek, das Lastenausgleichsarchiv und ein Bildarchiv.
Hinweis aus Netbib: Das neue eZine Literatur-Archiv-NRW ist Ergebnis einer Kooperation des Rheinischen Literaturarchivs im Heinrich Heine-Institut Düsseldorf mit dem Westfälischen Literaturarchiv der Literaturkommission für Westfalen. Es soll als "lebendiges Archiv aktueller Prozesse" fungieren.
"Es ist ein besonderes Anliegen der Redaktion, literarisch engagierte Archive vorzustellen sowie die Vielfalt literarischer Archivalien in NRW zu dokumentieren. Fragen der Archivforschung sind ebenso von Interesse wie die Beschreibung einzelner Nachlässe... Gleichzeitig spiegelt sich darin die Reichhaltigkeit der zeitgenössischen literarischen Szene und Literaturwissenschaft, da die Literaturarchive RLA und WLA eine Neudefinition des Archivbegriffs anstreben". Kein geringer Anspruch.
"Frauen an der Spitze - eine andere Managementqualität?" heißt eine Veranstaltung der Arbeiterkammer Wien am 2. März im BAWAG-Veranstaltungszentrum Hochholzerhof, gewidmet Fragen wie "Führen Frauen anders? Gibt es einen weiblichen Führungsstil und welchen Unterschied kann er für ein Unternehmen machen - in der Unternehmenskultur, bei der MitarbeiterInnenmotivation, bei "harten" Maßnahmen oder in der strategischen Ausrichtung?" Eine der Diskutantinnen ist die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger.
Die Kommission Aus- und Fortbildung des Berufsverbandes Information Bibliothek vergibt auch heuer wieder den B.I.T. online-Innovationspreis, der im Rahmen des 94. Deutschen Bibliothekartags (15. bis 18. März) in Düsseldorf verliehen wird. Die Preisträgerinnen:
- Sabine Günther (FH Potsdam): Das WEB Contact Center: eine Herausforderung für Bibliotheken
- Beate Sieweke (FH Stuttgart-HdM): Bibliothecae Quo Vadis? Herausforderungen an die Bibliothek von morgen
- Svenja Wiegemann (Uni Hildesheim): Implementierung einer benutzungsfreundlichen Oberfläche für mobile Endgeräte am Beispiel eines Bibliotheksinformationssystems.
"Bibliothecae, quo vadis" finde ich als Titel nicht sonderlich geglückt, "bibliothecae, quo vaditis" oder "bibliotheca, quo vadis" wäre korrekt gewesen... Kleinlich? Vielleicht.

Friday, February 25, 2005

MetaGer, die MetaSuchmaschine über deutschsprachige Suchmaschinen, hat ein eigenes Interface für die Abfrage von Hochschulschriften-Servern. MetaGer wird vom Regionalen Rechenzentrum für Niedersachsen an der Universität Hannover betrieben.
In der Zeitschrift "Continuum: Journal of Media & Cultural Studies" ist in der Ausgabe 19 (2005) 1 der Artikel "Postmodern Gothic: Buffy, the X-Files and the Clinton Presidency" erschienen, in dem Andrew Milner die Bearbeitungen der Thematik von Mary Wollstonecraft Shelleys "Frankenstein, or The Modern Prometheus" in den Serien X-Files und Buffy the Vampire Slayer bespricht.

Thursday, February 24, 2005

Die Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien verglich und testete die beiden englischsprachigen Wirtschaftsdatenbanken "ABI/Inform ProQuest" und "EBSCO Business Source Premier". Der Abschlussbericht von Michael Katzmayr, Michaela Putz und Georg Fessler ist als pdf online.
"Wem ist es nicht bereits passiert? Man recherchiert im Internet einen wissenschaftlichen Artikel, ruft die Seite auf und nimmt frustriert die Höhe der fälligen Gebühren für die Volltextversion zur Kenntnis. Macht man sich auf den Weg in die Hochschulbibliothek, um den Artikel in einer Zeitschrift nachzulesen, teilt einem die blasse, erschöpft wirkende Bibliothekarin nach ergebnisloser Suche mit, nein, diese Fachzeitschrift habe man aufgrund der Budgetkürzungen abbestellen müssen. Man entschuldigt sich vielleicht noch für sein exotisches Recherchebemühen zu den neuesten Ergebnissen der Genforschung und zieht unerledigter Dinge von dannen", schreibt Gerd Hansen in seinem Artikel "Archiviere dich selbst" über die Open Access-Bewegung im Tagesspiegel vom 24. Februar. Also werde ich mich jetzt einmal blass und erschöpft zur Arbeit begeben...

Wednesday, February 23, 2005

Das Synagogen-Internet-Archiv basiert auf der langjährigen Tätigkeit am Fachgebiet CAD in der Architektur der TU Darmstadt im Bereich der 3D-CAD-Rekonstruktion zerstörter deutscher Synagogen. Seit 1994 werden hier Synagogen am Computer mit der Absicht rekonstruiert, den kulturellen Verlust durch die Visualisierung der zerstörten Architektur aufzuzeigen, die bauhistorische Bedeutung der Gebäude in Erinnerung zu rufen und einen Beitrag des Mahnens und Erinnerns bezüglich der NS-Zeit zu leisten.
In dem Online-Archiv sind 2254 Synagogen, davon 153 aus Österreich - von Amstetten bis Wien - verzeichnet. Die Informationen über die einzelnen Synagogen sind nach den Kategorien Basisinformation, Informationsquelle, Bilder, Kommentar, Links und Zeitzeugenbericht geordnet. BesucherInnen können auch selbst Informationen und Verweise eintragen.
"Quand Google défie l'Europe" heißt ein Artikel von Jean-Noël Jeanneney in Le Monde vom 22. Jänner 2005: "Voici que s'affirme le risque d'une domination écrasante de l'Amérique dans la définition de l'idée que les prochaines générations se feront du monde"...

Tuesday, February 22, 2005

Aslib wurde nach einem Management Buy-Out "neu geboren": "Within weeks of going into voluntary liquidation, Aslib, the London-based LIS association offering recruitment, training, and information services, has been reborn as a private company called Global Information Management Services Limited", heißt es im Artikel "Aslib Dies, and Is Reborn" von Richard Poynder, der in der Februar-Ausgabe von Information Today erscheint. Standort London, Personal und Leitung sollen gleich bleiben. Auf der Aslib-Website ist weder davon noch von den vorangegangenen Finanzschwierigkeiten und der Liquidation irgendetwas zu lesen. Die letzte Presseaussendung stammt von 2003.
Emerald, der Host der Aslib-Journals, meldete am 17. Februar in einer Presseaussendung: "Aslib ... has been resurrected by its former Chief Executive, Roger Bowes. Bowes has purchased the assets and intellectual property of ASLIB which are owned under a new company, Global Information Management Services. The organisation will continue to be called ASLIB and Bowes holds the post of Managing Director. Bowes commented, 'My intention was always to ensure that ASLIB and its unique contribution to information management is sustained and flourishes and that its staff including myself can continue in employment'".
Ab März startet die Wiener Hauptbücherei am Gürtel unter dem Titel "Krieg und Frieden" mit einem umfangreichen Programm von Lesungen zeitgenössischer AutorInnen der vier ehemals alliierten Nationen.
"Raketenflug in die lichte Zukunft" nennt Torsten Harmsen seinen Artikel über den Tod des ostdeutschen Science Fiction-Autors Karl-Heinz Tuschel in der Berliner Zeitung.

Monday, February 21, 2005

Die Datenbank HECLINET (Health Care Literature Information Network), die einzige Fachdatenbank zum Krankenhauswesen, musste 2001 nach über dreißig Jahren erfolgreicher Arbeit eingestellt werden. Sie ist aber als Archivdatenbank über das DIMDI (= Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) kostenlos abrufbar. Enthalten sind alle 138.200 Literaturnachweise aus den Jahren 1969 bis 2001. Abgedeckt werden nicht-klinische Aspekte wie Bau, Management, Finanzierung von und Hygiene in Krankenhäusern, Krankenversicherung, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik, Public Health und Hauskrankenpflege.
Das Weblog zum Schillerjahr 2005. Die Beiträge sind netterweise mit "posted by Schiller" gezeichnet. War ein Hinweis von Karl Dietz in Inetbib.
"A frozen sea, surviving as blocks of pack ice, may lie just beneath the surface of Mars, suggest observations from Europe's Mars Express spacecraft. The sea is just 5° north of the Martian equator and would be the first discovery of a large body of water beyond the planet's polar ice caps", meldet der New Scientist soeben.
Bei der deutschsprachigen Webseite des National Geographic gibt es übrigens eine reizende Seite für Kinder über Marsmännchen. Und das erinnert mich wieder an den wunderbaren "Wittgenstein"-Film von Derek Jarman; in dem Nabil Shaban den Martian spielt. Is there a rhinoceros in this room?
Im französischen Magazin "Lire" ist ein Dossier über Jules Verne, dessen hunderster Todestag am 24. März begangen wird, erschienen. Auf der Website werden außerdem einige schöne e-cards zum Thema Lesen angeboten.
Das Münchener Digitalisierungszentrum an der Bayerischen Staatsbibliothek hat die Reichstagsprotokolle von 1867 bis 1895 und von 1919 bis 1939 online gestellt. Man kann darin blättern oder nach Datum und Stichwort durchsuchen. Die Protokolle sind als gif und als pdf abrufbar.
Darin findet sich zum Beispiel ein "Antrag Dr. Thomas und Dr. Köchly" vom 20. Mai 1871, in dem der Reichskanzler ersucht wird, die "Neugestaltung des gesammten Unterrichtswesens von der sogenannten Primärschule bis zu den höchsten wissenschaftlichen Anstalten" im Elsass und die "Wiederherstellung der Straßburger Bibliothek" zu veranlassen.
Dazu passt etwas, das ich vor kurzem im Centralblatt für Bibliothekswesen 1918 entdeckt habe: einen Aufruf des damaligen Direktors der Strassburger Universitäts- und Landesbibliothek: "Sämtliche altdeutschen Bibliothekare und Beamten der Universitäts- und Landesbibliothek zu Straßburg, Direktor, Oberbibliothekare, Bibliothekare, Sekretäre, männliche und weibliche Hilfsarbeiter, Diener und Praktikantinnen sind in der schmählichsten Form ihrer Stellen enthoben und mit 24stündiger Frist unter empörenden seelischen und sogar körperlichen Mißhandlungen mit Zurückhaltung ihrer gesamten Habe aus Straßburg vertrieben". (...) Viele unter ihnen, vor allem die Hilfsarbeiter und Diener, sind der bitteren Not ausgesetzt, wenn ihnen nicht schnellste Hilfe zu Teil wird. Ich hoffe, daß die deutschen Bibliotheken den Vertriebenen ihre Pforten öffnen".
Von all den Tagen, die in diesem Jahr noch übrig sind - welchen Tag suchen sich die Einstürzenden Neubauten aus, um in Wien ihr 25jähriges Bestehen zu feiern? Den 1. April, wo im Rahmen des Forschungsprojekts, an dem ich mitarbeite, ein Workshop in Maastricht stattfindet *aaaargh*

Friday, February 18, 2005

Einblick in die historisch ereignisreiche Zeit von 1955 bis 1985 bietet die APA mit der Digitalisierung von rund drei Millionen APA-Meldungen. Diese einzigartige Dokumentation der österreichischen Geschichte reicht vom Staatsvertrag über den Prager Frühling, die Fußballsensation in Cordoba bis zur Aubesetzung in Hainburg. 1,3 Millionen Seiten von 11.500 Tagen APA-Berichterstattung wurden in einem groß angelegten Projekt digitalisiert. Die Meldungen von vor 1955 sind allerdings verschollen, teils bei einem Brand zerstört, teils nie archiviert. Hinweis aus derStandard.at/Etat.