Thursday, November 03, 2022

Umfrage zu Robotern in Bibliotheken

"Im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Studiengang Bibliotheksinformatik an der HTWK Leipzig beschäftige ich mich mit den Einsatzmöglichkeiten von Robotern in Bibliotheken und führe eine Umfrage durch, um die Akzeptanz von diesen Robotern zu ermitteln.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um an der Umfrage teilzunehmen.
Der Link zur Umfrage: https://campus.lamapoll.de/Roboter_in_Bibliotheken/".

Quelle: Inetbib.

Thursday, September 29, 2022

14.11.2022: GND-Forum Bauwerke - Dialog rund um Bauwerksdaten und Standardisierung

Am 14. November 2022 findet erstmals das GND Forum Bauwerke - Dialog rund um Bauwerksdaten und Standardisierung als eintägige virtuelle Veranstaltung von 10-16 Uhr statt.Die Veranstaltung ist frei zugänglich und kostenlos. Anmeldung.

"Immer mehr Forschende und Erfassende in den Bereichen Architektur, Denkmalpflege und Kunstwissenschaft wünschen sich, die vernetzende, vor allem aber die identifizierende und normierende Eigenschaft von Normdaten nutzen zu können und blicken dabei mit Interesse auf das Potenzial der Gemeinsamen Normdatei (GND). Die Modernisierung und Öffnung der GND für den Kulturerbe- und Wissenschaftsbereich motiviert und bestärkt den Wunsch, die Vernetzung der vielfältigen Bauwerke-Community zu unterstützen, die die Normdatei bereits nutzen, an ihr mitschreiben oder sich für ihren Einsatz interessieren.

Sie stellen sich Fragen wie: Wie entstehen Normdaten? Wie können sie genutzt werden und wie werden sie genutzt? Welche Zwecke und Funktionen erfüllen sie im Netz der Daten zu Bauwerken? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das GND Forum Bauwerke. Das Forum versteht sich als ein Diskussionsraum für die diverse Community, die Daten zu Bauwerken und Architektur produziert, nutzt, beforscht und publiziert.

Auf unserer interaktiven Online-Veranstaltung zum Auftakt des GND Forum Bauwerke werden Sie Gelegenheit haben, sich zu informieren, Fragen zu stellen, Ideen und Ansichten im Kreis der Bauwerke-Community zu diskutieren. Neben einigen Impulsvorträgen möchten wir Kleingruppen die Möglichkeit zum intensiven Diskurs über die genannten Fragen, aber auch Bedarfe und Barrieren hinsichtlich der GND und weiteren Themen, bieten. Am Ende tragen wir gemeinsam die Ergebnisse im Plenum zusammen und können vermutlich schon einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Forums geben. Da das Forum den Dialog in der Community befördern möchte, freuen wir uns über Ihre Beiträge oder Ideen."

Veranstalter: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte (DDK), Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern (VDL), Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften Universitätsbibliothek (TIB), Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek (DNB)

Tuesday, September 27, 2022

Buchpräsentation: Bibliothekarin und Philosophin Amalia M. Rosenblüth-Dengler

Das Buch "Amalia M. Rosenblüth-Dengler (1892-1979) Philosophin und Bibliothekarin. Biografische Spuren eines Frauenlebens zwischen Aufbruch und Resignation" wird am 27. Oktober 2022 im Lesesaal der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie präsentiert. Das Buch wurde von Ilse Korotin geschrieben und ist im Präsens-Verlag als Teil der Reihe "biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung" erschienen.

Zum Buch

"Amalia Rosenblüth wurde am 10. Mai 1892 in Sanok, Österreich-Ungarn, im heutigen Polen geboren. Sie war die älteste von vier Geschwistern und wuchs in einer wohlhabenden und bildungsfreundlichen Familie auf. Sie studierte in Lemberg und Wien Philosophie und dissertierte „Über das sogenannte disjunktive Urteil in der neueren Logik“ bei Adolf Stöhr. Jahrelang arbeitete sie unbezahlt am Philosophischen Institut als Bibliothekarin sowie als Assistentin ihres Mentors und Doktorvaters.
An eine Anstellung in der Lehre war für eine Frau zu jener Zeit und besonders in Wien nicht zu denken. Als wissenschaftliche Bibliothekarin hatte sie wenigstens die Möglichkeit, im universitären Umfeld zu arbeiten und sich zu vernetzen. Im Zuge der Neubesetzung der philosophischen Ordinariate 1922 mit Robert Reininger, Moritz Schlick und Karl Bühler organisierte sie die Neuaufstellung der Bibliothek und hielt auch Lehrveranstaltungen ab. Mit der Formierung des Wiener Kreises, der für Offenheit und Pluralismus stand, war Interdisziplinarität gefragt und mit ihr die Expertise zahlreicher Wissenschafter*innen. Amalia Rosenblüth zählte zu den bekannteren Frauen im Wissenschaftsbetrieb ihrer Zeit. Ist sie doch auch eine der Unterzeichner*innen eines Dankesschreibens an Schlick, als dieser sich entschloss, seinem Lehrstuhl in Wien treu zu bleiben.
Ab 1937 verlor Rosenblüth ihre Anstellung an der Universität. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialist*innen wurden ihre Schwester, eine Freundin und deren Tochter, mit der sie zuletzt zusammenlebte, deportiert und ermordet. Sie selbst tauchte unter dem Decknamen Margarete Dengler unter. Erst 1947 emigrierte sie in die USA, wo sie als Bibliothekarin arbeitete, zunächst am Idaho State College und schließlich an der University of Washington in Seattle, wo sie bis zu ihrem 84. Lebensjahr verblieb, unter anderem auch als Mitarbeiterin des austro-amerikanischen Psychoanalytikers René A. Spitz. Eine Rückkehr an die Universität Wien scheiterte trotz vieler Fürsprecher*innen am Unwillen der Hochschulleitung.
Dass es gerade und immer wieder Bibliotheken waren, in denen Frauen und Wissenschafter*innen einen Platz fanden, die aus der universitären Lehre ferngehalten wurden, ist ebenso tragisch wie bemerkenswert. Ohne akademische Anerkennung und Sichtbarwerdung blieb auch Amalia Rosenblüth und geriet darüber fast in Vergessenheit. Dem wirkt die Dokumentationsstelle Frauenforschung mit ihren Publikationen nun entgegen."

Ort und Zeit

Donnerstag, 27. Oktober 2022, 18:00 Uhr, Lesesaal der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie, NIG, Universitätsstraße 7, Stiege II, 3. Stock, 1010 Wien

Programm

  • Begrüßung: Sonja Fiala, Leiterin der Fachbereichsbibliothek Philosophie und Psychologie, Universität Wien
  • Einleitung: Elisabeth Nemeth, Institut für Philosophie, Universität Wien
  • Buchvorstellung: Ilse Korotin, Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien
  • Enthüllung der Gedenktafel

"Geschlechtervielfalt berücksichtigt"

Da schau, es geht ja, wie hier im österreichischen Gesundheitsportal:
Im Text wird mit dem Doppelpunkt zwischen männlicher und weiblicher Bezeichnung die Geschlechtervielfalt berücksichtigt.

Gegenbeispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog.

Tuesday, September 06, 2022

Geisteswissenschaftler:innen, traut Euch!

Im Perspektiven.Blog, das berufliche Perspektiven und Lebensentwürfe von und für Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen aufzeigt, ist ein interessanter Beitrag einer promovierten Philosophin erschienen. Maia George hat sich während der Promotion als Workshopleiterin selbständig gemacht. Sie schreibt unter dem Titel "Von der Ungewissheit in die Freiheit – als selbständige Workshopleiterin":
Vergesst bitte all die einschränkenden Glaubenssätze, die wir Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen verinnerlicht haben. Dass wir nicht produktiv sein können; dass wir kein Geld verdienen können; dass unsere Fächer zu keinem Job qualifizieren; dass eine Promotion uns überqualifiziert. Es stimmt alles nicht. Ich habe es bei vielen Peers gesehen, die auch promoviert und dann die Uni verlassen haben. Und ich höre es immer wieder von meinem Mentor, der seit 10 Jahren hochqualifizierte Akademiker:innen in andere Berufe begleitet. Klar: Unser Weg ist nicht so offensichtlich wie der in anderen Fächern. Wir brauchen mehr Mut, Fantasie und die eine oder andere Weiterbildung. Aber es ist viel möglich.

Thursday, August 11, 2022

librarians in charge

Wenn wir das Sagen hätten, würden wir natürlich niemandem verraten, dass es SciHub oder #icanhazpdf auf Twitter gibt ;-)

Tuesday, August 09, 2022

Lesbarkeit von juristischen Ausführungen

Die Verwendung der männlichen Form im Text erfolgte aufgrund der besseren Lesbarkeit von juristischen Ausführungen, selbstverständlich sind alle Geschlechter berücksichtigt.

Quelle: Universität Wien, Forschungsdatenmanagement / Juristisches / FAQ.

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.

Wednesday, August 03, 2022

Gedächtnisausstellung über Bibliotheksdirektorin Magda Strebl in Klosterneuburg

Im Stadtmuseum Klosterneuburg ist noch bis 23. Oktober 2022 eine Gedächtnisausstellung für Dr.in Magda Strebl zu sehen. Strebl war die erste Generaldirektorin (oder wie es damals hieß: der erste weibliche Generaldirektor) der Österreichischen Nationalbibliothek. Außerdem fungierte sie von 1988 bis 1992 als erste weibliche Präsidentin der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Nach ihrer Pensionierung zog sie mit ihrem Mann nach Klosterneuburg und prägte dort das Kulturleben.

Ort und Zeit: Stadtmuseum Klosterneuburg, Kardinal-Piffl-Platz 8, 3400 Klosterneuburg, geöffnet Samstag 14 bis 18 Uhr sowie Sonn- und Feiertage 10 bis 18 Uhr.

Friday, July 29, 2022

Neuerwerbungen mit Bibliothek

Drei Neuerscheinungen und Neuerwerbungen mit Bibliotheksbezug:

Freya Sampson: The last library. Zaffre 2022 (USA: "The last chance library") - "Lonely library assistant June is much more comfortable with books than people. When her mum - the beloved local librarian - passed away, June stepped into her shoes. But shy June has always felt that she could never live up to her mum's legacy. Instead, she's retreated into herself, surviving on takeaways-for-one and her favourite stories. When the library is threatened with closure, June is distraught. Yet when a ragtag band of eccentric but dedicated locals establish the Friends of Chalcot Library campaign, June is forbidden from joining their cause. If June wants to save the place that means so much to her, she'll have to make some bold changes to her life: opening up her heart to friendship, opportunities and maybe even more..."

Ruth Ozeki: The book of form & emptiness. Canongate 2022 - "After the tragic death of his father, fourteen-year-old Benny Oh begins to hear voices. The voices belong to the things in his house and sound variously pleasant, angry or sad. Then his mother develops a hoarding problem, and the voices grow more clamorous. So Benny seeks refuge in the silence of a large public library. There he meets a mesmerising street artist with a smug pet ferret; a homeless philosopher-poet; and his very own Book, who narrates Benny's life and teaches him to listen to the things that truly matter."

Bella Osborne: The library. Head of Zeus 2022 - "Teenager Tom has always blended into the background of life. After a row with his dad and facing an unhappy future at the dog food factory, he escapes to the library. Pensioner Maggie has been happily alone with her beloved novels for ten years – at least, that's what she tells herself. When they meet, they recognise something in each other that will change both their lives for ever. Then the library comes under threat of closure, and they must join forces to prove that it's not just about books – it's the heart of their community."

Thursday, July 14, 2022

"Lernpause mit Pfötchen": Therapiehund in der SLUB Dresden

Gerade in Inetbib gelesen: Die SLUB Dresden bietet Lernpausen mit einem ausgebildeten Therapiehund an. Das Projekt "Aktive Lernpause mit Pfötchen" wird in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden umgesetzt. Hintergrund:
"Denkt man den Lernraum Bibliothek als Service und ganzheitlich, geht es dann nicht nur um vielfältige Nutzerarbeitsplatzsettings, sondern auch um den Lernprozess, den es zu stimulieren gilt, zum Beispiel durch aktive Lernpausenangebote. Eine Variante davon ist, Studierenden in der Prüfungszeit dabei zu unterstützen, Lernstress mental zu reduzieren. Die SLUB Dresden bietet (testweise) ein solches Angebot an, und zwar mit Hilfe einer dafür ausgebildeten vierbeinigen Fachkraft, einem Therapiehund, der wiederum in Begleitung einer Fachperson zur Verfügung steht für (kurzzeitige) Berührungs-, Spiel- oder andere Interaktionsangebote. Unter dem Titel "Lernpause mit Pfötchen" werden Studierenden zwanzig Zeitslots angeboten (in der Prüfungszeit Sommersemester 2022), die sie für eine solche etwa 15minütige Auszeit buchen können. Der entspannende und lernförderliche Effekt ist inzwischen auch speziell für Studierende empirisch nachgewiesen worden, zum Beispiel hier: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/2332858419852592 (*)". (Quelle)

Die Wirkung dieser Lernpausen wird wissenschaftlich evaluiert. Die Fachperson ist immer anwesend, "um Belastungssignale des Hundes oder Unsicherheiten bei Nutzenden zu erkennen und sofort intervenieren zu können".

Zusätzlich wurde in der Zweigbibliothek August-Bebel-Straße ein Themen-Cube zum Thema "Tiergestützte Intervention und Stressabbau" eingerichtet, und auf der Website gibt es eine entsprechende Literaturliste.


(*) Patricia Pendry, Jaymie L. Vandagriff: "Animal Visitation Program (AVP) Reduces Cortisol Levels of University Students: A Randomized Controlled Trial". In: AERA Open, 12. Juni 2019.

Tuesday, July 12, 2022

Schüchtern und zurückgezogen? Natürlich Bibliothekarin!

"Lonely librarian June Jones has never left the sleepy English village where she grew up. Shy and reclusive, the thirty-year-old would rather spend her time buried in books than venture out into the world."
"Lonely library assistant June is much more comfortable with books than people."

Freya Sampson: The last-chance library. Berkley Books 2021 (als Taschenbuch unter dem Titel "The last library", Bonnier Books 2021)

Tuesday, June 28, 2022

Bücher akribisch in die Regale stellen

Im "Presse"-Artikel "Wie aus Daten Wissen wird" von Christian Lenoble heißt es:
"...einfache Datenbanksysteme, in denen Informationen gekennzeichnet und in digitalen Bibliotheken gespeichert werden, sind keine zeitgemäße Antwort auf die Frage, wie aus Daten praktikables Wissen geschaffen wird. 'Man kann sich dieses altbackene Speicherkonzept in etwa vorstellen wie einen fleißigen Bibliothekar, der Bücher akribisch in alphabetischer Reihenfolge in die Regale stellt' - Alison Vanzetta, Digitalberaterin bei Cloudflight".
Die Lösung sei die Anwendung von Methoden der Künstlichen Intelligenz, wie die Mustererkennung.

Tuesday, June 21, 2022

Workshop "Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen dekolonialisieren" in Stuttgart

DIe Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen veranstaltet am 30. Juni 2022 im Rahmen des 2. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals einen Workshop "Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen dekolonialisieren".
Kultur- und Bildungseinrichtungen zu dekolonialisieren ist im D-A-CH-Raum mittlerweile ein verbreitetes Anliegen. In Sammlungen und Suchsystemen für wissenschaftliche Informationen steht die Dominanz von Autor:innen, Verlagen und Zeitschriften aus dem "Globalen Norden" in keinem adäquaten Verhältnis zur tatsächlichen globalen Wissensproduktion, die selbst unter sozial ungerechten Bedingungen stattfindet.

Dieser Workshop lädt alle Interessierten ein, eigene Erfahrungen bei der Suche nach wissenschaftlichen Informationen zu reflektieren und Ideen zur Dekolonialisierung mit Dr. Nora Schmidt (Expertin des ifa-Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik") und Dr. Wolfram Seidler (Universitätsbibliothek Wien) zu diskutieren.

Der Workshop findet in Präsenz statt. Wir bitten um eine Anmeldung an research[at]ifa.de bis zum 24. Juni 2022.

Wann und wo: 30.06.2022, 17-18 Uhr, Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart.

Quelle: Inetbib.

Friday, June 17, 2022

Hierarchie in der Kaffeepause

"Maria Seissl wurde mir in meinem ersten Jahr als Bibliothekarin in Innsbruck von einer Kollegin während eines Mittagessens formlos mit den Worten 'Das ist die Mia' vorgestellt. Diese Formlosigkeit war für mich umso überraschender, als es damals an der Universität Innsbruck eine historisch gewachsene Hierarchie gab, die sich unter anderem am Kaffeetisch der Hauptbibliothek widerspiegelte: Zuerst nahmen die Akademiker_innen dort ihren Kaffee ein, danach durften die sogenannten B-Leute – Formalerschließer_innen, Erwerber_innen und meine Wenigkeit – Kaffeepause machen".
Quelle: Claudia Hausberger: "Lessons learned". In: Menschen im Aufbruch. Universitätsbibliothek und Archiv der Universität Wien im Selbstverständnis ihrer Mitarbeiter_innen. Festschrift für Maria Seissl. Göttingen: V&R unipress 2019, S. 299

Tuesday, June 14, 2022

Wieviele Infoexpert*innen braucht ein Fernsehsender?

Der australische Fernsehsender ABC plant, 58 Stellen für Bibliothekar*innen und Archivar*innen zu streichen - etliche Arbeiten sollen die Journalist*innen selber übernehmen. Warum das keine gute Idee ist, beschreibt Lisa M. Given in ihrem Artikel "The ABC's plan to axe its librarians will damage its journalism. Here's why" (The conversation, 9. Juni 2022):
"Relying on untrained journalists to do the work of qualified information professionals – asking them to archive their own materials and apply metadata – means valuable material will be mislabelled, or not labelled at all. . (...) Without complete, easily findable records, journalists can't tell the whole story; their ability to quickly retrieve historic source material, to complete background work and conduct fact-checking, will be eroded, as will their ability to tell Australia's stories with integrity".

Die Australian Society of Archivists (ASA) und die Australian Library and Information Association (ALIA) haben dazu am 9. Juni 2022 eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben:

"The skills and knowledge of the ABC's librarians and archivists are not needed any less now that more of the collection has been digitised. The ability to both retrieve existing material (whether digitised or not), and add new material and metadata so that content is properly preserved for future use, is fundamental to the ongoing work of the ABC.
The ABC's archival collections are a collection of national significance, and their value and use goes well beyond just supporting the day to day work of the ABC. The continued collection and maintenance of these collections by skilled professionals is essential if the Australian community is to benefit from the collection into the future, and to ensure that we don't lose irreplaceable content".

Die Gewerkschaft Community and Public Sector Union betitelt ihre Stellungnahme vom 9. Juni 2022 "ABC axing archive jobs on International Archives Day":

"While the rest of the world is celebrating the contribution of archivists, the ABC is axing 75 jobs. (...) The last time the ABC took a knife to its library services in 2019, it promised there would no more loss of specialist work, yet here we are. ABC staff are at the frontline of digitisation and the early uptake of technology. They always have been, but not at the expense of dumbing down content or quality like this change could see".

Das offizielle "ABC Archives Proposal for Change" vom 8. Juni 2022 begründet die Streichungen und teilweise Umwandlungen mit der Digitalisierung:

"These proposed changes are the result of the extensive digitisation of the ABC Archive collection and the introduction of new tools and systems which enables different, more efficient work practices".
In der folgenden Stellungnahme des Geschäftsführers David Anderson vom 10. Juni heißt es:
"I can assure all Australians that the proposed changes would not in any way affect the quality of the Archives' content, now or into the future. The proposed changes to the management of the ABC Archives and news library would include introducing several new technological platforms to ensure accessibility. We are confident the proposed changes would not compromise the Archives team's ability to provide appropriate services to content makers. Following the proposed changes, the ABC's archives and library services would employ around 70 people".

Hinweis auf die Geschichte von Peter Doherty auf Twitter. Weitere Berichte im Guardian ("ABC to abolish 58 librarian and archivist jobs with journalists to do archival work") und The Mandarin ("ABC managing director defends archival staff redundancies").

Wednesday, June 08, 2022

Themenportal "Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts" (DE)

Neues Rechercheangebot in Deutschland:

--- Seit dem 1. Juni ist das vom Bundesministerium für Finanzen initiierte und finanzierte Themenportal "Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts" im Archivportal-D online. Es wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Bundesarchiv, dem FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur und der Deutschen Digitalen Bibliothek entwickelt. In einer ersten Stufe des Portals sind nun zunächst Bestände aus staatlichen Archiven erstmals unter einem Dach recherchierbar:

Die Webseite bietet Informationen zum Thema und eine Navigation durch rund 500 Bestände mit Millionen von Archivalien und Dokumenten – von Bundesministerien über Gerichte bis zu lokalen Entschädigungsämtern. Nutzerinnen und Nutzer können mit Hilfe des Portals direkt erfahren, welche Bestände einschlägig sind und auf welche Archive sie sich erstrecken.

Zwei Zugriffsmöglichkeiten – thematisch und gegliedert nach Archiven – stehen zur Verfügung. Im thematischen Bereich stehen vier Oberkategorien (Entschädigung, Rückerstattung, Internationales sowie SBZ und DDR), die sich an den Schwerpunkten der Wiedergutmachungspraxis orientieren, zur Auswahl bereit. Zu den einzelnen Ober- und Unterkategorien sind zusätzlich kurze Informationstexte hinterlegt. Die Ergebnisseite bietet eine Übersicht der thematisch einschlägigen Bestände. Ein rein provenienzbezogener Zugang erfolgt über den Reiter "Archive". Abgerundet wird das Angebot durch Hintergrundinformationen mit Seiten zu Geschichte der Wiedergutmachung und zu rechtlichen Voraussetzungen sowie Literaturhinweise, Kartenmaterial und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

Das Themenportal wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter ausgebaut. Sehr viele weitere Datensätze und digitalisiertes Archivgut – auch von kommunalen und freien Archivträgern –, ein sachthematischer und personenbezogener Zugang zu einzelnen Unterlagenarten und Angebote zur historischen Bildung werden folgen."---

Quelle: archivliste (Archivschule Marburg).

Friday, June 03, 2022

Auszeichnung für Artikel über die ALA-"Task Force on Gay Liberation"

Der Artikel "'Tearing the Shroud of Invisibility': Communities of Protest Information Practices and the Fight for LGBTQ Rights in US Librarianship" von Alex H. Poole wurde mit dem Donald G. Davis Article Award ausgezeichnet.

Abstract:

"Scholarship on LGBTQ rights in library and information science remains lamentably underdeveloped. This research excavates the hidden history of the American Library Association's Task Force on Gay Liberation between 1971 and 1986. Despite rampant legal and extralegal discrimination, the TF's members and their allies refused to remain invisible, second-class citizens; they embraced voluntary, grassroots, democratic action. This research develops the concept of communities of protest information practices (PIPs). It adumbrates a framework comprising four PIPs that distinguished the TF's work: performative, communal, constructive, and corrective. These practices constituted vital ontological and epistemological interventions in heteronormative librarianship. This research provides a robust conceptual framework to examine not only LGBTQ people, but also other marginalized groups' protest work".

Aus der Begründung für die Preisvergabe:

"Poole's "'Tearing the Shroud of Invisibility'" builds a comprehensive, well-delineated and deeply researched historical picture of an under-investigated branch of library history, LGBTQ rights. It launches an ambitious conceptual framework for understanding protest practices from 1971-1986 by the American Library Association's Task Force on Gay Liberation as forms of community practice and information practice in themselves. The language of the article is vivid and the argument is sophisticated in its multidisciplinary and multidimensional nature. The final gesture it makes of suggesting how the concepts it builds might help “illuminate the social justice work of other marginalized and oppressed groups” makes the article’s significance reach beyond its own area of study".

Pride Month: Wiener Bibliothek vor Lesung zugemauert

In der Bücherei Wien-Mariahilf findet heute eine Vorlesestunde für Kinder mit Drag Queen Candy Licious statt. Heute Nacht wurde der Eingang der Bücherei zugemauert. Störmaßnahmen gegen die Veranstaltungen rund um die Vienna Pride waren in einschlägigen Kanälen angekündigt worden.

Auf dem Programm der Lesung stehen übrigens die drei Kinderbücher "Julian feiert die Liebe", "Julian ist eine Meerjungfrau" und "Der verliebte Koch". Einen Überblick über alle Veranstaltungen der Büchereien Wien im Pride Month gibt es hier (PDF).

Hinweis aus einer Presseaussendung des Grünen Klubs im Parlament und einer Presseaussendung des SPÖ-Parlamentsklubs.

Update: Die FPÖ hat sich nun auch zu Wort gemeldet - sie fordert, dass der Vizebürgermeister die Veranstaltung absagt und sich um die "realen Probleme" kümmert: "Diese Form der Sexualisierungspropaganda für kleine Kinder ist klar abzulehnen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Kinder mit öffentlich finanzierter Globohomo-Ideologie indoktriniert werden". Oida.

FAIRzeichnen, FAIRschlagworten, FAIRknüpfen – Bibliotheken als Partner im Forschungsdatenmanagement

im Namen der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement – fdm.nrw möchten wir Sie auf unsere Veranstaltung "FAIRzeichnen, FAIRschlagworten, FAIRknüpfen – Bibliotheken als Partner im Forschungsdatenmanagement" aufmerksam machen, die am 21.06.2022 von 13:00-16:00 virtuell stattfinden wird.

Die Auffindbarmachung und Bereitstellung von Informationen ist seit jeher bibliothekarische Kernkompetenz. Verbunden mit ihren flächendeckenden Verbundstrukturen sind wissenschaftliche Bibliotheken damit natürliche Partner in der FAIRifizierung von Forschungsdaten, die sich bereits vielfältig im Forschungsdatenmanagement engagieren. Infrastrukturen und Dienste für FAIRe Daten aufzubauen ist ein gemeinschaftliches Unterfangen. Während sich bereits in vielen Fällen Kooperationen und neue Strukturen für den Umgang mit Forschungsdaten abzeichnen, bieten sich in vielen Bereichen aber auch noch Gestaltungsräume. Im Rahmen der Dialogveranstaltung möchten wir verschiedene Perspektiven auf die Möglichkeiten, die sich Bibliotheken in diesem Handlungsfeld bieten, aber auch die Bedingungen, an die Ihre Einbringung geknüpft ist, miteinander ins Gespräch bringen.

Welche bibliothekarischen Kompetenzen können Forschende im Forschungsdatenmanagement unterstützen? Wie lässt sich diese Expertise verfügbar machen? Welche Rolle können zentrale Institutionen wie Bibliotheksverbünde spielen, und wie können Bibliotheken und NFDI ineinandergreifen? Diese und weitere Fragen möchten wir diskutieren.

Wenn auch Sie an der Diskussionsveranstaltung teilnehmen möchten, melden Sie sich gerne bis zum 15.06.2022 an. Weitere Information zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Webseite unter https://www.fdm.nrw/index.php/dialogveranstaltung-fairzeichnen-fairschlagworten-fairknuepfen-bibliotheken-als-partner-im-forschungsdatenmanagement/.

Quelle: Mail von Magdalene Cyra und Matthias Fingerhuth in Inetbib.

Fühl Dich angesprochen

"Zur besseren Lesbarkeit wird im Bericht ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sollen sich jedoch alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen".

Quelle: Gisela Minn / Marina Lemaire: Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften. Eine Planungshilfe für die Erarbeitung eines digitalen Forschungskonzepts und die Erstellung eines Datenmanagementplans. Universität Trier eSciences Working Papers 03 (2017).

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.