Friday, September 11, 2015

Mein erfolgreichster Facebook-Eintrag ever

Vorgeschichte: Wer die letzten Monate nicht völlig medienlos gelebt hat, wird mitbekommen haben, welche Hetze gegen Flüchtlinge da abgesondert wurde und wird. Eine Freundin von mir wollte dem etwas entgegensetzen und hat beschlossen, nur mehr positive Meldungen, zum Beispiel über gelungene Hilfsprojekte, zu posten. Dem wollte ich mich anschließen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass es bei dm um 5, 10 und 20 Euro sogenannte Flüchtlingspakete mit den notwendigsten Hygieneartikeln zu kaufen gibt. Als ich am 3. August in einer dm-Filiale war, hab ich drei Beispielkörbe an der Kassa stehen sehen, mich an die Aktion erinnert und ein solches Paket gekauft. Dann habe ich einfach die Rechnung auf Facebook gepostet.
Es ging mir nicht darum, zu zeigen, wie supersozial ich selber bin. Es war als Tipp gedacht für Menschen, die etwas tun wollten, aber nicht recht wussten, wie sie das anstellen sollen, oder die nicht so leicht nach Traiskirchen fahren konnten/wollten. Diese Pakete werden in Kooperation mit der Diakonie und der Caritas direkt an die Flüchtlinge verteilt. Weniger Aufwand geht fast nicht! Ein Lob für dm sollte natürlich auch dabei sein.

Von der Reichweite, die dieser Beitrag erreicht hat, bin ich immer noch überwältigt: Er wurde bisher unfassbare 2488 Mal ge-like-t und 2081 Mal ge-share-t :-) Hilfreich war sicher, dass ich dm getaggt habe und der Beitrag auf der dm-Facebookseite (mit ihren über 445.000 Fans) unter "visitor posts" aufschien. Außerdem habe ich doch viele Menschen in meinem Umfeld, die sich allgemein im Sozialbereich bzw. spezieller in der Flüchtlingsbetreuung und -versorgung engagieren - oder einfach keine Ungustln sind ;-) Es gab jedenfalls praktisch keine negativen Rückmeldungen, von der obligaten "wieso gibt es das nicht für Österreicher / Obdachlose / mich"-Meldung abgesehen. Ein paar Beispiele, wie der Post in den Shares kommentiert wurde: "super aktion!", "Darf gerne geteilt werden", "Ist total umkompliziert das Wichtige zu spenden! So ein Paket bei DM drogerie kaufen, und es ist sicher die 3fache Menge im Paket, als wenn wir es um den Ladenpreis in der Drogerie kaufen", "DM Deutschland und andere: Bitte nachmachen!", "done:) do it (too) guyz!!! die paar Euros tun echt nicht weh aber machen einiges aus!".

Wenn ich jetzt in einer Presseaussendung von dm lese, dass in den ersten vier Wochen dieser Aktion bereits 350.000 Euro gespendet wurden, hab ich ja vielleicht einen kleinen Beitrag dazu geleistet ;-)

Witzigerweise hab ich mich ein paar Tage später mit einer Frau getroffen, die ich kurz vorher auf der Plattform fragnebenan kennengelernt hatte, und als das Gespräch irgendwann auf den Eintrag kam, sagte sie sinngemäß: "Was, Du warst das? Ich hab den Eintrag auf Facebook gesehen und gleich geschaut, was Du noch gekauft hast, und dachte, aha - Mitzi Blue!". Für alle, die es interessiert: Den Alnatura-Linseneintopf hab ich von der Rechnung weggeschnitten ;-)


P.S. Wenn wir gerade dabei sind: Der Arbeiter-Samariterbund (allgemeine Informationen über das Projekt) und die Post (Informationen über den aktuellen Bedarf - bitte beachten!) starten heute die Aktion "Willkommenspakete für Flüchtlinge": "Bis einschließlich 31. Oktober kann eine Sachspende für Flüchtlinge kostenlos in jeder Postfiliale und bei jedem Post Partner in ganz Österreich aufgegeben werden".

Wednesday, September 02, 2015

Prekäre Bibliotheksarbeiter_innen: Treffen am 17.9. in der @bibliovonunten, Podiumsdiskussion am Bibliothekar*tag

//Zitat//
Wir sind prekär. Wir arbeiten in Universitätsbibliotheken, der Nationalbibliothek, an Fachhochschulen, in Museen, in öffentlichen Büchereien, an Dokumentationseinrichtungen, sonstwo. Unsere Arbeitsverträge reichen von befristeteten Vollzeitstellen über unbefristete Teilzeitjobs, von geringfügiger Beschäftigung zu freien Dienstnehmer_innen, von Werkverträgen bis hin zu Kettenverträgen. Wir arbeiten an einer Stelle für 20 Stunden die Woche, wissend, dass es kaum eine Chance gibt, auf 40 Stunden aufgestockt zu werden. Wir haben Zweit- manchmal auch Drittjobs. Und immer öfter auch gar keinen.

Wir sind hervorragend ausgebildet und wissen doch, dass wir weniger ausgebildete Kolleg_innen verdrängen, indem wir auch deren Jobs übernehmen. Wir arbeiten in Praktika, für gar kein Geld. Wir arbeiten in Anstellungsverhältnissen für zu wenig Geld. Uns ist bewusst, dass die Situation von Bibliothekar_innen keine Ausnahme darstellt in Berufen, in denen in erster Linie Frauen arbeiten. Uns ist auch bewusst, dass die neoliberalen Doktrin die Ausbeutung von Arbeitskräften weiter forcieren bis Arbeitsrechte "überwunden" sind und die selbstverantwortliche ICH-AG jedes Konzept von Solidarität und Kollektivität verworfen hat. Wir sind prekär. Uns wird von noch privilegierten Betriebsrät_innen empfohlen, bei Gehaltsverhandlungen geschickter vorzugehen. Wir sind prekär. Uns wird von Kolleg_innen erklärt, dass Teilzeitarbeit zu mehr Freizeit führt. Wir sind prekär. Ohne spezifische Berufsvertretung und mit einer Vereinigung, die "die beruflichen Interessen" ihrer Mitglieder vertritt, gleichzeitig den "Wettbewerb sichert", die sich rühmt über die monatlichen Klicks auf publizierte Stellenausschreibungen und in der doch nur unsere aktuellen und baldigen Vorgesetzten das Wort haben. Wir sind prekär und nicht organisiert. Wir sind prekär und haben die Schnauze voll.

Um uns darüber auszutauschen, laden wir am 17. September 2015 ab 17:00 Uhr in die Bibliothek von unten, Wipplingerstr. 23, 1010 Wien zu einem get-together und anschließendem Fest ein, und würden uns über Ihr/euer Kommen freuen!
//zitatende//

Quelle: voeb-l.

kellerabteil: CIMG9414, aufgenommen am 1. Mai 2008, gefunden via Flickr, Lizenz CC-BY-NC

Diskussion am Bibliothekar*tag

Weil's dazu passt: Am Bibliothekar*tag wird es am Donnerstag die Podiumsdiskussion "Ich bin so frei - prekäre Arbeitsverhältnisse im Bibliothekswesen" geben. Abstract: "Hier ein Jahr Projektarbeit, dort eine halbe Karenzvertretung, Bewerbungen von AkademikerInnen fürs Magazin, keine Anrechnung von Vordienstzeiten, Aufnahmestopp, "working poor" – die Situation am Arbeitsmarkt für Bibliothekarinnen und Bibliothekare hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Wie kommen prekär Beschäftigte über die Runden? Welche Möglichkeiten fairer Beschäftigung bieten immer knapper werdende Mittel den Bibliotheken? Werden zu viele NachwuchsbibliothekarInnen ausgebildet? Wieviel Wissen geht verloren, weil Verträge schon wieder enden, wenn sich die MitarbeiterInnen gerade eingelebt haben? Persönliche Erfahrungen, gewerkschaftliches Engagement für prekär Beschäftigte und politische Handlungsoptionen stehen im Zentrum dieser Diskussion". Diskutant_innen sind Beate Neunteufel-Zechner (Betriebsrätin ONB, UGÖD), Nikolaus Hamann (Kribibi), Veronika Kronberger (GPA-DJP) und Werner Schlacher (VÖB-Präsident, Bibliotheksdirektor).
Selbst prekär in Bibliotheken Arbeitende sind gerne aufs Podium eingeladen - bitte um rasche Kontaktaufnahme. Da ich größtes Verständnis habe, wenn jemand lieber nicht so an die Öffentlichkeit gehen möchte, freue ich mich auch über Erfahrungsberichte, die ich vertraulich und anonym behandle. Ich war zwar selber acht Jahre lang ohne schriftlichen Vertrag beschäftigt, aber das war nicht im Bibliothekswesen und ist schon eine Zeitlang her.

Engagement innerhalb der VÖB

P.S. Wenn die VÖB keine Vereinigung bleiben soll, in der "nur unsere aktuellen und baldigen Vorgesetzten das Wort haben", besteht natürlich die Möglichkeit, sich dort einzubringen und sie von innen zu verändern. Auch ein Vorstandsamt zu bekommen, ist nicht sehr schwer (noch ein Ehrenamt, ich weiß schon).

Tag der offenen Tür im Kreisky-Archiv: 18.9., 9-18 Uhr

//zitat// Wir laden ein zum Tag der offenen Tür im Kreisky-Archiv am 18. September 2015, 9–18 Uhr. Lebendige Geschichte, in persönlichen Briefen und Fotos, auf bewegten Bildern und in Tönen, wird in Archivräumen zugänglich, für solche, die sich gerne dran erinnern, und andere, die erst viel später geboren wurden.
Programm
  • 9:00 Uhr: Begrüßung durch Stadtrat Dr. Michael Ludwig, Obmann des Kreisky-Archivs
  • 10:00/12:00/15:00/17:00 Uhr: Führungen durch die Archivräume
  • Präsentation von Archivbeständen: Akten, Fotos, historische Plakate, diplomatische Geschenke und andere Objekte
  • Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen
  • Töne und (bewegte) Bilder aus der Zeit Bruno Kreiskys
  • Präsentation der historischen Forschungsprojekte des Kreisky-Archivs
Um Anmeldung wird gebeten unter archiv@kreisky.org. //zitatende//

Thursday, August 27, 2015

witziger Twitter-Hashtag: #AccurateLibraryPorno ;-)

Wednesday, August 26, 2015

Fortbildung "Lernbegleitung", auch für Bibliothekar_innen

Katrin Fischer in Inetbib:

/zitat/ Da wir derzeit noch Restplätze frei haben, möchte Sie auf diesjährige Qualifizierung Lernbegleitung aufmerksam machen.
Die modulare Fortbildung Lernbegleitung am Bildungszentrum Nürnberg geht im Herbst 2015 in die 15. Runde. Ziel dieser Zusatzqualifikation ist es, die Teilnehmenden fit zu machen für die kompetente Begleitung von Kindern, Jugendlichen, Student/innen, Berufstätigen und Senior/innen in deren individuellen Lernprozessen.
Die Qualifizierung Lernbegleitung ist eine innovative Zusatzqualifikation für Menschen, die über eine pädagogische Ausbildung verfügen oder in pädagogischen Arbeitsfeldern tätig sind, wie zum Beispiel Bibliotheksmitarbeiter/Innen, Sozialpädagogen, Lehrkräfte, Erzieher/Innen, Gesundheitspädagogen, Ausbilder/Innen und Mitarbeiter in Lernzentren oder in der Hausaufgabenbetreuung. /zitatende/
Ausführliche Informationen zur Qualifizierung (PDF).

Entressen kirjasto: Learning to make their own comics, aufgenommen am 8. Februar 2012, Flickr, CC-BY

Die Qualifikation Lernbegleitung kann nach erfolgreichem Abschluss mit einem Zertifikatslehrgang Lernberatung weitergeführt werden. Ausführliche Informationen zum Zertifikatslehrgang.

Tuesday, August 25, 2015

erster RDA-Datensatz im Verbund

Wie Verena Schaffner und Josef Labner von der OBVSG gerade geschrieben haben, wurde letzte Woche der erste RDA-Datensatz im österreichischen Verbundkatalog erfasst:

/zitat/ Der erste RDA-Datensatz beschreibt ein Werk mit dem Titel "Metamorphosis" - eine englische Übersetzung der "Verwandlung" von Franz Kafka. Nicht ohne Grund erschien genau diese Erzählung passend für eine Umstellung von der genannten Dimension: weniger weil es sich, wie der Klappentext weiß, um eine Geschichte "of unexplained horror and nightmarish transformation" handelt, sondern vielmehr deshalb, weil der Terminus "Metamorphose" in vielerlei Hinsicht einen kompletten Wechsel von Form, Struktur und Substanz anzeigt. /zitatende/

Sunday, August 23, 2015

Her mit dem Dutt!

Thursday, August 20, 2015

Buch & Bad in Krems: Pflück dir ein Gratisbuch!

"Am Dienstag, 25. August 2015 wachsen im Sommerbad Bücher von den Bäumen. Ein Schlaraffenland für Bücherwürmer. Lesestoff von der Stadtbücherei & Mediathek Krems gibt es für Groß und Klein und für jeden Geschmack ab 9:00 solange der Vorrat reicht. Buch vom Baum pflücken, ein ruhiges Platzerl auf der Liegewiese suchen, und einem genussvollen Lese-Badetag steht nichts mehr im Wege. - Eine Veranstaltung der Stadtbücherei Krems in Zusammenarbeit mit der Badearena Krems".

Hinweis aus Bibmail.

Robert Agthe: Frau liest Buch am Baum, aufgenommen am 18. April 2010, Flickr, CC-BY

Tuesday, August 04, 2015

für schlechte Tage

Emergency Kittens: "For when you need a kitten (or other type of cat) to cheer you up!"

und wenn das immer noch nicht geholfen hat:

und mein persönlicher Heiterkeitsgarant:

Sunday, August 02, 2015

Zufallsfund: "Nur Ruhe!"

Im letzten Jahr ging das Wien Geschichte Wiki online, ein Projekt der Wienbibliothek im Rathaus und des Wiener Stadt- und Landesarchivs gemeinsam mit anderen Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung. Das Wiki basiert auf dem sechsbändigen Werk "Historisches Lexikon Wien" herausgegeben von Felix Czeike, dessen Einträge digitalisiert, OCR-gelesen und manuell in die entsprechenden Formularfelder der auf Semantic MediaWiki beruhenden Datenbank eingegeben wurden. Die teilweise sehr kurz gefassten bzw. veralteten Artikel werden sukzessive überarbeitet und mit Bildern angereichert. Außerdem werden Inhalte aus verschiedenen internen Datenbanken, wie unserem "Gedenktageindex", eingearbeitet. So umfasst das Wiki mittlerweile 34.734 Beiträge und 2890 Bilder. Was hat das jetzt mit "Zufallsfund" zu tun? Ich bin selber von Anfang an in der Wiki-Redaktion dabei - ich kontrolliere beispielsweise Einträge, die von extern kommen, schreibe selbst neue Beiträge und arbeite Biographien ein, die in der Bibliothek im Rahmen von Straßenbenennungen oder Ehrungen erarbeitet wurden. Dabei komme ich oft von einer Person zu einem Bauwerk zu einem Sachbegriff zu einer anderen Person - Ihr kennt das sicher. Letztens kam mir der extern angelegte Eintrag zum Wiener Pädagogen Peter Bleich unter. Und da las ich: "Sein meist beachtetes Buch war aber das pädagogische Bändchen 'Nur Ruhe!' (1846), in dem er seinen Berufskollegen 300 Hilfsmittel zur Hand gibt, wie mit gewaltfreien Mitteln die Ruhe im Klassenzimmer aufrecht erhalten werden könne". Ich dachte, meine Stiefmutter - pensionierte Volksschullehrerin - würde das Buch sicher interessant finden, habe es mir ausheben lassen und habe mich bei der Lektüre sehr amüsiert.

Einerseits mutet das Buch sehr modern an. Es wird zum Beispiel in der Nachbemerkung hervorgestrichen, dass der Lehrer durch "ein freundliches, wohlwollendes, liebreiches Benehmen die Liebe und das Zutrauen der Kleinen in einem hohen Grade" gewinnen solle und dass der Lehrer "die Ursache der Unruhe und Unaufmerksamkeit in sich selbst und nicht in seinen Schülern" suche, denn "er wird finden, daß üble Laune, Unwohlseyn u.s.w. die Veranlassung sind, daß er diesen Tag nicht mit der gehörigen Heiterkeit in der Schule war". Körperliche Züchtigung wird nicht im geringsten angeraten, ja sogar vor übermäßiger Strenge gewarnt. Viele Mittel appellieren an das Ehrgefühl der Kinder. Andererseits dürfte von den 310 enthaltenen Mitteln heutzutage kein einziges mehr funktionieren ;-) oder was meint Ihr zu diesen Beispielen?

212. Mittel: (Zu einem Schüler, der schwätzt:) Was glaubst Du, was wird jeder Mensch lieber thun: arbeiten oder ruhen? Richtig, ruhen. Nun sieh, dein Mund will auch lieber ruhen als arbeiten oder schwätzen. Laß ihn also ruhen! Und solches will der Mund eines jeden Schülers.
86. Mittel: Jeder Schüler, der in der Schule unruhig ist, schließt sich von dem Kreise der Braven aus. Ich glaube, daß nicht Ein Kind diese Schande fühlen will.
18. Mittel: Heute befehle ich, daß jede Kind sehr ruhig und aufmerksam seyn soll. Ich will sehen, ob nur Ein Kind hier ist, welches diesen Befehl nicht mit Freuden befolgt.
24. Mittel: Liebe Kinder! In der Schule muß man lernen, ruhig sitzen, aufmerksam und fleißig lernen, wenn man von dem Lehrer will geliebet werden. Ich glaube, daß jedes Kind wird haben wollen, daß ich es liebe. - Daher wird heute jedes Kind das gerne thun, was ich so eben gesagt habe.
92. Mittel: (Zu einem Schwätzer:) Geh! trage deine Schulsachen nach Hause, und wenn dich deine Aeltern fragen, warum du dieses thust, so sage nur: Liebe Aeltern, zu dem, was ich in der Schule mache, ist kein Buch u.s.w. nöthig.
163. Mittel: Es gibt ein Geboth Gottes, welches heißt; Du sollst nicht tödten! - Wer in der Schule unaufmerksam ist, der tödtet die Zeit, und übertritt das Geboth Gottes, wodurch er eine große Sünde begeht.

Peter Bleich: Nur Ruhe! oder 300 einfache Mittel, Ruhe in der Schule zu erhalten. Ein Noth- und Hülfsbüchlein für angehende Schulmänner, denen es darum zu thun ist, die Ruhe in der Schule auf zweckmäßige Weise, ohne irgend einer Strenge, herzustellen. Wien: Mayer 1846. Wienbibliothek im Rathaus, Druckschriftensammlung, Signatur A-2323.

Neue Einträge in der Berufsbild-Bibliographie

Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn.

Lynn Walker / Philip Calvert: "'So what made you decide to become a school librarian?' Reasons people currently working in New Zealand school libraries give for their choice of employment". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (10. März 2015)

Alireza Peyvand Robati / Byabazaire Yusuf: "Coverage of the competencies required by special librarians at three different levels of Library and Information Science curricula". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (9. Oktober 2014)

Bernadette Chanetsa / Patrick Ngulube: "The changing roles, responsibilities and skills of subject and learning support librarians in the Southern African Customs Union region". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (1. Oktober 2014)

Irene Lopatovska / Ellie Ransom: "The state of L-Schools: Intellectual diversity and faculty composition". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (12. Mai 2014)

Younghee Noh / Inja Ahn: "A study of the differences between students' and librarians' expectation of the Korean library and information science job market". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (8. Mai 2014)

Zahra Tahavori: "Teleworking in the National Library and Archives of Iran: Teleworkers' attitudes". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (2. Mai 2014)

Biddy Casselden / Alison J. Pickard / Julie McLeod: "The challenges facing public libraries in the Big Society: The role of volunteers, and the issues that surround their use in England". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (5. Februar 2014)

Hadewijch Vanwynsberghe / Ruben Vanderlinde / Annabel Georges / Pieter Verdegem: "The librarian 2.0: Identifying a typology of librarians' social media literacy". In: Journal of Librarianship and Information Science, OnlineFirst (28. Jänner 2014)

Saturday, August 01, 2015

Ein Fall für die Bibliotheksdetektivin

"Join our cataloging detective as she attempts to solve the mystery of the seductive double bound book"...

Monday, July 20, 2015

Küchenwissenschaft

Das Zitat werde ich in mein Skriptum zu Zitieren und Plagiat aufnehmen ;-)

Saturday, July 18, 2015

BBB news

Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn.

Colleen S. Harris-Keith: "The Relationship Between Academic Library Department Experience and Perceptions of Leadership Skill Development Relevant to Academic Library Directorship". In: The Journal of Academic Librarianship 41 (2015) 3, S. 246–263

Dick Kawooya / Amber Veverka / Tomas Lipinskic: "The Copyright Librarian: A Study of Advertising Trends for the Period 2006–2013". In: The Journal of Academic Librarianship 41 (2015) 3, S. 341–349

Ellen I. Shupe / Stephanie K. Wambaugh / Reed J. Bramble: "Role-related Stress Experienced by Academic Librarians". In: The Journal of Academic Librarianship 41 (2015) 3, S. 264–269

Jun Feng / NaiXuan Zhao: "A New Role of Chinese Academic Librarians—The Development of Embedded Patent Information Services at Nanjing Technology University Library, China". In: The Journal of Academic Librarianship 41 (2015) 3, S. 292–300

Wednesday, July 15, 2015

Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn: wieder online!

Juhu, ein jahrelang gehegtes und gepflegtes Lieblingsprojekt von mir ist wieder online: die Bibliographie Berufsbild Bibliothekar / Bibliothekarin, die ich schon während meines Bibliotheksstudiums gestartet habe. Adresse wie früher www.library-mistress.net/berufsbild :-) Nachdem der Server meines Webspace-Providers den Geist aufgegeben hatte, wollte ich mir dann doch lieber einen neuen Provider suchen und habe für diese Entscheidung geringfügig mehr Zeit als erwartet gebraucht. Dann war noch die Domain zu übersiedeln etc. pp.
Es sind noch einige Ergänzungen und etliche Aktualisierungen vorzunehmen, zum Beispiel fehlen noch die meisten Links, und der Belletristik-Teil muss mittlerweile ordentlich erweitert werden, aber der Großteil der Listen ist nun wieder abruf- und durchsuchbar.

Monika Bargmann: "Lisi with sensible (?) shoes", 23. Juli 2008, Flickr, CC-BY-SA

Die neuen Einträge werden immer in diesem Blog unter dem Label "profession" und mit dem Subject "BBB news" veröffentlicht. Über Hinweise freue ich mich weiterhin.

Monday, July 13, 2015

neu: Büchereiperspektiven zu "Bibliothek und Umwelt"

Die neueste Ausgabe 2/2015 der Zeitschrift "Büchereiperspektiven" ist dem Thema "Bibliothek und Umwelt" gewidmet und auf https://www.bvoe.at/epaper/2_15/ frei abrufbar. Diesmal bin ich gleich zweimal vertreten: mit einem Artikel zur Frage "Wie öko ist mein Lesestoff" (Literaturliste siehe unten) und mit meiner Kolumne zu "Bibliotheken ohne Bücher", diesmal über Xylotheken oder Holzbibliotheken :-)

Inhaltsverzeichnis

  • Die Grüne Bibliothek - Ökologische Nachhaltigkeit liegt nicht nur unübersehbar und weltweit im Trend, mehr noch: Ihre zunehmend existenzielle Bedeutung für unser Leben und das der nachfolgenden Generationen steht außer Frage – auch für Bibliotheken.
  • Let's go green! - Bibliotheken können "grüne" Trends aufnehmen – und ihr ökologisches Engagement auch gewinnbringend vermarkten. Über die Entwicklung eines Zertifikats für Grüne Bibliotheken.
  • Vorarlberger Bibliotheken: Einfach die Welt verändern - Sich der Umwelt bewusst sein: Das bringt Lebensqualität. Vorarlberger Bibliotheken nehmen sich Zeit dafür und machen Lust auf Umwelt – mit einem spannenden, umfangreichen und vielseitigen Angebot.
  • Auf dem "Holz-Weg" - Die Walserbibliotheken im Biosphärenpark Großes Walsertal zeigen, wie Umweltfragen, Ökologie und nachhaltiges Leben mit gezielten Aktionen zum Thema und zur Aufgabe gemacht werden können.
  • Nachhaltigkeit als Programm - Die Walserbibliothek Blons liegt im Gemeindezentrum, das aus dem Holz des Lawinenschutzwaldes errichtet wurde. Nachhaltig ist nicht nur das Gebäude, sondern auch das Programm der Bibliothek.
  • Gutes Gefühl statt schlechtes Gewissen - Margit Helene Meister von der Umweltbildung des Landes Niederösterreich möchte Wege zu einem nachhaltigeren Lebensstil aufzeigen. In dem Projekt "leseumwelt" setzt sie auf BibliothekarInnen als MultiplikatorInnen.
  • Die Bibliothek geht ins Grüne - Die Korneuburger Büchereien arbeiten beim Thema Umwelt zusammen und bringen ihre Aktivitäten ins Stadtleben ein
  • Recycling von Büchern - Die Bibliothek Lockenhaus weiß auch ältere Bücher zu verwerten und wurde für ihre Initiativen, einen offenen Bücherschrank in einer Telefonzelle und einen Recycling-Büchersessel, im Mai 2015 mit dem "Goldenen Mistkäfer" ausgezeichnet.
  • Umwelttage in der Bibliothek - Die Stadtbücherei Eggenburg hat die "Eggenburger Umwelt- und Energietage" ins Leben gerufen. Seit 2013 organisiert die Bibliothek in Kooperation mit der Stadt eine jährliche Veranstaltungsreihe rund um den Weltumwelttag.
  • Urban Gardening und Bibliotheken - Urban Gardening ist mehr als ein Trend. Neben der Nutzung von privaten oder städtischen Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln steht mit der Gründung von Gemeinschaftsgärten auch eine neue Form des gemeinsamen Lernens und Experimentierens im Mittelpunkt – ein spannender Ansatzpunkt für Bibliotheken.
  • Grüne Bibliothek der Nachbarschaft in Berlin - In einem engagierten Nachbarschaftsprojekt konnte die Stadtteilbibliothek Tiergarten vor der Schließung bewahrt werden: mit Unterstützung aus der Community, einem neuen Betriebskonzept, zielgruppenorientierter Ausrichtung und enger Zusammenarbeit mit dem benachbarten Gemeinschaftsgarten. Über eine kleine Bibliothek mit großen Ambitionen.
  • Grüne Bibliotheken in Tschechien - "Grüner", bewusster und vernetzter: Studierende der Bibliothekswissenschaft gaben den Anstoß zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit ökologischer Nachhaltigkeit in tschechischen Bibliotheken.
  • "Library at the Dock" in Melbourne - Das Hafenviertel Docklands ist Melbournes jüngster Stadtteil, der rasch wächst und sich zu einer wichtigen wirtschaftlichen Drehscheibe entwickelt hat. Die "Library at The Dock", die Bibliothek am Hafen, ist eines der neuesten und ambitioniertesten Infrastrukturprojekte in Melbourne.
  • Global denken, lokal handeln - Die Kingston Library im Bundesstaat New York unterstützt die Klimaziele der Stadt und hat sich selbst zu grünen Maßnahmen bekannt. Eine Fallstudie einer Grünen Bibliothek in den USA.
  • Bibliothek mit Dachgarten - Begrünte Dächer haben viele Vorteile – sie schützen vor Hitze und Kälte, schonen die Kanalisation und sehen einfach schÖn aus. Zwei Beispiele für Bibliotheken mit "Green Roofs" aus dem Osten und dem Westen der USA.
  • "My Tree House" - In Singapur gibt es die weltweit erste Grüne Bibliothek für Kinder. In einer magischen Waldlandschaft können spielerisch Umweltthemen erkundet werden.
  • Interview: Kunstprojekt "Future Library" - Die Künstlerin Katie Peterson pflanzt eine Bibliothek – und das im wörtlichen Sinne. Im Interview erzählt sie von ihrem außergewöhnlichen Projekt, in dem Natur und Kunst zusammenkommen.
  • Grün feiern - Was haben der kürzlich in Wien abgehaltene Eurovision Song Contest und der im September stattfindende Österreichische Bibliothekartag gemeinsam? Sie sind "Green Events" beziehungsweise "Green Meetings" – nach Umweltstandards abgehaltene Veranstaltungen. Pamela Stückler vom Planungskomitee des Bibliothekartags berichtet von den Vorbereitungen.
  • "Können Schweine fliegen?" - Wie lässt sich Natur vermitteln? Einige Ideen zu Aktionen und Umweltspielen für drinnen und draußen.
  • Wie öko ist mein Lesestoff? - Es gibt Bücher, bei denen man zutiefst bedauert, dass für ihre Produktion Bäume sterben mussten. Da wäre es doch besser, sie wären nur als E-Book erschienen. Aber ist das digitale Buch wirklich besser für die Umwelt als das gedruckte? Eine nicht ganz triviale Frage. Etwas sei gleich zu Beginn verraten: Gebrauchte gedruckte Bücher, wie zum Beispiel Bibliotheksbücher, schneiden in ökologischer Hinsicht gut ab.


Es gibt verschiedene Siegel für Holz (und damit Papier) aus nachhaltiger Forstwirtschaft, zum Beispiel PEFC oder FSC, auf die man achten sollte. In Österreich sind immerhin bereits siebzig Prozent der Waldfläche PEFC-zertifiziert. Bild: Monika Bargmann, Mariensee, CC-BY

Literatur zu meinem Artikel "Wie öko ist mein Lesestoff"

Ich würde gerne einmal eine ausführliche Version meines Artikels verfassen. Aufgrund der begrenzten Zeichenzahl konnte ich auch nur die wichtigsten interessanten Literaturangaben im gedruckten Heft unterbringen. Daher hier die Ergänzung:

Tuesday, July 07, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 4/2014

Beim Festival "Österreich liest" im Oktober konnten Besucherinnen und Besucher den "Treffpunkt Bibliothek" auf vielseitige Weise kennenlernen und erfahren. Diese Kolumne ist dem fiktiven Pendant gewidmet.
Ein Schwarzes Brett kann ein guter Treffpunkt sein, erfährt der Bibliothekar James in "Carbs & Cadavers", der sich nach langen Jahren auswärts erst wieder in seiner Heimatstadt eingewöhnen muss. Just an dem Tag, als er sich nachintensivem Zögern wieder einmal auf die Waage gestellt hat und noch schockiert vom Ergebnis ist, begegnet er an seinem Arbeitsplatz der Lehrerin Lindy, die gerade eine Einladung für einen "Supper Club" aufhängt – eine Gruppe, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Essen trifft, dabei Diätrezepte austauscht und sich gegenseitig beim Abnehmen unterstützen will. Bald entsteht eine innige Freundschaft zwischen den Gruppenmitgliedern.
In dem Roman "Ausgeliehen" trifft der zehnjährige Ian in der Stadtbibliothek auf eine Komplizin. Seine Mutter verlangt nämlich, dass er nur "Bücher, in denen der Atem Gottes zu spüren ist", liest – "Harry Potter und ähnliche Autoren" gehören nicht dazu. Die Kinderbibliothekarin Lucy stammt allerdings "aus einer langen Reihe von Revolutionären ab“ und hilft Ian dabei, heimlich an die verbotenen Bücher heranzukommen.
BibliothekarInnen erleben manchmal unverhoffte Begegnungen – wie der Protagonist in "Le grand amour du bibliothécaire" ("Die große Liebe des Bibliothekars"): „Ein Besucher in seiner Bibliothek, das ist doch noch nie passiert! Und dann auch noch eine hinreißende junge Frau. Das Herz des Bibliothekars beginnt zu klopfen. Er errötet, er erbleicht. Er befindet sich über ihr und wäre gerne auf derselben Ebene, aber er fühlt sich nicht fähig, die Leiter hinunterzusteigen, ohne über seine eigenen Füße zu stolpern".
Manchmal stößt man in der Bücherei aber auch auf Gestalten, die man – in dieser Form – gar nicht erwartet hätte. So ergeht es etwa der Titelheldin in "Lisas Buch": "Der Platz unter der Gummipalme war besetzt, und die beiden Jungen, die dort saßen, hatte Lisa hier noch nie zuvor gesehen. Sie wären ihr aufgefallen, denn ehrlich gesagt, schauten sie ziemlich merkwürdig aus. Der eine trug eine Art Jackett, das ihm viel zu groß war, und dazu eine an den Knien geflickte karierte Hose. Auf dem Kopf hatte er einen Strohhut mit einer hoffnungslos ausgefransten Krempe. (..) Der andere Junge sah nicht viel besser aus.“ Ihre Namen sind übrigens Tom und Huck...

Literatur

  • J.B. Stanley: Carbs & Cadavers. Midnight Ink 2006 (die Serie "Supperclub mysteries" hat mittlerweile sechs Bände)
  • Rebecca Makkai: Ausgeliehen. List 2012 [The borrower]
  • Évelyne Brisou-Pellen: Le grand amour du bibliothécaire. Illustriert von Véronique Deiss. Castermann 1996 (Übersetzung der zitierten Passage von MB)
  • Wieland Freund: Lisas Buch. Rowohlt Taschenbuch 2003

Hier alle bisher in den Büchereiperspektiven erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:
  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

Saturday, July 04, 2015

WikiProjekt "Bibliotheken und BibliothekarInnen im Nationalsozialismus"

Philipp Maass hat in Inetbib sein sehr interessantes Projekt vorgestellt:

<zitat>
"Im Rahmen eines Praxisprojekts des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Bibliotheks- und Informationswissenschaft "MALIS" an der Fachhochschule Köln habe ich eine WikiProjekt-Seite zum Thema "Bibliothekarinnen, Bibliothekare und Bibliotheken im Nationalsozialismus" erstellt. (...) WikiProjekte sind "themenbezogene Initiativen zu Ausbau und Verbesserung von Artikeln eines Themenkomplexes innerhalb der Wikipedia". (...) Auf meiner Benutzerseite sammle ich zur Zeit Ideen zur Kooperation von Wikipedia und Bibliotheken. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf".
<zitat>

Auf der Projekt-Seite wird noch genauer ausgeführt, worum es geht: "Diese WikiProjekt soll einen zentralen Zugriff zu Ressourcen, Personen und Institutionen im Bibliothekswesen während der NS-Zeit ermöglichen. Da die Informationen innerhalb der Wikipedia nicht zentral recherchierbar sind, soll mit dieser Seite Interessierten ein Überblick gegeben werden, welche Informationen zum Bibliothekswesen im Nationalsozialismus innerhalb der Wikipedia verfügbar sind und welche nicht. Hinzu kommt eine Bibliographie zur Thematik und eine Übersicht welche Artikel noch überarbeitet werden müssen oder neu angelegt werden sollten". In der Übersicht werden jedenfalls auch Personen aus Österreich angeführt: z.B. Hans Ankwicz-Kleehoven, Josef Bick, Paul Heigl und Victor Kraft. In Österreich gab es auf diesem Gebiet in den letzten Jahren etliche Publikationen, zum Beispiel durch die AG NS-Provenienzforschung. Dem Projekt gutes Gelingen!


Volksbibliothekare im Nationalsozialismus
Dazu passend: Kollege Heimo Gruber hat mich soeben darauf hingewiesen, dass die Jahrestagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte dem Thema "Volksbibliothekare im Nationalsozialismus – Handlungsspielräume, Kontinuitäten, Deutungsmuster" gewidmet ist. Die Tagung findet von 28. bis 30. September 2015 in Wolfenbüttel statt. Das Programm ist online (PDF).

Friday, June 26, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 3/2014

Wie sieht der Arbeitsplatz Bibliothek in Kinderbüchern aus? Antworten auf diese Frage suchen wir in elf zufällig ausgewählten Büchern deutscher, englischer und spanischer Sprache. Fast alle dieser Bücher haben Öffentliche oder Schulbibliotheken zum Thema – nur in einem werden auch Wissenschaftliche Bibliotheken erwähnt.
Cover des Buches Clarence the copy cat zeigt eine gezeichnete Katze auf einem Kopierer in einer BibliothekGleich vorweg: In einem Kinderbuch kommen gar keine MitarbeiterInnen vor. Man kann nur aus der Tatsache, dass ein Bub aus einer Bücherei mit vielen Büchern bepackt und zufrieden herauskommt, schließen, dass sich zuvor jemand um Bestandsaufbau und Ausleihe gekümmert hatte (und irgendjemand hatte ein "Hunde verboten"-Schild aufgestellt). In einem Buch wird die private Schlossbibliothek nur von der Fledermaus Cölestine bewohnt. In einem anderen bevölkern nur Geister die Bibliothek, allerdings handelt es sich dabei nicht um verstorbenes Fachpersonal. Die Fernleihe wird kein einziges Mal erwähnt. Die Formalerschließung wird nur in einem Buch als Tätigkeit dargestellt, ansonsten spiegelt sie sich eher in der Katalogsuche wider. Dasselbe gilt für die inhaltliche Erschließung, die nur durch das Endprodukt Aufstellungssystematik vertreten ist. In sechs Büchern sind Beratung und Auskunft wichtig. In "A day with a librarian" heißt es zum Beispiel: "Ich helfe Menschen, das zu finden, was sie brauchen. Ich helfe Menschen, Antworten auf ihre Fragen zu finden". Sechs Mal werden Bücher zurückgestellt. Sieben Mal wird die Ausleihe erwähnt. Am wichtigsten sind aber die lesefördernden Maßnahmen wie Vorlesestunden, die in acht von elf Büchern den Kindern Freude bereiten.
Fazit: Die Arbeit im Hintergrund spielt in den Kinderbüchern eine untergeordnete Rolle – der Kontakt mit großen und kleinen BenutzerInnen steht im Vordergrund. Übrigens: Den höchsten Wert an Mitarbeiterzufriedenheit erreicht wohl der Bärenbibliothekar Lewis. Er liebt einfach alles an seinem Beruf: das Aufsperren in der Früh, den Geruch der Bücher, das Auswählen und Kaufen neuer Medien, das Reparieren, das Sortieren und Zurückstellen, die Beratung, sogar Menschen, die sich in der Bibliothek unterhalten – aber "was Lewis wirklich liebte, war, sich mit einem Stapel Bücher mit großartigen Geschichten und tollen Bildern auf einen Sessel zu setzen und den Kindern in der Bibliothek vorzulesen".

Verwendete Literatur

  • Cari Meister / Rich Davis [Ill.]: Tiny goes to the library (2000)
  • Jan Kottke: A day with a librarian (2000)
  • Susan Hill / Lydia Halverson: Stuart Little at the library (2001)
  • Dan Liebman: Quiero ser bibliotecario (2003)
  • Jessica Spanyol: Carlo and the really nice librarian (2004)
  • Dan Gutman / Jim Paillot: Mrs. Roopy is loopy! (2004)
  • David Melling: The ghost library (2005)
  • Jakob Michael Perschy / Hans-Günther Döring [Ill.]: Balthasar und die Bibliotheksfledermaus (2006)
  • Marni McGee / Ian Beck: Winston der Bücherwolf (2006)
  • Charnan Simon / Rebecca Thornburgh [Ill.]: Lewis the librarian (2006)
  • Patricia Lakin / John Manders: Clarence the copy cat (2007)
Hier alle bisher in den Büchereiperspektiven erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:
  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).



Thursday, June 18, 2015

Wie eine Wildsau

Mein Kollege Georg Maißer führt seit April 2015 ein äußerst lesenswertes Blog auf georgmaisser.wordpress.com, in der er hauptsächlich persönliche Erlebnisse beschreibt. Besonders gefesselt hat mich sein letzter Beitrag "Wie eine Wildsau". Zum Schmunzeln empfehle ich die Beobachtung "I am too sexy...".

marfis75 (Martin Fisch): "saumüde", Flickr, 28. Oktober 2014, CC-BY-SA

Monday, June 15, 2015

Krieg der Geschlechter

Wednesday, June 10, 2015

Moderne Kunst

Friday, May 29, 2015

Online diaries: "A sense of belonging"

"There was a time when girls used to keep little diaries and they would have a lock and key on them and write their most intimate thoughts in them. Now they put them on the internet and many, many other people from all round the world identify. That gives you a sense of belonging". - Gabriel Byrne in an interview with the "Guardian".

Source: Catherine Shoard: "Gabriel Byrne on romance, privacy and the end of the world". In: The Guardian, May 28, 2015.

Philippa Willitts: "Dear Diary. The beginning of a child's diary entry". Flickr, May 5, 2008, CC-BY-NC

Thursday, May 28, 2015

neu: Wörterbuch der Germanismen und Austriazismen im Bosnischen

Wie hier, hier und hier in diesem Blog schon beschrieben ist, sammle ich Wörterbücher. Demnächst wird in der Wiener Hauptbücherei am Gürtel ein Buch präsentiert, das mich besonders interessiert: "Rječnik germanizama i austrijacizama u bosanskome jeziku / Wörterbuch der Germanismen und Austriazismen im Bosnischen" von Nedad Memić.

1100 Lehnwörter

Aus der Beschreibung: "Lexeme deutscher und österreichischer Herkunft sind ein fester Bestandteil des bosnischen Wortschatzes. Das Wörterbuch der Germanismen und Austriazismen im Bosnischen ist das erste Wörterbuch, das den Sprachkontakt zwischen dem Deutschen und Bosnischen grundlegend dokumentiert. Dieses Nachschlagewerk beinhaltet rund 1.100 Lehnwörter - jedes Lemma wurde mit detaillierten Angaben zur Prosodie, Morphologie, Herkunft aus der deutschen Sprache, zum soziolinguistischen Status, seinen Bedeutungsvarianten sowie Phraseologie versehen. Darüber hinaus wurde jede Bedeutungsvariante mit einem Beispiel aus dem Sprachkorpus des Gegenwartsbosnischen belegt. Damit gibt dieses Wörterbuch einen aktuellen Einblick in den Status der Germanismen und Austriazismen in der bosnischen Sprache".
Nedad Memić studierte Germanistik und Anglistik in Sarajevo und lebt seit 2002 in Wien. 2005 promovierte der Journalist an der Universität Wien zum deutsch-bosnischen Sprachkontakt. Moderation: Olivera Stajić, Journalistin bei derStandard.at und Autorin.

Ort und Zeit

Dienstag, 9. Juni 2015, 19 Uhr, Hauptbücherei am Gürtel, 1070 Wien, Urban-Loritz-Platz 2a. Details im Veranstaltungskalender.

Saturday, May 02, 2015

Katzen lieben alte Handschriften

Monday, April 20, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 3/2014

Wie sieht der Arbeitsplatz Bibliothek in Kinderbüchern aus? Antworten auf diese Frage suchen wir in elf zufällig ausgewählten Büchern deutscher, englischer und spanischer Sprache. Fast alle dieser Bücher haben Öffentliche oder Schulbibliotheken zum Thema – nur in einem werden auch Wissenschaftliche Bibliotheken erwähnt.
Patricia Lakin, John Manders [Ill.]:
Clarence the Copy Cat.
Double Day 2002
Gleich vorweg: In einem Kinderbuch kommen gar keine MitarbeiterInnen vor. Man kann nur aus der Tatsache, dass ein Bub aus einer Bücherei mit vielen Büchern bepackt und zufrieden herauskommt, schließen, dass sich zuvor jemand um Bestandsaufbau und Ausleihe gekümmert hatte (und irgendjemand hatte ein "Hunde verboten"-Schild aufgestellt). In einem Buch wird die private Schlossbibliothek nur von der Fledermaus Cölestine bewohnt. In einem anderen bevölkern nur Geister die Bibliothek, allerdings handelt es sich dabei nicht um verstorbenes Fachpersonal. Die Fernleihe wird kein einziges Mal erwähnt. Die Formalerschließung wird nur in einem Buch als Tätigkeit dargestellt, ansonsten spiegelt sie sich eher in der Katalogsuche wider. Dasselbe gilt für die inhaltliche Erschließung, die nur durch das Endprodukt Aufstellungssystematik vertreten ist. In sechs Büchern sind Beratung und Auskunft wichtig. In "A day with a librarian" heißt es zum Beispiel: „Ich helfe Menschen, das zu finden, was sie brauchen. Ich helfe Menschen, Antworten auf ihre Fragen zu finden". Sechs Mal werden Bücher zurückgestellt. Sieben Mal wird die Ausleihe erwähnt. Am wichtigsten sind aber die lesefördernden Maßnahmen wie Vorlesestunden, die in acht von elf Büchern den Kindern Freude bereiten.
Fazit: Die Arbeit im Hintergrund spielt in den Kinderbüchern eine untergeordnete Rolle – der Kontakt mit großen und kleinen BenutzerInnen steht im Vordergrund. Übrigens: Den höchsten Wert an Mitarbeiterzufriedenheit erreicht wohl der Bärenbibliothekar Lewis. Er liebt einfach alles an seinem Beruf: das Aufsperren in der Früh, den Geruch der Bücher, das Auswählen und Kaufen neuer Medien, das Reparieren, das Sortieren und Zurückstellen, die Beratung, sogar Menschen, die sich in der Bibliothek unterhalten – aber "was Lewis wirklich liebte, war, sich mit einem Stapel Bücher mit großartigen Geschichten und tollen Bildern auf einen Sessel zu setzen und den Kindern in der Bibliothek vorzulesen".

Literatur: C. Meister/R. Davis: Tiny goes to the library (2000); J. Kottke: A day with a librarian (2000); S. Hill/L. Halverson: Stuart Little at the library (2001); D. Liebman: Quiero ser bibliotecario (2003); Jessica Spanyol: Carlo and the really nice librarian (2004); D. Gutman/J. Paillot: Mrs. Roopy is loopy! (2004); D. Melling: The ghost library (2005); J. M. Perschy/H.-G. Döring: Balthasar und die Bibliotheksfledermaus (2006); M. McGee/I. Beck: Winston der Bücherwolf (2006); C. Simon/R. Thornburgh: Lewis the librarian (2006); P. Lakin/J. Manders: Clarence the copy cat (2007).


Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:
  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

Thursday, April 16, 2015

Studieren ohne Bleistift und Fernrohr

Von der Feststellung der ÖH - "650 - Es gibt keinen Grund zu feiern" - lässt sich die Uni Wien nicht abhalten und feiert ihr Jubiläum ausgiebig. Ein netter Hinweis im aktuellen Alumni-Newsletter:

"Nach Gründung der Universität Wien dauerte es etwa 85 Jahre bis zur Erfindung des Buchdrucks, etwa 185 Jahre bis zur Erfindung des Bleistifts und 243 Jahre bis zur Erfindung des Fernrohrs".

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151411712698470.508598.734308469&type=1&l=9b873900aa
Uni-Ansichten. alle Bilder: Monika Bargmann, CC-BY

Tuesday, April 14, 2015

Bibliothekstagung für Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung im Mai in Graz

Die 44. Wissenschaftliche Arbeits- und Fortbildungstagung der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS) trägt den Titel "Zwischen Europäischer Integration und Nationalismus – Netzwerke(n) ohne Grenzen?" und findet von 4. bis 6. Mai 2015 in Graz statt. Die Tagung wird gemeinsam von ABDOS, dem Zentrum für Südosteuropastudien der Karl-Franzens-Universität Graz, der Universitätsbibliothek Graz, dem traduki-Projektverbund und der Südosteuropa-Gesellschaft München veranstaltet.

Sonntag, 3. Mai 2015
* 19.00 Uhr: Informelles Zusammentreffen der bereits angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Ort: Zur Steirerstub'n, Lendplatz 8, A- 8020 Graz)

Montag, 4.Mai 2015
* 12.00 – 13.30 Uhr: Tagungseröffnung
* Grußworte N.N., Universitätsleitung der Karl-Franzens-Universität Graz; Werner Schlacher, Universitätsbibliothek Graz; Jürgen Warmbrunn, ABDOS e.V.
* Festvortrag Florian Bieber, CSEES / Karl-Franzens-Universität Graz
* 13.30 – 15.00 Uhr: Mittagspause
* 15.00 – 16.00 Uhr: Session I: Stand und Perspektiven der Slavistik im deutschsprachigen Raum. Moderation: Gudrun Wirtz
** Sophia Manns-Süßbrich, Universitätsbibliothek Leipzig: "Polnisches Institut, ukrainische Botschaft, weißrussische Bibliothek: Schenkungen, E-Books, Datenbanken und Mickiewiczs "Dziady": aus dem Alltag einer Slawistik-Fachreferentin".
** Renate Hansen-Kokorus, Karl-Franzens-Universität Graz: "Die Slavistik in Österreich heute" (Arbeitstitel - angefragt)
** Marija Simasek, Zentralbibliothek Zürich: "Zur Situation der Slavistik in der Schweiz"
* 16.00 – 17.30 Uhr: Session II: Vernetzung: Wissenschaft- Wirtschaft- Politik – Information I. Moderation: Jürgen Warmbrunn
** Evelin Müller, Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig: "Vernetzte Geographen: Europa Regional – eine regionalgeographische wissenschaftliche Zeitschrift des IfL"
** Karl Kaser, Karl-Franzens-Universität Graz: "Virtuelles Archiv Südosteuropa"
** Jana Dreimane, Nationalbibliothek Lettlands Riga: "Die Burg des Lichts – das neue Gebäude der Nationalbibliothek Lettlands / Deutsch-baltische Bibliothekare fördern den deutsch-lettischen Kulturaustausch".
* Empfang der Stadt Graz für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ADBOS-Tagung 2015

Dienstag, 5. Mai 2015
* 09.00-10.00 Uhr: ABDOS-Mitgliederversammlung
* 10:00-12:00 Uhr: Session III: Südosteuropa – keine Zukunft ohne Geschichte. Moderation: Tillmann Tegeler.
** Hansjörg Brey, Geschäftsführer Südosteuropa-Gesellschaft, München: "Die Südosteuropa-Gesellschaft als Mittlerorganisation und Netzwerk – Bündelung von Expertenwissen, Information und Beratung".
** Peter Jordan, Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: "Die besondere Bedeutung der öffentlichen Präsenz ihrer geographischen Namen für sprachliche Minderheiten".
** Karmen Moissi, Österreichische Nationalbibliothek Wien: "'An meine Völker!' - Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918: Ost- und Südosteuropa im Fokus der Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek 2014"
** Marta Nadraha, Lviv: "Die derzeitige Situation in der Ukraine und ihre Auswirkungen auf das ukrainische Bibliothekswesen – ein Zeitzeugenbericht".
* 12.00-13.30 Uhr: Mittagspause
* 13:30-15.00 Uhr: Session IV: Vernetzung : Wissenschaft- Wirtschaft- Politik - Information II. Moderation: Josef Steiner.
** Stefanie Lindstaedt, Technische Universität Graz: "Das KNOW-CENTER Graz"
** Nadine Berger / Alice Kristl, Universitätsbibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien: "4 Semester am neuen Campus– Planung und Praxis. Kurze Berichte aus dem Bibliothekszentrum und der Sprachenbibliothek"
** Mokhnacheva Yuliya, Beskaravaynaya Elena, Kharybina Tatiana, Library for National Sciences of the Russian Academy of Sciences: "ВОЗМОЖНОСТИ БИБЛИОМЕТРИИ, КАК НОВОЙ ФУНКЦИИ БИБЛИОТЕК, В ИНФОРМАЦИОННОМ ОБЕСПЕЧЕНИИ УЧЁНЫХ - The possibility of bibliometry as a new librarian function in information support of scientific research"
** Hans-Jakob Tebarth, Martin-Opitz-Bibliothek Herne: "Der 'elektronische Lesesaal' der MOB (Digi-96) und die Möglichkeit von Online-Publikationen"
* 15:00-15.30 Uhr: Kaffeepause
* 15.30-17.00 Uhr: Session V: Von Sondersammelgebieten zu Fachinformationsdiensten – Was ändert sich, was bleibt? Moderation: Elke Knappe
** Olaf Hamann, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: "Zwischen Informationsvermittlung und Wissenschaftskooperation - Chancen und Risiken eines FID Slawistik"
** Gudrun Wirtz: Bayerische Staatsbibliothek München: "Der neue Fachinformationsdienst zu Osteuropa" (Arbeitstitel)
** Bea Klotz, CEEOL Frankfurt/Main: "CEEOL – ein Netzwerk im Wandel"
* Firmenpräsentationen
* ca. 17:30 Uhr: Franz Brunner, Karl- Franzens-Universität Graz: Stadtführung Graz. Treffpunkt: Haupteingang Resowi
** 20:00 Uhr: Hana Stojic, traduki Berlin: Das Übersetzernetzwerk traduki stellt sich mit einer Autorenlesung vor (wird noch präzisiert)

Mittwoch, 6.Mai 2014
* 9.00 – 11.00 Uhr: Session VI: Vernetzung durch Technik. Moderation: Hans-Jakob Tebarth
** Mag. Markus Lackner, Universitätsbibliothek Graz: "Vernetzung von Wissen – Semantic Web"
** Kalenov N., Varakin V., Library of Natural Sciences of the Russian Academy of Sciences: "Network Technology for Library Management"
** Kalenov N., Vlasova S., Library of Natural Sciences of the Russian Academy of Sciences: "Search possibilities of the summary Library for Natural Sciences of RAS centralised system Internet catalogue"
** 10:00-10:30 Uhr: Kaffeepause
** Astrid Schiemichen, Bibliothek der HTWK Leipzig: "Einführung des neuen Bibliotheksmanagementsystems Alma und erste Anwendungserfahrungen"
** Ivo Ulrich, Kubon & Sagner München-Berlin / Tillmann Tegeler, Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg: "Möglichkeiten der Verwendung von Literaturverwaltungsprogrammen bei der bibliothekarischen Arbeit"
* Einladung zur 45. ABDOS-Tagung 2016 und Abschluss der Tagung

Friday, April 10, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 2/2014

Bibliotheken sind in der Kriminalliteratur durchaus beliebte Tatorte. Ob es an den Regalen liegt, zwischen denen man sich hervorragend verstecken und anschleichen kann? An der leichten Zugänglichkeit der Leseräume? Der dunklen Abgeschiedenheit von Magazinen und Depots? Oder lässt der Ärger, wenn ein gesuchtes Buch gerade ausgeliehen oder das Abo der begehrten Zeit schrift ausgelaufen ist, alle Hemmungen schwinden und die Aggression steigen? Willkommen zu einem Streifzug durch "mörderische" Bibliotheken!

In der Episode "Mord im Kloster" der deutschen Fernsehserie "Agathe kann’s nicht lassen" wird gleich in den ersten Minuten ein Mönch von einem umstürzenden Bücherregal erschlagen – eine Todesart, über die wohl die meisten Bibliothekarinnen und Bibliothekare schon einmal nachgedacht haben. In Agatha Christies zweitem Miss-Marple-Roman, "Die Tote in der Bibliothek", wird eine junge Frau in einer Privatbibliothek erdrosselt aufgefunden.

Ian S.: Scene of the crime (novels) at Hay on Wye, 4. Mai 2013, Flickr, CC-BY-NC

Der Hausmeister der Bücherei in "Miss Zukas and the library murders" von Jo Dereske stolpert eines Morgens in der Belletristikabteilung über einen erstochenen jungen Mann. Durch einen kräftigen Schlag auf den Kopf nimmt ein Forscher und Bibliothekar in Margaret Trumans "Murder at the Library of Congress" ein vorzeitiges Ende; einen ähnlichen Tod erleidet ein Journalist in der Episode "Familiengeheimnisse" der Krimiserie "Mord ist ihr Hobby". Zyanid wird einem Mitglied des Bibliotheksfördervereins in Zana Harts E-Book "Dead in the Stacks" zum Verhängnis. Im "Buch des Todes" von Jørgen Brekke wird eine Frau in der Universitätsbibliothek Trondheim gar bei lebendigem Leib gehäutet und anschließend enthauptet.

Manche Krimis beruhen sogar auf realen Ereignissen: Am 28. November 1969 wurde die 22-jährige Studentin Betsy Aardsma in der Bibliothek der Staatlichen Universität von Pennsylvania erstochen aufgefunden. Bis heute ist der Mordfall ungeklärt. Das Doku-Drama "Betsy" von Tommy Davis, das noch heuer in die Kinos kommen soll, versucht, diese Geschichte aufzuarbeiten. Auch Künstler fühlen sich inspiriert: Vladimir Sitnikov verwandelte 2009 in seiner Kunstinstallation "Mord in der Bibliothek" die Universitätsbibliothek Kiel in einen fiktiven Tatort. Und der niederländische Musiker Phalangius veröffentlichte 2007 das Synthesizer-Album "The Cambridge library murders" mit dem gleichnamigen, Gänsehaut erzeugenden Instrumentalstück.

Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:

  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

World-Check: Datenbank mit Menschen auf "Sanktionslisten"

Der Berliner Arbeitskreis Information (BAK) lädt am 23. April 2015 (17.30 Uhr, Hörsaal 14 der Universitätsbibliothek der TU Berlin) zu einer Informationsveranstaltung über die Datenbank "World-Check":

"World-Check - eine Datenbank über Personen und Organisationen, die auf Sanktionslisten stehen. Seit 2002 müssen Industriefirmen, Dienstleister und Banken in der EU und in den USA sicherstellen, dass sie Personen, die auf Anti-Terror-Listen stehen, weder ein Gehalt auszahlen, noch Geschäfte mit ihnen machen. Bewusste Verstöße gegen diese Vorschriften (Anti-Terror-Verordnung von 2002) werden als Straftat eingestuft, bei Fahrlässigkeit gelten sie als Ordnungswidrigkeit. Das soll verhindern, dass Terroristen über Lohnzahlungen von der Wirtschaft finanziert werden. Ebenfalls seit 2002 werden sogenannte Sanktionslisten veröffentlicht, in denen sich die Namen gesuchter Terroristen finden.
Die Datenbank World-Check konsolidiert die Inhalte aus Sanktionslisten, Strafverfolgungsbehörden und Regulatoren und ergänzt diese um Politisch Exponierte Personen (PEP) und staatseigene Betriebe. Den Großteil der Inhalte bestimmen jedoch eigene Recherchen des Unternehmens. Abgedeckt werden Bereiche wie z. B. organisierte Kriminalität, Terrorismus, Betrug, Korruption, Geldwäsche und Drogenkriminalität
".

Auf der Website von Thomson-Reuters heißt es dazu:
"Wir beobachten mehr als 400 Sanktions-, Watch-, aufsichtsbehrdliche und vollstreckungsbehördliche Listen sowie Hunderttausende Informationsquellen und identifizieren Personen und Organisationen mit hohem Risiko oft Monate oder Jahre, bevor sie auf einer dieser Listen erscheinen. Allein im Jahr 2012 haben wir mehr als 180 Personen und/oder Organisationen identifiziert, bevor sie in der Liste des US-amerikanischen Office of Foreign Assets Control (OFAC) vermerkt wurden".

Jordi Martorell: One nation under CCTV, 15. April 2008, London, CC-BY-NC-ND

Ich würde mir da eine ergänzende Diskussionsveranstaltung über solche Sanktionslisten und die Frage "wie kommt man wieder von der Liste, wenn man nicht raufgehört" wünschen...

Saturday, April 04, 2015

Neu: Buch über "Progressive Library Organizations", auch aus Österreich

Bei McFarland ist gerade das Buch "Progressive Library Organizations. A Worldwide History" von Alfred Kagan erschienen.

Beschreibung des Verlages: "This work presents the history and impact of the seven most important progressive library organizations worldwide — in Austria, Germany, South Africa, Sweden, United Kingdom, and two in the United States. Each organization is considered within its national context, and in fact, the English word 'organization' does not quite fit the nature of all of the groups. The South African organization, LIWO, was transitional in that it helped bring South African librarianship from apartheid to majority rule and then disbanded. The other organizations or their successors are still working in one form or another. Some of the organizations have had or continue to have vibrant local chapters, though many of the original activists have recently retired or died. The author has interviewed many of them at a time when they were assessing their life work, and handing off to new generations".

Hinweis aus stanley-k.

Monday, March 30, 2015

Neue Kolumne: Bibliotheken ohne Bücher

Cover der Buechereiperspektiven 1/2015

Nach drei Jahren "Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren" habe ich eine neue Kolumne in den Büchereiperspektiven: Sie heißt "Bibliotheken ohne Bücher". Nein, ich wurde nicht plötzlich zur Apostelin des "es ist eh alles online"-Irrglaubens ;-) wer neugierig ist, kann die druckfrische Ausgabe 1/2015 online auf www.bvoe.at/epaper/1_15/ nachlesen :-)

Friday, March 27, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 1/2014

"Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt", lautet eine häufig zitierte Textpassage des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges. Ist umgekehrt die Bibliothek auch eine Art Paradies? Sicher, die Parallelen sind ja unübersehbar: Männlein und Weiblein laufen nackig herum und kommen einander auf der Suche nach Obst näher und näher... Sie meinen, das hätte doch gar nichts mit Bibliotheken zu tun? Falsch gedacht! Hätte die Vielzahl erotischer Geschichten, die in Bibliotheken und/oder mit Bibliothekspersonal spielen, einen wahren Kern, wäre es geradezu ein Wunder, dass bei uns überhaupt noch irgendeine richtige Arbeit erledigt wird.

Den "Entfessle die Bibliothekarin"-Moment in Romanen gibt es schon seit Jahren immer wieder: Die als zugeknöpft und prüde geltende Bibliothekarin legt den Stempel zur Seite, nimmt die Brille ab, löst den Dutt, öffnet die Bluse und entpuppt sich als Vamp – sobald endlich der richtige Mann (oder, seltener, die richtige Frau) die Bibliothek betreten hat.

Seit die zunehmende Verbreitung von E-Books es viel einfacher und billiger macht, im Selbstverlag zu veröffentlichen, komme ich aber als Bibliografin fiktiver Bibliothekarinnen kaum mehr nach. Paradiesische Zustände in Bibliotheken sind offenkundig ein Verkaufsschlager – zumindest hoffen die fleißigen Hobby-SchriftstellerInnen das.
Bei genauerer Schilderung der Inhalte würde diese Kolumne sicher mit einem Jugendverbot belegt. So setze ich auf die Fantasie meiner Leserinnen und Leser und beschränke mich auf einige (von mir übersetzte) Titel, die ich bei einem unaussprechlichen Online-Buchhändler gefunden habe: "Verführt von der Bibliothekarin", "Die wilde Sharon", "Geständnisse einer Kleinstadtbibliothekarin", "Die asiatische Bibliothekarin und die dämonischen Tentakel", "Die Beine der Bibliothekarin", "Unartige Bibliothekarinnen", "Die nymphomanische Bibliothekssklavin", "Die Bibliothekarin und die Cowboys", "Geheime bibliothekarische Fantasien", "Quickie mit der abartigen Bibliothekarin", "Perlen der Leidenschaft", "Jedermann liebte die Bibliothekarin", "Das geheime Leben der Bibliothekarinnen", "Das erste Mal der jungfräulichen Bibliothekarin", "Die sündhafte Bibliothekarin" und – mein Favorit – "Sie bezahlte ihre Strafe für überfällige Lust".

Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:

  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).

Wednesday, March 25, 2015

Treffende Beschreibung von Frauenzeitschriften

Thursday, March 19, 2015

CfP Bibliothekar*tag: Beiträge zu Berufsbild, Gender & Diversity gesucht

Im September 2015 findet an der Universität Wien der Österreichische Bibliothekar*tag statt. Ich bin im Programmkomitee für meine "Leib- und Magenthemen" wie Berufsbild, Ausbildung, Personalentwicklung und Genderfragen zuständig. Insgesamt gibt es sechs Themenbereiche (siehe unten). Bei allen läuft der Call for Papers noch bis 31. März. Bitte verbreiten! Die Posterausstellung im Arkadenhof der Uni Wien läuft unter "Junge Schiene" und richtet sich speziell an Menschen in Ausbildung. Also keine Scheu, Euer Abschlussarbeitsthema einzureichen. Die Einreichung selbst erfolgt online - das erspart uns und Euch bürokratischen Aufwand bei der Anmeldung zur Tagung, wenn das Paper einmal angenommen ist.

1. Openness: Open Access, Open Data, Forschungsunterstützung (Publikationsdienste, Bibliometrie, Forschungsdokumentation usw.), Forschungsdaten, Urheberrecht, E-Science, Science 2.0, e-Infrastructures Austria

2. Zukunft gestalten: Bibliotheksmanagement, Bibliotheksmarketing, Qualitätsmanagement, Strategien und Visionen, Innovationsmanagement, Organisationsentwicklung, Produktmanagement, Entwicklung von Bibliothekssystemen

3. Offensive BibliothekarInnen: Berufsbild im Wandel, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Personalentwicklung, Genderfragen, Learning Library - mein Bereich. Für Fragen stehe ich gerne unter monika.bargmann (at) wienbibliothek.at, auf Facebook und Twitter zur Verfügung.

4. Bewahren & präsentieren: Kooperationen und EU-Projekte, Bestandserhaltung, kulturelles Erbe bewahren, Buch- und Bibliotheksgeschichte, Sammlungen, Provenienzforschung (NS et al.), Digitalisierung, Langzeitarchivierung, neue Präsentationsformen

5. Erwerben & sichtbar machen: neue Erwerbungs- und Lizenzierungsmodelle, Erschließung analoge und digitale Bibliothek, Regelwerke und -formate, Search and Discovery, Suchmaschinentechnologie, Data Management Planning

6. Masse und Individualität: (neue) Services, Kundenorientierung und Servicepolitik, Nutzerforschung, Webauftritt, Social Networks, Tagging, Blogging, Teaching Library, Informationskompetenz, Vorwissenschaftliche Arbeiten

Wednesday, March 04, 2015

Beim nächsten Mann wird alles anders ;-)

Ich liebe solche Zufälle: Beim Müllraustragen in unserem neuen Büro sind mir Bücher im Altpapiercontainer aufgefallen. Da konnte ich natürlich nicht NICHT hinschauen ;-) Ich hab mir unter anderem den Roman "Beim nächsten Mann wird alles anders" von Eva Heller herausgefischt, weil ich mit der Fischer-Reihe "Die Frau in der Gesellschaft" schon öfters gute Erfahrungen gemacht habe. Und was lese ich da? :-))
Coverbild des Romans Beim naechsten Mann wird alles anders von Eva Heller"Birgit sei Angestellte in der Stadtbücherei. Ansonsten sitze sie zu Hause und warte darauf, daß der Mann ihrer Träume ab ein Fenster ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock klopft. Aber Birgit sei trotzdem sehr nett" (S. 67).

"Ich war überrascht von Birgit. Man sah ihr überhaupt nicht an, daß sie in der Stadtbücherei arbeitete" (S. 67/68).

"Birgit ist in der Stadtbücherei zuständig für die Kontrolle der Ausleihe. Dauernd müsse sie Überstunden machen, klagte sie, die Leute würden zu viele Bücher ausleihen. Jeder würde zehn Bücher mitnehmen, aber sie könnte schwören, daß die Leute höchstens eins lesen, obwohl sie den Abgabetermin noch um drei Wochen überziehen. Man müßte ein System einführen, meinte Birgit, mit dessen Hilfe die sogenannten Leser von den Bibliotheksangestellten geprüft werden könnten, ob sie die ausgeliehenen Bücher nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hätten. Nur wenn dies der Fall sei, dürfte der Leser wieder Bücher mitnehmen, und zwar nur so viele, wie er nachweisbar wirklich gelesen hätte" (S. 68).

Friday, February 20, 2015

Fifty Shades of Secreta

Sunday, February 01, 2015

If my life were a book...

"If my life were a book, I would have masking tape holding my hinges together. My pages would be loose, my edges tattered and my boards exposed, the front flyleaf torn and the leather mottled and moth-eaten. I'd have to take myself apart and put myself back together, as any good book restoration expert would do".

Aus: "If Books Could Kill" von Kate Carlisle. Im Mittelpunkt der Reihe "Bibliophile Mysteries" steht die Buchrestauratorin Brooklyn Wainwright, die - ganz nebenbei bemerkt - Bibliothekswesen UND bildende Kunst studiert hat. Sie hat eine Gabe dafür, über Leichen zu stolpern und des öfteren auch eine naheliegende Verdächtige zu sein. Ich hab 2013 die ersten zwei Bände gelesen und in den letzten Tagen mehrere weitere Bände verschlungen.


Taylor Library: "Chewed Book", 28. Juli 2011, via Flickr, Lizenz CC-BY-NC-SA

Monday, January 26, 2015

Von Bücherfeen und Bibliotheksvampiren, Kolumne 4/2013

In "unendliche Weiten" begeben wir uns in dieser Ausgabe. Bibliotheken tauchen in Science-Fiction-Filmen unter anderem als Bedrohung für die Mächtigen, als Gedächtnis verschwundener Kulturen und als Übergang zwischen Wirklichkeit und Fiktion auf. Technische Entwicklungen wie Suchmaschinen und Computernetze werden vorweggenommen. BibliothekarInnen treten als Roboter, als Klone, als Hologramme auf, die sich allerdings zum Großteil gewisse Klischees aus der Gegenwart über die Jahrhunderte bewahren. Bleibt die Frage, welche der futuristischen Datenspeicher wir wirklich noch "Bibliothek" nennen können.

Nehmen wir zwei der langlebigsten und erfolgreichsten Science-Fiction-Welten überhaupt – "Star Wars" und "Star Trek" – als Beispiele. 2002 kam der Film "Angriff der Klonkrieger" in die Kinos. In der inhaltlich zweiten, als fünfte gedrehten Episode der "Star Wars"-Saga wird die Bibliothek als (vermeintlich) universeller Speicher dargestellt. Der Jedi-Meister Obi Wan Kenobi sucht nach einem Planetensystem, das sich im Katalog als unauffindbar erweist. Als er Zweifel an der Vollständigkeit der Archive anmeldet, wird er von der leitenden Bibliothekarin Jocasta Nu belehrt: "If an item doesn't appear in our records, it does not exist!" – "Wenn etwas nicht in unseren Akten steht, existiert es nicht!" Später wird Nu allerdings zugeben müssen, dass die Welt doch einiges beinhaltet, was in ihrer Sammlung nicht vorkommt.

In der sechs Serien mit 726 Episoden und zwölf Kinofilme umfassenden "Star Trek"-Welt spielen Lesen, Bücher und Bibliotheken immer wieder eine Rolle. Noch im 24. Jahrhundert nennt Captain Jean-Luc Picard "richtige" Bücher sein eigen, auch wenn zu dieser Zeit im Alltag auf sogenannten "PADDs" gelesen wird, die mit unseren Tablets oder E-Book-Lesegeräten vergleichbar sind. In der 1969 gedrehten Folge "Portal in die Vergangenheit" landet die Raumschiffbesatzung auf einem entvölkerten Planeten, auf dem nur eine einzige Person zurückgeblieben ist: der Bibliothekar Atoz (welch passender Name: A-to-Z). Da der Planet in naher Zukunft durch eine Supernova zerstört werden wird, sind alle BewohnerInnen in die Vergangenheit zurückgereist. Atoz legt dafür Silberscheiben in das sogenannte Atavachron ein, auf denen die gewünschte Epoche gespeichert ist – und die sehen genauso aus wie unsere CDs. Fehlt also nur noch die Zeitmaschine, das Speichermedium hätten wir schon!

Weitere Empfehlungen: Fahrenheit 451 (1966); Zardoz (1974); Rollerball (1975); Logan's Run (1976); Computercide (1982); Die Zeitmaschine (2002). - Dank für einige Filmtipps und Anregungen gebührt Robert Buchschwenter, mit dem ich im Jahr 2009 einen "Lesen auf der Enterprise"-Abend in der Wienbibliothek gestaltete.


Jedi Archives Tour on Disney Video

Hier alle bisher erschienenen Kolumnen zum Nachlesen:

  • Bibliothek als...: 4/2014 (Bibliothek als Treffpunkt, S. 21), 3/2014 (Bibliothek als Arbeitsplatz, S. 59), 2/2014 (Bibliothek als Tatort, S. 61), 1/2014 (Bibliothek als Paradies, S. 63).
  • Film und Fernsehen: 4/2013 (Science Fiction, S. 45), 3/2013 (Krimiserien, S. 53), 2/2013 (Horror, S. 65), 1/2013 (Komödien, S. 59).
  • Belletristik: 4/2012 (Krimis, S. 59), 3/2012 (Comics, S. 57), 2/2012 (Horror, S. 71), 1/2012 (Liebesromane, S. 53).