Thursday, October 27, 2005

Bei der "Short Story Competition" im Rahmen des Monash Literature Festival 2005 gewann in der Kategorie "Adults" Martin Shakespeare mit seiner Kurzgeschichte "One of those Days" über die Bibliothekarin Samantha den zweiten Platz. Online als pdf und rtf. Quelle: Warriorlibrarian.

Tuesday, October 25, 2005

Morgen um 22.15 Uhr wird auf ORF2 "Im Auftrag seiner Majestät", ein "barocker Bücherkrimi", gespielt. Es geht um die "Geschichte der abenteuerlichen Überführung des mittelalterlichen Handschriftenschatzes der Habsburger", die Hofbibliothekar Peter Lambeck im Auftrag Leopolds I. durchführte. Regie führte Martin Ambrosch. Laut ORF-Website stellt die Dokumentation auch die Handschriften-, Autographen- und Nachlasssammlung der Österreichischen Nationalbibliothek "auf lebendige Art und Weise" vor.
Zitat aus den "Robotermärchen" von Stanislaw Lem, das sich in gewisser Weise auch auf den Großteil des Fernsehprogramms anwenden lässt: "Fürwahr, gräßlich ist das Los eines Königs, der schon alles kennt, was sich kennen läßt. Hohl wie ein gesprungener Krug klingt ihm, was zu ihm gesprochen wird. Ich wünsche zu staunen und werde gelangweilt; ich begehre das Erschütternde und höre fades Gewäsch; ich fordere Außergewöhnliches, und man bietet mir platte Schmeichelei".
Eine Schulkollegin hat ein Mail von mir ausgegraben, das ich in der ersten Woche auf der FH (September 1998) geschrieben habe. Witzig, was ich mir damals gedacht habe: "Gestern war mein erster Tag auf der Fachhochschule...und ich freue mich schon, wenn es wirklich beginnt! Zwar haben wir im ersten Semester vier Wochenstunden 'Mathematik und Statistik', aber das werde ich auch irgendwie überleben! In dieser Woche haben wir außerdem Englisch und 'Medien- und Verlagswesen'. Den anderen Stundenplan kriegen wir erst am Donnerstag. Mal sehen, was mich noch erwartet... Die Anwesenheitspflicht wird mir noch zu schaffen machen! Aber ich bin ja 'selber schuld'... 25 Prozent des Studienplans sind 'Telematik und neue Medien', also ziemlich viel Informatik, auf das freue ich mich schon... 15 Prozent sind 'Englisch und fremdsprachige Fachterminologie'...das wird auch interessant, denke ich. 10 Prozent oder so sind 'BWL und Managementtechniken', mal sehen, wie das wird...hoffentlich nicht so uninteressant für mich, wie es klingt".
Wieder eine Science Fiction-Bibliographie: "The Alan Dean Foster Bibliography" von Ty Power, erschienen in New Library World 92 (1991) 12: "a comprehensive bibliography of Foster's work. Includes titles and descriptions of his work and film and TV tie-ins including Star Trek".
Hab gerade bei Emerald einen interessanten Artikel gefunden: "The way that information professionals describe their own discipline: a comparison of thesaurus descriptors" von Michael Middleton, erschienen in New Library World 105 (2004) 11+12, S. 429 - 435. Abstract: "A brief discussion of discipline formation in information management is used to introduce the way different terminology is employed for describing information professionals as well as what it is that they do. This leads to a comparison of how information professionals and their professions are described in several of the thesauri that are the tools of the trade. These thesauri show marked differences in treatment of similar concepts".

Monday, October 24, 2005

H-NET, "the world's largest scholarly society dedicated to the free and open application of new media to scholarship, teaching, and service in the humanities and social sciences", bittet um Spenden, um die Arbeit fortsetzen zu können. Ich selbst verwende h-germanistik und h-soz-u-kult.
Die Online-Ausstellung "Wieder frei! österreichische Plakate 1945–1955" der Plakatsammlung der ONB, zusammengestellt von Julia Köstenberger, Elena S. Danielson und Marianne Jobst-Rieder, wird in h-soz-u-kult rezensiert.
Netter Fehler im Profil vom 17. Oktober, der - wie eine schnelle Recherche zeigte - sehr häufig ist und es bis in die niederländische Wikipedia geschafft hat: Der kaufmännische Direktor des ORF, Alexander Wrabetz, wird wie folgt zitiert: "Ich bin kein Early Adaptor". Gemeint ist wohl der "adopter"...
reading diary
  • currently finished (university): "Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci" by Sigmund Freud
  • currently reading (private/university): "Spandauer Tagebücher" by Albert Speer
  • currently browsing through (university): "Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit" by Siegfried Kracauer
  • currently browsing through (professional): "Technocracy vs. Democracy. Issues in the politics of communication" by Algis Mickunas and Joseph J. Pilotta
  • Neu bei E-LIS: "Weblogs o bitácoras. Un recurso de colaboración en línea para los profesionales de la información" von Mariela Ferrada Cubillos, erschienen in Serie Bibliotecología y Gestión de Información 6 (2005), S. 1 - 61.

    Speer und die Spandauer Stadtbücherei

    "Zum Glück haben wir keine Gefängnisbibliothek mit zerlesenen, schmutzigen und drittklassigen Unterhaltungsromanen. Vielmehr wird uns von der Spandauer Stadtbibliothek Literatur nach unseren Wünschen geliefert. Ich las Strindbergs Das rote Zimmer, jetzt Stendhals Rouge et noir auf französisch. Aber ich will mir diese Art Literatur wie im normalen Leben nur zur Entspannung gönnen. Gerne würde ich Bauzeitschriften und Fachliteratur lesen, um auf dem laufenden zu bleiben, also eine Art Architekturstudium wieder aufnehmen. Ich sehe voraus, daß bis zu meiner Entlassung viele neue Baustoffe und Konstruktionsprinzipien in Gebrauch sein werden. Aber leider weist der Katalog der Spandauer Stadtbücherei keine geeignete Fachliteratur nach".
    Albert Speer: Spandauer Tagebücher, Eintrag vom 12. September 1947. Unveränderte Neuausgabe. Frankfurt: Propyläen-Verlag 1994
    Neue Zeitschrift bei der Edinburgh University Press zum Thema Corpus-based Language Learning, Language Processing and Linguistics: Corpora is a new journal focusing on the many and varied uses of corpora both in linguistics and beyond. The journal accepts articles presenting research findings based on the exploitation of corpora as well as accounts of corpus building, corpus tool construction and corpus annotation schemes. The first edition of the journal will be published in May 2006.
    In der Edgar Wallace-Verfilmung "Die Tür mit den sieben Schlössern" spielte eine Bibliothekarin, dargestellt von Sabine Sesselmann, die weibliche Hauptrolle. Ganz ohne Brille und Dutt, sondern eine hübsche junge Blonde, die natürlich sofort vom Inspektor Richard Martin "angebraten" wird. Er kommt in die Bibliothek, um die Herkunft eines Wappens zu überprüfen. Die Bibliothekarin eröffnet ihm zuerst noch, dass es bei ihnen über siebentausend Bände mit je vierhundert Wappen gebe, greift aber dann nach einem Blick auf das Wappen sofort zum richtigen Buch. Von seinen Avancen vorerst unbeeindruckt, sagt sie ihm noch, dass er ohne Leserkarte nichts ausleihen darf. Als sie den Inspektor später wiedertrifft, fragt sie ihn, ob er aus Versehen ein Buch mitgenommen habe. Er antwortet, nein, es sei Absicht gewesen, um sie wiederzusehen.
    "Ein komisches Intermezzo brachte eine saudumme Blondine in die peinliche Öde, indem sie sich mit gretchenhafter Naivität als Bibliothekarin einer Volkslesehalle zu erkennen gab, von ihren Erfahrungen redete und Verse zu lesen begann, die sie zur Sache gemacht habe" (Viktor Klemperer, Tagebuch 1918)
    Diese und mehr Erwähnungen von BibliothekarInnen habe ich bei der Suche im Mannheimer Corpus und im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts gefunden. Für das Proseminar "Austrian Academy Corpus: Text and Files" werden wir unter anderem mit diesen beiden Textsammlungen arbeiten. Wir können auswählen, ob wir die Verwendung von beleidigen/kränken oder von lächeln/grinsen untersuchen wollen. Hab mich noch nicht entschieden. Beim ersteren wäre interessant, auch mundartliche Ausprägungen wie ang'fressen/anbissen/eing'schnappt zu suchen, aber wahrscheinlich sind die in den Corpora gar nicht enthalten.

    Thursday, October 20, 2005

    Hab in einer Mailsignatur folgenden zutreffenden Satz von Bram Cohen gefunden: "As a general rule, if end users want to smash something repeatedly with a sledgehammer, that's a sign of bad UI" (LiveJournal).
    Interessant klingender Vortrag bei "University meets public": Der Historiker Anton Tantner spricht am 10. November 2005 von 19 bis 21 Uhr in der Urania über "Vom Adressbüro zum Fragamt. Eine Vorgeschichte der Internet-Suchmaschine": "Immer verworrener, unübersichtlicher und chaotischer werden die Städte in der frühen Neuzeit. Wie sollen sich da ihre BewohnerInnen und fremde BesucherInnen zurecht finden? Zum Glück gibt es die Adressbüros, die dafür sorgen, dass alle an die richtige Adresse geraten. Sie dienen gleichzeitig der Arbeitsvermittlung, dem Informationsaustausch und der Kreditvergabe, übernehmen Botendienste, geben Zeitungen heraus und veranstalten öffentliche Vorträge. Auch in Wien existierte eine solche Einrichtung, das sogenannte Fragamt, das als Vorläufer der Internet-Suchmaschine angesehen werden kann".
    Wenn man wie ich unter Lesezwang leidet, schlägt man auch einiges auf, was auf den ersten Blick gar nicht interessant wirkt, und manchmal zahlt es sich doch aus: Im Profil-Extra "Geld" ist ein Artikel über "teures Papier", sprich die zehn teuersten Bücher der Welt. Auf Platz 1 landete der 30,8 Millionen Dollar teure "Codex Leicester", bestehend aus 36 von Leonardo da Vinci handschriftlich beschriebenen Seiten und seit 1994 im Besitz von Bill Gates. Auf den weiteren Plätzen:
  • Rothschild-Gebetbuch - für unsereiner als Faksimile bei Adeva um immerhin auch noch 2150 €
  • das Evangeliar Heinrich des Löwen
  • The Birds of America von John James Audubon
  • die Erstausgabe von Chaucers "Canterbury Tales" (1477)
  • Shakespeares "Comedies, Histories & Tragedies" (erste Gesamtausgabe, 1623)
  • das Brevier der Familie Monypenny
  • die Gutenberg-Bibel
  • Chroniques von Jean Froissart
  • Stundenbuch des Kardinals Albrecht von Brandenburg - wurde um vergleichsweise bescheidene 2,9 Millionen Pfund bei Sotheby's versteigert

  • Siehe auch den Artikel "Der teure Reiz des naiven Charmes vergangener Zeiten" in der Welt vom 18. August 2001.
    "A librarian who refused to serve a man she said accessed internet sex sites is unhappy he was issued with an apology". Die Bibliothekarin Ceri Randall von der Bridgend Library in Südwales sagt: "I am not a prude - but I think it is completely unacceptable for people to be viewing sexually explicit material and writing sexual fantasies for internet chat rooms in an area open to children". Die sexuellen Phantasien bezogen sich übrigens auf Bibliothekarinnen. Mehr darüber bei BBC News.
    In JurPC rezensiert Wolfgang Kuntz das Buch "Juristische Online-Datenbanken – eine Einkaufshilfe" von Matthias Kraft (bei uns zu finden unter der Signatur 14196/8.2.3.). Er kommt zu dem Schluss: "Wer sich als Rechtsanwalt mit dem Gedanken trägt, einen Onlinedienst für seine Kanzlei zu abonnieren, sollte vor der Entscheidung dieses Buch gelesen haben und anschließend - dem Rat des Autors folgend - einen gründlichen Test der Datenbanken durchgeführt haben".