Wednesday, May 04, 2016

Bibliotheken ohne Bücher, Kolumne 4/2015

2015 war meine Kolumne in den Büchereiperspektiven dem Thema "Bibliotheken ohne Bücher" gewidmet. Hier die vierte und letzte Ausgabe.

Sie denken bei "Bibliothek" als erstes an eine nach bestimmten Kriterien aufgebaute und geordnete Sammlung von Büchern und anderen Medien? Ich (trotz dieser Kolumne) jedenfalls schon. Der Begriff kann dennoch auch ganz anders verwendet werden. Was haben die folgenden Beispiele gemeinsam? Da ist einmal die Molekularbiologie mit der "Genbibliothek" oder "DNA-Bibliothek“: Das gesamte Genom (Erbgut) eines Organismus wird in Teilstücke aufgeteilt, in Träger-Organismen gespeichert und vervielfältigt, um so besser untersucht werden zu können. Vielleicht wie ein Wörterbuch, das man zerschneidet und so aufklebt, dass jedes Wort auf einem eigenen Stück Papier geschrieben steht?

Von "Programmbibliotheken" spricht die Informatik bei einer Sammlung von Unterprogrammen und Routinen, die Lösungen für wiederkehrende Problemstellungen beinhalten. Man muss also gängige Programmteile nicht jedes Mal neu erfinden. Das erinnert mich an die Vorlagensammlungen für Geschäftskorrespondenz oder einige Bewerbungsratgeber.

Selbst die Sammlung von abgespeicherten Webadressen in meinem Browser nennt sich "Bibliothek" – aber das sind ja schließlich auch "Bookmarks" (Lesezeichen).

Double Basses@Silent Stage.
Photo: Vienna Symphonic Library
Man kann aber auch Töne und Klänge "bibliothekisieren". Im Jahr 2000 gründete Herbert Tucmandl die Vienna Symphonic Library: Professionelle MusikerInnen nehmen in einem Tonstudio alle möglichen Tonfolgen in verschiedensten Besetzungen auf, die als Basis für neue Musik dienen können. Statt zum Beispiel für einen Werbejingle ein eigenes Symphonieorchester zu engagieren, kauft man also hier die fertigen Klangteile und setzt sie neu zusammen. "In gut einer Million kosiger Dateikojen [mittlerweile zwei Millionen, Anm.] dösen ebenso viele makellose, perfekt adjustierte Töne und Klänge aller Art in elektronischem Halbschlaf und warten darauf, von qualifizierten computerisierten Helfern zu klingendem Leben erweckt und dann von fachkundiger Hand und Sample für Sample zu etwas Größerem und vielleicht sogar etwas Großem vereint zu werden: zu einer Violinsonate etwa, einem Klaviertrio oder sogar einer kompletten Symphonie", so blumig beschrieb Stefan Ender diese Musikbibliothek in seinem "Standard"-Artikel aus dem Jahr 2004 (derstandard.at/1530476/). Als Bibliothekarin komme ich mir ja auch manchmal wie eine "qualifizierte computerisierte Helferin" vor.

Ist also eine Bibliothek einfach eine Ansammlung von Informationshäppchen jeglicher Art – ob Buchstabe, Gen, Melodie, Byte oder Code? Ist sie nicht immer mehr als die Summe ihrer Teile?


Die Ameisen ziehen um

Am Donnerstag und Freitag habe ich das zweite Modul der Ausbildung zur Ameisenhegerin in der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl besucht und verfüge damit über den "Befähigungsnachweis zur Rettungsumsiedelung von Waldameisen" - sobald der Ausweis von der Naturschutzabteilung der Steiermärkischen Landesregierung eingetroffen ist :-) Diesmal ging es mehr in die Praxis: Wir haben zwei Ameisennester (landläufig: Ameisenhaufen) übersiedelt, die zwar nur wenige Meter von einander entfernt waren, sich aber deutlich unterschieden haben. Beim einen waren die Ameisen praktisch in Kältestarre, beim anderen krabbelten sie lebhaft herum. Beim einen ging es sehr weit in den Boden und unter Fichtenwurzeln hinein, der andere befand sich hauptsächlich über der Erde. Einen kleinen Eindruck davon, wie so eine Übersiedlung von statten geht, gibt meine Flickr-Photogalerie mit Erklärung bei den einzelnen Bildern!


Blog-Eintrag zum ersten Modul: "Crazy Ant Lady".

Monday, April 18, 2016

68 Jahre nicht ausgeliehen

Ich lese gerade das spannende Buch "Shipwrecked on the top of the world. Four against the arctic" von David Roberts, das ich vor ein paar Jahren gekauft habe. Was mir sehr daran gefällt, ist, dass Roberts ausführlich schildert, wie er auf die Geschichte gekommen ist und in welchen Bibliotheken und Archiven er recherchiert hat. Eine Passage hat mich besonders angesprochen:

In Harvard's Widener Library, I found a copy of the 1928 French edition of Albanov's book (originally published in Russian in 1917). The old due date slip glued inside the back cover was blank: in the sixty-eight years the book had gathered dust in the stacks, it had never been checked out.

Das nenne ich vorausschauenden Bestandsaufbau! Man weiß doch wirklich nie, wann ein Buch gebraucht wird. Und ja, vielleicht liegt es nur daran, dass die dortigen Kolleg_innen schon seit Jahrzehnten elektronisch ausleihen, und das Buch war in Wirklichkeit immer der volle Renner, aber lasst mir bitte meine Illusion ;-)

Thursday, April 14, 2016

Wenn's zum Ende hin geht...

Friday, April 08, 2016

Begeisterung

Wednesday, April 06, 2016

Büchereiperspektiven: Neues Heft, neue Kolumne

Heft 1/2016 der Büchereiperspektiven ist gerade veröffentlicht worden (PDF). Themenschwerpunkt ist "A und O. Bibliotheken und Alphabetisierung": Was sind die Gründe dafür, dass Erwachsene nicht ausreichend lesen und schreiben können? Wie sieht Basisbildung in der Bibliothek aus? Und was bedeutet Leichte Sprache? - Besonders interessant finde ich diesmal das Interview, das Simone Kremsberger mit der Bildungsforscherin Monika Kastner zu den Ursachen von schlechter Lesekompetenz bei Erwachsenen und möglichen Angeboten von öffentlichen Bibliotheken geführt hat (S. 4-7). Kastner hat sich im Fach Erziehungswissenschaft zum Thema Basisbildung habilitiert.

Die Bibliothek vor ... Jahren

Ich habe übrigens weiterhin eine Kolumne in den Büchereiperspektiven - ab diesem Heft heißt sie "Die Bibliothek vor ... Jahren". In der aktuellen Ausgabe ist sie auf Seite 63 zu finden :-) Ich freue mich über Rückmeldungen.

Monday, April 04, 2016

Crazy Ant Lady

Bilder vom Ameisenheger-Kurs: Ameisennester, Wald, Bäume
Am Freitag habe ich das erste Modul der Ausbildung zur Waldameisenhegerin an der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl besucht :-) Ende April schließe ich den Lehrgang mit dem zweiten Modul ab und verfüge damit über den "Befähigungsnachweis zur Rettungsumsiedelung von Waldameisen".

Worum geht es in dieser Ausbildung? "Waldameisenvölker sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald und bilden ein sehr komplexes Gefüge. In der Steiermark stehen alle hügelbauenden Waldameisen unter Schutz, eine Zerstörung oder Beschädigung von Ameisenvölkern, z.B. im Zuge von Straßenbauten, ist verboten. Umsiedelungen werden daher immer wieder nötig. Die Ausbildung zum Ameisenheger befähigt zur legalen Durchführung dieser Umsiedelungsmaßnahmen".

Die Entstehung des Kurses ist irgendwie typisch österreichisch: Der Initiator des Kurses stellte einmal den Antrag bei der steiermärkischen Landesregierung, im Zuge des Baus einer Forststraße einen Ameisenhaufen verlegen zu dürfen. Der Bescheid war aber negativ, weil er die nötigen Kenntnisse dafür nicht nachweisen konnte. Wie er diese Kenntnisse erfolgreich nachweisen sollte, stand aber nicht dabei - es gab ja keinerlei Ausbildung... Naja, und nun gibt es eine mit mittlerweile 71 AbsolventInnen!

Kursinhalte

  • Biologie, Ökologie und Bestimmung von Waldameisen
  • Kartierung und Schutz
  • rechtliche Grundlagen
  • praktische Anleitung in Form einer Rettungsumsiedelung in der Praxis
Mehr dazu auf http://www.fastpichl.at/waldameisenheger.html!

Bericht über Modul 2: "Die Ameisen ziehen um".

Sunday, March 20, 2016

Meditative Musik aus dem Iran


دو نوازی تنبک و هانگ
دو نوازی تنبک و هانگ تنبک:نغمه فرهمند هانگ:داویدکُکرمنDavid Kuckhermann - Hang Naghmeh Farahmand - Tonbakکوبه ای نوازان ایران:www.facebook.com/Iranian.percussionists
Posted by ‎شورای ملی ایران‎ on Tuesday, 7 April 2015

Tuesday, March 15, 2016

Warum Pizza gesund ist

Monday, February 29, 2016

IFLA Green Library Award: Bewerbung bis 1. April

ENSULIB, die Environmental Sustainability and Libraries Special Interest Group der IFLA, hat für 2016 den IFLA Green Library Award ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 1. April 2016. Alle Arten von Green-Library-Initiativen können als Paper, Essay, Video, Poster, Clip etc. für die Bewerbung eingereicht werden.
Aus den Richtlinien: "Any outstanding Green Library project, initiative or idea may apply for the IFLA Green Library Award. Please note that:
  • The project, initiative or idea may be presented in any suitable way, for example, through an essay, a video, a poster, an article or a set of slides
  • The presentation of the project, initiative or idea should be submitted to the ENSULIB award reviewing committee
  • The quality and relevance of the project, initiative or idea will be evaluated by the ENSULIB committee in terms of the applicability to the goals and the scope of ENSULIB, the relevant discussion of current issues in the topic field, the quality of the overall presentation, and the relevance to IFLA's goals and values".

- Hinweis von Petra Hauke in Inetbib.

Monday, February 15, 2016

Workshop Bibliotheken in der Bibliothek: Sammlungen erschließen – rekonstruieren – visualisieren

Am 11. und 12. April findet an der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar der Workshop "Bibliotheken in der Bibliothek: Sammlungen erschließen – rekonstruieren – visualisieren" statt.

Zur Tagung

//Nicht wenige Bücher und Archivalien, die ursprünglich eigenständige Sammlungen bildeten, wurden im Lauf der Zeit zerstreut und/oder in den universalen Bestand von Bibliotheken, Archiven und Museen integriert. Auch konstituieren nicht nur physisch vorhandene Titel zusammenhängende Bestände, sondern ebenso Inventare und Kataloge, die einstige Korpora abbilden. Welche Aufgaben umfasst die Erschließung von (ehemals autonomen) Sondersammlungen und ab wann lässt sich bei dem Zugriff auf das historische Material von Rekonstruktion sprechen? Welche Möglichkeiten bieten sich an, erschlossene Bestände aufzubereiten und der Forschung wie der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Wie kann man die Innovationen der digitalen Geisteswissenschaften nutzen, um die gewonnenen Forschungsergebnisse auf ansprechende und erhellende Weise sichtbar zu machen? Erweitern die Digital Humanities dabei auch das Erkenntnisvermögen? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich durch die Anwendung der Digital Humanities?

Diese Grundsatzfragen ergeben sich aus der Beschäftigung mit drei eigenständigen Bestandszusammenhängen, die auch den Hintergrund des Workshops bilden: erstens Auktionskataloge aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die sich in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel befinden und Auskunft über den Buchbesitz von Gelehrten und Privatpersonen geben; zweitens die Privatbibliothek Johann Wolfgang v. Goethes in Weimar, in der ein großer Teil der vom Autor benutzten Exemplare noch vorhanden ist; drittens die zerstreute, aber durch Verzeichnisse und Provenienzspuren in zahlreichen Büchern rekonstruierbare Bibliothek des 1933 emigrierten jüdischen Schriftstellers, Gelehrten und Sammlers Karl Wolfskehl in Marbach.

Das Spektrum der Erschließung von Sammlungen, über das wir diskutieren wollen, betrifft also nicht nur in den Beständen des Forschungsverbundes MWW vorhandene, sondern auch virtuelle Titel, die physisch in anderen Institutionen überliefert oder noch über Kataloge nachweisbar sind. Wie lassen sich aus zum Teil sehr großen, schwer überschaubaren Bestandsmengen repräsentative Teilkorpora bilden? Wenn sich die Rekonstruktion frühneuzeitlicher Privatbibliotheken auf der Grundlage von Auktionskatalogen in der Regel auf den Titelnachweis beschränkt (Brigitte Klosterberg), sollte dann der Rekonstruktionsprozess noch vorhandener, konkreter Bibliotheken die ursprüngliche Topographie derselben wiederentdecken und wiederherstellen? Wie 'schlank' kann eine Datenbank gestaltet sein, um erschlossene Sammlungen auf Grundlage von Metadaten zu rekonstruieren und zu präsentieren? Welche Funktionen sollte sie aufweisen? Welche Such- und Darstellungsoptionen ergeben sich aus der Indizierung von Quellen, die einer OCR-/Volltexterkennung unterzogen wurden, und wie sind sie technisch umzusetzen? Welchen Mehrwert bieten quantifizierende Visualisierungswerkzeuge wie Wolken und Listen? Bis zu welchem Ausmaß ist es sinnvoll, Normdaten einzubinden, und wie steht es um die technische Machbarkeit, auf externe Ressourcen und Referenzen zu verlinken? Die Fragen sind heuristischer Art, sie markieren das Feld, auf dem sich die Diskussion bewegen soll.

Wir freuen uns über externe Teilnehmer. Um eine kurze Anmeldung unter den beiden Adressen stefan.hoeppner@klassik-stiftung.de und muenkner@hab.de wird gebeten.// Quelle: h-germanistik.

Programm Montag, 11. April 2016

  • 14:00 Uhr Grußwort: Dr. Michael Knoche, Leiter der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
  • 14:15 Uhr Zur Einführung: Dr. Jörn Münkner (Wolfenbüttel) und PD Dr. Stefan Höppner (Weimar)
I. Kurzvorstellung der Teilprojekte "Autorenbibliotheken": Aspekte der Provenienzerschließung
  • 14:30 Uhr Dr. Jörn Münkner und Katrin Schmidt (Wolfenbüttel): Frühneuzeitliche Gelehrtenbibliotheken
  • 15:00 Uhr PD Dr. Stefan Höppner und Ulrike Trenkmann (Weimar): Goethes Bibliotheken in Weimar
  • 15:30 Uhr Kaffeepause
  • 16:00 Uhr Caroline Jessen und Dr. Dietrich Hakelberg (Marbach): Bibliotheken jüdischer Schriftsteller im 20. Jahrhundert: Zur Erschließung von Beständen im Deutschen Literaturarchiv Marbach
  • 16:30 Uhr: Dr. Jürgen Weber (Weimar): Evidenz aus dem Kontext oder: Wie erkenne ich ein Provenienzmerkmal?
  • 18:00 Uhr Abendvortrag imGoethe-und-Schiller-Archiv: Prof. Dr. Marian Dörk (Potsdam): Visualisierung kultureller Daten: Experimentelle Zugänge zu digitalisierten Beständen

Programm Dienstag, 12. April 2016

II. Digital Humanities und Visualisierung

  • 09:30 Uhr Lydia Koglin (Weimar) und Timo Steyer (Wolfenbüttel): Mehr als Torten und Balken: Visualisierungsmethoden für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten in den Digital Humanities
  • 10:15 Uhr Dr. Hartmut Beyer (Wolfenbüttel): Zwischen Bibliothekskatalog und digitaler Edition: Herausforderungen bei der Entwicklung eines Visualisierungstools für historische Sammlungen
  • 11:00 Uhr Kaffeepause
III. Erschließung im Online-Katalog

  • 11:30 Uhr Karin Schmidgall (Marbach): Kontext und Schnittmenge: Kann ein Onlinekatalog mehr sein als das Übliche?
  • 12:15 Uhr Laura Marie Pohlmann (Marbach): Aus einer Quelle schöpfen. Vom Nutzen der elektronischen Bestandsdaten für ein Online-Bibliographie-Projekt ↔ und umgekehrt
  • 13:00 Uhr Mittagspause
IV. Die Erschließung aufgelöster Bibliotheken – Zwei Fallbeispiele

  • 14:30 Uhr Prof. Dr. Brigitte Klosterberg (Halle): Die Privatbibliothek von August Hermann und Gotthilf August Francke: Erschließung auf der Grundlage des Auktionskatalogs von 1770
  • 15:15 Uhr Clara Innocenti und Robin Proks (Freiburg): Wielands virtuelle Bibliothek: Eine Rekonstruktion
  • 16:00 Uhr Abschlussdiskussion: Perspektiven für die drei Forschungsprojekte

Sunday, February 14, 2016

Lesetagebuch: Krimis mit verarmten Adeligen, burgenländischer Natur und magischen Katzen

In den letzten zwei Wochen hab ich vier Bücher verschlungen, alles Krimis, aber doch recht unterschiedlich.

Das Buch mit Burgenland-Bezug habe ich bei der Weihnachtsfeier der GBW Burgenland gekauft - Beate Wendelin las daraus vor, und es hat mich gleich angesprochen. Ich bin ja mit der Gegend des Neusiedler Sees nicht so vertraut, aber mir wurde versichert, dass sie den Menschenschlag sehr gut getroffen hat ;-) Mir gefällt einfach die Geschichte, die Seitenhiebe auf den (Nicht-)Naturschutz und die drei verschiedenen Enden.
Die Reihe "Royal Spyness Mysteries" von Rhys Bowen habe ich Anglophile schon vor einigen Jahren entdeckt und finde sie reizend. Die Hauptfigur, Georgiana Rannoch, ist eine Adelige, die gerade so nahe mit seiner Majestät verwandt ist, um nichts Nützliches gelernt zu haben, aber weit genug entfernt, um ihr Leben selbst finanzieren zu müssen. Nun habe ich mir mein sechstes Buch aus der Reihe gegönnt :-)
Eine Bibliothekarin steht im Mittelpunkt der "Magical Cats Mysteries" von Sofie Kelly. Kathleen Paulson verlässt nach privaten Turbulenzen Boston und nimmt die Leitung einer Bibliothek in einer kleinen Stadt in Minnesota an. Dort laufen ihr zwei Katzen zu, die über mehr magische Fähigkeiten als die meisten Katzen verfügen. Sie wird in diverse Morde verwickelt und - tatarata, Überraschung - kommt dadurch dem örtlichen Polizisten menschlich näher (über diese Kombination sollte ich wirklich mal einen Artikel schreiben). Nachdem ich aus einem nicht mehr nachvollziehbaren Grund den zweiten Band zuerst gelesen habe, hab ich nun brav von vorne angefangen.
Und Band 3 der "Magical Cats Mysteries" folgte sogleich.

Saturday, February 13, 2016

Ernährungstipps für den Winter

Sunday, February 07, 2016

Salzburg: "Kurrentgruppen" in Seniorenheimen

Im Lokalteil der Salzburger Nachrichten vom 29. Jänner und 5. Februar hab ich von einer reizenden Initiative gelesen: In den städtischen Seniorenheimen wurden "Kurrentgruppen" initiiert, bei denen die Bewohner_innen den Bürger_innen beim Entziffern der Kurrentschrift helfen: Seit einer Woche gibt es das Angebot, und "bereits 60 Salzburger haben sich im Magistrat gemeldet, um einen Termin bei den Senioren zu vereinbaren" (5. Februar, S. 12, noch nicht online). Die Idee stammt aus Hamburg und wurde von der Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer aufgegriffen.

"Interesse an privaten Texten zeigte auch das Stadtarchiv. Sie seien eine wichtige historische Quelle. Von den Senioren transkribierte Schriftstücke können mit Einverständnis der Besitzer in den Bestand 'Privatarchivalien' aufgenommen werden (29. Jänner, o.P., PDF).

Friday, February 05, 2016

Über Tippfehler

Wednesday, February 03, 2016

Wie sich die Zeiten ändern

Monday, January 18, 2016

oh yes, I know that, I was/am a student myself ;-)

Sunday, January 10, 2016

Bibliotheken ohne Bücher, Kolumne 3/2015

Dass Bibliotheken schon seit einiger Zeit neben dem gedruckten Buch auch elektronische Bücher, Online-Zeitschriften und digitale Spiele anbieten, ist nichts Außergewöhnliches mehr. Aber eine Bibliothek ganz ohne gedruckte Bücher? Ist das denn noch eine Bibliothek? "Bibliotheken ohne Bücher, das klingt wie Pommes ohne Ketchup/Majonäse", schrieb Wolfgang Kaiser 2014 in der Bibliothekszeitschrift "Libreas". Oder wie Würstel ohne Senf, Cevapcici ohne Ajvar, Fischstäbchen ohne Sauce Tartare – Sie verstehen.

The flagship library on Pleasanton Road
in San Antonio. Foto (c): Public Library San Antonio
Papierlose Bibliotheken haben heute jedenfalls nichts Utopisches mehr. Im September 2013 wurde nämlich die erste rein digitale Öffentliche Bibliothek der USA eröffnet (siehe Büchereiperspektiven 4/2013). Die Zweigstelle BiblioTech wurde bewusst in einem wirtschaftlich benachteiligten Stadtteil der texanischen Hauptstadt San Antonio angesiedelt, in dem 40 Prozent der Haushalte nicht über einen Computer verfügen. Seit Juli 2015 gibt es eine zweite BiblioTech-Zweigstelle in einem Stadtteil mit tendenziell niedrigem Bildungsniveau. Das Angebot umfasst derzeit rund 30.000 E-Books, 100.000 Hörbücher, 70 laufende Zeitschriften, eine Datenbank mit 350 Millionen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, 7.000 Comics, Sprachlernmaterialien und mehr. Büchereien dieser Art kommen mit viel weniger Platz aus, das Gebäude muss keine besonderen statischen Anforderungen erfüllen. Die 450 Quadratmeter der BiblioTech-Zweigstelle werden nicht für Regalfläche, sondern für Kurse, Vorlesestunden, Nachhilfe, Projekträume und Leseplätze genutzt. Die MitarbeiterInnen können sich auf die 1:1-Betreuung der BenutzerInnen konzentrieren, physische Ausleihe und Rückstellarbeiten fallen weg.

Auch in der 2014 gegründeten Polytechnischen Universität in Florida, die nur naturwissenschaftliche und technische Studien anbietet, ist die Bibliothek rein digital. Die Studierenden haben Zugang zu 135.000 E-Books. Papierbücher könnten zwar aus anderen Bibliotheken ferngeliehen werden, davon wird aber abgeraten – ebenso wie von der großzügigen Verwendung der Drucker. Für künftige Hightech-ArbeiterInnen ist eben nur Digitales Wahres. Als Anlaufstelle, als Treffpunkt, als Gemeinschaftszentrum, als "dritter Ort" sind wohl auch die papierlosen Zweigstellen unschlagbar. Die Bibliothekswissenschafterin Kathleen McCook ist aber skeptisch: "Das bringt die Leute einfach um die Erfahrung, beim Wandern durch die Regale unerwartete Entdeckungen zu machen – ein ungemein großer Schritt ins Erwachsenwerden." [im Original: "It's just not going to give people the serendipitous experience of walking though shelves of books – a tremendous rite of passage" – Quelle].

Sunday, January 03, 2016

My year in first lines, 2015

Auf die nette Idee "The first line of the first post for each month of the last year" bin ich ursprünglich bei Kathryn Greenhill von Librarians matter gestoßen, und die hat sie von Ruminations (Seite nicht mehr online). Vgl. die Jahre 2003, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011.

Im vergangenen Jahr habe ich mit 84 Posts einen neuen quantitativen Tiefpunkt erreicht. 2014 waren es noch 85!! ;-) Wenn ich dran denke, dass es 2005 satte 693 Beiträge waren! Aber während meiner Zeit auf der FH konnte auch vieles als Teil meines Jobs entstehen. Die Kategorie der Blogposts, in denen man beklagt, zu wenig zu bloggen, wäre einmal eine eigene Untersuchung wert - und dass ich mir "weniger Facebook, mehr Blog" vornehme, hab ich auch schon öfters geschrieben. Im nächsten Jahr aber gaaanz wirklich ;-)


Jänner: "In meiner Projektarbeit für den Lehrgang Forst & Kultur beschäftige ich mich mit der Geschichte der Holzwirtschaft in der Buckligen Welt" - im Heimatbuch der Marktgemeinde Lanzenkirchen hab ich in den Satzungen des Frohsdorfer Taidings (1527) folgende Passage gefunden: "Wann ainem lust aines weinpers zu essen, der soll dem hueter dreimal ruefen. kumbt er nit, so soll er drei weinper nemen, in jede hand ains und in das maul das dritt weinper und nit mer, nimbt er aber mer, so soll man ine anfallen als als ain schedlichen man".
Februar: "If my life were a book, I would have masking tape holding my hinges together" - ein Zitat aus: "If Books Could Kill" von Kate Carlisle, einem Band der Krimireihe um die Buchrestauratorin und ausgebildete Bibliothekarin Brooklyn Wainwright.
März: "Ich liebe solche Zufälle: Beim Müllraustragen in unserem neuen Büro sind mir Bücher im Altpapiercontainer aufgefallen" - das hat mir den Roman "Beim nächsten Mann wird alles anders" von Eva Heller beschert, mit einer Figur, die Bibliothekarin ist - "ansonsten sitze sie zu Hause und warte darauf, daß der Mann ihrer Träume ab ein Fenster ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung im dritten Stock klopft".
April: "Bei McFarland ist gerade das Buch 'Progressive Library Organizations. A Worldwide History' von Alfred Kagan erschienen".
Mai: "My cat is sad because he had thought he was being really original by standing on a manuscript, but he wasn't" - Tweet und Bild von Why my cat is sad.
Juni: "Mist, hab den Skulpturenwettbewerb der Kunstakademie gewonnen" - Beginn eines Tweets von Ray in der Tube.
Juli: "Philipp Maass hat in Inetbib sein sehr interessantes Projekt vorgestellt" - und zwar eine WikiProjekt-Seite zum Thema "Bibliothekarinnen, Bibliothekare und Bibliotheken im Nationalsozialismus".
August: "Join our cataloging detective as she attempts to solve the mystery of the seductive double bound book" - Link zum YouTube-Video "Bound with trouble".
September: "Wir laden ein zum Tag der offenen Tür im Kreisky-Archiv am 18. September 2015, 9–18 Uhr".
Oktober: "Seit Beginn 2015 habe ich ja eine neue Kolumne in den Büchereiperspektiven, die 'Bibliotheken ohne Bücher' heißt" - ich habe begonnen, meine Kolumnen auch im Blog zu veröffentlichen.
November: "Im Rahmen des DFG-Koordinierungsprojekts zur Weiterentwicklung von Verfahren der Optical Character Recognition (OCR) werden verlässliche Abschriften in elektronischer Form (sogen. Ground Truth) von historischen Drucken aus dem deutschen Sprachraum gesucht".
Dezember: "Chef, ich kann heute nicht zur Arbeit kommen, ich bin liegen geblieben!" - Beginn eines Tweets von Coco-Lores.