Monday, October 30, 2006

Vorlesung zum Nachlesen

Im Uni-Standard wird regelmäßig über die Ringvorlesung Vorlesung2 berichtet, die in diesem Semester immer mittwochs um 18 Uhr c.t. im jüngst renovierten AudiMax stattfindet.

Bücher verleihen

"Sie verleihen also Bücher?" fragte Papa Mathilde (...). -- "Ich verleihe sie und ordne sie wieder ein, wenn die Leute sie zurückbringen, das ist alles". -- "Und wenn die Leute sie nicht zurückbringen?" -- "Die Leute bringen sie immer zurück". -- "Verdammt noch mal!" rief er und richtete sich auf, das beeindruckte ihn am meisten. "Und ich muß mich auf dem Markt bloß umdrehen, schon lösen sich meine Tomaten in Luft auf".

Aus: Jean-Marie Gourio: Die Bibliothekarin. München: List 2000, S. 184 - Mehr über Bibliothekarinnen in Literatur und Film gibt es am 10. November bei der Tagung "BücherFrauenBibliotheken" in Wien zu hören. Herzliche Einladung - zur Anmeldung ist noch nicht zu spät!

Tuesday, October 24, 2006

Neuerwerbungen

  • Jakob Michael Perschy / Hans-Günther Döring [Ill.]: Balthasar und die Bibliotheksfledermaus. Annette Betz 2006
  • Jessica Spanyol: Carlo and the really nice librarian. Walker Books 2005
  • Peter Butschkow, Gerlinde Heil: Lehrer sein ist cool! Das Anti-Vorurteils-Buch. 2. Aufl. Care-Line 2006
  • Unerkannte Minderheit?

    Die annoyed librarian hat eine sträflich unterrepräsentierte Minderheit beim Bibliothekspersonal identifiziert: "Aren't there any men, you ask? Sure, a handful. But they're all gay, even the married ones. Or they're really old and seedy looking. Or they suffer from the masculine variety of Librarian's Bottom. Or they haven't washed their hair in a week. Or they dress like hippies on laundry day". Also, ihr attraktiven, "freien", heterosexuellen Bibliothekare da draußen - meldet Euch bei annoyed librarian, um sie vom Gegenteil zu überzeugen!

    Monday, October 23, 2006

    Biographien von BibliothekarInnen

    (Auto-)biographische Texte von und über BibliothekarInnen - wie Nachrufe, Memoiren, Würdigungen in Festschriften, Portraits - liefern häufig aufschlussreiche Informationen über Karriereverläufe und Berufsbilder. Deshalb habe ich in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn einen eigenen Bereich für solche Texte eingerichtet. Es gibt natürlich zahllose solche Texte, deswegen möchte ich zunächst den Schwerpunkt auf weibliche Pionierinnen des Bibliothekswesens legen. Für jegliche Hinweise bin ich dankbar.

    Web-Montag in Wien

    Der Web Montag "bringt Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Venture Capitalists, Forscher, Web-Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zum Thema Web 2.0" zusammen. Der erste Web Montag fand am 7. November 2005 in Köln statt, die Organisation erfolgt dezentral über ein Wiki. -- Heute, am 23. Oktober, findet ein entsprechendes Treffen in Wien statt, und zwar um 19 Uhr im Metalab. Beim nächsten Mal würde ich als Library 2.0-Interessentin und Bloggerin gerne daran teilnehmen. -- Vergleiche dazu auch den Wiki Wednesday.

    Friday, October 20, 2006

    Goldenes Kleeblatt

    Das "Forum Gewaltfreies Burgenland" veranstaltet heuer einen Literaturwettbewerb rund um das Thema Gewalt, zu dem vor allem Burgenländerinnen und Burgenländer, grundsätzlich aber alle Menschen, die sich literarisch mit der Gewaltthematik auseinandersetzen möchten, eingeladen sind. "Der Gewaltbegriff ist im Rahmen dieses Literaturwettbewerbes sehr weit gefasst und reicht von direkten psychischen und physischen Gewalthandlungen an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bis hin zu struktureller Gewalt. Das heißt, auch Themen wie Diskriminierung, Ausbeutung und Übervorteilung, also Handlungen, welche, egal ob sie von konkreten Personen, Institutionen oder der Gesellschaft gesetzt werden, zu einer umfassenden Form der Gewalt, nämlich der Armut, führen können, sind in dieser Begriffsdefinition von Gewalt enthalten". -- Einreichfrist: 15. Dezember 2006. Details (pdf).
    Dem 2002 gegründeten "Forum Gewaltfreies Burgenland" gehören verschiedene Organisationen - von der Katholischen und Evangelischen Kirche über den Landesschulrat bis zur Kriminalpolizei - an.

    Bibliotheks-McJob

    In einem deutschen Literaturarchiv werden "Fachkräfte für die EDV-Katalogisierung" von Nachlässen gesucht. Arbeitsbedingungen: Werkvertrag -- sechs Minuten = 0,80 € pro Datensatz (ergibt Stundenlohn von 8 €), Arbeitszeit vier Stunden pro Tag (keine Wochenend- oder Abendarbeit möglich). Und nun zu den Voraussetzungen: "Bereitschaft, diese Tätigkeit idealerweise zwei, drei Jahre ausüben zu können -- Fortgeschrittene Kenntnisse von Datenbanken im Allgemeinen -- Kenntnis der Sütterlinschrift bzw. Bereitschaft, sie lesen zu lernen -- Fremdsprachenkenntnisse -- Gute Allgemeinbildung -- Überdurchschnittliche Kenntnisse der Kultur- und Literaturgeschichte -- Gründliche, gewissenhafte Arbeitsweise und ein gewissenhafter Umgang mit den wertvollen Originalmaterialien -- Zuverlässigkeit -- Selbständige Arbeitsweise bei gleichzeitiger Anwendung der verbindlichen Regeln für das Katalogisierungsteam -- Flexibilität in der Arbeitszeit (vormittags/nachmittags)".
    Ein Praxisbeispiel für das Lehrbuch "McJobs für arbeitslose GeisteswissenschaftlerInnen" - anspruchsvolle Voraussetzungen, schlechte Bezahlung, keine soziale Absicherung, keine wirklich freie Arbeitszeitgestaltung - und sicher genügend BewerberInnen, sicher teilweise auch promoviert.

    Thursday, October 19, 2006

    academicblogs.net

    academicblogs.net ist ein wiki-basierendes Verzeichnis von Weblogs im akademischen Umfeld, dem hier sogenannten "invisible college". Es gibt eine Seite für Weblogs von university librarians und eine für LIS-Weblogs. Teilweise haben auch einzelne Weblogs eigene Seiten.

    Herbsttag

    Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
    und auf den Fluren laß die Winde los.

    Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
    gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
    dränge sie zur Vollendung hin und jage
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Alleen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

    Rainer Maria Rilke: "Herbsttag". Aus: Hans Bender (Hrsg.): Herbstbuch. Gedichte und Prosa. 1. Aufl. Insel-Taschenbuch 1982, S. 9

    Bibliothekare als Ersatz für Spione?

    Bei der Tagung "IOP '07", der 15. internationalen Konferenz für Information Operations (IO), Open Source Intelligence (OSINT) und Peacekeeping Intelligence (PKI), werden unter anderem die Themen "Information Economy Meta Language" und "die Rolle von Bibliothekaren als Alternative zu Spionen" verhandelt. - Quelle: Presseaussendung vom 17. Oktober 2006.

    Monday, October 16, 2006

    Queer reading

    Die Tagung "Queer Reading in den Philologien – Modelle und Anwendungen" findet von 2. bis 5. November auf der Universität Wien statt. Die Konferenz wird von Susanne Hochreiter und Anna Babka geleitet und von Meri Disoski, Ursula Knoll, Renaud Lagabrielle, Julia Malle und Maria Katharina Wiedlack mitorganisiert.
    Zum Konzept: "Eröffnet wird die Tagung mit einer wissenschaftstheoretischen Einheit, die das wissenschaftliche Erkenntnispotenzial der Queer Studies, auch bezüglich ihrer inhärenten Wissenschaftskritik erörtert. Der zweite Block ist den 'Grundlagen' von Queer Reading gewidmet: Fragen der Repräsentation, der Performativität von Gender und Sexualitäten, von Sprache und Textstrukturen sind hier zentral. Der dritte Abschnitt stellt konkrete 'Anwendungen' vor. Wir laden Vortragende und Workshop-LeiterInnen ein, die eine queere Lektüre eines konkreten Textes vorstellen und mit den TeilnehmerInnen diskutieren. Im vierten Abschnitt werden die erarbeiteten Ergebnisse präsentiert und Perspektiven für die weitere Kooperation und mögliche Forschungsprojekte entwickelt.

    VÖB-Arbeitsgruppe für Informationsethik

    Seit September 2006 gibt es im Rahmen der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) eine Arbeitsgruppe für Informationsethik, die interessierte Kolleginnen und Kollegen herzlich einlädt, sich am Diskussionsprozess zu folgenden Themen zu beteiligen:
    Freier Zugang zu Information -- Copyright- und DRM-Fragen -- Datenschutz und Persönlichkeitsrechte -- Informationsethische Aspekte bei Erwerbung und Sacherschließung -- Soziale Aspekte, LeserInnenbetreuung und –schulung -- Digital divides -- Kulturelle Vielfalt -- Versteckte Zensur, Selbstzensur -- Internationale Verschiedenheiten der Library Ethics Codices -- Aktivitäten von IFLA und FAIFE zum Thema Informationsethik
    Die geplante Plattform auf der VÖB-Website soll "zu einem sich entwickelnden Dialog mit erwartungsgemäß positiven Ergebnissen für Österreichs Bibliotheken" führen. Die Arbeitsgruppe plant außerdem, "das Thema Informationsethik in Österreich durch Einladung international bekannter Fachleute zu Vorträgen, Podiums-Diskussionen und Interviews bekannter zu machen". Provisorische Website: www.nadaku.net/infoethik.htm -- Weblog: infoethic.blogspot.com.

    Friday, October 13, 2006

    Slowenischer Zentralkatalog für Public Sector Information

    "The Slovenian Ministry for Public Affairs has established a central on-line catalogue of public information. The catalogue provides rapid access to the information libraries of all public institutions, in accordance with the Act on Access to Public Information which requires all public information to be accessible centrally.
    The Central Catalogue of Public Information is available on www.ckijz.gov.si and also through the State e-Government Portal e-uprava.gov.si. It is designed to allow direct access to the information records of different state institutions. This information is made freely available both to citizens and companies. There are no particular restrictions on the access to this information or its further use. In addition, as all information is provided directly from the source, the highest possible level of authenticity is ensured.
    The Central Catalogue of Public Information is not only intended for people or companies seeking public information, but also for all bodies involved in providing public information, whether they be State bodies, local government offices, public agencies or public service contractors.
    The portal may be used to access important sector-specific legislation and the public information libraries of individual bodies. It monitors the performance of the Information Commissioner and provides links to a wide range of websites and news services that may be of public interest".
    Source: eGovernment News / European Communities, 11. September 2006. "Reproduction is authorised provided the source is acknowledged".

    Thursday, October 12, 2006

    Bibliotheksbeats für Kurzentschlossene

    Leider erst jetzt durch Zufall erfahren :-( In der Wienbibliothek im Rathaus findet heute um 19 Uhr die Veranstaltung "Word Up! Filme und Musik zum Lesen" mit DJ Drehli Robnik statt: "Beats zu Büchern und Lieder übers Lesen / Die ärgsten Bibliotheksszenen aus 70 Jahren Filmgeschichte". "Wir sehen, hören und entlehnen uns am 12. Oktober in der Wienbibliothek, denn: 'Libraries gave us power', wie die Manic Street Preachers sungen, oder aber: 'Treffen sich drei oide Bücher...' (Die Spitzbuben)" (Robnik). Die wirklich interessanten Dinge kommen wohl über keinen Verteiler...

    Maladies of the information age...

    ...von Jen Sorensen in der Comic-Serie Slowpoke vom März 2006: googlitis, archivaholism, compulsive news binging, metamania. Gelungener Comic!

    Bibliotheks-Manga

    Gerade entdeckt: den (das?) Manga "Kokoro Library". Beschreibung: "Das niedliche Mädchen Kokoro und ihre zwei älteren Schwestern Iina und Aruto arbeiten als Bibliothekarinnen in der Kokoro Library, die sie nach dem Tod ihrer Eltern weiterführen. Dort widmen sie sich hingebungsvoll ihren Büchern und den wenigen Buchliebhabern, die ab und an vorbeischauen".

    Zum Wachsen gebracht nach zweihundert Jahren

    Eine schöne Geschichte in der neuen Ausgabe der "National Archives News": Gastforscher Roelof van Gelder aus den Niederlanden hatte unter den Akten ein zweihundert Jahre altes Notizbuch gefunden, in dem vierzig kleine Pakete mit Samen verschiedener Pflanzenarten enthalten waren. ExpertInnen von der Millennium Seed Bank der Royal Botanic Gardens haben diese Samen wieder zum Leben erweckt: "The notebook was inscribed with the name Jan Teerlink, a Dutch merchant who is believed to have collected the seeds during a trip to the Cape of Good Hope in 1804".
    Das weltweit angelegte Millennium Seed Project "aims to safeguard 24,000 plant species from around the globe against extinction. It has already successfully secured the future of virtually all the UK's native flowering plants".

    Mein Semester

    Dieses Semester besuche ich drei Lehrveranstaltungen:
  • VO "Buchdruck und Textzirkulation zwischen Gutenberg und Goethe" bei Franz Eybl. Mir fehlt noch eine Vorlesung im Fach Neuere deutsche Literatur, und diese bietet sich an, da sie erstens viele Themen anschneidet, mit denen ich als Bibliothekarin durchwegs vertraut sein sollte, und ich zweitens beim selben Vortragenden bereits die Vorlesungen "Grundprobleme frühneuzeitlicher Textzirkulation" und "Das Buch als Gegenstand der Forschung" besucht habe - nebenbei bemerkt in den Jahren 1995 und 1997... *seufz*
  • SE "Namenkunde des Deutschen" bei Peter Ernst - mein letztes Seminar. Hier werde ich mich auf eigenen Vorschlag mit "Vulgonamen in der Buckligen Welt" befassen. Mich haben Vulgonamen schon länger interessiert, und als frühere Lokalzeitungsmitarbeiterin und Bucklige Welt-Bewohnerin bin ich mit den Namen und Gegebenheiten halbwegs vertraut. Flurnamen wären übrigens auch eine interessante Möglichkeit gewesen - würde gern einmal der Herkunft des Rottennamens "Hölle" in Wiesmath nachspüren (das Hinweisschild muss ich auch endlich mal photographieren).
  • Ringvorlesung "vorlesung2" (eigentlich Wurzel aus Vorlesung zum Quadrat, aber das kann ich hier nicht wiedergeben), aus Anlass der Neueröffnung des AudiMax, konzipiert von Arno Dusini und Lydia Miklautsch. Die graphische Darstellung lässt sowohl die Deutung zu, dass die Vorlesung zuerst quadriert und dann die Wurzel gezogen, als auch dass die Wurzel aus der Vorlesung gezogen wird und die dann quadriert wird. "Mathematisch" dasselbe Ergebnis, von den Interpretationsmöglichkeiten natürlich gaaanz anders ;-)
  • Tuesday, October 10, 2006

    Passionate librarian

    Soeben entdeckt: "Der Marquis kehrt zurück" von Lisette Ashton, erschienen 2006 bei Passion Publishing, ISBN 3-9809942-8-7. Zum Inhalt: "Die Bibliothekarin Justine erhält von ihrer Chefin, der strengen Mrs. Weiss, den Auftrag, eine bislang unveröffentlichte Erzählung des Marquis de Sade zu beschaffen. Das ist nicht so einfach - sie muss sich zuerst als würdig erweisen... Bald stellt sie fest, dass sie für 'La Coste' alles tun würde. Im Bann des Meisters gerät sie in einen Taumel von Macht, Bestrafung und Unterwerfung".