Wednesday, August 28, 2013

Wil Wheaton und die Bibliothek

M. Brandon Robbins erwähnt in ihrem Artikel "Wil Wheaton Talks Tabletop: Games, Gamers, & Gaming", der am 27. August 2013 in Library Journal erschienen ist, eine nette Bibliotheksanekdote:

<zitat>On an elementary school trip to the library, when Wheaton realized that a book he was looking for was already checked out, he says, "The librarian asked me what movies I liked, what televisions shows I liked. It was 1979, and I loved Star Wars and Battlestar Galactica. She picked out [Robert C. O'Brien's postapocalyptic novel] Z for Zachariah, and to this day I remember her telling me, 'This book's gonna land on you, kid.' That book made me a true sci-fi nerd, and it's all because the librarian took the time to help me find something I would love to read".<zitatende>

Ich habe vor kurzem "Just a Geek: Unflinchingly honest tales of the search for life, love, and fulfillment beyond the Starship Enterprise" und "Memories of the Future - Volume 1" von Wil Wheaton gelesen und genossen. Für mich war sehr interessant, wie der Schauspieler seine Rolle als Wesley Crusher erlebt hat. Wer diese Figur nicht kennt, wird sicher einen Eindruck bekommen, wenn ich darauf hinweise, dass es eine Usenet-Group namens "alt.ensign.wesley.die.die.die" gab ;-)

 

Saturday, August 17, 2013

Verwalter der Gemeindedokumente

In der Episode "Eine unerwartete Erbschaft" der Serie "Mord ist ihr Hobby" kommt ein "Bibliothekar und Verwalter unserer Gemeindedokumente" (wohl im Sinne von Archivar) vor, der Jessica bei der Ahnenforschung hilft: "Die Geschichte des Ortes ist ein Hobby von mir". Er hat ein kariertes Hemd, ein wollenes Gilet, einen Schnurrbart und eine Brille an einer Kette und ist sehr engagiert bei der Arbeit. Der Nachweis, dass Jessica Ansprüche auf das Erbe ihres lange verschollenen Großonkels hat, hätte nämlich große Auswirkungen auf das Dorf, in dem viele SchafzüchterInnen leben: "Bevor er vor einem Jahrhundert als Räuber gehängt wurde, hatte Jessicas lange verschollener Großonkel ein ganzes Tal für nur 10 Cents pro Morgen gekauft. Sofern Jessica nun nicht rechtmäßige Erbansprüche auf diese 130.000 Morgen Weideland gelten machen kann, wird eine Minenbetreiberfirma das Land kaufen und verbieten, dass weiterhin Schafe darauf weiden" (ARD-Beschreibung).

drei Schafe auf Wiese
librarymistress: Schafe im "Tal der Feitelmacher" in Trattenbach (Oberösterreich), aufgenommen am 16. Mai 2013, Flickr, CC-BY-SA

Thursday, August 15, 2013

Das Rallye-Archiv

In der Ausgabe 12/2012+1/2013 der Zeitschrift "Der Österreichische Journalist" erschien ein Artikel von Christian Resei und Sophia T. Fielhauer-Resei über Motorjournalismus. Titel: "Die Prüllers und ihre Haberer". Darin wird auch der Rallye-Filmer Helmut Deimel vorgestellt, über den es heißt:

"Das geräumige Haus in Perchtoldsdorf nebst dem Elternhaus ist randvoll mit Filmmaterial: 'Ich habe immer alles aufgehoben, auch das Restmaterial'. Von der italienischen Firma Belle Epoque wollte er bloß ein paar Bilder kaufen, geworden ist es das komplette Archiv. Mittlerweile besitzt er das größte Rallye-Archiv der 1960er- bis 1980er-Jahre".

Tomé Jorge: "Rallye", Flickr, 19. September 2010, CC-BY-NC-ND

Tuesday, August 13, 2013

Archivprojekt "Adopt Srebrenica"

Am 6. und 7. Juni 2013 fand in Oberbozen / Soprabolzano ein Treffen des International Ecology Archives Network statt, an dem ich für das Grüne Archiv teilnehmen konnte. Meinen Bericht über das Arbeitstreffen gibt es auf unserer Website nachzulesen.

Logo

Ich möchte hier das Projekt "Adopt Srebrenica" herausgreifen, das Projektkoordinator Andrea Rizza und drei ehrenamtliche MitarbeiterInnen aus Bosnien im Rahmenprogramm des Treffens vorstellten. Mit dem Namen der Stadt Srebrenica verbindet sich heute vor allem die Erinnerung an das Massaker, bei dem im Bosnienkrieg im Juli 1995 achttausend Menschen ermordet wurden. Dieses Archivprojekt will nicht - wie andere Archive - Kriegsverbrechen dokumentieren, sondern soll im Gegenteil daran erinnern, wie das Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Gruppen in Srebrenica vor dem Krieg funktioniert hat: "The material from before the war is a proof for the high level of tolerance in Yugoslavia where people from different religions and ethnic groups lived together peacefully". Junge Menschen können sich an diese Zeit ja gar nicht mehr erinnern.

Durch Flucht und Zerstörung gingen viele private Bestände, zum Beispiel persönliche Photographien, verloren: "It is impossible to describe the value of a little piece of paper with a picture of a beloved person you have lost". Die Photographien haben aber nicht nur einen emotionalen Wert, sondern zeigen auch soziale Gepflogenheiten und kulturelle Aspekte wie die Kleidung. Dokumente wie Bilder und Tonaufnahmen kommen auf ganz unterschiedliche Weise ins Archiv. Wie Aktivist Muhamed berichtete, brachte ihm einmal ein früherer Soldat eine Reihe von Aufnahmen, die er während des Krieges aus einem Privathaus mitgenommen hatte.

Die geplanten Interviews mit ZeitzeugInnen sind für die beteiligten Personen schwierig: InterviewpartnerInnen könnten bei Gesprächen über schreckliche Erlebnisse re-traumatisiert, bei Gesprächen über schöne Zeiten an ihren schweren Verlust erinnert werden. Die InterviewerInnen werden daher im Umgang mit schwierigen Situationen geschult und über post-traumatische Belastungsstörungen informiert werden. Eine Herausforderung ist auch, jene Menschen aus Srebrenica, die fliehen konnten und nun in anderen Ländern leben, zu erreichen. Die "oral history" wird dennoch ein wichtiger Punkt des Projekts werden.

Eine lang diskutierte Frage: Wenn vor dem Krieg alles gut war, wie konnte es dann zum Krieg kommen? Sollte man nicht viel mehr die Probleme aufzeigen? Aktivistin Valentina fasste ihre Haltung so zusammen: "We think of the problems every day. But this project focuses on togetherness".

Fazit der Projektgruppe: "Everything in nature grows: trees, humans, animals... but with memory it is the other way round".

Das Projekt "Adopt Srebrenica" wird von der Fondazione Alexander Langer Stiftung und dem Stadtarchiv Bozen unterstützt. Inspiriert wurde es von Langers Text "Zehn Punkte fürs Zusammenleben", in dem es unter anderem heißt: "Wo immer Volksgruppen, Ethnien, Konfessionen u.dgl. auf demselben Raum zusammenleben, gibt es eine Ausgangssituation mit geringer gegenseitiger Kenntnis und Vertrautheit. Eine enorm wichtige Rolle können da Personen, Gruppen, Institutionen spielen, die sich bewußt entlang der Grenze zwischen den zusammenlebenden Gruppen bewegen und sich insbesondere der Aufgabe widmen, gegenseitiges Kennenlernen, Dialog und Zusammenarbeit zu fördern. Die Veranstaltung gemeinsamer Ereignisse oder Begegnungen, gemeinsame Aktionen u.dgl. entstehen ja nicht aus dem Nichts, sondern erfordern eine zähe und sensible Anbahnungsarbeit, wobei auch sehr viel Vermittlung und Einfühlung notwendig ist, die Sorgfalt und Glaubwürdigkeit erfordert".

Lesetagebuch

fertiggelesen

* Tödlich rauschen die Wälder. Lübbe 2012 (Jerry Cotton 2897) [harmloser, aber ganz unterhaltsamer Reihenkrimi]
* Eduard Habsburg: Lena in Waldersbach. C.H. Beck 2012 [junges Mädchen auf den Spuren von Lenz - man sollte Büchners "Lenz" vorher (wieder) lesen]
* Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen. Judith Kriegers erster Fall. Ullstein 2005 [hat mir sehr gut gefallen - interessante und glaubwürdige Hauptfigur, starke weibliche Figuren wie eine Försterin, spielt in und um einen Ashram im Wald]
* Jasper Fforde: First among sequels. Hodder 2007
* Reggie St. James: The librarian. Kindle o.J. [eher unbedeutende, unrealistische Sexgeschichte mit Bibliothekar]
* Jen Campbell: Weird things customers say in bookshops. Constable 2012 [sehr witzig]
* Simone Dalbert: Papiergeflüster. Aus dem Leben einer Buchhändlerin. Tubuk 2013 [im Vergleich zu Campbells Buch nicht sooo gut - wahrscheinlich witziger, wenn man selber Buchhändlerin ist]

in Arbeit

* Elfriede Jelinek: Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr. 1. Aufl. Rowohlt 1985 [viele Passagen, die ich mir rausschreiben muss - grandiose Formulierungen]
* Henry David Thoreau: Walden. Amazon Kindle [1854]

Buried in the backlog

I recently finished reading "Buried in the backlog" by Charity K. Martin. It is advertised as the first "cozy cataloger mystery", and I hope that there will be other instalments soon!
"'Why on earth would anyone murder a librarian? It's not like we're weird or anything', Janet MacKenzie wondered when she literally stumbled over the dead body of her colleague Donna Hutchinson."

Saturday, July 27, 2013

Die herzigen Langhaarigen

Vor mir an der Supermarkt-Kassa ein Mann mit schulterlangen Haaren. Kaum ist er weg, sagt eine Kassierin zur anderen: "Mah, der ist ja so lieb mit diesen halblangen Haaren. Der ist wirklich herzig". Ich schmunzle. Kassierin setzt fort: "Aber es ist natürlich blöd, wenn man schwarzes Gewand anhat, weil er so haart. Da brauchst Du nur einmal drüberfahren und bist komplett voller Haare". Ich wundere mich - bis ich dem Blick der Kassierin zu einem Hund folge.

Friday, July 26, 2013

Bücherei: "Es gibt halt kaum Einnahmen"

In den Niederösterreichischen Nachrichten ist ein Artikel über die Stadtbücherei Neunkirchen erschienen. Dort heißt es: "Allerdings ist die Bücherei ein Sorgenkind der Gemeinde, schrieb man dort im Vorjahr immerhin einen Abgang von 154.000 Euro. 'Es wird dort wirklich sehr ehrgeizig und kreativ gearbeitet, aber es gibt halt kaum Einnahmen', so der Stadtchef (...) Gerüchte über eine mögliche Schließung oder vorübergehende Sperre wischt er jedoch vom Tisch: 'Das stimmt sicherlich nicht und wird auch nicht so passieren!' Wiewohl er im gleichen Atemzug zugibt, dass über Öffnungszeiten sehr wohl nachgedacht werden muss und auch darf: 'Nachdenken ist nichts Verbotenes'".

Die Bücherei hat laut Website Montag und Freitag von 9-12 und 16-19 Uhr, am Mittwoch von 8-16 Uhr und am Donnerstag von 8:30-12:30 Uhr geöffnet. Die Bezirkshauptstadt Neunkirchen hat derzeit rund zwölftausend EinwohnerInnen und wird seit 2010 von einer schwarz-grünen Koalition geführt.

Quelle:

Wednesday, July 24, 2013

Lesetagebuch

abgeschlossen
Hollis Shiloh: Adrian's Librarian. Dreamspinner Press 2013 (= Kindle Edition)

begonnen
Jasper Fforde: First among sequels. Hodder 2007

wieder zur Hand genommen
Wil Wheaton: Just a Geek: Unflinchingly honest tales of the search for life, love, and fulfillment beyond the Starship Enterprise. O'Reilly 2009

Embargo für Online-Zugriff auf Dissertationen?

Scott Jaschik berichtet in einem Artikel für "Inside Higher Ed" vom 24. Juli 2013: "The American Historical Association has released a policy calling on history departments and university libraries to allow students to place embargoes on the online versions of Ph.D. dissertations in the field for up to six years. The association says that such a policy is needed to enable new Ph.D.s to successfully publish books based on their dissertations. But some historians are upset about the proposal, which they say isn't needed and runs counter to the scholarly mission of sharing research findings". - Weiterlesen.

Tuesday, July 23, 2013

Bücherkauf im Wandel

Farbphoto des Schaufensters eines Antiquariats in Helsinki
librarymistress: "Antikvariaatti, Helsinki", aufgenommen am 25. August 2007, Flickr, CC-BY-SA

Monday, July 22, 2013

Lesetagebuch

abgeschlossen
Peter Turrini / Wilhelm Pevny: Der Dorfschullehrer. Eine Folge der TV-Reihe "Die Alpensaga". Eisenstadt: Edition Roetzer / Wien, München: Thomas Sessler Verlag 1972 (= Der Souffleurkasten)

begonnen
Hollis Shiloh: Adrian's Librarian. Dreamspinner Press 2013 (= Kindle Edition): "One night at a masquerade party, rakish Adrian Knowles kisses the wrong man by mistake and meets Oliver Windham. Feisty yet wary and broken, Ollie desperately needs a friend. Almost against his will, Adrian finds himself playing the hero... and falling in love. Adrian hires Ollie to set his library to rights — after having his servants put all the books out of order. He promises himself he'll treat Ollie only as a friend, but Ollie quickly becomes the only man he wants".

Eduard Habsburg: Lena in Waldersbach. München: C.H. Beck 2012: "Auf den Spuren von Büchners Lenz irrt die siebzehnjährige Lena durch das Gebirge am Rand der Vogesen. Sie hat etwas zu verbergen und läuft vor irgend etwas davon. In starken Bildern zeichnet Habsburg eine massive Verstörung. Atmosphärisch dichte Naturbeschreibungen sind Gegenbilder innerer Zustände. Lena lebt den kranken Lenz nach, seine Angstvisionen und Wahnzustände, und verwandelt die Geschichte von Lenz im Steintal in ihr Leben".

Saturday, July 20, 2013

Lesetagebuch

Jasper Fforde: Lost in a good bookAimee Bender: An invisible sign of my own

Thursday, July 18, 2013

10 Jahre Library Mistress

"Welcome to my blog! I will post stuff about libraries, librarians, books, writing & reading that I come across during my work hours or leisure time" - so hat mein allererster Eintrag in diesem Weblog - vor genau zehn Jahren! - begonnen.

Das Blog trug damals noch den Titel "Library Mistress's Place", was ja auch korrekter wäre, aber dennoch später von mir vereinfacht und verkürzt wurde. Einige Erinnerungen:

  • In diesen Jahren entstanden 3821 Posts - und 22 Entwürfe ;-)
  • Ursprünglich plante ich das Blog als Chronik des österreichischen Bibliothekswesens. Mittlerweile seh ich es unter anderem als Notizzettel für mich selber und als Zentrale des bibliothekarisch-belletristischen Klischee-Irrsinns.
  • Mir war immer klar, dass das Weblog weltweit öffentlich ist, aber dass es tatsächlich auch Leute lesen würden, die ich kenne, habe ich mir lange gar nicht vorstellen können - bis ich einer Freundin etwas erzählen wollte und sie mich mit den Worten "das hab ich eh schon in Deinem Blog gelesen" abwürgte ;-)
  • Den Namen "Library Mistress" habe ich ungefähr im Jahr 2002 irgendwo auf einer US-amerikanischen Website gelesen, gemocht und für mich angenommen. Es gibt also noch andere solche, zum Beispiel die Autorinnen dieses Blogs und dieses Blogs.
  • Durch das Blog, aber natürlich auch über andere soziale Medien hab ich viele Kontakte zu Bibliothekar*innen in verschiedensten Bereichen geknüpft.
  • Am Anfang habe ich mich gefreut, weil es viel schneller und unkomplizierter war, einen Blogeintrag zu schreiben, als einen Text auf meine Website zu stellen. Mittlerweile ist es viel schneller und unkomplizierter, etwas auf Facebook zu stellen als einen Blogeintrag zu schreiben. Es wäre aber - schon wegen der Durchsuchbarkeit, aber auch wegen der Zugänglichkeit - besser, diese Informationen hier zu veröffentlichen. Da muss ich in Zukunft meine eigene Faulzeit besser überwinden...
  • Über NetworkedBlogs werden die Beiträge seit einiger Zeit automatisch in Facebook und Twitter eingespeist. Mehr Rückmeldungen bekomme ich interessanterweise auf Twitter.
  • Die letzten Besucher*innen des Blogs kamen laut Google-Stats über die Suchbegriffe "bibliothekarin und humor" und "bibliothek katze" her :-)

Photo einer Geburtstagstorte auf der 'happy 10th birthday' steht
mmatins: "Happy 10th birthday", Flickr, 9. Oktober 2010, CC-BY-NC-ND

Saturday, July 13, 2013

Neuer Lesestoff

Neuerwerbungen
* Aimee Bender: The particular Sadness of Lemon Cake
* Aimee Bender: An invisible Sign of my Own
* bib Karen Andrea: The enchanted Library
* bib Dennis Whelehan: The Dad Library
* Norbert C. Kaser: herrenlos brennt die sonne. Gedichte und Prosa
* bib Helen Stevenson: Mad Elaine
* bib Diane Wilmer / Paul Dowling [Ill.]: Pig in the Library
* bib L.C. Tyler: The Herring in the Library
* Paul Mühlbauer / Wolfgang Millendorfer / Kinder des Städtischen Hortes Oberwart: Der Flachwasser-Bücherwurm


Lesetagebuch / fertiggelesen
* Christina Maria Landerl: Verlass die Stadt (erworben beim Literaturfest "Literatur in Grün" in Deutschkreutz, signiert)
* bib Gunilla Caulfield: Murder in Pigeon Cove (Annie Quitnot Mysteries) [Kindle]
* bib Gunilla Caulfield: Murder on Bearskin Neck (Annie Quitnot Mysteries) [Kindle]
* bib Gunilla Caulfield: Murder at Hammond Castle (Annie Quitnot Mysteries) [Kindle]
* K.H. Scheer: Testobjekt Roter Adler
* bib Nia Foxx: The Librarian's Birthday Surprise (= Men of the void) [Kindle]
* bib Betty Jo Schuler: Male wanted [Kindle]
* bib Logan Belle: The Librarian [Kindle]
* bib Amanda Flower: Maid of Murder (India Hayes Mysteries) [Kindle]
* bib Amanda Flower: Murder in a Basket (India Hayes Mysteries) [Kindle]
* Friedrich C. Glaser: Wachtmeister Studer [Kindle]
* bib Kate Carlisle: One Book in the Grave (Bibliophile Mysteries) [Kindle]
* bib Kate Carlisle: Pages of Sin (Bibliophile Mysteries) [Kindle]
* Martin Amis: Heavy Water and other stories
* bib Gay Toltl Kinman: The Mystery of the missing Miniature Books [Kindle]
* bib Gay Toltl Kinman: Miss Parker and the Cutter-Sanborn Tables [Kindle]
* Aimee Bender: The Girl in the flammable Skirt. Stories
* bib Melissa Yin / Mr. Chef & Ms. Librarian [Kindle]
* bib Meg Perry: Cited to Death (Jamie Brodie Mysteries) [Kindle]

Lesetagebuch / in Arbeit
* Hubert Hutfless: papier gesungen. gedichte (erworben bei der vierten Trockenschwimmer- alias Beckenbodenlesung in Baumgarten, signiert)
* bib Jasper Fforde: Lost in a good book

Thursday, July 11, 2013

Musik und Metadaten im digitalen Musikbetrieb

Von 17. bis 19. September 2013 findet im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn das VfM-Seminar "Musik und Metadaten im digitalen Musikbetrieb" statt.

Beschreibung
Die Einführung der digitalen, file-basierten Produktionsweise, die in den Rundfunkanstalten und in anderen Medienunternehmen seit Mitte der Neunziger Jahre die Verwendung anderer Tonträger wie CD oder Tonband sukzessive abgelöst und mittlerweile völlig verdrängt hat, revolutionierte den Workflow in den Redaktionen, in der Technik und in den Medienarchiven bei der Erwerbung, der Speicherung, der Erschließung und der Verwendung von Musikaufnahmen. Der Abruf von Audiofiles von zentralen Servern ersetzte weitgehend den Ankauf von CDs, an die Stelle der bisherigen Regalsysteme traten Audio-Massenspeicher und bei der Dokumentation von Musikaufnahmen waren nunmehr die spezifischen Rahmenbedingungen eines multimedialen Sendebetriebs zu berücksichtigen.
In diesem Seminar werden dokumentarische Fragestellungen wie die Weiterentwicklung der Standards für Musik-Metadaten ebenso behandelt wie die Veränderungen in der Arbeitsorganisation, die sich in der Zusammenarbeit von Redaktionen und Archiven aus der Modernisierung der internen technischen Infrastruktur und der Entwicklung externer web-basierter Vertriebskanäle bereits ergeben haben oder künftig ergeben könnten. Das Seminar wird abgerundet durch die Darstellung der juristischen Aspekte der Verwendung von Musikaufnahmen sowie durch die Präsentation des derzeitigen Entwicklungsstandes digitaler Downloads und Musik-Miningverfahren. Zum Abschluss des Seminars können Probleme aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmer im Rahmen eines Offenen Forums diskutiert werden.

Programm Dienstag, 17.9.2013
* 13.00 - 14.00 Begrüßung und Vorstellung
* 14.00 - 15.30 "Wohin soll ich mich wenden?" - Wie reagiert die Musikdokumentation auf die Spannungsfelder im digitalen Musikbetrieb? Eine einführende Zustandsbeschreibung. - Referentin: Eva Schütz, Westdeutscher Rundfunk
* 15.30 - 16.00 Kaffeepause im Museumscafé
* 16.00 - 17.30 Podiumsrunde zu den Anforderungen von E-Musik-Redaktionen an die Musikdokumentation. - TeilnehmerInnen: Dr. Christian Detig, Rundfunk Berlin-Brandenburg, Arnd Richter, Westdeutscher Rundfunk, Eva Schütz, Westdeutscher Rundfunk
* Offenes Abendprogramm: 19.00 Gemütliches Beisammensein im Restaurant Sudhaus, Friedensplatz 10

Mittwoch, 18.9.2013
* 09.15 – 10.45 Entwicklungsperspektiven der Zentralen Schallplattenkatalogisierung von ARD und ZDF (ZSK). - Referent: Reinhard Bassenge, Deutsches Rundfunkarchiv
* 10.45 – 11.15 Pause
* 11.15 - 12.45 Musikstreaming & Downloads: Die digitale Welt von Naxos. - Referent: Rene Zühlke, Naxos Deutschland Musik & Video-Vertriebs GmbH
* 12.45 – 13.45 Mittagspause im Museumscafé
* 13.45 - 15.15 Musikberatung und digitaler Workflow. - Referent: Jürgen Otto, Bayerischer Rundfunk
* 15.15 – 15.45 Pause
* 15.45 - 17.15 Verfahren zur automatisierten Musikerkennung (Musikmining). - Referent: Thomas Low, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
* Offenes Abendprogramm: 17.30 - 18.45 Geführter Rundgang durch die Dauerausstellung im Haus der Geschichte

Donnerstag, 19.9.2013
* 09.15 – 10.45 Juristische Rahmenbedingungen der Archivierung von Musikaufnahmen und ihrer Verwendung in Hörfunk, Fernsehen oder Online-Angeboten. - Referent: Peter Wiechmann, Südwestrundfunk
* 10.45 – 11.15 Pause
* 11.15 - 11.45 Thesen zur Weiterentwicklung des Berufsbilds von Musikdokumentaren. - Referentin: Uta Hardes-Schmeißer, Deutsche Welle
* 11.45 – 12.15 Pause
* 12.15 - 13.15 Offenes Forum: Musik und Metadaten im digitalen Musikbetrieb. - Moderator: Jochen Walter, Deutsche Welle-Akademie
* 12.45 – 14.00 Imbiss im Museumscafé
* 13.45 - 15.15 Auswertung der Ergebnisse des Offenen Forums. - Moderator: Jochen Walter
* 15.15 – 15.30 Pause
* 15.30 - 16.00 Abschlussdiskussion und Seminarbewertung

Organisatorisches
Seminarleitung: Felix Kresing-Wulf. Gebühr: 580,- €. Seminar-Anmeldung (frühzeitig erbeten): Arbeitsgemeinschaft Journalistische Berufsbildung von VSZV und DJV in Baden-Württemberg, Königstraße 26, D-70173 Stuttgart, Ansprechpartnerin: Heidrun Altenburger, e-Mail: vszv@vszv.de, Telefon +49 711 18567182, Telefax +49 711 18567304.

Zusammenarbeit Bibliotheken - Abendgymnasien

Über Bibmail kam folgende Anfrage von Gisela Burghausen, die ich hier gerne weiterleite: "Ich studiere an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg Bibliotheks- und Informationsmanagement im 6. Semester. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit untersuche ich die Frage, ob es an Bibliotheken eine Zusammenarbeit mit Abendgymnasien gibt, die zu der mit Tagesgymnasien vergleichbar ist. Deshalb möchte ich Interviews mit Bibliothekarinnen und Bibliothekaren führen, die Erfahrungen mit Veranstaltungen für Schüler an Abendgymnasien haben. Wenn dies für Sie zutrifft, würde ich mich freuen, wenn Sie mich kontaktieren, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren. [Telephonnummer entfernt] Falls Sie weitere Auskünfte wünschen, melden Sie sich gerne bei mir (Gisela.Burghausen@haw-hamburg.de) oder meiner Professorin, Frau Christine Gläser (Christine.Glaeser@haw-hamburg.de)".

Sunday, June 30, 2013

Lyrik im Netz (via @stporombka)

Friday, June 28, 2013

CfP: Energie Burgenland Literaturpreis 2013

Am Energie Burgenland Literaturpreis in der Sparte "Lyrik" dürfen alle Personen, die im Burgenland geboren wurden, im Burgenland leben oder gelebt haben, teilnehmen. Die eingereichten Arbeiten dürfen schriftlich noch nicht veröffentlicht sein. Der Umfang der Arbeiten ist in der Sparte "Lyrik" auf fünf lyrische Texte (Gedichte) beschränkt. Auch Mundart-Gedichte sind zulässig. Bewertet wird der Gesamteindruck der Texte. Die Jury besteht aus Sabine Schmall, Sabrina Hergovich-Unger (Literaturhaus Mattersburg), Wolfgang Weisgram (Der Standard) und Heinz Vegh (Autor), der Wettbewerb wird unter der Leitung von Gerhard Altmann durchgefürt. Der erste Preis des Literaturwettbewerbs ist mit € 1.500 dotiert, der zweite mit € 1.000 und der dritte mit € 750. Die Bekanntgabe der Juryentscheidung und die Preisübergabe erfolgen im Herbst 2013; Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden schriftlich informiert.
Einsendungen sind in gut leserlicher Form bis 31. August 2013 zu richten an: Energie Burgenland, Kennwort Literaturpreis, Kasernenstraße 9, 7000 Eisenstadt (in fünffacher Ausführung) oder per eMail an literaturpreis@energieburgenland.at. Bitte nur Kopien und keine Originale einsenden, da die Manuskripte nicht zurückgeschickt werden können. - Mehr dazu auf www.energieburgenland.at/unternehmen/presse-medien/literaturpreis.html.

Die Energie Burgenland ist das Nachfolgeunternehmen von BEWAG und BEGAS und setzt die Tradition des BEWAG-Literaturpreises, der seit 1975 vergeben wurde, fort.

Thursday, June 27, 2013

Feministinnen bekommen endlich, was sie wollen

Ausgehend von Jay Costs Tweet "The only group that gets virtually whatever it wants, regardless of the political costs, is the feminist movement" werden nun erfüllte Wünsche gesammelt ;-)

Jay Costs Reaktion:

Relaunch: Mister Wong "goes fashion"

Wieder eine Neuentwicklung auf dem Gebiet des Social Bookmarking:

"Mister Wong wird die neue Social Fashion Plattform, bei der sich für den User der Komfort des Onlineshoppings und der Spaß am Social Networking gekonnt vereinen lässt. Neben den aktuellsten Mode-Trends, tollen Looks und den coolsten Street-Styles findet Ihr auf Mister Wong auch eine riesige Auswahl an stylischen Produkten. (...) Nach dem Relaunch werden die Bookmarks nicht verloren gehen. Ihr werdet sie natürlich in Euren neuen Profilen wiederfinden" (Quelle: Mister Wong-Newsletter vom 26. Juni 2013).

Die Frage, die Wenke Bönisch (digiwis) im Februar 2012 gestellt hat, nämlich ob Social Bookmarking Dienste "tatsächlich tot" sind, muss wohl langsam mit "ja" beantwortet werden.

Thursday, June 20, 2013

Wahre Liebe ;-)

Wednesday, June 19, 2013

Inklusives Geographisches Informationssystem

Am Dienstag, dem 25. Juni 2013, spricht Susanne Zimmermann-Janschitz (Institut für Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität Graz) über "Ein inklusives Geographisches Informationssystem – ein Baukasten 'für alle' Ansprüche":
"Informationstechnologien gehören mittlerweile zu unserem täglichen Leben. Dennoch werden immer mehr Menschen aus der (Informations-) Gesellschaft ausgeschlossen, weil ihnen der Zugang zu diesen Ressourcen verwehrt bleibt. Dies betrifft auch und insbesondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Menschen in fortgeschrittenem Alter. Der Vortrag stellt ein Modell und dessen Entstehung in den Mittelpunkt, das die Lücke zwischen Barrierefreiheit und der Bereitstellung barrierefreier raumbezogener Informationen schließt. Ein Modell, das in Form eines Baukastensystems 'Bausteine' bereitstellt, ermöglicht die Generierung individueller GIS-Anwendungen unter der Prämisse 'for all'".
Ort: Institut für Technikfolgenabschätzung, Seminarraum, Strohgasse 45/5, 1030 Wien, 16 Uhr s.t.

Monday, June 17, 2013

Fluthilfe von Verlagen für den Buchhandel

Aus dem Newsletter des VAT Verlags André Thiele: "Unter Federführung der in Mainz ansässigen gemeinnützigen Stiftung Neue Klassik hat sich eine ständig wachsende Gruppe von Kleinverlagen zusammengefunden, die den von der Jahrhundertflut besonders betroffenen Buchhandlungen helfen möchte. Jede Spende ab 5 Euro auf das Konto der Stiftung wird mit einem wertvollen Buchgeschenk aus dem Programm der beteiligten Verlage belohnt. Die Gelder werden gesammelt und ohne Abzüge an das gemeinnützige Sozialwerk des deutschen Buchhandels überwiesen, das mit den betroffenen Buchhandlungen direkt zusammenarbeitet".

Teilnehmende Verlage mit Stand 12. Juni 2013: VAT Verlag André Thiele, Mainz - Verlag Ch. Schroer, Lindlar - Verlag Donata Kinzelbach, Mainz - Verlagshaus el Gato, Hamburg - Caprini Verlag, Würzburg - Peter Meyer Verlag, Frankfurt am Main - Verlag Monika Fuchs, Würzburg. Mehr dazu auch auf www.facebook.com/FluthilfeBuchhandel2013.

Hier die Kontodaten: Stiftung Neue Klassik, Stichwort "Fluthilfe 2013", Kontonummer 4301671, BW Bank, Bankleitzahl 60050101, IBAN DE 24 60050101 0004301671, BIC SOLADEST.

Höchst originelle Ideen für den @Tatort

Ich habe zwei Ideen für einen Tatort, die meines Wissens noch nie umgesetzt wurden:

* Eine Polizistin wird angeschossen und bleibt einfach bis zu ihrer Gesundung in Krankenstand.

* Ein Polizist erschießt aus Versehen einen (Variante: unschuldigen) Menschen (Variante: Jugendlichen) und nimmt psychologische Betreuung in Anspruch.

abgesperrter Tatort mit ermordeter Puppe

Evan Long: Crime Scene, Flickr, 1. Februar 2006, CC-BY-NC

Friday, June 14, 2013

Planschmiede "Was kommt nach dem Zusammenbruch?" in Graz

Am kommenden Wochenende organisiert die Grüne Akademie Steiermark eine Planschmiede:

"In Teilen Europas stehen Menschen wegen Überflutungen vor dem Nichts. Andere legen ihr Geld in Wohnungen oder Gold an, weil sie fürchten, dass es bald nichts mehr wert sein könnte. Die gewaltsame Durchsetzung von Schlägerungen von Bäumen für Einkaufszentren führen zu Volksaufständen. Viele stehen "am Rande des Nervenzusammenbruchs". Was dann? Was, wenn das Ganze nicht mehr so weiter gehen kann? Was macht dann jede/r einzelne von uns? Was machen politische Gruppen? Was machen die staatlichen Organe? Wie gelingt der Neustart? Was, wenn nicht nur mehr einzelne, sondern die ganze Gesellschaft nicht mehr weiter weiß? Wir denken nach um vorbereitet zu sein. Wir laden zu einem nachdenklichen Wochenende ein - wollen Pläne schmieden". Zeitplan für das Wochenende:

Freitag, 21.6.2013
* 18 h Herzlicher Empfang!
* 18:40 h Einführung in die Absichten und Zielsetzungen des Wochenendes Christian Wabl
* 19 h: "Die Geschichte des Geldes" Georg Monogioudis. Das Geldsystem ist ein Teil des gesamten Rechtssystems und ein wesentliches Element unserer Gesellschaft
* Anschließende Diskussion

Samstag, 22.6.2013
* 11 h nach einer Nacht, in der über die grundsätzlichen Überlegungen geschlafen wurde, gehen die Gespräche und Diskussionen mit Kritik, Ergänzungen und Vorschlägen weiter. Gäste, TeilnehmerInnen, Mitglieder der ARGE ("it's the economy, stupid") und FreundInnen der Grünen Akademie kommentieren die Ausführungen und Diskussionen des Vortages.
* 15 h Weitere Diskussionen und Erstellung von "Aufbauplänen"
* 19 h Offene Gespräche an einem hoffentlich lauen Sommerabend – mit offenem Ende

Sonntag, 23.6.13
* 11 h: Zusammenfassungen

Wann? 21. bis 23. Juni 2013. Wo? Grüne Akademie - Eingang 2, Am Fuße des Schlossberges 2, 8010 Graz. Infos und Anmeldung? christian.wabl@gruene-akademie.at.

Sunday, June 02, 2013

"Sommerfest der Bibliothekar_innen" in der Bibliothek von unten

Die Bibliothekar_innen von unten laden am Freitag, dem 7. Juni, ab 20 Uhr zum 2. Sommerfest der Bibliothekar_innen ein. Ort: 1010 Wien, Wipplingerstraße 23; Zeit: Freitag, 7. Juni 2013 ab 20 Uhr.

Thursday, May 30, 2013

Salzburg: Geld für Schulbibliotheken gestrichen

Thomas Hödlmoser berichtet in den Salzburger Nachrichten vom 28. Mai 2013: "Im Flachgau, Pongau und Lungau gibt es ab Herbst keine Lehrerstunden mehr für die Betreuung der Schulbibliotheken. In den anderen Bezirken und in der Landeshauptstadt sind diese Stunden schon in den vergangenen Jahren eingespart worden". Mehr dazu auf salzburg.com.

Wednesday, May 29, 2013

Wunderbarer Beitrag über bibliothekarische Work-Life-Balance von @librarianmer

Meredith Farkas hat in ihrem Blogbeitrag "Leaning into the messy world of work-life balance" vom 28. Mai 2013 einige Passagen geschrieben, in denen ich mich so sehr wiedererkennen kann!

Sie schreibt über ihre zahlreichen außer-beruflichen Engagements: "I'm not sure where this drive comes from. Part of it might be insecurity. I never quite feel like I'm doing enough or doing well enough. It doesn't seem to matter how much I achieve; I never lose that feeling. How can I miss out on this opportunity? What might be the consequences of saying no? If I don't do or see ___ now, I may never get the chance again". Mich erinnert das sehr an mich - ich hab während der Studienzeit viele ehrenamtliche Aufgaben übernommen, nicht nur weil ich es gerne getan habe, sondern schon auch, weil ich mir in der Fachwelt einen Namen machen wollte. Irgendwann fällt es dann aber schwer, loszulassen. Viele dieser Dinge, wie die Mitarbeit in der Redaktion bibliothekarischer Fachzeitschriften, machen mir große Freude. Wenn ich nur dafür bezahlt werden würde und nicht alles nebenbei machen müsste!

Ich hoffe jedenfalls, dass ich es auch einmal bis zu dem Punkt schaffe, an dem Meredith jetzt ist: "I used to say yes to way too many things, because I was always focused on what I'd lose by not doing it. Now, I'm focusing on what I give up by saying yes. By saying yes, there are other things I can't do, like spending time with family and friends or engaging in hobbies, exercise, and sleep. I've spent way too much time at home sitting on my computer working when I could be having fun with my family or going for a walk in our recently beautiful weather".

Thursday, May 23, 2013

Die Abenteuer der Prudencia Prim

Eine Kollegin hat mir gerade geschrieben, dass die junge Bibliothekarin im neuen Roman von Natalia Sanmartin Fenollera Prudencia Prim heißt ;-) Das Buch erscheint im August 2013 auf Deutsch.

Bild: Thiele-Verlag

Aus der Beschreibung von "Das Erwachen der Señorita Prim" ("El despertar de la señorita Prim":

"Angelockt durch eine ungewöhnliche Stellenanzeige, reist Señorita Prim, eine unabhängige, gebildete junge Frau, nach San Ireneo de Arnois, um dort 'einem höflichen Mann und seinen Büchern als Bibliothekarin zur Seite zu stehen'. Zwar hat Prudencia Prim, die Bücher liebt und selbst auf der Flucht ist vor dem Getöse der Welt, das gute Gefühl, dass dies der Tag ist, auf den sie so lange gewartet hat. Doch wie nachhaltig sich ihr Leben verändern wird, weiß sie nicht. Nach und nach erschließt sich ihr das Geheimnis des malerischen Städtchens und seiner glücklichen Bewohner, und Señorita Prim erkennt, was ihr bisher so sehr gefehlt hat". - Offensichtlich gibt es auch hier einen Entfessle-die-Bibliothekarin-Moment...

Wednesday, May 22, 2013

Wer besetzt den digitalen Raum?

Die Grüne Bildungswerkstatt Wien organisiert in Kooperation mit der Grünen Frauenorganisation und dem netzpolitischen Sprecher der Grünen Marco Schreuder eine Podiumsdiskussion zum Thema: "Wer besetzt den digitalen Raum? - #Aufschrei, Netzfeminismus und neue Netzwerke.

Wir möchten uns im Rahmen dieser Veranstaltung die Präsenz von Frauen* im Web und Social Media genauer ansehen. Anknüpfend an die durch #Aufschrei gestartete Debatte möchten wir diskutieren, inwiefern Web 2.0 eine Möglichkeit für Frauen* bietet, sich den "malestream" entgegen zu stellen:

  • Bietet das Netz neue Möglichkeiten zur feministischen Organisation?
  • Wie gehen wir mit (sexualisierten) Übergriffen im Netz und auf netzpolitischen Veranstaltungen um?
  • Wie kann eine feministische Praxis im Netz aussehen?

Begrüßung: Marco Schreuder (Bundesrat und netzpolitischer Sprecher der Grünen). Moderation und kurzer Input: Martina Wurzer (Gemeinderätin und Sprecherin der Grünen Frauen Wien). Am Podium diskutieren: Sigi Maurer (ehem. ÖH-Vorsitzende und NR-Kandidatin der Grünen), Ingrid Brodnig (Redakteurin der Wochenzeitung FALTER), Brigitte Theissl (Bloggerin), Lena Doppel (angefragt).

Ort und Zeit: Montag, 27. Mai 2013, 19 Uhr, C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien

< Mike Licht: Stern woman blogger, 23. Dezember 2010, Flickr, CC-BY

Tuesday, May 21, 2013

Vortrag / Freiwillige Selbstausbeutung

Am 22. Mai spricht die Soziologin und Burnoutforscherin Dr.in Jeanette Moosbrugger auf der Uni Zürich über "Subjektivierungsphänomen 'Freiwillige Selbstausbeutung': Von der Lust am Tun und der Lust am Applaus": "Warum ist gerade bei hochqualifizierten Erwerbstätigen zu beobachten, dass diese Beschäftigungsgruppe sehr häufig ein völlig übersteigertes und damit gesundheitsgefährdendes Arbeitsengagement an den Tag legt? Antworten dazu liefert ein Erklärungsangebot, das bei der Subjektivierung von Arbeit ansetzt. Hier ist parallel zu den Thesen von Unterwerfung und Entfaltung ein Steuerungsmodus auszumachen, der sub-intentional wirksam wird und der sich anthropologisch verorten lässt. Andererseits zeigt sich entgrenztes Arbeitsverhalten auch als Situationslogik, die vor allem Teamkonstellationen mit ausgeprägtem Professionalisierungsanspruch auszeichnet".

Mehr dazu auf freieuni.ch/wordpress/?p=333. Ich würde den Vortrag gerne einmal in meine Nähe holen.

Bild: Matilde Zacchigna: Burnout, aufgenommen am 27. März 2007, Flickr, Lizenz CC-BY-NC-ND

Sunday, May 05, 2013

Technikstreichelzoo

Ich lese gerade den Sammelband "M-libraries 3. Transforming libraries with mobile technology", der von Gill Needham and Mohamed Ally herausgegeben wurde und 2012 bei Facet erschienen ist. In ihrem Beitrag "There's a librarian in my pocket: mobile information literacy at UTS library" beschreibt Sophie McDonald eine Idee, die mir ausnehmend gefällt:

"Library Fun Day expanded in 2011 to include a 'technology petting zoo' for clients and staff to touch and feel a collection of e-book readers, iPads and other mobile devices. The area was very popular throughout the day, with many people trying the devices for the first time and those who were more experienced sharing their knowledge with others".

Der Library Fun Day wird an der University of Technology, Sydney Library im Rahmen der Orientierungswoche für die Erstsemester organisiert. Ich liebe ja auch die Bezeichnung dieser Veranstaltung, aber "Bibliotheksspaßtag" hört sich nicht nach einem solchen an ;-)

Saturday, May 04, 2013

Bibliotheksnutzer aus der Hölle ;-)

Sehr netter Facebook-Post der Büchereien Wien:

"Ja, es kommt vor, dass als verfügbar aufscheinende Bücher nicht im Regal stehen.
Ja, das ist frustrierend - v.a. wenn Sie extra aus der Peripherie Wiens angereist sind.
Ja, dann kann es vorkommen, dass Sie die Beschwerde nicht in Zimmerlautstärke vortragen.
Wir lächeln trotzdem freundlich, während wir Sie darauf hinweisen, dass sich das Buch bereits im Stapel, den Sie uns auf die Theke knallen, befindet".

Die Bibliothek der Zukunft (via @mediomartin)

Martin Kramer hat etwas sehr Schönes in seinem Blogbeitrag "Sag mal, machst Du das freiwillig….oder warum wir Bibliotheken brauchen!" geschrieben:

"Die Bibliothek der Zukunft kann Menschen mit Problemen bei ihrem eBook-Reader helfen. Die Mitarbeiter kennen sich aus mit Facebook, G+, twitter, youtube, FlickR, Cloud, Open Data, xing, pinterest oder instagram... und wissen trotzdem noch, wie man ein Infogespräch führt, was eine Bibliographie ist und wie man einen flämischen Namen nach RAK ansetzt".

Die Asphaltbibliothek

"Von wegen Papiermüll. Ein Deutscher hebt seit Jahren Zettel vom Boden auf und archiviert die Relikte des Alltags in der von ihm gegründeten Asphaltbibliotheque", schreibt Martin Behr in den Salzburger Nachrichten vom 3. Mai - die Straße als "offener Zettelkasten"? Der Mainzer Stefan Brand dokumentiert seine Arbeit im heuer im Ventil Verlag erschienenen Buch "Asphaltbibliotheque" (ISBN 978-3-95575-004-6). In seinem Weblog brandstiftung.wordpress.com schreibt der Sammler dazu: "Das bewusste Aufheben, Aneignen, Archivieren und Ausstellen der herrenlosen Zettel durch den Asphaltbibliothekar stellt nicht nur einen künstlerischen Schöpfungsakt dar, sondern ist gleichzeitig öffentliche Performance, die sowohl als Anknüpfungspunkt für spontane Kommunikation mit neugierigen Passanten als auch mit Besuchern einer Ausstellung dienen kann".

Wednesday, May 01, 2013

Die verwunderten Bibliothekare

"Später entdeckte ich die Stadtbibliothek und auch, daß man Bibliothekare verblüffen kann, wenn man Bücher bestellt, die andere nicht lesen. Von Literatur wußte ich nichts. Trotzdem las ich als kleiner Snob erstmal nicht Karl May, sondern Johann Wolfgang Goethe. Seinen Namen hatte ich schon gehört, und daß er der Größte sei auch. Ich begann beim ersten Band der Gesammelten Werke, alles Gedichte, holte mir den zweiten Band, wieder Gedichte. Das Staunen der Bibliothekare machte mir Spaß, und daß ich ein besonders netter Bub war und nicht ein böser, der Karl May liest, das machte mir auch Spaß".

Farbphoto Eingangsportal Stadtbuecherei Frankfurt am Main

Peter Bichsel: Der Leser. Das Erzählen. Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Luchterhand 1982, S. 36 - 37 - erworben am Dienstag beim Offenen Bücherschrank Alsergrund :-)

Monday, April 29, 2013

Professorentitel für Stiftsbibliothekar

"Der Theologe Dr. Johann Tomaschek wird für seine Verdienste im Bereich Kirchen-, Landes- und Kulturgeschichte mit dem Professorentitel geehrt. Er ist Archivar und Bibliothekar und seit 1981 mit der Leitung der Stiftsbibliothek des Benediktinerstifts Admont in der Steiermark betraut. Darüber hinaus war er bis 1995 auch für die Museen und die touristischen Belange des Stiftes zuständig und ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Ordensarchive Österreich. Hervorzuheben ist seine volksbildnerische Tätigkeit in Form von historischen Vorträgen und Aufsätzen sowie seine Mitarbeit bei der fachlichen Vorbereitung steirischer Landesausstellungen. Geschätzt werden auch seine Publikationen zu überwiegend historischen Themen".

Photo Eingang Stift AdmontQuelle: Presseaussendung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur vom 29. April 2013. - Photo: librarymistress, Flickr, aufgenommen am 18. Juli 2008, CC-BY-SA

Saturday, April 27, 2013

Der Bücherplanet

sw Kinderzeichnung Buecherrakete und Buecherplanet
Faculteitsbibliotheek Letteren & Wijsbegeerte: Books in space, Flickr, 22. April 2013, CC-BY-NC-SA

Wednesday, April 24, 2013

The end of the world

Monday, April 22, 2013

Bier am Sonntag

Photo handgeschriebenes Schild 'Collect your drinks at the bar' auf Holztisch
librarymistress: Collect your drinks at the bar, aufgenommen am 1. Juni 2007 in Salzburg, Flickr, CC-BY-SA

Friday, April 19, 2013

MAK-Hauszeitschriften online

Seit kurzem bietet die Bibliothek und Kunstblättersammlung des Museums für Angewandte Kunst eine Zeitschriftendatenbank mit den Hauszeitschriften des MAK. Rund dreißigtausend Seiten der "Mittheilungen des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie" (1863 – 1897) und der Folgezeitschrift "Kunst und Kunsthandwerk" (1898 - 1921) können im Volltext durchsucht werden. Suche über www.mak.at/suchergebnis. - Verwendet wird übrigens der Intranda-Viewer.

Thursday, April 18, 2013

Auf der Suche nach der Stadtbibliothek

Wednesday, April 17, 2013

Der Kärntnerische Sumpf

Im Katalog des Kärntner Landesarchivs habe ich heute den Bestand "Entsumpfung von Klagenfurt" entdeckt. Dauerte eine Weile, bis ich gemerkt habe, dass es dabei gar nicht um Politik geht ;-)


Arkomas: The swamp bar sign - New Orleans, aufgenommen am 13. November 2011, Flickr, CC-BY-NC

Sunday, April 14, 2013

Leseliste VII: Gottfried Benn: Kleine Aster / Schöne Jugend / Kreislauf

Für meine Diplomprüfungs-Leseliste zum Thema "Expressionismus" habe ich drei Gedichte von Gottfried Benn ausgewählt - es sind die ersten drei Texte aus dem 1912 erschienenen Zyklus "Morgue". "Schöne Jugend" ist wieder ein Beispiel für die Wasserleichenpoesie. Dazu postete übrigens jemand auf gutefrage.net: "Wasserleichenpoesie, was haltet ihr davon , wozu gabs die eigentlich? Ist doch total eglisch" ;-) Mir gefällt's jedenfalls, und mich gruselt's gleichzeitig.

Kleine Aster

Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhellila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muß ich sie angestoßen haben, denn sie glitt
in das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie ihm in die Brusthöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft,
kleine Aster!

Schöne Jugend

Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die andern lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schauzen quietschten!

Kreislauf

Der einsame Backenzahn einer Dirne,
die unbekannt verstorben war,
trug eine Goldplombe.
Die übrigen waren wie auf stille Verabredung
ausgegangen.
Den schlug der Leichendiener sich heraus,
versetzte ihn und ging für tanzen.
Denn, sagte er,
nur Erde soll zur Erde werden.

Zitiert nach: Dieter Wellershoff (Hrsg.): Gottfried Benn. Auswahl aus seinem Werk. Darmstadt: Moderner Buchclub 1962, S. 7 - 8. Mein Exemplar wurde von der Linzer Stadtbücherei ausgeschieden. Hinten klebt noch der Ausleihzettel dran, und da sieht man, dass das Buch zwischen 1963 und 1968 nicht ausgeliehen wurde ;-)


Leseliste VI: Erich Möchel, Tex Rubinowitz: Verschollen in der Anstalt. Aufzeichnungen des Volontärs Schubal.
Leseliste V: Else Lasker-Schüler: Weltende
Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest
Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Literaturrecherche in den 1980ern

Otto Oberhauser hat einige seiner Beiträge zur computergestützten Literatursuche aus den 1980ern in E-LIS eingestellt - sehr interessant zur Erinnerung für die ZeitgeschichtlerInnen unter den BibliothekshistorikerInnen ;-) Beispiele:

Leseliste VI: Erich Möchel: Verschollen in der Anstalt

Für das Diplomprüfungsthema "Satire" habe ich die ORF-Satire "Verschollen in der Anstalt. Aufzeichnungen des Volontärs Schubal" von Erich Möchel ausgewählt. Das 1993 bei Deuticke erschienene Buch wurde von Tex Rubinowitz illustriert. Das Gebäude am Küniglberg als Labyrinth, in dem sich die Titelfigur verliert, und ein Aquarium als geheimnisvoller Übergang in eine andere Welt - mehr will ich gar nicht verraten! Besonders witzig daran ist auch, dass viele der Figuren noch heute beim ORF arbeiten bzw. immer noch bekannt sind (Ernst Gelegs, Josef Broukal, Gerd Bacher...); man kann das Buch also heute noch mit Genuß lesen. Möchel hat ja selbst lange beim ORF gearbeitet und hat da sicher Insiderinformationen, wie es da so zugeht.

Cover Verschollen in der Anstalt, Amazon


Leseliste V: Else Lasker-Schüler: Weltende.
Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest
Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Saturday, April 13, 2013

Leseliste V: Else Lasker-Schüler: Weltende

Ich muss gestehen, diesen Text für meine Diplomprüfungsleseliste zunächst nur ausgewählt zu haben, weil es den gleichen Titel wie das berühmte Gedicht von Jakob van Hoddis trägt und weil die Frauenquote auf meiner Liste wirklich unter aller Kritik war. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das sehr viel anders ausgesehen hätte, wenn ich mehr Zeit für die Vorbereitung gehabt hätte - meine LibraryThing-Gender-Statistik zeigt 863 Bücher von Männern und nur 343 von Frauen. Nur wenn alle 445 AutorInnen, bei denen kein Geschlecht eingetragen ist, Frauen wären, wäre das Verhältnis halbwegs ausgewogen. - Hartmut Vollmer hat jedenfalls die umfangreiche Anthologie "'In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod'. Lyrik expressionistischer Dichterinnen" zusammengestellt, in der bekanntere und unbekannte Autorinnen vertreten sind. In diesem 1993 im Arche-Verlag erschienenen Buch bin ich auf "Weltende" gestoßen..

Es ist ein Weinen in der Welt,
als ob der liebe Gott gestorben wär,
und der bleierne Schatten, der niederfällt,
lastet grabesschwer.

Komm, wir wollen uns näher verbergen...
Das Leben liegt in aller Herzen
wie in Särgen.

Du, wir wollen uns tief küssen...
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,
an der wir sterben müssen.


Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest
Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Literaturbeschaffung mittels Hashtag: #icanhazpdf

Ich bin heute über einen Tweet von Karen James bzw. den Retweet von Lambert Heller auf eine nützliche Twittersache gestoßen, die es anscheinend eh schon seit mindestens zwei Jahren gibt: #icanhazpdf. Mit dem Hashtag werden Tweets gekennzeichnet, in denen man nach wissenschaftlichen Aufsätzen sucht, zu denen die eigene Bibliothek bzw. Forschungseinrichtung keinen Zugang bietet. Als ich gerade reingeschaut habe, wurden u.a. die Aufsätze "Thioflavin-S staining coupled to flow cytometry" und "Searching for unconventional seismic signals on a subduction zone with a submerged forearc" gesucht.

Hier ist eine schöne Erklärung: "#icanhazpdf is a Twitter hashtag used to coordinate the exchange of scholarly papers. Suppose that Alice needs a certain journal article for her research, but neither Alice nor her employer have a subscription to the journal which contains it. (Alice could be a research scientist at a small nonprofit organization, or even a cancer patient trying to educate herself about her disease.) The article is not Open Access, nor is it available in an institutional repository, nor does a version exist on PubMed Central or the arXiv. Alice posts a link to the paper on her Twitter account, marking it with the "hashtag" #icanhazpdf. Anyone who notices checks to see if they have access, such as via their university's institutional subscriptions, and if they do, they download the article and send it to Alice. In February 2012, it is becoming standard practice to delete the request tweet after the request has been fulfilled" (Quelle: Eureka Journal Watch, CC-BY)

Eine ähnliche Sache gibt es auch auf Reddit: "This reddit is for requesting and sharing articles available in various databases, as well as discussion relating to the material".

Karl Emil Franzos über Hofnamen

Mit Karl Emil Franzos bin ich leider erst bei einem Literaturgeschichte-Konversatorium auf der Uni zum ersten Mal in Kontakt gekommen - bei Werner Michler standen "Die Juden von Barnow" auf der Leseliste. Sehr empfehlenswert! Vor kurzem habe ich mir seine Reiseberichte "Deutsche Fahrten" auf den Kindle geladen, und zwar den Teil "Reise- und Kulturbilder aus Anhalt und Thüringen". Die Texte machen mir große Lust, dort hinzufahren, aber ich fürchte, da sieht es heute nicht mehr so aus wie vor hundert Jahren... In einem Abschnitt über das Schwarzatal beschreibt Franzos die Verwendung der Hofnamen:

"Begegnen zwei Leute einander, so reicht ihre Zeit, auch wenn sie noch so eilig sind, zu einem Gruß und einem Spaß, und wenn's auch nur das Zurufen des Spitznamens wäre. Solche Namen wachsen ja naturgemäß in jedem Dorf wie die Brombeeren; beim Familiennamen ruft man sich da niemals, sondern bezeichnet einander nach dem Hof, dem Gewerbe oder hervorstechenden Eigenschaften. Die Spitznamen sind also anderwärts keineswegs zugleich immer Necknamen; hier oben, soweit ich's erkunden konnte, fast immer. Viele sind harmlos, wie zum Beispiel Scharbsheiner, Veigelemarie; der Heinrich liebt eben Pfannkuchen und die Marie Veilchen; auch Linsenschlingerfritz bedeutet keine ehrenrührige Gewohnheit. Noch weniger Stöckelmartin; der alte Mann, der so hieß, hatte sich eben einst im Stöckelnspiel (was die Schweizer Pflöcklispiel nennen) ausgezeichnet, und Schwatzmarthe vollends könnte jede Frau im Tal heißen. Andere Namen bezeichnen körperliche Eigenschaften; angenehm sind sie ja für die Träger nicht, aber doch auch dem Leumund nicht abträglich: Hinkehanne, Ohrenmatthes; zwei gleichnamige, aber sehr verschiedene Kusinen bei Oelze werden als Steckenliese und Schmalzliese unterschieden; letzteres nach dem im Tal geltenden Schönheitsideal entschieden ein epitheton ornans. Und nach den dort herrschenden Ansichten können auch Mädelkarle und Kußgrete nicht niederdrücken. Andere Spitznamen wieder sind ohne alle Spitze, nur eben Bezeichnungen, so zum Beispiel Löffelsimshannematthes, was, wie ich glaube, bedeutet: der Matthias, der Sohn der Hanne, welche die Tochter des Löffelsimon war; einen andern, Sauerteigsbalzer, lasse ich aus dem nicht untriftigen Grunde unerklärt, weil ich's selber nicht weiß. Viele Namen aber sind recht unangenehm, und wollte man nach ihnen schließen, so stünden zahlreiche Leute im Tale bei ihren Nebenmenschen in üblem Geruch, moralisch, aber auch körperlich. Solche Namen nehmen sich in Druckerschwärze schlecht aus, würden zudem leicht zu falschen Schlüssen verführen. Die Leute sind spottlustig und nicht eben fein, aber allzu böse gemeint ist derlei nie".

Hauszeichen Fuchshof Hollenthon Vulgonamenschild PusterwaldMit Hofnamen bzw. Vulgonamen hab ich mich ja vor einigen Jahren in einer Seminararbeit beschäftigt, und sie lassen mich nicht los :-) Links ein Photo vom Fuchshof in Hollenthon in der Buckligen Welt, rechts ein Photo aus dem steirischen Pusterwald, wo sogar die Bushaltestelle den Namen "Steinmetz" trägt!

Friday, April 12, 2013

Bücherei im Schubhaftzentrum

In einer Presseaussendung des Innenministeriums über das neue Schubhaftzentrum (in Neusprech "Zentrum für Rückführungen") im steirischen Vordernberg steht zu lesen: "Der Gemeinde werden alle Leistungen übertragen, die über die hoheitlichen Kernaufgaben der Polizei hinausgehen. Dazu zählen unter anderem das gesamte Betreuungsmanagement, die Gesundheitsversorgung, Teile des Gebäudemanagements, Verwaltungstätigkeiten, der Betrieb des Warenkiosks und der Bücherei sowie die Wäschereinigung".

Im Ort selbst, der wie viele Industrieorte in der Steiermark von starker Abwanderung betroffen ist, gibt es übrigens anscheinend keine Bücherei. Apropos Vordernberg - ein Besichtigungstipp, zum Beispiel im Rahmen der Langen Nacht der Museen: das Montanhistorisches Museumsensemble Radwerk IV.

Wednesday, April 10, 2013

Symposion zur Bibliothekarinnengeschichte am 12. April

Am Freitag, den 12. April, findet im IWK das zweite Symposion zum Projekt "Der Weg zur beruflichen Gleichstellung. Am Beispiel von Bibliothekarinnen" statt. Konzept und Koordination: Ilse Korotin, Edith Stumpf-Fischer. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bibliotheksgeschichte stellte sich lange Zeit als eine Geschichte von Männern – meist Leitern großer Bibliotheken – dar. Dem Anteil der Frauen an der Entwicklung des Bibliothekswesens wurde kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Die Namen der Bibliothekarinnen – wie auch ihre Arbeit – gerieten in Vergessenheit. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, Frauen in Bibliotheken für wenig qualifizierte Tätigkeiten aufzunehmen. In den 1920er-Jahren wurde schließlich der gehobene Fachdienst (MaturantInnen) eingerichtet, und zu diesem Zeitpunkt finden sich auch die ersten Frauen auf akademischen Posten.
Im Workshop wird der lange und hindernisreiche Weg zur beruflichen Gleichstellung von Frauen in Österreich am Beispiel der Berufsgruppe »Bibliothekarinnen« thematisiert. Die Berufsgruppe der Bibliothekarinnen ist dafür besonders geeignet, weil dieser Tätigkeitsbereich ein breitgefächertes Spektrum umfasst: Dieses reicht von öffentlichen Bibliotheken mit kommunaler und kirchlicher Trägerschaft, der des ÖGB und der Arbeiterkammern über Schulbibliotheken bis zu den wissenschaftlichen Bibliotheken. Dementsprechend vielfältig sind die beruflichen Anforderungen und die ausbildungsmäßigen Voraussetzungen.

Read... with sensible shoes; librarymistress; Flickr; ALA Mini Read Poster generatorDaraus ergeben sich wiederum zahlreiche Themenkreise, die für die gesellschaftliche, rechtliche und ökonomische Gleichstellung von großer Relevanz sind, wie zum Beispiel die Probleme des Hochschulzugangs, der Zulassung zu akademischen und zu Leitungsposten sowie zu wissenschaftlicher Tätigkeit, die Verdrängung in ehrenamtliche Positionen oder auch die Vertreibung aus politischen Gründen.
Im Rahmen der Veranstaltung diskutieren ForscherInnen und BibliotheksexpertInnen über historische Entwicklungen und geben Einblick in bibliotheksrelevante Fragestellungen.

Programm

  • 9.00–9.30 Uhr: Begrüßung und Einleitung
  • 9.30–10.00 Uhr: Ingrid Roitner (Wien): Die Etablierung des Amtes der Bibliothekarin am Beispiel des Klosters Nonnberg in Salzburg. Das Wirken zweier (resignierender) Äbtissinnen: Maria Magdalena von Schneeweiß (1620–1625) und Eva Maria Fleisch von Lerchenberg
  • 10.00–10.30 Uhr: Manfred Mugrauer (Wien): "Sowjetischer Informationsdienst" (SID) und "Österreich-Sowjetische Gesellschaft" (ÖSG) - Bibliothekarinnen im Umfeld der sowjetischen Österreichpolitik
  • 11.00–11.30 Uhr: Veronika Pfolz (Wien): "Direktor" des Archivs, der Bibliothek und des Museums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Dr. Hedwig Kraus (1895–1985)
  • 11.30–12.00 Uhr: Barbara Kintaert (Wien): Zwei antifaschistische Frauen: Dr. Wanda Lanzer (Bibliothekarin in der AK-Wien) – Dr. Selma Steinmetz (Bibliothekarin des DÖW)
  • 13.30–14.00 Uhr: Kathrin Pokorny-Nagel (Wien): Bibliothekarinnen in Museumsbibliotheken
  • 14.00–14.30 Uhr: Nastasja Stupnicki (Wien): Bibliothekarinnen an der Graphischen (Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt) Wien
  • 15.00–15.30 Uhr: Gisela Kolar (Wien): "Gefertigte bittet ergebenst um Anstellung": Bibliothekarinnen und Mitarbeiterinnen bei den Arbeiterbüchereien der Stadt Wien (1936–1938) / "Ein Schritt zur Professionalisierung?" Zur Situation der Bibliothekarinnen bei den Wiener Städtischen Büchereien nach dem "Anschluss"
  • 15.30–16.00 Uhr: Sigrid Reinitzer (Graz): Klischee und Wirklichkeit: Bibliothekarinnen bei der EDV-Anwendung
  • 16.00–17.00 Uhr: Buchpräsentation: Frauke Mahrt-Thomsen (Berlin) stellt vor: Bona Peiser – Die erste deutsche Bibliothekarin: Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung und der Frauenarbeit in Bibliotheken (BibSpider, Berlin, 2013)

Tuesday, April 09, 2013

Lehrgang "Barrierefrei im öffentlichen Raum"

Gemeinsam mit den Wiener Linien und der ÖAR - Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs bietet das Institut für Verkehrswissenschaften (Fachbereich Verkehrsplanung und Verkehrstechnik) der Technischen Universität Wien vom 27. bis 28. Juni 2013 den Lehrgang "Barrierefrei im öffentlichen Raum" an.

Seminarinhalt ist das barrierefreie Planen im öffentlichen Raum mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Nah- und Personenverkehr. Neben der theoretischen Wissensvermittlung (Vorträge) werden auch praktische Übungen im öffentlichen Raum (Stationsbegehungen) durchgeführt. Das Erlernte wird durch Übungsaufgaben vertieft und überprüft. Erfolgreiche KursteilnehmerInnen erhalten das Zertifikat "Barrierefrei Planen im Öffentlichen Raum". Zielgruppe sind VerkehrsplanerInnen in Stadt und Land bzw. Personenverkehrsbetreiber sowie alle Interessierte.

Information über die Mailingliste des Verkehrsstammtisch Wien erhalten.

Symposion "Social Media & neue soziale Bewegungen" in Linz

Am 19. und 20. April 2013 findet an der Johannes Kepler Universität Linz ein Symposium zum Thema "Social Media & neue soziale Bewegungen - Potentiale, Chancen, Risiken" statt. Ankündigungstext: "'Soziale Medien' sind in aller Munde. Social Media, wie das Internet insgesamt, sind ein faszinierendes Projektionsfeld von Hoffnung geworden (in Richtung Partizipation, Demokratisierung, Gemeinschaftsbildung). Ohne Zweifel erleichtern und verbilligen soziale Medien, E-Mail & WWW die Organisation von Initiativen, Vereinen, Bewegungen und spontanen Protestaktionen. Doch hat die Netz-Metapher eine Doppelbödigkeit: Das Netz als Mutter, als Aufgehobenheit und Unterstützung, aber auch das Netz als Fangnetz. Z.B. bezahlen politische Propaganda- oder Marketingagenturen Blogger, die mittels zahlreicher erfundener Persönlichkeiten – scheinbar authentisch – Propaganda­inhalte auf den Postingseiten der Medien oder in Selbsthilfeblogs von PatientInnen platzieren. Auch per Software können zehntausende protestierende Personen simuliert werden. Die ReferentInnen und TeilnehmerInnen dieser Workshops möchten die Chancen, Potentiale & Risiken der Social Media ausloten, vor allem im Bezug auf eigene soziale, kulturelle und politische Aktivitäten". - Die Abstracts können hier gelesen werden. - Das Programm:

Workshop 1: Ägyptischer Frühling
Fr., 19.4. 2013, 15 Uhr s.t., Kaffee & Kekse ab 14.30
BeiträgerInnen: Andrea Ghoneim, Kairo & Wien / Maha El Hissy, München / Bernhard Seyringer, Wien
Themen: Information - Emotion - Revolution; Bild - Abbild - Trugbild. Macht der Bilder bei Gemeinschaftsgründungen im arabischen Frühling; Gefühlslagen statt Information. Der 'Arabische Frühling' und die Zukunft der Medien.

Workshop 2: Akademische Frühlinge
Sa., 20.4. 2013, 10 Uhr s.t.
BeiträgerInnen: Gerhard Fröhlich, Linz / Ulrich Herb, Saarbrücken / Terje Tüür-Fröhlich, Linz/Tallinn
Themen: Wissenschaftskritische Blogs, Petition Elsevier & Waffenhandel, Elsevier-Boykott-Bewegungen, Petitionen & Initiativen contra Libel Law (Verleumdungsrecht), pro OpenAccess, pro Open Data, Blogs von Wissenschaftlerinnen, Crowdfunding

Workshop 3: Schattenseiten
Sa., 20.4. 2013, 14 Uhr s.t. (pktl.)
BeiträgerInnen: Daniela Fürst, Wien / Carsten Müller, Leipzig
Themen: Trivialisierte Intimität; Internet-Kriminalität aus kriminologischer Sicht

Monday, April 08, 2013

Zertifikatslehrgang "Forst und Kultur" beginnt im Mai

Ich freue mich schon auf Mitte Mai, wo der Lehrgang "Forst und Kultur" beginnt. Die insgesamt vier Module dauern jeweils eine Woche, das letzte wird im Herbst 2014 stattfinden. Das erste Modul widmet sich der "Geschichte der Waldnutzung und Waldbewirtschaftung". Auf dem Programm stehen Exkursionen und Vorträge unter anderem zu "Sozialfunktionen des Waldes von gestern bis heute: Schutzwald, Wohlfahrt, Erholung", "Geschichte des forstlichen Familienbesitzes und der forstlichen Verwaltung", "Wälder als historisch/archäologische Quellen: Einführung in die Erkundung im Gelände", "Bewirtschaftung des Waldes in der Geschichte der österreichischen Bergregionen als Basis für heutige forst+kulturelle (touristische) Aktivitäten" und "Begehung eines Gebietes und Interpretation seiner historisch-kulturellen Elemente, praktische Aspekte der Geländearbeit, Zusammenhänge zwischen Objekten und gesellschaftlichen Aktivitäten". Der Unterricht beginnt außer am ersten Tag schon um 7.45 bzw. 7.30 Uhr - au weia ;-)

Baum mit Schild 'Jungkultur'
librarymistress: "Jungkultur. Betreten und Weiden ausnahmslos verboten", aufgenommen am 17. März 2013 in Würflach, Flickr, CC-BY-SA

Migration im österreichischen Schulbuch

Jelena Gučanin interviewte Christa Markom und Heidi Weinhäupl, Mitarbeiterinnen des Forschungsprojekts "Migration(en) im Schulbuch", für dastandard.at. Im Zentrum des Projekts "steht die Erfassung und kritische Analyse der in aktuellen österreichischen Schulbüchern vermittelten Migrationsnarrative und Repräsentationen von 'Menschen mit Migrationshintergrund'. Welche österreichischen und europäischen Migrationsgeschichten werden in den Schulbüchern tradiert, welche werden marginalisiert oder 'vergessen'? Auf welche Weise werden 'Menschen mit Migrationshintergrund' dargestellt?"

Wednesday, April 03, 2013

Feldforschung in der Unibibliothek

"Die große Castaneda-Schamanenbegeisterung wurde auch nicht beeinträchtigt, als Richard de Mille einen akademischen Skandal aufdecken konnte. Er bewies handfest die Nichtexistenz des Don Juan und daß Castanedas 'ethnologische Feldforschung' in der Universitätsbibliothek stattfand. Er hatte die dortige reichhaltige Okkultliteratur studiert und daraus seine als 'wissenschaftliche Feldforschung' diplomierten Erzählungen gestaltet".

Aus: Eduard Gugenberger, Roman Schweidlenka: Mutter Erde, Magie und Politik. Zwischen Faschismus und neuer Gesellschaft. Wien: Verlag für Gesellschaftskritik 1987, S. 206

Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest

Die Reihe der Diplomprüfungslektürenvorstellung wird mit Abraham a Sancta Claras "Wunderlichem Traum von einem großen Narrennest" fortgesetzt.

Titelblatt Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem grossen Narrennest, gutenberg.spiegel.deTitelblatt von Projekt Gutenberg, gutenberg.spiegel.de

Ich konnte ja lange Zeit gar nichts mit Barockliteratur anfangen. In der fünften Klasse Gymnasium habe ich den abenteuerlichen Simplicissimus gelesen und fand ihn schrecklich (das hat sich mittlerweile geändert). Erst auf der Uni bei den buchwissenschaftlichen Vorlesungen von Franz Eybl kam ich wieder mit Barock in Kontakt, eben mit Abraham a Sancta Clara. Dieses Buch ist eines der witzigsten Bücher, die ich je gelesen habe - nicht im Sinne von Schenkelklopfer, sondern von einfach genialen Formulierungen.
Abraham stellt darin zwölf Typen von Narren - vom einfältigen über den versoffenen bis zum eifersüchtigen Narren - vor. Beispiele für närrisches Verhalten liefern ihm Herrscher ebenso wie einfache Leute. Meine Lieblingspassage betrifft den verliebten Narren: "Amnon ein Sohn deß Davids hat sich dergestalten verliebt in sein Schwester die Thamar, daß er vor lauter Lieb ist kranck / und bethlägerig worden; es hat ihme weder Essen noch Trincken geschmeckt; das Gesicht ist ihme gantz und gar eingefallen / daß er ausgesehen / wie ein außgeblassene Sackpfeiffen; Tag und Nacht hat er geseufftzet nicht anderst / als wie ein ungeschmierte Hauß-Thür; er war dergestalten entzündt in der Lieb / daß er ohne Gefahr noch Schaden nicht hette können bei einem Stroh-Dach vorbei gehen" :-)
Der "Clou" liegt im zwölften Abschnitt, beim lobwürdigen Narren, nämlich dem Christen, der auf irdische Güter verzichtet, fastet, in einfachster Kleidung auftritt und deswegen vielen wie ein Narr vorkommt ("Ein soler Narr / sagt mancher Welt-Mensch / bin ich nicht / ich will gleichwohl in Himmel kommen / es heist ja / du sollst deinen Nechsten lieben; wer ist mir nähender als mein Leib?"), aber, so Abraham, "dise Narrheit ist bei GOtt ein Weißheit".

Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Tuesday, April 02, 2013

Leseliste III: Namen. Eine Einführung in die Onomastik

Cover Namen. Einfuehrung in die Onomastik, Narr VerlagAls Nummer III auf meiner Leseliste für die Diplomprüfung möchte ich das Lehrbuch "Namen. Eine Einführung in die Onomastik" von Damaris Nübling vorstellen (Mitarbeit: Fabian Fahlbusch und Rita Heuser, erschienen im April 2012 bei Narr in Tübingen in der Reihe "Narr Studienbücher", ISBN 978-3-8233-6685-0).

Ich war sehr froh, dass mir mein Zweitprüfer dieses Buch empfohlen hat. Es ist ganz neu, berücksichtigt auch Namenarten, die nicht oft in Lehrbüchern erwähnt werden (Namen von Tieren, historischen Ereignissen, Objekten, Naturerscheinungen), geht auf Gebärdensprache ein und liest sich wesentlich leichter als die Buchbeschreibung auf der Verlagswebsite ;-) Zumindest habe ich es verstanden, und da ich nicht die Supersprachwissenschaftlerin bin, will das was hei&ßen ;-) Die 25,70 Euro sind jedenfalls meiner Ansicht nach gut angelegt.

Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Monday, April 01, 2013

Leseliste II. Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht

Ich möchte die Bücher und Artikel auf meiner Leseliste für die Diplomprüfung in meinem Blog vorstellen, damit ich sie nicht nur für eine Stunde Prüfung gelesen habe ;-) Beim zweiten Eintrag - dem Gedicht "Fahrt über die Kölner Rheinbrücke" des elsässischen Germanisten Ernst Stadler - bleiben wir noch beim Thema Expressionismus. Der Text wurde erstmals am 23. April 1913 in der von Franz Pfempfert herausgegebenen Zeitschrift "Die Aktion" veröffentlicht und ein Jahr spätzer in den Gedichtband "Aufbruch" aufgenommen. Mehr dazu beim Literaturarchiv Nordrhein-Westfalen.

Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht

Der Schnellzug tastet sich und stößt die Dunkelheit entlang.
Kein Stern will vor. Die ganze Welt ist nur ein enger, nachtumschienter Minengang,
Darein zuweilen Förderstellen blauen Lichtes jähe Horizonte reißen: Feuerkreis
Von Kugellampen, Dächern, Schloten, dampfend, strömend .. nur sekundenweis
Und wieder alles schwarz. Als führen wir ins Eingeweid der Nacht zur Schicht.
Nun taumeln Lichter her.. verirrt, trostlos vereinsamt.. mehr .. und sammeln sich.. und werden dicht.
Gerippe grauer Häuserfronten liegen bloß, im Zwielicht bleichend, tot - etwas muß kommen.. o, ich fühl es schwer
Im Hirn. Eine Beklemmung singt im Blut. Dann dröhnt der Boden plötzlich wie ein Meer:
Wir fliegen, aufgehoben, königlich durch nachtentrissne Luft, hoch übern Strom. O Biegung der Millionen Lichter, stumme Wacht,
Vor deren blitzender Parade schwer die Wasser abwärts rollen. Endloses Spalier, zum Gruß gestellt bei Nacht!
Wie Fackeln stürmend! Freudiges! Salut von Schiffen über blauer See! Bestirntes Fest!
Wimmelnd, mit hellen Augen hingedrängt! Bis wo die Stadt mit letzten Häusern ihren Gast entläßt.
Und dann die langen Einsamkeiten. Nackte Ufer. Stille. Nacht. Besinnung. Einkehr. Kommunion. Und Glut und Drang
Zum Letzten, Segnenden. Zum Zeugungsfest. Zur Wollust. Zum Gebet. Zum Meer. Zum Untergang.

Die geschätzte Kollegin vom festgezurrten Haupthaar

Vor ein paar Jahren wurde ich als eine von vier Bibliothekarinnen von Danilo Vetter für seinen Dokumentarfilm "Die geschätzte Kollegin vom festgezurrten Haupthaar: Geschlecht - (k)eine Frage in Bibliotheken?" interviewt. Die Aufnahmen (Kamera: Mirjam Mirwald) entstanden in meiner alten Wohnung und an meinem Arbeitsplatz in der Wienbibliothek. Seit kurzem ist der Film erfreulicherweise online. Ich erinnere mich gerne an die Dreharbeiten zurück und muss bei einer Passage auch beim x-ten Mal Anschauen noch schmunzeln. Vielleicht erratet Ihr, bei welcher ;-)

Hier die Beschreibung: "In dem Dokumentarfilm werden mögliche Fragestellungen der Geschlechterforschung an die Informations- und Bibliothekswissenschaft aufgezeigt und die Bibliothek als ein Ort gekennzeichnet, an dem auf vielfältige Weise Geschlecht ver- bzw. behandelt und konstruiert wird. Der Film gibt vier Expertinnen Raum, aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Frage nachzugehen, welche Rolle Geschlecht in Bibliotheken spielen kann bzw. welche Bedeutung Geschlecht für die Berufsgruppe der Bibliothekar_innen hat. Helga Lüdtke zeigt aus einer historischen Perspektive die Entwicklung des bibliothekarischen Berufs zu einem Frauenberuf auf und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Ort Bibliothek und den bibliothekarischen Beruf insgesamt. Margit Hauser stellt dar, warum die Einrichtung feministischer Bibliotheken und Archive in den 1970er Jahren notwendig war und welche Rolle diese Einrichtungen in unserer Zeit spielen. Monika Bargmann setzt sich mit Vergeschlechtlichungen von Bibliothekar_innen und Stereotypen von Bibliothekar_innen in Filmen und Büchern auseinander. Elisabeth Wiesbaum berichtet von praktischen Erfahrungen, die bei der Implementierung und Umsetzung von Gender Mainstreaming in einer Öffentlichen Bibliothek in Berlin gewonnen werden konnten.".

Das Titelzitat stammt übrigens aus dem Roman "Den Kopf in den Wolken" (im Original "The Giant's House") von Elizabeth McCracken.