Monika Bargmann aka library mistress postet über Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Bibliotheken, Archive, Bücher und Datenbanken, Grünzeug, Lesen und Schreiben - vor allem Science Fiction (meistens auf Deutsch, manchmal auf Englisch, seltener auch in anderen Sprachen)
Ausgabe 3 meiner Kolumne "Die Bibliothek vor ... Jahren" in den Büchereiperspektiven befasst sich mit alten und neueren Verhaltensvorschriften.
Das Verhalten in Bibliotheken unterlag von jeher bestimmten Regeln. Essen, Trinken, Rauchen und Lärmen zählen wohl zu den am meisten verpönten Handlungen an einem Ort, der vornehmlich dem Lernen und der Stille dient. Gemäß den Regeln, die der Hyde Institute Library im britischen Barnet Vale zugeschrieben werden und aus dem Jahr 1930 stammen, durften die BibliotheksbenutzerInnen dort folgendes NICHT: die Bibliothek betreten, wenn ihre Gesichter anstößig schmutzig sind, an den Tischen einschlafen, Jause essen, während sie Zeitungen, Bücher etcetera lesen, im Gebäude rauchen, geschäftliche Visitenkarten zurücklassen, lästig fallen, gegen die Möbel treten oder sie beschädigen, Hunde in den Innenbereich bringen, die Bibliothekarin oder den Bibliothekar anlügen, in betrunkenem Zustand eintreten oder eintreten, wenn sie an Pocken erkrankt sind.
In der Bodleian Library in Oxford mussten BenutzerInnen traditionellerweise den folgenden Text laut vor einer Bibliothekarin oder einem Bibliothekar vorlesen: "Ich verspreche hiermit, keinen Band, kein Dokument und kein anderes Objekt, das sich im Besitz oder in der Obhut der Bibliothek befindet, aus der Bibliothek zu entfernen oder zu markieren, zu verunstalten oder in irgendeiner Weise zu beschädigen; in die Bibliothek kein Feuer zu bringen, nicht ein Feuer oder irgendeine Flamme in der Bibliothek zu entzünden, und nicht zu rauchen; und ich verspreche, alle Bibliotheksvorschriften einzuhalten".Verbote sind aber nur so gut wie das Bewusstsein, dass sie kontrolliert werden und ein Übertreten bestraft wird. Daher hatten die Sumerer vor 5.000 Jahren nicht nur die Schrift im Allgemeinen, die Keilschrift im Besonderen und die Buchhaltung noch dazu entwickelt. Sie hatten auch einen Fluch verfasst für Leute, die mit den Tontafeln nicht pfleglich umgingen: "Wer diese Tafel bricht oder sie ins Wasser legt oder auf ihr herumschabt, bis man sie nicht mehr entziffern und verstehen kann, den mögen Assur, Sin, Shamash, Adad und Ishtar von Bit Kidmurri, die Götter des Himmels und der Erde und die Götter Assyriens mit einem Fluch strafen, der nicht mehr getilgt werden kann, schrecklich und gnadenlos, solange er lebt, und sein Name, seine Nachkommen sollen vom Land hinweggefegt und sein Fleisch den Hunden zum Fraß vorgeworfen werden!"
Auch der folgende modernere Reim appelliert an die Angst vor göttlichem Zorn, wenngleich etwas weniger drastisch: "Steal not this book my honest friend / For fear the gallows should be your end, / And when you die the Lord will say / And where's the book you stole away?"
Regeln, Flüche und Reime können unter folgenden Links nachgelesen werden:
// Das documenta archiv hat ein neues Erscheinungsbild. Entwickelt wurde dieses durch die Stuttgarter Designagentur L2M3. Die visuelle Identität umfasst nicht nur das Logo und die Geschäftsausstattung des documenta archivs, sondern ebenso die grundlegende Neukonzeption und -gestaltung der Website www.documenta-archiv.de. Darüber hinaus erhielt das Archiv eine eigene Hausschrift. Das Wesen eines Archivs ist es, große Mengen von in Schachteln, Mappen oder Schubladen übereinander gestapelten Bild- und Textquellen zu verwahren. Das Übereinanderschichten ist Hauptthema der Gestaltung, woraus sich eine besondere Designlogik für Printmedien und Website ableitet. //
Was haltet Ihr davon? Mir gefallen die angeschnittenen Wörter und wie sie die jeweiligen Inhalte optisch zusammenhalten. In Print stell ich mir das auch schön vor. Ich finde die Website aber insgesamt nicht so übersichtlich. Das "b" und "d" der neuen Hausschrift finde ich recht irritierend. Ob die Seite barrierefrei ist?
Beim nächsten wisokolloquium am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien steht ein Vortrag von Therese Garstenauer am Programm: "Österreichische Staatsbedienstete und ihre standesgemäße Lebensführung (1918–1940)".
In diesem Projekt geht es um die Rolle der Staatsbediensteten als vielfältige soziale und professionelle Gruppe in den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen vom Ende der Monarchie bis zur Eingliederung der ehemals österreichischen Verwaltung in die des Deutschen Reiches. Die zentrale Forschungsfrage – wie hat sich die Lebensführung der Staatsangestellten in der untersuchten Zeit verändert? – wird anhand des Konzepts der standesgemäßen Lebensführung (Max Weber) untersucht.
Das ist ja eine nette Idee: Praktische Infos und Tipps zum richtigen Sitzen beim Lesen gibt Physiotherapeutin Priska Berger anlässlich ihres 20-jährigen Praxis-Jubiläums am Freitag, 31. März 2017 in der Öffentlichen Bibliothek der Pfarre Bad Ischl. "Man muss nicht erst verspannt sein, um etwas gegen Verspannungen zu tun", empfiehlt Priska Berger nicht nur jenen Menschen, die in den letzten 20 Jahren in ihrer Praxis für Physiotherapie Hilfe gesucht haben.
Anlässlich ihres Jubiläums sind alle in der Pfarrbibliothek Bad Ischl am Auböckplatz 6c herzlich willkommen, die sich gratis Tipps und Infos für richtiges und entspanntes Sitzen beim Lesen holen wollen. Die Veranstaltung findet zu den Öffnungszeiten der Bibliothek von 8.30 bis 12.00 und von 17.00 bis 19.00 Uhr statt.
Im Rahmen von drei kurzen Impulsvorträgen um 9.00, 11.00 und 18.00 Uhr sowie im persönlichen Gespräch stellt Priska Berger ihr Wissen über biomechanische Zusammenhänge in unserem Körper zur Verfügung und gibt praktische Hilfestellungen. Unterstützt wird Frau Berger an diesem Tag von Angelika Sachsenhofer mit Produkten aus ihrer Kreativwerkstatt. Zum Beispiel mit Lesepolster, Lesepyramiden und andere nützlichen Hilfen für eine ergonomische Leseposition, die man gleich vor Ort probieren kann.
//Daten - lange das Stiefkind der Bibliotheks- und Informationswissenschaften - werden die Berufsbilder all jener, die in den damit verbundenen Institutionen tätig sind, umfassend verändern und tun dies schon, egal ob es sich dabei um Forschungsdaten, Big, Linked und/oder Open Data handelt.
Vor diesem Hintergrund findet am 8. Mai 2017 unter dem Label "Data Professionals Day" (http://www.herbstschule.ch/programm-data-professionals-day.html) eine Tagung im Volkshaus in Zürich statt, an der die nachstehenden ReferentInnen die neuen Berufsbilder vorstellen und mit den TeilnehmerInnen diskutieren werden:
Der Call for Papers and Posters für den Österreichischen Bibliothekar*tag 2017 wird bis 15. April 2017 verlängert. Unter dem Motto "Wolkenkuckucksheim. Bibliotheken in der Cloud" richten die Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) und die Universitätsbibliothek Linz von 12. bis 15. September 2017 in Kooperation mit dem Büchereiverband Österreichs (BVÖ) den größten Fachkongress für Bibliothekarinnen und Bibliothekare in Österreich aus. Die Veranstalterinnen und Veranstalter rufen dazu auf, Vorschläge für Vorträge und Poster zu folgenden Themenkreisen einzureichen:
Die künftige Rolle der Bibliotheken in Forschung und Lehre
Personal- und Organisationsentwicklung als Notwendigkeit in zukunftsorientierten Bibliotheken
Der Einfluss der technischen Entwicklung auf die Informationsversorgung
Bibliotheken im Spannungsfeld politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen
MTSR is an annual international inter-disciplinary conference which brings together academics, researchers and practitioners in the specialized fields of metadata, ontologies and semantics research. The conference provides an opportunity for participants to share knowledge and novel approaches in the implementation of semantic technologies across diverse types of information environments and applications. These include Open Access Repositories and Digital Libraries, Cultural Informatics, Digital Humanities, E-learning applications, Search Engine Optimization and Information Retrieval, Research Information Systems and Infrastructures, e-Science and e-Social Science applications, Agriculture, Food and Environment, Bio-Health & Medical Information Systems. Following up on previous successful MTSR conferences, the 11th International Conference on Metadata and Semantics Research (MTSR'17) focuses on an emerging theme of "Internet of Things (IoT) in Library and Information Science Research" and the practical implementation of ontologies and linked data in various applications. The conference focuses on:
Theoretical and foundational principles of metadata, ontologies and information organization
The emergence and application of the Internet of Things (IoT) in libraries and cultural heritage institutions (such as RFID technologies, smart libraries and virtual museums)
The applications of Linked Data, Open Data, Big Data and user-generated metadata
Digital Interconnectedness – the what, why and how of Linked Open Data and the Semantic Web
Metadata standardization, authority control and interoperability in digital libraries and research data repositories
Emerging issues in RDF, OWL,SKOS, schema.org, BIBFRAME, metadata and ontology design
Linked data applications for e-books, digital publishing and Content Management Systems (CMSs)
Content discovery services, search, information retrieval and data visualization applications.
The conference will take place at Tallinn University from November 28th – December 1st 2017. Here is the Call for Papers.
Seit einigen Wochen habe ich ein neues samstägliches Frühstückslokal: das 22Beans in Wiener Neustadt. Hier gibt es immer wieder neue Sorten von Direct Trade-Kaffee aus verschiedenen Ländern und von kleinen Röstereien, dazu eine Auswahl an Kuchen oder Torte - was mit sich bringt, dass ich unbedingt vorher zu meiner Bäckerin fahren muss, um dort was Pikantes zu kaufen, weil ich Süßes zum Frühstück eigentlich nur als zweiten Gang mag ;-) Bilder von den Köstlichkeiten gibt es regelmäßig in meinem Kaffeetagebuch auf Facebook.
Der Nachteil (und irgendwie schon eh auch ein Vorteil): Direkt vorm 22Beans gibt es einen Offenen Bücherschrank, an dem ich selten vorbeigehen kann, ohne reinzuschauen. Gestern fiel mein Blick auf ein Buch von Karl E. Jezek mit dem Titel "Ist das ein Buch" (Januskopf Autorenreihe 1978). Das konnte ich doch unmöglich dort lassen! Im Vorwort schreibt Jezek: "Wenn man dieses Buch, um die technischen Angaben lückenlos zu halten, verbrennt (was nicht ausgeschlossen scheint), entwickelt es ungefähr den Heizwert um einen Liter Instantsuppe herzustellen". :-)
Weitere Neuerwerbungen
Offener Bücherschrank
Ian Fleming: Casino Royale. Diamantenfieber. Zwei Kriminalromane in einem Band. Buchgemeinschaft Donauland o.J.
Hans Küng: Projekt Weltethos. Piper 1992
Buchhandlung Hikade
Jean-Denis Godet: Knospen und Zweige - Einheimische Bäume und Sträucher. Eugen Ulmer 2008
Jean-Denis Godet: Holzführer: Einheimische Holzarten mit Makroaufnahmen. Detailfotos von Blüten, Blättern, Früchten, Knospen und Rinden. Eugen Ulmer 2006
Jean-Denis Godet: Bäume und Sträucher bestimmen und nachschlagen. Eugen Ulmer 2007
Conrad Heßler, Ruth Scheel, Harald Steiner (Redaktion): 20 Jahre Jugend- & Kulturhaus Triebwerk Wiener Neustadt. 1996-2016. Eigenverlag 2017
Als der Theologiestudent Jonathan Murden ein Zitat aus Nikolai Berdjajews "The Divine and the Human" auf Twitter stellte, rechnete er wohl nicht mit dieser Verbreitung - der Tweet wurde mittlerweile 4290 mal ge-re-tweetet und 8190 Mal geliket. Murden kommentierte das mit "Yes, I am the author of the famous 'dream footnote' tweet, no, I don't do autographs, sorry" und "I walked into class yesterday and a friend said 'look, it's Jonathan Murden, of twitter fame'" :-D Da tut es mir richtig leid, dass ich auf der FH Burgenland nicht mehr mein Zitier- und Plagiatsseminar halte, das hätte da perfekt gepasst! Auch die Antwort von Paul M.M. Cooper erinnerte mich an meine Studierenden: "Help, MLA do not have a citation guide for dream revelations".
Übrigens: Ob das wirklich die beste Fußnote aller Zeiten war, ist umstritten:
//Environmental and earth science data is collected by a large number of organizations, in both public and private sectors, with a heavy focus on observations and spatial data. There is an abundance of data standards, and weak governance around controlled vocabularies, so data reuse often involves educated guesses about its structure, and the meaning of embedded abbreviations and codes. Links to physical samples, and to features in the real world from where these were taken, are often ambiguous. This fragmentation imposes significant costs on projects, with as much as 80% of project effort spent on identifying and cleaning existing data. Challenges are technical, social, and institutional.
A growing community of earth and environmental scientists, working on the interface with computational science, are developing detailed practices and standards around identifiers, vocabularies, and software interfaces, which are necessary for wider community application. Currently, these efforts are fragmented, as is the communication of technical solutions and organisational best practices.
Linking Environmental Data and Samples will bring together leading researchers in earth and environmental informatics, to establish the current state of the art in environmental science data publication and its use of modern web principles. The focus is on linking data, with a particular interest in the integration of physical samples with datasets based on these, with a goal of triggering the adoption of uniform practices across Australia and internationally.//
"Documentation et bibliothèques", la revue de l'ASTED, publiée en partenariat avec l'Association internationale francophone des bibliothécaires et documentalistes (AIFBD) est à la recherche d'auteurs [et auteures, Anm.] sur la thématique ci-dessous. Elle publie des articles originaux en français mais peut, à l'occasion, faire traduire de l'anglais des articles significativement importants pour la communauté francophone. Elle publie des articles de fond ou des synthèses de recherche. Tous les articles reçus sont évalués par des pairs.
Appel de textes: Les bibliothèques et autres services d'information face au développement durable
La prise en compte de l'influence des activités humaines sur les changements climatiques et la notion de développement durable sont aujourd’hui des préoccupations fondamentales de la société et, par conséquent, des bibliothèques et autres services d'information. L'IFLA (Fédération internationale des associations de bibliothèques et institutions) a d'ailleurs adopté en 2002 une "Déclaration des bibliothèques et du développement durable", déclaration mise à jour en 2013. La question a cependant été moins débattue au Québec et dans la Francophonie que dans le monde anglo-saxon. C'est pourquoi "Documentation et bibliothèques" a prévu un numéro spécial sur cette question en 2017.
Le comité de rédaction de Documentation et bibliothèques vous invite donc à soumettre un article sur ce vaste sujet avant le 1er mai prochain. Les aspects suivants peuvent être traités (liste non exhaustive):
les effets du changement climatique sur les bibliothèques et autres services d’information (difficultés accrues de conservation des documents (sécheresse, cataclysmes, etc.) et modifications des conditions de stockage, isolation des bâtiments, impact sur la gestion et la gestion des bibliothèques, etc.)
adaptation des espaces physiques en fonction du développement durable (toits verts, éclairage, climatisation et chauffage, green library, nouvelles normes environnementales, etc.)
les pratiques respectueuses de l'environnement dans les bibliothèques et autres services d’information (recyclage du papier, disposition de documents élagués, utilisation de sources d'énergie renouvelables, utilisation de matériaux biodégradables, achats responsables, récupération de l'eau de pluie, contrôle de l'impression, etc.)
la promotion de ressources documentaires et des services de bibliothèque liés à la durabilité (développement de collections sur des thèmes environnementaux, expositions, sensibilisation auprès des usagers, etc.)
la sensibilisation aux préoccupations environnementales auprès du personnel des bibliothèques et autres services d'information.
Etc. etc.
Les auteurs [et les auteures, Anm.] sont priés de manifester leur intention de soumettre un article le plus tôt possible à l'adresse db@asted.org.
Call for Papers
Documentation et bibliothèques, published by Asted in partnership with the Association of French-speaking librarians and documentalists (AIFBD), is looking for authors on the following topic: Libraries / other information services and sustainable development. It publishes in French but, occasionally, can accept papers in English and translate them. All submissions are evaluated by peers. Interested authors must indicate their intention to submit as soon as possible in writing to db@asted.org. Papers are due May 1st 2017.
Die ÖH-Fraktion AktionsGemeinschaft hat eine Umfrage zur Hochschulpolitik gemacht, an der sich 14.431 Studierende beteiligt haben. Besonders interessant sind die Antworten auf die Frage "Fändest du es gut, wenn die Bibliothek an deinem Hochschulstandort rund um die Uhr (24/7) geöffnet hätte?":
"Sind Sie der ideale Leser, Signor Eco?" fragte Felicitas von Lovenberg den italienischen Schriftsteller im Dezember 2010 für die FAZ. Das gesamte Interview über die Ordnung der Privatbibliothek, die Erwerbungsstrategien etc. ist lesenswert, aber ein Ausschnitt gefällt mir besonders gut:
Welches Buch würden Sie mit ins Grab nehmen? Sagen wir lieber: auf die einsame Insel. Das Telefonbuch - all die Namen, die mir Geschichten einflüstern würden...
Aber Telefonbücher sind doch mit die ersten, die vom Internet überflüssig gemacht werden. Das ist noch ein Grund, eines einzupacken: Es ist eine Inkunabel der Zukunft!
Aber keine, die in Ihre Bibliothek käme. Das liegt am Thema. Meine Sammlung heißt Biblioteca Semiologia Curiosita Lunatica Magica Emblematica. Um mich bei den Antiquaren verständlich zu machen, sage ich: okkult. Was nicht stimmt. Ich sammle alles, was als falsch gilt.
Blick in Ecos Privatbibliothek
Umberto Eco che percorre la sua casa-biblioteca. (dal documentario "Sulla memoria", di Davide Ferrario. Clip via Stefano Crupi) - gepostet am 20. Februar 2016 von La Repubblica auf Facebook.
SantaThing
2016 habe ich wieder am SantaThing-Wichtelspiel von LibraryThing teilgenommen und habe von meinem Secret Santa folgende Bücher ausgesucht bekommen:
Ich muss etwas gestehen: Bis zu Carrie Fishers frühem Tod am 27. Dezember 2016 dachte ich, sie sei halt eine Schauspielerin, die als Prinzessin Leia bekannt geworden ist und nachher nicht mehr viel zu sehen war. Erst in den Nachrufen habe ich mitbekommen, dass sie abgesehen von ihrer schauspielerischen Tätigkeit auch eine erfolgreiche Schriftstellerin und "Script Doctorin" war. Ich habe nun zwei Bücher von ihr gelesen:
den autobiographischen Text Wishful drinking, auf Deutsch als "Prinzessin Leia schlägt zurück. Mein verrücktes Leben zwischen Kokain, Elektroschocktherapie und einem schwulen Ehemann" erschienen (Anmerkung: der Person, die für den deutschen Titel verantwortlich ist, gehört die Lizenz für alles entzogen). Das Buch basiert auf einer One-Woman-Show, und während des Lesens sieht man sie auch richtig vor sich, wie ein Stand-Up-Comedy-Auftritt.
den empfehlenswerten Roman Postcards from the edge, auf Deutsch als "Grüße aus Hollywood" erschienen.
Fisher schreibt einfach sehr "witty", und vor allem in Postcards from the edge gab es viele Passagen, die ich gerne unterstrichen hätte (was ich nicht mache, und markieren konnte ich es nicht, weil ich das Buch nicht am Kindle gelesen habe). Da ich nicht genügend Lesezeichen mithatte, hier einmal zwei, die mir besonders gefallen haben:
"While she's been drying her hair, she'd come up with a new message for her answering machine - "I'm out, deliberately avoiding your call" - and that simple burst of creativity had raised her spirits a bit." (S. 186)
"She liked going to the gym, or rather, she liked having been to the gym, and the only way to have been was to go." (S.143)
Am 1. Februar war mein erster Arbeitstag als Datenmanagerin an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Wer mich kennt, kennt mich als Hardcore-Bibliothekarin und Bibliotheksnerd und wird vielleicht etwas überrascht über meinen Wechsel sein - ganz weg von der Bibliothek...
Als ich meinen Noch-KollegInnen in der Bibliothek von meinem Wechsel erzählt habe, klang ein typisches Gespräch so:
Also, Du arbeitest dort dann in der Bibliothek.
Nein, in der IT-Abteilung.
OK, also mehr als Systembibliothekarin.
Nein, gar nicht in der Bibliothek.
Haben die etwa keine?
Oja, eine große mit 85.000 Bänden sogar, aber ich hab damit nichts zu tun.
Wie jetzt???
Panoramablick von unserer "Dachterrasse" neben meinem Büro - leider weiß ich noch nicht, welche Messgeräte das sind.
Ich höre jetzt häufig "ich wusste gar nicht, dass Du was anderes suchst". Das hab ich auch nicht aktiv, der Job hat mich einfach gefunden. Ich hatte mir zwar schon länger überlegt, dass ich mit 40 gerne etwas anderes machen würde. Da mich die Bundesforste nicht gefragt haben, ob ich ihnen die Social-Media-Betreuung mache, und mir für die Frühstückspension am Bauernhof doch irgendwie der Bauernhof fehlt, kam die Ausschreibung der ZAMG gerade recht ;-) Viele von Euch wissen, dass ich mich in den letzten Jahren aus privatem Interesse in den Bereichen Naturschutz, Forstwirtschaft, Klimaschutz, Energiewende etc. weitergebildet habe, und ich hatte die Möglichkeit, dieses Wissen auch einmal in irgendeiner Weise beruflich nutzen zu können, schon lange im Hinterkopf.
Das naturwissenschaftlich-technische Umfeld hier finde ich reizvoll. Die ZAMG macht sehr viel mehr als Wettervorhersagen - nur ein paar Beispiele: Die Abteilung für Angewandte Geophysik kartiert im Boden verborgene archäologische Spuren ohne Grabung. - Es gibt eine Stelle für historische Erdbebenforschung. - Es gibt ein Informationsportal zum Klimawandel.- In mehreren Citizen-Science-Projekten liefern Nicht-WissenschaftlerInnen Daten - das reicht vom 82jährigen Vorarlberger, der seit zwanzig Jahren mehrmals täglich das Wetter in seinem Tal durchgibt, bis zur Schulklasse, die Pflanzen, die sensibel auf Klimaveränderungen reagieren, regelmäßig photographiert.
Das Grüne Archiv habe ich mit Ende Jänner übergeben, in der Wienbibliothek werde ich noch bis ca. Mitte März sein. Ich bin jetzt über neun Jahre dort, und der Abschied fällt mir gar nicht leicht. Ich werde sogar schon sentimental, wenn ich die Essensmarkerl sehe... Und ich bedauere, nicht schon viel früher mit dem Paternoster gefahren zu sein! Meine Kündigung habe ich erst einmal eine Stunde lang angeschaut, bevor ich sie in die Kanzlei getragen habe.
Klarstellung
Zwei wichtige Anmerkungen zur Vorbeugung: 1. Ich kann nichts fürs Wetter - Beschwerden bitte an höhere Etagen! In den geheimen Standort der Wetterwunschabteilung wird man erst nach viiiielen Jahren eingeweiht. 2. Quaxi habe ich noch nicht gesehen, der ist noch in Winterstarre. (Auch auf die Gefahr hin, Illusionen zu zerstören, erlaube ich mir die Anmerkung, dass es sich vermutlich schon um Quaxis Urururenkel handelt).
Aufgaben
Für die besonders Interessierten meine künftigen Aufgaben laut der Stellenausschreibung: Erfassung von Daten und Datenbeständen an der ZAMG und zuliefernden Organisationen; Entwicklung von Metadatenstandards; Entwicklung von Datenstrategien; Entwicklung von Datenmanagementplänen; Mitarbeit bei der Inbetriebnahme und dem Monitoring von Datenportalen; Mitarbeit bei der Entwicklung von Lizenzen und Routinen; Mitarbeit bei der Entwicklung von Schnittstellen; Diskussion und Strategien zu den Themen: OGD, OD, PSI, INSPIRE, IWG...; Community Building; Dokumentation, Benutzerberatung, Troubleshooting. - Ich bin fürs erste im Rahmen des FFG-Projekts "Data Market Austria" angestellt. Vielleicht klingt es auf den ersten Blick nicht so, aber ich finde, das ist ein ur-bibliothekarischer Job :-) Ich habe aber trotzdem jetzt einen zweiten Twitter-Account unter dem Namen "metadata mistress" angelegt (gute Idee, Wolfgang!), der sich auf Datenmanagement, Wetter, Erdbeobachtung, Verwaltungsdaten, Open Data etc. fokussiert. Handle ist metadatamrs.
Wetterwitze
Wenn man bei einem Wetterdienst zu arbeiten beginnt, sind die Witze jedenfalls nicht weit. Mein bisheriger Favorit ist der Schüttelreim "Auf Wetterdaten / tät er warten". Auf den Plätzen landeten "In Deiner Branche bist Du ja den Umgang mit Unsicherheit gewöhnt" (pfff!) und der Vorschlag, die Ordner mit "Schnee von gestern" zu beschriften.
Im Blog "MusErMeKu. Museum – Erinnerung – Medien – Kultur" ist am 8. Februar 2017 ein sehr interessantes Interview zum Thema Bildrechte und Museen erschienen. Angelika Schoder hat für den Beitrag "Wenn Bildrechte Museen in den Wahnsinn treiben" mit Roland Nachtigäller, dem Direktor des Museums Marta Herford, gesprochen. Nachtigäller schildert den Aufwand, den seine MitarbeiterInnen und er damit haben, mit den Verwertungsgesellschaften alles rechtlich sauber abzuklären, z.B. bei der Dokumentation der Ausstellungen auf der Website oder bei kleinen Änderungen am Format in einem Ausstellungskatalog etc. etc., und dann kommt der schöne Satz:
Ungeachtet all dessen läuft parallel daneben her eine fortwährende Urheberrechtsverletzung durch die "normalen" Kunstinteressierten, indem sie Werke fotografieren, teilen, auf Plattformen hochladen, kommentieren, collagieren oder individuell verändern etc. Diese "Anarchie der Rezipientenpraxis" hat auch etwas Hoffnungsvolles, denn die Flut ist schon längst nicht mehr einzudämmen und wird es auch hoffentlich nie sein.
Toilettenschüssel "Vindobona" im Wiener Sanitärmuseum (wo ich für einen Beitrag in den AKMB-News problemlos photographieren durfte). Photo: Monika Bargmann, Flickr, CC-BY-SA
Ich selber ärgere mich in Museen dann, wenn Photographieren von eindeutig urheberrechtsfreien Werken ohne Blitz verboten ist, aber keine einfache Möglichkeit geboten wird, z.B. eine Postkarte, ein Photo oder einen Ausdruck davon zu erwerben. Mancherorts wird ja eine kostenpflichtige Lizenz zum Photographieren angeboten, wie ich im Urlaub in Görlitz gesehen habe - das finde ich auch ok, so dicke haben es ja die meisten Museen oder Kirchen nicht.
lokalkompass.de berichtet darüber, dass der Leiter der Halterner Stadtbücherei, Bernhard Köster, in den Ruhestand geht (Artikel ohne Datum, Hinweis von Google Alert). Zum Thema Berufsbild findet Köster dabei folgende Worte:
Legen Sie die Bibel einem Theologen, einem Philologen, einem Historiker und einem Bibliothekar vor. Der Theologe sucht in dem Buch die göttliche Wahrheit, der Philologe untersucht die Sprache und den literarischen Gehalt und der Historiker sucht nach geschichtlichen Wahrheiten. Der Bibliothekar aber untersucht Merkmale wie Papier, Druck, Handschrift, und Illustrationen. Das ist eine Wissenschaft für sich.
Jo Henry, Joe Eshleman, and Richard Moniz "are in the process of writing a book for ALA Editions that will explore a variety of concerns regarding civility and professionalism (or lack thereof) in the library workplace". They "would like your help assessing the needs and concerns of librarians in this regard. The survey will only take a few minutes to complete". Link to survey.
//We're looking for scholars to write reviews (1000(+/-) words) of books and films for publication in Feminist collections: A quarterly of women's studies resources. Feminist collections is a resource review journal published by the Office of the Gender & Women's Studies Librarian for the University of Wisconsin System. It features book, film, and other reviews written primarily by faculty, graduate students, librarians, and others in the field of gender & women's studies.
Our reviewers, who are not paid for their contributions, are individually selected based on such factors as area of specialty and academic background, demonstrated interest in a particular topic, and quality of previous writing. Prospective reviewers often supply us with a CV. We are most likely to select reviewers who have background/expertise related to the topics of the resources being reviewed, and who have thoroughly familiarized themselves with our journal.
Back issues of Feminist Collections are archived and free to browse at https://minds.wisconsin.edu/handle/1793/254.
All reviews are edited before publication, but reviewers have the opportunity to approve editing and make final changes. Book reviewers in most cases may keep the books reviewed. All reviewers receive two copies of the printed issue in which their review appears. Reviewers must assign copyright to us, but may freely use their own contributions elsewhere after publication in FC.
Please see the attached list of titles currently in hand in our office. Email JoAnne Lehman, senior editor (joanne.lehman@wisc.edu), about your interest and availability, listing the specific title(s) you would like to review and supplying information about your qualifications for reviewing in this area.//
Source: eMail by Karla J. Strand to feminist task force list. Can't publish the list here, so please ask the senior editor or subscribe to the list and read yourself ;-)
Die neue Ausgabe der "Büchereiperspektiven", diesmal mit dem Schwerpunkt "Ausgezeichnet! Neue österreichische Literatur", ist erschienen. Mit dabei wieder meine Kolumne "Die Bibliothek vor ... Jahren" - diesmal zum Thema Bildschirmtext. Ein Thema, das ich gerne in einem längeren Artikel aufarbeiten würde, vor allem als Vergleich der Erwartungen an das neue Medium Bildschirmtext und das neue Medium Internet/Web.
//Das Programm des 1. Informationskompetenz-Tags von 16. bis 17. 2. 2017 in Innsbruck ist nun auf der Tagungswebsite https://www.uibk.ac.at/ulb/informationskompetenz/ veröffentlicht. Wir freuen uns auf interessante Beiträge und Diskussionen.
Der Informationskompetenz-Tag wird von der Kommission Informationskompetenz der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie der Kommission Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare veranstaltet. Er bietet Expertinnen und Experten aus Bibliotheken eine Plattform, um neue, innovative und kontroverse Ideen, Aktivitäten und Projekte zur Förderung von Informationskompetenz zu präsentieren und zu diskutieren.
Die Tagung möchte den Austausch fördern und besteht neben Keynotes und Vorträgen vor allem aus Workshops und einer Unkonferenz. In der Unkonferenz können Sie sich noch über weitere Themen austauschen: Sie können Ideen und Inhalte einbringen, die Sie interessant finden und teilen möchten, aber auch Inhalte vorschlagen, für die Sie Hilfe bei der Umsetzung brauchen bzw. für die Sie eine Lösung suchen. Die Teilnehmenden entscheiden dann vor Ort, welche Sessions sie besuchen.//
Quelle: Mail von Michaela Zemanek und Fabian Franke an voeb-l
Auf der Seite beichthaus.com kann man "Sünden" beichten und die anderer lesen und kommentieren. Da gibt es tatsächlich auch Erlebnisse in Bibliotheken, wie in dieser Beichte, die wie einem Roman entsprungen wirkt:
"Heute ist was ganz Cooles passiert - ich habe mich etwas mit unserer Bibliothekarin unterhalten und danach ging es in der Toilette direkt weiter und das alles noch obwohl ich eine Freundin hab".
"Menschen, die TV-Serien schauen, haben Smalltalk-Munition. Romanleser nicht. Warum man sich mit einem Buch sehr einsam fühlen kann", beschreibt Hannes Vollmuth in der "Süddeutschen" vom 21. Juli 2016.
Vorbemerkung: gerade in Blogger bei den Entwürfen gefunden - die Angabe "vor ein paar Tagen" sollte also "vor zweieinhalb Jahren" heißen ;-) Ist aber immer noch aktuell.
Vor ein paar Tagen hatten wir unser zwanzigjähriges Maturajubiläum und besuchten unser altes Gymnasium, das sich baulich in der Zwischenzeit doch ziemlich verbessert hat. Dabei hatte ich mit einer Schulfreundin eine Meinungsverschiedenheit (in den Medien wird mit dem Begriff meistens der Ausgangspunkt für eine Wirtshausschlägerei bezeichnet, aber ich meine tatsächlich einfach die sachliche Feststellung, unterschiedlicher Meinung zu sein).
Ich hab eigentlich nichts gegen Sponsoring. Ich finde es gut, wenn Unternehmen etwas für die Gesellschaft tun. Ich habe zum Beispiel überhaupt nichts dagegen, dass die "Stopp! Falsch"-Schilder auf den Autobahnauffahrten hinten Werbung drauf haben. Ich verspüre aber ein gewisses Unbehagen, wenn sich eine Schule mit einem sportwissenschaftlichen Zweig eine Sporteinrichtung nur dank privater Sponsoren finanzieren kann (allerdings dürfte das eh ein "Luxusproblem" sein, wenn man liest, dass sich in manchen Schulen die SchülerInnen das Klopapier selber mitbringen müssen). Und mir gefällt nicht, wenn außen das Logo des Hauptsponsors größer ist als der Name der Schule. Was meint Ihr?
Am 16. November feiern wir "10 Jahre Wienbibliothek" (plus die 150 Jahre Stadtbibliothek bzw. Stadt- und Landesbibliothek davor) ;-) ich bin seit Februar 2008 dabei.
"Wunschtraum aller Bibliotheken. Das Dorado aller Materialsuchenden". (Hans Weigel)
2006 feierte die Wienbibliothek im Rathaus ihr 150-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das gleichzeitig zum Startschuss einer ganzen Reihe von Innovationen werden sollte. Mit einem Buch bietet die Wienbibliothek einen Einblick in die zahlreichen Projekte und Neuerungen der vergangenen 10 Jahre: den Bau und Bezug neuer Depots ebenso wie den Aufbau der digitalen Sammlungen und das Schaffen eines Online-Wien-Lexikons in Form des Wien Geschichte Wikis. Mehr als 40 Buchpublikationen brachte die Bibliothek heraus, rund 470 Veranstaltungen und 53 Ausstellungen zogen ein breites Publikum ins Rathaus.
Im Mittelpunkt aber steht, was die Wienbibliothek zum "Dorado aller Materialsuchenden" macht: die Sammlung, die mit spannenden, kostbaren und überraschenden Erwerbungen so vielfältig erweitert werden konnte und eine Fülle von Forschungsfeldern an der Wienbibliothek ermöglicht, aber auch allen Wienerinnen und Wienern Stolz auf ihr "kulturelles Gedächtnis" und Freude an diesem "Goldland" vermitteln soll.
Ort und Zeit
16. November 2016, 19 Uhr
Lesesaal der Wienbibliothek
Rathaus, Eingang Felderstraße, Stiege 6, 1. Stock, 1010 Wien
Programm
Begrüßung: Andreas Mailath-Pokorny, Amtsführender Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport
Zum Jubiläumsband: Sylvia Mattl-Wurm, Direktorin der Wienbibliothek im Rathaus
Von außen gesehen: Ulrich Hagenah, Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg
Meine zweite Kolumne in den Büchereiperspektiven zum Thema "Die Bibliothek vor ... Jahren" - dieses Mal geht es um Er-/Beleuchtung ;-)
5. Juli 1916
Liebes Tagebuch, heute war ein aufregender Tag in der Bibliothek. Wir haben in allen Arbeitsräumen und im Lesesaal elektrisches Licht bekommen, sogar im Magazin! Unsere Kollegen, vor allem die Herren Professoren, haben ja schon oft die mangelnde Helligkeit beklagt. Die Petroleumlampen in unseren Bureaus, die mir immer schon ungeheuerlich vorkamen, waren bei den vielen Büchern einfach zu gefährlich. Kollegen aus anderen Bibliotheken, die mit der Gasbeleuchtung Erfahrung gewonnen haben, äußerten sich dahingehend, dass sie die Luft verderbe. Einige unserer Custoden sind geradezu enerviert – sie fürchten, dass durch die neue Beleuchtung unsere Betriebszeiten stark erweitert werden, wir aber nicht mehr Personal bekommen. Ich bin aber froh, dass unsere Vorgesetzten diesen Schritt in die Zukunft gewagt haben.
2. September 1966
Liebes Tagebuch, heute habe ich wieder meine alte Bibliothek besucht. Ich bin ja schon seit ein paar Jahren in Pension, aber ich schaue immer noch gerne vorbei und fachsimple ein bisschen mit den Jungen. Heute habe ich deutlich gemerkt, dass ich doch schon vom alten Schlag bin. Im Lesesaal gibt es nämlich etwas Neues: Leuchtstoffröhren. Meine Kollegen sind ganz begeistert, sie seien so modern und ein schlichter Kontrapunkt zur üppigen Einrichtung, aber ich finde die neue Beleuchtung mit einem Wort: scheußlich. Der historische Raum wird in seiner Wirkung auf die Menschen ganz verdorben.
Liebes Tagebuch, was die Medizin doch für Fortschritte macht. Dass ich mit 150 Jahren noch die Geschehnisse in meinem Alltag aufzeichnen kann, hätte ich mir in meiner Jugend nie träumen lassen. Und schon gar nicht, dass ich dazu nicht Tinte und Papier brauche, sondern einfach einer kleinen Brosche an meinem Kragen diktiere... Die automatische Textanalyse hat ergeben, dass ich schon mehrmals über die Lichtverhältnisse in meiner Bibliothek geschrieben habe. So will ich es auch heute halten: Unsere Regierung hat mit den SomniluxianerInnen eine interstellare Vereinbarung getroffen. Diese haben kürzlich bei der Erdregierung um dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung angesucht. Sie schlafen 18 Stunden pro Tag und geben dabei Licht ab. Deswegen wurden ihnen Quartiere in allen öffentlichen Gebäuden angewiesen. Wie nannte man das in den 2010er Jahren? "Win-Win-Situation". Wenn im Lesesaal diese flauschigen Wesen herumschweben, ist das durchaus gewöhnungsbedürftig, das muss ich ehrlich zugeben. Die Frequenz des Lichtes ist aber äußerst angenehm und konzentrationsfördernd.
Ich konnte kein Buch sehen, ohne mich dessen zu bemächtigen. Mein Geburtstag erschien mir fade, wenn er mir keine Bücher brachte. Hatte ich die erhalten, so saß ich den ganzen Tag und las und vergaß die wirkliche Welt über die der Phantasie. Meine Leidenschaft für das Lesen verleitete mich sogar, heimlich Bücher aus der Bibliothek meiner Mutter zu nehmen. Glücklicherweise fand ich nur solche, die mir nicht schaden konnten, aber die Tatsache beunruhigte mein Gewissen sehr, und ich beschloß, ernstlich gegen die Versuchung anzukämpfen. Doch trug die Leidenschaft noch öfter den Sieg davon in diesem Kampf. Endlich blieb ich Siegerin. Es war mein erstes Begegnen mit der Schlange, meine erste Handlung als Tochter Evas; aber es war auch mein erster ernster Sieg.
Übrigens ein wirklich tolles Buch, in dem Mädchen- und Frauenbildung, Selbständigkeit von Frauen, die Revolution von 1848, Kirchen- und Religionskritik, familiäre Zwänge, Geschlechterverhältnisse, tief empfundene Liebe und vieles mehr eine Rolle spielen.
(*) Ich kann mir diesen Namen einfach nicht und nicht merken - einmal sag ich Mathilde, einmal Malwine ;-)
Die Kommission Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare und die Kommission Informationskompetenz der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare laden ein zum 1. Informationskompetenz-Tag Deutschland/Österreich am 16. und 17. Februar 2017 in Innsbruck an der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
Der Informationskompetenz-Tag bietet Expertinnen und Experten aus Bibliotheken eine Plattform, um neue, innovative und kontroverse Ideen, Aktivitäten und Projekte zur Förderung von Informationskompetenz zu präsentieren und zu diskutieren. Mögliche Themen sind z. B. der Einsatz von E-Learning, Assessment-Verfahren, innovative didaktische Methoden oder organisatorische und konzeptionelle Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt steht der Austausch, daher besteht die Tagung neben Keynotes und Vorträgen vor allem aus Workshops und einer Unkonferenz. Wir freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme - bitte merken Sie den Termin vor. Die Website des Informationskompetenz-Tags finden Sie hier: www.uibk.ac.at/ulb/informationskompetenz.
Die Kommissionen bitten um Einreichungen für Workshops oder Vorträge.
Workshops: In Workshops werden in 90 oder 180 Minuten aktuelle Themen in kleineren Gruppen diskutiert und vertieft bearbeitet. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag mit Titel des Workshops, Name und Kurzbiografie der Moderatorinnen bzw. Moderatoren und Abstract (max. 2.000 Zeichen) bis zum 09.11.2016 an Informationskompetenz-ULB@uibk.ac.at. Bitte geben Sie zusätzlich Zielgruppe, Zeitbedarf, Gruppengröße und die benötigte technische Ausstattung an.
Vorträge: Vorträge stellen aktuelle Themen in 20 Minuten kurz vor. Daran schließt sich eine Diskussionsrunde an. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag mit Titel des Vortrags, Namen und Kurzbiographie des/der Vortragenden und Abstract (max. 2.000 Zeichen) bis zum 09.11.2016 an Informationskompetenz-ULB@uibk.ac.at.
Unkonferenz: Bitte bereiten Sie Themenvorschläge für eine Session vor. Sie können zu Themen, die Sie interessieren, Informationen anbieten, oder Inhalte vorschlagen, für die Sie Hilfe bei der Umsetzung bzw. eine Lösung suchen. Die Teilnehmenden entscheiden, welche Sessions sie besuchen. Für weitere Auskünfte können Sie sich gerne an Michaela Zemanek oder Fabian Franke wenden: Informationskompetenz-ULB@uibk.ac.at.
Was für ein tolles Werk! Ein Glück, dass ich gerade Twitter aufgedreht hatte, sonst wäre meine Wunschliste um ein Buch ärmer! Die englischsprachige Wikipedia schreibt dazu:
The Dictionary of Imaginary Places (1980, 1987, 1999) is a book written by Alberto Manguel and Gianni Guadalupi. It takes the form of a catalogue of fantasy lands, islands, cities, and other locations from world literature—"a Baedecker or traveller's guide...a nineteenth-century gazetteer" for mental travelling.
Und was ich bei der Suche nach dem Buch auch gleich entdeckt habe: "The Book of Legendary Lands" von Umberto Eco. Aus der Beschreibung:
A fascinating illustrated tour of the fabled places in literature and folklore that have awed, troubled, and eluded us through the ages. From the epic poets of antiquity to contemporary writers of science fiction, from the authors of the Holy Scriptures to modern raconteurs of fairy tales, writers and storytellers through the ages have invented imaginary and mythical lands, projecting onto them all of our human dreams, ideals, and fear.
Und dann fehlt noch der "Micro nations"-Führer von Lonely Planet:
a fully illustrated, humorous mock-guidebook to the nations people create in their own backyards ;-)
Vor kurzem habe ich den britischen Autor Robert Barnard für mich entdeckt. Ich lese ja sehr gerne Krimis, vor allem wenn sie mit Bibliotheks- oder Verlagswesen zu tun haben. Und so bin ich irgendwie über das Buch "Death in purple prose" (in der US-Ausgabe, die ich gelesen habe, "The cherry blossom corpse" benannt) aus dem Jahr 1987 gestolpert. Dieser Roman spielt auf einer Konferenz von LiebesromanschreiberInnen in Norwegen und ist sehr treffend in seiner Darstellung der Szene und unglaublich pointiert und auf seine Weise amüsant.
Als zweites Buch mit Literaturbezug habe ich "The missing Brontë" (1983) gelesen. Hier lernen der Ermittler, Superintendent Perry Trethowan, und seine Frau Jan zufällig in einem Pub eine ältere Dame kennen, die ihnen erzählt, dass sie im Nachlass einer Freundin ein Manuskript gefunden hat, das ein unbekanntes Werk einer Brontë-Schwester sein könnte. Mehr verrate ich dazu nicht. Nur so viel: Es kommen auch einige BibliothekarInnen und HandschriftensammlerInnen vor, und da möchte ich einige Zitate bringen:
"The librarian here's nothing but a sexy dwarf. He's only interested in grabbing his girls behind the desk. He wouldn't know a Brontë manuscript from a ship's log".
"The young ladies [in der Bibliothek] were rather drear pieces of respectability".
"Tetterfield. A stark raving librarian in a profession that tends towards the drab".
Im Moment lese ich schon das vierte Buch in Folge. Der "Guardian" schreibt in seinem Nachruf auf Barnard vom 25. September 2013: "He regularly described his detective stories as 'deliberately old-fashioned' yet they were often vehicles for sharp social satire, resulting in high social comedy. Among his favourite targets were the church, television soap operas, the class system, academic rivalries and politics and politicians". Außerdem gibt es immer wieder Formulierungen, die ich mir unbedingt merken möchte ;-)
Guten Abend, es ist der 4. April 2116, und hier spricht Robo-Mod BibX6FY, Ihre automatische Moderatorin am Spartensender "Bibliotheken einst und jetzt". Wie immer werden unsere Sendungen direkt in Ihren Gehirnchip übertragen - danke, dass Sie an uns denken! Heute beschäftigen wir uns mit dem Bibliothekspersonal - Sie sich vorstellen, dass es eine Zeit gab, in der der bibliothekarische Beruf Frauen nicht offenstand? Ja, Sie haben richtig gehört.
Fragen wir doch jemanden, der es genau wissen muss. Wir sind über unsere Zeitleitung direkt mit Bibliotheksdirektor Hans Müller im Jahr 1916 verbunden.
BibX6FY: Herr Müller, gehen wir in medias res: Wie hoch ist denn der Anteil an Bibliotheksdirektorinnen in Ihrer Zeit? Müller (lacht): Direktorinnen? So weit wollen wir doch nicht gehen. Es gibt in den Bibliotheken aber eine Fülle von Arbeit, für die das weibliche Personal sich gut eignet: bei den Zugangsverzeichnissen, im Signierdienst, in der Ausgabe, beim Kollationieren antiquarischer Erwerbungen, beim Verzetteln etwa deutscher, englischer Schriften, überall ist es unter einigermaßen verständiger Leitung gut verwendbar. B1126FY: Ich verstehe nicht ganz — Sie unterscheiden bei der Postenvergabe nach Geschlecht? Müller: Natürlich! Was denken Sie denn? Ich möchte besonders die Verwendbarkeit da Frauen für den mittleren Dienst hervorheben und zugleich betonen, dass Damen auch in pekuniärer Beziehung viel leichter zufrieden gestellt werden können als männliche Arbeitskräfte; desgleichen sind ihre Kenntnisse auf dem Gebiete der modernen Sprachen und Literatur wie auch ihr Taktgefühl im Verkehr mit dem Publikum ein nicht geringer Vorzug. Gerade für den Dienst an den kleineren Bibliotheken mit beschränkter Selbstständiglceit sind in erster Linie Frauen berufen, die ihre Lebensarbeit ausschließlich dem bibliothekarischen Berufe widmen und nicht allzu hohe Gehaltsansprüche stellen. BibX6FY: Und die Frauen des 20. Jahrhun-derts beschweren sich nicht über diese Ungleichbehandlung?
Müller: Wenn Sie so fragen — die armen Damen klagen Stein und Bein über die jämmerliche Besoldung. BibX6FY: Sie lobten den Umgang mit den Benutzerinnen und Benutzern... Müller: Der Verkehr mit den entleihenden Studenten ist entfernt von etwa zu vermutenden Auswüchsen galanter Art.
BibX6FY: Herr Direldor, herzlichen Dank für diese Einblicke in die Vergangenheit, die uns nachdenklich zurücklassen.
Anmerkung: Die Antworten basieren auf Zitaten verschiedener Autoren aus der deutschen Bibliothekszeitschrift "Centralblatt für Bibliothekswesen" um 1900.
Das Themenheft "Gender & Diversity" ist als Ausgabe 2 (2016) der VÖB-Mitteilungen erschienen. Hier mein Editorial mit einer Übersicht über alle Beiträge.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
"[u]m Inklusion zu fördern und Diskriminierung zu beseitigen, setzen sich Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte dafür ein, dass das Recht auf Zugang zu Informationen nicht verweigert wird und dass identische Dienstleistungen für jeden zugänglich sind – unabhängig von Alter, Staatsangehörigkeit, politischer Überzeugung, körperlichem oder geistigem Vermögen, Geschlechtsidentität, Kulturzugehörigkeit, Bildung, Einkommen, Einwanderungs- oder Asylantragsstatus, Familienstand, Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Orientierung. Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte respektieren die sprachlichen Minderheiten eines Landes und ihr Recht auf Zugang zu Informationen in der eigenen Sprache. […] Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte lehnen Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von Alter, Staatsangehörigkeit, politischer Überzeugung, physischem oder geistigem Vermögen, Geschlecht, Familienstand, Herkunft,
ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Orientierung ab".
Margit Hauser und Marius Zierold stellen den "Meta-Katalog des I.D.A.-Dachverbandes" vor. Diese neue zentrale Datenbank auf Basis von VuFind ermöglicht einen Einblick in die Bestände von dreißig FrauenLesben-Informationseinrichtungen im deutschen Sprachraum.
Katelyn Browne präsentiert das "Women of library history project", in dem die Feminist Task Force der American Library Association bedeutende, berühmte und zu Unrecht vergessene Bibliotheksmitarbeiterinnen ins Rampenlicht rückt.
Abgerundet wird der Schwerpunkt durch einen Bericht über die Präsentation von "biografiA: Lexikon österreichischer Frauen", der auch die Reden von Edith Stumpf-Fischer, Waltraud Heindl und Ilse Korotin über das Zustandekommen und die Bedeutung dieses Werkes für die feministische Geschichtsschreibung in Österreich beinhaltet.
Auch außerhalb des Themenschwerpunkts haben wir spannende Beiträge in diesem Heft: Johanna Felsner, David Fließer, Valentino Massoglio, Livia Neutsch und Anna Spitta berichten über eine Vorstudie zur "Erschließung der Exilbibliothek" von Charlotte und Karl Bühler, die 2014 an die Universität Wien kam.