Saturday, September 01, 2007

Vom Bibliothekar zum Digitalist?

Beim Korrekturlesen eines Artikels hat mir Word als Alternative zu "Digitalisaten" das schöne Wort "Digitalisten" vorgeschlagen. Digitalist - das wäre doch eine schöne Berufsbezeichnung für Bibliothekarinnen und Bibliothekare ;-)
Das mir bislang unbekannte Wort bringt es übrigens auf 697 Google-Treffer - dem ersten Eindruck nach werden damit hauptsächlich Personen bezeichnet, die von der Schallplatte zur CD oder von der Analogkamera zum digitalen Pendant gewechselt haben und sich damit in gewisser Weise des Verrats schuldig gemacht haben. "Analogisten" bringt es auf 42.900 Google-Treffer, dürfte aber auch ein reguläres finnisches Wort sein ("Ylimääräisten analogisten kaapelikanavien kohtalo?") - bei der Einschränkung auf deutsche Seiten waren es nur mehr 276.

Friday, August 31, 2007

Empfehlungen zum Blog Day

Heute ist der dritte Blog Day, an dem Bloggerinnen und Blogger ihrer Leserschaft fünf neue Weblogs empfehlen sollen (Hinweis aus davidrothman.net). Ich werde das kleine Wörtchen "neu" geflissentlich übersehen, aber gerne fünf Weblogs empfehlen:

  • Tales from the Liberry: "An employee of a small town 'liberry' chronicles his continuing quest to remain sane while still dealing with patrons who could star in a short-lived David Lynch television series". Ich lese immer wieder mit Erstaunen und Vergnügen von den Erlebnissen eines Bibliothekars in einer öffentlichen Bibliothek.
  • Miss Information: "the desperate life of a tormented library clerk". Die meisten Einträge tragen den Titel "Miss Information is annoyed about...", und ich vollziehe ihre Verärgerung immer wieder gerne nach.
  • OA librarian: "Open access resources by and for librarians". Das von Heather Morrison begründete und - in Kooperation mit Marcus Banks, Richard Baer, Anita Coleman, Dean Giustini, Lesley Perkins, Andrew Waller und Kumiko Vezina - geführte Weblog stellt OA-Zeitschriften, -Archive und -AktivistInnen im LIS-Bereich vor.
  • Library 2.0: An Academic's Perspective von Laura Cohen liefert mir immer wieder neue Anregungen für die Lehre.

  • Und jetzt hab ich doch noch ein (für mich) neues Weblog entdeckt, das sich interessant anlässt:
  • otherwise engaged: "Every blogger's guide to civic engagement. Every citizen's guide to blogging" von Alexandra Samuel.
  • Blog Day 2007

    Thursday, August 30, 2007

    Queer Fairy Fiction

    Steve Berman hat den Sammelband "So Fey. Queer Fairy Fiction" zusammengestellt, der soeben bei Haworth erschienen ist. Aus der Beschreibung: "The legends of Fairyland tell that one should never taste the food or sip the drink, or else risk being caught there forever. But the tempting morsels in So Fey: Queer Fairy Fiction are irresistible! Lambda Award-nominated editor Steve Berman brings together acclaimed fantasy writers with some of the brightest names in LGBT fiction to create tales that are moving and magical. These stories of romance and grief, adolescence and identity, struggle and hope will enchant readers who long for a fantastic escape —and a wonderful twist!". Erhältlich im Paperback um 19.95 USD, ISBN 978-1-56023-590-3.

    Wednesday, August 29, 2007

    EU-Informationsveranstaltung "Rechtsinformatik"

    Die regelmäßig stattfindende EU-Informationsveranstaltung "Rechtsinformatik" ist das nächste Mal für den 19. September 2007 vorgesehen: 9 bis 17 Uhr im Großen Vortragssaal des Neuen Amtsgebäudes, Minoritenplatz 9, 1014 Wien. Das detaillierte Programm wird nachgereicht. Teilnahme kostenlos und empfehlenswert. Es werden üblicherweise nicht nur Rechtsinformatik aus technischer Sicht, sondern auch Rechtsinformation und elektronische Verwaltung besprochen. - Hinweis aus RI-RS.

    Gunkls Tipps des Tages

    Der österreichische Kabarettist Günther Paal alias Gunkl veröffentlicht seit Jänner 2005 täglich einen "Tip des Tages". Beispiel vom 11. August 2007: "Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsphilologen, woran es liegen mag, daß es von 'Angst' sehr wohl eine, von 'Furcht' hingegen keine Mehrzahl gibt". Beispiel vom 23. Jänner 2005: "Widerlegen Sie in einigen Bänden ein Sprichwort Ihrer Wahl".

    Living and Learning - Live

    Hinweis von Fleet Goldenberg: "On June 21 2008 a new three-day convention event for educators and libraries titled 'Living and Learning – Live' will be premiering within Second Life. Living and Learning – Live is the first convention event designed to bring together the previously separate groups of educational institutions and information resource providers under one roof. It will provide dedicated exhibition halls and scheduled speaking sessions and training programs for both categories of professional to ensure relevancy of content whilst also offering a central communal area where the groups can mix together, network and share ideas". - Hinweis aus Second Life Educators und Alliance Second Life.

    Tuesday, August 28, 2007

    34 Tage, 33 Nächte

    Ich habe gerade das Buch "34 Tage 33 Nächte" von Andreas Altmann fertiggelesen. Darin beschreibt er einen Fußmarsch von Paris nach Berlin - ohne Geld, ohne Anhalterfahren, ohne Notfallkreditkarte. Er schildert anschaulich, wie das Beschaffen von Geld, Unterkunft, Essen die gesamte Kraft fordert und den gesamten Tag in Anspruch nimmt - auch wenn man als LeserIn weiß und auch wenn der Autor wusste, dass es für ihn nach einem Monat vorbei sein würde, für seine Zimmergenossen im Obdachlosenheim aber nicht, hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht. Würde ich einem Sandler einen Schlafplatz anbieten, würde ich einem "Zaungast" Essen und Dusche zur Verfügung stellen? Wie oft hab ich schon "nein" gesagt? Hm.
    Mehrmals werden im Buch auch Bücher und Bibliotheken erwähnt: "In der Bibliothèque nationale darf man kostenlos ins Internet. Die so freundlichen Luxemburger" (S. 93). - "Aus dem Radio kommt die beruhigende Nachricht, dass meine Regierung 1,6 Millarden Euro in den nun fertigen Rennsteigtunnel investiert hat. Gestern las ich in einer Zeitung, die aus einem Abfalleimer lugte, dass die Bundesrepublik Deutschland sich außerstande sieht, weiterhin vier indische, sprich indisch bezahlte Bibliothekarsstellen in den vier Goethe-Instituten auf dem Subkontinent zu finanzieren. Man bedenke: Für ein bisschen Gehalt würden sie vor Ort das Hohe Lied der deutschen Sprache singen. Sie singen es jetzt nicht. Wir gratulieren" (S. 188/189). - "Ich erfahre noch einen Nachteil der Armut: die häufige Abwesenheit von Geist. Geld kann unter Umständen dafür sorgen, dass die Wörter denken und leben aufeinander treffen. Via Reisen, via Bücher, via Lernen. Ohne Geld nicht" (S. 123).
    Übrigens: Auf der Website von Altmann werden nicht nur "Lobreden" auf seine Bücher, sondern auch "Verrisse" auf dieselben zitiert. Die FAZ hat wohl was gegen seine Bücher ;-) Das finde ich jedenfalls sehr nett und habe ich sonst noch nie auf einer Autorenwebpräsenz gesehen.

    Bä, Bücher

    Im Kurier vom 26. August stellt Maria Gurmann das österreichische Sängerinnen-Duo Luttenberger*Klug vor, und da gibt es folgende Passage: "Welche Bücher liest die ausgebildete Hip-Hop- und Showdancerin? Chrissi verzieht das Gesicht: 'Bücher, bä, na! Ich hab' zwar jetzt eines angefangen, aber es kostet mich Überwindung, da reinzuschauen'. Freundin und Kollegin Michelle nickt zustimmend. Ein Blick in ein paar Zeitschriften - das reicht". Und beim Wordrap zum Thema Sonntagslektüre heißt es noch: "Chrissi: Ich mag nicht lesen. Bücher, bä (sie windet sich). Michelle: Zeitung lese ich gern, keine Politik, nur Nachrichten. Bücher mag ich auch nicht". Seufz.

    Monday, August 27, 2007

    Emerald digitalisiert Zeitschriftenarchiv

    Emerald meldete am 21. August, dass die früheren Jahrgänge aller laufenden Zeitschriften digitalisiert werden sollen: "We will be digitizing our entire full-text article inventory and delivering the backfiles of all Emerald's live journals online in 2008. Emerald currently provides the full-text of its journals online from 1994 onwards (when we first started to capture content electronically). Through the digitization of the backfiles, all articles will be made available online from the very first volumes of the journals. This is a very large project and we are partnering with the British Library to scrupulously source and scan each article. We anticipate that we will be able to achieve virtually 100% coverage of full-text article content, adding over 50,000 articles to our existing database of 85,000 items".
    Dabei wird auch mit LOCKSS (Lots of Copies Keeps Stuff Safe) zusammengearbeitet: "Digital preservation of Emerald articles will be secured on behalf of librarians and the community at large in the event of a disaster. We are unable to guarantee perpetual access in hard copy".

    Star Trek Techno-Babble Generator

    Bob Yewchuk hat einen recht amüsanten "Star Trek Techno-Babble Generator" zusammengestellt. Zitat: "If we use the computer reserve beam to align it with the subspace transient grid, then..." Ich sag nur Subquanten-Transporter, hyperonische Strahlung, Quanten-Slipstream, elektroplasma-Verteilernetzwerk, Subraum-Emitterspule, trionischer Initiator und isomorphe Projektion... (mehr davon siehe Memory Alpha).
    Techno-Babble ist mit ein Grund, warum man Star Trek (vor allem Voyager, hab ich den Eindruck) auf Italienisch durchaus verstehen kann - ob "initiieren" oder "iniziare", ist nicht viel um ;-) Apropos: da fällt mir ja der "Heisenberg-Kompensator" ein.

    Wieder einmal...

    Ich denke, der Librarians in hard hats-Gruppe bei Flickr werden wir bald Photos hinzuzufügen haben. Bisher sind die Regale zwar immer in der Nacht zusammengebrochen, aber vielleicht zählen Baustellenhelme bald zu unserer Dienstkleidung. Mehr Photos.

    Nachmittagsbetreuung in der Schulbibliothek

    Bildungsministerin Claudia Schmied kündigt den Ausbau der Nachmittagsbetreuung in Schulen an: "Zusätzlich sollten alle Räumlichkeiten im Schulgebäude genützt werden: die Schulbibliothek, die EDV-Säle, die Turn-, Musiksäle", heißt es in einer Presseaussendung vom 25. August.

    Wednesday, August 22, 2007

    The library as shape...

    ...heißt ein Kapitel im Buch "The library at night" von Alberto Manguel, das ich gerade mit Genuss für eine Rezension in den AKMB-News lese. Daran musste ich beim folgenden Flickr-Fund denken: Das Bild stammt von kwikzilver recte Matthijs Broghgraef und zeigt die Openbare Bibliotheek in Amsterdam.

    Tuesday, August 21, 2007

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Maria Castriotta: "La normativa sulla certificazione". In: AIDAInformazioni 21 (2003) 2
  • Augusta Franco: "La certificazione professionale I&D in Europa". In: AIDAInformazioni 21 (2003) 2
  • Barbara I. Dewey / Loretta Parham (Hrsg.): Achieving Diversity: A How-To-Do-It Manual for Librarians. Neal-Shuman 2006 (Rezension "A Savvy Guide for Dealing With Diversity" von Gwen M. Gregory in: Information Today 24 (2007) 7, S. 48)
  • Lucia Maffei: "La certificazione della professione, il mercato che cambia, il compito delle associazioni". In: AIDAInformazioni 21 (2003) 2
  • Lucia Nardi: "Primi passi verso la certificazione dei professionisti degli archivi". In: AIDAInformazioni 21 (2003) 2
  • Monday, August 20, 2007

    Reisenotizen, 11. August 2007

    Neue Anzeige in der U-Bahn: "OBS! Korta tåg. Vänligen gå mot plattformens mitt". - Wir erklimmen den Turm des Stadhuset über 340 Stufen und sehen dabei einen Lift mit der Aufschrift "Archivhiss" (Archivlift) und dem Hinweis "ej för allmänheten" (nicht für die Allgemeinheit). Ich denke an Klaus Graf und Open Access. - Wir fahren mit der MS Agantyr nach Drottningholm (zurück wird es dann die MS Prins Carl Philip). - Die Führerin durch das Slottstheater werde ich so schnell nicht vergessen: Obwohl sie sicher schon sehr oft Gruppen durch das Theater geführt hat, und das in mehreren Sprachen, vermittelt sie Begeisterung und Enthusiasmus, als ob es das erste Mal wäre. Hier erfahren wir einige interessante Dinge: Der Architekt Carl Fredrik Adelcrantz entwarf das Theater auf Bitte von Königin Lovisa Ulrika, aber als es im Bau war, ging der Königsfamilie das Geld aus, und so musste der Architekt selbst einspringen. Deswegen wurde u.a. kaum der ursprünglich vorgesehene Marmor verwendet, sondern stattdessen eine Marmorillusion aufgemalt, die auch heute noch sehr überzeugend wirkt. - Ca. dreißig Personen arbeiten backstage (bzw. understage), es gibt richtigen Theaterdonner, Wellen- und Windmaschine. - Im Sommer wohnten die Theaterleute in Drottningholm, aber nur die wichtigsten SchauspielerInnen hatten eigene Räume, die Bühnenarbeiter mussten sogar unter der Bühne zwischen ihren Maschinen schlafen. Im benachbarten Schloss hätte es wohl genügend Platz gegeben, aber Königs- und Theaterblut verträgt sich dann halt doch nicht so gut. - Das Theater wurde dann 130 Jahre "vergessen", als Abstellraum und Lager für Getreide und Erdäpfel verwendet, bis es von Agne Beijer wiederentdeckt wurde. - Das Schloss selbst ist zwar außen ausgesprochen schön, aber die königliche Familie täte mir leid, wenn sie in den der Allgemeinheit zugänglichen Räumlichkeiten wohnen müsste: alles ohne offensichtliches System mit Riesenschinken in dicken Goldrahmen zugepflastert. Aber vielleicht haben Carl Gustav und Silvia in ihren Privatgemächern einfach auch Ikea-Regale. - In der Bibliothek von Drottningholm ist als Motto ein Satz von Ovid angebracht: "Artibus pectora mollescunt asperitasque fugit". Sehr schön. - Im Chinesischen Pavillon (Kina Slott) wurden eher die Sommer verbracht, und so ist in der dortigen Bibliothek hauptsächlich "leichtere" Literatur zu finden (zumindest in dem Teil, den man von der Absperrung aus erkennen kann), wie die "Petite bibliothèque du theatre (comédies)" und die "Epreuves du sentiment". Ich wäre selbst auch lieber im Pavillon als im eigentlichen Schloss. - Ich blättere in den Zeitschriften, die in unserem Hotelzimmer aufliegen. Das iForm-Magazin titelt: "Uppnå drömvikten på din cykel", und ich denke, aha, nach der Blutgruppen- und der Mondphasendiät kommt jetzt die Zyklusdiät, warum eigentlich nicht. Als ich den Artikel aufschlage, sehe ich, dass "cykel" das Fahrrad ist.

    consonant shortage

    In ihrem Weblog "Half of me" schreibt Pasta Queen über den Freundeskreis ihres Bruders: "So many of them are getting PhD's that I think there's going to be a consonant shortage".

    Reisenotizen, 10. August 2007

    Die bekannte Stockholmer Stadtbibliothek von Gunnar Asplund steht heute als erstes auf unserem Programm. Erfreulich, dass die Bibliothek in der U-Bahn-Station Rådmansgatan angeschrieben ist, schade, dass sie es in der Station Odenplan nicht ist. Ich erstehe eine Stofftasche und eine Broschüre. - Es regnet. Oberhalb der Bibliothek auf einem Hügel nahe dem Observatorium steht eine Statue eines Kentauren von Sigrid Fridman. - Unser erster Weg führt uns in das empfehlenswerte Aquaria Vattenmuseum, wo wir ein Regenwaldgewitter miterleben. - Wir besuchen das umfassende Freilichtmuseum Skansen. Hier gibt es unerwarteterweise keine Bibliothek. Beim Essen wundern wir uns über die grünen Häufchen neben den Tischen. Sieht aus wie frisch gemähtes Gras, denken wir. Erst als sich eine der frei herumlaufenden Enten nähert und etwas direkt neben uns fallen lässt, erkennen wir, dass es sich nicht um Gras handelt. Aargh. - Videoüberwachung in einem schwedischen Bauerndorf aus dem 18. Jahrhundert? Das wundert mich zunächst und ist allemal ein interessantes Photomotiv. Aber da entdecke ich, dass damit von der Talstation der Bergbahn aus das Ein- und Aussteigen in der unbesetzten Bergstation überwacht wird. Na gut. - Ein Teil von Skansen ist der beliebte Tierpark mit skandinavischen Tieren. Ein kleiner Bub sagt zu seinem Vater: "Der Elch ist ja eigentlich das wichtigste". Ich stimme zu und kaufe gleich eine Elch-Lebkuchenausstechform und zwei Elch-Kühlschrankmagnete. - Wir besuchen noch das Skansen-Akvariet: Dort gehen wir durch einen Käfig von Lemuren, die uns als Baumstämme betrachten, sobald wir eine Sekunde stehengeblieben sind. Aber immerhin kann ich nun sagen, dass im Urlaub Lemuren auf mir geturnt haben. Außerdem bewundern wir die Krokodile: Sie liegen regungslos herum und warten mit offenem Maul darauf, dass Futter reinkriecht. Beim Käfig hängt ein Schild: "Bitte nichts in den Krokodilkäfig werfen. Jemand muss es herausholen - möchtest Du derjenige sein?" - Wir nehmen erstmals das påtår-Angebot (Kaffee-Refill) in Anspruch, obwohl der Marco Polo-Reiseführer Schweden eindringlich davon abrät. Ist aber einwandfrei, offenschmecklich frisch gemacht. - In Skansen kann man gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Wir mussten mit einem halben Tag auskommen und sind nun rechtschaffen müde. - Das hindert uns nicht daran, noch auf einen Drink zu gehen und dabei zu Gesetzesübertretern zu werden: Bei der Zigarettenpause vor dem Lokal (drinnen geht ja nicht) kommt der Kellner hektisch angelaufen und nimmt uns die Gläser aus der Hand: Nach 22 Uhr dürfe man keinen Alkohol mehr auf der Straße trinken: "it's swedish law". Seltsam, dass wir gerade vorher am Medborgarplatsen vorbeigegangen sind, der voll mit Leuten war, die sicher nicht nur Mineralwasser getrunken haben, und seltsam, dass das "swedish law" nichts dagegen hat, dass hier mit voller Pulle die Musik aus der offenen Lokaltür durch die halbe Straße weht. Wieder etwas dazugelernt.

    Reisenotizen, 9. August 2007

    Djurholmen-Rundfahrt mit dem Schiff. - Besuch der Riddarholmskyrkan, wo nicht nur für Mitglieder des schwedischen Königshauses, sondern auch für internationale Staatsmänner Gedenktafeln angebracht wurden, unter anderem für unseren verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil. Beim Postkartenkauf wickeln wir unsere erste Transaktion vollständig auf Schwedisch ab: "hej" (hallo) und "tack" (danke). - Wir gehen bei der Reichstagsbibliothek und bei der öffentlichen Bibliothek am Tyska Stallplan vorbei, und das ungeplant. Hier begegnet man auf Schritt und Tritt Bibliotheken. - Wir wollen das Vasamuseum besichtigen, ein Museum, das rund um das 1628 gesunkene und 1961 geborgene Schiff errichtet wurde. Leider reicht die Schlange bis zur Straße, und wir müssen uns einstweilen mit dem Vasamuseets trädgård "begnügen". Nettes Erlebnis: In diesem Garten sitzt eine kleine braune Maus auf (!) einer Borretschpflanze und nagt fleißig am Grün. Als sie unser ansichtig wird, erleidet sie offensichtlich einen Schreck und fällt herunter, kann sich aber zuvor noch eine Zeitlang mit den Pfötchen an einem "Ast" festhalten. Wenig später erklimmt sie die - vor allem im Verhältnis zur Maus - beachtliche Pflanze erneut. Borretsch schmeckt anscheinend. - Statt Vasamuseet nun Fahrt zu Prins Eugens Waldemarsudde, wo ich im Shop das schöne Buch "Drottningarnas böcker. Samlingarna i Bernadotte-biblioteket" von Britt Dahlström erwerbe. Außerdem ein nettes Privatbibliothekszimmer. Wie ich mit Kennerinnenauge nach kürzester Zeit erkenne, sind die zahlreichen Biographien alphabetisch nach den Nachnamen der Biographierten geordnet ;-) Interessante Werbung in der U-Bahn für die Kungliga tekniska högskolan: "Kan man rädda liv med information?". - Essen in Norrmalm im Restaurant London: Fish&Chips, Mandarin-Chili-Cider und Mariestads (auf der Flasche stellt "gott öl har inte bråttom").

    Friday, August 17, 2007

    Reisenotizen, 8. August 2007

    Einchecken in Maude's Hotel. Wunderbar - gleich bei der U-Bahn-Station (eigentlich T-Bahn - Tunnelbana) Svedmyra, dennoch in ruhiger Lage, mit Terrasse, Supermarkt gleich daneben. Empfehlung. - Besuch bei "dem" Ikea in Kungens Kurva. Dort hängt ein großes Bild der Stockholmer Stadtbibliothek als Beispiel für schwedische Architektur (erst nach der Rückkehr sollte ich bemerken, dass dieses Bild auch beim schon so oft besuchten Ikea in der Shopping City hängt und es mir noch nie zuvor aufgefallen war, obwohl ich Bibliotheksbilder und -schilder normalerweise auf mehrere Kilometer Entfernung wittere). Wir speisen jedenfalls vergleichsweise preiswert um 49 SEK (ca. 5,40 €) für 15 köttbullar mit üblichem Zubehör, dryck und kaffé (beides påtår). Es gibt keinerlei lokale Anpassung - die Fleischbällchen schmecken haargenau so wie bei uns. Im ganzen Ikea kein einziger Stoffelch zu finden. Bemerkenswert ist, dass es ein Damen-, ein Herren- und ein Unisex-Klo gibt und dass auch die Herren im Logo mit Kind abgebildet sind. - Seevögel machen wirklich ein unglaubliches Geschrei. - Ersten schwedischen Satz gelernt: "Tänk på åvständet mellan vagn och plattform när du stiger av" (denk beim Aussteigen an den Abstand zwischen Waggon und Bahnsteig). - Besuch im Historiska museet, u.a. bei Wikingern. Besonders schöne Aufarbeitung der Frühgeschichte. - Abendspaziergang durch Södermalm: Slussen, Katarinahissen, Mosebacke Torg, Katarina Kyrka, Mäster Mikaels Gata, Fåfängan, zurück nach Slussen (Aussicht auf Meeresarm, Stockholms kleinster Park, gesprungene Kirchenglocke). - Möwen schreien auch polyphon, wir sind von hämischem Gelächter irritiert, bis wir entdecken, dass auch das Möwen sind.

    Thursday, August 16, 2007

    Alfred Ebenbauer verstorben

    In den Salzburger Nachrichten und im Standard vom 13. August habe ich gelesen, dass Alfred Ebenbauer, Altgermanist und früherer Rektor der Uni Wien, am 11. August unerwartet verstorben ist. Ich selbst habe bei ihm unter anderem die "Einführung in die ältere deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft" besucht und kann mich heute noch genau an seine Schilderung einer Parzival-Szene erinnern, die mich unglaublich fasziniert hat (habe hierorts 2005 darüber geschrieben).
    Nachruf des Germanistik-Instituts. Der Bezeichnung "begeisterten und begeisternden Lehrer" kann ich vollinhaltlich zustimmen. - Aus dem Partezettel: "Es wird auf Wunsch der Familie anstelle von Blumenspenden um einen Beitrag für das Alfred Ebenbauer-Stipendium zur Förderung der Austauschbeziehungen zwischen Israel und Österreich ersucht. (BA-CA, BLZ: 12000, Kto.-Nr. 290620500, Kennwort: Ebenbauer-Stipendium)".

    Reisenotizen, 7. August 2007

    Der Kaffeeautomat im Hotel zeigt sich unkooperativ, und so wird unser selbst zusammengestelltes Frühstück von einer wenig gesüßten, mit dem Milchpulver aus dem Flugzeug notdürftig erhellten Brühe begleitet. - Die Zeit in Helsinki ist viel zu kurz. - Wir essen bei Hesburger, einer finnischen Hamburgerkette mit, so weiß Wikipedia, 4500 Beschäftigten. Vor der Kassa die übliche Diskussion, wer bestellen muss - Tafeln sind nämlich nur auf Finnisch und Burger tragen keine internationalen Namen wie "Quarter Pounder". Als wir uns einigen und zur Kassa gehen, spricht uns der Mitarbeiter in einwandfreiem Deutsch ein. So was von peeeiiiinlich. - Letzter Besichtigung in Helsinki: der Wintergarten. Zum ersten Mal lerne ich die lateinischen Namen der Pflanzen zu schätzen. - Um 17 Uhr fährt unser Fähre nach Stockholm. Das Schiff Serenade ist wie ein kleines Dorf, mit 986 Kabinen für 2852 Passagiere! Der vorsorgliche Kauf von Travelgum (in Erinnerung an eine Fährenfahrt von Neapel nach Capri) stellt sich als unnötig heraus, das Schiff wackelt nicht, sondern vibriert gleichmäßig und schwach. - Der Sonnenuntergang auf offener See ist atemberaubend. - Gegen Mitternacht am Aussichtsdeck können wir endlich unsere dicken Pullover verwenden, die wir bisher unnötig mitgeschleppt haben. Wirklich gebraucht hätten wir sie aber nicht.

    Neuerwerbungen

    Antiquariat (in Amerika bestellt, in schwedischem Postsack geliefert)
  • Jonathan A. Lindsey / Ann E. Prentice: Professional ethics and librarians. Phoenix: Oryx Press 1985 (withdrawn from Denison Univ. Library)
  • John David Marshall (compiler): Of, by and for librarians. 2nd series. Hamden: Shoestring Press 1974 (Office of Public Libraries and Interlibrary Cooperation, St. Paul/Minnesota)
  • Dee Garrison: Apostles of culture. The public librarian and american society, 1876 - 1920. New York: Free press / London: Collier Macmillan 1979
  • Mary Ellen Soper / Larry N. Osborne / Douglas L. Zweizig / Ronald E. Powell: The librarian's thesaurus. A concise guide to library and information terms. Chicago / London: American library association 1990 (official discard, Sonoma County Library)
  • Johanna E. Tallmann: Check out a librarian. Metuchen / London: Scarecrow 1985 (Library development and services, St. Paul/Minnesota)
  • Martha J. Bailey: The special librarian as a supervisor or middle manager. 2nd ed. Washington: Special libraries association 1986 (withdrawn from Loyola University Medical Center Library)
  • Perry D. Morrison: The career of the academic librarian; a study of the social origins, educational attainments, vocational experience, and personality characteristics of a group of American academic librarians. 2nd printing. Chicago: American Library Association 1970 (discarded by Milwaukee School of Engineering Library)
  • David G. Hartwell / Glenn Grant: Northern suns. The new anthology of Canadian science fiction. New York: Tor 1999
  • To the stars. The autobiography of George Takei, Star Trek's Mr Zulu. New York: Archway 1995 (withdrawn, Harris County Public Library, Bear Creek Branch Library
  • Monday, August 13, 2007

    Reisenotizen, 6. August 2007

    Wir warten bei einer Straßenbahnstation in Helsinki auf die Straßenbahn, und ein Radfahrer bleibt stehen, um uns zu sagen, dass das hier die Endstation ist und wir um die Ecke gehen müssen. Wir sind fasziniert - das würde bei uns wohl kaum jemand machen. Da sehe ich eher die Schadenfreude, dass die blöden Touristen sich nicht auskennen ;-) - Besuch bei der Töölön Public Library. - Besuch in der Felsenkirche, einem der Haupttouristenziele Helsinkis, durch das viele Photographieren und hartnäckige Ignorieren des "siltence please"-Schildes kaum als sakraler Raum erkennbar. Als eine junge Frau auf einem Klavier Chopin zu spielen beginnt, wird es ruhig. - In der Helsinki Cathedral, dem strahlendweißen Gebäude am Senatsplatz, bilden Luther, Melanchthon, Agricola und die Kanzel ein Quadrat. - Die finnische Nationalbibliothek liegt gleich gegenüber (was man nur aus dem Stadtplan erfährt, das Gebäude ist nicht erkennbar beschriftet). Beim Eingangstor steht klein "University library". ??? Ach ja, laut Website: "Helsinki University Library is the national library of Finland". - In der bunten, lebendigen Markthalle am Hafen essen wir Kebab, aber das Brot ist nicht etwa der gewohnte Fladen, sondern krapfenartig. Eine Fantastilliarde Kalorien erzeugt eine gewisse Müdigkeit nach dem Essen. - Nach einer viel zu kurzen Ruhepause raffen wir uns auf, mit der Fähre zur Seefestung Suomenlinna / Sveaborg zu fahren. Wunderbar - hier möchte ich bleiben. Füße ins Meer und Gesicht in die Sonne halten, sanfte Brise spüren, durchatmen, Aussicht auf Segelboote genießen, darüber staunen, wieviele Mücken auf einen Kubikzentimeter Luft passen (glücklicherweise sind das wider Erwarten keine Gelsen). Die Bibliothek (für 900 EinwohnerInnen!!) auf Suomenlinna hat leider Sommerpause, sie wirbt aber schon bei der Anlegestelle mit kostenlosem Internetzugang. - In der Straßenbahn begegnet uns ein junger Asiate, auf dessen T-Shirt steht "just shy, not antisocial". - Der Mann mit Badehose ist wieder da. Er läuft wieder davon.

    Reisenotizen, 5. August 2007

    Beim Ankommen am Flughafen in Helsinki sehen wir als erstes ein Schild mit der Aufschrift "Ankomande bagage". Als gelernte Wienerin fragt man sich: "Woher wissen die das?". - Bei der Busfahrt in die Stadt passieren wir ein Bauhaus. Sieht genauso aus wie Stadtränder zuhause. - Dank der schwedischen Minderheit sind alle "öffentlichen" Schilder zweisprachig, und so können wir doch einigen der Aufschriften einen gewissen Sinn entnehmen. Der Finnischkurs ist mittlerweile doch über sechs Jahre her. - Im Hotel kommt uns aus dem Nachbarzimmer ein Mann in Badehose entgegen (vielleicht auf dem Weg zur obligaten Sauna im Keller). Ich senke höflich den Blick, er interpretiert das wohl falsch als peinlich berührt und läuft ins Zimmer zurück. - Auf einem Plakat sehe ich die rekordverdächtige URL www.harrypotterjafeeniksinkilta.com. - Im Zoo von Helsinki, sehr schön auf der Insel Korkeasaari gelegen, gibt es keinen einzigen Elch. - Ich habe den Eindruck, dass hier im öffentlichen Nahverkehr Frauen eher Straßenbahnen und Männer eher Busse lenken.

    Sunday, August 05, 2007

    Library mistress in Suomi und Sverige

    Ich melde mich für die nächste Woche ab und werde nach dem Urlaub mit vielen Photos finnischer und schwedischer Bibliotheken zurückkehren. Außerdem werde ich zwei Tiergärten (1, 2) besuchen und beim "richtigen" Ikea speisen, einen Ausflug nach Gripsholm machen und hoffentlich finnischen Tango hören, aber wahrscheinlich kein Internetcafé besuchen und daher auch nicht bloggen...
    P.S. Einbrecher (und -innen) aufgepasst: Meine Wohnung ist eine Festung und wird bewacht! Ich sag nur *zähnefletsch*. Und nein, meine Fluffy lässt sich nicht durch Flötenspiel einschläfern ;-)

    Thursday, August 02, 2007

    Old news

    Wieder ein Beitrag aus meinem zu durchforstenden Mail-Ordner "Blogstoff": Die Zeitschrift "Old news" bringt genau das, wonach es klingt: "4 - 6 articles on historical topics ranging in time from the fifth century B.C.to the 1920s" - Beiträge wie "Young Scholar Attempts to Decipher Hieroglyphs of Ancient Egypt" (1822) und "William of Orange Moves Against Scottish Rebels" (1692). Es werden aber anscheinend keine alten Artikel nachgedruckt, sondern neue Artikel über alte Ereignisse verfasst. - Die Zeitschrift mit der ISSN 1047-3068 wird von der Susquehanna Times & Magazine Inc. herausgegeben und erscheint seit 1989 zweimonatlich.

    Bibliothekspersonal im alten Rom

    Im Band "Das Bibliothekswesen im alten Rom" von Rudolf Fehrle, erschienen 1986 bei Ludwig Reichert, gibt es ein Kapitel über das Bibliothekspersonal. Zunächst werden einzelne Bibliothekare wie Gnaeus Pompeius Macer, Gaius Melissus und C. Julius Hyginus vorgestellt. Auf Seite 81 heißt es: "Allzu lukrativ scheint die Beschäftigung als Bibliotheksvorstand jedoch nicht gewesen zu sein. Daß Hygin - offenbar längere Zeit hindurch - materielle Zuwendungen von Clodius Licinius erhielt und sein Leben in Armut beschloß, wurde bereits erwähnt". Tja, wo sind die Licinii von heute?

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Edie Rasmussen / Y. Choi: "What do digital librarians do". In: Proceedings of the 6th ACM/IEEE-CS Joint Conference on Digital Libraries 2006. Chapel Hill: IEEE 2006, S. 187 - 188
  • Bruce Reid: "What do I do now: suggestions for the frustrated mid-career professional". In: Antennas and Propagation Magazine 47 (2005) 5, S. 159 - 163
  • Rudolf Fehrle: "Das Bibliothekspersonal". In: ders.: Das Bibliothekswesen im alten Rom. Voraussetzungen, Bedingungen, Anfänge. Wiesbaden: Ludwig Reichert-Verl. 1986, S. 71 - 88
  • Reading Harry Potter

    The Hennepin County Library of Minnesota published a wonderful set of photos picturing people reading Harry Potter & the deathly hallows. Library users are invited to submit photos.

    Wednesday, August 01, 2007

    Guide to Short Form Open Access Legal Publications

    Auf llrx.com ist am 27. Juli 2007 ein "Guide to Short Form Open Access Legal Publications" von Ken Strutin erschienen. Zitat: "Short form open access legal publications provide a forum for a wide range of scholarly and timely exchanges on new developments and issues". Strutin verweist auch auf den Artikel "Download It While Its Hot: Open Access and Legal Scholarship" von Lawrence B. Solum.

    Tuesday, July 31, 2007

    Librarian's guide to Anime & Manga

    I'm just going through an eMail folder called "Blogstuff" containing a lot of information I filed there because I wanted to blog it sometime, but so far I didn't. Now I'll try to catch up.
    Librarian Gilles Poitras has compiled a "Librarian's Guide to Anime and Manga".In nexgenlib from November 2004 (I definitely should go through this folder more often), Sarah Holm Norton wrote: "Gilles Poitras has written several definitive books about anime and manga, often speaks at anime cons, and gives talks to libraries about how to start collections for both children and adults". The guide was created in 1996 and last updated in April 2007. It contains information on terminology, recommends Books and Periodicals on Anime and Manga, advises on how to find reviews and deals with problematic content.

    Friday, July 27, 2007

    in allen Büchern, die jemals gewesen...

    Hab gerade eine alte Seminararbeit über die Rosenkreuzer wiedergefunden, die ich für das Fach Kulturgeschichte geschrieben habe, und dabei folgenden Textausschnitt gefunden: "Wäre es nicht ein köstlich Ding, wenn du in einem Buch so lesen könntest, daß du zugleich alles, was in allen Büchern, die jemals gewesen, noch sein oder kommen und veröffentlicht werden, zu finden gewesen, noch gefunden wird und jemals mag gefunden werden, lesen, verstehen und behalten möchtest?" (aus der Confessio Fraternitatis, zitiert nach Gerhard Wehr (Hrsg.): Die Bruderschaft der Rosenkreuzer. Esoterische Texte. München: Eugen Diederichs 51995)
    Nicht minder interessant ist ein Zitat Johann Valentin Andreaes: "Indes bin ich durch die Wissenschaft geschweift. Ich habe Juristerei und Medizin getrieben, mein Schifflein auf das hohe Meer der Geschichte gelenkt und sechs oder sieben Sprachen mir angeeignet. Wie viele Bibliotheken habe ich durchforscht... Nichts, was profane und geistliche Bildung bot, habe ich ungekostet gelassen und dazu mir auch Kenntnisse in der Musik und in den mechanischen Künsten erworben" - wenn das nicht nach Faust I klingt... (Brief an Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel, zitiert nach Gerhard Wehr: Christian Rosenkreuz. Urbild und Inspiration neuzeitlicher Esoterik. Freiburg: Aurum 1980)

    Star Trek XI?

    Angeblich ist schon fix, dass Leonard Nimoy in Star Trek XI mitspielt und dass Zachary Quinto der "neue Spock" ist. Mehr bei trekmovie.com, einer "news, rumours, info"-website.

    Marketing 2.0 für Medizinbibliotheken

    Die Ausgabe 7 (2007) 1 der Zeitschrift GMS Medizin - Bibliothek - Information hat den Schwerpunkt "Marketing 2.0 für Medizinbibliotheken". Alle Beiträge sind frei zugänglich. Enthalten u.a.:
  • Margrit Hartl / Bruno Bauer: Ein Weblog als Informations- und Kommunikationsinstrument an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien: 1 Jahr UBMUW-INFO
  • Barbara Braun / Volker Braun: Erfahrungsbericht über den Einsatz eines Weblogs in der Bibliothek der Medizinischen Fakultät Mannheim
  • Mark Buzinkay: Sichtbarkeit von Bibliotheken durch Non-Profit-Marketing
  • Oliver Obst: Marketing 2.0 für Medizinbibliotheken

  • Außerdem möchte ich auch gerne auf meinen eigenen Beitrag in dieser Ausgabe hinweisen: "Fearing the library dragon: Why librarians should approach users instead of waiting for them". Abstract: "The image of libraries and librarians in popular culture, press coverage and the public often does not live up to our expectations. Systematic management of public relations is expected to put things right. This article focuses on an important basis of reputation improvement: the interaction between academic librarians and students. It shows how the psychological phenomenon of library anxiety and the library profession’s image are interconnected and includes recommendations for approaching patrons and public instead of waiting for them. The paper expresses personal views".

    Deutsches Literaturabzeichen

    Das klingt nett: "Das Deutsche Sportabzeichen befindet sich weiterhin auf Rekordkurs. Rund 918.000 erfolgreich abgelegte Prüfungen im Jahr 2005 belegen, wie attraktiv der Sportorden für jedermann weiterhin ist. Aber welche vergleichbaren Wettbewerbe bietet da die Literatur?
    Lange fehlte ein Ehrenpreis für Autorinnen und Autoren, der alltägliche Ausdauer, Schnelligkeit und geistige Sprungkraft würdigte. Das ist anders, seit 2005 erstmals das Deutsche Literaturabzeichen (DLA) an der Bundesakademie verliehen wurde. Die DLA-Seminare dienen als Prototyp für Angebote, die mittelfristig die ganze Republik in einen gesunden Literatursportwahn treiben könnten. Wer also wagt das Freistil-Sonett in 90 Sekunden? Wer hat beim Kurzprosasprint die Nase vorn? Und welcher Truppe gebührt im Mannschaftszeitreimen oder beim Literaturkickern der dichte Lorbeer?
    Wie auch immer die Herausforderungen aussehen - dabei sein ist alles, auch wenn die Versfüße schmerzen. Wir laden Sie ein zu einem Trainingscamp für literarische Kleinformen, zu einem geistessportlichen Wettkampf, bei dem es nur Sieger geben kann. Wer wagt den Vergleich? Alle Altersklassen willkommen". Anmeldung. Hinweis aus dem Newsletter ":Kultursache" der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.

    Thursday, July 26, 2007

    louche, flamboyant, reckless

    Warum ich den Daily Telegraph immer wieder gerne lese und was für eine geniale Sprache Englisch ist, illustriert ein Nachruf auf Gottfried Graf Bismarck-Schönhausen, der mit folgendem Absatz beginnt: "Gottfried von Bismarck, who was found dead on Monday aged 44, was a louche German aristocrat with a multi-faceted history as a pleasure-seeking heroin addict, hell-raising alcoholic, flamboyant waster and a reckless and extravagant host of homosexual orgies". Das soll auf Deutsch mal einer nachmachen.

    Robert A. Heinlein: 100. Geburtstag

    Robert A. Heinlein hätte am 7. Juli seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu seinen berühmtesten Werken gehören Stranger in a strange land und The moon is a harsh mistress, die ihm zwei von seinen vier Hugos einbrachten. - Hinweis aus Arts & Letters Daily. - Siehe Artikel in Wallstreet journal, Reason online, Space review, Wired, FAZ und die Heinlein Centennial-Website.

    I am a librarian

    cindiann, a librarian and blogger from Kentucky, has a great set of pictures about "i am a librarian" at Flickr's: "What do you picture when someone tells you that they are a librarian? Look in here and you might be surprised at what you see".

    Wednesday, July 25, 2007

    "presiding over an orderly world"

    "Growing up, we kids were aware of how much of our lives was a performance for adults. In school, at church, in Scouts, adults were watching, cueing you, coaching, encouraging, commenting, but in the library, you didn't have to perform for the librarian. She simply presided over an orderly world in which you had the freedom of your own imagination. The silence was not repressive but liberating: to allow your imagination to play, uninhibited by others".
    Source: Garrison Keillor: "A trip to the library can restore your faith in democracy". In: Salt Lake Tribune, June 30, 2007

    Wissenschaftliche Produktwarnhinweise

  • ACHTUNG: Dieses Produkt krümmt Raum und Zeit in seiner Umgebung!
  • MIT VORSICHT BEHANDELN: In diesem Produkt bewegen sich kleinste elektrisch geladene Teilchen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 800 Millionen km/h!
  • WARNUNG: Dieses Produkt besteht zu 100% aus Materie. Im Falle des Kontaktes mit Antimaterie kommt es zu gefährlichen Explosionen!
  • ACHTUNG: Unabhängig von anderen Deklarationen der Inhaltsstoffe weisen wir darauf hin, dass dieses Produkt zu 99,99999999% aus leerem Raum besteht.
  • (von Susan Hewitt und Edward Subitzky, Übersetzung von Fritz Jörn, Quelle)

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Fran Stewart: Orange as Marmalade. 2. Aufl. Doggie in the Window Publications 2004 ("small town librarian Biscuit McKee finds a body in the library")
  • Adriana Ercolano: "'But it's not my job …': The role librarians play in library development". In: Bottom Line: Managing Library Finances 20 (2007) 2, S. 94 - 96
  • Fran Stewart: Yellow as legal pads. Doggie in the Window Publications 2004 ("Biscuit and Bob are enjoying their honeymoon at a small hotel near Savannah, until Margaret Casperson, a wealthy friend of theirs from Martinsville, falls against their door in the middle of the night. Why would anyone want to poison dear Margaret?")
  • Fran Stewart: Green as a Garden Hose. Doggie in the Window Publications 2005 ("Today started off in such an ordinary way. But now I, Bisque McKee, Martinsville's librarian, was clinging to a cliff, staring at Diane Marie Ames' body forty feet below me")
  • Fran Stewart: Blue as blue jeans. Doggie in the Window Publications 2005 ("Once again Biscuit McKee, the town librarian, struggles with the wide-ranging ripples that distrust spreads through a community")
  • Christoph Klinger: Die Spur im Morgenrot. novum 2005
  • Jane Walton: "Career Planning in the LIS Sector in the 21st Century". In. Journal of the Career Development Group 9 (2006) 1, S. 18
  • N.N.: "Allie Beth Martin, 1914-76". In: School Library Journal 22 (1976) 9, S. 11
  • Mary Ramsey: "Is the Law Library a Woman's World?". In: AALL Spectrum 10 (2006) 4, S. 16 - 36
  • Donald C. Boyd: "The Book Women of Kentucky: The WPA Pack Horse Library Project, 1936-1943". In: Libraries & the Cultural Record 42 (2007) 2, S. 111 - 128
  • Buffy the Vampire Slayer Sunnydale High Library Playset

    gerade bei Amazon entdeckt - eigentlich ein Pflichtkauf für meine Bibliotheken-in-der-phantastischen-Literatur-Sammlung! Schließlich ist Buffy-Schulbibliothekar Rupert Giles eine der Hauptfiguren der Serie, und noch dazu positiv besetzt! Siehe dazu "Rupert Giles and Search Tools for Wisdom in Buffy the Vampire Slayer" von GraceAnne A. DeCandido.

    Soziale Probleme? Nie gehört, bin Bibliothekar...

    "Pädagogen sind tatsächlich mehr als nur Wissensvermittler. Wer sich mit sozialen Problemen nicht abgeben will oder kann, soll Bibliothekar werden oder Gärtner", schreibt das Jugend-Magazin der Süddeutschen Zeitung, Jetzt, am 23. Juli 2007. Den Schreiberling würde man gerne mal für eine Woche in eine öffentliche Bibliothek in einer Großstadt setzen... -- Hinweis von Jürgen Plieninger in Netbib.

    12% der britischen Internetuser surfen in der öffentlichen Bibliothek

    "9% of Internet users access the Internet at an Internet café and 12% at a public library", fanden William H. Dutton and Ellen J. Helsper in ihrer OxIS-Studie "The Internet in Britain 2007" heraus.

    HP7, Teil 2

    Stand 1.51 Uhr: "habe fertig". Ein abgerundeter Schluss; mit einigen Vorahnungen hatte ich recht; "What will happen in Harry Potter 7" hatte auch mit vielem recht (z.B. was die Abkürzung R.A.B. bedeutet); mögliche Fortsetzungen bieten sich an ("Harry Potter TNG" oder so); zwei meiner Lieblingsfiguren sind gestorben, heroisch natürlich, aber trotzdem schade :-(

    Tuesday, July 24, 2007

    HP7

    Stand 23.07 Uhr: S. 437.

    Hochbegabung und Science Fiction

    Über den Hinweis meiner Diplomandin Sabine Laimer, die sich mit Bibliotheksarbeit für hochbegabte Kinder beschäftigt, bin ich auf folgende Master-Arbeit gestoßen: "Hochbegabung und Science-Fiction. Phantastische Zusammenhänge? von Matthias Giger, geschrieben als Abschlussarbeit für den Studiengang "Integrative Begabungs- und Begabtenförderung" der Fachhochschule Nordwestschweiz. - Giger untersucht unter anderem, "ob und in welcher Weise Hochbegabte und Hochbegabung Thema der Science-Fiction sind", und beschreibt zwölf der Science Fiction zurechenbare literarische Texte, die sich mit eben diesen Themen befassen, genauer, darunter "Die Insel der Mutanten" (Olaf Stapledon, 1935), "Slan" von A.E. van Vogt (1946), "Kinder der Sterne" (H. G. Wells, 1937) und Samuel R. Delanys "Babel-17" (1966).

    Monday, July 23, 2007

    Teuro-es Wasser

    Ich war zwar anfänglich kein Fan des Euro, habe ihn aber mittlerweile fast liebgewonnen (trägt wahrscheinlich mehr zur europäischen Integration bei als viele politische Programme) und will keineswegs in das Euro-Teuro-Bashing einstimmen, aber es gibt etwas, was sich zu Schillingzeiten niemand leisten konnte: nämlich, wie ich vor kurzem in einer Wiener Pizzeria gesehen habe, einen Viertelliter Mineralwasser um 2,60 € anzubieten. Das muss man dann doch noch umrechnen: das sind rund 35,70 Schilling, was den unpackbaren Literpreis von 142,80 Schilling ergibt. Das ist - bei allem Verständnis für Steuern und steigende Lohnkosten in der Gastronomie - ungefähr das zwanzigfache des Supermarktpreises. Wen wundert's, dass viele Leute da lieber Leitungswasser bestellen oder sich zwischendurch am Klo am Wasserhahn laben. Und nein, es handelt sich nicht um ein super-spezial-Sonderwasser im limitierter Auflage, das über hunderte von Kilometern eingeflogen werden muss, sondern um ganz "normales" Vöslauer.

    RSWK online

    Unter der ganz einfach zu memorierenden URN nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:1111-20040721235 oder der doch einfacher merkbaren URL files.d-nb.de/pdf/rswk_gesamtausgabe.pdf verbirgt sich nun etwas, worauf viele BibliothekarInnen schon längere Zeit warten: die elektronische Ausgabe der RSWK.

    Bibliothek mit Grenzübergang

    Nachtrag: Unter dem Titel "Ein dicker Strich, der das Leben bestimmt" berichtete Gerd Braune in der Presse vom 8. September 2006 über die Bibliothek von Stanstead, durch deren Lesesaal die Grenze zwischen Kanada und den USA verläuft. Die/das Haskell Free Library & Opera House liegt somit zugleich in Stanstead in Québec und in Derby Line in Vermont. 1904 wurde das Gebäude von einem Amerikaner und seiner kanadischen Frau erbaut, bewusst an diesem verbindenden Ort. Die Sitze im Opernhaus sind in den USA, die Bühne aber in Kanada, berichtet Canadian content.
    Nach hundert Jahren der gemeinsamen Bibliotheksbenutzung ohne Passkontrollen gibt es nun aber Probleme: Jenna Russell berichtete im Juni 2007 im Boston Globe: "Smugglers are taking advantage of three unguarded side streets near the library to ferry human cargo in both directions, border officials say. The streets must be closed to traffic, officials insist, to help them stem a rising tide of illegal immigration. The plan has provoked an emotional outcry in these two small border towns, where people pride themselves on their easy coexistence". Und Nancy Kercheval titelt in einem Bloomberg-Artikel: "Quebec-Vermont Library May Lose Readers to New Passport Law".


    Photo von borderfilms bei Flickr

    Does bad pay cause occupations to feminize?

    In der Zeitschrift Social Science Research, Ausgabe 36 (2007) 3 ist ein Artikel von Paula England, Paul Allison und Yuxiao Wu erschienen, der für meine Berufsbild BibliothekarIn-Forschung interessant sein dürfte: "Does bad pay cause occupations to feminize, Does feminization reduce pay, and How can we tell with longitudinal data?" (DOI).

    random shafts of irrelevant drivel

    Im Weblog "A Librarian's Guide to Etiquette" wurde kürzlich das Thema "Coworkers, Diagnosing the mental health of your" diskutiert. Unter den Kommentaren zum Eintrag fand sich einer von Kevin Musgrove, dessen Inhalt vielleicht dem einen oder der anderen bekannt vorkommen wird (mir nicht, nein, auf keinen Fall): "We have a sort of Management Tourettes Syndrome whereby random shafts of irrelevant drivel are suddenly injected into our lives at odd intervals and required to be acted upon".

    Thursday, July 19, 2007

    4 Jahre Library Mistress

    Beinahe hätte ich es übersehen - gestern vor vier Jahren habe ich meinen ersten Eintrag in dieses Weblog geschrieben. Seitdem kamen 1857 Posts über BibliothekarInnen, Science Fiction, Datenbanken, Social Software und vieles mehr dazu. Ad proximos quattuor annos oder so.


    Photo: der dennis, 1. Jänner 2007

    Bibliotheks-Neuerwerbungen

    Alles fernleihbar - unsere Website. Unser Online-Katalog.

  • Patrice Flichy: The Internet Imaginaire. Cambridge: MIT Press 2007
  • Stefan Iglhaut, Herbert Kapfer, Florian Rötzer (Hrsg.): what if? Zukunftsbilder der Informationsgesellschaft. Hannover: Heise 2007
  • Sarah Goodwin Thiel: Build it once. A basic primer for the creation of online exhibits. Lanham: Scarecrow 2007
  • Jutta Wermke: Kreativität als paradoxe Aufgabe. 2. Aufl. Weinheim: Deutscher Studienverlag 1994. Band 1: Entwicklung eines Konzepts der Kreativität und ihrer Förderung durch Literatur. Band 2: Empirische Überprüfung literaturdidaktischer Möglichkeiten der Kreativitätsförderung
  • Anthony J. Onwuegbuzie, Qun G. Jiao, Sharon L. Bostick: Library anxiety. Theory, research, and applications. Lanham: Scarecrow 2004 (Research methods in library and information studies 1)
  • Jutta Wermke (Hrsg.): "Frauenberufe" im Fernsehen - Frauen in Fernsehberufen. Untersuchungen aus psychologischer, soziologischer, sprachkritischer und produktionsästhetischer Sicht. Weinheim: Deutscher Studienverlag 1994
  • Marie-Laure Ryan: Avatars of Story. Minneapolis: University of Minnesota Press 2006 (Electronic mediations 17)
  • Annamarie Jagose: Queer theory. Eine Einführung. Berlin: Querverlag 2001
  • BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Connie Paul: "Recruiting Urban Public Librarians". In: Interface 28 (2006) 3, S. 11
  • Pali U. Kuruppu: "Recruitment of Science and Technology Librarians - a Review". In: Science & Technology Libraries 27 (2006) 1+2, S. 11 - 39
  • Donna M. Beck / Rachel Callison: "Becoming a Science Librarian: Accident, Serendipity, or Purposeful Plan?". In: Science & Technology Libraries 27 (2006) 1+2, S. 71 - 98
  • Anne K. Beaubien: "Recruiting Science Librarians: A Call to Action!". In: Science & Technology Libraries 27 (2006) 1+2, S. 5 - 9
  • Michael Garabedian: "‘You've Got to Be Carefully Taught’: American Special Collections Library Education and the Inculcation of Exclusivity". In: RBM: A Journal of Rare Books, Manuscripts, & Cultural Heritage 7 (2006) 1, S. 55 - 63
  • Enid Kirk: "Julia Christine te Groen (1923 - 2000)". In: Quarterly Bulletin of the National Library of South Africa 54 (2000) 4, S. 131 - 133
  • W. Cutler / M.H. Harris: Justin Winsor, scholar-librarian. Libraries unlimited 1980 (= Heritage of Librarianship 5)
  • Mauro Guerrini: "Between myth and oblivion: a biography of Akos Domanovszky". In: Cataloging & Classification Quarterly 32 (2001) 3, S. 57 - 72
  • Wednesday, July 18, 2007

    Librarian shortage myth

    Leicht sauer von seiner/ihrer langen vergeblichen Stellensuche, die von diversen "We need more librarians"-Kampagnen der ALA begleitet wurden, hat der/die unemployed librarian das Librarian shortage myth-Weblog ins Leben gerufen. Er/sie schreibt dazu in nexgenlib: "It's important to discourage prospective students from pursuing graduate degrees in library science until the current crop of librarians is employed. The information found on this online bibliography is a useful starting point for anti-recruitment activities".

    Tuesday, July 17, 2007

    Archive Fever

    Unter dem Titel "Archive fever" schreibt Thomas Bartlett im "Chronicle of Higher Education" über den Streit, der um Jacques Derridas Nachlass entbrannt ist. Diesem Artikel zufolge hatte Derrida seinen Vorlass von 116 Schachteln Materials der University of California at Irvine übergeben. Die Universität habe im Herbst die Familie Derridas um die Herausgabe der anderen Materialien "that remain in the office and attic of his house outside Paris, including his later writings, letters to colleagues, books from his personal library, and so on" geklagt. Der Rechtsstreit ging zugunsten der Familie aus.

    Monday, July 16, 2007

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Lorraine J. Pellack: "Uncle Albert Needs You! Individual Recruiting Efforts Are a Necessity and an Obligation". In: Science & Technology Libraries 27 (2006) 1+2, S. 55 - 70
  • Emilia Currás: "Aquellos primeros tiempos: Enseñanza de la documentación en la Universidad Complutense de Madrid". In: Documentación de las Ciencias de la Información 25 (2002), S. 55 - 59
  • Adolfo Rodríguez Gallardo: "Library education in Latin America and the Caribbean". In: New Library World 108 (2007) 1+2, S. 40 - 54
  • Elsa Barberena Blásquez / Guadalupe Carrión Rodríguez: "La globalización y los programas de estudio en bibliotecología y estudios de la información". In: Biblioteca universitaria. Revista de la Dirección General de Bibliotecas nueva época 6 (2003) 2, S. 116 - 126
  • Catherine Lancha: "La formation initiale des bibliothécaires d'État: Bref historique à la croisée des chemins". In: Bulletin des Bibliothèques de France 52 (2007) 1, S. 98 - 105
  • Bidyarthi Dutta / Anup Kumar Das: "Higher education in library and information science in India". In: ILA Bulletin 37 (2001) 1, S. 25 - 30
  • Dennis Ocholla / Theo Bothma: "Trends, challenges and opportunities for LIS education and training in Eastern and Southern Africa". In: New Library World 108n (2007) 1+2, S. 55 - 78
  • Supermarket 2.0

    Nettes Video bei Youtube: Supermarket 2.0, entdeckt über das deutsche Bibliothek 2.0-Netzwerk. - Vgl. auch "Naming a newborn - "what if we had to register baby names the way we register domains".

    Thursday, July 12, 2007

    GLBT ALMS Conference

    Die GLBT ALMS Conference 2008, eine internationale Tagung von Archiven, Bibliotheken, Museen und Sammlungen mit einem GLBT-Schwerpunkt, wird von 8. bis 10. Mai 2008 in New York stattfinden, und zwar am Center for Lesbian and Gay Studies am Graduate Center of the City University of New York (ALMS steht dabei für Archives, Libraries, Museums, and Special collections; GLBT für Gay, Lesbian, Bisexual and Transgender).
    CfP: "Archivists, librarians, curators, independent scholars, academics, activists, artists, researchers, and all affiliated with community-based queer archives are invited to submit ideas for individual and collaborative papers, panels, workshops, discussions, performances, and multimedia presentations on any aspect of lesbian, gay, bisexual, transgender or queer identity, culture, and community in relation to GLBT archives, libraries, collections, or research methods". - Einreichungen von Abstracts mit max. 500 Wörtern bis 1. Oktober 2007 an ALMS2008 (at) gmail.com. Es wird hervorgehoben, dass Vortragende von außerhalb der USA besonders willkommen sind.

    Lange Nacht der Wörter 2007

    Die "Lange Nacht der Wörter 2007" mit zahlreichen AutorInnenlesungen findet am Samstag, dem 14. Juli, ab 19 Uhr mit open end statt, und zwar im Freiraum Karlshof in Stadtschlaining (Güterweg zwischen Drumling und Neumarkt i.T.).
    Voraussichtlich werden lesen: Jutta Treiber, El Awadalla, Eckhart Weickmann, Christl Greller, Shobha Haman, Anu Triendl, Josef Petz, Burghard Unteregger, Hans Raimund, Nefer Traun, Albert G. Dorner, Alexander Petsovits, Stefan Horvath, Christine Grafl, Christine Steiner, Liane Presich-Petuelli, Heidrun Menning, Gia Simetzberger, Marlene Harmtodt-Rudolf, Renate Hofer, Maria Pöhl, Susanne Artner, Gernot Schönfeldinger, Narzissa Maria Lag, Alfons Jestl, Ana Schoretits, Mathias Petsovits, Gerhard Altmann, Stephan Gründlinger, Christian Ringbauer, Josef Thomas Petsovits.- Hinweis vom Literaturhaus Mattersburg.

    Tuesday, July 10, 2007

    LTDown

    Nette Idee: Als LibraryThing sich einmal eine Auszeit vom Funktionieren nahm, wurden die Katalogisierungswilligen im LibraryThing-Blog aufgefordert, Bilder von den Bücherstapeln, die sie eintragen wollten und nun nicht konnten, bei Flickr hochzuladen und mit "LTdown" zu taggen. Das Ergebnis sind 109 Photos.

    Schutzpatron St. Nimmerlein

    Die Kleine Zeitung berichtete am 4. Juli unter dem Titel "St. Nimmerlein, Schutzpatron der steirischen Kulturbauten" über die seit zwanzig Jahren verzögerten Neubaupläne für die Steiermärkische Landesbibliothek.

    Monday, July 09, 2007

    Versuch: Public Sector Information-Links bei Connotea

    Hinweis auf ein Experiment zur Zusammenstellung von Informationsangeboten des öffentlichen Sektors, das ich im Rahmen der Lehrveranstaltung "Fachinformation" am Studiengang Informationsberufe gestartet habe:

    == Inhalt ==
    Unter www.connotea.org/user/PublicSectorInformation finden Sie derzeit 217 Links zu Informationsangeboten des öffentlichen Sektors. Diese umfassen generelle Websites ebenso wie spezialisierte Datenbanken - von der Pollendatenbank über die Verfassungsschutzberichte bis zur Datenbank "EU-Erweiterungen und Arbeitsmarkt". Der Schwerpunkt liegt auf kostenlosen Angeboten. Derzeit konzentrieren sich die Links auf bundesweite Angebote, Angebote auf Bundesländerebene werden derzeit noch ergänzt. Hinweise sind jederzeit willkommen.

    == Erschließung ==
    Die einzelnen Angebote sind mit Tags (nichtnormierten Schlagwörtern) nach vier inhaltlichen Kriterien erschlossen:
    a) mit Themengebieten, die sich zum überwiegenden Teil an den Ressorts der Bundesministerien orientieren, z.B. Justiz, Gesundheit, Wasserwirtschaft, Soziales, Internationale Angelegenheiten, aber auch Politik, Verwaltung, Gesetzgebung, GIS
    b) mit der Institution, die für das Angebot zuständig ist, z.B. AGES, BMUKK, Umweltbundesamt. - Klicken Sie in der linken Leiste z.B. auf "ages", bekommen Sie alle Informationsangebote angezeigt, für die die AGES zuständig ist, und sehen am Anfang der Liste eine Erläuterung zu diesem Schlagwort, nämlich dass "ages" für die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit steht.
    c) ggf. mit der Zielgruppe (Eltern, Kinder, Jugend, LehrerInnen, Männer, Frauen)
    d) ggf. mit einer geographischen Angabe zu den Bundesländern

    == Navigation ==
    a) Browsen mittels Anklicken von Tags in der linken Leiste
    b) Suchfeld rechts oben. Durchsucht Titel, Beschreibung und Tags.
    c) Browsen durch alle Links (die am jüngsten eingetragenen stehen ganz oben): einfach hinunterscrollen und auf "next 10" klicken usw.
    d) Klicken Sie bei der Beschreibung eines Links auf einen der unten angeführten Tags, bekommen Sie alle Links zu sehen, die irgendjemand bei Connotea mit diesem Tag versehen hat, also nicht nur die aus der Public Sector Information-Sammlung. Um das ggf. zu vermeiden, verwenden Sie einfach die linke Leiste.

    == Weitere Infos ==
    Kurze Informationen zum Vorhaben finden Sie auch im Profil auf www.connotea.org/wiki/User:PublicSectorInformation. Feedback und Ergänzungen sind herzlich willkommen.

    reading diary

  • recently finished: a) Suzette H. Elgin: Amerika der Männer (Orig. Native tongue). b) Neil Comins: The hazards of space travel. A tourist's guide. c) Edmund Cooper: Das Regime der Frauen
  • currently reading: Forrest J. Ackerman / Pam Keesey: Sci-Fi Womanthology (teilweise sehr gute Texte; Anteil derjenigen, die das Geschlechterverhältnis bzw. Geschlechterrollen in Frage stellen, ist allerdings sehr gering; und oft werden die Autorinnen nur mit Sätzen wie "sie war die Freundin des berühmten Schriftstellers xy" eingeleitet)
  • Neuerwerbungen

  • Mikael Niemi: Populärmusik aus Vittula. 9. Aufl. btb 2004
  • Helga Beyersdörfer: Die Sammlerin. Kriminalroman. Knaur 2006
  • Thomas Höhl, Mike Hillenbrand: Das sind die Abenteuer. Star Trek - 40 Jahre. NCC 1701. Heel 2006
  • Christian Morgenstern / Jeannie Ebner (Übers.): Galgenlieder | Gallows songs. merbod 1996
  • Friday, July 06, 2007

    EUTube

    Die Europäische Union hat mit EUTube einen eigenen Kanal bei Youtube eingerichtet. Motto: Sharing the sights and sounds of Europe. Für Aufregung hat dabei anscheinend ein Video mit hetero- und homosexuellen Sexszenen aus europäischen Filmen gesorgt, der mit den Worten "Let's come together" endet. - Berichte u.a. bei Computerwoche, derStandard, ORF Futurezone.

    Ignoring Google Scholar?

    Das Google Scholar Blog von Dean Guistini nennt "Five Reasons Why Academic Librarians Can't Ignore Google scholar".

    Wednesday, July 04, 2007

    Todesfalle Bibliothek

    In etwas flapsigem Tonfall berichtet Alexander Smoltczyk in seiner Spiegel-Kolumne "Uups - et orbi" über "Die verschwundene Bibliothek" - über die komplette Schließung der Vatikanischen Bibliothek für drei Jahre aufgrund von dringend nötiger Bauarbeiten. Für WissenschaftlerInnen, die auf die kostbaren und teils einzigartigen Bestände angewiesen sind, natürlich entsetzlich. - Nun zur "Todesfalle": Dem Mitarbeiter Marco Buonocore wird folgende Aussage zugeschrieben: "Erst kürzlich, in den zwanziger Jahren, seien zwei Bibliotheksmitarbeiter von einer herabstürzenden Decke erschlagen worden".

    Tuesday, July 03, 2007

    1.0- und 2.0-Fundstücke

    Diverse Online-Publikationen, über die ich in den letzten Tagen gestolpert bin.
  • Margit Böck: Gender & Lesen. Geschlechtersensible Leseförderung: Daten, Hintergründe und Förderungsansätze. BMUKK 2007, abzurufen online (pdf) (via Duftender Doppelpunkt).
  • Über "Teaching Government Information with Web2.0" wird im Free government-info-Weblog berichtet. Ein Kurs auf BlackBoard wurde mit social software-Tools unterstützt.
  • Libreas hat nun eine Podcast-Reihe, Hinweis aus dem IB-Weblog (das jetzt umgestaltet wurde und nun IBI-Weblog heißt).
  • Die UNESCO veröffentlichte das Handbuch "Open Access. Chancen und Herausforderungen" online (pdf), Hinweis aus dem IB-Weblog.
  • Den Text "Conceptos de web 2.0 y biblioteca 2.0: origen, definiciones y retos para las bibliotecas actuales" von Dídac Margaix Arnal gibt es auf E-LIS zum Download.
  • Sehr gutes Interview mit Jimmy Wales über Wikipedia und Community-Design beim Elektrischen Reporter. Ich mag besonders die Stelle "[community building] has very little to do with the software, but a lot to do with people".
  • Liste der "Top 60 Web 2.0 Applications in Australia" beim Read/Write-Web.
  • Against Flickr censorship


    Against censorship!, originally uploaded by Zinnie.

    Seit Flickr die Idee mit der "safe search" hatte, die man in manchen Ländern nicht oder nur teilweise ausschalten kann, sind eine Reihe kreativer Ideen für Plakate und Photos entstanden, die sich dagegen aussprechen (Hintergrund: "We are still limiting access for users in Germany to the 'restricted' category on Flickr, which applies to pictures not considered appropriate for kids and teenagers according to local law" - mehr im Forum und in den FAQ). Mehr Bilder in der "Against censorship at Flickr"-Gruppe.

    Librarians in Showercaps

    Den Hinweis auf die geniale Flickr-Gruppe "Librarians in showercaps" verdanke ich dem Libraryman. Siehe auch "Librarians in hard hats", "Librarians in boots", "Librarians on motorcycles" und "Librarians in glasses".

    "Vorliebe für das Ephemere"

    Auf die "Jagd nach den Zettelkästen der Zukunft" begibt sich Tilmann Lahme in der FAZ vom 2. Juli: Er schreibt über Vorlässe, die SchriftstellerInnen an Archive verkaufen, und über die Rolle, die eMails dabei spielen. Dafür wurden auch AutorInnen befragt, wie sie es mit ihrem Vor-/Nachlass halten würden - so wird zum Beispiel Arno Geiger zitiert: "Sympathisch: Der Archivar hebt die herkömmliche Auffassung von dem, was wichtig und was unwichtig ist, auf. Er hat eine gewisse Vorliebe für das Ephemere, und wo einer es mit dem Ephemeren hat, dort gehöre ich dazu".

    Monday, July 02, 2007

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Felicia A. Smith: "Pursuit of Employment in the New Millennium". In: LIScareer, Juli 2007
  • John Glover: "Telling Stories to Get the Job". In: LIScareer, Juli 2007
  • Biblioblogosphäre in Österreich

    Heute ist mein Gastbeitrag "Libworld - Austria" über bibliothekarische Weblogs in Österreich im Infobib-Weblog erschienen.

    Sunday, July 01, 2007

    Rosshaarkrempler und Notenkopierer

    Ich habe soeben zu meinem Vergnügen auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit die Liste der freien Unternehmenstätigkeiten bzw. die Liste der reglementierten Gewerbe entdeckt (beides pdf). Was es alles gibt - da kommt mir mein eigener Beruf gleich langweilig und gewöhnlich vor.
    Ohne Befähigungsnachweis darf man u.a. folgende Tätigkeiten ausüben (Anm. von mir in eckigen Klammern): Ahnenforschung; Akten- und Datenvernichtung durch Zerkleinerung; Beaufsichtigung von Kindern ohne Verfolgung erzieherischer Ziele [das zu hören wird manche Eltern freuen]; Betrieb von Bedürfnisanstalten; Begleitservice [stelle mir Befähigungsnachweis hier etwas schwierig vor]; Beflocken von Wimpeln; Bergungstaucher; Buchverlag; Charakterdeutung unter Anwendung der Chirologie; Darmputzer; Kopieren und Formatieren von Disketten; Dokumentarfilmhersteller; Herstellung von Donats [steht genauso drinnen]; Eierkennzeichnungsstellen; Dressur von Hunden; Entwurf des äußeren Erscheinungsbildes von Wasserfahrzeugen; Evidenzbüros (Lagerung, Aktualisierung und Vernichtung von Akten); Herstellung von Bildern durch Aufkleben von Strohhalmen [nicht von mir erfunden - hat jemand schon ein solches gesehen?]; Informationsanbieter (Verwalten und Bearbeiten von Datenbanken); Kirchenposamentenerzeuger; Krippenbau ohne figurale Schnitzarbeiten; Leihbüchereien; Leseräume, Halten von [?]; Lesezirkel; Lohnackerer; Personenbeförderung mit Schlitten (Volksrodeln); Roßhaarkrempler [wieviele mag es davon geben und was ist das?]; Sammeln und Weitergeben von Informationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur [mach ich eigentlich den ganzen Tag]; Sockenhaltererzeuger; Vermieten von Druckwerken; Vermittlung von Wirtschaftsdaten; Vermittlung von Nutzungsrechten an urheberrechtlich geschützten Werken; Wahrsagerei und Zukunftsdeuterei.

    Saturday, June 30, 2007

    Internet Archive = Bibliothek

    Das Internet Archive wurde nun vom Staate Kalifornien offiziell als Bibliothek anerkannt, berichtete die Pittsburgh Post Gazette am 24. Juni: "The designation makes the online archive eligible to apply for several federal grant programs that are administered by the state of California. But even more importantly, says Brewster Kahle, Internet Archive founder and digital librarian, was the recognition that a digital library is on equal footing with a print material archive".
    Hinweis aus Library Link of the Day. - Siehe auch Heise-Bericht "Netzguru hält universellen Wissensspeicher für machbar" von 2004.

    Friday, June 29, 2007

    Lunacek fordert queere Bücher in Schulbibliotheken

    Die grüne Nationalratsabgeordnete Ulrike Lunacek fordert in einer Presseaussendung anlässlich der Regenbogenparade: "Wir fordern - neben der sofortigen völligen rechtlichen Gleichstellung - eine von staatlicher Seite finanzierte Kampagne gegen Homophobie an Schulen und quere Angebote in Schul-Bibliotheken und -filmen (...) damit Jugendliche die Begriffe 'lesbisch' und 'schwul' nicht mehr als Schimpfwörter einsetzen, sondern sich offen und angstfrei mit dem Thema gleichgeschlechtliche Liebe auseinandersetzen können".

    4 Jahre DBI +

    Karl Dietz wies heute in Inetbib darauf hin, dass morgen vor vier Jahren der Server des DBI abgeschaltet wurde. - Die Website zum Nachlesen bei der DNB.

    Thursday, June 28, 2007

    B2I mit Guide

    Unlängst habe ich mich ein wenig mit dem b2i guide, dem "Fachinformationsführer zu wissenschaftlich relevanten Internetquellen in den Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften", beschäftigt. - Was mir aufgefallen ist:
  • E-LIS ist nicht etwa bei den Fachportalen oder den Literaturdatenbanken aufgelistet, sondern bei "Bibliotheken & Archive".
  • Beim Punkt "Verzeichnisse: Newsletter, Mailinglisten, Foren, Chats" fehlt das umfassende und gut beschriebene Verzeichnis der ZLB.
  • Unter dem Punkt "Mailinglisten, Foren, Chats" sind auch einzelne Weblogs angeführt, da sollte man den Begriff "Weblogs" dann auch in den Titel der Kategorie aufnehmen und evtl. statt auf einzelne Blogs auf die einschlägigen Verzeichnisse Libdex, LISwiki und LISZEN verlinken.
  • Ein wenig verwirrt hat mich der Begriff "Ressourcentypen". Davon gibt es fünf in der obersten Ebene: Institutionen, Kooperation und Kommunikation, Nachschlagewerke, Bibliographische Quellen, Individuelle Publikationen. Ich persönlich hätte unter diesem Begriff eher Medienarten wie Text, Video, Audio etc. verstanden.
  • Bei der übergeordneten Seite, dem Wissenschaftsportal b2i, finde ich es schade, dass E-LIS und LISTA nicht mit abgefragt werden.

  • Grundsätzlich finde ich diese Idee aber sehr gut, und die praktische übergreifende Suche beim b2i-Portal funktionierte bei meinen Tests recht gut.

    Diplomarbeiten: Leistungsmessung / Gefängnisbibliotheken

    Ich möchte auf zwei Diplomarbeiten hinweisen, die ich heuer mit Freude betreut habe - beide sind bei E-LIS eingestellt: "Leistungsmessung an österreichischen Fachhochschulbibliotheken" von Katrin Ferschitz und "Bibliotheken in österreichischen Justizanstaltsbibliotheken" von Verena Kern.
    Katrin Ferschitz hat Leistungsmessungssysteme für wissenschaftliche Bibliotheken verglichen und auf ihre Anwendbarkeit für österreichische Fachhochschulbibliotheken hin analysiert, in sieben Bibliotheken einen Testlauf mit den Indikatoren des BIX-Bibliotheksindex durchgeführt und festgestellt, dass derzeit eher eine BenutzerInnenbefragung anzuraten ist, da im Moment viele FH-Bibliotheken die erforderlichen Daten nicht eruieren können. - Verena Kern hat sich mit den einzigen Bibliotheken, deren Existenz in Österreich gesetzlich vorgeschrieben ist, beschäftigt: mit den Gefängnisbibliotheken. Zunächst bietet sie einen Überblick über Aspekte der Bibliotheksarbeit im Strafvollzug und über internationale Richtlinien dazu. Da es zu Gefängnisbibliotheken in Österreich kaum Literatur gibt, hat sie Daten über Ausbildung, Ausstattung, Zensur, Bücherspenden, Bibliotheksmarketing, Budget etc. selbst erhoben - dabei erhielt sie von 25 der 28 Bibliotheken Antworten.