Sunday, October 28, 2012

Dokumentationsbedürfnis

Beim Zusammenräumen hab ich eine Liste mit Anekdoten von meinem Auslandssemester an der HBI Stuttgart gefunden, hauptsächlich Sager von Professoren (wenn ich so zurückdenke, war tatsächlich keine Professorin dabei).
  • Immer noch sehr witzig finde ich die Feststellungen "Wenn die Leute am Ende einer Kulturepoche waren, verspürten sie immer das Bedürfnis nach umfassender Dokumentation" oder "Schrift ist die Voraussetzung für die Sammlung von Schriften".
  • Für großes Gemurre unter den Studierenden sorgte die Aussage "Die Fachinformationsabteilung besteht aus ganz pfiffigen Leuten, das sind nicht irgendwelche Sekretärinnen".
  • Zustimmen kann man sicher der Aussage "Wenn Sie eine Veranstaltung zum Thema 'menschenleere Fabrik' anbieten, ist die Halle voll".
  • Und ein Vortragender "erfreute" uns durch Sätze wie "Sie haben in dieser Bransche nur eine Schangse, wenn Ihre Employs über das entsprechende Nooledsch und Angaschmang verfügen".
  • Wer an der HBI studiert hat, wird die Sager wahrscheinlich den richtigen Leuten zuordnen können ;-)

    Stadtbuecherei Stuttgart im Wilhelmspalais, Flickr, librarymistress, CC-BY-SA

    Saturday, October 27, 2012

    Jahresringgeschichte

    Interessante Aufbereitung in Haßbach - wichtige Ereignisse der Gemeindegeschichte werden mit den Jahresringen eines Baumes in Verbindung gesetzt.

    librarymistress, flickr

    Monday, October 22, 2012

    Kribibi: Offener Brief an Gewerkschaft

    Diesen offenen Brief an den Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Erich Foglar, hat der Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare vor kurzem veröffentlicht.

    <zitat>Sehr geehrter Herr Präsident Foglar!
    "Lesen ist Bildung. Bildung ist Zukunft" haben Sie als Motto Ihrer Unterstützung für das österreichische Lesefestival "Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek" gewählt. Uns BibliothekarInnen freut diese Unterstützung natürlich sehr. Wissen Sie aber auch, unter welchen Bedingungen die BibliothekarInnen an Öffentlichen Büchereien dieses Lesen ermöglichen?

    - Wissen Sie, dass 80% der BibliothekarInnen an Öffentlichen Büchereien für ihre Arbeit nicht bezahlt werden, also ihren Lebensunterhalt von ihrer Arbeit nicht bestreiten und auch keinen Pensionsanspruch erwerben können?
    - Wissen Sie, dass es für die Öffentlichen Büchereien kein Gesetz gibt, es daher auch keine Pflichtaufgabe der Gemeinden ist, Öffentliche Büchereien einzurichten und zu führen?
    - Wissen Sie, dass es daher in 60% der Gemeinden überhaupt keine Öffentliche Bücherei (und auch meist keine Buchhandlung) gibt, wodurch für viele Kinder und Jugendliche - aber auch für Erwachsene - der Verweis auf Lesen als Zukunftsvorsorge zur hohlen Phrase wird?
    - Wissen Sie, dass mehr als 80% der Öffentlichen Büchereien kleiner als 100m2 sind, ihre Aufgabe als Lernort also schon rein platzmäßig gar nicht erfüllen können?
    - Wissen Sie, dass viele Öffentliche Büchereien auf Grund der ehrenamtlichen Mitarbeit nur wenige Stunden pro Woche geöffnet sein können, was den ungehinderten Zugang zu Information für die Menschen sehr erschwert?
    - Wissen Sie aber auch, dass in den Wissenschaftlichen Bibliotheken und den Öffentlichen Büchereien mit hauptamtlichem Personal Teilzeitbeschäftigung und prekäre Arbeitsverhältnisse zunehmen?

    All das - vor allem aber die Arbeitsverhältnisse - müsste Sie als Präsident des ÖGB eigentlich betroffen machen! Wenn Sie das möchten, würden wir Sie gerne über die Zustände im österreichischen Bibliothekswesen genauer informieren und ersuchen daher um einen Gesprächstermin.

    Mit freundlichen Grüßen, Nikolaus Hamann, KRIBIBI-Koordinationsteam<zitatende>

    Monday, October 01, 2012

    Tagung: Auf der Leiter zum Bibliotheksparadies

    Der Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Karl-​Renner-​Institut (KRIBIBI) und die Erwachsenenbildungskommission des Bundesbildungsausschusses der SPÖ laden ein zur Tagung "Auf der Leiter zum Bibliotheksparadies".
    Zeit und Ort: Freitag, 9. November 2012, 19 Uhr (Bücherei Philadelphiabrücke) und Samstag, 10. November 2012, 9 bis 18 Uhr (Karl-​Renner-​Institut, Ziegelzimmer).

    Programm Freitag
    Podiumsdiskussion mit Markus Feigl, Büchereien Wien / ​BVÖ, Erwin Miedtke, Stadtbibliothek Bremen, Anita Ruckerbauer, Öffentliche Bücherei Golling, und Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren: "Brauchen Büchereien einen Literaturkanon oder Welche Literatur ist unverzichtbar?". Moderation: Nikolaus Hamann [Mitveranstalterinnen: IG Autorinnen Autoren, Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik].
    Freier Eintritt, kleines Buffet, Anmeldung nicht erforderlich (aber für die Planung hilfreich → nikolaus.hamann@gmx.at). Vor der Diskussion besteht um 18:15 Uhr die Möglichkeit, an einer Führung durch die Bücherei Philadelphiabrücke teilzunehmen.

    Programm Samstag

  • Interne Diskussion "Fördert die Förderung? Bibliotheken im Spagat zwischen Kriterien der Büchereiförderung und ihrem Kultur– und Bildungsauftrag". Fortsetzung der Diskussion vom Freitag unter anderen Vorzeichen (angefragt: Gerald Leitner /​ BVÖ). Moderation: Ulrike Retschitzegger.
  • Mittagessen
  • Referat und Diskussion "Reinscrollen in Leseabenteuer" — Das Onleihemodell der Vorarlberger Bibliotheken. Referentin: Susanne Österle — Öffentliche Bücherei Krumbach / BVV
  • Referat und Diskussion "Ein Leseausweis für ganz Südtirol". Referent: N.N.
  • Abendessen
  • Informationen über Anmeldung, Kosten und Adressen auf kribibi.at!

    Die Bibliothek des Teufels

    Im "Servus"-Magazin erzählt Michael Köhlmeier österreichische Sagen. In der letzten Ausgabe gibt es eine Bibliotheksgeschichte :-) und die geht kurz gesagt so: Dr. Faust besucht das Gasthaus "zum Roten Mandl" und erweist sich als sehr ungeduldiger und unzufriedener Gast, der den Kellner Kaspar und die Kellnerin Ursula verschluckt. In Dr. Fausts Bauch entdecken die beiden die Bibliothek des Teufels. Ursula findet in den Büchern eine Möglichkeit, wieder herauszukommen: Sie legen ein Feuer in der Bibliothek und rufen um Hilfe. Dr. Faust muss das Feuer löschen, indem er sehr viel Wasser trinkt, und die beiden werden auf eine Weise, die ich nicht näher erläutern möchte, wieder herausgeschwemmt :-)

    Go in for the warm

    "He spends a lot of time in the Westminster Reference Library, just off Leicester Square, browsing through encyclopedias. 'If you just go in for the warm, they chuck you out after a while,' he said. 'But they can't if you're reading the books'".

    Homeless Grahame in David Lodge: Therapy, Penguin 1996, p. 117

    Friday, September 21, 2012

    Writing to Nature about Connotea

    Dear Sir or Madam,

    I'd like to ask if there is something wrong with Connotea. It has become quite difficult to bookmark something because the number of "server downs" and "capacity overloads" (really?) are constantly increasing. I didn't receive any answer when mailing to the Connotea team or commenting on the Connotea blog which obviously has now completely disappeared from the web. Are there plans to discontinue the service? I just want to know so I could export my bookmarks on time. I really like the functionalities which distinguish Connotea from other bookmarking services and hope it will be still available in the future.

    Yours, Monika Bargmann (Connotea's library_mistress and PublicSectorInformation) [#120921-000223]

    Tuesday, September 18, 2012

    Esterházy-Bücher aus Russland

    "Die Rückholung der, während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten, Bücher der Esterhazy-Bibliothek von Russland war heute Thema im Ministerrat. Vizekanzler Spindelegger: 'Das ist ein Durchbruch für uns und ein weiterer erfreulicher Schritt in der Restitution-Frage mit Russland'. Spindelegger betont, dass Österreich sich auch für die Rückgabe der weiteren beschlagnahmten Stücke in Russland einsetzen werde, etwa die Papyri aus der Nationalbibliothek oder das Archiv der Kultusgemeinde. 'Jedes weitere Treffen wird uns einen Schritt weiter bringen, auch das nach Österreich zu holen', so der Außenminister". - Presseaussendung der ÖVP-Bundespartei, 18. September 2012.


    Douglas Sprott: "Eisenstatdt Burgenland — Schloss Esterházy 50", ca. 2007, Flickr, CC-BY-NC

    Details berichtet der Radiosender "Stimme Russlands" auf seiner Website: "Die einmalige Büchersammlung der Fürsten Esterházy aus den Beständen der Gesamtrussischen Bibliothek für Ausländische Literatur soll auf Beschluss von Präsident Medwedjew an Österreich übergeben werden. Bevor dies soweit ist, sind die seltenen Bücher zu digitalisieren. Der Katalog des russischen Teils der Sammlung ist inzwischen veröffentlicht. Die Sammlung dieser altertümlichen Buchdenkmäler legte Pfalzgraf Nikolaus Esterházy an. Sein Sohn Paul Esterházy erweiterte die Bestände der Bibliothek wesentlich, sodass sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs über 70 000 Bände zählte".

    Thursday, September 13, 2012

    Bienen in Gefahr

    Die ARGE Schöpfungsverantwortung lädt zum Informationsabend "Bienen in Gefahr - die gefährdete Kooperative" am 19. September 2012 um 18.30 Uhr im INIGO.

    Thomas Rau: Biene, aufgenommen am 11. September 2005, Flickr, CC-BY-NC-SA

    "Bienensterben ist ein weit verbreitetes Thema in den letzten Jahren. Die Biene ist durch verschiedenste Faktoren gefährdet: Im Winter verenden die Bienen durch eingeschleppte Parasiten, wie die Varroamilbe und andere Krankheiten. Im Sommer herrscht durch die intensive Landwirtschaft akuter Nahrungsmangel, da die Vegetation durch den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden an Blütenarmut leidet. Auch der Einsatz chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und der Einsatz von Insektiziden haben verheerende Folgen auf die Bienen. Diese wirken als Nervengift!"
    Anmeldung bis 17. September erbeten unter office@argeschoepfung.at oder 0660/7600008.

    Tuesday, September 11, 2012

    englischsprachige Neuerwerbungen

    Ich habe von einer Kollegin drei Kisten mit englischsprachigen Büchern geschenkt bekommen. Ich hatte ja eigentlich vor, einen großen Teil davon zum offenen Bücherschrank in Föhrenau zu bringen (es ist ja nicht so, dass ich nicht schon viele Bücher hätte), aber als ich die ersten Blicke reingeworfen habe, ist mir gleich klargeworden, dass sich dieses Vorhaben wohl auf die Dubletten beschränken wird ;-) Hier einmal ein Teil der Liste, die meisten befinden sich noch im Auto:
  • J. M. Coetzee: Disgrace. Vintage 2000 (lese ich gerade)
  • Mark Twain: A Connecticut yankee in King Arthur's court. Signet Classic o.J.
  • Thomas Hardy: Under the greenwood tree. Penguin 1994 (= Penguin Popular Classics) - laut Waschzettel "Hardy's sunniest work". Im Vergleich zu Jude the obscure (Verfilmung mit Kate Winslet!) ist aber so ziemlich alles "sunny" ;-)
  • Anne Brontë: The tenant of Wildfell Hall. Wordsworth 2001 (Wordsworth Classics)
  • John Hayward (Hrsg.): The Penguin Book of English Verse. Reprint. Penguin 1960 (= The Penguin Poets D32)
  • Manche Bücher sind auf Deutsch:

  • Rainer Maria Rilke: Larenopfer. Frühe Gedichte. Vitalis 2007 (= Bibliotheca Bohemica)
  • Thursday, September 06, 2012

    Grüne fordern Ausbau und Förderung des Büchereiwesens

    Gerade kam eine Presseaussendung der grünen Kinder- und Jugendsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill, in der unter anderem ein Ausbau der öffentlichen Bibliotheken gefordert wird:

    <zitat>Der hohe Anteil österreichischer Jugendliche ohne Lesemotivation und Lesefähigkeit ist für die Grüne Kinder- und Jugendsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill ein furchtbares Armutszeugnis für die Bildungspolitik. "Da brennt der Hut. Nicht lesen zu können verringert die Chancen eine fundierte Ausbildung abzuschließen und am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Leseschwäche im jugendlichen Alter verhindert Chancengleichheit. Das ist nicht akzeptabel. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung und jedes Kind hat das Recht darauf, lesen und schreiben zu lernen", sagt Windbüchler-Souschill und ergänzt: "Der gering ausgeprägten Lesemotivation und Lesefähigkeit muss nachgegangen werden. Es ist erfreulich, dass hier die Europäische Kommission das Ziel klar definiert hat die Anzahl der leseschwachen 15-Jährigen zu minimieren. Die Frage welche Maßnahmen hier die österreichische Bundesregierung trifft, ist dabei allerdings eine offene".
    "Es gibt einige Erkenntnisse der Leseforschung, die umgesetzt gehören. Zum Beispiel muss das Lesen durch motivierende Angebote vom schulischen Leistungsdruck entkoppelt werden.Die Bibliotheken und Büchereien können hier einen wichtigen Stellenwert einnehmen und müssen ausgebaut werden. Eigene Leseecken für Kinder und Jugendliche in Räumen voller Büchern können die Motivation steigern", ist Tanja Windbüchler davon überzeugt, dass die Kooperationen zwischen Büchereien und Schulen funktionieren könnten.
    "Es gibt aber keine flächendeckenden Angebote und gerade die sind enorm wichtig für das Leseverhalten. Auch hängt die Motivation davon ab, was Kinder und Jugendliche aus Schule und Familie mitbekommen. Wenn das geschriebene Wort einen Stellenwert einnimmt, sind Kinder für das Lesen zu begeistern", meint Windbüchler-Souschill. Bundesministerin Schmied ist hier angehalten die Erkenntnisse der eingesetzten Arbeitsgruppe zum derzeitigen Bibliothekenwesen Österreichs und die Empfehlungen des Österreichischen Büchereiverbandes rasch umsetzen. "Lesen macht Spaß, in den vielen verschiedenen Sprachen. Zweisprachigkeit und Mehrsprachigkeit sind große Chancen für Kinder und Jugendliche. Lesen braucht einen neuen hohen Stellenwert in Österreich", sagt Windbüchler-Souschill.<zitatende>

    Leseecken bzw. eigene Räume für Kinder oder Jugendliche gibt es wohl in den meisten Büchereien, aber es gibt eben nicht überall (gut ausgestattete) Bibliotheken... Hier noch einige Links zum Thema:

  • Das Bibliotheksportal hat einen eigenen Bereich zum Thema Kinder als Bibliotheks"kundInnen".
  • Silke Rabus und Gerald Leitner schreiben in den Büchereiperspektiven über "Kinder und Jugendliche in den Öffentlichen Bibliotheken Österreichs" (pdf).
  • Beate Wegerer schreibt in den Büchereiperspektiven über "Die Bibliothek, ein Kinder(t)raum. Raumplanung für Kinder und Jugendliche" (pdf)
  • .

    Doktor, wozu?

    "Immer öfter muss ich mich vor Kollegen sogar dafür rechtfertigen, dass ich diesen Doktor überhaupt erworben habe. 'Was bringt das eigentlich?' wurde ich schon so oft gefragt, dass ich mich langsam selbst frage: Ja was eigentlich, den unterstellten Statusgewinn jedenfalls nicht, sondern unendlich viel Mühe, soziale Isolation, muffige Bibliotheken, Tausende von Zigaretten und schließlich ein Werk, das bei meinem Ableben ausser mir bestenfalls zwei Menschen (Erst- und, aber schon da bin ich nicht ganz sicher, Zweitgutachter) ganz gelesen haben werden". Michael Angele in seinem von der Guttenberg-Affäre inspirierten Beitrag "Kann und muss ich meinen Doktortitel nun auch vergessen?" im Freitag vom 17. Februar 2011. Die muffigen Bibliotheken schmerzen natürlich etwas.

    Google Books Search Blog aufgelassen

    "Thanks to everyone who's been a loyal reader of the Google Books Search blog over the years. As part of an effort to simplify our communications channels, we're retiring this blog and moving on over to the official Google Inside Search Blog. We're looking forward to continuing the conversation about Google Books search there. For those of you interested in eBooks, be sure to follow Google Play at play.google.com/+ to learn all about upcoming author Hangouts plus new content, features and releases on Google Play", schreibt Ariel Levine im (nunmehr ehemaligen) Google Books Search blog.

    Friday, August 31, 2012

    Martin Luther oder GloomyGripe65?

    "When Martin Luther triggered the Reformation by nailing his Ninety-Five Theses to the door of a Wittenberg church, he didn't sign it GloomyGripe65. He put his name to the document. Centuries later, when his namesake publicly declared his support for the Memphis strikers, he didn't sign it HaveADream1963. If it was worth saying, it was worth putting your name to it", schreibt Jonathan Myerson in seinem interessanten Beitrag "The web has become a bizarre synthesis of toilet wall and Thomas Paine" im Guardian. Auch wenn ich finde, dass Anonymität bzw. Pseudonymität eine wichtige positive Rolle in der Internetkommunikation spielen, kann ich mich einigen seiner Ausführungen anschließen.

    Wednesday, August 29, 2012

    Information: Öl des 21. Jahrhunderts?

    Warum die Vorstellung von Information als "Öl des 21. Jahrhunderts" grundfalsch ist, schreibt Michel Reimon in seinem Blogbeitrag über eine Podiumsdiskussion bei den Österreichischen Medientagen im September.
    Ein Satz aus dem Text, der mir auch sehr gefällt: "Würde Arbeitsleistung gerecht honoriert, würden Krankenschwestern oder Altenpfleger mehr verdienen und DATUM würde mehr Hefte verkaufen als das Seitenblicke Magazin".

    Tuesday, August 21, 2012

    "Kritische Literaturtage" zum 3. Mal

    Aus dem KriLit-Verteiler: "Bereits zum dritten Mal finden auch heuer wieder Kritische Literaturtage in Wien statt. Die Buchmesse gegen den literarischen Mainstream geht von 26. bis 28. Oktober 2012 im KunstSozialRaum Brunnenpassage (1160 Wien, Brunnengasse 71/ Yppenplatz) über die Bühne. Einige Eckpunkte sind bereits fixiert, es ist jedoch noch genügend Spielraum für neue Ideen. Deshalb ladet das KriLit-Team am Dienstag, den 21. August 2012 [HEUTE] alle die mitmachen wollen um 18 Uhr zu einem Treffen ins Lokal "Fania" am Yppenplatz ein".

    Thursday, August 16, 2012

    Selbst ist der Archivar

    "Di 13. Nov. 1984 ab 18 Uhr bringen wir unser Archiv in Ordnung! Da Politik nicht nur aus großen Gesten besteht, sondern auch aus einer mühevollen Kleinarbeit und wir niemanden haben, der uns diese Arbeit abnimmt (sprich: Partei-Zentrale, Partei-Sekretariat usw.), müssen wir die Arbeit selbst erledigen. Wer LUST hat und auch gern wissen möcht, was noch an ungehobenen Schätzen auf die Gemeinde Wien wartet, kommt vorüber".(Alternative Liste Alsergrund, November 1984)

    Offensichtlich hat die Alternative Liste brav an die Stadt bzw. genauer ans Wiener Stadt- und Landesarchiv abgeliefert, sonst könnte ich jetzt nicht hier sitzen und davon lesen :-)

    Tuesday, August 14, 2012

    Papierrestaurierung: Glossar D-E-CH

    Beim Forum Bestandserhaltung gibt es seit kurzem ein deutsch-englisch-chinesisches Glossar zur Papierrestaurierung (Link zu den pdf-Dateien ganz am Ende).

    Alicia Martin: Biografias - Cascade of books, Photo aus Linz, Flickr, CC-BY-SAlibrarymistress: "Alicia Martin: Biografias - Cascade of books", aufgenommen am 1. Juli 2007, Flickr, CC-BY-SA

    schädliche Radiosendung

    Derzeit schaue ich im Wiener Stadt- und Landesarchiv die Bestände zur Alternativen Liste Wien durch. Ich arbeite ja gerade an einer kleinen Ausstellung über 25 Jahre Grüne in den Wiener Bezirksvertretungen, und da dürfen natürlich die Vorläuferorganisationen nicht fehlen. Schmunzeln musste ich bei einer Passage im Verkehrsprogramm aus dem Jahr 1984: "Zurückdrängen und Bekämpfen der 'Auto-Ideologie' in der öffentlichen Meinung (So ist z.B. die populäre, aber in dieser Form völlig unzeitgemäße und schädliche Sendung Autofahrer unterwegs in eine Sendung Verkehrsteilnehmer unterwegs umzugestalten" :-) Eine Forderung, die sich nicht erfüllt hat - die Sendung gab es bis 1999 ;-) Eine Kindheitserinnerung... die Sendung habe ich oft bei meiner Oma gehört.
    Es gibt aber auch genügend Forderungen, die heute noch genauso aktuell sind und 1:1 wieder verwendet werden könnten, ohne dass es auffällt, zum Beispiel "Das Parkplatzproblem ist in Wien derzeit eines der vordringlichsten Verkehrsprobleme. Einerseits ist in den dicht verparkten Wohngebieten die Zurückgewinnung der Straße als Lebensraum (Wohnstraße) fast unmöglich. Auch Beschleunigungsmaßnahmen für den öffentlichen Verkehr und der Bau von Radwegen scheitert oft an Platzmangel".

    Tuesday, July 31, 2012

    Grüne Knallfrösche

    Für die Ausstellung über "25 Jahre Grüne in den Wiener Bezirksvertretungen", die ich gerade vorbereite, hatte ich die Möglichkeit, in der APA-Datenbank zu recherchieren. Da kam ich auf die Idee, mir anzuschauen, was die anderen Parteien so über die Grünen schreiben. Ich habe zusätzlich auch auf ots.at recherchiert. Mir fehlen aber auch die Meldungen aus den Anfangsjahren. Hier meine derzeitigen Favoriten von FPÖ und ÖVP (umgekehrt chronologisch):

    "Parkpickerl-Diktat – 'Good Morning, Pjöngjaaaaang!'" (FPÖ, 08.03.2012)
    "Grüne neiden Kindern Sommerferien" (ÖVP, 29.06.2011)
    "Stecken Grüne hinter der groß angelegten Auto-Schmieraktion in Josefstadt und Neubau?" (ÖVP, 16.06.2011)
    "Hanfwandertag: Grüne völlig von der Rolle" (ÖVP, 05.05.2011)
    "Ein aufgeplatzter Kaffeesack in Kolumbien erregt für gewöhnlich mehr Aufmerksamkeit als jene Projekterln, die Bürgermeister Häupl seinen grünen Schoßhündchen erlaubt" (FPÖ/Mahdalik, 10.02.2011)
    "Wild gewordene GrünInnen rufen zum 'Männerwürgen' auf" (FPÖ/Jung, 07.10.2010)
    "Das Programm der Wiener Grünen ist lediglich auf ein Zielpublikum zugeschnitten das entweder - weil frisch zugewandert - seit Jahren im Asylverfahren oder im Auftrag der rumänischen Bettlermafia zum Jobben in Wien ist" (FPÖ, 15.09.2010)
    "Außer Öko-Träumereien und einem exzessiv ausgelebten Öffi-Fetischismus hat man schon sehr lange keine essenziellen Diskussionsbeiträge aus dem Birkenstock-Eck gehört" (ÖVP, 15.09.2010)
    "Grüne Knallfrösche total verbohrt" (ÖVP, 08.09.2010)
    "Grüne wollen zurück auf die Bäume" (ÖVP, 04.05.2010)
    "Wenn Vassilakou & Co. noch heiße vier Hanseln zum Mitmachen beim Empörungs-Contest am Augartenspitz bewegen können, marschieren sie zu Recht 'besorgt' und 'betroffen' der Einstelligkeit in der Wählergunst entgegen" (FPÖ, 09.03.2010)
    "Auch linke Gutmenschen mit Tagesfreizeit sollten irgendwann einsehen, dass empörtes Dreinschauen allein nicht abendfüllend ist" (FPÖ/Seidl, 08.03.2010)
    "Die Grün-Alternativen würden die Gewalt gegen Staat und Polizei begünstigen" (Vereinte Grüne, 24.10.1991)

    Monday, July 30, 2012

    Neuerwerbungen

    Ich hab schon länger meine Buchkäufe nicht eingetragen, das hole ich jetzt nach.

    Libro-Taschenbuchabverkauf
    Fred Vargas / Edmond Baudoin [Ill.] / Julia Schoch [Übers.]: Das Zeichen des Widders. 1. Aufl. Aufbau Verlag 2010 [Comic-Kriminalroman]

    Anemone Fesl / Daniela Niemann: Der Feuerteufel von Rom. Compact Verlag 2007 [ein "Schüler-Lernkrimi" - hat mich angelacht und daran erinnert, dass ich meine Lateinkenntnisse gerne einmal auffrischen würde. Dass ich den ersten Satz - "incendium, domine!" - verstehe, stimmt mich hoffnungsfroh ;-)]

    Manuel J. Hartung: Der Uni-Roman. 2. Aufl. Piper 2007

    Kätzisches bei Amazon. I: Ratgeber
    Brigitte Eilert-Overbeck: Katzen. 5. Aufl. Gräfe & Unzer 2012 (GU TierRatgeber)

    Heidi Kübler: Quickfinder Katzenkrankheiten. Was fehlt meiner Katze? 1. Aufl. Gräfe & Unzer 2011 [sehr übersichlich und nützlich! Vorne Diagnosetafeln, mit denen man sich weiterhanteln kann, z.B. Kapitel Fell, Haut und Krallen > Abschnitt Haarprobleme > Hauptsymptom Haarausfall an bestimmten Stellen > zusätzliche Symptome > mögliche Erkrankung. Hinten Beschreibung von Katzenkrankheiten nach Art der Erkrankung, Ursachen, Therapie, Selbsthilfe und möglichen Symptomen, Übersichtsseite zu Zoonosen.]

    Brigitte Eilert-Overbeck: Unser Kätzchen. 7. Aufl. Gräfe & Unzer 2012 (GU TierRatgeber)

    Ihr Hobby: Katzenkinder aufziehen. Ein praktischer Ratgeber für das erste Lebensjahr. Verlag Eugen Ulmer 2010 [habe Rezension geschrieben]

    Kätzisches bei Amazon. II: Krimis mit BibliothekarIn und Katze(n)
    Miranda James: Classified as Murder. Berkley 2011 (Cat in the Stacks Mystery ; 2)

    Miranda James: File M for Murder. Berkley 2012 (Cat in the Stacks Mystery ; 3)

    Sofie Kelly: Sleight of Paw. Signet 2011 (Magical Cats Mystery ; 2)

    Star Trek antiquarisch
    William Shatner / Chris Kreski: Star Trek Memories. The inside story of the classic TV series. HarperCollins 1993

    William Shatner / Chris Kreski: Star Trek Movie Memories. HarperCollins 1994

    Nichelle Nichols: Beyond Uhura. Star Trek and other memories. Boxtree 1995 [ich habe auch schon "I am Spock" von Leonard Nimoy und "To the stars" von George Takei gelesen, weil mich für meine Diplomarbeit interessiert, was die Star Trek-Stars über Fans schreiben. Als nächstes kommen die Autobiographien von James Doohan und Walter Koenig dran.]

    Monday, July 16, 2012

    CfP: Handling Job Stress. Tips by Librarians

    Call for Papers: Handling Job Stress: Tips by Librarians. McFarland & Company; Editors: Carol Smallwood and Linda A. Wade.

    Chapters sought for an anthology by practicing academic, public, school, special librarians, LIS faculty in the United States and Canada sharing practical how-to chapters on managing stress as a working librarian. Practical tips for colleagues on: dealing with pressure from budget and staff cuts, keeping up with technology, diverse patrons, while juggling family and personal life. Creative methods of diffusing stress are sought that are adaptive to various types of libraries and job descriptions. Concise, how-to chapters words based on experience should total 2,500-3500 words; or two articles each 1250-1750 words to equal 2,500-3,500. No previously published or simultaneously submitted material. One or two authors per chapter; if two chapters, both written by the same co-author(s). One complimentary copy per chapter as compensation.
    Please e-mail 2-3 topics each described in one sentence or two by July 30, 2012 with biography(s) to smallwood@tm.net and place STRESS/Last Name on the subject line.

    Zwei neue Mitbewohner

    Seit Samstag bin ich Dosenöffnerin, Rasselballrollerin und Fellmausbewegerin für eine Katze und einen Kater, Minerva und Melvil :-) Melvil machte seinem Namen alle Ehre und überprüfte gleich am ersten Tag die Klassifikation meiner Bücher:

    Photo eines roten Katers, der hinter einer Bücherreihe hervorschaut

    Tuesday, June 19, 2012

    Bibliothekar mit Killerinstinkt

    Barnabas Szoecs betitelt seinen Artikel über den US-amerikanischen Basketballspieler Kevin Durant auf dem Portal sport1.de mit "Bibliothekar mit Killerinstinkt", fügt noch als Zwischentitel "Bibliothekar und Superstar" ein und erläutert, wie er das meint: "Für manch jungen NBA-Star wären solch große Preisungen ein möglicher Grund zum Abheben, ein Grund, sich im eigenen Glanz zu verlieren. Doch Durant ist ein ungewöhnlich ruhiger Charakter, kommt eher wie ein verschüchterter Bibliothekar denn wie ein gefeierter Basketballstar daher".

    Sunday, June 10, 2012

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn, die ich langsam wirklich mal in eine Datenbank eingeben sollte...

    Ellen I. Shupelow / Stephanie K. Pung: "Understanding the changing role of academic librarians from a psychological perspective: A literature review". In: The Journal of Academic Librarianship 37 (2011) 5, S. 409 - 415

    Zouhayr Hayati / Nilofar Barahmand: "Managerial skills needed for academic library managers: The case of Iran". In: The International Information & Library Review 44 (2012) 2, pp. 53 - 64

    Sara D. Smith / Quinn Galbraith: "Motivating Millennials: Improving Practices in Recruiting, Retaining, and Motivating Younger Library Staff". The Journal of Academic Librarianship 38 (2012) 3, pp. 135 - 144

    Yared Mammo: "Rebirth of library and information science education in Ethiopia: Retrospectives and prospectives". In: The International Information & Library Review 43 (2011) 2, pp. 110 - 120

    Shin Freedman: "Collegiality Matters: Massachusetts Public Higher Education Librarians' Perspective". In: The Journal of Academic Librarianship 38 (2012) 2, pp. 108 - 114

    Friday, June 08, 2012

    Neuerwerbungen

    Es gibt nicht nur mehrere Krimiserien mit BibliothekarInnen als Hauptfiguren, es gibt jetzt gleich zwei neue Serien, in denen BibliothekarIn und Katze die Hauptrolle spielen:
  • Sofie Kelly: Curiosity thrilled the cat. Obsidian 2011 (= A magical cats mystery ; 1)
  • Miranda James: Murder past due. Berkley (= A cat in the stacks mystery ; 1)

  • Zwischendurch sollte ich aber auch etwas anderes lesen:
  • Kinky Friedman: Spanking Watson. Faber & Faber 1999

  • Da immer mehr Leute in meinem Bekanntenkreis irgendwas nicht vertragen, hoffe ich, dass das Buch nützlich für Partys und Essenseinladungen ist:
  • Friedrich Bohlmann: Allergenarm genießen. 100 Rezepte ohne die 12 Hauptallergene. GU 2008
  • Tuesday, June 05, 2012

    Förderkriterium Anstellung?

    Der Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI) nahm vor kurzem auf Bibmail zu einer Diskussion über die Büchereiförderung neu Stellung. Ich würde den Text hier gerne wiedergeben:

    "1. Die Erhöhung der Förderungssumme war ein großer Schritt und darf nicht kleingeredet werden.

    2. Die Orientierung an allgemein gültigen Standards ist ein wichtiges Instrument der Qualitätsentwicklung des Öffentlichen Büchereiwesens, das nicht aufgegeben werden sollte.

    3. Dennoch darf nicht auf jene Büchereien vergessen werden, die – aus welchen Gründen auch immer – diese Standards (noch) nicht erreichen können.

    4. KRIBIBI fordert daher eine zweite Förderungsschiene, mit der Büchereien unterstützt werden, die sich nachweislich auf dem Weg befinden, ihre Kennzahlen den Standards anzunähern. Gerade Büchereien, die z.B. die Erneuerungsquote nicht schaffen, haben ohne Förderung noch weniger Chancen, ausreichend neue Medien anzuschaffen. (Auf diese Quote zu kommen, indem massiv ausgeschieden wird, scheint uns gerade bei der großen Zahl kleiner und ganz kleiner Büchereien mit ohnehin nur wenigen Medien nicht der richtige Weg.)

    5. KRIBIBI schätzt die ehrenamtliche Arbeit an Österreichs Öffentlichen Büchereien als ganz großen Wert. Trotzdem erachten wir es im Sinne einer positiven Entwicklung des österreichischen Büchereiwesens als notwendig, dass es mehr hauptberuflich tätige BibliothekarInnen gibt. Es ist uns daher unverständlich, dass die Anstellung eines Bibliothekars / einer Bibliothekarin dem Ministerium nicht als förderungswürdiges Kriterium gilt. Wir regen daher an, neben den bisherigen Kriterien (Ausbildung, Umsatz, Öffnungszeiten, Medienbestand und Erneuerungsquote) auch ein gesetzlich geregeltes Arbeitsverhältnis als förderungswürdigen Tatbestand einzubauen.

    Insgesamt allerdings wird sich das Öffentliche Büchereiwesen nicht allein mit einer erhöhten Fördersumme und einem neu gestalteten Kriterienkatalog an europäische Standards angleichen lassen. Das Beispiel Südtirol, aber auch die Büchereilandschaften vieler anderer Länder zeigen, dass nur ein Bibliotheksgesetz mit einem daraus ableitbaren Maßnahmenplan – möglichst gemeinsam für Öffentliche Büchereien und Wissenschaftliche Bibliotheken – die Basis für eine den gestiegenen Ansprüchen an Bibliotheken genügende Entwicklung des österreichischen Bibliothekswesens schaffen kann. Dafür tritt KRIBIBI seit vielen Jahren ein" (Nikolaus Hamann für Kribibi).

    Buechereischild in Bad Ischl, librarymistress 2010, Flickr, CC-BY-SAlibrarymistress: Büchereischild in Bad Ischl, 25. September 2010, Flickr, CC-BY-SA.

    Thursday, May 17, 2012

    reading diary

    recently finished
  • Jacqueline Seewald: The inferno collection. Thomson + Gale 2007
  • Michael Dahl / Bradford Kendal (Ill.): Zombie in the library. Raintree 2011 (= Return to the library of doom)
  • Rhys Bowen: Royal Flush. Berkley Prime Crime 2010 (= A Royal Spyness Mystery ; 3)
  • Rhys Bowen: Royal Blood. Berkley Prime Crime 2011 (= A Royal Spyness Mystery ; 4)
  • Rhys Bowen: Naughty in Nice. Berkley Prime Crime 2011 (= A Royal Spyness Mystery ; 5)
  • Jenn McKinlay: Books can be deceiving. Berkley Prime Crime 2011 (= A library lover's mystery ; 1)
  • Jenn McKinlay: Due or die. Berkley Prime Crime 2012 (= A library lover's mystery ; 2)
  • Molly Harper: Nice girls don't bite their neighbours. Pocket Books 2012
  • Roberto Giardina: Hundert Zeilen. Arena Verlag 1981
  • recently re-read

  • Molly Harper: Nice girls don't date dead men. Pocket Star Books 2009
  • currently reading

  • Jonathan Raban: Hunting Mister Heartbreak. A discovery of America. Vintage Boks 1998
  • Tuesday, May 08, 2012

    CfP: Buchzerstörung

    Kodex. Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (IBG) erscheint seit 2011 im Harrassowitz Verlag und wird von Prof. Dr. Christine Haug (Leiterin der Studiengänge Buchwissenschaft, Institut für Deutsche Philologie an der LMU München) und Prof. Dr. Vincent Kaufmann (Leiter des Lehrstuhls vom Lehrstuhl ›Media and Culture‹, Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen) herausgegeben. Das Jahrbuch versteht sich als ein interdisziplinäres Diskussionsforum für Wissenschaftler, insbesondere Nachwuchsforscher sowie für Buch- und Verlagspraktiker, das gegenwärtige Themen und Fragen, Tendenzen und Probleme des Mediums Buch aufgreift. Als Publikationsort von Beiträgen in deutscher und englischer Sprache ist Kodex offen für Methoden, Theorien und Untersuchungsansätze unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen sowie für Berichte und Überlegungen aus der Praxis der Buch- und Verlagsbranche und aus dem Bibliothekswesen. Die ersten zwei Ausgaben des Jahrbuchs waren den Themen ›Die Digitale Bibliothek‹ (2011) und ›Bestseller und Bestsellerforschung‹ (2012) gewidmet.

    Sag mir, wie, wieso und welche Bücher Du vernichtest, und ich sag Dir, was Du von Büchern erwartest, welche Funktion, welches Potenzial, welche Effizienz Du ihnen zumutest. Bücher hat man vernichtet seit es sie gab, aber nicht grundsätzlich alle, nicht immer die gleichen Bücher, auch nicht auf die gleiche Weise oder aus den gleichen Motiven. Im Altertum wurden beispielsweise komplette Bestände (privater) Bibliotheken verbrannt, weil diese Macht- und Prestigesymbole waren. Später – in einer Zeitspanne von der Inquisition bis zum Nationalsozialismus – hat man gewöhnlich nur einzelne Bücher vernichtet, meist aus ideologischen Gründen.
    Das alles ist Geschichte, wird man sagen, und geht davon aus, dass heute keine Bücher mehr vernichtet werden. Selbst wenn dem so wäre, ist es natürlich kein Argument gegen genaue und differenzierte historische Untersuchungen zu diesem Thema, die sowohl in historischer Perspektive die unterschiedlichsten Formen der Buchzerstörung beleuchten als auch Reflexionen über die (mögliche) Ausgestaltung der Buchzerstörung im 21. Jahrhundert anregen. Insgesamt wissen wir zu wenig über die vielfältigen Dynamiken, Hintergründe und (Dis)Kontinuitäten der Vernichtungspraktiken, die sich sowohl gegen einzelne Buchexemplare als auch gegen ganze Buchsammlungen oder Bibliotheksbestände richten.

    Für die dritte Ausgabe (2013) von Kodex. Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (IBG) suchen daher die Herausgeber Beiträge in deutscher und englischer Sprache, die zu einem vertieften Verständnis des Phänomens der Buchzerstörung und Buchvernichtung aus buchwissenschaftlicher, philologischer, medienhistorischer, mediologischer sowie aus soziologischer Perspektive führen. Die Beiträge können folgenden (und weiteren) Fragen nachgehen:

  • Ist das Kapitel Buchzerstörung heutzutage als abgeschlossen zu betrachten? Oder findet die Buchzerstörung weiterhin statt – in welchen Formen? Wodurch ist sie motiviert?
  • Wird nicht die mögliche Ablösung des Buches durch die digitalen Medien als Buchzerstörung wahrgenommen?
  • Kann man nicht sogar behaupten, dass noch nie so viel Bücher vernichtet worden sind wie heute, wenn ihnen im Buchhandel eine durchschnittliche Lebensdauer von gerade einmal drei Monaten zukommt? Ist die durch den Markt eingeleitete kreative Destruktion (der Bücher) vielleicht gerade so wirksam wie die Autodafé der Inquisition?
  • Und ist diese kreative Destruktion möglicherweise sogar notwendig: kann man sich überhaupt eine (Buch)Kultur vorstellen, die nichts zerstört, die alles aufbewahrt, die sich nicht in einer Dialektik zwischen Gedächtnis und Vergessen, zwischen Eintrag und Löschen bewegt?
  • Ist möglicherweise nicht der Totalitarismus die größte Bedrohung für die Buchkultur, sondern vielmehr die durch die digitalen Mittel umsetzbare Möglichkeit, alles aufzubewahren?
  • Neben den Beiträgen mit einem Fokus auf die Spannung zwischen der gegenwärtigen Buchproduktion und –destruktion sind auch historische Untersuchungen zur Buchzerstörung willkommen. Diese können als Überblicksdarstellungen oder Einzelfallstudien angelegt werden.

    Die Frist für die Einreichung der Abstracts (max. 500 Wörter) zu den geplanten Beiträgen ist am 1. September 2012. Die Frist für die Abgabe der fertigen Beiträge (mit einer deutschen und einer englischen Zusammenfassung, mit einem Gesamtumfang von 40.000 bis 50.000 Zeichen) ist am 1. März 2013. Ein Stylesheet mit Vorgaben für die endgültige Manuskriptgestaltung wird von der Redaktion zur Verfügung gestellt. Die Publikation des Jahrbuchs ist für Herbst/Winter 2013 geplant. Die Abstracts sowie die Beiträge sind per E-Mail an die Redaktion (Dr. Slávka Rude-Porubská, slavka.rude-porubska@lmu.de) zu schicken.

    Sunday, May 06, 2012

    Bibliothek 2.0-Stammtisch

    Am kommenden Donnerstag ab 18 Uhr findet wieder einmal ein Bibliothek 2.0-Stammtisch statt :-) diesmal wieder in der Hollerei. Hoffentlich ist das Wetter schön genug, dass wir im schönen Garten sitzen können... Siehe auch Facebook-Event.

    Friday, April 20, 2012

    READ. Read, read, read.

    Greg Downeys Ratschlag für künftige Studierende: "READ. Read, read, read". Downeys Blog "The note on my door" ist gerenell sehr empfehlenswert.

    Monday, April 16, 2012

    Heimlich lesen

    "Ursprünglich war es verboten, in den Liegestunden zu lesen. Wenn ein Gruppenleiter während der Liegekur durch die Schlafräume ging, konnte er das rasche Verstecken der Bücher beobachten. Die Jugendlichen wurden durch das Verbot beunruhigt und der Zweck der Ruhestunde wurde nicht erreicht. Wir haben daher das Lesen in den Liegestunden gestattet und bisher gute Erfolge erzielt".

    Aus: Mela Zvacek: ...wie es weiterging. Bericht über die Jugendfürsorgeaktion des Österr. Gewerkschaftsbundes im Jahre 1947. Wien: Waldheim-Eberle 1948, S. 11 (Wienbibliothek, Sign. B 146674).

    Sunday, April 15, 2012

    Attraktiver Arbeitgeber

    "Ich wollte schon immer mal eine Spaßbewerbung auf den Weg bringen und dann im Vorstellungsgespräch folgende Fragen anbringen:
  • 'Was macht gerade Sie zu einem attraktiven Arbeitgeber?'
  • 'Warum sollte ich ausgerechnet für Sie arbeiten'
  • 'Sie haben eine sehr interessante Stellenanzeige geschaltet, in der Sie ein sehr positives Bild von Ihrer Firma beschreiben. Erzählen Sie mir mehr über sich: Wo liegen die Schwächen Ihrer Institution als Arbeitgeber und Ihrer Person als meine zukünftige Vorgesetzte?'"
  • Kommentar von fruchtfit zu Gerhard Winklers Spiegel-Artikel "Erste Hilfe Karriere: 'Ich habe schon immer von dieser Firma geträumt'", 11. April 2012.

    Photo eines Bewerbungsgespraeches von Ted Murphy, Flickr, CC-BY
    Ted Murphy: "Probably the most bizarre job interview she has ever had", 29. Oktober 2010, Flickr, CC-BY

    Saturday, April 07, 2012

    reading diary

    Seewald, Inferno Collection, Worldcat coverartcurrently reading and most probably finishing today:

    Jacqueline Seewald: The inferno collection. Thomson + Gale 2007 (bought used; bookplate "purchased with Belmont Library gift funds", barcode from San Mateo County Library)

    currently reading:

    Aleister Crowley: The Simon Iff stories and Other works. Wordsworth Editions 2012 (bought new)

    Crowley, Simon Iff Stories, Wordsworth Editions

    Wednesday, April 04, 2012

    Barocker Bücherkrimi auf ORF III

    Morgen um 21.45 Uhr läuft auf ORF III die Dokumentation "Im Auftrag seiner Majestät - Ein barocker Bücherkrimi". Zum Inhalt (Quelle: OTS-Meldung): "Jahrhundertelang waren Bibliotheken ein Hort des Wissens und der Macht. Der Zugang zu gelehrten Büchern und die Kunst des Lesens galten in der europäischen Geschichte lange als Privileg. Wer heute einen handgemalten Kodex aufschlägt, wird von der Aura, welche den Büchern vor ihrer Massenverbreitung durch den Buchdruck anhaftete, überwältigt. ORF III Kultur und Information taucht 'Im Auftrag seiner Majestät' in eine historische Kriminalgeschichte: Im Jahr 1665 verließ eine Schiffsladung wertvoller illuminierter Handschriften Schloss Ambras, um über die Donau nach Wien transportiert zu werden. Kaiser Leopold I. wollte die Bibliothek von Ferdinand II. in Empfang nehmen. Doch ein Teil der Bücher verschwand, da die Schiffe sanken. Erst Jahrhunderte später tauchte das eine oder andere wertvolle Stück mit Wasserschäden auf Antiquitätenmärkten wieder auf. Unter der Regie von Martin Ambrosch führt Martin Brambach durch eine Geschichte voller Mysterien und lüftet so manches Geheimnis der modernen Bücherforschung".

    Tuesday, April 03, 2012

    librarymistress > archivesmistress?

    Bei mir gibt es beruflich etwas Neues: Ab 1. Juli werde ich das "Grüne Archiv" aufbauen und leiten. Das neue Archiv soll die Geschichte der grünen Bewegung in Österreich, der Grünen Partei und der Grünen Bildungswerkstatt dokumentieren. In den ersten Wochen werden einmal die Grundlagen zu erledigen sein - Software aussuchen, Scanner anschaffen, Bestände sichten... Ich bin schon sehr aufgeregt :-) ich bin schließlich bald mein eigenes "one-person-archive". Ich habe mich in den letzten Wochen viel mit dem Unterschied zwischen Bibliothekarin und Archivarin beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich vom Selbstverständnis doch definitiv immer eine librarymistress bleiben werde, auch wenn ich beruflich eine archivesmistress werde ;-) Ich glaube, der bibliothekarische Blick kann auch gar nicht schaden. Und letztlich sind wir doch alle einfach Expertinnen im Umgang mit Information.
    Fürs erste werde ich mich für ein Jahr karenzieren lassen, dann sehen wir weiter. Dass meine jetzige Arbeitgeberin so verständnisvoll ist, finde ich sehr erfreulich. Da das eine Halbtagsstelle ist, werde ich mich auch sehr intensiv meiner Diplomarbeit und meinem Studienabschluss widmen, und in meinem Diplomarbeitsblog wird in Zukunft wieder mehr zu lesen sein ;-) Da im April 2013 mein Studienplan ausläuft, ist das einfach eine gute - eigentlich die letzte - Chance.

    Die beiden Arbeitsstellen sind jedenfalls nicht besonders weit auseinander - hier der Blick vom Infoschalter der Wienbibliothek ;-)
    Photo Ebendorferstrasse
    librarymistress: "Blick vom alten Job zum neuen Job", 29. März 2012, Flickr, CC-BY-SA

    Agrarhistorisches Archiv

    Der Rural History Newsletter vom 3. April 2012 weist auf das "Agrarhistorische Archiv" von Karl Prillinger in Wels hin, in dem Materialien zur Geschichte der Landtechnik gesammelt werden: "Die Sammlung umfasst etwa 700.000 Belege der Landtechnik, wie historische Bücher, Prospekte, Ersatzteillisten, Reparaturhandbücher, Preislisten, Maschinenbeschreibungen aus einem Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und der Gegenwart".

    Monday, April 02, 2012

    reading diary

    finished recently

  • Ich bin immer noch in Wien... Briefe an Mama und Papa in der Türkei / Mehmet Emir
  • The librarian / Lee Brazil (Kindle edition). Love and sex story between male librarian and male hairdresser. "His job in the archives of the business library was interesting and had great potential for upward movement".
  • Doppelgänger / Wolfgang Millendorfer
  • Unlikely partners / Jacqueline Diamond (Kindle edition). Love story, actually quite funny, but the second part is somehow dispensable. "Compared to her talented, lively sister Jeanette, she'd always been the mousy one in the family. (...) As his arms pulled her close, the Sarah Farentino who responded was not the shy young woman with a bookcase full of mysteries substituting for reality. This was the other Sarah, the wild one".
  • Typisch englisch. Ein vergnüglicher Inselführer / Roland Hill
  • Neuerwerbungen

  • "Früher war hier das Ende der Welt". Reportagen / Florian Klenk [signiert]
  • Maisy Goes to the Library: A Maisy First Experience Book / Lucy Cousins
  • I'm Your Girl / J.J. Murray
  • Like a Charm / Candace Havens
  • The Stolen Blue: A Claire Reynier Mystery / Judith Van Gieson
  • Doppelgänger / Wolfgang Millendorfer [signiert]
  • Ich bin immer noch in Wien... Briefe an Mama und Papa in der Türkei / Mehmet Emir [signiert]
  • Hermann Leopoldi, Hersch Kohn: Eine Biographie / Georg Traska, Christoph Lind
  • Saturday, March 24, 2012

    Anderer Blick auf Griechenland

    Die Salzburger Nachrichten beinhalten heute ein zwölfseitiges Buch namens "Der andere Blick auf Griechenland", zu dem Manfred Perterer einleitend schreibt: "Das Land hat einen zweiten Blick verdient. Und eine zweite Chance. Ob mit oder ohne Euro". Es gibt Artikel über den Berg Athos, eine deutschsprachige griechische Zeitung, Altgriechischunterricht, griechische Mythologie, Tourismus, die griechisch-orthodoxe Kirche, Olivenöl, Rehakles und die Olympischen Spiele. Das hat mich zu einem Leserinnenbrief inspiriert:

    "Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bedanke mich ganz herzlich für den "anderen Blick auf Griechenland". Der Redaktion, die kürzlich im deutschen Fernsehen die Bundesländer mit den meisten Schulden als 'Griechenländer' bezeichnete, würde ich ja mit 'Und irgendwann bleib i dann dort' nicht unter zehn Stunden und der mehrfachen Lektüre Ihrer Beilage den Kopf zurechtrücken wollen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihre langjährige Abonnentin Monika Bargmann"


    rheinblogger (Stefan Scharrenbach): "Griechenland_Rhodos-419", aufgenommen am 5. Oktober 2011 in Faliraki, via Flickr, CC-BY

    Zines in Bibliotheken - warum?

    Auf die Frage "Why do you have zines in the library?" antwortet die Timberland Regional Library:

    "Zines are the purest form of counterculture expression that exists in printed form, and insightful indicators of current times. They represent the under-represented and give voice to marginalized members of society. Zines are interesting and cheap, and as a public library, it is our job to provide access to all types of information".

    Genderfragen auf Facebook

    Die VÖB-Kommission für Genderfragen hat seit kur­zem einen Facebook-Auftritt. Die Adresse: www.facebook.com/gen­der­fra­gen. Die Beiträge kön­nen auch ohne Facebook-Account gele­sen wer­den. Wir freuen uns auf viele "Fans" und einen regen Austausch mit allen inter­es­sier­ten Männern und Frauen im Bibliotheks-, Dokumentations- und Archivwesen!

    Photo von drei verschiedenen Schuhen auf Buecherstapeln
    library mistress: a librarian's shoes, 27. Juli 2008, Flickr, CC-BY-SA

    Friday, March 16, 2012

    20% flexibel

    "Hochschulpolitische Entwicklungen können Änderungen Ihres Aufgaben- und Zuständigkeitsbereichs erforderlich machen. Für diesen Fall setzen wir Ihre Bereitschaft zum flexiblen Einsatz voraus". Aus der Stellenausschreibung für eine Bibliothekarin, Beschäftigungsausmaß 20 Prozent, an der UB Bonn.

    Thursday, March 15, 2012

    CfP Nachhaltigkeit in Bibliotheken

    Hinweis von Petra Hauke und Klaus Ulrich Werner: "Mit dem Arbeitstitel 'Nachhaltigkeit in Bibliotheken' planen wir einen umfangreichen Sammelband, der verschiedenste Aspekte der Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks im Bibliotheksalltag behandeln soll. Es wird sich nach jetzigem Stand um die erste Buchveröffentlichung im deutschsprachigen Raum handeln. Folgende Themenschwerpunkte sollen u.a. gesetzt werden:

  • Energiesparkonzepte beim Bibliotheksbau
  • Umweltmanagement in der Bibliothek
  • Grüne Informationstechnologie
  • Ressourcensparender Reproservice
  • Umweltschonende Materialien in der Bibliothek
  • 'Das grüne Büro' - Ressourcensparende Bibliotheksverwaltung
  • Nachhaltigkeit und Corporate Identity
  • 'Die grüne Bibliothek': Internationale Beispiele
  • Zertifizierung und Zertifikate
  • Aktivitäten, Gremien, Organisationen
  • Bibliographie

    Neben thematischen Beiträgen sollen auch Einzelbeispiele von Nachhaltigkeit in Bibliotheken vorgestellt werden, d.h. nicht zwingend in langen Textbeiträgen, sondern es ist auch ein knappes Vorstellen eines interessanten Einzelaspektes möglich".

    Zusendung einer kurzen Skizze bis 16. April 2012 an petra.hauke (at) bock-net.de und klaus.werner (at) fu-berlin.de erbeten.

    Photo eines Weingartens, librarymistress, Flickr, CC-BY-SA

    Interessantes Projekt! Das Green library blog ist übrigens leider schon 2010 entschlafen, aber es gibt eine aktivere dazugehörige Facebook-Gruppe, und im Blog Greening your library scheint sich mehr zu tun. Siehe auch greenlibraries.org.

  • nobody on Twitter

    Quelle: Fredo & Pid'Jin. A webcomic by Eugen Erhan and Tudor Muscalu. 12. März 2012 [via Ritchie Pettauer]

    Tuesday, March 13, 2012

    Archivarin vs. Bibliothekarin

    Die Society of American Archivists schreibt über die Unterschiede von bibliothekarischer und archivarischer Tätigkeit auf ihrer Website: "The librarian and the archivist, for example, both collect, preserve, and make accessible materials for research; but significant differences exist in the way these materials are arranged, described, and used". Hmpf. Wie sehr verwandt sind die beiden Berufe Eurer Meinung nach? Wir haben z.B. in der Bibliothek Briefe, Manuskripte, Lebensdokumente, Zeitungsausschnitte, Karten, Photos, Pläne, Bücher, Zeitungen, Mikrofilme, Plakate, Flugblätter... und sind sogesehen nicht nur eine Bibliothek, sondern ein Archiv und eine Dokumentationsstelle. Akten sind wohl das einzige, was fehlt ;-) Vom Gefühl her würde ich sagen, dass sich die "attitude" unterscheidet, aber genau definieren könnte ich das nicht. Wo seht Ihr die Unterschiede und Gemeinsamkeiten abgesehen von der obigen Passage?

    Monday, March 12, 2012

    Aufruf zum Urheberrechtsdiskurs

    Aussendung der Initiative für Netzfreiheit und des Vereins für Internet-Benutzer Österreichs VIBE!AT vom 1. März 2012:

    "Die öffentliche Diskussion der letzten Wochen rund um das umstrittene ACTA-Abkommen hat die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Debatte zu einem modernen Urheberrecht gezeigt. Die digitale Revolution der letzten Jahre hat die Realität von Medienkonsum und -produktion radikal verändert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit Kulturgütern wurden in Österreich jedoch seit nunmehr 10 Jahren nicht angepasst und werden den neuen Entwicklungen daher oft nur unzureichend gerecht. Das Internet als globales, unzensiertes und neutrales Kommunikationsmedium darf nicht den finanziellen Partikularinteressen der Verwertungsindustrie untergeordnet werden.
    Die Initiative für Netzfreiheit und der Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE!AT) rufen deshalb dazu auf, einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über ein modernes Urheberrecht und zeitgemäße Vergütungsmodelle zu führen. Ein Ziel des Urheberrechts ist es, einen Ausgleich zwischen den finanziellen Interessen der Kunst- und Kulturschaffenden und den Interessen der Gesamtgesellschaft herzustellen. Um das zu erreichen, rufen die beiden Vereine dazu auf, eine breite gesellschaftliche Diskussion rund um das Urheberrecht zu starten. Es ist wichtig, alle beteiligten Interessensträger in diesen Diskurs mit einzubinden, vorzugsweise nach dem Vorbild einer Enquete-Kommission.
    'Das Moratorium durch die Prüfung von ACTA durch den europäischen Gerichtshof muss jetzt genutzt werden, um neue Modelle für ein zeitgemäßes Urheberrecht zu entwickeln', sagt Thomas Lohninger im Namen der beiden Organisationen. Die Initiative für Netzfreiheit und VIBE!AT warnen vor dem Einfluss von Lobbyisten der Verwertungsindustrie und wollen die Zukunft der Kulturproduktion in einem breiten, transparenten und ergebnisoffenen Diskurs gestaltet sehen".

    Call for Entries für "Veza lebt"

    Hinweis von Karin Ballauf: "Veza Canettis Todestag jährt sich Mai 2013 zum fünfzigsten Mal. Ein Grund, diese lang verschwiegene, verkannte Dichterin zu ehren und für die Gegenwart neu zu entdecken. Elias Canetti hat bekanntlich seine Frau als Literatin zeitlebens nicht beachtet und gefördert, sie dagegen förderte ihn und sein Schreiben sehr. Aus den Lebensbiografien von Frauen ergibt sich oft der Umstand, dass sie ihr Schreiben zurückstellen müssen. Im 21. Jahrhundert soll das jedoch der Durchsetzung ihrer Literatur keinen Abbruch tun. Das Literaturprojekt von Karin Ballauff, Petra Ganglbauer und Gertrude Moser-Wagner macht sich auf die Suche nach Talenten und erforscht gesellschaftliche Bedingungen des Schreibens einer Zeit. Das 50. Todesjahr von Veza Canetti setzt seit 2011 in Wien mehre Aktivitäten in Schwung: Literatur- und Kunstprojekte, gebündelt und interdisziplinär ausgerichtet und von internationalem Interesse getragen.

    "Veza lebt!" So lautet auch der Arbeitstitel einer Anthologie, zu der Autorinnen, die das 40. Lebensjahr bereits vollendet haben, eingeladen sind, sozialkritische, formal spannende Kurzprosa im Ausmaß von maximal 8 Seiten einzureichen. Die Idee hinter dem Alterslimit ist, dass besonders auf dem Kunstmarkt und im Bereich Literatur ein regelrechter Jugendkult betrieben wird. Nicht wenige Stipendien oder Preisausschreibungen setzen ein Alter unter 30 oder 40 Jahren voraus. Hinzu kommt, dass viele schriftstellerisch tätige Frauen sich außer Stande sehen, nach dem 40. oder 45. Lebensjahr noch erstveröffentlichen zu können.

    Für die Anthologie „Veza lebt!“, die 2013 erscheinen soll, wird zeitkritische, sozialkritische Kurzprosa erbeten, die formal die herkömmlichen narrativen Strukturen unterwandert. Umfang: maximal 8 DIN-A4-Seiten. Einzureichen bitte in 4-facher Ausfertigung, mit Name und Postanschrift versehen, Einsendeschluss 31.7. 2012. Per Post an: Institut für Interaktive Raumprojekte, Anton Dengler-Gasse 15, 1210 Wien, oder per E-Mail an: taste (at) chello.at.

    Wednesday, March 07, 2012

    Bibliothekarinnenmord beim "letzten Bullen"

    Kollege Michael Hess hat mich heute auf die gestern ausgestrahlte Folge "Nymphen und Don Juans" der Krimiserie "Der letzte Bulle" aufmerksam gemacht - Inhaltsangabe laut Wikipedia: "Eine zurückhaltende (oba geh) Bibliothekarin wird ermordet aufgefunden. Mick und Andreas finden heraus, dass es sich um eine Nymphomanin handelt. Verdächtig sind der Ehemann und die Mitglieder einer Sexualtherapie-Gruppe". Ich hab die Folge ja selber nicht gesehen, weil ich bei der Zwanzigjahrfeier von Ariadne war, aber mir wurde verraten, dass es die Chefin war - sozusagen eine besondere Ausprägung von "what happens in the library, stays in the library" ;-)

    Monday, March 05, 2012

    Vortrag: Farming Styles

    Im Rahmen des "Rural History Forum" stellen Rita Garstenauer, Ernst Langthaler und Ulrich Schwarz "Das Landwirtschaftsstile-Projekt: Theorie, Methoden, Ergebnisse" vor. Ort und Zeit: 26. März 2012, 14 bis 15.30 Uhr, NÖ Landesarchiv, St. Pölten, Seminarraum (Erdgeschoß).

    "Farming styles" ist ein von der Akteur-Netzwerk-Theorie inspiriertes Konzept, das den (agrar-)wirtschaftswissenschaftlichen Blick auf Agrarsysteme sozial- und kulturwissenschaftlich erweitert. In einem dreijährigen FWF-Projekt am Institut für Geschichte des ländlichen Raumes hat ein interdisziplinäres Team Landwirtschaftsstile in zwei österreichischen Regionen 1945 bis 1980 beforscht. Aus drei Blickwinkeln - einem wirtschaftshistorischen (Agrarsystemanalyse von Betriebsstatistiken), einem sozialhistorischen (Fallanalyse von Mehrgenerationen-Interviews) und einem kulturhistorischen (Diskursanalyse von Agrarzeitschriften) - werden die Umrisse charakteristischer Landwirtschaftsstile erkennbar.

    Sunday, March 04, 2012

    reading diary

    recently finished
  • Arthur Conan Doyle: The return of Sherlock Holmes. Kindle edition [1905]
  • work in progress

  • Rhys Bowen: Royal Flush. Berkley Prime Crime 2010
  • Frank Stiens: Licht oder Schatten. Beide haben ihren Reiz. Kindle edition [2012]
  • Flohmarktkäufe

    Traditionellerweise kaufe ich am Flohmarkt der Apostelpfarre blau-weißes Geschirr, so auch heute, aber diesmal waren auch einige Bücher dabei:

  • Rolf Ulrici: Diane aus dem Försterhaus. Wien: Verl. Gustav Swoboda & Bruder o.J. [1968]
  • Philip Pullman: Der goldene Kompass. Hamburg: Carlsen 2007 [His dark materials 1: Northern lights, 1995]
  • P.J.T. Glendening: Icelandic. A complete course for beginners and students. Seven Oaks: Hodder and Stoughton 1977 (= Teach yourself books)
  • Roland Hill: Typisch englisch. Ein vergnüglicher Inselführer. Freiburg: Herder 1983
  • Hans Weigel: Der exakte Schwindel oder Der Untergang des Abendlands durch Zahlen und Ziffern. München: dtv 1982
  • Alexandr Sergejevič Puškin: Vyšel jsem dřív než hvězda ranní. Prag: Státní nakladatelství krásné literatury a uměí 1962
  • Wednesday, February 29, 2012

    Kinderschreibwerkstatt in Mattersburg

    Die von Fini Zirkovich geleiteten Kinderschreibwerkstätten im Literaturhaus Mattersburg sind bereits Tradition und haben sich über Jahre bewährt. Kinder der dritten und vierten Schulstufe können unter der fachkundigen Anleitung der Pädagogin verschiedene Gattungen des Schreibens kennenlernen und ausprobieren. Heuer beginnen die Kinderschreibwerkstätten am Dienstag, den 13. März, und am Donnerstag, den 15. März. Die Schreibwerkstätten finden an fünf aufeinander folgenden Wochen jeweils von 16-18 Uhr statt und enden mit einem gemeinsamen Lesefest am Donnerstag, den 26. April 2012, ab 16 Uhr.

    Der Unkostenbeitrag für die Kinderschreibwerkstätten beträgt 18 € pro Kind, die Anmeldung ist per mail unter office (at) literaturhausmattersburg.at oder telefonisch unter 02626/67710 möglich.

    Tuesday, February 28, 2012

    Neue dreisprachige Kinderbücher

    Am Freitag, dem 16. März 2012, um 14.30 Uhr lädt der Beirat für ungarischsprachige Kindergartenpädagogik des Ungarischen Medien- und Informationszentrums (UMIZ) zur Präsentation von vier neuen dreisprachigen Kinderbüchern der Reihe "UMIZ for KIDS" in die Mehrzweckhalle Unterwart.

    Programm:

  • Begrüßung: Josef Horvath, Bürgermeister von Unterwart
  • Einleitende Worte: Dr. Andrea Zorka Kinda-Berlakovich, Institut für Slawistik der Universität Wien
  • Buchpräsentation. Ungarisch: Orsolya Lippert-Havasi, Edit Padosné Kiszela. Deutsch: Katharina Dowas. Kroatisch: Sonja Krutzler
  • Unter der Leitung von Rita Berta Tiborné, Katharina Dowas, Emese Hubbes, Sonja Krutzler, Edit Leitner, Gabriella Marton, Edit Padosné Kiszela und Ágnes Tornai werden Kindergarten- und Volksschulkinder aus dem In- und Ausland die Buchpräsentation mit Lied- und Spruchgut untermalen.

    Book Staxx

    "the library, man, is the place to be..."

    Friday, February 24, 2012

    Die Zurückgezogenen

    Als Kindle-Edition ist das Buch "Licht oder Schatten" von Frank Stiens erhältlich: Beschreibung: "Die Theater-Schauspielerin Helen und der Bibliothekar Paul werben bei der Abiturientin Donna für ihren jeweiligen Beruf, also für Öffentlichkeit oder Zurückgezogenheit. Sie streiten mit Beispielen aus Historie und Literatur, wie Jeanne d'Arc, Judith, Lysistrata, und Casanova, Descartes, Don Quijote. Im Laufe des Diskurses werden beide von den Argumenten der Gegenseite so beeindruckt, dass sie die Fronten wechseln".

    Thursday, February 23, 2012

    Wie fälscht man einen Bettauer

    Gestern habe ich über meine Bettauer-Lektüre geschrieben, dass ich im Moment anscheinend gar nicht genug bekommen kann. Nachdem ich mit "Kampf ums Glück" nun den vierten Kriminalroman (und - mit "Die Stadt ohne Juden" - fünften Roman) Bettauers innerhalb eines Monats begonnen habe, ist nun jäh der Sättigungsgrad erreicht ;-) Ohne seine anderen Krimis zu kennen, gibt es offensichtlich doch ein gewisses Schema, das natürlich bei einer Veröffentlichung als Fortsetzungsroman nicht so stark auffällt. Falls eine Germanistin unter meinen Leserinnen gerade karrieremäßig ansteht und plötzlich einen bisher unentdeckten Bettauer (er)finden will, hier eine typische Zusammenfassung:

    Junger Mann aus gutem adeligem oder bürgerlichem Hause verarmt aufgrund der Zeitläufte nach dem 1. Weltkrieg und bringt jemanden, den irgendwie auf moralisch nicht ganz einwandfreiem Weg zu viel Geld gekommen ist, wegen ebendiesen Geldes brutal um. <insert Frauengeschichten>. Mit dem erbeuteten Geld gelingt ein Aufstieg in die bessere Gesellschaft. Weitere Morde werden erforderlich, da der Lebenswandel mit Wein, Weib und Gesang nun einmal so teuer ist und es bescheiden einfach nicht mehr geht. Zum Schluss wird der junge Mann schon vor Gericht gestellt, kommt aber letztlich doch irgendwie davon. Schließlich konnte das Opfer eh niemand leiden.

    Tuesday, February 21, 2012

    Kindle reading diary

    recently finished

    Hugo Bettauer: Hemmungslos, Kindle edition (1920) [Unscrupulous]
    Hugo Bettauer: Die freudlose Gasse, Kindle edition (1924) [Joyless street]

    It seems that I can't get enough from these very Austrian mystery novels at the moment, having finished "Der Frauenmörder" [The ripper] in January. Not so much because of their (debatable) literary quality - I like that Bettauer always transports social problems like unemployment, malnutrition, battlefield injuries, lung diseases, and he probably was far ahead of his time, as far as sexual morals are concerned, e.g. when he talks about prostitution [one of the main characters in "Die freudlose Gasse" expresses understanding for the young women who prostitute themselves because they and their families have nothing to eat and there's no hope for change. He criticises not the prostitutes, but the punters and panders exploiting their distress]. So these works are excellent depictions of the society of Bettauer's time even more than they are mystery stories, although there is murder, and theft, and procuration, and general inmorality ;-) And, simply, they are page-turners. I think it helps if you are familiar with Vienna and/or Austrian history. - Sometimes though I think the bad guys come away too easily.

    Monday, February 20, 2012

    librarianship as activism

    "Librarianship is a form of activism. Our professional ethics are activist through and through. Look at the Freedom to Read Statement or the Code of Ethics. Objectivity, looking at the world from a positivist stance, is important - but being neutral about what you see is absurd. I spent a good part of my twenties well aware of the problems of the world, but largely convinced that the 'adults' were working on it. Now that I am in my thirties I can see that each and every one of us has an obligation to work to build that better world - the one that an objective look at reality (consider climate change) shows is increasing urgent", Mandy Henk says in the interview "Occupy Wall Street Librarians Talk About Feminism, Activism and Librarianship" for Women in libraries.

    Book cover Questioning Library Neutrality, (c) Library Juice PressIf you want to read more about librarianship and activism, I recommend the anthology "Questioning Library Neutrality: Essays from Progressive Librarian" edited by Alison Lewis at Library Juice Press.

    Thursday, February 16, 2012

    Sorge – Arbeit am guten Leben

    Die Grüne Bildungswerkstatt und das Institut für die Wissenschaften vom Menschen setzen die Vortragsreihe "Sorge – Arbeit am guten Leben" mit folgenden Veranstaltungen fort:

    Rationell für sich und andere sorgen – geht das? Über die widersprüchliche Rationalisierung der Selbst- und Fürsorge. Dienstag, 28. Februar, 18 Uhr, IWM- Bibliothek, Spittelauer Lände 3, 1090 Wien.
    Referentin: Brigitte Aulenbacher, Professorin für Soziologische Theorie und Sozialanalysen an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Grüner Kommentar: Sigrid Pilz, grüne Sprecherin für Gesundheit und Pflege im Wiener Gemeinderat
    In der sozialen Arbeit und der Pflege wird kontrovers diskutiert, inwieweit Ökonomie und Ethik miteinander vereinbar sind. Im Alltag werden einerseits Arbeiten der Selbst- und Fürsorge rationalisiert, um sie effizienter zu gestalten. Andererseits stehen Rationalisierung und Effizienzdenken zu den für die Sorgetätigkeit notwendigen Orientierungen im Gegensatz. Der Beitrag beleuchtet ausgewählte historische und gegenwärtige Konstellationen in der Rationalisierung der Selbst- und Fürsorge und beantwortet die Frage, in welcher Weise und um welchen Preis sie erfolgt und wo sich Widersprüche und widerständige Momente zeigen.

    Ökonomisierung der Sorgearbeit – fürsorgliche Praxis. Konflikte um nachhaltige Gesellschaftsentwicklung. Dienstag, 13. März, 18 Uhr, IWM-Bibliothek.
    Referentin: Eva Senghaas-Knobloch, Professorin für Arbeitswissenschaft am Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen. Grüner Kommentar: Karl Öllinger, grüner Sozial- und SeniorInnensprecher im Nationalrat.

    Arbeit und Leben: Eine spannungsreiche Ko-Konstitution. Einige politikwissenschaftliche und praktische Überlegungen. Dienstag, 17. April, 18 Uhr, IWM-Bibliothek.
    Referentin: Stefanie Janczyk, Vorstandsmitglied der IG Metall, Fachbereich Sozialpolitik, Ressort Allgemeine Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Grüner Kommentar: Birgit Schatz, grüne ArbeitnehmerInnen- und KonsumentInnenschutzsprecherin im Nationalrat.

    Thursday, February 09, 2012

    Das bloße Öffnen der Konvolute

    Bei der Lektüre von W.G. Sebalds Roman "Austerlitz" bin ich auf eine Passage gestoßen, die mich sehr stark an das Schreiben von Diplomarbeiten (und ja, auch an das Schreiben meiner Diplomarbeit) erinnert ;-)

    "Je größer die Mühe, die ich über Monate hinweg an dieses Vorhaben wandte, desto kläglicher dünkten mich die Ergebnisse und desto mehr ergriff mich, schon beim bloßen Öffnen der Konvolute und Umwenden der im Lauf der Zeit von mir beschriebenen ungezählten Blätter, ein Gefühl des Widerwillens und des Ekels, sagte Austerlitz. Und doch sei das Lesen und Schreiben immer seine liebste Beschäftigung gewesen. (...) Jetzt aber war mir das Schreiben so schwer geworden, daß ich oft einen ganzen Tag brauchte für einen einzigen Satz, und kaum daß ich einen solchen mit äußerster Anstrengung ausgesonnenen Satz niedergeschrieben hatte, zeigte sich die peinliche Unwahrheit meiner Konstruktionen und die Unangemessenheit sämtlicher von mir verwendeter Wörter. Wenn es mir dennoch durch eine Art Selbsttäuschung bisweilen gelang, mein Tagespensum als erfüllt anzusehen, dann starrten mir jeweils am nächsten Morgen, sowie ich den ersten Blick auf das Blatt warf, die schlimmsten Fehler, Ungereimtheiten und Entgleisungen entgegen" (W.G. Sebald: Austerlitz. München: Hanser 2001, S. 175 - 176).

    Tuesday, February 07, 2012

    Pflicht: Extrovertiertheit?

    "Bibliothekare suchen für ihre Kunden mit moderner Technik Informationen. Zeit für ausgiebige Lektüre bleibt dabei nicht. Stattdessen steht Kommunikation im Vordergrund. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte extrovertiert sein", schreibt die Hessische / Niedersächsische Allgemeine Zeitung am 4. Februar.

    Monday, February 06, 2012

    IEEE sucht eigene alte Zeitschriften

    Elka Sloan, IEEE Client Services Manager Europe, schrieb am 26. Jänner in Inetbib: "Im Zuge der Digitalisierung seiner historischen Zeitschriften und Tagungsberichte ist IEEE an Printbeständen interessiert. Wenn eine Einrichtung solche aussondern möchte, lassen Sie mich bitte wissen, um welche Titel und Jahrgänge es sich handelt. Je älter, desto interessanter - natürlich auch die beiden Vorgänger-Organisationen IRE und AEE (bis einschließlich 1963, danach gab es dann IEEE)". Kontakt: e.sloan (at) ieee.org.

    Saturday, February 04, 2012

    reading diary

    RECENTLY FINISHED
    Arthur Conan Doyle: Through the magic door. Kindle edition
    I admit I downloaded this book because I assumed it contained mystery stories, but when there simply was no crime and no sign of Watson or Holmes I discovered that it is even better ;-) Doyle invites us to join him at a journey through his library and to close the magic door behind us: "I care not how humble your bookshelf may be, nor how lowly the room which it adorns. Close the door of that room behind you, shut off with it all the cares of the outer world, plunge back into the soothing company of the great dead, and then you are through the magic portal into that fair land whither worry and vexation can follow you no more". I discovered that Doyle and I have something in common: "Personally I must confess that anything bearing upon the Arctic Seas is always of the deepest interest to me". Conclusion: "For the time the magic door is still shut. You are still in the land of faerie. But, alas, though you shut that door, you cannot seal it. Still come the ring of bell, the call of telephone, the summons back to the sordid world of work and men and daily strife. Well, that's the real life after all—this only the imitation. And yet, now that the portal is wide open and we stride out together, do we not face our fate with a braver heart for all the rest and quiet and comradeship that we found behind the Magic Door?"
    Maia C: "Library door", 27. April 2006, Flickr, CC-BY-NC-ND

    Eduard von Keyserling: Dumala. Kindle edition

    Ian Sansom: The Bad Book Affair. William Morrow 2010 (The mobile library 4)
    I think this is the best book in the series. I had some difficulties with its predecessors and only bought them for the sake of completeness. But after reading part four I hope there will be a another instalment. Sansom really has wit and a talent for needing few sentences for saying much about a person.

    IN PROGRESS

    G.K. Chesterton: The man who knew too much. Kindle edition (status: 3%)
    collection of detective stories

    W.G. Sebald: Austerlitz. Carl Hanser 2001 (Status: page 175 of 416)

    Friday, February 03, 2012

    Themenheft zur Selbstversorgung

    Band 61 (2011) der Zeitschrift "Westfälische Forschungen", herausgegeben von Michael Prinz, hat den Schwerpunkt "Aus der Hand in den Mund - Selbstversorgung als Praxis und Vision der modernen Gesellschaft". Aus dem Inhalt:

  • Michael Prinz: Von der Hand in den Mund. Geschichte und Aktualität der Selbstversorgung
  • Helene Albers: Selbstversorgung und Geschlechterrollen in der bäuerlichen Landwirtschaft Westfalens von 1920 bis 1960
  • Vera Steinborn: Arbeitergärten im Ruhrgebiet
  • Sabine Verk-Lindner: Kleingärten und Selbstversorgung - Westfalen und das Ruhrgebiet im Kontext der Gesamtentwicklung des deutschen Kleingartenwesens
  • Isolde Dietrich: Kleingärten in der DDR. Die Legende von der Selbstversorgung der Ostdeutschen
  • Rita Gudermann: "Selbstversorgung auf kleinster Fläche" - Überlegungen zu den Angaben zum Nutzflächenbedarf einer Familie im 19. und 20. Jahrhundert
  • Thomas Küster: Landwirtschaft und Nebenberuf um 1900. Eine Auswertung statistischer Quellen am Beispiel Westfalens
  • Clemens Zimmermann: Vom Nutzen und Schaden der Subsistenz. Fachdiskurse über "Arbeiterbauern" vom Kaiserreich zur Bundesrepublik
  • Klaus Fehn: Arbeiterbauern im Saarland - Entstehung, Entwicklung und Auflösung einer sozialstrukturellen Konstellation
  • Andreas Eichmüller: Arbeiterbauern und Nebenerwerbslandwirte in Bayern nach 1945
  • Heinz Wilhelm Hoffacker: Das Ruhrgebiet als Selbstversorgerlandschaft - Pläne zur partiellen Reagrarisierung der Region in der Zwischenkriegszeit
  • Daniela Rüther: Vom Kriseninstrument zum Mittel der Familienpolitik - Der Gedanke der Siedlung und Selbstversorgung in der Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944
  • Frank Lohrberg: Debatten über die Funktion von städtischem Grün und Freiflächen in der Stadt- und Raumplanung seit dem Kaiserreich
  • Michael Prinz: Selbstversorgung - ein Gegenprinzip zur Moderne? Bemerkungen aus historischer Perspektive
  • Thursday, February 02, 2012

    mournful, withdrawn, unhappy

    "Buffy was probably one of the things that had made him want to become a librarian in the first place. That, and the fact that he was a mournful, withdrawn, unhappy individual who preferred books to people" (Ian Sansom: The bad book affair, p. 209)

    Ich lese gerade den vierten Band der "Mobile library"-Serie und halte ihn für den gelungensten Band der Serie. Die an sich nicht wirklich sympathische Hauptfigur gewinnt hier meiner Meinung nach an Tiefe. Auch die lokale Bevölkerung, in den ersten drei Bänden zu einem großten Teil wie der Sprache kaum mächtige Volldeppen dargestellt, kommt hier bisher ein bisschen besser weg, kommt mir vor.

    Thursday, January 26, 2012

    Gegeninitiative zu "Kunst hat recht"

    "Dieser Tage macht die Kulturindustrie wieder Stimmung, um ihre überholten Geschäftsmodelle noch ein paar Jahre absichern zu können. Dazu schickt sie verunsicherte Kulturschaffende vor, deren wirtschaftliche Lage tatsächlich meist sehr prekär ist. Unter dem Titel 'Kunst hat Recht' liest man etwa: 'Die Lebensgrundlage der Kunstschaffenden ist bedroht!' Das stimmt, allerdings ist die geforderte Verschärfung der Urheberrechte das gänzlich falsche Mittel, dieser Bedrohung zu begegnen", schreibt die "Gegeninitiative zu 'Kunst hat recht'" im heutigen Standard". Unterzeichnet ist der interessante Beitrag von Konrad Becker, Marina Grzinic, Susanne Kirchmayr, Monika Mokre, Gerald Raunig und Felix Stalder. - Hinweis aus Internetz.

    "konnte nicht veröffentlicht werden"

    In einem wissenschaftlichen Artikel, den ich gestern gelesen habe, gab eine Fußnote die zugrundeliegende Studie an, und dabei stand: "Aufgrund abgelehnter Druckkostenförderungsanträge konnte die Studie nicht veröffentlicht werden". Die (sicher interessante) Studie stammt aus dem Jahr 2001, der Artikel wurde 2009 gedruckt. Jetzt denke ich, da gibt es doch so etwas wie Internet, und da kann ich das reinstellen, und dann können es alle lesen, die's interessiert, ganz ohne Druckkostenförderung... Ist in diesem Fall nämlich wirklich schade.

    Gideon Burton: "Open Access (storefront)", aufgenommen am 1. Jänner 2009, Flickr, CC-BY-SA

    Wednesday, January 25, 2012

    Preise für Abschlussarbeiten

    bit-online-Innovationspreis 2012 (alphabetisch)

  • Josefine Bäßler: Wie können Bibliotheken das PR-Instrument Storytelling für ihre PR-Arbeit nutzen? Analyse erfolgreicher Fallbespiele und Ableitung von Handlungsstrategien auf Bibliotheken (Hamburg)
  • Katrin Gärtner: Analyse von Recommendersystemen in Deutschland (Potsdam)
  • Kristin Laufs: Emotion Selling - ein Impuls für die Kommunikationsgestaltung in Öffentlichen Bibliotheken (Leipzig)
  • VFI-Förderungspreis 2011 (zwei zweite und zwei dritte Preise)

  • Kathi Woitas (Winterthur). Bibliografische Daten, Normdaten und Metadaten im Semantic Web: Konzepte der Bibliografischen Kontrolle im Wandel (Berlin)
  • Loredana Pinna / Wiebke Wessels: Mobile Anwendungen von Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland: Studie zum aktuellen Stand und zur zukünftigen Entwicklung bibliothekarischer Dienstleistungen für mobile Endgeräte (Hamburg)
  • Christina Bank: Die Usability von Online-Wörterbüchern und elektronischen Sprachportalen (Hildesheim)
  • Katrin Geist: Bildungsbezogene Informationssuche: Ergebnistypen, Qualität und Relevanz von Suchergebnissen von Universalsuchmaschinen (Hildesheim)
  • reading diary

    W.G. Sebald: Austerlitz. Carl Hanser 2001 (Status: page 157 of 416)

    Grüne Resolution zum Ehrenamt

    Die Grünen SeniorInnen Österreich haben eine Resolution zum abgelaufenen EU-Jahr der Freiwilligenarbeit herausgegeben (.doc). Am Ehrenamt kommt man ja beim österreichischen Bibliothekswesen nicht vorbei, deswegen sei sie hier wiedergegeben:

    "Das EU-Jahr des Ehrenamtes wurde von den grünen SeniorInnen begrüßt, um auf die große Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit hinzuweisen. Ohne die Freiwilligenarbeit würden wichtige Bereiche des Alltags innerhalb unserer Gesellschaft nicht nur unterversorgt bleiben, sondern der soziale Bereich vor dem Zusammenbruch stehen.
    Die zahlreichen Aufrufe und Aufforderungen im EU-Jahr des Ehrenamtes, gerade Ältere sollten sich vermehrt freiwillig arbeitend zur Verfügung stellen, haben jedoch einen bitteren Nachgeschmack: Immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft gehen dazu über, wichtige Arbeiten auszulagern, um Kosten zu sparen. Zahlreiche lohnpflichtige Arbeitsplätze verschwinden, werden nicht nachbesetzt und durch Freiwilligenarbeit ersetzt. Fakten über unentgeltliche Arbeitsstunden und ihre Auswirkung auf Vollarbeitsplätze werden verschwiegen. Ob Freiwillige die notwendigen Qualifikationen besitzen, wird in den wenigsten Fällen sorgfältig überprüft.
    Trotz laufendem Sinken der realen Pensionsleistungen wird Freiwilligenarbeit immer mehr mit moralisierenden Argumenten eingefordert, was einer organisierten Ausbeutung gleichkommt.
    Ältere Menschen bringen sich mit ihren Leistungen, Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen gerne in gesellschaftlich relevante Aktivitäten ein. Sie tun dies im Sinne eines solidarischen Generationenvertrages als MitgestalterInnen einer sozial gerechteren Welt. Und sie betrachten dieses Engagement als eine Bereicherung ihres Lebens und als Erweiterung ihres Horizonts.
    Sie haben aber auch ein Recht darauf, sich gegen gesellschaftlichen Zwang zu wehren. Sie sind durchaus bereit, sich in geeigneten Bereichen und in geeigneter Form einzubringen. Sie verlangen aber Rahmenbedingungen und Formen der Anerkennung, die ihrem Engagement in Freiwilligenarbeit entspricht und Anerkennung auch dafür, dass sie die gesamte Infrastruktur für die gegenwärtigen jüngeren Generationen aufgebaut/finanziert haben.
    Sie verlangen die Überprüfung jeder Streichung eines lohnpflichtigen Arbeitsplatzes, damit er nicht durch 'kostenfreie' Freiwilligenarbeit ersetzt wird. Nur dann sind Freiwilligenarbeit und Ehrenamt gerechtfertigt und tragen zum Wohle der Allgemeinheit bei".

    senior library volunteer on desk in public library; Library Snapshot Day 4031, Chelmsford Public Library, Flickr
    Chelmsford Public Library: Library Snapshot Day 4031, Library volunteer. Aufgenommen am 13. April 2011, Flickr, CC BY-NC-SA

    Tuesday, January 24, 2012

    Kindle reading diary

    recently finished
    Hugo Bettauer: Der Frauenmörder (1926)
    Otto Julius Bierbaum: Die Weihnachtsbowle (1905)
    Franziska zu Reventlow: Das feindselige Gepäck (?)

    in progress
    Eduard von Keyserling: Dumala (1908)

    Monday, January 23, 2012

    Partner in geistiger Hinsicht

    "Der Leser ist der Partner der Bücherei, nicht nur in rechtlicher, sondern auch in geistiger Hinsicht. Er hat Anspruch auf Rat und Hilfe beim Aussuchen der Bücher, a u c h in der Freihandbücherei, die nicht als unpersönlicher Selbstbedienungsladen gedacht ist. Vor allem ältere Menschen finden sich manchmal nicht leicht zurecht und bedürfen des ermutigenden Hinweises".

    Aus: Büchereiarbeit in Stichwörtern. Ein Übungs- und Lernbehelf für Bibliothekare im Ehrenamt und Nebenberuf. Unter Mitarb. vieler Kollegen zusammengestellt von Gertrud Vetter. Wien: Verl. Erwachsenenbildung in Österreich 1971, S. 67


    librarymistress: Stadtbibliothek Hannover, aufgenommen am 4. Mai 2010, Flickr, CC-BY-SA

    Friday, January 20, 2012

    library in Urdu

    Overheard a library dialogue in the underground today. Young woman and boy got in and sat down. Woman started reading a library book. Boy: "If you go back to Pakistan, you can't go to the library anymore.- Woman: "Libraries are everywhere. There are also libraries in Pakistan". - Boy thinks a while, then finds another argument against leaving: "But the library may be in Urdu. Can you still read Urdu?" [originally English].


    Olaf Kellerhoff: "Qaid-e Azam Bibliothek", 23. März 2009, Flickr, CC-BY-NC