Wednesday, May 01, 2013

Die verwunderten Bibliothekare

"Später entdeckte ich die Stadtbibliothek und auch, daß man Bibliothekare verblüffen kann, wenn man Bücher bestellt, die andere nicht lesen. Von Literatur wußte ich nichts. Trotzdem las ich als kleiner Snob erstmal nicht Karl May, sondern Johann Wolfgang Goethe. Seinen Namen hatte ich schon gehört, und daß er der Größte sei auch. Ich begann beim ersten Band der Gesammelten Werke, alles Gedichte, holte mir den zweiten Band, wieder Gedichte. Das Staunen der Bibliothekare machte mir Spaß, und daß ich ein besonders netter Bub war und nicht ein böser, der Karl May liest, das machte mir auch Spaß".

Farbphoto Eingangsportal Stadtbuecherei Frankfurt am Main

Peter Bichsel: Der Leser. Das Erzählen. Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Luchterhand 1982, S. 36 - 37 - erworben am Dienstag beim Offenen Bücherschrank Alsergrund :-)

Monday, April 29, 2013

Professorentitel für Stiftsbibliothekar

"Der Theologe Dr. Johann Tomaschek wird für seine Verdienste im Bereich Kirchen-, Landes- und Kulturgeschichte mit dem Professorentitel geehrt. Er ist Archivar und Bibliothekar und seit 1981 mit der Leitung der Stiftsbibliothek des Benediktinerstifts Admont in der Steiermark betraut. Darüber hinaus war er bis 1995 auch für die Museen und die touristischen Belange des Stiftes zuständig und ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Ordensarchive Österreich. Hervorzuheben ist seine volksbildnerische Tätigkeit in Form von historischen Vorträgen und Aufsätzen sowie seine Mitarbeit bei der fachlichen Vorbereitung steirischer Landesausstellungen. Geschätzt werden auch seine Publikationen zu überwiegend historischen Themen".

Photo Eingang Stift AdmontQuelle: Presseaussendung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur vom 29. April 2013. - Photo: librarymistress, Flickr, aufgenommen am 18. Juli 2008, CC-BY-SA

Saturday, April 27, 2013

Der Bücherplanet

sw Kinderzeichnung Buecherrakete und Buecherplanet
Faculteitsbibliotheek Letteren & Wijsbegeerte: Books in space, Flickr, 22. April 2013, CC-BY-NC-SA

Wednesday, April 24, 2013

The end of the world

Monday, April 22, 2013

Bier am Sonntag

Photo handgeschriebenes Schild 'Collect your drinks at the bar' auf Holztisch
librarymistress: Collect your drinks at the bar, aufgenommen am 1. Juni 2007 in Salzburg, Flickr, CC-BY-SA

Friday, April 19, 2013

MAK-Hauszeitschriften online

Seit kurzem bietet die Bibliothek und Kunstblättersammlung des Museums für Angewandte Kunst eine Zeitschriftendatenbank mit den Hauszeitschriften des MAK. Rund dreißigtausend Seiten der "Mittheilungen des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie" (1863 – 1897) und der Folgezeitschrift "Kunst und Kunsthandwerk" (1898 - 1921) können im Volltext durchsucht werden. Suche über www.mak.at/suchergebnis. - Verwendet wird übrigens der Intranda-Viewer.

Thursday, April 18, 2013

Auf der Suche nach der Stadtbibliothek

Wednesday, April 17, 2013

Der Kärntnerische Sumpf

Im Katalog des Kärntner Landesarchivs habe ich heute den Bestand "Entsumpfung von Klagenfurt" entdeckt. Dauerte eine Weile, bis ich gemerkt habe, dass es dabei gar nicht um Politik geht ;-)


Arkomas: The swamp bar sign - New Orleans, aufgenommen am 13. November 2011, Flickr, CC-BY-NC

Sunday, April 14, 2013

Leseliste VII: Gottfried Benn: Kleine Aster / Schöne Jugend / Kreislauf

Für meine Diplomprüfungs-Leseliste zum Thema "Expressionismus" habe ich drei Gedichte von Gottfried Benn ausgewählt - es sind die ersten drei Texte aus dem 1912 erschienenen Zyklus "Morgue". "Schöne Jugend" ist wieder ein Beispiel für die Wasserleichenpoesie. Dazu postete übrigens jemand auf gutefrage.net: "Wasserleichenpoesie, was haltet ihr davon , wozu gabs die eigentlich? Ist doch total eglisch" ;-) Mir gefällt's jedenfalls, und mich gruselt's gleichzeitig.

Kleine Aster

Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhellila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muß ich sie angestoßen haben, denn sie glitt
in das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie ihm in die Brusthöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft,
kleine Aster!

Schöne Jugend

Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die andern lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schauzen quietschten!

Kreislauf

Der einsame Backenzahn einer Dirne,
die unbekannt verstorben war,
trug eine Goldplombe.
Die übrigen waren wie auf stille Verabredung
ausgegangen.
Den schlug der Leichendiener sich heraus,
versetzte ihn und ging für tanzen.
Denn, sagte er,
nur Erde soll zur Erde werden.

Zitiert nach: Dieter Wellershoff (Hrsg.): Gottfried Benn. Auswahl aus seinem Werk. Darmstadt: Moderner Buchclub 1962, S. 7 - 8. Mein Exemplar wurde von der Linzer Stadtbücherei ausgeschieden. Hinten klebt noch der Ausleihzettel dran, und da sieht man, dass das Buch zwischen 1963 und 1968 nicht ausgeliehen wurde ;-)


Leseliste VI: Erich Möchel, Tex Rubinowitz: Verschollen in der Anstalt. Aufzeichnungen des Volontärs Schubal.
Leseliste V: Else Lasker-Schüler: Weltende
Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest
Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Literaturrecherche in den 1980ern

Otto Oberhauser hat einige seiner Beiträge zur computergestützten Literatursuche aus den 1980ern in E-LIS eingestellt - sehr interessant zur Erinnerung für die ZeitgeschichtlerInnen unter den BibliothekshistorikerInnen ;-) Beispiele:

Leseliste VI: Erich Möchel: Verschollen in der Anstalt

Für das Diplomprüfungsthema "Satire" habe ich die ORF-Satire "Verschollen in der Anstalt. Aufzeichnungen des Volontärs Schubal" von Erich Möchel ausgewählt. Das 1993 bei Deuticke erschienene Buch wurde von Tex Rubinowitz illustriert. Das Gebäude am Küniglberg als Labyrinth, in dem sich die Titelfigur verliert, und ein Aquarium als geheimnisvoller Übergang in eine andere Welt - mehr will ich gar nicht verraten! Besonders witzig daran ist auch, dass viele der Figuren noch heute beim ORF arbeiten bzw. immer noch bekannt sind (Ernst Gelegs, Josef Broukal, Gerd Bacher...); man kann das Buch also heute noch mit Genuß lesen. Möchel hat ja selbst lange beim ORF gearbeitet und hat da sicher Insiderinformationen, wie es da so zugeht.

Cover Verschollen in der Anstalt, Amazon


Leseliste V: Else Lasker-Schüler: Weltende.
Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest
Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Saturday, April 13, 2013

Leseliste V: Else Lasker-Schüler: Weltende

Ich muss gestehen, diesen Text für meine Diplomprüfungsleseliste zunächst nur ausgewählt zu haben, weil es den gleichen Titel wie das berühmte Gedicht von Jakob van Hoddis trägt und weil die Frauenquote auf meiner Liste wirklich unter aller Kritik war. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das sehr viel anders ausgesehen hätte, wenn ich mehr Zeit für die Vorbereitung gehabt hätte - meine LibraryThing-Gender-Statistik zeigt 863 Bücher von Männern und nur 343 von Frauen. Nur wenn alle 445 AutorInnen, bei denen kein Geschlecht eingetragen ist, Frauen wären, wäre das Verhältnis halbwegs ausgewogen. - Hartmut Vollmer hat jedenfalls die umfangreiche Anthologie "'In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod'. Lyrik expressionistischer Dichterinnen" zusammengestellt, in der bekanntere und unbekannte Autorinnen vertreten sind. In diesem 1993 im Arche-Verlag erschienenen Buch bin ich auf "Weltende" gestoßen..

Es ist ein Weinen in der Welt,
als ob der liebe Gott gestorben wär,
und der bleierne Schatten, der niederfällt,
lastet grabesschwer.

Komm, wir wollen uns näher verbergen...
Das Leben liegt in aller Herzen
wie in Särgen.

Du, wir wollen uns tief küssen...
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,
an der wir sterben müssen.


Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest
Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Literaturbeschaffung mittels Hashtag: #icanhazpdf

Ich bin heute über einen Tweet von Karen James bzw. den Retweet von Lambert Heller auf eine nützliche Twittersache gestoßen, die es anscheinend eh schon seit mindestens zwei Jahren gibt: #icanhazpdf. Mit dem Hashtag werden Tweets gekennzeichnet, in denen man nach wissenschaftlichen Aufsätzen sucht, zu denen die eigene Bibliothek bzw. Forschungseinrichtung keinen Zugang bietet. Als ich gerade reingeschaut habe, wurden u.a. die Aufsätze "Thioflavin-S staining coupled to flow cytometry" und "Searching for unconventional seismic signals on a subduction zone with a submerged forearc" gesucht.

Hier ist eine schöne Erklärung: "#icanhazpdf is a Twitter hashtag used to coordinate the exchange of scholarly papers. Suppose that Alice needs a certain journal article for her research, but neither Alice nor her employer have a subscription to the journal which contains it. (Alice could be a research scientist at a small nonprofit organization, or even a cancer patient trying to educate herself about her disease.) The article is not Open Access, nor is it available in an institutional repository, nor does a version exist on PubMed Central or the arXiv. Alice posts a link to the paper on her Twitter account, marking it with the "hashtag" #icanhazpdf. Anyone who notices checks to see if they have access, such as via their university's institutional subscriptions, and if they do, they download the article and send it to Alice. In February 2012, it is becoming standard practice to delete the request tweet after the request has been fulfilled" (Quelle: Eureka Journal Watch, CC-BY)

Eine ähnliche Sache gibt es auch auf Reddit: "This reddit is for requesting and sharing articles available in various databases, as well as discussion relating to the material".

Karl Emil Franzos über Hofnamen

Mit Karl Emil Franzos bin ich leider erst bei einem Literaturgeschichte-Konversatorium auf der Uni zum ersten Mal in Kontakt gekommen - bei Werner Michler standen "Die Juden von Barnow" auf der Leseliste. Sehr empfehlenswert! Vor kurzem habe ich mir seine Reiseberichte "Deutsche Fahrten" auf den Kindle geladen, und zwar den Teil "Reise- und Kulturbilder aus Anhalt und Thüringen". Die Texte machen mir große Lust, dort hinzufahren, aber ich fürchte, da sieht es heute nicht mehr so aus wie vor hundert Jahren... In einem Abschnitt über das Schwarzatal beschreibt Franzos die Verwendung der Hofnamen:

"Begegnen zwei Leute einander, so reicht ihre Zeit, auch wenn sie noch so eilig sind, zu einem Gruß und einem Spaß, und wenn's auch nur das Zurufen des Spitznamens wäre. Solche Namen wachsen ja naturgemäß in jedem Dorf wie die Brombeeren; beim Familiennamen ruft man sich da niemals, sondern bezeichnet einander nach dem Hof, dem Gewerbe oder hervorstechenden Eigenschaften. Die Spitznamen sind also anderwärts keineswegs zugleich immer Necknamen; hier oben, soweit ich's erkunden konnte, fast immer. Viele sind harmlos, wie zum Beispiel Scharbsheiner, Veigelemarie; der Heinrich liebt eben Pfannkuchen und die Marie Veilchen; auch Linsenschlingerfritz bedeutet keine ehrenrührige Gewohnheit. Noch weniger Stöckelmartin; der alte Mann, der so hieß, hatte sich eben einst im Stöckelnspiel (was die Schweizer Pflöcklispiel nennen) ausgezeichnet, und Schwatzmarthe vollends könnte jede Frau im Tal heißen. Andere Namen bezeichnen körperliche Eigenschaften; angenehm sind sie ja für die Träger nicht, aber doch auch dem Leumund nicht abträglich: Hinkehanne, Ohrenmatthes; zwei gleichnamige, aber sehr verschiedene Kusinen bei Oelze werden als Steckenliese und Schmalzliese unterschieden; letzteres nach dem im Tal geltenden Schönheitsideal entschieden ein epitheton ornans. Und nach den dort herrschenden Ansichten können auch Mädelkarle und Kußgrete nicht niederdrücken. Andere Spitznamen wieder sind ohne alle Spitze, nur eben Bezeichnungen, so zum Beispiel Löffelsimshannematthes, was, wie ich glaube, bedeutet: der Matthias, der Sohn der Hanne, welche die Tochter des Löffelsimon war; einen andern, Sauerteigsbalzer, lasse ich aus dem nicht untriftigen Grunde unerklärt, weil ich's selber nicht weiß. Viele Namen aber sind recht unangenehm, und wollte man nach ihnen schließen, so stünden zahlreiche Leute im Tale bei ihren Nebenmenschen in üblem Geruch, moralisch, aber auch körperlich. Solche Namen nehmen sich in Druckerschwärze schlecht aus, würden zudem leicht zu falschen Schlüssen verführen. Die Leute sind spottlustig und nicht eben fein, aber allzu böse gemeint ist derlei nie".

Hauszeichen Fuchshof Hollenthon Vulgonamenschild PusterwaldMit Hofnamen bzw. Vulgonamen hab ich mich ja vor einigen Jahren in einer Seminararbeit beschäftigt, und sie lassen mich nicht los :-) Links ein Photo vom Fuchshof in Hollenthon in der Buckligen Welt, rechts ein Photo aus dem steirischen Pusterwald, wo sogar die Bushaltestelle den Namen "Steinmetz" trägt!

Friday, April 12, 2013

Bücherei im Schubhaftzentrum

In einer Presseaussendung des Innenministeriums über das neue Schubhaftzentrum (in Neusprech "Zentrum für Rückführungen") im steirischen Vordernberg steht zu lesen: "Der Gemeinde werden alle Leistungen übertragen, die über die hoheitlichen Kernaufgaben der Polizei hinausgehen. Dazu zählen unter anderem das gesamte Betreuungsmanagement, die Gesundheitsversorgung, Teile des Gebäudemanagements, Verwaltungstätigkeiten, der Betrieb des Warenkiosks und der Bücherei sowie die Wäschereinigung".

Im Ort selbst, der wie viele Industrieorte in der Steiermark von starker Abwanderung betroffen ist, gibt es übrigens anscheinend keine Bücherei. Apropos Vordernberg - ein Besichtigungstipp, zum Beispiel im Rahmen der Langen Nacht der Museen: das Montanhistorisches Museumsensemble Radwerk IV.

Wednesday, April 10, 2013

Symposion zur Bibliothekarinnengeschichte am 12. April

Am Freitag, den 12. April, findet im IWK das zweite Symposion zum Projekt "Der Weg zur beruflichen Gleichstellung. Am Beispiel von Bibliothekarinnen" statt. Konzept und Koordination: Ilse Korotin, Edith Stumpf-Fischer. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bibliotheksgeschichte stellte sich lange Zeit als eine Geschichte von Männern – meist Leitern großer Bibliotheken – dar. Dem Anteil der Frauen an der Entwicklung des Bibliothekswesens wurde kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Die Namen der Bibliothekarinnen – wie auch ihre Arbeit – gerieten in Vergessenheit. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, Frauen in Bibliotheken für wenig qualifizierte Tätigkeiten aufzunehmen. In den 1920er-Jahren wurde schließlich der gehobene Fachdienst (MaturantInnen) eingerichtet, und zu diesem Zeitpunkt finden sich auch die ersten Frauen auf akademischen Posten.
Im Workshop wird der lange und hindernisreiche Weg zur beruflichen Gleichstellung von Frauen in Österreich am Beispiel der Berufsgruppe »Bibliothekarinnen« thematisiert. Die Berufsgruppe der Bibliothekarinnen ist dafür besonders geeignet, weil dieser Tätigkeitsbereich ein breitgefächertes Spektrum umfasst: Dieses reicht von öffentlichen Bibliotheken mit kommunaler und kirchlicher Trägerschaft, der des ÖGB und der Arbeiterkammern über Schulbibliotheken bis zu den wissenschaftlichen Bibliotheken. Dementsprechend vielfältig sind die beruflichen Anforderungen und die ausbildungsmäßigen Voraussetzungen.

Read... with sensible shoes; librarymistress; Flickr; ALA Mini Read Poster generatorDaraus ergeben sich wiederum zahlreiche Themenkreise, die für die gesellschaftliche, rechtliche und ökonomische Gleichstellung von großer Relevanz sind, wie zum Beispiel die Probleme des Hochschulzugangs, der Zulassung zu akademischen und zu Leitungsposten sowie zu wissenschaftlicher Tätigkeit, die Verdrängung in ehrenamtliche Positionen oder auch die Vertreibung aus politischen Gründen.
Im Rahmen der Veranstaltung diskutieren ForscherInnen und BibliotheksexpertInnen über historische Entwicklungen und geben Einblick in bibliotheksrelevante Fragestellungen.

Programm

  • 9.00–9.30 Uhr: Begrüßung und Einleitung
  • 9.30–10.00 Uhr: Ingrid Roitner (Wien): Die Etablierung des Amtes der Bibliothekarin am Beispiel des Klosters Nonnberg in Salzburg. Das Wirken zweier (resignierender) Äbtissinnen: Maria Magdalena von Schneeweiß (1620–1625) und Eva Maria Fleisch von Lerchenberg
  • 10.00–10.30 Uhr: Manfred Mugrauer (Wien): "Sowjetischer Informationsdienst" (SID) und "Österreich-Sowjetische Gesellschaft" (ÖSG) - Bibliothekarinnen im Umfeld der sowjetischen Österreichpolitik
  • 11.00–11.30 Uhr: Veronika Pfolz (Wien): "Direktor" des Archivs, der Bibliothek und des Museums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Dr. Hedwig Kraus (1895–1985)
  • 11.30–12.00 Uhr: Barbara Kintaert (Wien): Zwei antifaschistische Frauen: Dr. Wanda Lanzer (Bibliothekarin in der AK-Wien) – Dr. Selma Steinmetz (Bibliothekarin des DÖW)
  • 13.30–14.00 Uhr: Kathrin Pokorny-Nagel (Wien): Bibliothekarinnen in Museumsbibliotheken
  • 14.00–14.30 Uhr: Nastasja Stupnicki (Wien): Bibliothekarinnen an der Graphischen (Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt) Wien
  • 15.00–15.30 Uhr: Gisela Kolar (Wien): "Gefertigte bittet ergebenst um Anstellung": Bibliothekarinnen und Mitarbeiterinnen bei den Arbeiterbüchereien der Stadt Wien (1936–1938) / "Ein Schritt zur Professionalisierung?" Zur Situation der Bibliothekarinnen bei den Wiener Städtischen Büchereien nach dem "Anschluss"
  • 15.30–16.00 Uhr: Sigrid Reinitzer (Graz): Klischee und Wirklichkeit: Bibliothekarinnen bei der EDV-Anwendung
  • 16.00–17.00 Uhr: Buchpräsentation: Frauke Mahrt-Thomsen (Berlin) stellt vor: Bona Peiser – Die erste deutsche Bibliothekarin: Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung und der Frauenarbeit in Bibliotheken (BibSpider, Berlin, 2013)

Tuesday, April 09, 2013

Lehrgang "Barrierefrei im öffentlichen Raum"

Gemeinsam mit den Wiener Linien und der ÖAR - Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs bietet das Institut für Verkehrswissenschaften (Fachbereich Verkehrsplanung und Verkehrstechnik) der Technischen Universität Wien vom 27. bis 28. Juni 2013 den Lehrgang "Barrierefrei im öffentlichen Raum" an.

Seminarinhalt ist das barrierefreie Planen im öffentlichen Raum mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Nah- und Personenverkehr. Neben der theoretischen Wissensvermittlung (Vorträge) werden auch praktische Übungen im öffentlichen Raum (Stationsbegehungen) durchgeführt. Das Erlernte wird durch Übungsaufgaben vertieft und überprüft. Erfolgreiche KursteilnehmerInnen erhalten das Zertifikat "Barrierefrei Planen im Öffentlichen Raum". Zielgruppe sind VerkehrsplanerInnen in Stadt und Land bzw. Personenverkehrsbetreiber sowie alle Interessierte.

Information über die Mailingliste des Verkehrsstammtisch Wien erhalten.

Symposion "Social Media & neue soziale Bewegungen" in Linz

Am 19. und 20. April 2013 findet an der Johannes Kepler Universität Linz ein Symposium zum Thema "Social Media & neue soziale Bewegungen - Potentiale, Chancen, Risiken" statt. Ankündigungstext: "'Soziale Medien' sind in aller Munde. Social Media, wie das Internet insgesamt, sind ein faszinierendes Projektionsfeld von Hoffnung geworden (in Richtung Partizipation, Demokratisierung, Gemeinschaftsbildung). Ohne Zweifel erleichtern und verbilligen soziale Medien, E-Mail & WWW die Organisation von Initiativen, Vereinen, Bewegungen und spontanen Protestaktionen. Doch hat die Netz-Metapher eine Doppelbödigkeit: Das Netz als Mutter, als Aufgehobenheit und Unterstützung, aber auch das Netz als Fangnetz. Z.B. bezahlen politische Propaganda- oder Marketingagenturen Blogger, die mittels zahlreicher erfundener Persönlichkeiten – scheinbar authentisch – Propaganda­inhalte auf den Postingseiten der Medien oder in Selbsthilfeblogs von PatientInnen platzieren. Auch per Software können zehntausende protestierende Personen simuliert werden. Die ReferentInnen und TeilnehmerInnen dieser Workshops möchten die Chancen, Potentiale & Risiken der Social Media ausloten, vor allem im Bezug auf eigene soziale, kulturelle und politische Aktivitäten". - Die Abstracts können hier gelesen werden. - Das Programm:

Workshop 1: Ägyptischer Frühling
Fr., 19.4. 2013, 15 Uhr s.t., Kaffee & Kekse ab 14.30
BeiträgerInnen: Andrea Ghoneim, Kairo & Wien / Maha El Hissy, München / Bernhard Seyringer, Wien
Themen: Information - Emotion - Revolution; Bild - Abbild - Trugbild. Macht der Bilder bei Gemeinschaftsgründungen im arabischen Frühling; Gefühlslagen statt Information. Der 'Arabische Frühling' und die Zukunft der Medien.

Workshop 2: Akademische Frühlinge
Sa., 20.4. 2013, 10 Uhr s.t.
BeiträgerInnen: Gerhard Fröhlich, Linz / Ulrich Herb, Saarbrücken / Terje Tüür-Fröhlich, Linz/Tallinn
Themen: Wissenschaftskritische Blogs, Petition Elsevier & Waffenhandel, Elsevier-Boykott-Bewegungen, Petitionen & Initiativen contra Libel Law (Verleumdungsrecht), pro OpenAccess, pro Open Data, Blogs von Wissenschaftlerinnen, Crowdfunding

Workshop 3: Schattenseiten
Sa., 20.4. 2013, 14 Uhr s.t. (pktl.)
BeiträgerInnen: Daniela Fürst, Wien / Carsten Müller, Leipzig
Themen: Trivialisierte Intimität; Internet-Kriminalität aus kriminologischer Sicht

Monday, April 08, 2013

Zertifikatslehrgang "Forst und Kultur" beginnt im Mai

Ich freue mich schon auf Mitte Mai, wo der Lehrgang "Forst und Kultur" beginnt. Die insgesamt vier Module dauern jeweils eine Woche, das letzte wird im Herbst 2014 stattfinden. Das erste Modul widmet sich der "Geschichte der Waldnutzung und Waldbewirtschaftung". Auf dem Programm stehen Exkursionen und Vorträge unter anderem zu "Sozialfunktionen des Waldes von gestern bis heute: Schutzwald, Wohlfahrt, Erholung", "Geschichte des forstlichen Familienbesitzes und der forstlichen Verwaltung", "Wälder als historisch/archäologische Quellen: Einführung in die Erkundung im Gelände", "Bewirtschaftung des Waldes in der Geschichte der österreichischen Bergregionen als Basis für heutige forst+kulturelle (touristische) Aktivitäten" und "Begehung eines Gebietes und Interpretation seiner historisch-kulturellen Elemente, praktische Aspekte der Geländearbeit, Zusammenhänge zwischen Objekten und gesellschaftlichen Aktivitäten". Der Unterricht beginnt außer am ersten Tag schon um 7.45 bzw. 7.30 Uhr - au weia ;-)

Baum mit Schild 'Jungkultur'
librarymistress: "Jungkultur. Betreten und Weiden ausnahmslos verboten", aufgenommen am 17. März 2013 in Würflach, Flickr, CC-BY-SA

Migration im österreichischen Schulbuch

Jelena Gučanin interviewte Christa Markom und Heidi Weinhäupl, Mitarbeiterinnen des Forschungsprojekts "Migration(en) im Schulbuch", für dastandard.at. Im Zentrum des Projekts "steht die Erfassung und kritische Analyse der in aktuellen österreichischen Schulbüchern vermittelten Migrationsnarrative und Repräsentationen von 'Menschen mit Migrationshintergrund'. Welche österreichischen und europäischen Migrationsgeschichten werden in den Schulbüchern tradiert, welche werden marginalisiert oder 'vergessen'? Auf welche Weise werden 'Menschen mit Migrationshintergrund' dargestellt?"

Wednesday, April 03, 2013

Feldforschung in der Unibibliothek

"Die große Castaneda-Schamanenbegeisterung wurde auch nicht beeinträchtigt, als Richard de Mille einen akademischen Skandal aufdecken konnte. Er bewies handfest die Nichtexistenz des Don Juan und daß Castanedas 'ethnologische Feldforschung' in der Universitätsbibliothek stattfand. Er hatte die dortige reichhaltige Okkultliteratur studiert und daraus seine als 'wissenschaftliche Feldforschung' diplomierten Erzählungen gestaltet".

Aus: Eduard Gugenberger, Roman Schweidlenka: Mutter Erde, Magie und Politik. Zwischen Faschismus und neuer Gesellschaft. Wien: Verlag für Gesellschaftskritik 1987, S. 206

Leseliste IV: Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest

Die Reihe der Diplomprüfungslektürenvorstellung wird mit Abraham a Sancta Claras "Wunderlichem Traum von einem großen Narrennest" fortgesetzt.

Titelblatt Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem grossen Narrennest, gutenberg.spiegel.deTitelblatt von Projekt Gutenberg, gutenberg.spiegel.de

Ich konnte ja lange Zeit gar nichts mit Barockliteratur anfangen. In der fünften Klasse Gymnasium habe ich den abenteuerlichen Simplicissimus gelesen und fand ihn schrecklich (das hat sich mittlerweile geändert). Erst auf der Uni bei den buchwissenschaftlichen Vorlesungen von Franz Eybl kam ich wieder mit Barock in Kontakt, eben mit Abraham a Sancta Clara. Dieses Buch ist eines der witzigsten Bücher, die ich je gelesen habe - nicht im Sinne von Schenkelklopfer, sondern von einfach genialen Formulierungen.
Abraham stellt darin zwölf Typen von Narren - vom einfältigen über den versoffenen bis zum eifersüchtigen Narren - vor. Beispiele für närrisches Verhalten liefern ihm Herrscher ebenso wie einfache Leute. Meine Lieblingspassage betrifft den verliebten Narren: "Amnon ein Sohn deß Davids hat sich dergestalten verliebt in sein Schwester die Thamar, daß er vor lauter Lieb ist kranck / und bethlägerig worden; es hat ihme weder Essen noch Trincken geschmeckt; das Gesicht ist ihme gantz und gar eingefallen / daß er ausgesehen / wie ein außgeblassene Sackpfeiffen; Tag und Nacht hat er geseufftzet nicht anderst / als wie ein ungeschmierte Hauß-Thür; er war dergestalten entzündt in der Lieb / daß er ohne Gefahr noch Schaden nicht hette können bei einem Stroh-Dach vorbei gehen" :-)
Der "Clou" liegt im zwölften Abschnitt, beim lobwürdigen Narren, nämlich dem Christen, der auf irdische Güter verzichtet, fastet, in einfachster Kleidung auftritt und deswegen vielen wie ein Narr vorkommt ("Ein soler Narr / sagt mancher Welt-Mensch / bin ich nicht / ich will gleichwohl in Himmel kommen / es heist ja / du sollst deinen Nechsten lieben; wer ist mir nähender als mein Leib?"), aber, so Abraham, "dise Narrheit ist bei GOtt ein Weißheit".

Leseliste III: Damaris Nübling, Fabian Fahlbusch, Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik.
Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Tuesday, April 02, 2013

Leseliste III: Namen. Eine Einführung in die Onomastik

Cover Namen. Einfuehrung in die Onomastik, Narr VerlagAls Nummer III auf meiner Leseliste für die Diplomprüfung möchte ich das Lehrbuch "Namen. Eine Einführung in die Onomastik" von Damaris Nübling vorstellen (Mitarbeit: Fabian Fahlbusch und Rita Heuser, erschienen im April 2012 bei Narr in Tübingen in der Reihe "Narr Studienbücher", ISBN 978-3-8233-6685-0).

Ich war sehr froh, dass mir mein Zweitprüfer dieses Buch empfohlen hat. Es ist ganz neu, berücksichtigt auch Namenarten, die nicht oft in Lehrbüchern erwähnt werden (Namen von Tieren, historischen Ereignissen, Objekten, Naturerscheinungen), geht auf Gebärdensprache ein und liest sich wesentlich leichter als die Buchbeschreibung auf der Verlagswebsite ;-) Zumindest habe ich es verstanden, und da ich nicht die Supersprachwissenschaftlerin bin, will das was hei&ßen ;-) Die 25,70 Euro sind jedenfalls meiner Ansicht nach gut angelegt.

Leseliste II: Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht.
Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Monday, April 01, 2013

Leseliste II. Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht

Ich möchte die Bücher und Artikel auf meiner Leseliste für die Diplomprüfung in meinem Blog vorstellen, damit ich sie nicht nur für eine Stunde Prüfung gelesen habe ;-) Beim zweiten Eintrag - dem Gedicht "Fahrt über die Kölner Rheinbrücke" des elsässischen Germanisten Ernst Stadler - bleiben wir noch beim Thema Expressionismus. Der Text wurde erstmals am 23. April 1913 in der von Franz Pfempfert herausgegebenen Zeitschrift "Die Aktion" veröffentlicht und ein Jahr spätzer in den Gedichtband "Aufbruch" aufgenommen. Mehr dazu beim Literaturarchiv Nordrhein-Westfalen.

Leseliste I: Georg Heym: Die Tote im Wasser.

Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht

Der Schnellzug tastet sich und stößt die Dunkelheit entlang.
Kein Stern will vor. Die ganze Welt ist nur ein enger, nachtumschienter Minengang,
Darein zuweilen Förderstellen blauen Lichtes jähe Horizonte reißen: Feuerkreis
Von Kugellampen, Dächern, Schloten, dampfend, strömend .. nur sekundenweis
Und wieder alles schwarz. Als führen wir ins Eingeweid der Nacht zur Schicht.
Nun taumeln Lichter her.. verirrt, trostlos vereinsamt.. mehr .. und sammeln sich.. und werden dicht.
Gerippe grauer Häuserfronten liegen bloß, im Zwielicht bleichend, tot - etwas muß kommen.. o, ich fühl es schwer
Im Hirn. Eine Beklemmung singt im Blut. Dann dröhnt der Boden plötzlich wie ein Meer:
Wir fliegen, aufgehoben, königlich durch nachtentrissne Luft, hoch übern Strom. O Biegung der Millionen Lichter, stumme Wacht,
Vor deren blitzender Parade schwer die Wasser abwärts rollen. Endloses Spalier, zum Gruß gestellt bei Nacht!
Wie Fackeln stürmend! Freudiges! Salut von Schiffen über blauer See! Bestirntes Fest!
Wimmelnd, mit hellen Augen hingedrängt! Bis wo die Stadt mit letzten Häusern ihren Gast entläßt.
Und dann die langen Einsamkeiten. Nackte Ufer. Stille. Nacht. Besinnung. Einkehr. Kommunion. Und Glut und Drang
Zum Letzten, Segnenden. Zum Zeugungsfest. Zur Wollust. Zum Gebet. Zum Meer. Zum Untergang.

Die geschätzte Kollegin vom festgezurrten Haupthaar

Vor ein paar Jahren wurde ich als eine von vier Bibliothekarinnen von Danilo Vetter für seinen Dokumentarfilm "Die geschätzte Kollegin vom festgezurrten Haupthaar: Geschlecht - (k)eine Frage in Bibliotheken?" interviewt. Die Aufnahmen (Kamera: Mirjam Mirwald) entstanden in meiner alten Wohnung und an meinem Arbeitsplatz in der Wienbibliothek. Seit kurzem ist der Film erfreulicherweise online. Ich erinnere mich gerne an die Dreharbeiten zurück und muss bei einer Passage auch beim x-ten Mal Anschauen noch schmunzeln. Vielleicht erratet Ihr, bei welcher ;-)

Hier die Beschreibung: "In dem Dokumentarfilm werden mögliche Fragestellungen der Geschlechterforschung an die Informations- und Bibliothekswissenschaft aufgezeigt und die Bibliothek als ein Ort gekennzeichnet, an dem auf vielfältige Weise Geschlecht ver- bzw. behandelt und konstruiert wird. Der Film gibt vier Expertinnen Raum, aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Frage nachzugehen, welche Rolle Geschlecht in Bibliotheken spielen kann bzw. welche Bedeutung Geschlecht für die Berufsgruppe der Bibliothekar_innen hat. Helga Lüdtke zeigt aus einer historischen Perspektive die Entwicklung des bibliothekarischen Berufs zu einem Frauenberuf auf und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Ort Bibliothek und den bibliothekarischen Beruf insgesamt. Margit Hauser stellt dar, warum die Einrichtung feministischer Bibliotheken und Archive in den 1970er Jahren notwendig war und welche Rolle diese Einrichtungen in unserer Zeit spielen. Monika Bargmann setzt sich mit Vergeschlechtlichungen von Bibliothekar_innen und Stereotypen von Bibliothekar_innen in Filmen und Büchern auseinander. Elisabeth Wiesbaum berichtet von praktischen Erfahrungen, die bei der Implementierung und Umsetzung von Gender Mainstreaming in einer Öffentlichen Bibliothek in Berlin gewonnen werden konnten.".

Das Titelzitat stammt übrigens aus dem Roman "Den Kopf in den Wolken" (im Original "The Giant's House") von Elizabeth McCracken.

Sunday, March 31, 2013

Leseliste I. Georg Heym: Die Tote im Wasser

Ich habe mir vorgenommen, die Bücher und Artikel auf meiner Leseliste für die Diplomprüfung in meinem Blog vorzustellen, damit ich sie nicht nur für eine Stunde Prüfung gelesen habe ;-) Außerdem habe ich mir ja lauter für mich interessante Texte ausgesucht. Den ersten Eintrag auf dieser Liste bildet das Gedicht "Die Tote im Wasser" von Georg Heym. Es erschien in der noch zu Heyms Lebzeiten bei Rowohlt veröffentlichten Sammmlung "Der ewige Tag" und ist mit 31. August 1910 datiert. Heym zählt zu meinen Lieblingsschriftstellern - mich haben als Jugendliche und junge Erwachsene vor allem seine Tagebücher sehr fasziniert.
Das Sujet des Gedichts ist für den Expressionismus und seine "Ästhetik des Hässlichen" als typisch anzusehen. Eine ganze Reihe von "Wasserleichenpoesie" wurde von Arthur Rimbauds Gedicht "Ophelie" inspiriert (Quelle).

Georg Heym: Die Tote im Wasser

Die Masten ragen an dem grauen Wall
Wie ein verbrannter Wald ins frühe Rot,
So schwarz wie Schlacke. Wo das Wasser tot
Zu Speichern stiert, die morsch und im Verfall.

Dumpf tönt der Schall, da wiederkehrt die Flut,
Den Kai entlang. Der Stadtnacht Spülicht treibt
Wie eine weiße Haut im Strom und reibt
Sich an dem Dampfer, der im Docke ruht.

Staub, Obst, Papier, in einer dicken Schicht,
So treibt der Kot aus seinen Röhren ganz.
Ein weißes Tanzkleid kommt, in fettem Glanz
Ein nackter Hals und bleiweiß ein Gesicht.

Die Leiche wälzt sich ganz heraus. Es bläht
Das Kleid sich wie ein weißes Schiff im Wind.
Die toten Augen starren groß und blind
Zum Himmel, der voll rosa Wolken steht.

Das lila Wasser bebt von kleiner Welle.
- Der Wasserratten Fährte, die bemannen
Das weiße Schiff. Nun treibt es stolz von dannen,
Voll grauer Köpfe und voll schwarzer Felle.

Die Tote segelt froh hinaus, gerissen
Von Wind und Flut. Ihr dicker Bauch entragt
Dem Wasser groß, zerhöhlt und fast zernagt.
Wie eine Grotte dröhnt er von den Bissen.

Sie treibt ins Meer. Ihr salutiert Neptun
Von einem Wrack, da sie das Meer verschlingt,
Darinnen sie zur grünen Tiefe sinkt,
Im Arm der feisten Kraken auszuruhn.

Maureen Shields: Due to Morrow

I devour books featuring librarians, so "Due To Morrow" (no typo) by Maureen Shields was a must-read. First-person narrator is the public librarian Jessa who is surrounded by her two very different best friends, her former high-school crush, a jerk boss, strange patrons, and quite weird doomsday preppers. The characters are finely developed, and the story has a lot of humour. Jessas job is descripted in a realistic way. The issue of Asperger syndrome is mentioned marginally. I'm looking forward to new volumes - I really want to know how the relationships develop!

Friday, March 29, 2013

CfP: The Women of James Bond

The Women of James Bond. Critical Perspectives on Feminism and Femininity in the Bond Franchise

The release of Skyfall in 2012 marked the 50th anniversary of the James Bond film franchise. The 23rd film in the series, Skyfall earned over one billion dollars (USD) in the worldwide box-office and won two Academy Awards (Best Sound Editing and Best Song). Amidst such popular and critical acclaim, many have questioned the representation of women in the film, viewing Skyfall in relation to the Bond film franchise at large. From the representation of an aging and disempowered M, to the limited role of the Bond Girl, to the characterization of Miss Moneypenny as a defunct field agent, Skyfall arguably develops the legacy of James Bond at the expense of women in the film. While the character of James Bond has historically been defined by his relationship with women (and particularly through heterosexual romantic conquest) and the franchise has long been accused of being sexist (among other things), the treatment of women in Skyfall recalls the media-driven backlash against feminist gains in the 1970s, which impacted the representation of women in the series—with the disempowering of female villains and the domestication of the Bond Girl.

Since the prequel Casino Royale (2006) and its sequels Quantum of Solace (2008) and Skyfall (2012) constitute a rebooting of the franchise, it leads many scholars, like myself, to question if there is a place for women in the new world of James Bond and, if so, what role will these women play in the future of series?
This book seeks to answer these questions by examining the role that women have historically played in the Bond franchise, which greatly contributed to the international success of its films. This collection constitutes the first book-length academic study of the women of James Bond that moves beyond the discussion of a single character type (such as the Bond Girl) or group of films (such as the Connery era). This anthology will redress this critical oversight by providing a comprehensive examination of feminism and femininity in the Bond franchise. It not only focuses on the representation of women on screen (via casting, characterization, and aspects of stardom), but also includes a consideration of the role women have played in producing and marketing the franchise, female fandom and spectatorship, female scholarship on the franchise, and the widespread influence of the Bond series on the representation of female characters in other (non-Bond) films. This collection will offer a timely and retrospective look at the franchise, in light of the 50 year anniversary of the series, and provide new scholarly perspectives on the subject.

Proposals are welcomed on the following topics:

i) Female Representation

  • key characters/character types (Bond Girl, Bad Girl, M, Moneypenny)
  • close readings of specific films
  • trends in casting and characterization (between eras/phases of Bond)
  • response of the films to different waves of feminism
  • other women (e.g. opening credit sequence, secondary characters, movie posters)

  • ii) Women Producing/Marketing Bond
  • the influence of Barbara Broccoli and other creative personnel
  • musicians lending their voices and star power to the films (i.e. the musical "Bond Girls")

  • iii) Female Fandom and Spectatorship
  • reception studies of female spectatorship
  • examination of the female pleasures in watching Bond

  • iv) Female Scholarship on Bond
  • the ease/struggle in studying Bond
  • the perception of female scholars in this field of study
  • teaching and writing on Bond from a female perspective

  • v) Influence of the Bond Films on Women in Other Films
  • the Bond Girl character type (e.g. True Lies)
  • James Bond (e.g. Lady Bond films in Hong Kong)
  • parodies/plays of the Bond films (e.g. Austin Powers, Agent Cody Banks)
  • Please send a 500-word abstract (with bibliography and filmography) and an author bio as email attachments by May 15, 2013 to Lisa Funnell (lfunnell@ou.edu). - Quelle: Fanstudies-Mailingliste.

    Thursday, March 28, 2013

    Kinderzeichnungen im Bankarchiv

    Die Salzburger Nachrichten brachten am 19. März einen Artikel über "Bilder aus 43 Jahren im Depot" - ein 32jähriger Pinzgauer gewann als Volksschüler einen Malwettbewerb der Raiffeisenbank und fragte nun bei der Bank an, ob er die Zeichnungen wiederhaben könne. Und - er konnte: "Martina Trenkwalder von der Raiffeisenbank Neukirchen sagte den SN: 'Wir haben alle Zeichnungen von den Teilnehmern am Wettbewerb im Archiv. Das sind Boxen, sortiert nach Klassen und Jahrgängen. Dort lagern sicher Tausende Zeichnungen.' Die Bilder sind auf der Rückseite mit Nummern und Namen versehen. Alle Zeichnungen seit Beginn des Malwettbewerbs – das war vor 43 Jahren – würden gesammelt und archiviert".

    Wednesday, March 27, 2013

    Massenhaft Bibliothekarinnen am #Kindle

    Immer mehr Texte werden ausschließlich als eBook für den Kindle publiziert. Auch die Anzahl der fiktiven BibliothekarInnen hat dadurch zugenommen, und zwar dermaßen, dass ich kaum mit dem Sichten nachkomme. Ich lade zwar möglichst viel herunter, katalogisiere die Bücher aber nicht bei LibraryThing, weil ich auch bei Bezahl-eBooks einfach nicht so richtig das Gefühl habe, dass sie mir gehören... Daher hier ein Überblick über meine Lektüren der letzten Wochen mit einer spontanen Bewertung zwischen einem und drei Sternen:

    ∗∗∗ (freu mich auf weitere Bände)
    Charity Martin: Buried in the backlog (A cozy cataloger mystery)
    Terrie Curran: All booked up (A Hortense and Basil Killingsley Mystery)

    ∗∗ (nette Lektüre)
    Marie Green: The library ladies and the body behind the library
    Gay Toltl Kinman: Death at the Huntington Library
    Chantilly White: Pearls of passion

    ∗ (ok)
    Helen Keating: The librarian and the rare book collector (A quirky, magical, ghostly, mystery romance short story)
    Lillian Snow: Quickie with the kinky librarian
    Pamela Downs: Diet another day

    Tuesday, March 26, 2013

    Abgeschoben ins Polizeiarchiv

    "Ich war die 'Intellektuelle', zudem eine Frau (...). Gleich bei Dienstantritt war ich ins Polizeiarchiv abgeschoben worden, wo ich mich mit der Archivierung von Publikationen sowie der Bibliotheksführung beschäftigte, was mich aus Sicht der Kollegen endgültig auf einen rein theoretischen Status festlegte", sagt die Hauptfigur in Alicia Giménez-Bartletts Krimi "Gefährliche Riten", Petra Delicado, eine ausgebildete Rechtsanwältin, die die Polizeiakademie absolviert und zur Polizei gewechselt hat (S. 11). Ihr Chef bezeichnet sie als "unser intellektuelles Juwel" und meint: "Seit sie im Archiv arbeitet, ist alles perfekt datiert und organisiert. Auf ihre Initiative hin beziehen wir jetzt ausländische Zeitschriften und Bücher, die von der UNO, der UNESCO, von Interpol und dem FBI herausgegeben werden" (S. 16).

    Das Buch (der erste Fall der Inspectora Delicado) habe ich heute per Zufall im Roman Center am Reumannplatz entdeckt. Im Wühltisch vor der Tür habe ich nämlich den Schriftzug "Raumschiff Enterprise" herausblitzen sehen, und als ich reingegangen bin, um das Buch zu bezahlen, hab ich mich ein bisschen umgesehen, bis die Besitzerin kam, und dabei diesen Roman entdeckt. Das ist übrigens wirklich ein sehr nettes Geschäft für Science-Fiction-Fans und LeserInnen von Romanheftln aller Art.

    Sunday, March 24, 2013

    The Library Ladies and the Body behind the Library

    I recently finished reading "The Library Ladies and the Body behind the Library" by Marie Green on my Kindle and enjoyed it mostly. I wrote the following review for the Amazon website: "I liked the story, especially the way how Green lines up the depictions of what happens in each of the library ladies' life when they are not together. And the characters are inventive and (mostly ;-) likeable. I would like to read more adventures of the library ladies. Why I was in a struggle to give three stars: There are a lot of typos and spelling errors which could easily have been avoided if someone would have proofread: e.g. numerous 's where -s oder -ies should be (hour's, cookie's, summer's, temper's, seventy's) missing spaces (filthyalleyafter), missing apostrophes (cant), missing punctuation, typos (Shelock; "your" instead of "you're"), formatting errors (e.g. paragraphs in the middle of a sentence)...".
    One funny paragraph about one of the library ladies prone to telling unlikely stories: "They were all so used to Matilda's yarns that no one bothered to sort the fiction from non fiction any more - shocking for library staff really, with classification being so important for the books". And about a suspect in the library: "He spent forty minutes with Mrs Bellard trying to find a book on goldfish depression - there is no way he is a criminal".

    Tuesday, March 19, 2013

    Der Bachelor und die Mindeststudiendauer

    Studenten Protest in Bamberg-2009

    Photo: Studierendenprotest in Bamberg, von Drahkrub. Lizenz: GFDL oder CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons.

    Saturday, March 16, 2013

    Neuerwerbungen

    Kuppitsch-Buchabverkauf auf der Uni
    Barbara Nolte, Jan Heidtmann: Die da oben. Innenansichten aus deutschen Chefetagen. Suhrkamp 2009

    Wilhelm Genazino: Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman. 6. Aufl. dtv 2010

    Martina Backed (Auswahl, Übers., Hrsg.): Tagelieder des deutschen Mittelalters. Mittelhochdeutsch - Neuhochdeutsch. Reclam 2007 [1992]

    Evelyne Polt-Heinzl, Christine Schmidjell (Hrsg.): Grüne Gedichte. Reclam 2012

    Peter Gaymann: Von Hühnern und Menschen. Reclam 2000

    Buchhandlung Hikade
    Eoin Colfer: Artemis Fowl: Das Zeitparadox. List 2008

    Jakob van Hoddis: Weltende. Die zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte. Arche 2001

    Monika Biermaier: Vorgärten einladend gestalten. Agrarverlag 2010

    Uwe-K. Ketelsen (Hrsg.): Technische Zeit. Dichtungen. Aisthesis 2008 (= Literaturkommission für Westfalen. Reihe Texte ; 10) [Reprint der Ausgabe von 1929]

    Seamus Heaney: Die Amsel von Glanmore. Gedichte 1965 - 2006. Fischer Taschenbuch 2011

    August Stramm: Gedichte. Dramen. Prosa. Briefe. Reclam 1997

    Ernst Toller: Hinkemann. Reclam 2003

    Ernst Toller: Masse – Mensch. Ein Stück aus der sozialen Revolution des 20. Jahrhunderts. Reclam 2003

    Georg Heym: Gedichte. Eine Auswahl. Reclam 2008

    Meine liebsten Tiergeschichten. Bilderbuchverlag Otto Moravec 2003

    div. Onlinebuchhandlungen
    T.C. Van Adler: St. Agatha's Breast. St. Martin's Press 1999

    Arturo Perez-Reverte: The nautical chart. Harvest 2002

    J.M. Dillard: Star Trek Nemesis. Pocket Books 2002

    Timur Vermes: Er ist wieder da. Eichborn 2012

    Wednesday, March 13, 2013

    Der Papst - ein Bibliothekar #librarianpope

    Auf Twitter werden ausgehend von Andy Woodworth Ideen gesammelt, was ein Bibliothekar als Papst anders machen würde, und da sind einige sehr witzige Ideen darunter - hier eine kleine Auswahl :-) Hashtag: #librarianpope.

    mein absoluter Favorit :-))

    wird wahrscheinlich ersetzt durch "pray all day"...

    Sunday, March 10, 2013

    Herrschaft durch Sprache #leseliste

    "Herrschaft durch Sprache wird heutzutage viel weniger durch das Behördendeutsch ausgeübt als durch Computerprogramme, deren Sprache, von nicht immer kommunikativ begabten Fachleuten ersonnen, ein Heer von Nutzern zu einem manchmal aberwitzigen Sprachgebrauch zwingt" (Löffler: Germanistische Soziolinguistik, 4. Aufl., Erich Schmidt Verlag 2010, S. 109) *schmunzel*

    Friday, March 08, 2013

    Mein Prüfungsstoff im Nebenfach

    Am Montag hab ich Diplomprüfung, und ich hab beschlossen, den Stoff festzuhalten. Hier Teil 2 für mein Nebenfach, "Sprachwissenschaft". Namenkunde ist wirklich interessant - ich werde ja ab Mai den Lehrgang "Forst und Kultur" besuchen und überleg mir, als Projekt irgendwas mit Flurnamen im Zusammenhang mit Wald zu machen. - Die Leseliste für das Hauptfach ist übrigens hier nachzulesen.

    Namenkunde

  • Nübling / Fahlbusch / Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik
  • Familiennamen-Duden Einführung
  • Wiesinger, Peter: Mehrsprachige Ortsnamen. Theorie – Gebrauch – Konflikt. In: Eller, Nicole et al. (Hrsg.): Namen und ihr Konfliktpotential im europäischen Kontext (2007)
  • Kürzinger, Martina: Haus- und Hofnamen im Spiegel der Zeiten (in: Miscellanea Onomastica)
  • Mitterauer, Michael: Vom "Judenkind" zur "Schloßmoidl". Lebensgeschichten als Quelle der Namensforschung
  • Hornung, Maria: Die soziopolitische Bedeutung der Eigennamen in gemischtsprachigen Gebieten Oberitaliens (in: Kleine namenkundliche Schriften)
  • Hornung, Maria: Die Flurnamenforschung in Niederösterreich. Neue Perspektiven durch die Vorarbeiten am Niederösterreichischen Flurnamenbuch (in: Kleine namenkundliche Schriften)
  • Löffler, Heinrich: Probleme der Flurnamengebung aus namenkundlicher Sicht
  • Windberger-Heidenkummer, Erika: Mikrotoponyme im Spannungsfeld onomastischer Konzeptionen (in: Namenarten in Österreich und Bayern)
  • Dialektologie

  • Löffler, Heinrich: Probleme der Dialektologie
  • Löffler, Heinrich: Varietäten(linguistik) des Deutschen (Kapitel aus "Germanistische Soziolinguistik")
  • Niebaum, Hermann / Macha, Jürgen: Synchrone gesellschaftsbezogene Dialektologie; Areale Alltagssprachenforschung; Angewandte Dialektologie (Kapitel aus "Einführung in die Dialektologie des Deutschen")
  • Wandl-Vogt, Eveline: ...wie man ein Jahrhundertprojekt zeitgemäß hält: Datenbankgestützte Dialektlexikografie am Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (I DINAMLEX) (in: Bausteine zur Wissenschaftsgeschichte der Dialektologie)
  • Bickel, Hans: Das Internet als Quelle für die Variationslinguistik (in: Vom Umgang mit sprachlicher Variation)
  • Thinnes, Norbert: Dialektologie und Unterricht. Didaktisch-methodische Bemerkungen zur Beschäftigung mit Dialekten an der Universität und im Gymnasium
  • Hutterer, Claus-Jürgen: Sprachinseldialektologie (in: Dialektologie des Deutschen. Forschungsstand und Entwicklungstendenzen)
  • Thursday, March 07, 2013

    Mein Prüfungsstoff im Hauptfach

    Am Montag hab ich Diplomprüfung, und ich hab beschlossen, den Stoff festzuhalten. Hier Teil 1 für mein Hauptfach, "Neuere deutsche Literatur".

    Epoche: Expressionismus

    Lyrik
  • Gottfried Benn: Kleine Aster; Schöne Jugend; Kreislauf
  • Claire Goll: Der Mensch ist tot
  • Georg Heym: Der Gott der Stadt; Der Krieg I; Ophelia; Die Tote im Wasser
  • Jakob van Hoddis: Weltende
  • Else Lasker-Schüler: Weltende
  • Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht
  • August Stramm: Sturmangriff; Schlachtfeld
  •  Georg Trakl: Grodek
  • Epik
  • Gottfried Benn: „Rönne-Novellen“ (Gehirne; Die Eroberung; Die Reise; Die Insel; Der Geburtstag)
  • Georg Heym: Der fünfte Oktober; Der Irre; Ein Nachmittag
  • Dramatik
  • Georg Heym: Die Revolution
  • August Stramm: Rudimentär
  • Ernst Toller: Hinkemann
  • Motiv/Genre: Satire

  • Abraham a Sancta Clara: Wunderlicher Traum von einem großen Narrennest (1703)
  • Christian Dietrich Grabbe: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung (1827)
  • Johann Nestroy: Der Zerrissene (1844)
  • Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit (1915-1922)
  • Karl Kraus: Die dritte Walpurgisnacht (1933)
  • Heimito von Doderer: Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrates Julius Zihal (1950)
  • Erich Kästner: Die Schule der Diktatoren (1956)
  • Otto Basil: Wenn das der Führer wüßte (1966)
  • Erich Möchel, Tex Rubinowitz: Verschollen in der Anstalt. Aufzeichnungen des Volontärs Schubal (1993)
  • Timur Vermes: Er ist wieder da (2012)
  • Spezialgebiet: Buchwissenschaft

  • Roger Chartier: The order of books. Readers, authors, and libraries in Europe between the fourteenth and eighteenth centuries
  • Elizabeth L. Eisenstein: Die Druckerpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa
  • Gérard Genette: Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches
  • Beispiel: Abraham a Sancta Clara
  • Wednesday, March 06, 2013

    Ringvorlesung "Archive lesen. 650 Jahre Sprach- und Textkulturen"

    In diesem Semester findet an der Uni Wien die Ringvorlesung "Archive lesen. 650 Jahre Sprach- und Textkulturen" von Franz Eybl, Stephan Müller und Annegret Pelz statt, und zwar von 12. März bis 25. Juni 2013 jeden Dienstag von 18.30 bis 20 Uhr im Hörsaal 28. "'Archive lesen' ist eine Ringvorlesung im Rahmen des Projektes '650 Jahre Sprach- und Textkulturen. Das materielle und immaterielle Erbe der Universität Wien'. Ein Projekt am Institut für Germanistik unter der Schirmherrschaft der Österreichischen Unescokommission. Themenschwerpunkt in diesem Semester ist 'Materialität und Raum'".

    Tuesday, March 05, 2013

    Workshop "Identifizierung und Datierung von illustrierten Postkarten"

    Von 22. bis 24. April 2013 findet in der Reihe "Im Fokus: Archiv und Fotografie" des Steiermärkischen Landesarchivs ein dreitägiger Workshop zum Thema "Identifizierung und Datierung von illustrierten Postkarten" statt. Die vier Module des Workshops greifen die unterschiedlichen medialen Ebenen der illustrierten Postkarte auf und bieten Anleitungen und Hilfestellungen bei deren Identifizierung und Datierung. Erlernt werden sollen die Identifizierung und Bestimmung von Bildformen und Bildinhalten (Timm Starl), gängigen Reproduktionsverfahren (Andreas Gruber), Texten, Vordrucken und Schrift (Eva Tropper) sowie der auf Postkarten verwendeten Wertzeichen und Stempel (Herbert Nessler).
    Der von Eva Tropper und Timm Starl konzipierte Workshop ist Teil des vom Photoinstitut Bonartes getragenen und in Zusammenarbeit mit dem GrazMuseum durchgeführten Projekts "Mehr als Bilder. Illustrierte Postkarten in Sammlungen, Archiven, Museen". - Hinweis aus dem VÖA-Newsletter.

    Friday, March 01, 2013

    Karl Kraus, erschreckend aktuell

    Heute hab ich Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" fertiggelesen, das ich auf meiner Leseliste für die Diplomprüfung habe. Die 25. Szene im dritten Akt erinnerte mich stark an die Wahlen in Niederösterreich und Kärnten am Sonntag...

    Vor dem Kriegsministerium. [Ersetze durch beliebiges Ministerium oder andere Stelle].
    Ein junger Mann: Servus! Wo gehst hin?
    Zweiter: Hinauf.
    Erster: Wozu?
    Zweiter: Mirs richten. Und du?
    Erster: Ich auch.
    Zweiter: Gehn mr halt mitanander. (Ab.)

    Recherche im 21. Jahrhundert: CD-ROM-Datenbank ;-)

    Zitat aus dem 2012 erschienenen Lehrbuch "Wissenschaftlich Arbeiten von Abbildung bis Zitat" von Berit Sandberg: "Literaturdatenbanken sind meistens auf ein Fachgebiet beschränkt und auf Trägermedien wie CD-ROM oder online verfügbar. Für bestimmte Fachgebiete existieren Datenbanken und Informationssysteme, deren Nutzung allerdings in der Regel kostenpflichtig ist" (S. 68).

    Geschlechtergerechte Sprache werde heute in der Wissenschaft erwartet, und das generische Maskulinum erfülle diese Anforderung nicht, aber "Kunstkonstruktionen mit großem 'I' in der Mitte sollten Sie aus sprachlichen und ästhetischen Gründen vermeiden. (...) Eine elegante Lösung ist eine Anmerkung zum Text, die am Anfang der Arbeit platziert wird, genauer gesagt, an derjenigen Stelle, an der dieses sprachliche Problem zum ersten Mal auftaucht. In einer Fußnote wird mit einer passenden Formulierung angemerkt, dass maskuline Personenbezeichnungen für beide Geschlechter gelten" (S. 82-83).

    Bei diesen Passagen stellen sich mir alle Haare auf... Ansonsten macht das Buch aber einen nützlichen Eindruck, weil sehr viele Übungen enthalten sind. Für nächstes Semester werde ich mir den Abschnitt übers Zitieren noch genauer anschauen.

    Sunday, February 17, 2013

    Bibliothekarin im Bann geheimer Wünsche

    Beim Stöbern im Bücherregal des hiesigen Spar-Marktes hab ich ein neues Buch von Portia da Costa entdeckt: "'Ich gehöre ganz Ihnen, mit meinem Körper und meiner Seele'. Das und mehr steht in einem Liebesbrief, den die Bibliothekarin Gwendolynne in ihrer Inbox findet. Und: 'Kommen Sie für mich'. Wer ist der mysteriöse Schreiber? Und wie kann er von ihren geheimsten Fantasien wissen und Wort für Wort niederschreiben?".
    Der Roman erschien ursprünglich unter dem Titel "Komm für mich", im Original lautet der Titel "In too deep". Von da Costa besitze ich außerdem den ebenfalls erotischen Roman "Die Lektion" ("The tutor").

    Monday, February 11, 2013

    zum Thema #pontifexit

    Friday, February 08, 2013

    Today's flea market acquisitions

    I bought some books at the flea market in the university library today:

  • Heinrich Hempel: Gotisches Elementarbuch. Grammatik, Texte mit Übersetzung und Erläuterungen. Berlin: de Gruyter 1966 (= Sammlung Göschen 79/79a)
  • Martin Hutter, Wolfgang R. Langenbucher: Buchgemeinschaften und Lesekultur. Studie zum Programmangebot von sechs Buchgemeinschaften (1972 - 1977). Berlin: Verlag Volker Spiess 1980 (= AfK-Studien 16)
  • Mary Flanagan: The blue woman and other stories. New York, London: W. W. Norton 1995
  • Ed Krol: The whole Internet. User's guide & catalog. Sebastopol: O'Reilly 1993. The book is available at the Internet archive where it is described as follows: "he first comprehensive user guide to the Internet, this book sold over 1,000,000 copies and was named one of 100 Books of the 20th Century by the New York Public Library".
  • Wolfram D. Sexauer: Frühneuhochdeutsche Schriften in Kartäuserbibliotheken. Untersuchungen zur Pflege der volkssprachlichen Literatur in Kartäuserklöstern des oberdeutschen Raums bis zum Einsetzen der Reformation. Bern u.a.: Peter Lang 1978 (= Europäische Hochschulschriften 247) [already promised to my former boss who is interested in monastic libraries)
  • Sunday, February 03, 2013

    I don't hate you...

    Saturday, February 02, 2013

    Goethe und die Frauen

    "Ich weiß noch, wie wir, eine Mädchenklasse, im Deutschunterricht Missfallen an Goethes herrischem Frauen­konsum äußerten, worauf die Deutschlehrerin mit bebender Stimme erklärte, jede Frau, die von einem Genie (wahr)genommen würde, könne sich geadelt fühlen".

    Elfriede Hammerl: "Mädchen, Profil, 2. Februar 2013

    librarymistress: Reading Goethe in front of his home, Weimar, 16. August 2008 (Flickr, CC-BY-SA)

    Tuesday, January 22, 2013

    Connotea wird am 12. März eingestellt

    Nachdem Connotea, das Social Bookmarking-Tool von Nature, seit mindestens zwei Jahren extrem unzuverlässig war (*) und das Connotea-Blog plötzlich verschwand, wundert es nicht wirklich, dass nun auf der Website zu lesen ist: "Connotea will discontinue service on March 12, 2013. Please export your bookmarks before that date". Mir tut das leid, weil Connotea eindeutig mein liebstes System war. Ich werde jetzt wohl auf CiteULike wechseln. Dort hab ich ohnedies einen Account, weil ich ja Social Bookmarking bei Brainpool unterrichte. Gut, dass Connotea eine gute Exportfunktion hat. Was mich nun aber zusätzlich irritiert, ist die Meldung "Please note that your export file is a snapshot and can only be generated once. You will not be able to export any new bookmarks added to your Library once you have exported your previous bookmarks collection".

    (*) Ich schrieb im Mai 2011 an den Nature-Support: "after having tested several bookmark systems, I decided for Connotea and haven't regret it as I still prefer the interface, the handling and the Nature background to other tools. But for several months, Connotea works erraticly for me. In about a third of all attempts to bookmark, I receive extremely long loading times, timeouts, maintenance messages (e.g. three minute ago), 503 errors with 'heavy traffic exceeding the server's capacity' (e.g. four and two minutes ago) and so on. Users are referred to the blog, but there is never any information about it, even when the error message is 'maintenance'. I also commented on the post http://blogs.nature.com/connotea/2011/01/19/connotea-status-update a few weeks ago but the comment seems to have disappeared. Is there really maintenance going on or is the user load to heavy or could there be something wrong with my Firefox options or...?"

    Am 21. September 2012 schrieb ich: "I'd like to ask if there is something wrong with Connotea. It has become quite difficult to bookmark something because the number of 'server downs' and 'capacity overloads' (really?) are constantly increasing. I didn't receive any answer when mailing to the Connotea team or commenting on the Connotea blog which obviously has now completely disappeared from the web. Are there plans to discontinue the service? I just want to know so I could export my bookmarks on time. I really like the functionalities which distinguish Connotea from other bookmarking services and hope it will be still available in the future".

    Ich habe nie eine Antwort erhalten. Auf einen Tweet an Nature hin bekam ich von dort zumindest die Antwort, sich an das Connotea-Team zu wenden, was aber anscheinend auch nie geschah. Als langjährige Nutzerin - mein erstes Bookmark hab ich auf den Tag genau vor sieben Jahren abgelegt - fühle ich mich gelinde gesagt im Stich gelassen, nicht einmal eine Erklärung zu bekommen.

    Preisträgerinnen des VFI-Preises stehen fest

    Wie Martin Hekele gerade in Inetbib geschrieben hat, hat die Vergabekommission des Vereins zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI) entschieden, in diesem Jahr in der Kategorie "Dissertations-Preis" einen Anerkennungspreis und in der Kategorie "Master-Preis" drei Anerkennungspreise zu vergeben.

    Dissertations-Preis (500 Euro)

  • Elke Greifeneder. Does it matter where we test? Online user studies in digital libraries in natural environments. Doktorarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, 2012. (Überzeugende empirische Untersuchung des Einflusses des Faktors Ablenkung bei der Erforschung des Benutzerverhaltens in natürlichen Situationen, mit methodischem Wert für die künftige Forschung auf diesem Sektor.) [Volltext/pdf]
  • Master-Preise (je 300 Euro)

  • Gabriele Pätsch. Frustration im Information Seeking. Explorative Studie zu negativ wahrgenommenen Situationen bei der Internetsuche. Magisterarbeit, Universität Hildesheim, 2011. (Gut gelungene qualitative Studie zu negativen Gefühlen bei der Webrecherche, angesiedelt im Schnittbereich von Informationswissenschaft und Psychologie.) [Volltext/pdf]
  • Petra Heidenkummer. Schwankungen des Impact Factors: Untersuchung der Ursachen und Hintergründe. Masterarbeit, Universität Graz, 2012. (Untersuchung zu einem bibliometrischen Thema, das üblicherweise nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, dennoch aber von hoher Aktualität und Bedeutung ist.)
  • Verena Maria Schaffner. FRBR in MAB2 und Primo – ein kafkaesker Prozess? Möglichkeit der FRBRisierung von MAB2-Datensätzen in Primo, exemplarisch dargestellt an Datensätzen zu Franz Kafkas "Der Process". Masterarbeit, Universität Wien, 2011. (Gut gelungene Aufarbeitung des State-of-the-art, hohe Praxisrelevanz des Themenbereichs.) [Volltext/pdf]
  • Friday, January 18, 2013

    Ausschreibung: Marianne-Englert-Preis

    Der Verein für Medieninformation und Mediendokumentation – vfm schreibt den Marianne-Englert-Preis für drei qualitativ hochwertige und damit auszuzeichnende studentische Beiträge aus (Quelle: medienarchive.at-Newsletter). Studierende oder AbsolventInnen einer Ausbildung in den Bereichen Information, Dokumentation, Archiv oder Bibliothek können (als Team oder alleine) die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten und Projekte vor einem interessierten Fachpublikum präsentieren: Im newcomer-forum der Frühjahrstagung des vfm am 23. April 2013 in Ravensburg.
    Wir suchen Vorschläge von Studierenden, die in ihrem Studium vorzeigenswerte Projektberichte oder Abschlussarbeiten fertig gestellt haben und darüber in einer Präsentation von bis zu 20 Minuten Dauer berichten möchten. Etwas Besonderes sollten die geplanten Beiträge schon sein. Aber wer monatelang geforscht, geschuftet, gesucht, gesammelt und geschrieben hat, der sollte auch darüber berichten dürfen.

    Wir bieten

  • die Möglichkeit einer Präsentation im Rahmen der kommenden Jahrestagung der vfm vor interessiertem Fachpublikum
  • die Übernahme der Reisekosten inkl. einer Übernachtung am Tagungsort Ravensburg für die drei ausgewählten Studierenden
  • eine Veröffentlichung des Beitrags in der Fachzeitschrift info 7
  • Jury: Ute Essegern (Sächsische Zeitung Dresden, Dokumentation/Redaktionsarchiv), Frank Dürr (WDR Funkhaus Düsseldorf, Dokumentation und Archive), Heiko Linnemann (Greenpeace Deutschland, Film- und Fernseh-Dokumentation). Der Marianne-Englert-Preis ist mit je 500 Euro Preisgeld dotiert.

    Teilnahmebedingungen: Senden Sie bitte ein Exposé des Beitrags (maximal eine DIN A4-Seite als PDF-Datei) mit der Angabe von Autorennamen, Hochschule / Studiengang, Postadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse sowie ein kurzes persönliches Profil per E-Mail an: heiko.linnemann@greenpeace.de. Einsendeschluss 1. März 2013.

    Tuesday, January 15, 2013

    Hamburger Abendblatt: Bibliothekare schauen nicht dauernd aufs Smartphone

    "Bibliothekare, zumal wenn sie in einem Museum arbeiten, haben gemeinhin ein anderes Tempo als die überwiegende Mehrheit. Im Gegensatz zu ihren gehetzten Mitmenschen sind sie nicht ständig online oder blicken auf ihr stets eingeschaltetes Smartphone, sie sehen dem Besucher in die Augen, um sich dann wieder ohne Hast ihren Lieblingen, den Büchern, zuzuwenden", schreibt Katja Engler in ihrem Artikel "Buchkunst als Kontrast zur digitalen Welt" über die Bibliothek des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, der am 9. Jänner 2013 im Hamburger Abendblatt erschienen ist.

    Regale. librarymistress, Museumsbibliothek Duesseldorf, 20. Jaenner 2011, Flickr, CC-BY-SA  Der Artikel ist jedenfalls lesenswert, auch wenn der Anfang ein wenig zu sehr auf einen vermeintlich beschaulichen Beruf hinweist ;-)

    Bild aus der Bibliothek des Theatermuseums in Düsseldorf - aufgenommen am 20. Jänner 2011 (Flickr, CC-BY-SA)

    Monday, January 14, 2013

    Bibliothekar bei "Agentin mit Herz"

    In der Episode "Das Syndikat" ("Promises to keep") der 80er-Serie "Agentin mit Herz" kommt eine Art Bibliothekar vor: T. P. Aquinas (was für ein Name!), arbeitet im Innendienst, und zwar bei der Library of Congress. Was genau er dort tut, hat sich mir nicht erschlossen, einmal hieß es: "Er ist kein Agent, er ist Antiquar". Zwischendurch sieht man ihn Pasteten für ein Mittelalterfest backen, und zwar 29 Stück, von denen jedes für eine bestimmte Person aus den "Canterbury Tales" steht.
    Aquinas steht im Verdacht, für einen Drogenboss zu arbeiten, mit dem er regelmäßigen Kontakt hat und der ihn "Professor" nennt. Lee Stetson und Amanda King müssen herausfinden, ob das wirklich stimmt. Wie sich herausstellt, wurden seine Frau und sein Sohn aus Versehen bei einem Bandenkrieg erschossen. Um sich zu rächen, hat er sich bei dem Drogenboss eingeschlichen und sein Vertrauen gewonnen. Stetson rät ihm: "Du bist ein Bücherwurm, überlass das den Profis". Letztlich arbeiten sie aber doch zusammen und können den Bösen überführen.

    Thursday, January 10, 2013

    Was Apoll mit YouTube zu tun hat

    Rob Bricken fragte am 8. Jänner in io9: "Can we bring the Greek Gods back, please?". Und er führt einige überzeugende Argumente dafür an. Zitat:

       
    Jacqueline Poggi: "Tête d'Apollon lauré, musée archéologique de Vaison-la-Romaine", Flickr, 28. Dezember 2012,
    CC-BY-NC-ND
    "They're easily adaptable to modern life. Most major religions haven't had a serious update for at least a millennium or so. As such, it can be hard to truly integrate these religions into modern times. But thanks to their diversity, the Greek gods would snap right into place. Hermes is obviously the god of cellphones, emails and text messages. As a craftsman, Hephaestus would probably handle all computers and network issues, while Demeter would watch over restaurants. Apollo, the god of YouTube videos. You can't tell me that life wouldn't be at least a little bit easier if we had a god specifically handling YouTube videos".

    Sunday, January 06, 2013

    Hörbuch über Jugend im Widerstand

    Cover, Hoerbuch 'Nicht nur in Worten, auch in der Tat', Suppose-VerlagMorgen wird in der Wiener Hauptbücherei das Hörbuch "Nicht nur in Worten, auch in der Tat" von Käthe Sasso präsentiert (erschienen im Berliner Verlag supposé Berlin - Cover links vom Verlag).

    Als 16-jährige Widerstandskämpferin wurde Käthe Sasso 1942 von der Gestapo verhaftet; ihr Leidensweg führte sie durch Gefängnisse und Arbeitserziehungslager bis in das KZ Ravensbrück. Angeklagt wegen "Vorbereitung zum Hochverrat", bewahrte nur das jugendliche Alter Käthe Sasso vor der Todesstrafe. Nach der Räumung des KZ Ravensbrück rettete sich Sasso 1945 durch Flucht aus dem Todesmarsch in Richtung Bergen-Belsen und konnte nach Wien zurückkehren. Anschaulich und lebendig erzählt Käthe Sasso im Hörbuch von einer glücklichen Kindheit in einem burgenländischen Dorf, der Schulzeit in Wien und der politischen Prägung durch das familiäre Umfeld. Nach dem frühen Verlust der Mutter hielt sie die Verbindungen zum Widerstand aufrecht; durch einen Spitzel wurde die Gruppe verraten. Es ist auch dem Einsatz Sassos zu danken, dass der Begräbnisstätte der hingerichteten WiderstandskämpferInnen am Wiener Zentralfriedhof ("Gruppe 40") die angemessene und würdige Pflege zuteil wird. Mit enormem Engagement nimmt Sasso bei vielen Veranstaltungen die Verpflichtung zur Zeitzeugenschaft wahr und beindruckt vor allem durch ihre Authentizität, mit der sie den schlichten Heroismus der Solidarität im Lebensalltag unter barbarischen Bedingungen vermitteln kann. Im Oktober 2011 wurde sie mit dem Bundesverdienstzeichen in Gold ausgezeichnet. Die Burgenlandkroatin stammt ursprünglich aus Nebersdorf/Šuševo, einem Ortsteil von Groß Warasdorf / Veliki Borištof, und wohnt mittlerweile in Winzendorf.

    Programm: Einleitung: Hannah Lessing (Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus). Evelyn Steinthaler: Zur Entstehungsgeschichte des Hörbuchs. Käthe Sasso im Gespräch mit Rudolf Gelbard.
    Ort und Zeit: Montag, 7. Jänner, 19 Uhr, Hauptbücherei, Urban-Loritz-Platz (U6 Burggasse Stadthalle, 49 Urban-Loritz-Platz).

    Wednesday, January 02, 2013

    Meine SantaThing-Bücher 2013 :-)

    Heuer habe ich wieder am SantaThing-Wichtelspiel von LibraryThing teilgenommen und habe von meinem Secret Santa folgende Bücher (rechtzeitig vor Weihnachten) bekommen:

  • Susanna Clarke: Jonathan Strange & Mr Norrell. London: Bloomsbury 2005 - den tausend-Seiten-Ziegel heb ich mir für die Zeit nach dem Studium auf ;-)
  • Alberto Manguel: The library at night. New Haven / London: Yale University Press 2006 - wunderte mich selbst, dass ich das noch nicht habe, ich habe es nämlich für die AKMB-News 13 (2007) 2 rezensiert und auch wirklich gelesen ;-) Anscheinend hab ich es mir damals von der FH-Bibliothek ausgeliehen.
  • Edward O. Wilson: Consilience. The Unity of Knowledge. New York: Vintage Books 1998