Monday, September 29, 2008

Bibliothekarin ≠ Schönheitskönigin

Die Financial Times Deutschland schreibt über die Kleidung der US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin: "Dass Palin hinter den strengen Gläsern nicht wie eine klassische Bibliothekarin wirkt, liege allein an ihrem Gesicht, schreibt die britische Tageszeitung 'The Times': 'das Gesicht einer Schönheitskönigin'".

Ich zitiere aus einem Times-Artikel: "With her beehive hairdo and retro specs, Palin, 44, has a 'naughty librarian vibe', according to Craig Ferguson, the Scottish comedian who stars on late-night US television".

Bibliothekarischer Geschmack von Apfelkernen

Neuer Roman mit Bibliothekarin in der Hauptrolle: Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2008
"Als Iris nach Jahren zur Beerdigung ihrer Großmutter Bertha nach Bootshaven, zum Ort ihrer Kindheit, zurückkommt, überfallen sie die Erinnerungen an ihre Jugendjahre in diesem Haus. (...) Iris ist Bibliothekarin an der Universität Freiburg geworden. Ihr Horizont hat sich geweitet und Kindheit scheint nur noch ferne Erinnerung zu sein", schreibt Lioba Knipping in der Thüringischen Landeszeitung.

Sunday, September 28, 2008

Bauklotzarchiv

In der Wiener Zeitung vom 13. September schrieb Uschi Schleich einen Artikel über Lego. Darin heißt es: "Nicht jede Kreation findet den Weg in die Serienproduktion. Ulrik Pilegaard und Mike Dooley, zwei ehemalige Lego-Entwickler, berichten in ihrem 'Inoffiziellen Legobuch' von einem Archiv, in dem Prototypen verwahrt werden, die es nie zur Serienproduktion schafften. Meist, weil sie gegen die legointernen Regeln keine Teile abschießen dürfen, die eine potentielle Gefahr darstellen könnten".

Wieder mal: Bücherwurm

Im Postgraduate-Standard von letzter Woche wird erfreulicherweise auch eine Studentin des Masterstudiengangs "Library and Information Studies" in Graz vorgestellt. Die vorgestellte Bibliothekarin in Ausbildung lobt die Vielseitigkeit der gelehrten Inhalte: Der Studiengang "'umfasst alle möglichen Bereiche, von Jus über betriebswirtschaftliche Aspekte bis hin zu Soft und Social Skills'. Vor allem das vermittelte Know-how 'auf dem Sektor EDV und IT' sei für sie äußerst wertvoll". Und wie betitelt der Standard dann den Artikel? "Mastertitel für Bücherwürmer". Seufz. Dazu passt ja auch, dass die Portraitierte als "Referentin für Beschlagwortung und Sachwerterschließung" bezeichnet wird. Diese Funktion hätte ich ja eher in der Erwerbungsabteilung angesiedelt...
Interessant ist auch, dass die Juristin beim Land zunächst mit "Beteiligungsverwaltung und zivilrechtlichen Aufgaben" zu tun hatte, später in der Kulturabteilung landete und von dort - anscheinend ohne einschlägige Ausbildung oder Erfahrung - in die Bibliothek "entsandt" (Zitat aus dem Artikel) wurde. Ich will damit keinesfalls sagen, dass sie keine gute Arbeit in der Bibliothek leisten kann, und finde es auch toll, dass sie sich selbst um den Besuch des Lehrgangs bemüht hat. Ich meine es also wirklich nicht persönlich gegen diese Kollegin, wenn ich mich generell frage, wieviele Dienstgeber offensichtlich meinen, für die Bibliotheksarbeit sei keine Ausbildung von Nöten. Ich muss auch den Kopf schütteln, wenn ich immer noch Stellenausschreibungen sehe, in denen steht "Voraussetzung: Matura. Erwünscht: bibliothekarische Ausbildung"... Hab noch nie eine solche Stellenausschreibung für den ZID gesehen.

Update 16.9.2009: Habe die Kollegin gerade am Bibliothekartag kennengelernt - sie hat mich auf diesen Eintrag angesprochen und mir erzählt, dass sie sich davon nicht "abschrecken" ließ und noch immer im Bibliothekswesen tätig ist. Ersteres war niemals beabsichtigt, daher freut mich zweiteres!

Neuerwerbungen

  • J.B. Stanley: Stiffs & Swine. Woodbury: Midnight Ink 2008
  • Jason Dark: Die Welt des John Sinclair: Mallmanns letzte Fälle. Vier spannende Kultgeschichten. Bergisch Gladbach: Lübbe 2008 [1986, 1989]
  • Wednesday, September 24, 2008

    Bibliotheksbestand des Tages

    Adolf Hopp: Die pneumatische Gruben-Entleerung und die Verwertung der menschlichen Abfallstoffe für die Landwirtschaft. Praktische Winke für vorteilhaften Betrieb für Gemeinden (= Sammlung von Abhandlungen, Gutachten und Vorträgen über Städtereinigung und Verwertung städtischer Abfallstoffe für die Landwirtschaft 3). Halle, Leipzig: F. Leinewerber 1900 [Signatur A 41005]

    Tuesday, September 23, 2008

    Katalogisat des Tages

    Screenshot aus dem Onlinekatalog

    Da musste ich heute schmunzeln... Für Leute, die diese Gegend nicht kennen, sollte man erwähnen, dass Reichenau, Payerbach, Edlach und Prein vier sehr benachbarte Ortschaften sind. Edlach und Prein gehören sogar zu Reichenau. Dass das Reichenauer Kurblatt in Payerbach erscheint, wäre ja noch im Bereich des Möglichen, aber dass die beiden Verleger dann noch Edlach & Prein heißen, wäre ein allzu großer Zufall ;-) Ich nehme an, das ist beim Retrokatalogisieren der Zettelkarten entstanden. Kann da natürlich leicht passieren, wenn das graphisch nicht gut abgetrennt ist.
    Wenn wir schon in der Gegend sind - da haben wir noch einiges in der Bibliothek, zum Beispiel:

  • Zur Frage der Trennung der Katastralgemeinden Payerbach, Payerbachgraben, Küb, Pettenbach und Schmitzdorf von der Ortsgemeinde Reichenau in Niederösterreich. Reichenau: Verlag des Reichenauer Gemeinde-Ausschusses 1891 [enthält: "Begleitworte zu dem für die zu constituirende Orts-Gemeinde Payerbach in Nieder-Österreich aufgestellten Präliminare der jährlichen Verwaltungsanlagen"]
  • Haas, Franz: Reichenau und seine malerische Umgebung. 3., verm. Aufl. Reichenau: Verlag der Kurkommission 1899
  • Hellbach, Rafael: Die Thäler von Reichenau und Neuberg und deren Umgebungen bis auf 4 Stunden im Umkreise. Wien: C. Gerold 1870
  • Gettinger, Theodor: Ausflug nach Reichenau und Neuberg samt Umgebungen auf 6 Gehstunden im Umkreis. Wien: A.A. Wenedikt 1871 [der ist anscheinend ein wenig fitter als der Herr Hellbach, der nur vier Stunden im Umkreis schafft]
  • Herz, Max: Rhododendron und Enzian. Das Reichenauer Thal und seine Umgebung, der Thalhof und das Rudolfsbad, Semmering-Fahrten an der ... Südbahn bis Mürzzuschlag. Wien: E. Hugel 1875
  • Wallner, Georg: Das Rudolfsbad. Kaltwasser-Heilanstalt in Reichenau bei Wien. Wien: Verlag der Badedirektion 1866 ["bei Wien" ist auch Ansichtssache...]
  • Weidmann, Franz Carl: Festtage in Reichenau. Die Feier der Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. und Seiner kaiserlichen Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Kronprinzen Rudolf am 18., 19. und 21 August 1861. Wien: Förster & Brüder 1861
  • Monday, September 22, 2008

    Bibliothekarin mit Zyankali

    "Aranda will begreifen, wieso eine alte Bibliothekarin seinen Vater mit Zyankali vergiftete und sich danach selbst das Leben nahm". - Aus einem Bericht der "Welt" über die Neuverfilmung von Johannes Mario Simmels "Und Jimmy ging zum Regenbogen".

    Sunday, September 21, 2008

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • A. Bouazza / R. Nimer: "Library education in Tunisia and Jordan: A comparative study". In: International Library Review 18 (1986) 1, S. 5 - 14
  • Daniel D. Barron: "School Library Media Program Women: A Celebration of Our Female Heritage". In: School Library Media Activities Monthly 11 (1995) 7, S. 49 - 50
  • Margaret Bush: "New England Book Women: Their Increasing Influence". In: Library Trends 44 (1996) 4, S. 719 - 735
  • Christine A. Jenkins: "Women of ALA Youth Services and Professional Jurisdiction: Of Nightingales, Newberies, Realism, and the Right Books, 1937-1945". In: Library Trends 44 (1996) 4, S. 813 - 839
  • Mark D. Winston / Jennifer Dunne: "Children's Librarians: A Research Study of Diversity and Leadership". In: Public Library Quarterly 19 (2001) 1, S. 23 - 32
  • Amusing titles in scientific journals

    Gerade entdeckt: Itay Sagi und Eldad Yechiam vom Israel Institute of Technology haben untersucht, wie Humor in den Titeln von wissenschaftlichen Aufsätzen mit der Zitationshäufigkeit zusammenhängt: "Four judges rated the degree of amusement and pleasantness of titles of articles published over 10 years (from 1985 to 1994) in two of the most prestigious journals in psychology, Psychological Bulletin and Psychological Review. We then examined the association between the levels of amusement and pleasantness and the article's monthly citation average". Der Artikel "Amusing titles in scientific journals and article citation" ist in der Ausgabe 34 (2008) 5 des Journal of Information Science erschienen. - Ein Fall für Improbable Research?

    Saturday, September 20, 2008

    Wir sind alle auf Permitol

    Bei mir gibt es etwas Neues im Job, was ich hier noch gar nicht geschrieben habe: Eine Kollegin und ich machen gerade die interne Ausbildung zu EDV-Referentinnen, die von der MA 14, unserer EDV-Abteilung, angeboten wird. Wir können (und vor allem: dürfen) jetzt unter anderem Computer und Diensthandys über den virtuellen Markt bestellen, Computer neu aufsetzen, Berechtigungen auf bestimmte Ordner vergeben, einen Computer auseinander und wieder zusammenbauen, ohne dass ein Teil überbleibt (ein Kollege fragte, wo denn da die Verbesserung bleibe ;-) Bisher haben die Kurse wirklich Spaß gemacht, und ich bin froh, dass ich diese Ausbildung machen kann.
    Eine Anekdote, die auch das obige Bild erklärt: Ein Vortragender sagte immer: "Und dann setzen Sie den Benutzer auf Permitol". Meine Kollegin und ich brauchten ziiiiemlich lange, bis wir verstanden, dass es sich dabei um keine Droge, sondern die Berechtigungsstufe "permit all" handelte ;-)

    Friday, September 19, 2008

    Wahlkabine: Premiere

    Die Wahlkabine, bei der man politische Präferenzen eingibt und die Partei angezeigt bekommt, deren Programm sich am meisten damit deckt, gibt es ja schon einige Jahre, aber neu für mich war, dass heuer zum ersten Mal auch tatsächlich die Partei herausgekommen ist, die ich mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit auch wählen werde. Bisher kam immer eine andere Partei heraus, wenn auch immer dieselbe...
    Heuer werden Fragen wie "Sollen straffällige Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft unabhängig von ihrer bisherigen Aufenthaltsdauer abgeschoben werden?", "Soll Kunst, die gesellschaftlich polarisiert, mit staatlichen Mitteln gefördert werden?" oder "Soll in Österreich ein allgemeines Grundeinkommen eingeführt werden?" gestellt. Dazu kann man angeben, wie wichtig das Thema für eine/n ist. Mir ist zum Beispiel die Frage, ob Österreich "öffentliche Gelder aufwenden, um Informationen über so genannte 'Steuerflüchtlinge'" beschaffen soll, relativ wurscht - ich glaube, dieses Problem wird mich persönlich bei meinem Beruf nur peripher tangieren ;-)

    "regt den Geist an, ohne ihn anzustrengen"

    "Münch faßte schon mehrere Jahre früher den Gedanken, sich um eine Stelle in der Hofbibliothek zu bewerben, wie aus dem Briefwechsel mit seinem Freund und Mentor Michael Enk von der Burg hervorgeht. Seine Tätigkeit als Beamter schien ihm immer weniger mit seiner dichterischen Berufung zu harmonieren. Er konnte sich aber weder entschließen, seinen Beruf als Beamter aufzugeben, noch auf seinen Dichterruhm zu verzichten. Schließlich glaubte er im Beruf eines Bibliothekars der Hofbibliothek beide Bestrebungen vereinen zu können. (...) Außer der Besoldung zählt Enk als Pluspunkte Gesundheit, Muße, den eventuellen Aufstieg zum Präfekten (...) auf und schildert den Bibliothekarberuf als 'Beschäftigung, die den Geist anregt, ohne ihn anzustrengen'".

    Edith Mrázek-Schwab: "Bibliothekar - ein literarischer Beruf? Friedrich Halms Ernennung zum Ersten Kustos der Hofbibliothek". In: Festschrift Josef Stummvoll. Wien: Hollinek 1970, S. 285 - 286

    Spring is coming

    Screenshot von Gmail

    Gmail's habit of showing advertisements in relation to the emails you currently look at is quite funny when you have chosen the "spam" folder - Spam Primavera with Linguini... mmmh.

    Thursday, September 18, 2008

    Archiv-Gespräch in memoriam Wendelin Schmidt-Dengler

    "'Arbeitsfelder der Germanistik' war der geplante Titel des Archiv-Gesprächs, das Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, der Initiator und langjährige Leiter des Österreichischen Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, für den 9. Oktober vorbereitet hat. Es war als Abschiedsveranstaltung geplant, da er sich Ende des Jahres aus dieser Funktion zurückziehen wollte. Nach seinem völlig unerwarteten Ableben soll dieses Archiv-Gespräch seinem Andenken gewidmet sein. Es soll zeigen, wie weit sein Einsatz für die Literatur reichte, wie viele Felder seine Arbeit berührte: die Literaturkritik, die Germanistik, das Archiv.
    Christoph Ransmayr und Ferdinand Schmatz werden Texte in Bezug auf Wendelin Schmidt-Dengler lesen. Das Gespräch mit den Autoren und ehemaligen SchülerInnen möchte die Bruchlinien und die Beziehungen zwischen der Produktion und Rezeption von Literatur thematisieren. Die vielfältigen Lebenswege und Laufbahnen der Studentinnen und Studenten von Univ.-Prof. Schmidt-Dengler, seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die er während vier Jahrzehnten betreute, dokumentieren sein unermüdliches Engagement außerhalb und innerhalb der literarischen Institutionen. Nicht zuletzt war er Mentor und Gesprächspartner zahlreicher Autorinnen und Autoren". - Quelle: Presseaussendung der Nationalbibliothek auf APA OTS.

    Ort und Zeit: Donnerstag, 9. Oktober 2008, 19 Uhr, Oratorium der Österreichischen Nationalbibliothek. Einleitende Worte: Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger (Österreichische Nationalbibliothek), Priv.-Doz. Dr. Volker Kaukoreit (Österreichisches Literaturarchiv). Mit: Christoph Ransmayr (Schriftsteller), Dr. Ferdinand Schmatz (Schriftsteller), Univ.-Prof. Dr. Juliane Vogel (Literaturwissenschaftlerin), Dr. Ulrich Weinzierl (Publizist). Moderation: Priv.-Doz. Dr. Bernhard Fetz (Österreichisches Literaturarchiv).

    Eigene Rechte mild zu üben

    Recht ist hüben zwar wie drüben
    Aber darnach sollst du trachten
    Eigene Rechte mild zu üben
    Fremde Rechte streng zu achten

    Von einem Schild, gesehen auf dem Ternitzer Rathaus

    reading diary

    currently reading: Thomas K. Landauer: The trouble with computers. Usefulness, usability, and productivity. Cambridge, MA: MIT Press 1995

    Bibliotheksbestand des Tages

    J. Zawodny: Die Znaimer Gurke. Eine Studie von J. Zawodny in Znaim. Wien: H.H. Hitschmann 1897 (= Archiv für Landwirthschaft 19). Mit sechs Abbildungen und zwei Titelvignetten [Wienbibliothek, Signatur A 199618]

    Hans Zuckriegl: Die Znaimer Gurke. Vom warzigen, hantigen und bunkerten Arme-Leute-Essen zur weltberühmten Volksdelikatesse. Wien: Eigenverlag 1990 [UB Boku, Signatur I-55276]

    Wednesday, September 17, 2008

    reading diary

    started yesterday, finished today: Neal Stephenson: Die Diktatur des schönen Scheins. Wie grafische Benutzeroberflächen die Computernutzer entmündigen. München: Goldmann 2002 [german version of "In the beginning... was the command line"]

    Tuesday, September 16, 2008

    Sentence of the day

    Why procrastinate now? There's still enough time for this tomorrow.