Tuesday, September 06, 2022

Geisteswissenschaftler:innen, traut Euch!

Im Perspektiven.Blog, das berufliche Perspektiven und Lebensentwürfe von und für Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen aufzeigt, ist ein interessanter Beitrag einer promovierten Philosophin erschienen. Maia George hat sich während der Promotion als Workshopleiterin selbständig gemacht. Sie schreibt unter dem Titel "Von der Ungewissheit in die Freiheit – als selbständige Workshopleiterin":
Vergesst bitte all die einschränkenden Glaubenssätze, die wir Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen verinnerlicht haben. Dass wir nicht produktiv sein können; dass wir kein Geld verdienen können; dass unsere Fächer zu keinem Job qualifizieren; dass eine Promotion uns überqualifiziert. Es stimmt alles nicht. Ich habe es bei vielen Peers gesehen, die auch promoviert und dann die Uni verlassen haben. Und ich höre es immer wieder von meinem Mentor, der seit 10 Jahren hochqualifizierte Akademiker:innen in andere Berufe begleitet. Klar: Unser Weg ist nicht so offensichtlich wie der in anderen Fächern. Wir brauchen mehr Mut, Fantasie und die eine oder andere Weiterbildung. Aber es ist viel möglich.

Thursday, August 11, 2022

librarians in charge

Wenn wir das Sagen hätten, würden wir natürlich niemandem verraten, dass es SciHub oder #icanhazpdf auf Twitter gibt ;-)

Tuesday, August 09, 2022

Lesbarkeit von juristischen Ausführungen

Die Verwendung der männlichen Form im Text erfolgte aufgrund der besseren Lesbarkeit von juristischen Ausführungen, selbstverständlich sind alle Geschlechter berücksichtigt.

Quelle: Universität Wien, Forschungsdatenmanagement / Juristisches / FAQ.

Bisherige Beispiele hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in diesem Blog. Gegenbeispiel hier, anderes Beispiel für "mitgemeint" hier.

Wednesday, August 03, 2022

Gedächtnisausstellung über Bibliotheksdirektorin Magda Strebl in Klosterneuburg

Im Stadtmuseum Klosterneuburg ist noch bis 23. Oktober 2022 eine Gedächtnisausstellung für Dr.in Magda Strebl zu sehen. Strebl war die erste Generaldirektorin (oder wie es damals hieß: der erste weibliche Generaldirektor) der Österreichischen Nationalbibliothek. Außerdem fungierte sie von 1988 bis 1992 als erste weibliche Präsidentin der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Nach ihrer Pensionierung zog sie mit ihrem Mann nach Klosterneuburg und prägte dort das Kulturleben.

Ort und Zeit: Stadtmuseum Klosterneuburg, Kardinal-Piffl-Platz 8, 3400 Klosterneuburg, geöffnet Samstag 14 bis 18 Uhr sowie Sonn- und Feiertage 10 bis 18 Uhr.

Friday, July 29, 2022

Neuerwerbungen mit Bibliothek

Drei Neuerscheinungen und Neuerwerbungen mit Bibliotheksbezug:

Freya Sampson: The last library. Zaffre 2022 (USA: "The last chance library") - "Lonely library assistant June is much more comfortable with books than people. When her mum - the beloved local librarian - passed away, June stepped into her shoes. But shy June has always felt that she could never live up to her mum's legacy. Instead, she's retreated into herself, surviving on takeaways-for-one and her favourite stories. When the library is threatened with closure, June is distraught. Yet when a ragtag band of eccentric but dedicated locals establish the Friends of Chalcot Library campaign, June is forbidden from joining their cause. If June wants to save the place that means so much to her, she'll have to make some bold changes to her life: opening up her heart to friendship, opportunities and maybe even more..."

Ruth Ozeki: The book of form & emptiness. Canongate 2022 - "After the tragic death of his father, fourteen-year-old Benny Oh begins to hear voices. The voices belong to the things in his house and sound variously pleasant, angry or sad. Then his mother develops a hoarding problem, and the voices grow more clamorous. So Benny seeks refuge in the silence of a large public library. There he meets a mesmerising street artist with a smug pet ferret; a homeless philosopher-poet; and his very own Book, who narrates Benny's life and teaches him to listen to the things that truly matter."

Bella Osborne: The library. Head of Zeus 2022 - "Teenager Tom has always blended into the background of life. After a row with his dad and facing an unhappy future at the dog food factory, he escapes to the library. Pensioner Maggie has been happily alone with her beloved novels for ten years – at least, that's what she tells herself. When they meet, they recognise something in each other that will change both their lives for ever. Then the library comes under threat of closure, and they must join forces to prove that it's not just about books – it's the heart of their community."

Thursday, July 14, 2022

"Lernpause mit Pfötchen": Therapiehund in der SLUB Dresden

Gerade in Inetbib gelesen: Die SLUB Dresden bietet Lernpausen mit einem ausgebildeten Therapiehund an. Das Projekt "Aktive Lernpause mit Pfötchen" wird in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden umgesetzt. Hintergrund:
"Denkt man den Lernraum Bibliothek als Service und ganzheitlich, geht es dann nicht nur um vielfältige Nutzerarbeitsplatzsettings, sondern auch um den Lernprozess, den es zu stimulieren gilt, zum Beispiel durch aktive Lernpausenangebote. Eine Variante davon ist, Studierenden in der Prüfungszeit dabei zu unterstützen, Lernstress mental zu reduzieren. Die SLUB Dresden bietet (testweise) ein solches Angebot an, und zwar mit Hilfe einer dafür ausgebildeten vierbeinigen Fachkraft, einem Therapiehund, der wiederum in Begleitung einer Fachperson zur Verfügung steht für (kurzzeitige) Berührungs-, Spiel- oder andere Interaktionsangebote. Unter dem Titel "Lernpause mit Pfötchen" werden Studierenden zwanzig Zeitslots angeboten (in der Prüfungszeit Sommersemester 2022), die sie für eine solche etwa 15minütige Auszeit buchen können. Der entspannende und lernförderliche Effekt ist inzwischen auch speziell für Studierende empirisch nachgewiesen worden, zum Beispiel hier: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/2332858419852592 (*)". (Quelle)

Die Wirkung dieser Lernpausen wird wissenschaftlich evaluiert. Die Fachperson ist immer anwesend, "um Belastungssignale des Hundes oder Unsicherheiten bei Nutzenden zu erkennen und sofort intervenieren zu können".

Zusätzlich wurde in der Zweigbibliothek August-Bebel-Straße ein Themen-Cube zum Thema "Tiergestützte Intervention und Stressabbau" eingerichtet, und auf der Website gibt es eine entsprechende Literaturliste.


(*) Patricia Pendry, Jaymie L. Vandagriff: "Animal Visitation Program (AVP) Reduces Cortisol Levels of University Students: A Randomized Controlled Trial". In: AERA Open, 12. Juni 2019.

Tuesday, July 12, 2022

Schüchtern und zurückgezogen? Natürlich Bibliothekarin!

"Lonely librarian June Jones has never left the sleepy English village where she grew up. Shy and reclusive, the thirty-year-old would rather spend her time buried in books than venture out into the world."
"Lonely library assistant June is much more comfortable with books than people."

Freya Sampson: The last-chance library. Berkley Books 2021 (als Taschenbuch unter dem Titel "The last library", Bonnier Books 2021)

Tuesday, June 28, 2022

Bücher akribisch in die Regale stellen

Im "Presse"-Artikel "Wie aus Daten Wissen wird" von Christian Lenoble heißt es:
"...einfache Datenbanksysteme, in denen Informationen gekennzeichnet und in digitalen Bibliotheken gespeichert werden, sind keine zeitgemäße Antwort auf die Frage, wie aus Daten praktikables Wissen geschaffen wird. 'Man kann sich dieses altbackene Speicherkonzept in etwa vorstellen wie einen fleißigen Bibliothekar, der Bücher akribisch in alphabetischer Reihenfolge in die Regale stellt' - Alison Vanzetta, Digitalberaterin bei Cloudflight".
Die Lösung sei die Anwendung von Methoden der Künstlichen Intelligenz, wie die Mustererkennung.

Tuesday, June 21, 2022

Workshop "Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen dekolonialisieren" in Stuttgart

DIe Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen veranstaltet am 30. Juni 2022 im Rahmen des 2. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals einen Workshop "Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen dekolonialisieren".
Kultur- und Bildungseinrichtungen zu dekolonialisieren ist im D-A-CH-Raum mittlerweile ein verbreitetes Anliegen. In Sammlungen und Suchsystemen für wissenschaftliche Informationen steht die Dominanz von Autor:innen, Verlagen und Zeitschriften aus dem "Globalen Norden" in keinem adäquaten Verhältnis zur tatsächlichen globalen Wissensproduktion, die selbst unter sozial ungerechten Bedingungen stattfindet.

Dieser Workshop lädt alle Interessierten ein, eigene Erfahrungen bei der Suche nach wissenschaftlichen Informationen zu reflektieren und Ideen zur Dekolonialisierung mit Dr. Nora Schmidt (Expertin des ifa-Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik") und Dr. Wolfram Seidler (Universitätsbibliothek Wien) zu diskutieren.

Der Workshop findet in Präsenz statt. Wir bitten um eine Anmeldung an research[at]ifa.de bis zum 24. Juni 2022.

Wann und wo: 30.06.2022, 17-18 Uhr, Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart.

Quelle: Inetbib.

Friday, June 17, 2022

Hierarchie in der Kaffeepause

"Maria Seissl wurde mir in meinem ersten Jahr als Bibliothekarin in Innsbruck von einer Kollegin während eines Mittagessens formlos mit den Worten 'Das ist die Mia' vorgestellt. Diese Formlosigkeit war für mich umso überraschender, als es damals an der Universität Innsbruck eine historisch gewachsene Hierarchie gab, die sich unter anderem am Kaffeetisch der Hauptbibliothek widerspiegelte: Zuerst nahmen die Akademiker_innen dort ihren Kaffee ein, danach durften die sogenannten B-Leute – Formalerschließer_innen, Erwerber_innen und meine Wenigkeit – Kaffeepause machen".
Quelle: Claudia Hausberger: "Lessons learned". In: Menschen im Aufbruch. Universitätsbibliothek und Archiv der Universität Wien im Selbstverständnis ihrer Mitarbeiter_innen. Festschrift für Maria Seissl. Göttingen: V&R unipress 2019, S. 299