Tuesday, August 09, 2005

Eine öffentliche Bibliothek fungiert im reizenden Film "Sliding Doors", der gestern auf ORF zu sehen war, als Alibi für den fremdgehenden Freund der Hauptfigur. Er muss halt immer recherchieren...
Auf TrekWeb gibt es einen Artikel namens "Star Trek: Insurrection: A Detailed Look at The Cut Footage and The Original Ending" von Gustavo Leao, in dem die herausgeschnittene Szene in der Enterprise Library genau beschrieben wird.
Nächstes Wochenende verbringe ich in London, und gerade habe ich eine "Behind the scenes"-Tour durch die National Archives gebucht :-) Was uns erwartet:
  • Visit our bomb proof, climate controlled storage facilities with over 100 miles of shelving
  • See the original Domesday book in our Treasury
  • Find out why our conservation team love "sausages"
  • Learn how we deal with "Harry the spider" and "Woolly Bear" if we find them in the repositories
  • Sign up for a free readers card and access documents yourself, from medieval maps to MI5 Files
  • Unter den popular searches werden auch "UFOs" angeführt. Hier gibt es zwei Treffer: "Unidentified Flying Objects (UFOs): sightings; reports by members of public" von 1961 bis 1963 und "DEFE 71/33 National Air Traffic Services: air traffic control; general file including provision of secondary surveillance radar in the Vale of York and discussion of MOD policy on UFOs" von 1975 bis 1978 (bis heuer "closed").
    Im FOI Reading Room des Ministry of Defence sind dann auch gleich die ausführlichen "Responses to all previously asked requests for information covering the topic of UFOs" zu finden (Teil 1, Teil 2). Da heißt es dann zum Beispiel auf die Frage, welche Pläne das Verteidigungsministerium für die Ankunft von Außerirdischen hätte: "The Ministry of Defence does not have any expertise or role in respect of 'UFO/flying saucer' matters or to the question of the existence or otherwise of extraterrestrial lifeforms. While we remain open-minded, to date the MOD knows of no evidence which substantiates the existence of these alleged phenomena and therefore has no plans for dealing with such a situation."
    Die Library Preservation at Harvard hat eine Reihe von Literaturlisten zusammengestellt, darunter eine zum Thema "Caring for Personal Collections", die eine Übersicht von Online-Ratgebern zu den Bereichen Books & Paper, Photographs, Postcards, Scrapbooks, Stamps, Audio & Video und Working with a Conservator abdeckt. Beispiele: "Low-cost / no-cost improvements in climate control", "Caring for your photographs", "Film Forever: the home film preservation guide" und "When the Dust Settles: tips for safely cleaning family treasures".

    Monday, August 08, 2005

    Neues Buch mit Bibliothekarin als Hauptfigur: Alice Hoffman: The ice queen. A novel. New York: Little, Brown & Company 2005 - "A solitary New Jersey librarian whose favorite book is a guide to suicide methods is struck by lightning in Alice Hoffman's superb novel".
    LIBRARYMISTRESS
    So würde ich machen, wenn unser Budget oder mein Gehalt verdoppelt würde ;-) Hinweis von Netbib...
    Laut dem Artikel "Detainees under Harry Potter's spell" von Rowan Scarborough, der in der Washington Times vom 8. August erschien, lesen die Häftlinge auf Guantanamo am liebsten Harry Potter. Auf Platz 2 liegt Agatha Christie. So sagt zumindest die Gefängnisbibliothekarin, die nur mit ihrem Vornamen Lori zitiert wird. Abgesehen von 1800 Exemplaren des Koran gibt es rund achthundert Bücher und "family-values movies". Freihandnutzung ist nicht erlaubt, "instead, a staff of three librarians load up a book cart and go cell to cell".
    Siehe auch Artikel im Spiegel; die Prison Library Group bei CILIP; Artikel "Prison librarians needed: a challenging career for those with the right professional and human skills" von Vibeke Lehmann; Books through bars; das Directory of state prison librarians 2004.
    Gefunden bei Projekt Gutenberg: Paul Scheerbart: Der brennende Harem. Ninivitische Bibliotheks-Novellette. Endet mit: "Die Mäuse, deren es viele in der Bibliothek gab, schadeten dieser nicht, da sie Tontafeln nicht annagten" :-)
    Der englische Schriftsteller Julian Barnes wird für sein erzählerisches Werk morgen mit dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur 2004 (dotiert mit zweiundzwanzigtausend €) ausgezeichnet werden. Ich selbst besitze von Barnes nur das Buch "Flauberts Papagei".
    Heise, Laughing Squid, Netbib und andere berichten, dass das New Oxford American Dictionary Weblogs als "run by twenty-something Americans with at least an unhealthy interest in computers" definiere. Ich verstehe den abgebildeten Eintrag aber eher so, dass das ein Beispiel für eine Anwendung des Wortes "blog" und keine Definition darstellt.
    Im Ende Juni gestarteten LIS Wiki gibt es einen Eintrag "How to apply for a library job". Er behandelt unter anderem, wie man Stellenausschreibungen findet, wie man die Bewerbung vorbereitet, welche Fragen man während telephonischer und persönlicher Interviews stellen kann.

    Friday, August 05, 2005

    Bei der Folge "Schiefe Bahn" (Original: Modern Designs for Better Living) von "Third Watch" unterhielten sich zwei Polizisten - Davis und Sully - über einen Burschen, der für einen illegal operierenden Buchmacher Botendienste erledigte und den einer der beiden unter seine Fittiche nehmen wollte. "Es ist ja nicht so, dass er Drogen verkauft", nimmt Davis den Buben in Schutz. Darauf kontert Sully: "Es ist aber auch nicht so, als ob er einen Job in einer Bibliothek hätte". Bibliotheksarbeit ist anscheinend für amerikanische DrehbuchschreiberInnen auf der Seriositäts- und Harmlosigkeitsskala genau am anderen Ende vom Drogendealen...
    Gerade beim Projekt Gutenberg entdeckt: Mörikes Gedicht "Herrn Bibliothekar Adelb. v. Keller bei verspäteter Zurücksendung einer Ausgabe des Catullus". Darin spricht das Buch: "Da bin ich endlich! - Blicke nicht so streng, o Herr! | Wie? oder wäre was verlautet wirklich wahr, | Du wärst uns ernstlich böse? Nun, so höre mich: | Zwar nahezu zwei Jährchen blieb ich aus; jedoch | Nicht schmutziger, bei meiner Ehre, komm ich heim, | Als ich, dem Zeugnis aller Grazien gemäß | (Die mir gleichwohl bei jeder Zeile lächelten), | Von jeher war".
    Vier schottische Städte streiten sich darum, welche von ihnen im 23. Jahrhundert die Geburtsstadt von Enterprise-Chefingenieur Montgomery "Scotty" Scott sein wird, schreiben unter anderem die NY Times (LogIn). Im "Rampant Scotland Newsletter" vom 23. Juli 2005 heißt es: "According to the Star Trek scripts, Scotty was born in Linlithgow (in 2222) and West Lothian Council were quick to react to the news of his death with plans to erect a plaque to the actor in the town" [im selben Ort geboren ist nebenbei bemerkt Mary Queen of Scots].
    Anscheinend protestieren nun Edinburgh, Aberdeen and Elgin. Im Star Trek-Wiki Memory Alpha heißt es dazu: "The character once described himself as an 'Aberdeen pub crawler' in 'Wolf in the Fold' (TOS). However, the 'bible' for the original series states that Scott was born in Edinburgh. Confusing the matter is a 1970s interview with actor James Doohan in which he stated his belief that Scott came from Elgin, a town near Aberdeen". Ein Vertreter Linlithgows kommentierte die Diskussion: ""We should all agree to meet up in 2222 and see who was right".
    E-LIS open access archive
    Nettes, treffendes Bild von E-LIS, dem "open access archive for scientific or technical documents, published or unpublished, on Librarianship, Information Science and Technology, and related disciplines"
    Zwei meiner Lieblingssätze:
  • "The following statement is true. The previous statement is false" (Quelle unbekannt)
  • "When I came home I expected a surprise. And there was no surprise, so, of course, I was surprised..." (Ludwig Wittgenstein)
  • Thursday, August 04, 2005

    Da sieht man wieder, wieviel der Politik die Bibliotheken wert sind: Auf tirol online ist der Artikel "Fulpmer Bücherei soll ordentlich Federn lassen" erschienen. Vizebürgermeister Gottfried Kapferer wird darin wie folgt zitiert: "Ich fordere eine Neuausschreibung des Postens. Ich bin überzeugt, wir fänden genug Leute, die es auch ums halbe Geld machen würden." Wahrscheinlich trifft dasselbe auf den Posten des Vizebürgermeisters zu. Kapferer ist übrigens Hauptschullehrer... Die derzeit mit 20 Stunden angestellte Bibliothekarin steht übrigens auf der Liste des politischen Gegners...
    Neuerwerbungen:
  • Karl Kraus / Oskar Kokoschka (Ill.): Die chinesische Mauer. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Insel 1999 (= Insel Bücherei 1199)
  • Margit Bräuer (Hrsg.): Russische Liebesgeschichten. 2. Aufl. Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 2004
  • Kate Fox: Watching the English. The hidden rules of English behaviour. London: Hodder & Stoughton 2004 (lese ich gerade, ist sehr witzig)
  • Elisabeth Kostova: The historian. A novel. London: Little, Brown &. Co. 2005
  • Hans Peter Hallwachs (Sprecher): Franz Kafka. Meistererzählungen. Berlin: Argon 2005
  • Tuesday, August 02, 2005

    Dinge, die ich schon des längeren testen wollte und es gerade tue: flickr.com (ganz witzig), bloglines.com (praktisch), gmail.com (auch wenn die labels praktisch sind, macht mich das Fehlen einer Ordner-Struktur ganz irre; die Suche funktioniert aber gut, und ich denke, ich werde meine diversen freemail-Adressen dorthin bündeln).
    Walter Klier schreibt heute in der Berliner Zeitung über das Ausmisten von Büchern: "Die Wahrheit aber ist, dass ein Buch nie so einzigartig, wertvoll und unersetzlich wirkt wie in dem Moment, wo man es weggeben will. In Wahrheit tut es weh, und wenn hundertmal der absoluteste, hinterletzte Quark drinsteht, den man schon vor zwanzig Jahren nicht gern, sondern nur irgendwem zuliebe las, was man, wie man heute weiß, aber damals noch nicht, genauso gut hätte bleiben lassen können".
    Meine Kollegen und ich bei der Sommer-FH im Juli

    Das Bibliotheksteam bei der Sommer-FH vergangene Woche. In der Bibliothek wurden Buttons mit Photos und der Aufschrift "Sapiens sum" für die Kinder gemacht, nachdem sie vorher bei verschiedenen Personen im FH-Gebäude (persönlich und via Chat) auf "Infojagd" gegangen waren. Der nächste Sommer-FH-Termin ist übrigens am Donnerstag, dem 25. August.
    dieStandard verlieh heute Harry Potter VI ein symbolisches Zuckerl: "J. K. Rowling zeigt auch im neuen Harry Potter, dass nicht immer der Held die interessanteste Person sein muss - ein Zuckerl für das Frauenbild im 'Half-Blood Prince'".
    Helmut Schließelberger schrieb in den Salzburger Nachrichten vom vergangenen Freitag über ein lustiges Missverständnis: Als George Lucas zum Start von Episode 3 in einem Interview den wichtigsten Sager nennen sollte, sagte er: "May the force be with you". Der Simultanübersetzer übersetzte dies mit "Am 4. Mai werden wir bei dir sein" - er hatte anscheinend verstanden: "May the fourth (we'll) be with you".

    Monday, August 01, 2005

    Mauvais genres, die Mailingliste und Website für Krimis und utopische Literatur, wurde abgeschaltet. Gründer Bernard Strainchamps schreibt dazu: "Mauvais genres est un site qui aurait dû pour continuer profondément se renouveler et pas seulement techniquement. (...) j'ai aussi mes limites".
    Wie man Google auf fortgeschrittene Art und Weise benutzen kann, darüber gibt es ein paar interessante Seiten und Bücher:
  • das Google Cheat Sheet als Teil der offiziellen Google-Hilfe
  • Sarah Milstein / Rael Dornfest: Google: the missing manual. O'Reilly 2004 (die zweite Auflage erscheint im Oktober 2005)
  • die Google-Abteilung bei ResearchBuzz
  • Tara Calishain / Rael Dornfest: Google hacks. 100 industrial-strength tips & tools. 2. Aufl. O'Reilly, 2004
  • die Abteilung Suchmaschinen des Recherchen-Blogs
  • Tara Calishain / Rael Dornfest / DJ Adams: Google Pocket Guide. O'Reilly, 2003
  • das Google Weblog von Aaron Swartz
  • Mary Ellen Bates: "Hidden Google Tools", Artikel vom 28. Jänner 2004 auf searchenginewatch.com
  • Friday, July 29, 2005

    Morgen startet das "6th Annual Festival of Fantasy, Horror and Science Fiction" der American Cinematheque in Hollywood, das bis 14. August dauert. Im September gibt es das "Festival of Fantastic Films" in Manchester, und im Oktober das "Screamfest"-Horrorfilm-Festival im Los Angeles und das H.P. Lovecraft Film Festival in Portland.
    Bibliothek(arInn)en in der Belletristik:
  • "Rex Libris", ein Comic von James Turner, "a playful exploration of classic literature told through the adventures of a librarian charged with traveling across both space and time to retrieve unreturned library books", wird im August erscheinen. Hinweis aus Catalogablog. Interview und Auszüge bei comicreaders.com.
  • "The cerebral library", eine SF-Geschichte von David H. Keller, einem amerikanischen Psychiater, erschienen in Amazing Stories May 1931. Details im Artikel "Libraries in Science Fiction" von James Gunn. Zitat: "Readers are assembled to read a book a day; after five years they are killed and their brains are put in a jar to provide instant access to everything they have read. The librarians of that era had to cope with more serious problems than theft, vandalism, inadequate budgets, and low pay".
  • Ich hab vor kurzem über das Camel Library Service in Kenia berichtet. Nun habe ich wieder ein interessantes Beispiel für eine mobile Bibliothek gefunden: die "floating library" am Kuskokwim River in Alaska.
    Zitat: "Few kids around Bethel used to read while they were helping their parents and grandparents catch, clean and dry salmon at fish camp. But starting three summers ago, books can now be found in summer camps up and down the Kuskokwim River. What made the difference? The Kusko Book Express, a floating library sponsored by the Lower Kuskokwim School District. (...) The way it works is simple: Instead of hoping the kids will pack reading materials when they leave for fish camp, the district now brings the books to the students".

    Thursday, July 28, 2005

    Wieder einmal eine Bibliothekarin mit Doppelleben, diesmal im Film - ich zitiere den Münchner Merkur: "Tagsüber arbeitet Maria als Bibliothekarin. Wenn es dunkel wird, sucht sie sich Männer, jede Nacht einen anderen. Sex ist für sie eine Droge wie für andere Heroin, und längst geht es nicht mehr darum, dass sie diese verschiedenen, meist wildfremden Männer irgendwie glücklich machen würden. Sie braucht einfach ihre Dosis".
    "Allein" (Deutschland 2004). Regie: Thomas Durchschlag. Kamera: Michael Wiesweg. Musik: Maciej Sledziecki. DarstellerInnen: Lavinia Wilson, Maximilian Brückner, Richy Müller.
    In der Sächsischen Landesbibliothek fand der Musikwissenschaftler Oliver Rosteck eine Abschrift der bisher verschollen geglaubten ersten Oper zu Goethes "Faust", meldet der "Zürcher Oberländer" entdeckt. Die Originalpartitur von Ignaz Walter war 1944 bei einem Brand in der Bremer Stadtbibliothek vernichtet worden. Die Meldung stammt anscheinend schon von Ende Juni, kam aber gerade über den Google News Alert.
    Nachdem wir heute bei uns "Sommer-FH" und dadurch auch Kinder verschiedener Altersstufen in der Bibliothek haben, möchte ich auf die "International Children's Digital Library" verweisen. Besonders die simple search finde ich wirklich gut gemacht: durch einfaches Klicken auf bunte Buttons kann man die Bücher nach Alter der Zielgruppe, Sprache, Länge, true/make believe, Neuheiten, "award winning", Figuren (Kinder, Tiere, Phantasiewesen) anzeigen lassen. Man kann aber auch durch Klicken auf einen Globus nach "Location" oder in der advanced search nach fein gegliederten Inhaltskategorien suchen, oder man kann browsen.
    Bei der Kombination der Kategorien fairy tales & folktales, real animal characters, award winning, English kommt zum Beispiel genau ein Buch heraus: "The hunterman and the crocodile. A West African folktale" von Baba Wagué Diakité. Die Bücher können online gelesen werden, und Kinder können Kommentare dazu abgeben.

    Wednesday, July 27, 2005

    Soeben wurde gemeldet, dass die ISPA (Internet Service Providers Austria) und der VIW (Verband für Informationswirtschaft eBusiness Austria) fusionieren: Die ehemaligen Mitglieder des VIW werden den Kern einer neuen Arbeitsgruppe "Informationswirtschaft und e-Government" bilden. ISPA-Präsident Georg Chytil erklärte, das Zusammengehen der ISPA und des VIW stelle einen logischen Schritt in Richtung Bündelung der Interessen der österreichischen Informationsanbieter - in technischer und in inhaltlicher - Hinsicht dar. Quelle: OTS.
    Kleine Literaturliste zum Thema Information Professionals und Haftung (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
  • Ajaye Bloomstone et al.: Are you liable to be liable? Personal liability risks of librarians : a bibliography of selected resources. Chicago : American Library Association 1989
  • Elyse H. Fox: Liability in the provision of information. Contractual and tort liability of librarians (including law librarians) and information brokers. Newton Highlands: Legal Information Services 1994
  • Warren Freedman: A guide to malpractice liability for legal and law-related professions. Westport: Quorum 1995 (inkl. law librarians)
  • T. R. Halvorson: Selected aspects of potential legal liabilities of independent information professionals, based on a paper delivered at the Seventh Annual Conference of the Association of Independent Information Professionals, Shelter Island, San Diego, California, May 26, 1993. 2. Aufl. Houston: Burwell Enterprises 1995
  • T. R. Halvorson: How to avoid liability. The information professional's guide to negligence and warranty risks. 3. Aufl. Houston: Burwell Enterprises 1998
  • Hans-Burkard Meyer: Die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Bibliothekars; das Verbot der Verbreitung verfassungsfeindlicher Schriften (Paragraph 86 StGB), unzüchtiger Schriften (Paragraph 184 StGB) und jugendgefährdender Schriften (Paragraphen 1,3,6,21, GjS). Köln: Greven 1972
  • Mary Mowat: Legal liability for information provision. London: Aslib 1998
  • SLA: Malpractice issues in librarianship: an SLA information kit. Washington: Special Libraries Association 1992
  • In der Jugendbeilage kult der Tageszeitung Kurier vom vergangenen Sonntag ist ein Artikel über die anstrengendsten Ferienjobs: am Bau, bei der Müllabfuhr und als Keilerin für Non-Profit-Organisationen. Der Artikel schließt mit dem Satz: "Aber was tut man nicht alles, damit man nicht in irgendeinem Archiv versauert"... Kaum zu glauben, dass manche Leute ganz freiwillig in einem Archiv arbeiten, oder?
    Ralph Gerstenberg schrieb für das Deutschland-Radio über die "Literatur-Ladies". Dabei handelt es um eine Gruppe von Männern und Frauen, die auf Bestellung in Privatwohnungen Lesungen veranstaltet. Gerstenberg: "Die VorleserInnen sind vorwiegen leseambitionierte Laien, die ihre Leidenschaft für Literatur mit anderen teilen möchten (...). Vor allem kleine und relativ unbekannte Verlage möchte Katharina Schäfer unterstützen, Verlage, die sich nicht scheuen, Literatur zu gesellschaftlich relevanten Themen zu publizieren. Aus deren Programmen stellt die ehemalige Hörfunkjournalistin Katharina Schäfer so genannte 'Literaturkoffer' zusammen, mit denen ihre Literaturladies dann ... unterwegs sind, um daraus vorzulesen". Die Koffer tragen Namen wie "Liebes Leben...!", "mammas & more" und "Wort/Kunst". Quelle: Volltext.

    Tuesday, July 26, 2005

    Musik, die ich gerne einmal als Filmmusik hören möchte: die Minuten 3 bis 5 der Ouverture zu Rossinis "Guglielmo Tell". Die Stelle baut die Spannung so gut auf... leider kann ich mich bei meinem Autoradio nicht innerhalb eines Stückes bewegen, sondern muss immer bei Sekunde 1 beginnen. Deswegen kenne ich die ersten fünf Minuten schon recht gut ;-)
    Vorliegende Aufnahme: Boston Pops Orchestra unter Arthur Fiedler, Gesamtdauer 11:47, aufgenommen zwischen 1954 und 1960 (genau steht das nicht dabei). Quelle: CD "The Living Stereo Story. Der Sampler", BMG 1995.
    The Log of a librarian berichtet über Änderungen in der Universal Decimal Classification, wo unter anderem Bezeichnungen wie "Primitive races and peoples", "Colonial races and peoples" und "Mixed race. Hybrid. Half-caste. Mulatto" überarbeitet wurden.
    Wie die Frankfurter Rundschau und das Westfalen-Blatt berichten, hat Sonja Siebers, Bibliothekarin der Bezirksregierung Detmold, vier seit 1867 vergessene Gedichte Hoffmanns von Fallersleben entdeckt. In dem damals nur in einer Forstzeitschrift erschienenen Zyklus wendet sich der Dichter gegen das Fällen alter Bäume.

    Thursday, July 21, 2005

    Unser Bibliotheksbudget* geht langsam dem Ende zu. Vom letzten Geld könnte ich noch das Buch "When Your Library Budget Is Almost Zero" (erschienen 1993 bei Libraries Unlimited) kaufen ;-)
    *geht bei uns nach Studienjahr, nicht nach Kalenderjahr!
    Ich habe gerade meine erste dreizehnstellige ISBN katalogisiert: "978-0-521-52400-1". Das Buch ("Language links" von Adrian Doff und Christopher Jones) hat außerdem noch "0-521-52400-8" und "3-12-534144-2" zu bieten.
    R. R. Bowker als "U.S. ISBN agency" bietet übrigens einen "ISBN Online Converter" auf der Website an, aber der Converter von der International ISBN Agency bietet mehr Möglichkeiten, unter anderem was das Output-Format betrifft.
    Die University of California at Riverside meldete am 15. Juli, dass ihre J. Lloyd Eaton Collection die weltgrößte Science Fiction-Sammlung sei, und die Beschreibung klingt in der Tat beeindruckend: "It contains over 80,000 volumes, and many thousands of titles of science fiction and fantasy magazines, thousands of comic books, graphic novels, approximately 200,000 fanzines, as well as the literary papers of some of the worlds great science fiction writers". Vor allem die Aufnahme von Fanzines finde ich bemerkenswert. Man gebe mir dort einen Job.
    Scotty-Darsteller James "Ich kenne dieses Schiff wie meine Westentasche" Doohan ist gestern im Alter von 85 Jahren gestorben, melden unter anderem die Trek News. Wie der Standard berichtet, soll die Asche des verstorbenen Schauspielers ins All geschickt werden. Die texanische Firma Space Services hat anscheinend das gleiche schon mit Gene Roddenberrys Asche getan.

    Tuesday, July 19, 2005

    In Kenia gibt es seit 1996 das "Camel Library Service". Damit werden mehrere Ziele verfolgt: die Bekämpfung des Analphabetismus, der in einigen Regionen bei 85 Prozent liegt; Versorgung mit Literatur zum Wissensgewinn und zur Freizeitgestaltung; Unterstützung formaler Bildung... Das Kenya National Library Service betreibt die mobile Bibliothek von Montag bis Donnerstag; von Freitag bis Sonntag ruhen die Kamele aus, werden medizinisch betreut, wenn nötig, und gefüttert.
    Wie's funktioniert: "A day starts with the loading of books and other library materials into 4 boxes, which carry about a total of 300 books. They are then loaded on to the 3 camels together with a tent, 2 chairs, a table and umbrellas. Once loaded, the camels move out in a caravan to designated stations such as village centres and settlement schemes. A Librarian in charge, two assistants and a skilled camel herdsman leads the caravan".
    Dazu erschienen: Richard Masaranga Atuti / J.R. Ikoja-Odongo: "Private camel library brings hope to pastoralists: the Kenyan experience". In: Library Review 48 (1999) 1, S. 36 - 42
    Die Begründung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels für die Entfernung der ISBN im VLB: Viele professionelle AnwenderInnen hätten das frei zugängliche buchhandel.de benutzt, deswegen seien die VLB-Abonnements zurückgegangen, und man hätte dieser teurer machen müssen: "Der kostenfreie endkundenorientierte Zugang auf buchhandel.de wird in zunehmendem Maße von Profi-Nutzern gewählt, um Bestellvorgänge über die hauseigenen Warenwirtschaftssysteme vorzunehmen. Dies führt zu einem Rückgang der VLB-Abos. Diese Rückgänge gehen zu Lasten der verbleibenden Abonnenten und der Verlage. Das macht eine Erhöhung der Titelmelde- wie Nutzungsgebühren für die Kunden unumgänglich", heißt es in einer Presseaussendung vom 15. Juli. Mittlerweile ist die ISBN aber anscheinend wieder drinnen!?
    Schon in weniger als zwei Wochen werden die ersten Kapitel von Joanne K. Rowlings "Harry Potter and the half-blood prince" in Blindenschrift erhältlich sein. Die Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte übersetzt, druckt und liefert nämlich in Fortsetzungen. Das 672 Seiten starke Buch umfasst in Blindenschrift rund zweitausend Seiten, weil das verwendete Spezialpapier dicker ist und die Schriftzeichen größer sind.

    Monday, July 18, 2005

    In der taz vom 18. Juli 2005 schreibt Wiglaf Droste kritisch über den Harry Potter-Boom. Dabei fällt der Satz: "Fantasy ist das Gegenteil von Fantasie, das braucht kein Kind und kein Erwachsener". Ich kontere mit Louis Vax: "Der Leser einer Utopie gleicht einem philosophischen Reisenden: durch die Konfrontation mit anderen Denk- und Existenzmöglichkeiten befreit er sich von seinen Vorurteilen und erlernt jene gütige Ironie, die wir Intelligenz nennen".
    Die Furche brachte einen Hinweis auf eine interessante Neuerscheinung: Die phantastischen Romane "Reise zum Mond und zur Sonne" von Cyrano de Bergerac wurden zum 350. Todestag des Autors neu aufgelegt, und zwar bei Eichborn, herausgegeben von Wolfgang Tschöke: "Da Bergerac seine Romane im All ansiedelte, war es ihm möglich, mit Lust und Laune auch Gedanken zu äußern, die von der Kirche zu dieser Zeit noch nicht akzeptiert wurden. Es war ja nur ein Roman. Es ging ja nicht um die Erde, sondern um Mond und Sonne". Laut der finnischen Quelle Pegasos war Bergerac der erste, der Raketen und Strahltriebwerke beschrieb.
    Die Ausgabe der österreichischen Wochen-Zeitschrift "Die Furche" vom 14. Juli war BID-mäßig sehr ergiebig:
  • Ernst Pohn schreibt über den beschränkten Zugang zu den ORF-Archiven: "Für eine 'Audiovisuelle Nationalbibliothek' fehlte bislang der politische Wille".
  • Evelyne Polt-Heinzl rezensiert das Buch "Im Brunnen der Manuskripte" des walisischen Autors Jasper Fforde.
  • Robert K. Dengscherz schreibt über ein neues Buch, in dem dreihundert ausgesuchte Photos von Oberösterreich aus dem Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek vereint werden.
  • Neuerwerbungen:
  • Joanne K. Rowling: Harry Potter and the half-blood prince. London: Bloomsbury 2005
  • Lacrimosa: "Live" (Hall of Sermon 1998) - hör grad zum dritten Mal hintereinander "Ich bin der brennende Komet"...
  • Kate Bush: "Hounds of Love". Digitally remastered + sechs bonus tracks (EMI 1985/1997)
  • Subway to Sally: "Schrei!" (BMG 2000)
  • Christian Thielemann / Wiener Philharmoniker: "German Overtures" (Deutsche Grammophon 2004) - enthält Werke von Mendelssohn, Weber, Nicolai, Marschner und Wagner
  • In der Zeitung "Express" werden Bibliotheken als "Flirt-Hotspots des Sommers" genannt. Studentin Gabi (24) sagt: "Wenn man gelangweilt vor den Büchern sitzt und hochguckt, entsteht da schon mal ein etwas intensiverer Blickkontakt! Und beim Stöbern zwischen den Bücherregalen geht das auch gut. Einmal hat's sogar geklappt und wir sind dann 'nen Kaffee trinken gegangen". Wäre auf jeden Fall eine neue Werbeschiene ;-) Hinweis aus Netbib.
    Man soll ja keine Vorhersagen über die Qualität des Fernsehprogramms machen, aber ich wage doch zu behaupten, dass "Ruf der Vergangenheit" - eine Pilcher-Verfilmung, die gestern auf ORF2 zu sehen war - Anspruch auf Titel "Haarsträubendster Plot des Jahres" haben wird... (ich geniere mich eh, das angeschaut zu haben - britische Kulisse mit deutschen SchauspielerInnen *bäh* aber wenn die Alternative "Big Mamas Haus" ist...)
    Philipp und Charlotte (ausgesprochen wie Tscharlótt) sind seit langem verlobt - sie wünscht sich Heirat und Kinder, er nicht. Da trifft Charlotte gaaaanz zufällig Henry, den neuen Schuldirektor. Bumm, die Liebe schlägt ein, sie wird schwanger. Henry freut sich sehr. Charlotte verlässt Philipp. Philipp und Henry streiten, dabei löst sich aus Versehen ein Schuss aus Philipps Gewehr, der Henry genau so trifft, dass eine Niere völlig zerstört und die andere stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Spenderniere muss dringend her. Da stellt sich - was für ein Zufall - heraus, dass Henry der Halbbruder von Philipp ist (aufgrund eines Fehltritts des Vaters vor vielen Jahren). Charlotte penzt Philipp an, er solle doch seinem Bruder helfen. Der lehnt ab - nach Erbe und Frau soll er jetzt auch noch eine Niere verlieren? Als er sich doch dazu überwindet und ins Spital fährt, wurde mittlerweile schon eine andere Niere für Henry gefunden. Zum Schluss sind alle versöhnt, und Philipp sieht ein, dass seine Ex-Freundin mit seinem Bruder viel glücklicher ist...

    Friday, July 15, 2005

    archive.org wurde geklagt, berichtet Jens Steiner bei Politik Digital, "die Klage stützt sich auf die Behauptung, eine Anwaltskanzlei namens Follmer & Frailey aus Philadelphia habe die Suchmaschine des Archivs ("Wayback Machine") gehackt. Somit hätte sie Zugang Geschäftsgeheimnissen und urheberrechtlich geschützten Daten gehabt". Siehe auch law.com, Star Ledger, NY Times und Slashdot. Besser nachlesen, die Geschichte ist etwas komplizierter als sie auf den ersten Blick klingt!

    Thursday, July 14, 2005

    Gestern habe ich im Zentralblatt für Bibliothekswesen wieder zwei schöne Textstellen über Frauen im Bibliotheksdienst gefunden:
  • "Der Verkehr mit den entleihenden Studenten ist gleich weit entfernt von dem Amtsdünkel eingewöhnter subalterner Kräfte wie von etwa zu vermutenden Auswüchsen galanter Art" (Längin: "Schweiz. Frauen an wissenschaftlichen Bibliotheken". ZfB 21 (1904), Rubrik Umschau und neue Nachrichten, S. 134)
  • "Redner ... hebt besonders ihre Verwendbarkeit für den mittleren Dienst hervor, zugleich betonend, daß Damen auch in pekuniärer Beziehung viel leichter zufrieden gestellt werden können als männliche Arbeitskräfte" (Wiedergabe der Debatte nach dem Vortrag "Die Vorbildung zum bibliothekarischen Beruf" von Gerhard und Schnorr-v. Carolsfeld bei der 4. Jahresversammlung des VDB, ZfB 21 (1904), S. 21)
  • Bei der Wahl zur "Miss Ohne Bedenken", die jedes Jahr in einer Leipziger Gosenschenke gekürt wird, trat auch eine 61jährige Bibliothekarin an: Sie trug ein Gedicht von Erich Kästner vor, berichtete die Leipziger Volkszeitung am Montag. Gewonnen hat aber eine 21jährige.
    Wie in Inetbib gerade berichtet, kann man sich beim "Uni-Spiegel" verschiedene Pisa-Aufgaben herunterladen. Im Bereich Problemlösen hat gleich die erste Aufgabe mit Bibliotheken zu tun: Geschildert werden die nicht ganz triviale Ausleihregeln der Schulbibliothek am Goethe-Gymnasium*. Dazu müssen die Getesteten einen Entscheidungsbaum malen und wissen, wie lange sie als SchülerInnen ein Buch ausleihen dürfen.
    *Ich wollte herausfinden, wo das ist, aber es gibt in Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, Hildesheim, Dortmund, Wien etc. Gymnasien dieses Namens. Dasselbe gilt übrigens für Schiller: Marbach, Ludwigsburg, Münster, Witten, Offenburg...

    Tuesday, July 12, 2005

    Helmut Peschinas Hörspiel "Die Blendung" nach dem Roman von Elias Canetti ist in zwei Teilen am 25. Juli um 19.30 Uhr und am 2. August um 20.31 Uhr auf Ö1 zu hören. In dieser Koproduktion von NDR/DLR-Berlin/BR und ORF sind - in der Regie von Robert Matejka - Felix von Manteuffel (Peter Kien), Libgart Schwarz (Therese), Fritz Karl, Wolfgang Böck (Hausbesorger), Robert Meyer, Karl Ferdinand Kratzl, Brigitte Swoboda, Peter Strauß, Karl Menrad, Alexander Bernard und Radovan Grahovac zu hören. "Die Blendung" wurde 2002 zum "Hörspiel des Jahres" gewählt.
    Passende Links: die Datenbank "Hörspiel in Österreich", betreut von Konrad Zobel. - Veronika Doblhammers Rezension der Hörspielfassung vom 14. Juli 2003. - Internationale Elias Canetti-Gesellschaft.
    "Die Blendung" ist übrigens das bisher einzige Buch, das ich zwischendurch weglegen musste, weil ich eine Pause brauchte. Nicht wegen der Schilderung, sondern wegen des Geschilderten.
    Letzten Freitag war ich bei Carpe Noctem, dem angeblich "ersten Gothic-Wave-Festival Österreichs", in Wiesen. Wir lauschten Subway to Sally (D), Lacrimosa (D) und Apocalyptica (SF), vorher haben wir noch den letzten Teil der 69 Eyes (SF) gehört. Wetter und Gewand gingen eine wunderbare Symbiose ein...

    Monday, July 11, 2005

    In der Süddeutschen Zeitung erschien am 8. Juli ein Interview mit dem Science Fiction-Autor Arthur C. Clarke - Titel: "Vielleicht sind die Extraterrestren schon unterwegs". Das Gespräch wurde von Werner Bloch geführt. Quelle: Volltext Newsletter.

    Friday, July 08, 2005

    Bibliothekarisches in der Serienwelt:
  • In der Folge "Gewissensbisse" ("Sunny, Like Sunshine") der Serie Third Watch, die am Dienstag zu sehen war, wurde eine junge Frau von einem Mann entführt, der bereits mehrere Frauen auf der Straße angesprochen hatte. Die Polizisten forschten dann in einer Bibliothek nach. Die Bibliothekarin berichtete, dieser Mann habe sich häufig gynäkologische Werke ausgeliehen, und sie hätten die Bücher immer am liebsten verbrannt, nachdem er sie zurückgegeben hatte.
  • Und gestern spielte es wieder die CSI-Folge "Ein zweifelhafter Zeuge" ("Caged") aus dem Jahr 2001, bei der eine Bibliothekarin/Restauratorin der Western State Historical Society tot aufgefunden wird. Sie starb, wie später festgestellt wird, an dem hochwirksamen Biotoxin Rizin, das anscheinend auch oral aufgenommen wurde (eifrige LeserInnen denken natürlich sofort an den "Namen der Rose", aber ganz so ist es nicht). Die Bibliothekarin hatte ganzseitige Illustrationen aus jenen Büchern, die sie restaurieren sollte, durch Kopien ersetzt und verkauft.
    Einem Kollegen ("hochfunktionaler Autist" mit einem Magistertitel in Literaturwissenschaft & einem Englisch-Diplom, der eine geniale Auffassungsgabe und Wahrnehmung hat) war aufgefallen, dass sich diese Seiten anders anfühlten als vorher, und er wandte sich an den Kurator. Als dieser die Bibliothekarin darauf ansprach, wollte sie ihn mit Rizin töten. Bei der Herstellung des Giftes fiel ihr aber nicht auf, dass etwas auf ihren Kuli bröselte, an dem sie immer zu kauen pflegte... (Die Frau ist abgebrüht genug, um ihren Liebhaber zu vergiften, und dann checkt sie nicht, dass ihr was von dem hochgiftigen Zeug auf den Stift bröselt??) Nettes Zitat: Der Kurator der Sammlung sagt nachdenklich: "Das ist eigentlich kein gefährlicher Beruf"...
  • Kurd Laßwitz, der "Vater der deutschen Science Fiction", hat 1904 eine Erzählung namens "Die Universalbibliothek" geschrieben, die beim Projekt Gutenberg online zu lesen und beim Wehrhahn-Verlag in einer Auflage von 333 numerierten Exemplaren erschienen ist.
    Die PreisträgerInnen des Wittgenstein-Preises haben als Verbindungsglied zwischen Wissenschaft, Politik, Öffentlichkeit und Medien den Wittgenstein-Klub gegründet und wollen "als Gegenleistung zur großzügigen Unterstützung durch die öffentliche Hand ... ihre Expertisen zum Wohle der Wissenschaft zur Verfügung stellen". Für die Bedienbarkeit und Navigation der Website bekommen sie jedenfalls keinen Preis...

    Thursday, July 07, 2005

    Bezahlen für ISBN? Ich habe heute bei der Erwerbung mehrmals das VLB benutzt und habe bei mindestens drei neuen Büchern keine ISBN angezeigt bekommen. Dafür den Link "Vollständiger bibliographischer Datensatz". Auf der verlinkten Seite heißt es: "Der vollständige bibliographische Datensatz enthält weitergehende Informationen zu diesem Titel, wie beispielsweise die ISBN, aber auch Angaben zur Verfügbarkeit des Titels bei Barsortimenten und Verlagsauslieferungen. Die Anzeige dieser Informationen setzt ein Abonnement des 'Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB)' voraus". - Gerade als ich dieses Posting schrieb, meldete sich auch ein deutscher Kollege in Inetbib zu diesem Thema zu Wort. Er fragt sich: "moechte der Boersenverein, bzw. seine fuer das VLB zustaendigen Gesellschaften tatsaechlich alle Kunden zu Amazon und den anderen Internet-Buchhandlungen vergraulen?"
    Die Bücherei der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz bringt seit zwanzig Jahren "Bücher auf Rädern". Dieses Jubiläum wird am 5. Oktober 2005 um 14 Uhr gefeiert. Über die PatientInnenbücherei wird regelmäßig im Magazin "Visite" der gespag berichtet. In der Ausgabe 8 (2004) wird ein typischer Arbeitstag der Bibliothekarin Eva-Maria Woblistin geschildert. Neben allgemeinen bibliothekarischen Arbeiten fährt die ausgebildete Lesetherapeutin mit einem Bücherwagen auf die einzelnen Stationen, wird selbst von Kindern in der Bibliothek besucht und sendet Geschichten auf dem hausinternen "Radio Ohrwurm".
    Ulrike Michalowsky hat ein deutsch-französisches Wörterbuch mit über viertausend Einträgen zum Buch- und Bibliothekswesen zusammengestellt. Man kann nach Begriffen suchen oder sich eine Liste anzeigen lassen. Bei der Liste finden sich übrigens gleich auf der ersten Seite die Begriffe "Abbau (Stellen, Personal)" und "abbestellen (e. Zeitschrift)". Klar ist das alphabetisch bedingt, aber irgendwie steckt da auch mehr dahinter, finde ich...
    Habe gerade ein neues Wort entdeckt, das die englische Sprache von der deutschen übernommen hat, und zwar "abseiling" :-)

    Tuesday, July 05, 2005

    Neues aus der Welt der Behördenbibliotheken: Das Center for Democracy and Technology betreut eine neue Website namens Open CRS, die den Zugriff auf Berichte des "Think Tanks" Congressional Research Service (angesiedelt an der Library of Congress) erleichtern und an zentraler Stelle zusammenfassen soll.
    Dazu schreibt Steven Clift in do-wire: "The whole idea that taxpayer funded expert advice to our elected officials would not be shared freely on the Internet by Congress itself probably won't stand for many more years. It just doesn't make sense that in a representative democracy, the fear of political influence over research service advice caused by broad public access is somehow more influential than existing attempts by paid lobbyists to scrub or influence every sentence in just about any government document produced in Washington, DC".
    Derzeit sind bereits an die neuntausend Reports enthalten, zum Beispiel auch "How to Find Information in a Library and on the Internet" (97-76), "Libraries and the USA PATRIOT Act" (RS21441) und "Federal Aid to Libraries: The Library Services and Technology Act" (RL31320).

    Monday, July 04, 2005

    Die Österreichische Computer-Gesellschaft plant für November 2005 das erste österreichische Wikiposium über Wiki-Systeme und ihre Anwendung.

    Friday, July 01, 2005

    Aus der Cold Case-Folge "Greed" ("Gier"): Als ein junger Börsenmakler Gewissensbisse äußert, weil ein Mann durch einen Betrug das Geld für die Ausbildung seiner Kinder an der Börse verloren hat, rät ihm sein skrupelloser Mentor Charles Danville: "Mach was mit Büchern oder so, irgendwas, was Dir liegt". Der junge Mann weint sich dann bei seiner Mutter aus: "Er hat gesagt, ich wäre nicht für den Job geeignet und ich sollte Bibliothekar werden oder so was". Das will die Mutter lieber nicht riskieren ;-) sie erschießt Danville.
    An der University of Illinois at Urbana-Champaign findet von 27. bis 30. Oktober 2005 die Konferenz "Libraries in Times of War, Revolution & Social Change" statt. Zur Aktualität des Themas: "Events such as the pillage and burning of Iraq's National Library in Spring of 2003 have sent cultural shock waves around the world. The apparent contradictions of libraries, traditionally taken to represent stability and continuity, and wars and revolutions, which involve rapid and disruptive change, suggest a number of urgent historical questions". Hinweis aus Inetbib.

    Thursday, June 30, 2005

    Zweihunderttausend Artikel des Innsbrucker Zeitungsarchivs (IZA) sind in der ersten Version des digitalisierten Archivs online. Bis Sommer 2006 soll das Archiv mit einer Million Artikel zu den Themen Literatur, Sprache, Theater, vertonte und verfilmte Literatur vollständig online sein, berichtete Günter Mühlberger vor kurzem in voeb-l. Einschränkung: "Die Umsetzung gleicht weitgehend dem digitalisierter Kärtchenkataloge, allerdings mit einigen Besonderheiten, die sich daraus ergeben, dass die Artikel aus urheberrechtlichen Gründen nicht der Öffentlichkeit vollständig gezeigt werden dürfen".
    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat einen "Legal Guide for Bloggers" herausgegeben. Dieser soll eine "basic roadmap to the legal issues you may confront as a blogger, to let you know you have rights, and to encourage you to blog freely with the knowledge that your legitimate speech is protected" darstellen. Quelle: do-wire.

    Wednesday, June 29, 2005

    reading diary
  • recently finished: "Das Orakel vom Berge" (The man from the high castle), an alternative reality classic by Philip K. Dick, depicting a world where the Nazis and the Japanese have won World War II.
  • Heutige Neuerwerbungen:
  • Kläre Warnecke: Christian Thielemann. Ein Porträt. Berlin: Henschel 2003
  • Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte. Roman. München: dtv 2005
  • Markus Orths: Lehrerzimmer. Roman. München: dtv 2004
  • Mary E. Bradley Lane: Mizora. A world of women. Lincoln/London: University of Nebraska Press 1999 ["the first known feminist utopian novel written by a woman", erschien 1880/1881 anonym in einer amerikanischen Zeitung]
  • Charlotte Perkins Gilman: Herland and selected stories. New York: Signet Classic 1992
  • Katherine V. Forrest: Daughters of an emerald dusk. Los Angeles: alyson books 2005 [brandneuer dritter Teil zu Daughters of a coral dawn und Daughters of an amber noon]
  • Den Titel "Wort des Tages" verdient, denke ich, "Positivprädikatisierung". Das BMSG bereitet derzeit nämlich die Einrichtung der "BuPP - Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen" vor. Gute Computerspiele - "die Spaß machen, deren Gestaltung und Technik dem Stand der Zeit entsprechen und bei denen auf Grundlage klar definierter Kriterien und dem Fachwissen sowie der praktischen Erfahrung der GutachterInnen, keine pädagogischen Bedenken zu erheben sind" - sollen gekennzeichnet werden.

    Tuesday, June 28, 2005

    In nexgenlib-l wurde heute gemeldet, dass Brad Pitt bei der Verfilmung von Audrey Niffeneggers "The time traveler's wife" den Bibliothekar Henry spielen wird :-)
    Gemeinsam mit Studentinnen der Vertiefungsrichtung BID am FHS Informationsberufe habe ich eine Liste von Datenbanken und Informationsangeboten des öffentlichen Sektors in Österreich zusammengestellt, kurz "Public Sector Information in Österreich". Die Liste ist einerseits alphabetisch geordnet, andererseits nach den AnbieterInnen gruppiert. Ich möchte die Liste laufend aktualisieren und ergänzen.

    Monday, June 27, 2005

    Danke an Ingmar für den Hinweis: Bibliothekscartoon aus der Reihe "Pearls before Swine" von Stephan Pastis.
    Vergangenen Donnerstag war ich nach langem wieder in der Oper, weil mein Vater, Abonnementinhaber, beruflich verhindert war. Auf dem Spielplan stand "Parsifal" von Richard Wagner. Dirigent: Christian Thielemann. Inszenierung: Christine Mielitz. Besetzung: Plácido Domingo (Parsifal), Falk Struckmann (Amfortas), Waltraud Meier (Kundry), Franz-Josef Selig (Gurnemanz), Wolfgang Bankl (Klingsor).
    Bei mir ist es bisher immer so gewesen, dass mir die Oper, die ich zuletzt gesehen habe, am besten gefällt. Diese Aufführung war aber wirklich etwas Besonderes. Ich habe noch nie etwas so Berührendes, Bewegendes und Spannendes gesehen. Wilhelm Sinkovicz spricht in seiner Kritik "Zum Traum wird hier die Zeit" in der Presse gar von einer "Wagner-Sternstunde". Auch wenn in Medienberichten (wie in der ZIB am Freitag) Domingo immer im Vordergrund steht, finde ich doch die Rolle des Amfortas eigentlich die bedeutendste. Sinkovicz dazu: "Falk Struckmann dazu, ein Amfortas von geradezu niederschmetterndem Leidenspotenzial. Seine Stimme vermittelt die Klagerufe des gequälten Gralskönigs mit seltener Intensität, ganz im Einklang mit den glühenden Klangbotschaften, die aus dem Orchester kommen". Wie Amfortas hin und her gerissen ist, weil er nach Jahren der Schmerzen und Qualen einfach genug hat und nur mehr sterben will, andererseits darunter leidet, dass er durch das Verschlossenhalten des Grals den Tod seines Vaters Titurel verursacht hat, wurde von Struckmann wirklich brillant und beeindruckend dargestellt. Bei Kundrys Auftritten hatte ich - nicht als einzige Opernbesucherin - eine Gänsehaut.
    Zwei "Wermutstropfen": Ich hatte trotz ausreichend Phantasie gewisse Schwierigkeiten, in dem 64jährigen Domingo den jungen Knaben Parsifal zu sehen; und die Erläuterungen der Vorgeschichte durch Gurnemanz, die Wagner wohl als für das Verständnis nötig erachtete, weisen doch oft eine gewisse "epische Breite" auf.
    Christian Thielemann hat eine ganz eigene Art zu dirigieren, die aus der Nähe zu beobachten wesentlich zum Vergnügen des Abends beigetragen hat. Ich wusste oft nicht, ob ich auf die Bühne oder in den Orchestergraben schauen soll. Hab mir gleich das Buch "Christian Thielemann - ein Portrait" von Kläre Warnecke (2003) bestellt... Ich glaube ja mittlerweile, dass die Oper die höchste Kunstform überhaupt ist, da sie Text, Bild und Melodie vereint.
    Parsifal begleitet mich irgendwie schon länger: Das zugrundeliegende Epos "Parzival" Wolframs von Eschenbach (den Wagner aber anscheinend gründlich missverstanden hat) ist wohl mein liebster mittelhochdeutscher Text (zugegebenermaßen nicht besonders originell - meine Vorliebe, nicht der Text); und eine der faszinierendsten Germanistik-Lehrveranstaltungen "ever" war, als Alfred Ebenbauer uns in einem Einführungsproseminar die Szene schilderte, in der Parzival durch Blutstropfen im Schnee an seine Frau Condwiramurs erinnert wird. Das ist schon zehn Jahre her, aber ich seh es immer noch vor mir.
    Haft 6 (2005) der Zeitschrift "Die Vitrine - Fachblatt für linke Bibliomanie" widmet sich dem Thema "Bibliographische und andere Hilfsmittel für linke BibliomanInnen", zusammengestellt von Norbert Koch. Verzeichnet werden Allgemeine Bibliographien zu Sozialismus/Arbeiterbewegung, Arbeiterbibliotheken und Archive, Themen-Bibliographien, Organisationen, Presse und Periodika, Buchgemeinschaften, Verlage und Verleger, Personen, Verkaufs- und Ausstellungskataloge, Fachzeitschriften und Reihen.
    eine der genialsten Stimmungsbeschreibungen, die ich jemals gelesen habe: "feeling like the only pickled onion in a fruitsalad" (Terry Pratchett: Guards! Guards! London: Collancz 1997, S. 144)

    Friday, June 24, 2005

    Zweite Meldung des Tages aus dem Außenministerium: "Wir planen den Wiederaufbau von Museen und Bibliotheken zu unterstützen, um damit zur Erhaltung des irakischen Kulturerbes beizutragen", sagt Außenministerin Ursula Plassnik.
    Suomi & Itävalta sollen kooperieren: "Das auf österreichischer Seite vom Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten zusammen mit Vertretern des Bundeskanzleramtes / Kunstsektion und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit Finnland ausgearbeitete und neue Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2005 - 2009 sieht eine Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft und Hochschulwesen, allgemein bildendes und berufsbildendes Schulwesen, Erwachsenenbildung und LehrerInnenfortbildung, des Sprachunterrichtes sowohl für Deutsch als auch für die finnische Sprache, auf den Gebieten der Literatur, des Bibliotheks- und Archivwesens, der bildenden Kunst, der Denkmalpflege, des Theaters, der Musik, des Tanzes, der Volkskultur und des Films vor", meldet das BMAA.
    "Eine Mehrheit der Abgeordneten hat sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, den Zugang der Geheimdienste zu den Lese- und Leihgewohnheiten der Bibliotheksbenutzer einzuschränken. Die Regierung Bush hofft indes darauf, daß die Entscheidung rückgängig gemacht wird. Wenn nicht, will der Präsident sein Veto einlegen. Er muß sich jetzt allerdings damit abfinden, daß die von ihm behauptete und wohl auch gepriesene Bibliotheksabstinenz seiner Investigatoren nur noch als Ammenmärchen weiterleben kann", schreibt Jordan Mejias in seinem interessanten Artikel "Wer hat was gelesen?", der am Mittwoch in der FAZ erschienen ist.
    neu entdeckte Kinderbücher, wo Bibliotheken und BibliothekarInnen vorkommen: Georgia Byng: "Molly Moon und das Auge der Zeit", Hanser 2004, und Wieland Freund: "Lisas Buch", Rowohlt 2003.
    Preis für Thomas Maurer: Für eine der originellsten Literatursendungen im deutschsprachigen Fernsehen, "Lesen mit Thomas Maurer", erhielt der Kabarettist in der Sparte Sendereihe den Fernsehpreis der Erwachsenenbildung. Ich hab's zwar erst einmal gesehen, fand es aber auch wirklich gut.
    Wieder ein Beitrag von Spam-Poesie: "probation to the judge and a small fine. Probation and a fine are not bad be the guinea pig? The Bundespost Ministry in Bonn? A single quote suffices. A LION entered a farmyard. The Farmer, wishing to catch him,echelons as to whether they should simply inform the people of the problem or" (gerade auf gmx angekommen)

    Tuesday, June 21, 2005

    Was ich sooo gern wieder mal sehen würde: Caroline in the City, Das Haus am Eaton Place (Upstairs Downstairs), Die Onedin-Linie (The Onedin Line), Cagney & Lacey, Die Zwei (The Persuaders).
    In der Charmed-Folge "Ex Libris" wird die Studentin Charlene (Rebecca Cross) in der Evans Hill Library von einem Dämon namens Libris (Scott Lincoln) getötet, als sie gerade die "Encyclopedia of Demons" aus dem Regal nehmen wollte - anscheinend weil sie drauf und dran war, als "Nicht-Eingeweihte" in ihrer Diplomarbeit die Existenz von Dämonen zu beweisen. Die Folge war gelungen, aber natürlich konnte auf eine psst!-Bibliothekarin nicht verzichtet werden.

    Monday, June 20, 2005

    Bin gerade auf interessanten Text gestoßen: "Cataloging the Whedonverse: Potential Roles for Librarians in Online Fan Fiction" von Jessica F. Kem, SILS Master's Papers (Abstract). Ich hab ja kurz überlegt, ob ich meine Diplomarbeit über deutschsprachige Star Trek-Fan Fiction schreiben soll. Ganz gelöst habe ich mich davon noch nicht, auch wenn ich mittlerweile ein sehr verlockendes Angebot für ein Diplomarbeitsthema bekommen habe...
    "The fundamental idea of the library must change. The nineteenth-century idea of the library as the embalming of dead genius and the twentieth-century idea of the library as the repository for second-hand knowledge must give way to the idea of the library as the owner and the librarian as the manager of first-hand knowledge".
    Quelle: Nina W. Matheson: "The idea of the library in the twenty-first century". In: Bulletin of the Medical Library Association 83 (1995) 1, S. 1 – 7 [online bei Pubmed]
    Pflichttermin am Sonntag, dem 31. Juli: M. A. Numminen & das Neorustikale Tangoorchester beim Glatt&Verkehrt-Festival in Krems.
    Ich bastle gerade an einem Artikel über "Medizinethische Fragestellungen bei Star Trek". Hab den gestrigen Tag damit verbracht, entsprechende Folgen wieder anzusehen. Dabei werden sehr unterschiedliche Fragen gestellt:
  • Inwieweit ist ein Wissenschaftler für die praktische Anwendung seiner Ergebnisse verantwortlich (VOY: Jetrel)?
  • Rechtfertigt die Aussicht auf ein Heilmittel für viele riskante Experimente an einzelnen (TNG: Ethics, VOY: Scientific method)?
  • Sollen unethisch erworbene Forschungsergebnisse angewandt oder vernichtet werden (VOY: Nothing human)?
  • Wie lange und mit welchen Mitteln darf ein Arzt den sicheren Tod eines Patienten hinauszögern, wenn dieser noch eine wichtige Aufgabe für die Allgemeinheit zu erfüllen hat (DS9: Life support)?
  • Gentechnik (TOS: Spaceseed; Film: The Wrath of Khan; TNG: Unnatural selection; TNG: Up the long ladder; TNG: Masterpiece Society; DS9: Dr. Bashir, I presume; DS9: Statistical Probabilities; ENT: The Augments)
    Siehe auch den Artikel "Medical Ethics through the Star Trek Lens" von James J. Hughes und John Lantos, erschienen in Literature and Medicine 20 (2001) 1, S. 26 – 38 (pdf)
  • Das Webangebot "Digitalisierte historische Kinderbücher aus Beständen der Universitätsbibliotheken Oldenburg und Braunschweig" wird in h-soz-u-kult von Monika Wicki rezensiert. Das Projekt umfasst an die vierhundert ¨berwiegend farbig illustrierte historische Kinderbücher vor allem aus dem 19. Jahrhundert. Siehe auch das von der EU geförderte Projekt "Children's Historical Literature Disseminated throughout Europe" (CHILDE).
    In "Six feet under" kritisierte Lisa, dass Nate zuviel Geld in der Buchhandlung ausgegeben habe, obwohl sie knapp bei Kasse seien: "Schon mal von Büchereien gehört?" Nate antwortet ablehnend: "Büchereien sind deprimierend".

    Friday, June 17, 2005

    Einer der besten Sätze ever: "Ich kann nicht ausdrücken, warum. Irgendwie geht Ordnung in das Bedürfnis nach Totschlag über" (Robert Musil)
    Im Laborjournal schreibt Siegfried Bär: "Ich bin nämlich ein Freund von Bibliotheken und Bibliothekarinnen, jenen sanften, leisen, freundlichen Wesen mit dem Hauch von Bücherstaub auf dem Rouge". Quelle: Netbib.
    Das Volkskundliche Seminar der Universität Bonn führt gerade eine Online-Befragung von Star Trek-Fans durch. Zitat: "Wir sind eine Gruppe von Forschern, die sich mit dem Star Trek-Fandom beschäftigt. Uns interessiert, was Sie an Star Trek fasziniert und in welcher Form dies Auswirkungen auf Ihre Persönlichkeit und Ihr alltägliches Leben hat".
    In einem Interview mit der Direktorin der Schweizer Landesbibliothek, Marie-Christine Doffey, antwortet sie auf die Frage, werd die "wirkliche Konkurrenz" der Landesbibliothek sei: "Google. Google verfügt über enorme Mittel. Es ist ein Konkurrent in Bezug auf Finanzen, Technologie, Reaktionsschnelligkeit und Vorwegnahme neuer Gewohnheiten. Es ist ein Konkurrent, ganz einfach, weil wir nie solch umfangreiche innovative Projekte so schnell lancieren können. Hingegen können wir uns durch Google inspirieren lassen, ohne uns anzuschließen. Und wir können sehen, wo wir es aufgrund anderer Interessen besser machen können".

    Thursday, June 16, 2005

    GSLIST, das International Discussion Forum for German Studies, wurde mangels Enthusiasmus und Beteiligung der TeilnehmerInnen eingestellt. "The flood has dwindled to a trickle. Several attempts at innovation were met with indifference. This is truly disquieting, as there is no shortage of worthy topics and people working on them", schreiben Cary Nathenson und Rob Bledsoe als Herausgeber. Als Alternative wurde auf die Listen H-Germanistik, H-German und German Studies (Research and teaching in academic German Studies) verwiesen.
    Über den Sinn einer Einführung der Dewey Decimal Classification wurde schon vor hundert Jahren heftig diskutiert, wie man in alten CfB-Ausgaben nachvollziehen kann. Folgende Sequenz hat mir dabei besonders gut gefallen: "Quant à la classification décimale, il faut s'en abstenir. La complication et son manque de logique sont contraires à l'esprit même de la bibliographie et au bon fonctionnement des bibliothèques". Quelle: L. Polain: "Le système decimal en bibliographie...". In: Revue des bibliothèques, mars 1896, zitiert nach: CfB XIII (1896)