Wednesday, April 04, 2012

Barocker Bücherkrimi auf ORF III

Morgen um 21.45 Uhr läuft auf ORF III die Dokumentation "Im Auftrag seiner Majestät - Ein barocker Bücherkrimi". Zum Inhalt (Quelle: OTS-Meldung): "Jahrhundertelang waren Bibliotheken ein Hort des Wissens und der Macht. Der Zugang zu gelehrten Büchern und die Kunst des Lesens galten in der europäischen Geschichte lange als Privileg. Wer heute einen handgemalten Kodex aufschlägt, wird von der Aura, welche den Büchern vor ihrer Massenverbreitung durch den Buchdruck anhaftete, überwältigt. ORF III Kultur und Information taucht 'Im Auftrag seiner Majestät' in eine historische Kriminalgeschichte: Im Jahr 1665 verließ eine Schiffsladung wertvoller illuminierter Handschriften Schloss Ambras, um über die Donau nach Wien transportiert zu werden. Kaiser Leopold I. wollte die Bibliothek von Ferdinand II. in Empfang nehmen. Doch ein Teil der Bücher verschwand, da die Schiffe sanken. Erst Jahrhunderte später tauchte das eine oder andere wertvolle Stück mit Wasserschäden auf Antiquitätenmärkten wieder auf. Unter der Regie von Martin Ambrosch führt Martin Brambach durch eine Geschichte voller Mysterien und lüftet so manches Geheimnis der modernen Bücherforschung".

Tuesday, April 03, 2012

librarymistress > archivesmistress?

Bei mir gibt es beruflich etwas Neues: Ab 1. Juli werde ich das "Grüne Archiv" aufbauen und leiten. Das neue Archiv soll die Geschichte der grünen Bewegung in Österreich, der Grünen Partei und der Grünen Bildungswerkstatt dokumentieren. In den ersten Wochen werden einmal die Grundlagen zu erledigen sein - Software aussuchen, Scanner anschaffen, Bestände sichten... Ich bin schon sehr aufgeregt :-) ich bin schließlich bald mein eigenes "one-person-archive". Ich habe mich in den letzten Wochen viel mit dem Unterschied zwischen Bibliothekarin und Archivarin beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich vom Selbstverständnis doch definitiv immer eine librarymistress bleiben werde, auch wenn ich beruflich eine archivesmistress werde ;-) Ich glaube, der bibliothekarische Blick kann auch gar nicht schaden. Und letztlich sind wir doch alle einfach Expertinnen im Umgang mit Information.
Fürs erste werde ich mich für ein Jahr karenzieren lassen, dann sehen wir weiter. Dass meine jetzige Arbeitgeberin so verständnisvoll ist, finde ich sehr erfreulich. Da das eine Halbtagsstelle ist, werde ich mich auch sehr intensiv meiner Diplomarbeit und meinem Studienabschluss widmen, und in meinem Diplomarbeitsblog wird in Zukunft wieder mehr zu lesen sein ;-) Da im April 2013 mein Studienplan ausläuft, ist das einfach eine gute - eigentlich die letzte - Chance.

Die beiden Arbeitsstellen sind jedenfalls nicht besonders weit auseinander - hier der Blick vom Infoschalter der Wienbibliothek ;-)
Photo Ebendorferstrasse
librarymistress: "Blick vom alten Job zum neuen Job", 29. März 2012, Flickr, CC-BY-SA

Agrarhistorisches Archiv

Der Rural History Newsletter vom 3. April 2012 weist auf das "Agrarhistorische Archiv" von Karl Prillinger in Wels hin, in dem Materialien zur Geschichte der Landtechnik gesammelt werden: "Die Sammlung umfasst etwa 700.000 Belege der Landtechnik, wie historische Bücher, Prospekte, Ersatzteillisten, Reparaturhandbücher, Preislisten, Maschinenbeschreibungen aus einem Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und der Gegenwart".

Monday, April 02, 2012

reading diary

finished recently

  • Ich bin immer noch in Wien... Briefe an Mama und Papa in der Türkei / Mehmet Emir
  • The librarian / Lee Brazil (Kindle edition). Love and sex story between male librarian and male hairdresser. "His job in the archives of the business library was interesting and had great potential for upward movement".
  • Doppelgänger / Wolfgang Millendorfer
  • Unlikely partners / Jacqueline Diamond (Kindle edition). Love story, actually quite funny, but the second part is somehow dispensable. "Compared to her talented, lively sister Jeanette, she'd always been the mousy one in the family. (...) As his arms pulled her close, the Sarah Farentino who responded was not the shy young woman with a bookcase full of mysteries substituting for reality. This was the other Sarah, the wild one".
  • Typisch englisch. Ein vergnüglicher Inselführer / Roland Hill
  • Neuerwerbungen

  • "Früher war hier das Ende der Welt". Reportagen / Florian Klenk [signiert]
  • Maisy Goes to the Library: A Maisy First Experience Book / Lucy Cousins
  • I'm Your Girl / J.J. Murray
  • Like a Charm / Candace Havens
  • The Stolen Blue: A Claire Reynier Mystery / Judith Van Gieson
  • Doppelgänger / Wolfgang Millendorfer [signiert]
  • Ich bin immer noch in Wien... Briefe an Mama und Papa in der Türkei / Mehmet Emir [signiert]
  • Hermann Leopoldi, Hersch Kohn: Eine Biographie / Georg Traska, Christoph Lind
  • Saturday, March 24, 2012

    Anderer Blick auf Griechenland

    Die Salzburger Nachrichten beinhalten heute ein zwölfseitiges Buch namens "Der andere Blick auf Griechenland", zu dem Manfred Perterer einleitend schreibt: "Das Land hat einen zweiten Blick verdient. Und eine zweite Chance. Ob mit oder ohne Euro". Es gibt Artikel über den Berg Athos, eine deutschsprachige griechische Zeitung, Altgriechischunterricht, griechische Mythologie, Tourismus, die griechisch-orthodoxe Kirche, Olivenöl, Rehakles und die Olympischen Spiele. Das hat mich zu einem Leserinnenbrief inspiriert:

    "Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bedanke mich ganz herzlich für den "anderen Blick auf Griechenland". Der Redaktion, die kürzlich im deutschen Fernsehen die Bundesländer mit den meisten Schulden als 'Griechenländer' bezeichnete, würde ich ja mit 'Und irgendwann bleib i dann dort' nicht unter zehn Stunden und der mehrfachen Lektüre Ihrer Beilage den Kopf zurechtrücken wollen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihre langjährige Abonnentin Monika Bargmann"


    rheinblogger (Stefan Scharrenbach): "Griechenland_Rhodos-419", aufgenommen am 5. Oktober 2011 in Faliraki, via Flickr, CC-BY

    Zines in Bibliotheken - warum?

    Auf die Frage "Why do you have zines in the library?" antwortet die Timberland Regional Library:

    "Zines are the purest form of counterculture expression that exists in printed form, and insightful indicators of current times. They represent the under-represented and give voice to marginalized members of society. Zines are interesting and cheap, and as a public library, it is our job to provide access to all types of information".

    Genderfragen auf Facebook

    Die VÖB-Kommission für Genderfragen hat seit kur­zem einen Facebook-Auftritt. Die Adresse: www.facebook.com/gen­der­fra­gen. Die Beiträge kön­nen auch ohne Facebook-Account gele­sen wer­den. Wir freuen uns auf viele "Fans" und einen regen Austausch mit allen inter­es­sier­ten Männern und Frauen im Bibliotheks-, Dokumentations- und Archivwesen!

    Photo von drei verschiedenen Schuhen auf Buecherstapeln
    library mistress: a librarian's shoes, 27. Juli 2008, Flickr, CC-BY-SA

    Friday, March 16, 2012

    20% flexibel

    "Hochschulpolitische Entwicklungen können Änderungen Ihres Aufgaben- und Zuständigkeitsbereichs erforderlich machen. Für diesen Fall setzen wir Ihre Bereitschaft zum flexiblen Einsatz voraus". Aus der Stellenausschreibung für eine Bibliothekarin, Beschäftigungsausmaß 20 Prozent, an der UB Bonn.

    Thursday, March 15, 2012

    CfP Nachhaltigkeit in Bibliotheken

    Hinweis von Petra Hauke und Klaus Ulrich Werner: "Mit dem Arbeitstitel 'Nachhaltigkeit in Bibliotheken' planen wir einen umfangreichen Sammelband, der verschiedenste Aspekte der Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks im Bibliotheksalltag behandeln soll. Es wird sich nach jetzigem Stand um die erste Buchveröffentlichung im deutschsprachigen Raum handeln. Folgende Themenschwerpunkte sollen u.a. gesetzt werden:

  • Energiesparkonzepte beim Bibliotheksbau
  • Umweltmanagement in der Bibliothek
  • Grüne Informationstechnologie
  • Ressourcensparender Reproservice
  • Umweltschonende Materialien in der Bibliothek
  • 'Das grüne Büro' - Ressourcensparende Bibliotheksverwaltung
  • Nachhaltigkeit und Corporate Identity
  • 'Die grüne Bibliothek': Internationale Beispiele
  • Zertifizierung und Zertifikate
  • Aktivitäten, Gremien, Organisationen
  • Bibliographie

    Neben thematischen Beiträgen sollen auch Einzelbeispiele von Nachhaltigkeit in Bibliotheken vorgestellt werden, d.h. nicht zwingend in langen Textbeiträgen, sondern es ist auch ein knappes Vorstellen eines interessanten Einzelaspektes möglich".

    Zusendung einer kurzen Skizze bis 16. April 2012 an petra.hauke (at) bock-net.de und klaus.werner (at) fu-berlin.de erbeten.

    Photo eines Weingartens, librarymistress, Flickr, CC-BY-SA

    Interessantes Projekt! Das Green library blog ist übrigens leider schon 2010 entschlafen, aber es gibt eine aktivere dazugehörige Facebook-Gruppe, und im Blog Greening your library scheint sich mehr zu tun. Siehe auch greenlibraries.org.

  • nobody on Twitter

    Quelle: Fredo & Pid'Jin. A webcomic by Eugen Erhan and Tudor Muscalu. 12. März 2012 [via Ritchie Pettauer]

    Tuesday, March 13, 2012

    Archivarin vs. Bibliothekarin

    Die Society of American Archivists schreibt über die Unterschiede von bibliothekarischer und archivarischer Tätigkeit auf ihrer Website: "The librarian and the archivist, for example, both collect, preserve, and make accessible materials for research; but significant differences exist in the way these materials are arranged, described, and used". Hmpf. Wie sehr verwandt sind die beiden Berufe Eurer Meinung nach? Wir haben z.B. in der Bibliothek Briefe, Manuskripte, Lebensdokumente, Zeitungsausschnitte, Karten, Photos, Pläne, Bücher, Zeitungen, Mikrofilme, Plakate, Flugblätter... und sind sogesehen nicht nur eine Bibliothek, sondern ein Archiv und eine Dokumentationsstelle. Akten sind wohl das einzige, was fehlt ;-) Vom Gefühl her würde ich sagen, dass sich die "attitude" unterscheidet, aber genau definieren könnte ich das nicht. Wo seht Ihr die Unterschiede und Gemeinsamkeiten abgesehen von der obigen Passage?

    Monday, March 12, 2012

    Aufruf zum Urheberrechtsdiskurs

    Aussendung der Initiative für Netzfreiheit und des Vereins für Internet-Benutzer Österreichs VIBE!AT vom 1. März 2012:

    "Die öffentliche Diskussion der letzten Wochen rund um das umstrittene ACTA-Abkommen hat die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Debatte zu einem modernen Urheberrecht gezeigt. Die digitale Revolution der letzten Jahre hat die Realität von Medienkonsum und -produktion radikal verändert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit Kulturgütern wurden in Österreich jedoch seit nunmehr 10 Jahren nicht angepasst und werden den neuen Entwicklungen daher oft nur unzureichend gerecht. Das Internet als globales, unzensiertes und neutrales Kommunikationsmedium darf nicht den finanziellen Partikularinteressen der Verwertungsindustrie untergeordnet werden.
    Die Initiative für Netzfreiheit und der Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE!AT) rufen deshalb dazu auf, einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über ein modernes Urheberrecht und zeitgemäße Vergütungsmodelle zu führen. Ein Ziel des Urheberrechts ist es, einen Ausgleich zwischen den finanziellen Interessen der Kunst- und Kulturschaffenden und den Interessen der Gesamtgesellschaft herzustellen. Um das zu erreichen, rufen die beiden Vereine dazu auf, eine breite gesellschaftliche Diskussion rund um das Urheberrecht zu starten. Es ist wichtig, alle beteiligten Interessensträger in diesen Diskurs mit einzubinden, vorzugsweise nach dem Vorbild einer Enquete-Kommission.
    'Das Moratorium durch die Prüfung von ACTA durch den europäischen Gerichtshof muss jetzt genutzt werden, um neue Modelle für ein zeitgemäßes Urheberrecht zu entwickeln', sagt Thomas Lohninger im Namen der beiden Organisationen. Die Initiative für Netzfreiheit und VIBE!AT warnen vor dem Einfluss von Lobbyisten der Verwertungsindustrie und wollen die Zukunft der Kulturproduktion in einem breiten, transparenten und ergebnisoffenen Diskurs gestaltet sehen".

    Call for Entries für "Veza lebt"

    Hinweis von Karin Ballauf: "Veza Canettis Todestag jährt sich Mai 2013 zum fünfzigsten Mal. Ein Grund, diese lang verschwiegene, verkannte Dichterin zu ehren und für die Gegenwart neu zu entdecken. Elias Canetti hat bekanntlich seine Frau als Literatin zeitlebens nicht beachtet und gefördert, sie dagegen förderte ihn und sein Schreiben sehr. Aus den Lebensbiografien von Frauen ergibt sich oft der Umstand, dass sie ihr Schreiben zurückstellen müssen. Im 21. Jahrhundert soll das jedoch der Durchsetzung ihrer Literatur keinen Abbruch tun. Das Literaturprojekt von Karin Ballauff, Petra Ganglbauer und Gertrude Moser-Wagner macht sich auf die Suche nach Talenten und erforscht gesellschaftliche Bedingungen des Schreibens einer Zeit. Das 50. Todesjahr von Veza Canetti setzt seit 2011 in Wien mehre Aktivitäten in Schwung: Literatur- und Kunstprojekte, gebündelt und interdisziplinär ausgerichtet und von internationalem Interesse getragen.

    "Veza lebt!" So lautet auch der Arbeitstitel einer Anthologie, zu der Autorinnen, die das 40. Lebensjahr bereits vollendet haben, eingeladen sind, sozialkritische, formal spannende Kurzprosa im Ausmaß von maximal 8 Seiten einzureichen. Die Idee hinter dem Alterslimit ist, dass besonders auf dem Kunstmarkt und im Bereich Literatur ein regelrechter Jugendkult betrieben wird. Nicht wenige Stipendien oder Preisausschreibungen setzen ein Alter unter 30 oder 40 Jahren voraus. Hinzu kommt, dass viele schriftstellerisch tätige Frauen sich außer Stande sehen, nach dem 40. oder 45. Lebensjahr noch erstveröffentlichen zu können.

    Für die Anthologie „Veza lebt!“, die 2013 erscheinen soll, wird zeitkritische, sozialkritische Kurzprosa erbeten, die formal die herkömmlichen narrativen Strukturen unterwandert. Umfang: maximal 8 DIN-A4-Seiten. Einzureichen bitte in 4-facher Ausfertigung, mit Name und Postanschrift versehen, Einsendeschluss 31.7. 2012. Per Post an: Institut für Interaktive Raumprojekte, Anton Dengler-Gasse 15, 1210 Wien, oder per E-Mail an: taste (at) chello.at.

    Wednesday, March 07, 2012

    Bibliothekarinnenmord beim "letzten Bullen"

    Kollege Michael Hess hat mich heute auf die gestern ausgestrahlte Folge "Nymphen und Don Juans" der Krimiserie "Der letzte Bulle" aufmerksam gemacht - Inhaltsangabe laut Wikipedia: "Eine zurückhaltende (oba geh) Bibliothekarin wird ermordet aufgefunden. Mick und Andreas finden heraus, dass es sich um eine Nymphomanin handelt. Verdächtig sind der Ehemann und die Mitglieder einer Sexualtherapie-Gruppe". Ich hab die Folge ja selber nicht gesehen, weil ich bei der Zwanzigjahrfeier von Ariadne war, aber mir wurde verraten, dass es die Chefin war - sozusagen eine besondere Ausprägung von "what happens in the library, stays in the library" ;-)

    Monday, March 05, 2012

    Vortrag: Farming Styles

    Im Rahmen des "Rural History Forum" stellen Rita Garstenauer, Ernst Langthaler und Ulrich Schwarz "Das Landwirtschaftsstile-Projekt: Theorie, Methoden, Ergebnisse" vor. Ort und Zeit: 26. März 2012, 14 bis 15.30 Uhr, NÖ Landesarchiv, St. Pölten, Seminarraum (Erdgeschoß).

    "Farming styles" ist ein von der Akteur-Netzwerk-Theorie inspiriertes Konzept, das den (agrar-)wirtschaftswissenschaftlichen Blick auf Agrarsysteme sozial- und kulturwissenschaftlich erweitert. In einem dreijährigen FWF-Projekt am Institut für Geschichte des ländlichen Raumes hat ein interdisziplinäres Team Landwirtschaftsstile in zwei österreichischen Regionen 1945 bis 1980 beforscht. Aus drei Blickwinkeln - einem wirtschaftshistorischen (Agrarsystemanalyse von Betriebsstatistiken), einem sozialhistorischen (Fallanalyse von Mehrgenerationen-Interviews) und einem kulturhistorischen (Diskursanalyse von Agrarzeitschriften) - werden die Umrisse charakteristischer Landwirtschaftsstile erkennbar.

    Sunday, March 04, 2012

    reading diary

    recently finished
  • Arthur Conan Doyle: The return of Sherlock Holmes. Kindle edition [1905]
  • work in progress

  • Rhys Bowen: Royal Flush. Berkley Prime Crime 2010
  • Frank Stiens: Licht oder Schatten. Beide haben ihren Reiz. Kindle edition [2012]
  • Flohmarktkäufe

    Traditionellerweise kaufe ich am Flohmarkt der Apostelpfarre blau-weißes Geschirr, so auch heute, aber diesmal waren auch einige Bücher dabei:

  • Rolf Ulrici: Diane aus dem Försterhaus. Wien: Verl. Gustav Swoboda & Bruder o.J. [1968]
  • Philip Pullman: Der goldene Kompass. Hamburg: Carlsen 2007 [His dark materials 1: Northern lights, 1995]
  • P.J.T. Glendening: Icelandic. A complete course for beginners and students. Seven Oaks: Hodder and Stoughton 1977 (= Teach yourself books)
  • Roland Hill: Typisch englisch. Ein vergnüglicher Inselführer. Freiburg: Herder 1983
  • Hans Weigel: Der exakte Schwindel oder Der Untergang des Abendlands durch Zahlen und Ziffern. München: dtv 1982
  • Alexandr Sergejevič Puškin: Vyšel jsem dřív než hvězda ranní. Prag: Státní nakladatelství krásné literatury a uměí 1962
  • Wednesday, February 29, 2012

    Kinderschreibwerkstatt in Mattersburg

    Die von Fini Zirkovich geleiteten Kinderschreibwerkstätten im Literaturhaus Mattersburg sind bereits Tradition und haben sich über Jahre bewährt. Kinder der dritten und vierten Schulstufe können unter der fachkundigen Anleitung der Pädagogin verschiedene Gattungen des Schreibens kennenlernen und ausprobieren. Heuer beginnen die Kinderschreibwerkstätten am Dienstag, den 13. März, und am Donnerstag, den 15. März. Die Schreibwerkstätten finden an fünf aufeinander folgenden Wochen jeweils von 16-18 Uhr statt und enden mit einem gemeinsamen Lesefest am Donnerstag, den 26. April 2012, ab 16 Uhr.

    Der Unkostenbeitrag für die Kinderschreibwerkstätten beträgt 18 € pro Kind, die Anmeldung ist per mail unter office (at) literaturhausmattersburg.at oder telefonisch unter 02626/67710 möglich.

    Tuesday, February 28, 2012

    Neue dreisprachige Kinderbücher

    Am Freitag, dem 16. März 2012, um 14.30 Uhr lädt der Beirat für ungarischsprachige Kindergartenpädagogik des Ungarischen Medien- und Informationszentrums (UMIZ) zur Präsentation von vier neuen dreisprachigen Kinderbüchern der Reihe "UMIZ for KIDS" in die Mehrzweckhalle Unterwart.

    Programm:

  • Begrüßung: Josef Horvath, Bürgermeister von Unterwart
  • Einleitende Worte: Dr. Andrea Zorka Kinda-Berlakovich, Institut für Slawistik der Universität Wien
  • Buchpräsentation. Ungarisch: Orsolya Lippert-Havasi, Edit Padosné Kiszela. Deutsch: Katharina Dowas. Kroatisch: Sonja Krutzler
  • Unter der Leitung von Rita Berta Tiborné, Katharina Dowas, Emese Hubbes, Sonja Krutzler, Edit Leitner, Gabriella Marton, Edit Padosné Kiszela und Ágnes Tornai werden Kindergarten- und Volksschulkinder aus dem In- und Ausland die Buchpräsentation mit Lied- und Spruchgut untermalen.

    Book Staxx

    "the library, man, is the place to be..."

    Friday, February 24, 2012

    Die Zurückgezogenen

    Als Kindle-Edition ist das Buch "Licht oder Schatten" von Frank Stiens erhältlich: Beschreibung: "Die Theater-Schauspielerin Helen und der Bibliothekar Paul werben bei der Abiturientin Donna für ihren jeweiligen Beruf, also für Öffentlichkeit oder Zurückgezogenheit. Sie streiten mit Beispielen aus Historie und Literatur, wie Jeanne d'Arc, Judith, Lysistrata, und Casanova, Descartes, Don Quijote. Im Laufe des Diskurses werden beide von den Argumenten der Gegenseite so beeindruckt, dass sie die Fronten wechseln".

    Thursday, February 23, 2012

    Wie fälscht man einen Bettauer

    Gestern habe ich über meine Bettauer-Lektüre geschrieben, dass ich im Moment anscheinend gar nicht genug bekommen kann. Nachdem ich mit "Kampf ums Glück" nun den vierten Kriminalroman (und - mit "Die Stadt ohne Juden" - fünften Roman) Bettauers innerhalb eines Monats begonnen habe, ist nun jäh der Sättigungsgrad erreicht ;-) Ohne seine anderen Krimis zu kennen, gibt es offensichtlich doch ein gewisses Schema, das natürlich bei einer Veröffentlichung als Fortsetzungsroman nicht so stark auffällt. Falls eine Germanistin unter meinen Leserinnen gerade karrieremäßig ansteht und plötzlich einen bisher unentdeckten Bettauer (er)finden will, hier eine typische Zusammenfassung:

    Junger Mann aus gutem adeligem oder bürgerlichem Hause verarmt aufgrund der Zeitläufte nach dem 1. Weltkrieg und bringt jemanden, den irgendwie auf moralisch nicht ganz einwandfreiem Weg zu viel Geld gekommen ist, wegen ebendiesen Geldes brutal um. <insert Frauengeschichten>. Mit dem erbeuteten Geld gelingt ein Aufstieg in die bessere Gesellschaft. Weitere Morde werden erforderlich, da der Lebenswandel mit Wein, Weib und Gesang nun einmal so teuer ist und es bescheiden einfach nicht mehr geht. Zum Schluss wird der junge Mann schon vor Gericht gestellt, kommt aber letztlich doch irgendwie davon. Schließlich konnte das Opfer eh niemand leiden.

    Tuesday, February 21, 2012

    Kindle reading diary

    recently finished

    Hugo Bettauer: Hemmungslos, Kindle edition (1920) [Unscrupulous]
    Hugo Bettauer: Die freudlose Gasse, Kindle edition (1924) [Joyless street]

    It seems that I can't get enough from these very Austrian mystery novels at the moment, having finished "Der Frauenmörder" [The ripper] in January. Not so much because of their (debatable) literary quality - I like that Bettauer always transports social problems like unemployment, malnutrition, battlefield injuries, lung diseases, and he probably was far ahead of his time, as far as sexual morals are concerned, e.g. when he talks about prostitution [one of the main characters in "Die freudlose Gasse" expresses understanding for the young women who prostitute themselves because they and their families have nothing to eat and there's no hope for change. He criticises not the prostitutes, but the punters and panders exploiting their distress]. So these works are excellent depictions of the society of Bettauer's time even more than they are mystery stories, although there is murder, and theft, and procuration, and general inmorality ;-) And, simply, they are page-turners. I think it helps if you are familiar with Vienna and/or Austrian history. - Sometimes though I think the bad guys come away too easily.

    Monday, February 20, 2012

    librarianship as activism

    "Librarianship is a form of activism. Our professional ethics are activist through and through. Look at the Freedom to Read Statement or the Code of Ethics. Objectivity, looking at the world from a positivist stance, is important - but being neutral about what you see is absurd. I spent a good part of my twenties well aware of the problems of the world, but largely convinced that the 'adults' were working on it. Now that I am in my thirties I can see that each and every one of us has an obligation to work to build that better world - the one that an objective look at reality (consider climate change) shows is increasing urgent", Mandy Henk says in the interview "Occupy Wall Street Librarians Talk About Feminism, Activism and Librarianship" for Women in libraries.

    Book cover Questioning Library Neutrality, (c) Library Juice PressIf you want to read more about librarianship and activism, I recommend the anthology "Questioning Library Neutrality: Essays from Progressive Librarian" edited by Alison Lewis at Library Juice Press.

    Thursday, February 16, 2012

    Sorge – Arbeit am guten Leben

    Die Grüne Bildungswerkstatt und das Institut für die Wissenschaften vom Menschen setzen die Vortragsreihe "Sorge – Arbeit am guten Leben" mit folgenden Veranstaltungen fort:

    Rationell für sich und andere sorgen – geht das? Über die widersprüchliche Rationalisierung der Selbst- und Fürsorge. Dienstag, 28. Februar, 18 Uhr, IWM- Bibliothek, Spittelauer Lände 3, 1090 Wien.
    Referentin: Brigitte Aulenbacher, Professorin für Soziologische Theorie und Sozialanalysen an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Grüner Kommentar: Sigrid Pilz, grüne Sprecherin für Gesundheit und Pflege im Wiener Gemeinderat
    In der sozialen Arbeit und der Pflege wird kontrovers diskutiert, inwieweit Ökonomie und Ethik miteinander vereinbar sind. Im Alltag werden einerseits Arbeiten der Selbst- und Fürsorge rationalisiert, um sie effizienter zu gestalten. Andererseits stehen Rationalisierung und Effizienzdenken zu den für die Sorgetätigkeit notwendigen Orientierungen im Gegensatz. Der Beitrag beleuchtet ausgewählte historische und gegenwärtige Konstellationen in der Rationalisierung der Selbst- und Fürsorge und beantwortet die Frage, in welcher Weise und um welchen Preis sie erfolgt und wo sich Widersprüche und widerständige Momente zeigen.

    Ökonomisierung der Sorgearbeit – fürsorgliche Praxis. Konflikte um nachhaltige Gesellschaftsentwicklung. Dienstag, 13. März, 18 Uhr, IWM-Bibliothek.
    Referentin: Eva Senghaas-Knobloch, Professorin für Arbeitswissenschaft am Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen. Grüner Kommentar: Karl Öllinger, grüner Sozial- und SeniorInnensprecher im Nationalrat.

    Arbeit und Leben: Eine spannungsreiche Ko-Konstitution. Einige politikwissenschaftliche und praktische Überlegungen. Dienstag, 17. April, 18 Uhr, IWM-Bibliothek.
    Referentin: Stefanie Janczyk, Vorstandsmitglied der IG Metall, Fachbereich Sozialpolitik, Ressort Allgemeine Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Grüner Kommentar: Birgit Schatz, grüne ArbeitnehmerInnen- und KonsumentInnenschutzsprecherin im Nationalrat.

    Thursday, February 09, 2012

    Das bloße Öffnen der Konvolute

    Bei der Lektüre von W.G. Sebalds Roman "Austerlitz" bin ich auf eine Passage gestoßen, die mich sehr stark an das Schreiben von Diplomarbeiten (und ja, auch an das Schreiben meiner Diplomarbeit) erinnert ;-)

    "Je größer die Mühe, die ich über Monate hinweg an dieses Vorhaben wandte, desto kläglicher dünkten mich die Ergebnisse und desto mehr ergriff mich, schon beim bloßen Öffnen der Konvolute und Umwenden der im Lauf der Zeit von mir beschriebenen ungezählten Blätter, ein Gefühl des Widerwillens und des Ekels, sagte Austerlitz. Und doch sei das Lesen und Schreiben immer seine liebste Beschäftigung gewesen. (...) Jetzt aber war mir das Schreiben so schwer geworden, daß ich oft einen ganzen Tag brauchte für einen einzigen Satz, und kaum daß ich einen solchen mit äußerster Anstrengung ausgesonnenen Satz niedergeschrieben hatte, zeigte sich die peinliche Unwahrheit meiner Konstruktionen und die Unangemessenheit sämtlicher von mir verwendeter Wörter. Wenn es mir dennoch durch eine Art Selbsttäuschung bisweilen gelang, mein Tagespensum als erfüllt anzusehen, dann starrten mir jeweils am nächsten Morgen, sowie ich den ersten Blick auf das Blatt warf, die schlimmsten Fehler, Ungereimtheiten und Entgleisungen entgegen" (W.G. Sebald: Austerlitz. München: Hanser 2001, S. 175 - 176).

    Tuesday, February 07, 2012

    Pflicht: Extrovertiertheit?

    "Bibliothekare suchen für ihre Kunden mit moderner Technik Informationen. Zeit für ausgiebige Lektüre bleibt dabei nicht. Stattdessen steht Kommunikation im Vordergrund. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte extrovertiert sein", schreibt die Hessische / Niedersächsische Allgemeine Zeitung am 4. Februar.

    Monday, February 06, 2012

    IEEE sucht eigene alte Zeitschriften

    Elka Sloan, IEEE Client Services Manager Europe, schrieb am 26. Jänner in Inetbib: "Im Zuge der Digitalisierung seiner historischen Zeitschriften und Tagungsberichte ist IEEE an Printbeständen interessiert. Wenn eine Einrichtung solche aussondern möchte, lassen Sie mich bitte wissen, um welche Titel und Jahrgänge es sich handelt. Je älter, desto interessanter - natürlich auch die beiden Vorgänger-Organisationen IRE und AEE (bis einschließlich 1963, danach gab es dann IEEE)". Kontakt: e.sloan (at) ieee.org.

    Saturday, February 04, 2012

    reading diary

    RECENTLY FINISHED
    Arthur Conan Doyle: Through the magic door. Kindle edition
    I admit I downloaded this book because I assumed it contained mystery stories, but when there simply was no crime and no sign of Watson or Holmes I discovered that it is even better ;-) Doyle invites us to join him at a journey through his library and to close the magic door behind us: "I care not how humble your bookshelf may be, nor how lowly the room which it adorns. Close the door of that room behind you, shut off with it all the cares of the outer world, plunge back into the soothing company of the great dead, and then you are through the magic portal into that fair land whither worry and vexation can follow you no more". I discovered that Doyle and I have something in common: "Personally I must confess that anything bearing upon the Arctic Seas is always of the deepest interest to me". Conclusion: "For the time the magic door is still shut. You are still in the land of faerie. But, alas, though you shut that door, you cannot seal it. Still come the ring of bell, the call of telephone, the summons back to the sordid world of work and men and daily strife. Well, that's the real life after all—this only the imitation. And yet, now that the portal is wide open and we stride out together, do we not face our fate with a braver heart for all the rest and quiet and comradeship that we found behind the Magic Door?"
    Maia C: "Library door", 27. April 2006, Flickr, CC-BY-NC-ND

    Eduard von Keyserling: Dumala. Kindle edition

    Ian Sansom: The Bad Book Affair. William Morrow 2010 (The mobile library 4)
    I think this is the best book in the series. I had some difficulties with its predecessors and only bought them for the sake of completeness. But after reading part four I hope there will be a another instalment. Sansom really has wit and a talent for needing few sentences for saying much about a person.

    IN PROGRESS

    G.K. Chesterton: The man who knew too much. Kindle edition (status: 3%)
    collection of detective stories

    W.G. Sebald: Austerlitz. Carl Hanser 2001 (Status: page 175 of 416)

    Friday, February 03, 2012

    Themenheft zur Selbstversorgung

    Band 61 (2011) der Zeitschrift "Westfälische Forschungen", herausgegeben von Michael Prinz, hat den Schwerpunkt "Aus der Hand in den Mund - Selbstversorgung als Praxis und Vision der modernen Gesellschaft". Aus dem Inhalt:

  • Michael Prinz: Von der Hand in den Mund. Geschichte und Aktualität der Selbstversorgung
  • Helene Albers: Selbstversorgung und Geschlechterrollen in der bäuerlichen Landwirtschaft Westfalens von 1920 bis 1960
  • Vera Steinborn: Arbeitergärten im Ruhrgebiet
  • Sabine Verk-Lindner: Kleingärten und Selbstversorgung - Westfalen und das Ruhrgebiet im Kontext der Gesamtentwicklung des deutschen Kleingartenwesens
  • Isolde Dietrich: Kleingärten in der DDR. Die Legende von der Selbstversorgung der Ostdeutschen
  • Rita Gudermann: "Selbstversorgung auf kleinster Fläche" - Überlegungen zu den Angaben zum Nutzflächenbedarf einer Familie im 19. und 20. Jahrhundert
  • Thomas Küster: Landwirtschaft und Nebenberuf um 1900. Eine Auswertung statistischer Quellen am Beispiel Westfalens
  • Clemens Zimmermann: Vom Nutzen und Schaden der Subsistenz. Fachdiskurse über "Arbeiterbauern" vom Kaiserreich zur Bundesrepublik
  • Klaus Fehn: Arbeiterbauern im Saarland - Entstehung, Entwicklung und Auflösung einer sozialstrukturellen Konstellation
  • Andreas Eichmüller: Arbeiterbauern und Nebenerwerbslandwirte in Bayern nach 1945
  • Heinz Wilhelm Hoffacker: Das Ruhrgebiet als Selbstversorgerlandschaft - Pläne zur partiellen Reagrarisierung der Region in der Zwischenkriegszeit
  • Daniela Rüther: Vom Kriseninstrument zum Mittel der Familienpolitik - Der Gedanke der Siedlung und Selbstversorgung in der Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944
  • Frank Lohrberg: Debatten über die Funktion von städtischem Grün und Freiflächen in der Stadt- und Raumplanung seit dem Kaiserreich
  • Michael Prinz: Selbstversorgung - ein Gegenprinzip zur Moderne? Bemerkungen aus historischer Perspektive
  • Thursday, February 02, 2012

    mournful, withdrawn, unhappy

    "Buffy was probably one of the things that had made him want to become a librarian in the first place. That, and the fact that he was a mournful, withdrawn, unhappy individual who preferred books to people" (Ian Sansom: The bad book affair, p. 209)

    Ich lese gerade den vierten Band der "Mobile library"-Serie und halte ihn für den gelungensten Band der Serie. Die an sich nicht wirklich sympathische Hauptfigur gewinnt hier meiner Meinung nach an Tiefe. Auch die lokale Bevölkerung, in den ersten drei Bänden zu einem großten Teil wie der Sprache kaum mächtige Volldeppen dargestellt, kommt hier bisher ein bisschen besser weg, kommt mir vor.

    Thursday, January 26, 2012

    Gegeninitiative zu "Kunst hat recht"

    "Dieser Tage macht die Kulturindustrie wieder Stimmung, um ihre überholten Geschäftsmodelle noch ein paar Jahre absichern zu können. Dazu schickt sie verunsicherte Kulturschaffende vor, deren wirtschaftliche Lage tatsächlich meist sehr prekär ist. Unter dem Titel 'Kunst hat Recht' liest man etwa: 'Die Lebensgrundlage der Kunstschaffenden ist bedroht!' Das stimmt, allerdings ist die geforderte Verschärfung der Urheberrechte das gänzlich falsche Mittel, dieser Bedrohung zu begegnen", schreibt die "Gegeninitiative zu 'Kunst hat recht'" im heutigen Standard". Unterzeichnet ist der interessante Beitrag von Konrad Becker, Marina Grzinic, Susanne Kirchmayr, Monika Mokre, Gerald Raunig und Felix Stalder. - Hinweis aus Internetz.

    "konnte nicht veröffentlicht werden"

    In einem wissenschaftlichen Artikel, den ich gestern gelesen habe, gab eine Fußnote die zugrundeliegende Studie an, und dabei stand: "Aufgrund abgelehnter Druckkostenförderungsanträge konnte die Studie nicht veröffentlicht werden". Die (sicher interessante) Studie stammt aus dem Jahr 2001, der Artikel wurde 2009 gedruckt. Jetzt denke ich, da gibt es doch so etwas wie Internet, und da kann ich das reinstellen, und dann können es alle lesen, die's interessiert, ganz ohne Druckkostenförderung... Ist in diesem Fall nämlich wirklich schade.

    Gideon Burton: "Open Access (storefront)", aufgenommen am 1. Jänner 2009, Flickr, CC-BY-SA

    Wednesday, January 25, 2012

    Preise für Abschlussarbeiten

    bit-online-Innovationspreis 2012 (alphabetisch)

  • Josefine Bäßler: Wie können Bibliotheken das PR-Instrument Storytelling für ihre PR-Arbeit nutzen? Analyse erfolgreicher Fallbespiele und Ableitung von Handlungsstrategien auf Bibliotheken (Hamburg)
  • Katrin Gärtner: Analyse von Recommendersystemen in Deutschland (Potsdam)
  • Kristin Laufs: Emotion Selling - ein Impuls für die Kommunikationsgestaltung in Öffentlichen Bibliotheken (Leipzig)
  • VFI-Förderungspreis 2011 (zwei zweite und zwei dritte Preise)

  • Kathi Woitas (Winterthur). Bibliografische Daten, Normdaten und Metadaten im Semantic Web: Konzepte der Bibliografischen Kontrolle im Wandel (Berlin)
  • Loredana Pinna / Wiebke Wessels: Mobile Anwendungen von Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland: Studie zum aktuellen Stand und zur zukünftigen Entwicklung bibliothekarischer Dienstleistungen für mobile Endgeräte (Hamburg)
  • Christina Bank: Die Usability von Online-Wörterbüchern und elektronischen Sprachportalen (Hildesheim)
  • Katrin Geist: Bildungsbezogene Informationssuche: Ergebnistypen, Qualität und Relevanz von Suchergebnissen von Universalsuchmaschinen (Hildesheim)
  • reading diary

    W.G. Sebald: Austerlitz. Carl Hanser 2001 (Status: page 157 of 416)

    Grüne Resolution zum Ehrenamt

    Die Grünen SeniorInnen Österreich haben eine Resolution zum abgelaufenen EU-Jahr der Freiwilligenarbeit herausgegeben (.doc). Am Ehrenamt kommt man ja beim österreichischen Bibliothekswesen nicht vorbei, deswegen sei sie hier wiedergegeben:

    "Das EU-Jahr des Ehrenamtes wurde von den grünen SeniorInnen begrüßt, um auf die große Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit hinzuweisen. Ohne die Freiwilligenarbeit würden wichtige Bereiche des Alltags innerhalb unserer Gesellschaft nicht nur unterversorgt bleiben, sondern der soziale Bereich vor dem Zusammenbruch stehen.
    Die zahlreichen Aufrufe und Aufforderungen im EU-Jahr des Ehrenamtes, gerade Ältere sollten sich vermehrt freiwillig arbeitend zur Verfügung stellen, haben jedoch einen bitteren Nachgeschmack: Immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft gehen dazu über, wichtige Arbeiten auszulagern, um Kosten zu sparen. Zahlreiche lohnpflichtige Arbeitsplätze verschwinden, werden nicht nachbesetzt und durch Freiwilligenarbeit ersetzt. Fakten über unentgeltliche Arbeitsstunden und ihre Auswirkung auf Vollarbeitsplätze werden verschwiegen. Ob Freiwillige die notwendigen Qualifikationen besitzen, wird in den wenigsten Fällen sorgfältig überprüft.
    Trotz laufendem Sinken der realen Pensionsleistungen wird Freiwilligenarbeit immer mehr mit moralisierenden Argumenten eingefordert, was einer organisierten Ausbeutung gleichkommt.
    Ältere Menschen bringen sich mit ihren Leistungen, Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen gerne in gesellschaftlich relevante Aktivitäten ein. Sie tun dies im Sinne eines solidarischen Generationenvertrages als MitgestalterInnen einer sozial gerechteren Welt. Und sie betrachten dieses Engagement als eine Bereicherung ihres Lebens und als Erweiterung ihres Horizonts.
    Sie haben aber auch ein Recht darauf, sich gegen gesellschaftlichen Zwang zu wehren. Sie sind durchaus bereit, sich in geeigneten Bereichen und in geeigneter Form einzubringen. Sie verlangen aber Rahmenbedingungen und Formen der Anerkennung, die ihrem Engagement in Freiwilligenarbeit entspricht und Anerkennung auch dafür, dass sie die gesamte Infrastruktur für die gegenwärtigen jüngeren Generationen aufgebaut/finanziert haben.
    Sie verlangen die Überprüfung jeder Streichung eines lohnpflichtigen Arbeitsplatzes, damit er nicht durch 'kostenfreie' Freiwilligenarbeit ersetzt wird. Nur dann sind Freiwilligenarbeit und Ehrenamt gerechtfertigt und tragen zum Wohle der Allgemeinheit bei".

    senior library volunteer on desk in public library; Library Snapshot Day 4031, Chelmsford Public Library, Flickr
    Chelmsford Public Library: Library Snapshot Day 4031, Library volunteer. Aufgenommen am 13. April 2011, Flickr, CC BY-NC-SA

    Tuesday, January 24, 2012

    Kindle reading diary

    recently finished
    Hugo Bettauer: Der Frauenmörder (1926)
    Otto Julius Bierbaum: Die Weihnachtsbowle (1905)
    Franziska zu Reventlow: Das feindselige Gepäck (?)

    in progress
    Eduard von Keyserling: Dumala (1908)

    Monday, January 23, 2012

    Partner in geistiger Hinsicht

    "Der Leser ist der Partner der Bücherei, nicht nur in rechtlicher, sondern auch in geistiger Hinsicht. Er hat Anspruch auf Rat und Hilfe beim Aussuchen der Bücher, a u c h in der Freihandbücherei, die nicht als unpersönlicher Selbstbedienungsladen gedacht ist. Vor allem ältere Menschen finden sich manchmal nicht leicht zurecht und bedürfen des ermutigenden Hinweises".

    Aus: Büchereiarbeit in Stichwörtern. Ein Übungs- und Lernbehelf für Bibliothekare im Ehrenamt und Nebenberuf. Unter Mitarb. vieler Kollegen zusammengestellt von Gertrud Vetter. Wien: Verl. Erwachsenenbildung in Österreich 1971, S. 67


    librarymistress: Stadtbibliothek Hannover, aufgenommen am 4. Mai 2010, Flickr, CC-BY-SA

    Friday, January 20, 2012

    library in Urdu

    Overheard a library dialogue in the underground today. Young woman and boy got in and sat down. Woman started reading a library book. Boy: "If you go back to Pakistan, you can't go to the library anymore.- Woman: "Libraries are everywhere. There are also libraries in Pakistan". - Boy thinks a while, then finds another argument against leaving: "But the library may be in Urdu. Can you still read Urdu?" [originally English].


    Olaf Kellerhoff: "Qaid-e Azam Bibliothek", 23. März 2009, Flickr, CC-BY-NC

    Wednesday, January 18, 2012

    Carmilla neu übersetzt

    Cover Carmilla, Zaglossus VerlagWenn der neue Wiener Verlag Zaglossus bei uns am Infoschalter die Pflichtexemplare abgibt, bin ich immer verleitet, sie auf der Stelle zu lesen. Das war schon bei der "Physik der Vergnügens" so. Das aktuelle, verlockend vor mir liegende Buch ist Joseph Sheridan Le Fanus Vampirklassiker "Carmilla", neu übersetzt von Katja Langmaier: "Diese Neuübersetzung ist die erste vollständige deutsche Ausgabe des Werks, das aufgrund der historisch überraschend expliziten Beschreibung lesbischen Begehrens nach wie vor auf großes Interesse stößt". Mit diesem Band wurde die Reihe "Zaglossus Klassik" eröffnet.

    Sunday, January 15, 2012

    Oozing masculinity

    Heute habe ich zum Frühstück den hierblogs bereits erwähnten Kitschroman "The master's mistress" gelesen. Die darin vorkommende "Bibliothekarin" ist genaugenommen keine Bibliothekarin, sondern eine Universitätslektorin für Geschichte, die aus einem nicht näher genannten Grund angeheuert wurde, um die Privatbibliothek eines reichen Amerikaners in seinem Haus in Cornwall zu katalogisieren. Als dieser verstirbt, kommt sein Sohn zu Besuch, und den Rest kann man sich denken ;-) Die Beschreibung der handelnden Personen ist teilweise etwas lächerlich, ich sag nur: "He simply oozed hard masculinity from every pore in his muscled body, from that hewn and ruggedly handsome face to the strength of his perfectly toned body. He even smell male, his aftershave sharp and tangy, with a hint of spice that tantalised the senses almost as much as the man did himself" (Seite 34). Ich habe ja schon einige Romane dieser Art in meinem Besitz, und auch wenn diese sicher keinen Preis für Feminismus gewinnen und ich beim Lesen manchmal laut schreien möchte, muss ich ihnen eines zugute halten: Ein häufiges Handlungselement ist, dass die weiblichen Hauptfiguren etwas Belastendes überwinden, z.B. sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen, sich mit jemandem zu versöhnen, endlich das zu tun, was sie immer schon tun wollten. Ich denke schon, dass das für die Menschen, die das lesen, ein Ansporn und ein Trost sein kann.

    Saturday, January 14, 2012

    Bibliothekarin: "queen of dullsville"

    Ich habe meine Sammlung von Bibliothekarinnen-Belletristik wieder um drei Kitschromane erweitern können:

  • Cassie Miles: Indestructible. Harlequin 2010 (= Harlequin Intrigue / Maximum Men) - "this quiet librarian at Augustana College finds herself pregnant and thrust into wild adventure".
  • Cathie Linz: Mad, bad and blonde. Berkley Sensation 2010 - "Jilted on her wedding day for being the queen of dullsville, librarian Faith West goes on her Italian honeymoon solo, hoping to leave her pain behind".
  • Carole Mortimer: The master's mistress. Harlequin 2010 (= Harlequin Presents) - "Hired to catalog the Sullivan House library, Elizabeth Brown is in her element. Books she can handle. Men - well, she's a little less experienced in that department".
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    Friday, January 13, 2012

    Katalog der Bauwerke

    "Man müßte einmal, sagte er noch, einen Katalog unserer Bauwerke erstellen, in dem sie ihrer Größe nach verzeichnet wären, dann würde man sogleich begreifen, daß die unter dem Normalmaß der domestischen Architektur rangierenden Bauten es sind - die Feldhütte, die Eremitage, das Häuschen des Schleusenwärters, der Aussichtspavillon, die Kindervilla im Garten -, die wenigstens einen Abglanz des Friedens uns versprechen, wohingegen von einem Riesengebäude wie beispielsweise dem Brüsseler Justizpalast auf dem ehemaligen Galgenberg niemand, der bei rechten Sinnen sei, behaupten könne, daß er ihm gefalle. Man staune ihn bestenfalls an, und dieses Staunen sei bereits eine Vorform des Entsetzens, denn irgendwo wüßten wir natürlich, daß die ins Überdimensionale hinausgewachsenen Bauwerke schon den Schatten ihrer Zerstörung vorauswerfen und konzipiert sind von Anfang an im Hinblick auf ihr nachmaliges Dasein als Ruinen".

    Aus: W.G. Sebald: Austerlitz. Carl Hanser 2001, S. 27 - 28 (bei Hanser und bei Fischer Taschenbuch erhältlich).

    Photo einer Aussichtswarte, by librarymistress, Flickr, CC-BY-SA
    librarymistress: "Aufsicht", aufgenommen am 10. Februar 2007, Flickr, CC-BY-SA (Aussichtswarte im Nordburgenland)

    reading diary

    finished

    Paul Kaufmann: ...beschloß ich Politiker zu werden. Goldmann 1974

    Umberto Eco: Bekenntnisse eines jungen Schriftstellers. Richard Ellmann Lectures in Modern Literature. Hanser 2011 [Confessions of a young novelist] - schönes Kapitel über das Wesen der Liste. Hab da erst mitbekommen, dass Eco 2009 das Buch "Die unendliche Liste" veröffentlicht hat. Muss offensichtlich dringend meine vermeintliche Eco-Gesamtwerk-Sammlung updaten ;-)

    work in progress

    W.G. Sebald: Austerlitz. Carl Hanser 2001 (Status: Seite 67 von 416)

    Monday, January 09, 2012

    "Date a girl who reads"

    "Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve" - mehr dazu im Blog "nonamerah" ;-) man muss nicht mit allen Passagen einverstanden sein, aber das ist doch nett. Wobei: Rechnet man die Zeit mit, in der sie auf den Bibliotheksausweis der Eltern auslieh? Ist "twelve" dann nicht etwas spät? ;-)

    photo of a librarian reading Joyce in front of the Joyce memorial in Dublin's St Patrick's park
    librarymistress: Reading Joyce in front of the Joyce memorial, 27. April 2006, Flickr, CC-BY-SA

    Zu hohe Erwartungen an eine Tagung?

    "Maybe she was being foolish. Coming to a librarians' conference and expecting to find a wonderful stranger who would introduce her to the joys of womanhood seemed a bit incongruent".

    Aus: Linda Conrad: Covert Agent's Virgin Affair. Silhouette 2010

    reading diary

    finished

    W.G. Sebald: Die Ringe des Saturn. 11. Aufl. Fischer Taschenbuch 2011 [1995] - I enjoyed reading this and have already borrowed two other Sebald books. My problem with this book: the sections that I liked most are those where Sebald summarises and/or translates writings of other people. So how much of it is Sebald and how much of it is the original author?

    work in progress

    Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita. 12. Aufl. Sammlung Luchterhand 1994 (status: page 413 of 511) [Master i Margarita, 1928-1940] - I love the book since having started with the second part where Margarita is finally introduced. The chapter about Satan's ball is breathtaking.

    Umberto Eco: Bekenntnisse eines jungen Schriftstellers. Richard Ellmann Lectures in Modern Literature. Hanser 2011 (status: page 43 of 204) [Confessions of a young novelist]

    Paul Kaufmann: ...beschloß ich Politiker zu werden. Goldmann 1974 (status: page 126 of 188) - a funny, yet probably realistic satire about Austrian politics I discovered by chance in the bargain bin of my favourite bookstore. First sentence: "Obwohl ich weder besonders intelligent noch besonders begabt war, hatte ich es in meinem Vaterland noch zu nichts gebracht" ;-) Kaufmann worked as a journalist and publisher, but was also a conservative member of parliament in the national and the federal council. So he probably knows what he is writing about from a first-hand experience. Which doesn't really make it better.

    Tuesday, January 03, 2012

    reading diary

    W.G. Sebald: Die Ringe des Saturn. 11. Aufl. Fischer Taschenbuch 2011 (status: page 343 of 351) [1995]

    Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita. 12. Aufl. Sammlung Luchterhand 1994 (status: page 413 of 511) [Master i Margarita, 1928-1940]

    Less ambitious books

    derzeit läuft auf Twitter das sehr witzige Meme #lessambitiousbooks. Bisherige Beiträge u.a.:

  • The Adequate Gatsby
  • To Slightly Injure a Mockingbird
  • Hundert und eine Nacht
  • The Facebook Profile of Dorian Gray
  • Reasonable Expectations
  • Tale of two villages
  • :-) Was fällt Euch noch dazu ein?

    SantaThing angekommen - juhu

    Heute ist endlich mein Päckchen mit meinen SantaThing-Büchern gekommen :-)) drei Volltreffer!

    Apsley Cherry-Gerard: The worst journey in the world. Penguin 2005 - "recounts Robert Falcon Scott's ill-fated expedition to the South Pole. Apsley Cherry-Garrard - the youngest member of Scott's team and one of three men to make and survive the notorious Winter Journey - draws on his firsthand experiences as well as the diaries of his compatriots to create a stirring and detailed account of Scott's legendary expedition" (Klappentext). Nummer 1 auf der Liste der "The 100 Greatest Adventure Books of All Time" von National Geographic.

    David Roberts: Shipwrecked on the top of the world. Four against the arctic. Time Warner Books 2005 - "an extraordinary tale, set in the mid-18th century, about four Russian hunters stranded on a desolate Arctic isle with scant resources, who survived for six years" (Publishers Weekly).

    Anne Fadiman: Ex libris. Confessions of a common reader. Farrar, Straus and Giroux 2000 - "As someone who played at blocks with her father's 22-volume set of Trollope ("My Ancestral Castles") and who only really considered herself married when she and her husband had merged collections ("Marrying Libraries"), she is exquisitely well equipped to expand upon the art of inscriptions, the perverse pleasures of compulsive proof-reading, the allure of long words, and the satisfactions of reading out loud" (Klappentext). Hab ich zwar schon auf Deutsch, macht aber nix.


    Sunday, January 01, 2012

    Aufnahmestopp, da capo

    Die erste Nachrichtenmeldung, die ich im neuen Jahr gehört habe, war, dass Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) heute einen Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst forderte. Sprich, bei Pensionierungen soll nicht nachbesetzt werden, und es soll auch kein zusätzliches Personal eingestellt werden. Man kann sicher sagen, dass ich aufgrund meines Dienstverhältnisses und der Tatsache, dass BibliothekarInnen nun eben meistens im öffentlichen Dienst arbeiten, befangen bin, aber ich will trotzdem erklären, was ich daran grundsätzlich falsch finde (auch wenn mancherorts sicherlich Einsparungspotential vorhanden ist und mich die Betonschädelfraktion auch nervt).

    Welche Aufgaben erledigt sinnvollerweise der öffentliche Dienst? Wohin soll sich der öffentliche Dienst entwickeln? Wo soll mehr, wo weniger Personal eingesetzt werden? Welche neuen Aufgaben kommen auf den öffentlichen Dienst zu? All diese Diskussionen und Entscheidungen erspart man sich, wenn man die Entwicklung einfach völlig dem Zufall überlässt. Nicht, welche Aufgaben wichtig sind, spielt eine Rolle, sondern wo gerade jemand in Pension geht - da ist doch keine sinnvolle Planung und Steuerung möglich! Gleichzeitig steht man als Politiker mit so einer simpel gestrickten Forderung in einem großen Teil der Öffentlichkeit gut da.


    Roger Blackwell: "PCS strikers rally the Forum, Norwich on the first day of their strike", 8. März 2010, Flickr, CC-BY.

    Update: In der Wiener Zeitung steht zu lesen: "Bereiche, in denen die Personalsituation bereits jetzt angespannt ist, würde eine solche Maßnahme überproportional treffen, räumt er [Spindelegger] ein. Deswegen müsse es auch begleitend Strukturreformen geben". Na, dann sind wir mal gespannt...

    Tuesday, December 27, 2011

    Der Lesepolizist

    "Ich tue mich schwer mit der Rolle des Literaturkritikers als Lesepolizist. Ich sehe mich eher als jemanden, der anderen Kuchen mit eingebackenen Feilen überreicht, die sie aus ihrem Gefängnis befreien" - Denis Scheck in einem Interview mit Antje Hildebrandt in der "Welt". Das wäre doch auch eine schöne Job Description für eine Bibliothekarin...

    Thursday, December 22, 2011

    My year in first lines

    Auf die nette Idee "The first line of the first post for each month of the last year" bin ich ursprünglich bei Kathryn Greenhill von Librarians matter gestoßen, und die hat sie von Ruminations. Dieses Jahr habe ich ja nicht so viel gebloggt wie früher. Vgl. die Jahre 2003, 2007, 2008, 2009, 2010.

    Jänner: Karsten Schuldt hat in seinem Weblog "Bibliotheken als Bildungseinrichtungen" eine ausführliche Literatursichtung zu den Schulbibliothekarischen Arbeitsstellen in den Jahren 1970 bis 2000 veröffentlicht. [Tatorttagebuch und Lesetagebuch habe ich mangels Satz ausgelassen, die wären aber früher gewesen].
    Februar: Nette Benutzerin nach mehrstündigem Herumhantieren mit sehr unhandlichen Wien-Plänen: "Wie mochen Sie des? Den gaunzen Tog lesen? Und des bei dem grellen Licht! I man, Sie san's jo gwohnt. I les jo a gern, aber des warat ma zvü. Und daunn a no immer in den Compjuta einischaun" ;-)
    März: Edlef Stabenau fragt in Netbib: "Ist das eigentlich ein Gerücht, dass Doktoren der Uni Bayreuth in Zukunft ein '(Universität Bayreuth)' hinter ihrem Doktortitel führen sollen?" (via Wolfgang Kauders).
    April: 'Library': a place of grace and sanctuary. Open to all, without question or condition – except that you love the place, partake, read, learn, find peace, find yourself, find everything there is, and ever was, Amen". [Zitat aus Voices for the library]
    Mai: Bei einem Forschungsprojekt an der Wirtschaftsuniversität Wien zum Thema "Lesbische / Schwule UnternehmerInnen in Wien - Chancen, Risiken, Hindernisse" wird untersucht, welche Rolle eine homosexuelle Orientierung der UnternehmerInnen bei der Geschäftsgründung und -führung spielt.
    Juni: "People judge how smart you are based solely on your name", schreibt Alasdair Wilkins in ihrem Artikel in io9.
    Juli: <zitat> Die AEP-Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft" erscheint seit 1974 ununterbrochen und ist eine der ersten Frauenzeitschriften der Neuen Frauenbewegung in Österreich.
    August: Innerhalb der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) wurde eine Arbeitsgruppe für öffentliche Büchereien gegründet.
    September: Die Österreichische Nationalbibliothek sucht eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter für die Abteilung Ariadne - frauenspezifische Information und Dokumentation, und zwar für zwanzig Wochenstunden vormittags.
    Oktober: Würde mein Konto leben, würde es mir in der Buchhandlung Alex in Linz Hausverbot erteilen lassen.
    November: Auf die Frage nach "LGBTQ Library policies" in der Mailingliste lezbrian recherchierte Ellen Greenblatt mit den Suchbegriffen "policies" and "LGBTIQ" in del.icio.us - interessante Suchstrategie, offensichtlich erfolgreich!
    Dezember: Mein aktueller Beitrag auf Plan3t Info, "Staatspolizei in der Bibliothek", widmet sich der Verhaftung zweier Bibliothekarinnen der UBTUW im Jahr 1991.

    Follow me! Social Media für Bibliotheken

    Die neue Ausgabe der Büchereiperspektiven zum Thema "Follow me! Social Media für Bibliotheken" ist gerade erschienen und kann hier heruntergeladen werden: www.bvoe.at/Serviceangebote/Buechereiperspektiven. Es ist übrigens auch ein persönlicher Erfahrungsbericht von mir über LibraryThing drinnen (pdf) :-)


    Mississippi State University Libraries: "MS Library 2.0 Summit Birds of a Feather Lunch Tables", aufgenommen am 19. Juni 2008, via Flickr, CC-BY-NC.

    Wednesday, December 21, 2011

    Über Fish & Chips

    Ich lese gerade den England-Reisebericht "Die Ringe des Saturn" von W.G. Sebald (wobei "England-Reisebericht" sicher zu kurz greift" - Roberta Silman spricht in der NY Times von "a hybrid of a book - fiction, travel, biography, myth, and memoir - that obliterates time and defies comparison"). Es gibt sehr viele schöne Stellen, aber heute musste ich besonders schmunzeln bei der Schilderung des Abendessens in einer heruntergekommenen Stadt in einem Hotel, das schon bessere Zeiten gesehen hat:

    Die anscheinend einzige Mitarbeiterin des Hotels "[brachte] mir bald darauf einen gewiß seit Jahren schon in der Kühltruhe vergrabenen Fisch, an dessen paniertem, vom Grill stellenweise versengten Panzer ich dann die Zinken meiner Gabel verbog. Tatsächlich machte es mir solche Mühe, ins Innere des, wie es sich schließlich zeigte, aus nichts als seiner harten Umwandung bestehenden Gegenstands vorzudringen, daß mein Teller nach dieser Operation einen furchtbaren Anblick bot. Die Sauce Tartare, die ich aus einem Plastiktütchen hatte herausquetschen müssen, war von den rußigen Semmelbröseln gräulich verfärbt, und der Fisch selber, oder das, was ihn vorstellen sollte, lag zur Hälfte zerstört unter den grasgrünen englischen Erbsen und den Überresten der fettig glänzenden Chips" (Fischer Taschenbuch 2011, S. 58).

    Das sieht doch gleich besser aus: "Fish & Chips at the Irish House, New Orleans", aufgenommen am 16. August 2011 von Robert D. Peyton.

    Monday, December 19, 2011

    Offener Bücherschrank in Neusiedl

    Man braucht kein Formular, keine Anmeldung, nicht einmal Geld! Am 17. Dezember 2011 hat der erste offene Bücherschrank in Neusiedl seine "Türen geöffnet". Die Grüne Bildungswerkstatt Burgenland hat die Aktion gemeinsam mit der Grünen Ortsgruppe Neusiedl ins Leben gerufen, der Verein NEZWERK unterstützt die Idee. "Der offene Bücherschrank ist öffentlich zugängig und ermöglicht kostenlos, und ohne jegliche Formalitäten den Austausch von Büchern. Diese können ausgeborgt und wieder zurückgebracht oder behalten werden, eigene gute Bücher können gebracht und in den Schrank gestellt werden. Natürlich werden die Bücher regelmäßig überprüft und etwa Verbotenes aussortiert", erklärt die Grüne Gemeinderätin Anneliese Horvath.
    Die Idee eines offenen Bücherschrankes wurde erstmals in den 1990ern umgesetzt. Seither finden sie sich in vielen Städten Europas und mittlerweile auch Österreichs. Durch den Austausch der Bücher entsteht im Laufe der Zeit eine bunte Mischung aus Literatur für alle Interessensrichtungen und jedes Alter. Es soll das Erfahren von Neuem, die Möglichkeit zur Wissenserweiterung oder auch nur die Freude an guter Literatur ermöglicht werden.

    "Damit wollen wir in einer Zeit, in der alles hochtechnisiert ist und gleichzeitig immer mehr Jugendliche große Probleme beim Lesen und Verstehen von Texten haben, ein Zeichen setzen. Aber auch in der Zeit nach der Ausbildung oder dem Studium wollen wir den Menschen bis ins hohe Alter die Möglichkeit geben, sich nach ihren Interessen Bücher auszuborgen und sich daran zu erfreuen", so die Grüne Gemeinderätin Anneliese Horvath.
    Öffnungszeiten des NEZWERK: Montag bis Freitag von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr! [Quelle: Presseaussendung]. - In der Bezirkshauptstadt Neusiedl gibt es außerdem eine Zweigstelle der AK-Bücherei mit fünfzehn Öffnungsstunden und eine Schulbibliothek im Gymnasium mit elftausend Bänden. - Die Grüne Bildungswerkstatt hat auch den Bücherschrank in Eisenstadt initiiert.

    Friday, December 16, 2011

    Die Gefahren des Lesesaals

    "Ein Lesesaal birgt jedoch nicht nur Bücher in seinen Regalen, sondern fördert auch Sehnsüchte. Sie spuken in jedem Winkel und warten darauf, dass die Studenten unter der Last der Vokabeln in die Knie gehen; dann springen sie hervor und flüstern: Komm mit uns, verlaß diese verstaubten Hallen, wir wollen ungezügelt leben, wollen uns berauschen! O seliger Dionysos, Gott des Rausches, führe uns in Versuchung..."

    Aus: Ragnar Kvam jr.: Im Schatten. Die Geschichte des Hjalmar Johansen, des 'dritten Mannes' zwischen Fridtjof Nansen und Roald Amundsen. Berliner Taschenbuchverlag 2002, S. 71 - 72 [gemeint ist die Universitätsbibliothek von Kristiania, dem heutigen Oslo]


    Lesesaal der British Library, aufgenommen am 22. August 2005 von yours truly

    Tuesday, December 13, 2011

    Neuerwerbungen

    In der Buchhandlung Winter in der Rathausstraße wird derzeit alles zum halben Preis verkauft, weil das Geschäftslokal in Kürze geräumt werden muss. Es gibt zum Beispiel jede Menge aus der Reihe "Suhrkamp Wissenschaft". Heute war ich mit zwei Kolleginnen dort und habe ich ein bisschen eingedeckt. Wahrscheinlich schaue ich diese Woche aber nochmal vorbei.

  • Jürgen vom Scheidt: Das Drama der Hochbegabten. Zwischen Genie und Leistungsverweigerung. Piper 2005 - enthält auch einen Selbsttest zur Frage "bin ich hochbegabt", allerdings nicht, wie man vermuten könnte, einen IQ-Test, sondern eine Liste von Merkmalen von Hochbegabung wie "schnelle Auffassungsgabe", "Wunsch nach Abwechslung" und "intensive und frühe Nutzung eines Computers". Schmunzeln musste ich allerdings bei "Hohes Einkommen von ca. 50.000 Euro aufwärts (als Ergebnis des Erfolgsstrebens)". Wenn es nach dem geht, gibt es praktisch keine hochbegabten BibliothekarInnen ;-)
  • Joey Horsley, Luise F. Pusch (Hrsg.): Berühmte Frauenpaare. Suhrkamp 2005
  • Paul Strathern: Einstein & die Relativität. Fischer 1999 (= Köpfe und Ideen)
  • Paul Strathern: Bohr & die Quantentheorie. Fischer 1999 (= Köpfe und Ideen)
  • Paul Strathern: Oppenheimer & die Bombe. Fischer 1999 (= Köpfe und Ideen)
  • Robert Kaplan: Die Geschichte der Null. 6. Aufl. Piper 2006
  • Monday, December 12, 2011

    Ein Viertel Bibliothekarin

    "Einen anderen Vorschlag brachte Uwe Witt (Linke) in die Diskussion: Um die Kosten zu senken, solle es nur noch eine 0,25-Stelle für die Bibliothekarin geben. Gleichzeitig solle die Stadt die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Bibliotheks- und Archivwesen in Potsdam suchen. Deren Studenten bräuchten immer wieder Praktikumsplätze. Sie könnten einen wesentlichen Teil der Arbeit in der Bücherei übernehmen, so Witt".

    Zitat aus dem Beitrag "Rheinsberger Hauptausschuss stimmt für ein Ende der Stadtbücherei", der am 18. November in der Märkischen Allgemeinen erschienen ist. Auslagerung regulärer Arbeit auf unbezahlte PraktikantInnen - eine ur-linke Idee.

    Christbaumfest für die Armen

    Der allgemeine Wiener Wohlthätigkeits-Verein veranstaltete am 26. Dezember 1854 ein Christbaumfest für die Armen Wiens im Sofienbad-Saal. Anlass war der 17. Geburtstag von Kaiserin Elisabeth zwei Tage zuvor. Bei dieser Feier erhielten arme Familien "Kleider, Wäsche, Beschuhung, verschiedene zur Hauswirthschaft bestimmte Dinge, mitunter auch Bilder und andere kleine Gegenstände; nebstbei Anweisungen auf Holz und Erdäpfel". Findelkinder, Militärwaisen "vom Feldwebel abwärts" und besonders fleißige Zöglinge der Roßauer Beschäftigungs-Anstalt durften sich unter anderem an erbaulichen Büchern erfreuen. Danach wurden Lebensmittel wie "Braten, Brod, Reis, Gerste, Zwetschken u.s.w." und "Backwerk, Aepfel, Nüsse, Lebzelten" verteilt. Beim abschließenden Kinderfest wurden den Kleinen die um einen prachtvollen Christbaum angeordneten Spielsachen überreicht. Musikalisch umrahmt wurde das Fest von einem hundertstimmigen Chor von Schülerinnen der Akademie der Tonkunst und der Militärmusikkapelle des Infanterieregiments "Prinz Wasa".

    .Wienbibliothek im Rathaus, Druckschriftensammlung, E-296083

    Wednesday, December 07, 2011

    Santa Claus writes Spam Prose

    "Das Gluck deines Kindes ist auch dein Gluck! Mach es glucklich mit einem Brief, der vom Weihnachtsmann unterzeichnet ist... lass es an die Magia des Weihnachtsmannes weiter glauben.
    Aber die Ьberraschung ist nicht nur fьr die Kleinen, jetzt kцnnen Sie eine originelle und jugendliche Ьberraschung ihren Mann, ihrer Frau, ihren Geliebten oder Geliebte, ihrer Freunde, Geschwister, Schwiegermьtter, GroЯeltern, Eltern u.a. machen.
    Der Brief wird mit dem Namen des Empfдngers, mit persцnliche Angaben, mit dem Stempel des Nordpols und mit der Unterschrift des Weinachtsmannes personalisiert sein.
    Seien Sie wieder Kinder! Lassen Sie sich von die Zauberkunst des Weinachtsmannes umfasst!"

    Monday, December 05, 2011

    Spam Prose: Klotz darin

    Das ist eine Höflichkeitsmahnung, dass Ihr Konto nachgeprüft werden muß: Um ununterbrochene Dienstleistungen zu erhalten, prüfen Sie bitte Ihre Information sofort nach. Klicken Sie bitte die Verbindung unten, Klotz darin, und folgen Sie den versorgten Schritten: Danken Sie Ihnen.

    Thursday, December 01, 2011

    Staatspolizei in der Bibliothek

    Mein aktueller Beitrag auf Plan3t Info, "Staatspolizei in der Bibliothek", widmet sich der Verhaftung zweier Bibliothekarinnen der UBTUW im Jahr 1991.

    Photo Schild Polizeibibliothek Berlin.

    Tuesday, November 29, 2011

    Kindle reading diary

    Ben Crystal / Adam Russ: Sorry, I'm British! An insider's guide to Britain from A to Z. Oneworld Publications 2010

    Jamie Buchan: As easy as Pi. Stuff about numbers that isn't (just) maths. Michael O'Mara Books 2009

    Ich fühle mich ganz bepreist

    Ich möchte noch etwas sehr Erfreuliches nachtragen, worüber ich bisher nur auf Facebook geschrieben hatte: Am Bibliothekar*tag habe ich den Förderpreis der VÖB verliehen bekommen. Dieser wendet sich an "Jungbibliothekarinnen und Jungbibliothekare" (schmunzel). Ich gebe hier einfach wörtlich die Laudatio wieder, über die ich mich ebenfalls sehr gefreut habe, weil sie genau die Projekte hervorhebt, die mir selbst besonders wichtig waren. Danke dafür an Nikolaus Hamann. Ein Hinweis noch: Viele Dinge wären ohne andere Personen nicht denkbar gewesen - zum Beispiel ohne meine Ex-Chefs Andreas Hepperger und Sebastian Eschenbach, meine E-LIS-KollegInnen Michael Katzmayr und Michaela Putz und den "Bibliothek 2.0-Stammtisch"-Ideenlieferanten Patrick Danowski.
    Der Preis besteht nicht nur in einer Urkunde, sondern in der Finanzierung des Besuchs einer internationalen Tagung. Ich liebäugle natürlich mit der IFLA-Konferenz in Helsinki, die sicher ein großartiges Erlebnis ist, aber im Moment hat die EMTACL in Trondheim die Nase vorn, von der ich fachlich wahrscheinlich mehr profitieren würde. Weitere Ideen sind herzlich willkommen! So, hier der Text:

    <zitat> Monika Bargmann, geboren am 10. Mai 1976, war in den Jahren 1998 bis 2002 eine Pionierin des 1997 begründeten Fachhochschulstudienganges Informationsberufe in Eisenstadt und hat dort die Vertiefungsrichtung Bibliothekswesen belegt. Nach ihrem Studium arbeitete sie an der dortigen Bibliothek und war gleichzeitig als wissenschaftliche Assistentin im Kompetenzbereich Informationstechnologie und -management sowie in der Ausbildung tätig. Seit Februar 2008 verstärkt Frau Bargmann das Team der Wienbibliothek im Rathaus; anfänglich in der Druckschriftensammlung, seit April 2009 in der Plakatsammlung und als EDV-Referentin.
    Monika Bargmann ist seit 1999 aktives Mitglied der VÖB. Sie leitet seit Juni 2009 die Kommission für Genderfragen und bringt sich darüber hinaus engagiert im Vorstand und in den Konzeptdiskussionen zur Weiterentwicklung der VÖB ein. Weiters integriert sie als Editorin für Österreich die Online-Publikationen der VÖB in E-LIS, das Open-Access-Archiv für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, und organisiert regelmäßig den Wiener Stammtisch Bibliothek 2.0 zur Vernetzung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, die an neuen Technologien interessiert sind.
    Exemplarisch für ihre Tätigkeit sind u.a. Idee und Betreuung der "Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn" sowie die Leitung der Vorbereitungsgruppe für die Tagung "BücherFrauenBibliotheken" des Arbeitskreises kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI) im Jahr 2006.
    Hervorgehoben werden müssen auch ihre Blogs, allen voran jener der "library mistress", in denen sie auf bibliothekarisch Beachtenswertes hinweist, ihr Berufsfeld kritisch kommentiert und mit "spitzer Feder" Fehlentwicklungen "aufspießt". <zitatende>


    Thorsten Werner: feuerwerk-brueckenkopfpark-5, 17. Juli 2010, Flickr, CC-BY-SA

    Monday, November 28, 2011

    Neu: Ukrainisch-österr. Bibliothek

    Die ukrainisch-österreichische Bibliothek der griechisch-katholischen Pfarre St. Barbara in Wien (kurz: Pfarrbibliothek St. Barbara) wird am Sonntag, den 4. Dezember eröffnet. Die Feier findet um 12h in den Räumlichkeiten der Bibliothek, Postgasse 8, 1010 Wien, sowie anschließend im Thomassaal des Dominikanerklosters, Postgasse 4, 1010 Wien, statt. Für die musikalische Gestaltung sorgt ein ukrainischer Chor aus München. Website: www.stbarbara.bvoe.at. Quelle: Bibmail.

    Logo der Pfarrbibliothek St. Barbara, http://www.stbarbara.bvoe.at/~stbarbara/mediafiles/21/stbarbara-weblogo.png

    Blutspenden in männlicher Nominalform

    Ich habe schon mehrmals (1, 2) erwähnt, dass ich diese Sätzchen sammle, mit denen die Verweigerung geschlechtergerechter Sprache begründet wird. In der Broschüre des RK-Blutspendedienstes hab ich wieder ein Beispiel gefunden:

    "Zugunsten der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Personenbegriffe verzichtet und traditionell die männliche Nominal-Form angeführt. Gemeint und angesprochen sind natürlich immer beide Geschlechter".

    Tuesday, November 22, 2011

    Der Kindle und ich

    Vor einigen Wochen habe ich mir einen Kindle - den eBook-Reader von Amazon - gekauft, und meine buchschleppgeplagte Schulter freut sich sehr ;-) Da ich englischsprachige Bücher sowieso meistens bei Amazon kaufe, der Kindle auch pdf darstellen kann und man auch Projekt Gutenberg-Titel im passenden Format herunterladen kann, leide ich auch nicht sehr unter dem vendor-lock-in-Syndrom. Nun stehe ich vor der Frage, wie ich die heruntergeladenen Bücher behandeln soll. Bisher hab ich sie jedenfalls weder hier im Blog als Neuerwerbung eingetragen noch bei LibraryThing katalogisiert. Ich werde jetzt einmal damit beginnen, hier zumindest die gelesenen Texte einzutragen:

  • Jane Austen: Northanger Abbey
  • Jakob Michael Reinhold Lenz: Die Freunde machen den Philosophen
  • Catherine Mambretti: The juror hangs
  • Im Moment lese ich "Sorry, I'm British! An insider's guide to Britain from A to Z" von Ben Crystal und Adam Russ.

    Neuerwerbungen

    Für meine kleine, aber wachsende Polarforschungssammlung habe ich mir zwei Bücher über den Norweger Hjalmar Johansen gekauft:

    Coverbild Messner: Pol, Malik VerlagReinhold Messner: Pol. Hjalmar Johansens Hundejahre. Malik 2011
    Ragnar Kvam: Im Schatten. Die Geschichte des Hjalmar Johansen, des "dritten Mannes" zwischen Fridtjof Nansen und Roald Amundsen. Berliner Taschenbuch Verlag 2001 [Den tredje mann. Beretningen om Hjalmar Johansen, 1997]Coverbild Kvam: Im Schatten, Amazon

    "Wie sind doch die Geschichten der großen Abenteuer an Nord- und Südpol geschönt worden! Als wäre es dabei immer nur um das stolzgetriebene Bewusstsein gegangen, alles für die Wissenschaft oder das eigene Land gegeben zu haben. Viel mehr aber ist es dabei immer schon ums Habenwollen gegangen und um das mangelgetriebene Begehren, Erster zu sein" (Messner, S. 13 - 14)

    Friday, November 11, 2011

    Diskussion zum Masterplan

    Gerald Leitner, Geschäftsführer des Büchereiverbandes Österreichs, berichtet über die Arbeitsgruppe zum Masterplan für das öffentliche Bibliothekswesen, der im Jahr 2012 dem Parlament vorgelegt werden soll: "Dazu wollen wir einen breiten Diskussionsprozess in den Büchereien anregen, um möglichst alle Bibliothekarinnen und Bibliothekare einzubeziehen. Ihre Meinung ist uns wichtig! Nennen Sie kurz die nach Ihrer Meinung wichtigsten gesellschaftlichen Probleme, die von Öffentlichen Büchereien gelöst oder verbessert werden können (maximal drei Probleme). Bitte beschreiben Sie, welchen Beitrag die Büchereien wie leisten können. Bitte senden Sie Ihren Beitrag bis spätestens 15. Dezember 2011 an den Büchereiverband Österreich, entweder per Mail an entwicklungsplan@bvoe.at oder per Post an die Adresse Museumsstraße 3b/12, 1070 Wien".

    Stadtteilbuecherei Bilk, Photo: librarymistress

    Ein guter Anfang, aber kann man auf diese Art wirklich einen breiten Diskussionsprozess starten? Sollten in diesen Prozess - auch wenn es sicher schwierig ist - nicht auch Nicht-BibliothekarInnen wie unsere Benutzerinnen und Benutzer einbezogen werden? Wie könnte das gelingen? Was meint Ihr?

    Tuesday, November 08, 2011

    Matinee für Hertha Kräftner

    Erinnerungsmatinee am 60. Todestag von Hertha Kräftner mit der Schauspielerin Barbara Horvath und dem Gitarristen Javier Silvestrini am Sonntag, 13. November 2011, 11 Uhr im Literaturhaus Mattersburg

    "Am 13. November 1951 nimmt sich die außergewöhnliche österreichische Autorin Hertha Kräftner mit 23 Jahren das Leben. Mit einer Erinnerungsmatinee möchten wir Hertha Kräftner würdigen und ihr Werk wieder einmal in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. Die burgenländische Schauspielerin Barbara Horvath wird Prosatexte und Gedichte der für das Literaturhaus Mattersburg sehr wichtigen Autorin lesen. Musikalisch begleitet wird sie von Javier Silvestrini".

       
    links: Hertha Kräftner (Photo: Burgenlaendisches Landesarchiv); rechts: Barbara Horvath (Photo: Ingo Pertramer)

    Friday, November 04, 2011

    Wenn der Biblo mit der Bibla...

    Für die Rubrik "Stimmen" auf Plan3t.info hab ich mich diesmal mit einem offensichtlich unterschätzten Literaturgenre beschäftigt: siehe plan3t.info/2011/11/04/wenn-der-biblo-mit-der-bibla/.

    Wednesday, November 02, 2011

    LGBT-Sammelrichtlinien in Bibliotheken

    Auf die Frage nach "LGBTQ Library policies" in der Mailingliste lezbrian recherchierte Ellen Greenblatt mit den Suchbegriffen "policies" and "LGBTIQ" in del.icio.us - interessante Suchstrategie, offensichtlich erfolgreich! Ihre Treffer habe ich noch ein bisschen ergänzt bzw. aktualisiert, da sich einige URLs mittlerweile geändert hatten:

  • New York University Library: Lesbian, Bisexual, Gay, and Queer Sudies Collection Development Policy, http://library.nyu.edu/collections/policies/lbgq.html
  • University of California Santa Barbara Libraries: Gay, Lesbian, Bisexual, and Transgender Collection Development Policy, http://www.library.ucsb.edu/services/policies/collections/glbtpolicy.htm
  • Pride Library Collection Policy, http://www.uwo.ca/pridelib/site/About/Collection%20Policy.html
  • Library of Congress, Collections Policy Statements, Sociology - Acquisitions, http://www.loc.gov/acq/devpol/sociology.pdf
  • University of Illinois at Urbana-Champaign: Lesbian, gay, bisexual and transgender Collection Development Statement, http://www.library.uiuc.edu/administration/collections/tools/developmentstatement/lgbt.htm
  • Syracuse University Libraries: Collection Development Policy, http://library.syr.edu/research/internet/lgbt/CollectionDevelopmentPolicy.html
  • University of Wisconsin-Milwaukee Libraries: Collection Policy Manual > Subject Collections > Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender Studies, http://www.uwm.edu/Libraries/CollPolicy/2-lesbian.html
  • University of Notre Dame: Gender Studies Collection Development Policy, http://www.library.nd.edu/colldev/policy/genderstudies.shtml
  • Pennsylvania State University: Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender Studies, Collection Development Guidelines http://www.libraries.psu.edu/content/dam/psul/up/colldev/documents/lgbtstudies.pdf
  • Michigan State University Libraries / Anne E. Tracy: Collection Development Policy Statement, Lesbian, Gay, Bisexual, and Transgender, http://libguides.lib.msu.edu/content.php?pid=89877
  • London School of Economics and Political Science: Collection Development Policies > Gender Studies, http://www2.lse.ac.uk/library/collections/policies/Gender_collection_development_policy.aspx
  • University of London, School of Oriental and African Studies: Collection Development Policy - Gender Studies, http://www.soas.ac.uk/library/about/collectiondevpolicy/subject-statements/gender-studies-/
  • Iowa State University: Lesbian, gay, bisexual, transgender collection development policy, http://www.lib.iastate.edu/cfora/pdf/3006348.pdf
  • Brown University Library: Collection Development Policy > Gender Studies, http://library.brown.edu/colldev/subjects/subject.php?id=19
  • University of Chicago Library / Frank Conaway: Sociology, General Social Sciences, http://guides.lib.uchicago.edu/content.php?pid=115216&sid=1220038
  • Wer vergleichbare Sammelrichtlinien aus dem deutschsprachigen Raum kennt, bitte um Hinweis an mich! Ich habe aufs erste nichts gefunden - wenn überhaupt, dann praktisch nur im Sinne von "Frauenforschung sammeln wir auch" in den ganz allgemeinen Richtlinien.