Sunday, September 28, 2008

Wieder mal: Bücherwurm

Im Postgraduate-Standard von letzter Woche wird erfreulicherweise auch eine Studentin des Masterstudiengangs "Library and Information Studies" in Graz vorgestellt. Die vorgestellte Bibliothekarin in Ausbildung lobt die Vielseitigkeit der gelehrten Inhalte: Der Studiengang "'umfasst alle möglichen Bereiche, von Jus über betriebswirtschaftliche Aspekte bis hin zu Soft und Social Skills'. Vor allem das vermittelte Know-how 'auf dem Sektor EDV und IT' sei für sie äußerst wertvoll". Und wie betitelt der Standard dann den Artikel? "Mastertitel für Bücherwürmer". Seufz. Dazu passt ja auch, dass die Portraitierte als "Referentin für Beschlagwortung und Sachwerterschließung" bezeichnet wird. Diese Funktion hätte ich ja eher in der Erwerbungsabteilung angesiedelt...
Interessant ist auch, dass die Juristin beim Land zunächst mit "Beteiligungsverwaltung und zivilrechtlichen Aufgaben" zu tun hatte, später in der Kulturabteilung landete und von dort - anscheinend ohne einschlägige Ausbildung oder Erfahrung - in die Bibliothek "entsandt" (Zitat aus dem Artikel) wurde. Ich will damit keinesfalls sagen, dass sie keine gute Arbeit in der Bibliothek leisten kann, und finde es auch toll, dass sie sich selbst um den Besuch des Lehrgangs bemüht hat. Ich meine es also wirklich nicht persönlich gegen diese Kollegin, wenn ich mich generell frage, wieviele Dienstgeber offensichtlich meinen, für die Bibliotheksarbeit sei keine Ausbildung von Nöten. Ich muss auch den Kopf schütteln, wenn ich immer noch Stellenausschreibungen sehe, in denen steht "Voraussetzung: Matura. Erwünscht: bibliothekarische Ausbildung"... Hab noch nie eine solche Stellenausschreibung für den ZID gesehen.

Update 16.9.2009: Habe die Kollegin gerade am Bibliothekartag kennengelernt - sie hat mich auf diesen Eintrag angesprochen und mir erzählt, dass sie sich davon nicht "abschrecken" ließ und noch immer im Bibliothekswesen tätig ist. Ersteres war niemals beabsichtigt, daher freut mich zweiteres!

Neuerwerbungen

  • J.B. Stanley: Stiffs & Swine. Woodbury: Midnight Ink 2008
  • Jason Dark: Die Welt des John Sinclair: Mallmanns letzte Fälle. Vier spannende Kultgeschichten. Bergisch Gladbach: Lübbe 2008 [1986, 1989]
  • Wednesday, September 24, 2008

    Bibliotheksbestand des Tages

    Adolf Hopp: Die pneumatische Gruben-Entleerung und die Verwertung der menschlichen Abfallstoffe für die Landwirtschaft. Praktische Winke für vorteilhaften Betrieb für Gemeinden (= Sammlung von Abhandlungen, Gutachten und Vorträgen über Städtereinigung und Verwertung städtischer Abfallstoffe für die Landwirtschaft 3). Halle, Leipzig: F. Leinewerber 1900 [Signatur A 41005]

    Tuesday, September 23, 2008

    Katalogisat des Tages

    Screenshot aus dem Onlinekatalog

    Da musste ich heute schmunzeln... Für Leute, die diese Gegend nicht kennen, sollte man erwähnen, dass Reichenau, Payerbach, Edlach und Prein vier sehr benachbarte Ortschaften sind. Edlach und Prein gehören sogar zu Reichenau. Dass das Reichenauer Kurblatt in Payerbach erscheint, wäre ja noch im Bereich des Möglichen, aber dass die beiden Verleger dann noch Edlach & Prein heißen, wäre ein allzu großer Zufall ;-) Ich nehme an, das ist beim Retrokatalogisieren der Zettelkarten entstanden. Kann da natürlich leicht passieren, wenn das graphisch nicht gut abgetrennt ist.
    Wenn wir schon in der Gegend sind - da haben wir noch einiges in der Bibliothek, zum Beispiel:

  • Zur Frage der Trennung der Katastralgemeinden Payerbach, Payerbachgraben, Küb, Pettenbach und Schmitzdorf von der Ortsgemeinde Reichenau in Niederösterreich. Reichenau: Verlag des Reichenauer Gemeinde-Ausschusses 1891 [enthält: "Begleitworte zu dem für die zu constituirende Orts-Gemeinde Payerbach in Nieder-Österreich aufgestellten Präliminare der jährlichen Verwaltungsanlagen"]
  • Haas, Franz: Reichenau und seine malerische Umgebung. 3., verm. Aufl. Reichenau: Verlag der Kurkommission 1899
  • Hellbach, Rafael: Die Thäler von Reichenau und Neuberg und deren Umgebungen bis auf 4 Stunden im Umkreise. Wien: C. Gerold 1870
  • Gettinger, Theodor: Ausflug nach Reichenau und Neuberg samt Umgebungen auf 6 Gehstunden im Umkreis. Wien: A.A. Wenedikt 1871 [der ist anscheinend ein wenig fitter als der Herr Hellbach, der nur vier Stunden im Umkreis schafft]
  • Herz, Max: Rhododendron und Enzian. Das Reichenauer Thal und seine Umgebung, der Thalhof und das Rudolfsbad, Semmering-Fahrten an der ... Südbahn bis Mürzzuschlag. Wien: E. Hugel 1875
  • Wallner, Georg: Das Rudolfsbad. Kaltwasser-Heilanstalt in Reichenau bei Wien. Wien: Verlag der Badedirektion 1866 ["bei Wien" ist auch Ansichtssache...]
  • Weidmann, Franz Carl: Festtage in Reichenau. Die Feier der Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. und Seiner kaiserlichen Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Kronprinzen Rudolf am 18., 19. und 21 August 1861. Wien: Förster & Brüder 1861
  • Monday, September 22, 2008

    Bibliothekarin mit Zyankali

    "Aranda will begreifen, wieso eine alte Bibliothekarin seinen Vater mit Zyankali vergiftete und sich danach selbst das Leben nahm". - Aus einem Bericht der "Welt" über die Neuverfilmung von Johannes Mario Simmels "Und Jimmy ging zum Regenbogen".

    Sunday, September 21, 2008

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • A. Bouazza / R. Nimer: "Library education in Tunisia and Jordan: A comparative study". In: International Library Review 18 (1986) 1, S. 5 - 14
  • Daniel D. Barron: "School Library Media Program Women: A Celebration of Our Female Heritage". In: School Library Media Activities Monthly 11 (1995) 7, S. 49 - 50
  • Margaret Bush: "New England Book Women: Their Increasing Influence". In: Library Trends 44 (1996) 4, S. 719 - 735
  • Christine A. Jenkins: "Women of ALA Youth Services and Professional Jurisdiction: Of Nightingales, Newberies, Realism, and the Right Books, 1937-1945". In: Library Trends 44 (1996) 4, S. 813 - 839
  • Mark D. Winston / Jennifer Dunne: "Children's Librarians: A Research Study of Diversity and Leadership". In: Public Library Quarterly 19 (2001) 1, S. 23 - 32
  • Amusing titles in scientific journals

    Gerade entdeckt: Itay Sagi und Eldad Yechiam vom Israel Institute of Technology haben untersucht, wie Humor in den Titeln von wissenschaftlichen Aufsätzen mit der Zitationshäufigkeit zusammenhängt: "Four judges rated the degree of amusement and pleasantness of titles of articles published over 10 years (from 1985 to 1994) in two of the most prestigious journals in psychology, Psychological Bulletin and Psychological Review. We then examined the association between the levels of amusement and pleasantness and the article's monthly citation average". Der Artikel "Amusing titles in scientific journals and article citation" ist in der Ausgabe 34 (2008) 5 des Journal of Information Science erschienen. - Ein Fall für Improbable Research?

    Saturday, September 20, 2008

    Wir sind alle auf Permitol

    Bei mir gibt es etwas Neues im Job, was ich hier noch gar nicht geschrieben habe: Eine Kollegin und ich machen gerade die interne Ausbildung zu EDV-Referentinnen, die von der MA 14, unserer EDV-Abteilung, angeboten wird. Wir können (und vor allem: dürfen) jetzt unter anderem Computer und Diensthandys über den virtuellen Markt bestellen, Computer neu aufsetzen, Berechtigungen auf bestimmte Ordner vergeben, einen Computer auseinander und wieder zusammenbauen, ohne dass ein Teil überbleibt (ein Kollege fragte, wo denn da die Verbesserung bleibe ;-) Bisher haben die Kurse wirklich Spaß gemacht, und ich bin froh, dass ich diese Ausbildung machen kann.
    Eine Anekdote, die auch das obige Bild erklärt: Ein Vortragender sagte immer: "Und dann setzen Sie den Benutzer auf Permitol". Meine Kollegin und ich brauchten ziiiiemlich lange, bis wir verstanden, dass es sich dabei um keine Droge, sondern die Berechtigungsstufe "permit all" handelte ;-)

    Friday, September 19, 2008

    Wahlkabine: Premiere

    Die Wahlkabine, bei der man politische Präferenzen eingibt und die Partei angezeigt bekommt, deren Programm sich am meisten damit deckt, gibt es ja schon einige Jahre, aber neu für mich war, dass heuer zum ersten Mal auch tatsächlich die Partei herausgekommen ist, die ich mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit auch wählen werde. Bisher kam immer eine andere Partei heraus, wenn auch immer dieselbe...
    Heuer werden Fragen wie "Sollen straffällige Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft unabhängig von ihrer bisherigen Aufenthaltsdauer abgeschoben werden?", "Soll Kunst, die gesellschaftlich polarisiert, mit staatlichen Mitteln gefördert werden?" oder "Soll in Österreich ein allgemeines Grundeinkommen eingeführt werden?" gestellt. Dazu kann man angeben, wie wichtig das Thema für eine/n ist. Mir ist zum Beispiel die Frage, ob Österreich "öffentliche Gelder aufwenden, um Informationen über so genannte 'Steuerflüchtlinge'" beschaffen soll, relativ wurscht - ich glaube, dieses Problem wird mich persönlich bei meinem Beruf nur peripher tangieren ;-)

    "regt den Geist an, ohne ihn anzustrengen"

    "Münch faßte schon mehrere Jahre früher den Gedanken, sich um eine Stelle in der Hofbibliothek zu bewerben, wie aus dem Briefwechsel mit seinem Freund und Mentor Michael Enk von der Burg hervorgeht. Seine Tätigkeit als Beamter schien ihm immer weniger mit seiner dichterischen Berufung zu harmonieren. Er konnte sich aber weder entschließen, seinen Beruf als Beamter aufzugeben, noch auf seinen Dichterruhm zu verzichten. Schließlich glaubte er im Beruf eines Bibliothekars der Hofbibliothek beide Bestrebungen vereinen zu können. (...) Außer der Besoldung zählt Enk als Pluspunkte Gesundheit, Muße, den eventuellen Aufstieg zum Präfekten (...) auf und schildert den Bibliothekarberuf als 'Beschäftigung, die den Geist anregt, ohne ihn anzustrengen'".

    Edith Mrázek-Schwab: "Bibliothekar - ein literarischer Beruf? Friedrich Halms Ernennung zum Ersten Kustos der Hofbibliothek". In: Festschrift Josef Stummvoll. Wien: Hollinek 1970, S. 285 - 286

    Spring is coming

    Screenshot von Gmail

    Gmail's habit of showing advertisements in relation to the emails you currently look at is quite funny when you have chosen the "spam" folder - Spam Primavera with Linguini... mmmh.

    Thursday, September 18, 2008

    Archiv-Gespräch in memoriam Wendelin Schmidt-Dengler

    "'Arbeitsfelder der Germanistik' war der geplante Titel des Archiv-Gesprächs, das Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, der Initiator und langjährige Leiter des Österreichischen Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, für den 9. Oktober vorbereitet hat. Es war als Abschiedsveranstaltung geplant, da er sich Ende des Jahres aus dieser Funktion zurückziehen wollte. Nach seinem völlig unerwarteten Ableben soll dieses Archiv-Gespräch seinem Andenken gewidmet sein. Es soll zeigen, wie weit sein Einsatz für die Literatur reichte, wie viele Felder seine Arbeit berührte: die Literaturkritik, die Germanistik, das Archiv.
    Christoph Ransmayr und Ferdinand Schmatz werden Texte in Bezug auf Wendelin Schmidt-Dengler lesen. Das Gespräch mit den Autoren und ehemaligen SchülerInnen möchte die Bruchlinien und die Beziehungen zwischen der Produktion und Rezeption von Literatur thematisieren. Die vielfältigen Lebenswege und Laufbahnen der Studentinnen und Studenten von Univ.-Prof. Schmidt-Dengler, seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die er während vier Jahrzehnten betreute, dokumentieren sein unermüdliches Engagement außerhalb und innerhalb der literarischen Institutionen. Nicht zuletzt war er Mentor und Gesprächspartner zahlreicher Autorinnen und Autoren". - Quelle: Presseaussendung der Nationalbibliothek auf APA OTS.

    Ort und Zeit: Donnerstag, 9. Oktober 2008, 19 Uhr, Oratorium der Österreichischen Nationalbibliothek. Einleitende Worte: Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger (Österreichische Nationalbibliothek), Priv.-Doz. Dr. Volker Kaukoreit (Österreichisches Literaturarchiv). Mit: Christoph Ransmayr (Schriftsteller), Dr. Ferdinand Schmatz (Schriftsteller), Univ.-Prof. Dr. Juliane Vogel (Literaturwissenschaftlerin), Dr. Ulrich Weinzierl (Publizist). Moderation: Priv.-Doz. Dr. Bernhard Fetz (Österreichisches Literaturarchiv).

    Eigene Rechte mild zu üben

    Recht ist hüben zwar wie drüben
    Aber darnach sollst du trachten
    Eigene Rechte mild zu üben
    Fremde Rechte streng zu achten

    Von einem Schild, gesehen auf dem Ternitzer Rathaus

    reading diary

    currently reading: Thomas K. Landauer: The trouble with computers. Usefulness, usability, and productivity. Cambridge, MA: MIT Press 1995

    Bibliotheksbestand des Tages

    J. Zawodny: Die Znaimer Gurke. Eine Studie von J. Zawodny in Znaim. Wien: H.H. Hitschmann 1897 (= Archiv für Landwirthschaft 19). Mit sechs Abbildungen und zwei Titelvignetten [Wienbibliothek, Signatur A 199618]

    Hans Zuckriegl: Die Znaimer Gurke. Vom warzigen, hantigen und bunkerten Arme-Leute-Essen zur weltberühmten Volksdelikatesse. Wien: Eigenverlag 1990 [UB Boku, Signatur I-55276]

    Wednesday, September 17, 2008

    reading diary

    started yesterday, finished today: Neal Stephenson: Die Diktatur des schönen Scheins. Wie grafische Benutzeroberflächen die Computernutzer entmündigen. München: Goldmann 2002 [german version of "In the beginning... was the command line"]

    Tuesday, September 16, 2008

    Sentence of the day

    Why procrastinate now? There's still enough time for this tomorrow.

    Bibliotheksbestand des Tages

    Bibliothek-Schein für das Schuljahr 1907. Wien, ausgestellt am 18. Oktober 1906 von der Universitätsbibliothek Wien für Elise Richter [Nachlass Elise und Helene Richter, Signatur H.I.N. 231812]

    Monday, September 15, 2008

    Mordende Bibliothekarin

    "Immer sind es im Theater und in den Me­dien die Väter, die regieren, die morden, die das Sturmgewehr im Schrank miss­brauchen. Die grausame Herrschaft der Mütter hat man da noch zu wenig unter­sucht: Der Journalist Erwin Koch zum Beispiel erzählt von einer Bibliothekarin (u. a. gesprochen von Susanne-Marie Wrage), die erst ihre 19-jährige Tochter dahinmetzelt und dann versucht, sich selbst aus dem Leben zu befördern. Kochs Kulisse ist dabei ein solides, be­gehbares Holzhaus der holländischen Künstlerin Mathilde ter Heijne, von aus­sen sieht es aus wie ein Schweizer Cha­let, ist jedoch die Rekonstruktion eines Hauses der Mosuo, einer matrilinear or­ganisierten Ethnie im Südwesten Chinas", schreibt der Tagesanzeiger über die Inszenierung "Von denen die leben. Ein schöner Abend nach einer Idee von Sibylle Berg und Raphael Gygax" im Zürcher Schauspielhaus.

    Sunday, September 14, 2008

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn stammen alle aus der Ausgabe 55 (2008) 1 der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie.

  • Ute Krauß-Leichert, Ursula Georgy: "Bologna und seine Folgen: Qualifizierungswege an Hochschulen und ihre Auswirkungen auf die Laufbahnverordnungen des Bundes und der Länder", S. 118 - 123
  • Achim Oßwald: "Bolognakonforme Masterstudienangebote für den Bibliotheksbereich in Deutschland", S. 124 - 129
  • Ute Krauß-Leichert: "Informationswissenschaftliche Masterstudienangebote in Deutschland: Ein Überblick", S. 130 - 133
  • Heidi Zotter-Straka: "Qualifizierung für bibliothekarische Leitungsfunktionen - Die Situation in Österreich", S. 134 -T 137
  • Stephan Holländer: "Schweizer Masterstudiengänge im Bereich Archiv, Bibliothek und Dokumentation oder die schweizerische Auslegung von 'gleichwertig aber andersartig'", S. 138 - 144
  • Ursula Georgy: "Qualifizierungswege in der EU - Ein Überblick", S. 145 -148
  • Christian Oesterheld: "Qualifizierung im Vorbereitungsdienst: Die Ausbildung im Bibliotheksreferendariat - Standortbestimmung in einem sich verändernden Umfeld", S. 149 - 158
  • Eric W. Steinhauer: "Das Bibliotheksvolontariat: Eine verwaltungsinterne Ausbildung zwischen Vorbereitungsdienst und freiem Studium", S. 159 - 164
  • Albert Bilo: "Der Stellenwert und die Funktion von Praxisphasen und Praxisprojekten in den Qualifizierungsangeboten für Leitungsfunktionen in Bibliotheken", S. 165 - 173
  • Michael Vetten: "Vergleich curricaler Masterkonzepte für den Bibliotheksbereich: Gemeinsamkeiten und Spezifika", S. 174 - 180
  • Bärbel Wemheuer: "Stellenangebote und Ausbildungsplätze für wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare in den kommenden Jahren: Trends und Zahlen", S. 181 - 183
  • Leif Kajberg: "The European LIS Curriculum Project: Findings and Further Perspectives", S. 184 - 189
  • Heike Neuroth / Achim Oßwald: "Curriculare Innovation im Spezialbereich: Qualifizierung im Themenbereich der Langzeitarchivierung digitaler Objekte", S. 109 - 197
  • N.N.: "Neuer Master-Studiengang am Department Information der HAW Hamburg", S. 225
  • N.N.: "Hochschulübergreifende Ausbildung in der digitalen Langzeitarchivierung wird möglich. Hochschulpartner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich vereinbaren gemeinsamen Aufbau von Qualifierungsangeboten", S. 225 - 226
  • Glasschmuckunikate zum Kennenlernpreis

    Vor kurzem habe ich über den individuellen Glasschmuck der Neudörfler Künstlerin Beate Schreiter-Radel berichtet, den sie in der Glaswerkstatt des Stiftes Schlierbach in Oberösterreich anfertigt. Für die LeserInnen dieses Weblogs gibt es zum Kennenlernen 20 Prozent Rabatt auf alle Stücke im Online-Shop www.glassery.net. Das Angebot gilt bis Montag, 15. September; beim Checkout einfach meinen Nachnamen als Code eingeben! Weihnachten kommt schneller als man glaubt, und wer noch ein Stück aus der ersten Kollektion haben möchte, muss schnell zugreifen. Ich hab mir jedenfalls meinen Favoriten heute gesichert. - Einen Fernsehbericht über die Glassery von "Burgenland heute" gibt es zum Nach-Schauen auf der ORF-Website.

    Schwerpunktheft zu Social Science Fiction

    Ausgabe 11 (2008) 6 der Zeitschrift Information, Communication & Society widmet sich dem Thema "Social Science Fiction: Thinking Beyond the Information Society" und beinhaltet folgende Aufsätze:
  • Literature's power and fury in the virtual age. Editorial Comment, Paul A Taylor, S. 741 - 748
  • Abstract machines and new social spaces, John Johnston, S. 749 - 764
  • Artistic "fury" in the information age, Madelena Gonzalez, S. 765 - 780
  • From Mit-Sein to Bit-Sein, Paul A. Taylor, S. 781 - 798
  • Conflicting visions of code-work in recent social science fiction, Mike Gane, S. 799 - 815
  • The Matrix considered, David J. Gunkel, S. 816 - 830
  • Polar Media, Peter Krapp, S. 831 - 845
  • Memories of the space age, Martin Parker, S. 846 - 860
  • Cybercrime and the culture of fear, David S. Wall, S. 861 - 884
  • Saturday, September 13, 2008

    Weblogs vs. Foren

    Bei einem Gastvortrag über Weblogs ist die Frage gekommen, was ein Weblog von einem Forum unterscheidet. Der Unterschied (ganz abgesehen vom technischen Hintergrund) schien mir zunächst ganz klar, und die Verwechslungsgefahr ist gering, aber bei genauem Hinsehen ist das gar nicht so leicht sauber zu beantworten. Es gibt ja doch einige Gemeinsamkeiten: In beiden Formen geht es darum, anderen bestimmte Informationen oder Ansichten zu vermitteln. In den Kommentaren zu einem Blogeintrag kann sich eine Diskussion entwickeln, die jener in einem Forum nicht unähnlich ist. Weblogs können mittels RSS abonniert werden, aber auch Foren haben Benachrichtigungsmöglichkeiten. Auch in einem Forum könnten die aktuellsten Threads oben stehen.
    Nach unseren heutigen Überlegungen und einer kleinen Recherche möchte ich folgende Unterschiede festhalten:
  • Bei einem Forum sind die DiskussionsteilnehmerInnen in aller Regel gleichberechtigt, während bei einem Weblog klar (auch optisch) zwischen AutorIn und KommentatorInnen unterschieden wird.
  • Foren bieten eine stärkere Möglichkeit, eine Gemeinschaft aufzubauen, weil die TeilnehmerInnen regelmäßiger an den Diskussionen teilnehmen und sich die Foren oft von vornherein rund um eine bestimmte Gruppe entwickeln (z.B. Linux-User). Außerdem bieten Foren im Regelfall Zusatzfunktionen wie private Nachrichten, Userprofile etc. Weblogs sind zunächst einmal eine Publikations- und Ausdrucksmöglichkeit für Einzelpersonen.
  • Für die Teilnahme an Foren ist häufiger eine Registrierung erforderlich als für das Lesen und Kommentieren von Weblogs.
  • Weblogs fördern stärker die Verlinkung mit anderen Weblogs oder Weblogseinträgen, als das bei Foren der Fall ist.
  • Einige Artikel zum Weiterlesen:

  • eine interessante Übersichtsgraphik
  • Jeremiah Owyang: "What's Better to Build Community: Blogs or Forums?"
  • Jeremiah Owyang: "Understanding the difference between Forums, Blogs, and Social Networks"
  • Robin Stavisky: "Online Forums vs Blogs"
  • Molly E. Holzschlag: "Forums vs. Blogs: A Feature Show-Down"
  • Neville Hobson: "Blog vs. forum: What's the difference?"
  • Friday, September 12, 2008

    Der Mann, der alles wusste

    Bei mir als langjähriger Studentin und Diplomandin brauchte die Nachricht vom Tod Wendelin Schmidt-Denglers eine Zeit zum Einsickern, jetzt möchte ich aber den vielen Nachrufen (1, 2, 3, 4) doch ein paar persönliche Worte anschließen. wsd (so hat er selbst oft seine eMails unterzeichnet) hat - nicht nur - durch ein unglaublich vielfältiges Fachwissen beeindruckt. Kaum ein DiplomandInnenseminar ist vergangen, nach dem wir nicht zusammengestanden wären und uns gefragt hätten: "Wie kann sich ein einzelner Mensch so viel merken?" und "Wann macht er das alles?" Wir haben über so unterschiedliche Themen geschrieben, aber dennoch hat unser Betreuer immer durch Hinweise auf die neueste Fachliteratur und unerwartete Querverweise über mehrere Jahrhunderte der Literatur zu überraschen gewusst. Aber auch auf seinen Humor, seine Formulierungsgabe und sein "unprofessorales" Engagement in universitätspolitischen Fragen müssen wir nun verzichten.
    Zwei StudienkollegInnen haben ein Schreiben aufgesetzt, das wir DiplomandInnen und DissertantInnen unterschrieben haben und aus dem ich zitieren möchte, weil es uns allen aus der Seele geschrieben vorkommt: "Vor allem die persönlichen Gespräche, in denen Prof. Schmidt-Dengler witzig und bestimmt die Dinge in seiner ganz besonderen Art auf den Punkt brachte, wird uns niemand ersetzen können. Schon Generationen von Studierenden vor uns sprachen mit Bewunderung von seiner Faszinationskraft als Lehrender und auch wir konnten seine ungebrochene Begeisterung jedes Semester neu erleben".

    Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass Trauergäste gebeten werden, im Sinne des Verstorbenen anstelle von Blumenspenden die folgenden Organisationen zu unterstützen:

  • Reisestipendien für junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller (George Saiko-Stiftung): Bank Austria (BLZ 12 000), Kontonr. 0027 1367518 (IBAN: 381100000271367518, BIC BKAUATWW)
  • Verein Ute Bock: Hypo Bank Tirol (BLZ 57 000), Kontonr. 52011017499
  • Caritas Osteuropa: PSK (BLZ 60 000), Kontonr. 2060000
  • Thursday, September 11, 2008

    Social software in "First Monday"

    The September issue of the great open access journal "First Monday" offers several articles about social software:
  • Whose space is MySpace? A content analysis of MySpace profiles / Steve Jones, Sarah Millermaier, Mariana Goya-Martinez, Jessica Schuler
  • Obfuscatocracy: A stakeholder analysis of governing documents for virtual worlds / Justin M. Grimes, Paul T. Jaeger, Kenneth R. Fleischmann
  • Medical students' and residents' use of online social networking tools: Implications for teaching professionalism in medical education / Richard E Ferdig, Kara Dawson, Erik W Black, Nicole M. Paradise Black, Lindsay A. Thompson
  • Rip, mix, burn ... sue ... ad infinitum: The effects of deterrence vs voluntary cooperation on non-commercial online copyright infringing behaviour / Peter James Allen
  • Early response to false claims in Wikipedia / P.D. Magnus
  • Exploring characteristics and effects of user participation in online social Q&A sites / Chirag Shah, Jung Sun Oh, Sanghee Oh
  • "das ganze Glück für einen anderen Menschen"

    "Es ist manchmal ein bißchen anstrengend für Robert, das ganze Glück für einen anderen Menschen zu bedeuten".
    Aus: Lili Grün: Herz über Bord. Wien: Paul Zsolnay 1933, S. 31

    Bibliotheksbestand des Tages

    Über das Verhältniss des Bergkrystall-Kilogrammes, welche bei Einführung des metrischen Maasses und Gewichtes das Urgewicht in Österreich bilden soll, zum Kilogramme der kaiserlichen Archive zu Paris, und über das Verhältniss der in der österreichisch-ungarischen Monarchie gegenwärtig gesetzlich bestehenden Gewichte zum metrischen Gewichte... Wien: K.k. Hof- und Staatsdruckerei 1870 (Signatur B 1738)

    Kreativität in der Bücherei nutzen

    Im Urban Library Journal, Ausgabe 15 (2008) 1, ist der Artikel "Fun Precedes Function: Fostering a Creative Workplace in the Public Library" von Tony Tallent erschienen. Aus dem Abstract: "The public library is full of creative people. Many library employees flourish in library systems that encourage them to move forward with their creative muses. A scan of the blogosphere quickly proves the public library attracts many creative minds and innovative thinkers to join its ranks. Once they have signed on to serve, what do we do to keep these creative types inspired, dreaming and channeling this creative energy into crafting experiences that benefit our users? What are we doing to consciously create a workplace that keeps fresh thinkers and risk-takers encouraged and empowered?".

    Wednesday, September 10, 2008

    Bücherverbrennung

    Georg Schober hat für das Literaturblog "Der duftende Doppelpunkt" Informationen über den Jahrestag der Bücherverbrennung zusammengetragen: "Zu diesem Anlaß habe ich eine Liste mit den Namen von über 100 AutorInnen zusammengestellt. Allen SchriftstellerInnen sind in Form von Links weiterführende Infos beigefügt. Ergänzt wird die Zusammenstellung durch eine Literaturliste und eine Liste mit Links zu Sites, die sich mit den Themen Bücherverbrennung bzw. Exilliteratur beschäftigen".

    Tuesday, September 09, 2008

    Wendelin Schmidt-Dengler +

    Gestern habe ich zu meiner Bestürzung erfahren, dass Wendelin Schmidt-Dengler am Sonntag verstorben ist. Da mir im Moment noch die Worte fehlen, verweise ich auf die Nachrufe, die sich unter anderem in der Presse, im Standard, auf ots.at, in der Welt, im Kurier, in den Salzburger Nachrichten und auf orf.at finden. Ein Zitat aus dem Standard, das "wsd" gut beschreibt: "Ich habe mir vorgenommen, täglich 80 Seiten zu lesen - die Hälfte Belletristik und die Hälfte Wissenschaft - sowie ein bis zwei Typoskriptseiten pro Tag zu verfassen".

    Update: Auf Ö1 ist heute um 21 Uhr eine Sendung aus der Reihe "Literarische Außenseiter" über Thomas Bernhard zu hören, die Schmidt-Dengler gestaltete; am Donnerstag um 21 Uhr wird die Sendung "Im Gespräch" wiederholt. Auf ORF2 wird heute um Mitternacht ein dreiviertelstündiges Portrait gezeigt. Der Bericht im heutigen Morgenjournal kann online nachgehört werden.

    Monday, September 08, 2008

    Wörter des Tages

    Desinfektionsjuxte. - Bejahendenfalls. - SAPHIR-Dienststelle.

    reading diary

  • Theodor Storm: Immensee und andere Novellen
  • Lili Grün: Loni in der Kleinstadt
  • Erich Möchel, Tex Rubinowitz: Verschollen in der Anstalt. Aufzeichnungen des Volontärs Schubal
  • Sunday, September 07, 2008

    Sozialhilfeempfänger: Ab in die Bibliothek! Kronelektüre 2

    In der heutigen Krone wird über eine Studie zweier Wissenschaftler von der TU Chemnitz berichtet, in der der sogenannte Regelsatz, den SozialhilfeempfängerInnen zusätzlich zu Wohn- und Heizkosten beziehen, neu berechnet wurde, und das nach Ansicht der Gegner skandalös niedrig, zum Beispiel könne man sich mit 68 Euro pro Monat "ausreichend und abwechslungsreich" ernähren, heißt es. Wir haben nun schon eine Stunde überlegt, was und wo man einkaufen muss, um damit auszukommen. Warum ich aber den Artikel ausgeschnitten habe, ist der Abschnitt "'ein geselliges, gesellschaftsbezogenes Leben' empfehlen sie den Sozialhilfeempfängern durch die kostenlose Nutzung von Büchern, Zeitungen und Internet in Bibliotheken".
    Die FAZ formuliert so: "Wenn ein Leistungsbezieher etwa ein verbilligtes Jahresabonnement der Stadtbibliothek für 12 Euro nutze, entstünden demnach für Internet, Bücher und Zeitungen monatliche Kosten von einem Euro". Der Spiegel zitiert Klaus Schäfer, Verteilungsforscher der Hans-Boeckler-Stiftung: "Möglich, dass es in Chemnitz eine öffentliche Bibliothek in Jedermanns Nähe gibt. Das zu verallgemeinern, halte ich jedoch für sehr gewagt".
    Zum Nachlesen: Presseaussendung der TU Chemnitz mit Links zur Studie und zu einer Kurzfassung, aus der ich den Bereich "Freizeit und Kultur" zitieren möchte. Die Ziele der Sozialhilfe sind recht allgemein formuliert, und so haben die Forscher sie einmal eng und einmal weiter ausgelegt. Als Minimum wird folgendes angesehen: "Pauschale für Stadtbibliothek. Ermöglicht Zugang zu Internet, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Unterstellt wird darüber hinaus eine Freizeitgestaltung in Form von Gesprächen, Spaziergängen, Nutzung von Parks, Teilnahme an öffentlichen Festen etc.." (geschätzte 1 Euro pro Monat). Maximum: "Radio, TV. Vier Besuche von Freizeiteinrichtungen p.M. zur Teilhabe am soziokulturellen Leben einer Region. Kino, Stadtbibliothek, Theater, Schwimmbad. Pauschale für Stadtbibliothek mit Zugang zu einer Vielzahl weiterer Kommunikationsmittel" (geschätzte 14 Euro pro Monat).

    Armer schwarzer Kater, Kronelektüre 1

    Am Wochenende lese ich, so gestehe ich, die Kronenzeitung. Man muss ja seine Feinde kennen, und auch die unpackbare Faymann-Lobes-Kampagne, die sich durch alle Ressorts zieht, wäre sonst spurlos an mir vorübergegangen... Jedenfalls stolperte ich bei der Lektüre in der Tierecke über eine interessante doppeldeutige Formulierung: "Diese bezaubernde Katzendame heißt 'Lillifee', ist 3-j., kastr. und sollte von ihren Besitzern erschossen werden. Wer will die anfangs schüchterne Schmuserin aufnehmen?". Wir haben dann überlegt, ob man die benötigte Schusswaffe dann gleich kostenlos dazubekommt, wenn man die Katze nimmt.

    Saturday, September 06, 2008

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Betty Jo Irvine: "Women in academic-library, higher-education, and corporate management: a research review". In: Kathleen M. Heim (Hrsg.in): The Status of Women in Librarianship: Historical, Sociological and Economic Issues. New York: Neal-Schuman 1983
  • Janet Freedman: "The Liberated Librarian? A Look at the Second Sex in the Library Profession". In: Library Journal 95 (1970), S. 1709 - 1711
  • F.B. Field: "Technical services and women". In: Women in the library profession. Leadership roles and contributions. Ann Arbor: University of Michigan School of Library Science 1971, S. 11 - 15
  • Janice Clinedinst Fennell: "The woman academic-library administrator: a career profile". In: Kathleen M. Heim (Hrsg.in): The Status of Women in Librarianship: Historical, Sociological and Economic Issues. New York: Neal-Schuman 1983, S. 207 - 241
  • M. Hughes: "Sex-based discrimination in law libraries". In: Law Library Journal 64 (1971) 1, S. 13 - 22
  • Judith Schiek Robinson: "Geographic mobility and career advancement of male and female librarians". In: Kathleen M. Heim (Hrsg.in): The Status of Women in Librarianship: Historical, Sociological and Economic Issues. New York: Neal-Schuman 1983
  • Sue Galloway: "Discrimination and affirmative action: Concerns for women librarians and library workers". In: John Harvey / Elizabeth M. Dickinson (Hrsg.): Librarians affirmative action handbook. Metuchen: Scarecrow 1983, S. 154 - 176
  • Thursday, September 04, 2008

    Libreas Nr. 13 zur Popkultur & Bibliothek

    Die neue Libreas-Sommerausgabe ist da - vollgepackt nicht nur mit Aufsätzen rund um das Thema Bibliothek/Pop/Kultur, sondern auch mit Photos von Schuh- und Brillenmode, Audio- und Videodateien, Liedtexten!

  • Najko Jahn und Hannah Maischein: Hans Dampf hält Einzug ins Archiv der Zivilisation – die Zweite Moderne in Bibliothek und Museum
  • Karsten Schuldt: Moderne Subkulturen und der kulturelle Auftrag Öffentlicher Bibliotheken
  • Christoph Deeg: Möglichkeiten einer Kooperation zwischen der Musikindustrie und Musikbibliotheken. Ein Kommentar
  • Karen Schumann: Lifestyle of Open Access
  • Monika Bargmann: "Sensible Shoes" – die Kultkleidung der Bibliothekswelt :-) danke an alle, die mir Photos geschickt haben oder welche von sich machen lassen haben!
  • Lacey Prpic Hedtke: Crafty Librarians / Librarian Crafts
  • Marc-Oliver Borgstedt: Library Songs – Eine Compilation
  • Christian Spließ: Librarian versus Technopagan – "Buffy the Vampire Slayer" und das Rollenbild des Bibliothekars
  • Juliane Henrich: Brillenmode für Bibliothekare
  • Mali Lazell: Literaturgöttin
  • Audio: Interview with Britta Lejon
  • Audio: Interview with Haunted Love
  • Sabine Kobold, Ingo Caesar und Anastasia Schadt: Eine bibliothekarische Unkonferenz – das Bibcamp 2008
  • Bibliotheksbestand des Tages

    Am dam des: Die Zeitschrift zur Fernsehserie. Wien: Österreichischer Rundfunk 1977 - 1982 [Signatur B 176047]

    Da werden Erinnerungen wach - ich glaube, aus meiner Generation wissen die meisten noch, wie das Titellied nach "Am dam des" weitergeht... Laut Wikipedia basiert das auf einem tschechischen Auszählreim.
    Ich erinnere mich auch noch, dass in der Sendung keine Produktnamen verwendet werden sollten, und so sagten die "Tanten" statt dem auch unter Kindern gebräuchlichen "Uhu" und "Tixo" immer rätselhafte Dinge wie "Flüssigklebstoff"... "so, jetzt nehmen wir mal den Flüssigklebstoff" --> "Du, Mama, was hat sie gesagt soll ich nehmen???" --> "na, das Uhu" --> "heureka!" (oder so ähnlich).

    Hab ich schon mal erwähnt...

    ...wie sehr ich Notenvergeben hasse? Am meisten drückt es mich, wenn ich weiß, jemand hat sich sehr angestrengt, aber das Ergebnis ist einfach nicht besser als ein Dreier. Aber Zweier herschenken ist unfair gegenüber denen, die sich den Zweier tatsächlich verdient haben. Ich sage mir dann immer, dass ein Dreier ja eh nicht so schlecht ist, dass das eben eine okaye (was für ein Wort ;-) Leistung ist, aber selber wollte ich immer nur Einser haben, ich Streberin (ein einziges Mal war mir meine Note wirklich wurscht, und zwar mein FH-Vierer in Rechnungswesen). Ich gebe ja auch meinen Diplomandinnen weise Ratschläge, die ich bei meiner eigenen Diplomarbeit nicht im geringsten befolge - da fehlen anscheinend ein paar Synapsen zwischen Wissenszentrum und Tun-Hirn.
    Vielleicht ist es auch nicht gut, dass wir am Studiengang unsere StudentInnen so gut kennen. Ich versuche immer, genau zu überprüfen, ob ich zu einer Note aufgrund bisheriger Leistungen neige - wenn jemand immer gut war, tendiere zumindest ich leicht dazu, Fehler nicht so grob zu werten, während ich bei einer (im Sinne der Studienleistung) "schlechteren" Studentin mir dann gleich denke, "aha, eh nix anderes erwartet". Nachdem mir das aber bewusst ist, hab ich das mittlerweile ganz gut im Griff bzw. berate mich bei Zweifelsfällen auch mit KollegInnen, um meine Entscheidung einschätzen zu können. Wenn ich hauptberuflich unterrichten würde, würde ich am Semesterende aber regelmäßig auszucken ;-) Mir hat mein letztes Semester auf der FH gereicht, wo ich rund 120 Noten in einer Woche vergeben musste (um dann Fragen wie "nur weil ich zwei Mal meine Hausaufgabe nicht gemacht habe, nie aufgepasst, schon gar nie mitgearbeitet und drei Stunden unentschuldigt gefehlt habe, geben Sie mir kein 1A?" zu ernten ;-) jaja, ich übertreibe. So lange ist ja meine FHIB-Zeit auch noch nicht her, als dass ich das Studentinnendasein gänzlich verdrängt hätte.

    Frage an hier eventuell mitlesende KollegInnen, die schon länger in diesem Feld tätig sind: Wird die Notenvergabe jemals leichter?

    Giftschrank oder Freihand? Tagungsprogramm

    Gestern haben wir das Programm für das Kribibi-Herbstseminar im wesentlichen fixiert (für Sonntag sind wir noch in Verhandlungen). Wir beschäftigen uns dieses Mal mit dem Thema "Giftschrank oder Freihand? Über 'Schmutz und Schund' in Bibliotheken": Im bibliothekarischen Alltag bewegen wir uns immer an der Grenze zwischen Auswahl und Zensur, im Spannungsfeld von Bildungsanspruch und Entlehnzahlen. Die bibliothekarische (Be-)Wertung verschiedener Genres oder Medientypen und der literarische Anspruch verändern sich aber mit der Zeit: Thekenbibliotheken, in denen die BibliothekarInnen bestimmten, was den LeserInnen zumutbar sei, gehören der Vergangenheit an. Science Fiction-Literatur, Comics und Computerspiele galten lange Zeit als nicht sammelwürdig, sind heute aber aus dem Bestand vieler Bibliotheken nicht wegzudenken. Der Umgang mit erotischer Literatur aus dem „Giftschrank“ wurde früher nur verheirateten, moralisch gefestigten Bibliothekaren fortgeschrittenen Alters zugemutet.

    Freitag, 7. November 2008, Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus
    19.30 Uhr Bücher, die man nur mit einer Hand liest. Über erotische Literatur in Bibliotheken.
    Sylvia Mattl-Wurm: Begrüßung.
    Andreas Brunner: Kunst versus Pornographie. Über den Umgang mit Sex und Erotik im bibliothekarischen Alltag.
    Alfred Pfoser, Monika Bargmann: Vergitterte Regale. Ausgewähltes aus der Secreta-Sammlung der Wienbibliothek im Rathaus.

    Samstag, 8. November 2008, Renner-Institut
    9 Uhr Begrüßung und Vorstellungsrunde
    9.30 Uhr Herbert Rosenstingl (Bundesprüfstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen): Vom Killerspiel zum Jobpilot – Computerspielen als Lernprozess
    12 Mittagessen
    14 Uhr Peter Karall (Universität Wien, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie): Der Comic – zwischen Schund und "neunter Kunst"
    16.30 Uhr Ernst Seibert (Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung / Universität Wien, Institut für Germanistik): Schmutz und Schund und die Folgen

    Sonntag, 9. November 2008, Renner-Institut
    9.30 Uhr Fazit – Seminarkritik – Programmplanung
    12 Uhr Mittagessen und Tagungsende

    Wednesday, September 03, 2008

    Vergleich: LISA, LISTA, Library Lit

    Susan E. Searing, Library and Information Science Librarian an der University of Illinois, hat einen Vergleich zwischen den Datenbanken LISA, LISTA und Library Lit angestellt, der als pdf heruntergeladen werden kann. LISA (Library and Information Science Abstracts) wird von ProQuest CSA angeboten; LISTA wird von Ebsco kostenfrei angeboten, es gibt aber auch eine kostenpflichtige Version mit Volltexten; Library Lit (Library Literature & Information Science Full Text) stammt von H.W. Wilson. In Illinois hat die Bibliothek übrigens die Möglichkeit, alle drei Datenbanken anzubieten. Ich verwende die ersten beiden regelmäß - LISA über die FH-Bibliothek, LISTA ist ja sowieso frei zugänglich, aber Library Lit muss ich erst noch ausprobieren...

    Tuesday, September 02, 2008

    never allow...

    ...someone to be your priority while allowing yourself to be their option (gelesen, als ich auf Isis' Suppe daherschwamm)

    Monday, September 01, 2008

    Hedwig ist nicht die Kameliendame

    Nachdem ich "Der Fall Jane Eyre" ziemlich schnell fertig gelesen habe, lese ich gerade den berührenden Roman "Herz über Bord" von Lili Grün, erschienen 1933 bei Paul Zsolnay. Darin wird die Geschichte der jungen Schauspielerin Elli geschildert, die, aus Wien stammend, in Berlin ihr Glück versucht, aber zwischen einzelnen kurzen Engagements immer wieder von Mietrückständen, Hunger und Zukunftsängsten geplagt ist.
    "Hedwig ohne Schminke, im Spitalskittel, mit mageren Armen, spitzen Schultern, keine Zigarette zwischen den Lippen. Es ist auf den ersten Blick zu sehen, daß Hedwig nicht die Kameliendame ist. Es ist nicht poetisch, lungenkrank zu sein, es ist nicht poetisch, in einem langen, freudlosen Spitalssaal zu liegen, zwischen hustenden, spuckenden Menschen. Es ist nicht die Krankheit, die Elli aus der schönen Literatur kennt, es ist eine arme, arme Proletarierkrankheit, es ist ein häßliches Siechtum. Keiner von ihnen wird mit ein bißchen Blut auf den Lippen und einem Lächeln sterben. Auf diesen Gesichtern steht mit großen Buchstaben: Elend, Hunger, ewige Entbehrungen. Elli möchte sich verkriechen können, um dies alles nicht sehen zu müssen. So ist das also, so!" (S. 133 - 134).

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • American Library Association: The racial, ethnic and sexual composition of library staff in academic and public libraries. Chicago: ALA 1977
  • K.S. Ambrose: "Power, women, and men". In: Bulletin of the Medical Library Association 66 (1978), S. 67 - 68
  • Wanda Auerbach: "Discrimination against women in the academic library". In: University of Wisconsin Library News 17 (1972), S. 1 - 11
  • Ethelene Whitmire: "Breaking the color barrier: Regina Andrews and the New York Public Library". In: Libraries & The Cultural Record 42 (2007) 4, S. 409 - 421
  • M. Biggs: "Librarians and the women question: an inquiry into conservation". In: Journal of library history 17 (1982), S. 411 - 428
  • Sophie Sabatier / Charles Oppenheim: "The ILS professional in the City of London: personality and glass ceiling issues". In: Journal of Librarianship and Information Science 33 (2001) 3, S. 145 - 156
  • A. Harrold: "'Bright ribbons and thin shoes'". In: Library Association Record 96 (1994) 2, S. 90
  • Judith Schiek Braunagel: "Job mobility of men and women librarians and how it affects career advancement". In: American Libraries 10 (1979), S. 643 - 647
  • A.J. Anderson: "'I'm being sexually harassed'".In: Library Journal 111 (1986), S. 44 - 47
  • Norman D. Holman: "Comparable worth and library employment". In: Drexel Library Quarterly 17 (1981) 3, S. 27 - 34
  • S. Creth: "The impact of changing life styles on library administration". In: Southeastern Librarian 30 (1980), S. 74 - 81
  • Wendy DeFichy: "Affirmative Action: Equal Opportunity for Women in Library Management". In: College and Research Libraries 34 (1973), S. 195 - 201
  • M.A. Drake: "Women in librarianship: jobs and careers". In: Library Management Bulletin 2 (1979), S. 7 - 8
  • James W. Milden: "Women, public libraries, and library unions: the formative years". In: Journal of Library History 12 (1977) 2, S. 150 - 158
  • Windkraft auf 1900 Meter

    Die letzten Tage meines Urlaubs habe ich in der Steiermark verbracht und dabei außer Kühen, einem zahmen Reh, Giftpilzen, blubbernden Bergseen und Gipfelkreuzen auch die beeindruckende Anlage des Tauernwindparkes in Oberzeiring gesehen. Die dreizehn Windräder auf 1900 Meter bilden den derzeit höchsten Windpark Europas, erzeugen Strom für bis zu 15000 Haushalte und sollen in Kürze durch eine Photovoltaikanlage ergänzt werden. Das Vorhaben wurde u.A. im Rahmen des Altener-Programms der Europäischen Union gefördert, und auch heute finden neben der Energiegewinnung am Berg verschiedene Forschungsprojekte statt. Mich hat das Projekt abgesehen von der ökologischen Komponente beeindruckt, weil da sicher genug Leute gesagt haben, dass das doch nie funktionieren kann, und sich der Ideenhaber davon offenbar nicht irritieren lassen hat.
    Dazu passt auch das Zentrum für Erneuerbare Energie in Güssing, dem wir im Rahmen eines Betriebsausfluges auf der FH einen Besuch abgestattet haben. Hat mich zutiefst beeindruckt - "eine andere Welt ist möglich", habe ich mir damals gedacht. 1990, als der Bezirk Güssing die ärmste Region Österreichs war, beschloss der Gemeinderat der burgenländischen Stadt, zu hundert Prozent aus der fossilen Energie auszusteigen, und investierte auf vielfältige Art in Alternativenergie: Biodieselgewinnung aus Rapsöl, Biomasse-Kraftwerke mit Holz aus dem Bezirk und Solarenergie. Damit wurde nicht nur Energieautarkie erreicht, es siedelten sich auch neue Betriebe, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen an. Pro Woche besuchen allein vierhundert Menschen das Zentrum.

    Wednesday, August 27, 2008

    11 Mal 2.0

    Ich habe mittlerweile bei Bloglines 327 Nachrichten mit "keep new" gekennzeichnet, weil ich irgendwann einmal darüber etwas bloggen wollte, sie ausdrucken, abspeichern, genau lesen oder weiterleiten wollte. Das sind ganz schön viele, deswegen werde ich wohl einfach mal ein paar davon hier verlinken. Ich fange mit Posts zu den Themen Soziale Software an.

  • Larry Genkin: "The Most Amazing Blogger I've Ever Seen". In: Blogger & Podcaster. The Blog, 5. Dezember 2007
  • Shelly Brisbin: "A New Technorati". In: Blogger & Podcaster. The Blog, 5./14. Dezember 2007
  • Gerry McKiernan: "Using Wikipedia to Reenvision the Term Paper". In: Scholarship 2.0: An Idea Whose Time Has Come, 12. März 2008
  • Mark Buzinkay: "Taggylicio.us: Suche über Tags". In: MBI Blog, 25. April 2008
  • Mark Buzinkay: "Placespotting: Rätsel für alle Geographie-Fans". In: MBI Blog, 25. April 2008
  • Stephan Münte-Goussar: "Profil zeigen - individuelle Selbstdarstellung im Internet". In: Podcampus, 11. August 2008
  • Bildungstalk: "Bildung im Second Life". In: Podcampus, 4. Juni 2008
  • Anne Christensen: "Was der Katalog 2.0 für BloggerInnen tun kann". In: beluga, 18. Mai 2008
  • Anne Christensen: "Summa: 10 wissenswerte Dinge über einen dänischen Katalog 2.0". In: beluga, 2. Mai 2008
  • Paul R. Pival: "Gale's new eCatalog". In: The distant librarian, 8. Juli 2008
  • Laura Cohen: "2.0: A Failed Promise Without Transparency". In: Library 2.0: An Academic's Perspective, 15. August 2007
  • Am Grab Walthers von der Vogelweide


    In Würzburger Lusamgärtlein befindet sich ein Gedenkstein für Walther von der Vogelweide. Ich gestehe: die Rose ist nicht von mir, die würde ich eher bei Wolfram von Eschenbach niederlegen, ich hab sie nur für's Photo aufgehoben ;-)

    Tuesday, August 26, 2008

    Neuerwerbung

    Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre. 3. Aufl. München: dtv 2008 ("Im Brunnen der Manuskripte" hab ich bereits vor einigen Jahren gelesen, nun habe ich mir gestern den ersten Band in der Linzer Buchhandlung Alex gekauft, auch wenn mich etwas irritiert, dass die Übersetzung auf Wunsch des Autors auf der amerikanischen Fassung basiert, die sich anscheinend von der englischen in "Handlungsführung und Textgestalt" unterscheidet - das nächste Mal dann doch lieber im Original)

    Monday, August 25, 2008

    Kleiner Urlaubsrückblick

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Blaise Cronin: "Educational Pluralism for a Diversifying Profession". In: Education for Information 25 (2007) 1, S. 51 - 56
  • Maurice B. Line: "Requirements for Library and Information Work and the Role of Library Education". In: Education for Information 25 (2007) 1, S. 27 - 39
  • Stephanie Willen-Brown: "The Adjunct Life: The Best of Both Worlds - Working and Teaching Future Librarians". In: Library Journal 132 (2007) 11, S. 42 - 44
  • Allison M. Sutton: "Bridging the Gap in Early Library Education History for African Americans: The Negro Teacher-Librarian Training Program (1936-1939)". In: Journal of Negro Education 74 (2005) 2, S. 138 - 150
  • Bill Crowley: "Just Another Field? LIS Programs Can, and Should, Reclaim the Education of Academic Librarians". In: Library Journal 129 (2004) 18, S. 44
  • Saturday, August 23, 2008

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Bill Crowley: Renewing professional librarianship. A fundamental rethinking. Westport: Libraries unlimited 2008 (Beta Phi Mu monograph series)
  • Bill Crowley: "The control and direction of professional education". In: Journal of the American Society for Information Science 50 (1999) 12, S. 1127 - 1135
  • Michael Gorman: "Whither Library Education?". In: New Library World 105 (2004) 1204+1205, S. 376 - 380
  • Kevin McGarry: "Professional education: some reflections". In: Education for information 18 (2000) 2+3, S. 105 - 113
  • Tefko Saracevic: "Closing of library schools in North America: What role accreditation?". In: Libri 44 (1994) 3, S. 190 - 200
  • Samuel Rothstein: "Why people really hate library schools". In: Library Journal 110 (1985) 6, S: 41 - 48
  • Kay Bishop / Sue Janczak: "Recruiting the Next Generation of School Librarians". In: Library Media Connection 26 (2007) 2, S. 14 - 18
  • Friday, August 22, 2008

    &$§#*@ Word

    Ich habe kürzlich beschlossen, mein IT-Wissen etwas zu erweitern, damit ich endlich mal über das Anwenderinnen-Level hinaus komme, und da dachte ich, das Buch "Just say no to Microsoft" wäre ein guter Anfang ;-) Und es ist wie eine Offenbarung. Vor allem war witzig, dass ich zufälligerweise auf dem Weg zum Treffen mit einer Diplomandin das Kapitel "Slay the Word and you'll be free" gelesen habe und wir dann gemeinsam über unsere leidvollen Erfahrungen mit der Bearbeitung von Dateien über zwanzig Seiten mit MS Word geklagt haben. Ein Studienkollege hat ja damals mit LaTex gearbeitet, und ich habe auch kurz darüber nachgedacht, dann aber befürchtet, für die Einarbeitung zu lange zu brauchen. Hm. Mir kommt im Nachhinein vor, als hätte ich für das Formatieren so lang gebraucht wie für das Verfassen des Textes... Ein Highlight des Buches: Ich habe mir schon oft gewünscht, dass man sich bei Word die Formatierung wie mit HTML-Tags anzeigen lassen könnte, damit man sieht, warum ein bestimmter Text auf einmal als Überschrift 3 formatiert ist bzw. wie weit die Arial-Schrift noch geht etc. - und was seh ich da auf einer Abbildung in Boves Buch? WordPerfect hat(te) genau diese Funktion.

    reading diary

  • Tony Dove: Just say no to Microsoft. How to ditch Microsoft and why it's not as hard as you think. San Francisco: NoStarch Press 2005
  • Woodcock, Joanne: Netzwerke - das Einsteigerbuch. Eine Einführung in die Konzepte von Netzwerken. Unterschleißheim: Microsoft Press 1999
  • Wednesday, August 20, 2008

    Individueller Schmuck von Glassery

    Heute möchte ich auf wunderschönen Schmuck hinweisen, den eine Bekannte von mir seit kurzem online anbietet. Beate Schreiter-Radel entwirft und fertigt diese Schmuckstücke in Kooperation mit der traditionsreichen Glaswerkstatt im oberösterreichischen Stift Schlierbach. Die Anhänger werden in Fusing-Technik hergestellt und sind allesamt Einzelstücke. Erhältlich auf www.glassery.net (der Online-Shop wurde übrigens mit Wordpress gebaut). Links mein derzeitiger persönlicher Favorit. Also wenn mir jemand gerne etwas schenken möchte... nur zu! ;-)

    Blöd, aber mit Bibliotheksbezug

    Eine Blondine in der Bücherei: "Letzte Woche habe ich mir ein Buch ausgeliehen. Es war das langweiligste, das ich je gelesen habe. Die Story war schwach und es kamen viel zu viele Personen vor!" Der Bibliothekar: "Oh, dann waren Sie es wohl, die das Telefonbuch mitgenommen hat..."

    Tuesday, August 19, 2008

    The Surrealist Compliment Generator

    Der Surrealist Compliment Generator hat mich heute erheitert. Mein Favorit: "What beautiful negligence you wear!" Zunächst wurde mir aber ein "vocabulary of an aspidistra in panic" zugesprochen.

    Monday, August 18, 2008

    Szabó Ervin Könyvtár im Bild

    Flickr-User ---m--- hat einige sehr schöne Bilder von der Budapester Szabó Ervin-Bibliothek auf Flickr eingestellt.

    Neu auf dem Markt: Librarymistressitol

    Medikamentenwerbung leicht gemacht mit getyourdrugon.com. Hinweis von David Rothman via Netbib.

    Neuerwerbungen

  • Caroline Cross: The Notorious Groom. Silhouette 1998 (= Silhouette Desire 1143) - "almost thirty-four, still a virgin and with no marriage prospects in sight, town librarian Norah Brown was headed for the old maid hall of fame" *seufz*
  • Kathryn Jensen: I married a prince. Richmond: Silhouette 1997 (= Silhouette desire D1301) - "how could a small-town librarian with her nose in books - not tabloids - know that the man she'd fallen for years ago was literally a prince?"
  • Amy Frazier: A bundle of miracles. New York: Silhouette Books 2000 (= Silhouette special edition 1354) - "Abbie had always been country wholesome, down-to-earth and approachable, with a vulnerability that made a guy want to protect her" (S. 13).
  • reading diary

    read during the holidays:
  • L.M. Montgomery: Anne of Green Gables. Penguin 1974
  • L.M. Montgomery: Anne of Avonlea. Penguin 1976
  • Karl Otto Conrady: Goethe was here. Parodistischer Scherz und Ernst. Insel 1994
  • Horus: Schiller! Eine Comic-Novelle. Ehapa 2005
  • Sunday, August 17, 2008

    Orwell-Tagebuch als Blog

    Seit 9. August werden die Tagebücher von George Orwell auf orwelldiaries.wordpress.com veröffentlicht: "The Orwell Prize is delighted to announce that, to mark the 70th anniversary of the diaries, each diary entry will be published on this blog exactly seventy years after it was written, allowing you to follow Orwell's recuperation in Morocco, his return to the UK, and his opinions on the descent of Europe into war in real time. The diaries end in 1942, three years into the conflict", schreibt The Orwell Prize. - Quelle: Daily Telegraph. Hinweis aus Internetz.

    Saturday, August 16, 2008

    Bibliotheksbestand des Tages

    Damen-Journal zum Besten der Erziehung armer Mädchen. Hrsg. von Franz Rudolf von Grossing. 1784 - 1785 [Signatur A 40172] - dazu schreibt Birgit Schaufler in ihrem Buch "'schöne Frauen, starke Männer': Zur Konstruktion von Leib, Körper und Geschlecht": "So ist der Fall des Franz Rudolph Grossing bekannt, der im Jahr 1784 ein Damen-Journal zum Besten der Erziehung armer Mädchen herausbringt und sich hinter einer fiktiven Damen-Gesellschaft versteckt, die er als Gruppe von Herausgeberinnen nennt. Sein Ziel ist es, gutgläubige finanzkräftige Leserinnen zu gewinnen, die ihn beim angeblich geplanten Aufbau einer Mädchenerziehungsanstalt finanziell unterstützen sollen. Obwohl sich die Inhalte seines Journals teils wirr und provokant präsentieren, hat es nicht wenig Erfolg bei der weiblichen Leserschaft" (S. 149).

    Friday, August 15, 2008

    Bibliotheksbestand des Tages

    Schnabel, Johann Gottfried: Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Cavalier oder Reise und Liebesgeschichte eines vornehmen Deutschen von Adel Herrn von St.***. Ehedem zusammengetragen durch den Herrn E.v.H.. Jetzt aber zum Nutzen und zur Warnung für Jung und Alt von Neuem herausgegeben, commentirt und glossirt durch den Stachlichten, weiland der hochlöblichen fruchtbringenden Gesellschaft Ehrenmitglied. Leipzig: Kyffhäuser 1830 [Signatur A 48734]

    Wednesday, August 13, 2008

    Bibliotheksbestand des Tages

    Holberg, Ludwig von: Nicolai Klimii iter subterraneum novam telluris theoriam ac historiam quintae Monarchiae adhuc nobis incognitae exhibens e bibliotheca B. Abelini. Kopenhagen / Leipzig: C.F. Pelt 1766 [Signatur A 46684] - laut Wikipedia eine der ersten Science Fiction-Geschichten: "It describes a utopian society from an outsider's point of view, and often pokes fun at diverse cultural and social topics such as moral, science, sexual equality, religion, governments, and philosophy (...) It is one of the first science fiction novels to use the Hollow Earth concept".

    Mahlzeit

    Im Einstein, einem der Mittagess-Lokale in Rathaus-Nähe, gibt es heute "Faschierte Leibchen". Mmhh. Hab mich immer schon gefragt, was die mit alten T-Shirts machen.

    Tuesday, August 12, 2008

    Neuerwerbungen

    Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Bücherei-Zweigstellen liebe, bei denen Bücherspenden zur freien Entnahme aufgelegt werden?
  • C.S. Lewis, Pauline Baynes (Ill.): The magician's nephew. Repr. Harmondsworth: Puffin 1976
  • L.M. Montgomery: Anne of Green Gables. Repr. Harmondsworth: Penguin 1974 (die Verfilmung war eines der Highlights meiner kindlichen Fernsehkarriere, an die ich mich gerne zurück erinnere - bin gespannt, ob mich das Buch enttäuscht, weil ich als Erwachsene doch vieles anders wahrnehme)
  • L.M. Montgomery: Anne of Avonlea. Repr. Harmondsworth: Penguin 1976
  • Hermione Oram (Bearb.), Michael West (Bearb.), Eric Critchley (Ill.): English and Welsh Fairy Tales. London: Longman 1977
  • Roger Lancelyn Green, Betty Middleton-Sandford (Ill.): Tales of the greek heroes. Repr. Harmondsworth: Puffin 1974
  • Bibliotheksbestand des Tages

    La Physique Occulte. Ou Traité de la Baguette Divinatoire Et de son utilité pour la découverte des sources d'eau, des minières, des tresors cachez, des voleurs & des meurtriers fugitifs / par un Curieux de la Nature [i.e. Pierre Le Lorrain de Vallemont]. Paris: J. Boudot 1696 [Signatur A 45105]

    Monday, August 11, 2008

    Auktion "Die Eleganz des runden Leders"

    Am 28. August werden großformatige Transparente und Fußballdisplays mit historischen Fußballphotos und Plakaten aus der Ausstellung "Die Eleganz des runden Leders. Wiener Fußball 1920-1965" der Wienbibliothek versteigert. Auktionator ist Otto Hans Ressler, Geschäftsführer der "im Kinsky"-Kunstauktionen. Die Versteigerung findet am Donnerstag, dem 28. August, um 18 Uhr im Stadtinformationszentrum im Rathaus statt. Der gesamte Erlös der Auktion geht direkt an das Integrationshaus Wien. Online-Auktionskatalog.

    reading diary

    currently reading: Isaac Asimov: The universe. From flat earth to quasar. Penguin 1977

    Saturday, August 09, 2008

    bibliothekarischer Cerberus oder gar viereckigter Pedell

    "Nur müssen in unseren Büchersäälen Lehrlinge und Lehrer nicht durch den mürrischen Blick eines bibliothekarischen Cerberus, oder gar eines viereckigten Pedellen verscheucht werden. Eine kleine schola urbanitatis für diese Diener des gelehrten Publikums halte ich für sehr nöthig, da ich den mächtigen Einfluß, den die belehrende Leutseligkeit dieser Männer auf den Fortgang des Wissens haben kan, überzeugend fühle, und durch Beyspiele unterstützen könnte. Eine einzige kleine Lehre, die dem Bücher fordernden Jüngling zu rechter Zeit zu Hülfe kommt, die beste Gradation in der Lecture anzeigt, auf die Realcataloge verweist, kann manchmal so viel nützen, als ganze akademische Vorlesungen. Im Gegentheil sucht der Musenfreund die einmal versagte Hülfe nicht so bald wieder, und schreibt die mürrische Begegnung des Bibliothekars auf die Rechnung des schweren Studirens, dessen gehäuften Verdrüßlichkeiten er bald gar unterliegt. So werden unsere Büchersääle nie die Börse des Wissens werden, und sie könnten es doch seyn".

    Ignaz Mathes v. Heß hinterlassene Schriften über Schulen und Erziehung, Erster Theil, § 30, S. 23/24. Beigebunden zu: J.E. Mayer: Trauerrede auf den wohlgebohrnen Herrn, Herrn Mathes Ignaz v. Heß, des H.K.K. Ritter, der Weltweisheit Doktor, und ordentlichen öffentlichen Lehrer der literarischen und allgemeinen Weltgeschichte. Wien : Joseph Kurzböck 1776 [Signatur A 222007]

    Friday, August 08, 2008

    Bibliotheksbestand des Tages

    Die Frau von Mehreren: Psychiatrisch-atavistisch-bigamisch-metaphysisch-maritimes Ur-Schauspiel in 5 Abtheilungen für Unheilbare nach Henrik Jbsen's "Frau vom Meere" / frei bearb. von August Niesemeischel. Aus dem Niedersächsischen in's Hochdeutsche übertragen von Otto Richard Schmidt-Cabanis. Berlin: H. Lazarus 1889. - 31 S. [Sign. A 48437]

    "das beschädigte Buch aber kann er behalten"

    "Es giebt auch sogenannte Lesekabinete, wo man Bücher zum Lesen in deutscher und andern Sprachen haben kann, als: bey Herrn Binz am St. Stephansfreythof. Herrn Haaß in den Schulhof oder gewesten Jesuitenplatzel. Herrn Walißhauser auf dem Kohlmarkt. Herr Zehetmayer und Kiermayer in den Milchgassel ohnweit St. Peter.
    Die Bedingungen, unter welchen Jedermann dieser Leseanstalt beytreten kann, sind folgende. Auf einem Tag werden keine Bücher ausgeliehen, sondern man abonirt sich wenigstens auf ein Monat, beym Empfang des ersten Buches, macht man einen Einsatz von zwey Gulden, und erhält dafür einen gedruckten Schein. Wer zwey oder mehrere Bücher zugleich nehmen will, macht eine doppelte Einlage, und bezahlt für jedes Buch täglich einen Kreuzer.
    Sollte von Jemanden ein Buch merklich beschädiget, oder gar unbrauchbar gemacht werden, so muß er dasselbe nach dem gewöhnlichen Buchhandlungs-Preiß bezahlen, das beschädigte Buch aber kann er behalten.
    Bey Kiermayer werden auch folgende allgemeine beliebte Journale zum Lesen ausgeliehen: Berliner Monatsschrift. Hamburger politisches Journal. Neuer deutscher Merkur von Wieland. Allgemeine Handlungszeitung. Journal des Luxus und der Moden. Neue allgemeine deutsche Bibliothek. Salzburger oberdeutsche Litteraturzeitung. Journal für Fabrik, Manufaktur und Handlung. Jenanaer Litteraturzeitung. Deutsche Monatsschrift. Flora für Deutschlands Töchter. Olla Potrida. Annalen des Theaters. Die Horren von Schiller. Neue deutsche Monatsschrift.
    Dieser Anstalt kann man unter folgenden Bedingungen beytreten. Man abonirt sich auf ein ganzes Jahr mit sechs Gulden - und macht die gewöhnliche Einlage von zwey Gulden. - Wer aber verlangt, daß ihm die Journale in seine Wohnung gebracht werden, bezahl jährlich neun Gulden vorhinein, und erhält dafür jeden zweyten Tag ein anderes Journal. Wer zu Ende des Jahres austritt, der muß es einem Monat vorher anzeigen".

    Aus: Sicheres Addreß- und Kundschaftsbuch für Einheimische und Fremde, welche vorläufige Kenntniß von der Haupt- und Residenzstadt Wien haben wollen. Ganz neue vermehrte und verbesserte Auflage. Wien: Gerold 1797, o.P.

    Thursday, August 07, 2008

    Jetzt auf 3sat: The handmaid's tale

    Genau jetzt beginnt auf 3sat die Verfilmung von Margaret Atwoods Roman The handmaid's tale (Die Geschichte einer Dienerin). Inhalt: "Die junge Bibliothekarin Kate wird mit Mann und Kind von Grenzposten gestellt, als sie versuchen, aus dem totalitären Staat Gilead zu entkommen. Die Grenzwächter erschießen ihren Mann, Kate wird in ein Lager abgeführt, ihre kleine Tochter verschwindet. Gilead wird nach den Gesetzen des Alten Testaments regiert: Wer nicht gehorcht, wird in die giftmüllverseuchten Kolonien deportiert oder öffentlich hingerichtet. Da die meisten Frauen nicht gebärfähig sind, werden die wenigen fruchtbaren Frauen Familien als 'Dienerinnen' zugewiesen, um für sie ein Kind zu gebären. Kate landet im Haus des Kommandanten Fred und dessen Frau Serena (...)".

    Bibliotheksbestand des Tages

    Nicolas Appert: Die Kunst alle animalischen und vegetabilischen Substanzen nähmlich alle Gattungen Fleisch, Geflügel, Wildpret, Fische, Zugemüse, Küchen- und Arzneygewächse, Früchte, Sulzen, Säfte; ferner Bier, schon zum Genusse völlig bereiteten Kaffeh, Thee u.s.w., in voller Frische, Schmackhaftigkeit und eigenthümlicher Würze mehrere Jahre zu erhalten. Dritte vermehrte, und mit der Reduction der französischen Maße auf Wiener Maße versehene Auflage. Wien: Mörschner und Jasper 1832 [Signatur A 246430]

    Wir übersiedeln gerade alle Bücher, die vor 1850 erschienen sind, in den klimakontrollierten, sauerstoffreduzierten Tiefspeicher. Wir haben Listen ausgedruckt, nach denen im Depot ausgehoben wird, dann wird abgesaugt und abgestaubt, dann kommen die Bücher zu uns herunter, und wir vermerken den Erhaltungszustand und den neuen Standort im Katalog. Ich trage außerdem noch Besitzvermerke ein, weil ich spannend finde, durch wieviele Hände (und Bibliotheken) so manches Buch schon gegangen ist - und wann, wenn nicht jetzt, soll man das erledigen. Ich hatte bisher nur zwei Bücher, die nicht in sehr gutem Zustand waren, und lasse mich immer wieder von Büchern aus dem 17. Jahrhundert mit fleckenlosem Papier und glasklarer Schrift begeistern. Die befürchteten Papierschnitzelberge unter meinem Schreibtischsessel sind jedenfalls bislang ausgeblieben.

    Wednesday, August 06, 2008

    Bibliothekarin und Nackedei

    "Pornografie ist nicht ausschließlich ein Freizeitvergnügen der sogenannten Unterschicht, wie immer wieder suggeriert wird. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Kassierer im Supermarkt, die Bibliothekarin und wahrscheinlich auch der Archäologie-Professor sich zu irgendeinem Zeitpunkt mit Nackedeis im Bild beschäftigt haben".

    Aus: Meredith Haaf, Susanne Klingner, Barbara Streidl: Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht. 1. Aufl. Hoffmann & Campe 2008, S. 98

    Tuesday, August 05, 2008

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn im Überblick.

  • Anne McCaffrey: Restoree. Ballantine Books 1967 - "It is the story of Sara, an introverted, beak-nosed, 24-year-old virgin librarian from New York who is abducted by the Mil, amorphous alien creatures that eat human flesh. She is kept alive, with her skin removed and in a catatonic state from the physical and mental shock, on a meat hook as a Mil meal until the alien ship she is on is captured by inhabitants of the planet Lothar, who look surprisingly like humans" (Wikipedia)
  • Barry Bowes: Between the stacks. Landesman 1979
  • Charles A. Goodrum: Dewey decimated. HarperCollins 1988
  • Rosemary Edghill: The Sword of Maiden's Tears. DAW 1994
  • Bibliotheksbestand des Tages

    Die Excesse der Jugend im physischen Lebensgenusse oder die sichersten Mittel zur Wiederherstellung der in Folge von Unmäßigkeit im Essen und Trinken, im Genusse der physischen Liebe etc., so wie überhaupt in Folge einer frivolen Lebensweise zerrütteten Körper- und Geisteskraft. Nach einer praktisch bewährten Methode, gegründet auf die einfachen Gesetze der Mutter Natur und den gesunden Menschenverstand, mit besonderer Berücksichtigung unserer gewerbtreibenden jungen Leute dargestellt von Albert Felix. Prag: G. Haase 1841. XXV, 335 S. [Signatur A 297854]

    Schauspielschule will mich nicht? Dann werd ich Bibliothekar

    Die Märkische Allgemeine vom 2. August 2008 berichtet über den deutschen Schauspieler Hans-Jochen Röhrig: "Seine ersten Auftritte hatten eine derartige Begeisterung bei seinen Mitschülern ausgelöst, dass etwas anderes als die Bewerbung an der Schauspielschule regelrecht unmöglich wurde. Um so tiefer saß der Schock, als er abgelehnt wurde, und so hat er folgerichtig seine große Liebe zur Literatur vorerst mit einer Ausbildung zum Bibliothekar befriedigt".

    Scully googelt

    Gestern habe ich mir den neuen Akte X-Film "The X Files - I want to believe" angesehen. Jetzt will ich gar nicht darüber lästern, dass der Plot äußerst unoriginell war und eigentlich nur dazu diente, einen Rahmen für die - endlich! - Beziehungsgeschichte von Mulder und Scully zu bilden, dass die Russen und der "unkonventionelle" Arzt sehr klischeehaft dargestellt waren, dass die Außerirdischen und Regierungsverschwörungen sehr fehlten etc. etc. (na gut, der Film hatte schon einen gewissen Witz). Nein, heute will ich mich auf die medizinische Recherche beschränken.
    Scully arbeitet mittlerweile in einem Ordenskrankenhaus und behandelt einen jungen Burschen, der an einer lebensbedrohlichen neurodegenerativen Erkrankung leidet, für die es nach heutigem Stand der Medizin keine anerkannte Therapie gibt. Ihre Vorgesetzten wollen den Buben in ein Hospiz überweisen, Scully möchte aber nicht aufgeben und recherchiert über eine hochgradig experimentelle Therapie mit Stammzellen. Man sollte jetzt meinen, sie gibt in Medline die MESH-Terme "stem cells" und "sandhoff disease" (58 Treffer in Pubmed, auch wenn viele der gefundenen Artikel sich mit Mäusen befassen) ein, aber nein, sie googelt "stem cell therapy", und das nicht einmal mit der Phrasensuche.

    Monday, August 04, 2008

    Katalogirrsinn des Tages

    Bei allen Datensätzen, die eigentlich das Schlagwort "Lebensstil" tragen sollten, ist stattdessen "Hahnemann, Samuel" zu lesen. Von den 42 Werken mit diesem Schlagwort dürfte sich nur ein einziges wirklich mit dem deutschen Arzt und Pharmazeuten beschäftigen, die anderen tragen alle Titel wie "Cricket, Tee und alte Schlösser. Britischer Lifestyle" oder "Soziale Lage und Lebensstil". Wie das? Ich habe mir das Hahnemann-Schlagwort angesehen und fand dort aus einem mir unerklärlichen Grund als "assoziativen Begriff" das Schlagwort "Lebensführung" eingetragen - und dasselbe steht auch bei "Lebensstil". Anscheinend wird das eine Schlagwort durch das andere ersetzt, wenn bei beiden derselbe assoziative Begriff eingetragen ist!? Ich frage mich mittlerweile, ob die anderen seltsamen Zuordnungen und Beschlagwortungen, über die ich hierblogs geschrieben habe, wirklich ein Missgriff eines Kollegen oder einer Kollegin waren oder nicht viel eher ein paar fehlgeleitete Bytes. Die Rätsel des Katalogs.

    "300 Jahre nicht gelesen"

    Im Kurier vom Sonntag (Ressort Kultur & Medien, S. 35) wird über die neue SAT1-Sendung "Gräfin gesucht - Adel auf Brautschau" berichtet. Dabei werden auch vier der "Blaublütler" vorgestellt. Bei Moritz, dem Landwirt aus Schleswig-Holstein, steht als Plus: "Beeindruckende Bibliothek" und als Minus: "Die Bücher in der Bibliothek sehen aus wie 300 Jahre nicht gelesen (und abgestaubt)".

    Saturday, August 02, 2008

    Mindestlohn für Staatsangestellte in Kalifornien

    Gerade habe ich in der heutigen "Presse" gelesen, dass der Beschluss über das Budget im Bundesstaat Kalifornien seit einem Monat ausständig ist und dass deswegen Gouverneur Arnold Schwarzenegger vorübergehend die Gehälter der öffentlich Bediensteten auf den Mindestlohn von 6,55 Dollar (derzeit 4,20 €) senken und 22.000 Teilzeitbeschäftigte entlassen will. Auch wenn der Lohn nachbezahlt werden soll, sobald über das Budget entschieden wurde, frage ich mich, was das zum Beispiel für jüngere BibliothekarInnen bedeutet, die die Studiengebühren von einem Bachelor- und oft zwei Masterstudien abbezahlen müssen, und das in einer der teuersten Gegenden der USA. Die Bank interessiert sich wahrscheinlich herzlich wenig dafür, dass das Gehalt so jäh reduziert wurde. In der ContraCosta Times steht allerdings, dass "professional and supervisorial employees" davon ausgenommen sein sollen, vielleicht fallen die BibliothekarInnen mit MLIS auch darunter. Das ist aber dann eigentlich auch wieder unfair. - Kalifornien hat anscheinend eine sehr große Budgetlücke aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklung, und Republikaner und Demokraten konnten sich bisher noch nicht auf ein Budget einigen. Wie dann aber der Lohn nachbezahlt werden soll, ist mir unklar. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich nicht entscheiden muss, was in so einer Situation zu tun ist.
    Siehe u.a. "Workers union files suit to block Schwarzenegger's layoff order" (Los Angeles Times), "Budget crisis: cut legislators' pay" (San Francisco Chronicle), "The law backs Schwarzenegger's pay-cut plan. But state controller says he won't go along" (Mercury News), "State employees bracing for steep pay cuts" (ContraCosta Times), "Wirtschaftskrise. Schwarzenegger streicht 22.000 Arbeitsplätze" (Die Welt), "Etatkrise in Kalifornien. Schwarzenegger verordnet öffentlichem Dienst Mindestlohn" (Financial Times Deutschland), "Schwarzenegger streicht tausende Arbeitsplätze" (Der Standard), "Haushaltskrise in Kalifornien. Schwarzenegger kürzt Gehälter" (Süddeutsche Zeitung), "Haushaltskrise im Sonnenstaat. 'Arni' kürzt Gehälter" (n-tv).
    Zitate aus dem Schwarzenegger-Executive Order: "whereas ... on May 1, 2003, the California Supreme Court, in White v. Davis, issued a decision that, in conjunction with other pre-existing court orders, clarified that during a period that there is no state budget in place, federal labor laws require the State to pay its nonexempt FLSA employees either federal minimum wage ... ir is ordered that the services and functions of state government directly related to the preservation and protection of human life and safety, including but not limited to emergency and disaster response activities and the provision of 24-hour medical care, shall be deemed critical and exempt from this Order. It is further ordered that except for services and functions of state government deemed critical and exempt by this Order, all State agencies and departments under my direct executive authority take immediate action effective July 31, 2008 to cease and desist hiring of employees (except in instances in which there is a bona fide offer and acceptance prior to the effective date of this Order), transferring employees between State agencies and departments, promoting employees, and contracting for individuals to perform services".

    Friday, August 01, 2008

    Neuerwerbung

    Jo Dereske: Index to murder. A Miss Zukas mystery. New York: Avon 2008, ISBN 978-0-06-079086-8

    Neu: LibraryThing-Common Knowledge-API

    In der Liste NGC4LIB mailte LibraryThing-Denker Tim Spalding gerade: "LibraryThing just released a free, CC-attribution-licensed Web Services XML API to our 'Common Knowledge' system, including series data, fictional characters, author dates and much else. I'm particularly stoked about the series data. I think it's of exceptional quality, suitable for use in OPACs (eg., http://www.librarything.com/series/Star+Wars). Anyway, in a catalog or not, there are a lot of cool things to do with it. Have fun!"

    Archiv mit strengem Handyverbot

    In der "Fall für zwei"-Folge "Der Tod und das Mädchen", die gerade auf ORF2 lief, kam eine Szene in einem Zeitungsarchiv vor. Man sah einige Benutzerinnen und Benutzer, Regale mit vielen Ordnern und ein aufgeklebtes Handyverbotsschild. Matula suchte Berichte von einem mordverdächtigen Musikkritiker, als sein Handy läutete. Da kam eine junge, durchaus attraktive und gut gekleidete junge Dame und sagte in eher eisigem Tonfall: "Ich habe Sie doch darauf hingewiesen, dass Handys im Lesesaal und im Zeitungsarchiv verboten sind". Matula entschuldigte sich und - wie könnte es anders sein - lud die Frau zum Essen ein. Sie antwortete sinngemäß: "Ich verabrede mich nicht mit Fremden, die das Handyverbot nicht einhalten". Dann lässt Matula den Stapel Zeitungen fallen, was die Archivarin (oder Journalistin?) gleich als billigen Trick aus einem Hollywoodfilm enttarnt, aber die Zeitung schlägt zufällig bei einem Artikel auf, dessen Inhalt wesentlich zur Aufklärung des Mordes beiträgt. - Das Mordopfer, der arrogante Dirigent Benjamin Spangenburg, wurde übrigens in seiner Privatbibliothek erschlagen.