Friday, May 14, 2010

Eindrücke vom Bibcamp #bib3

Am Freitag und Samstag habe ich zum ersten Mal an einem Barcamp bzw. einer Unconference teilgenommen, und das war natürlich beim BibCamp, das auf der FH in Hannover stattgefunden hat. Hier einige meiner Eindrücke:

  • Das größte Erlebnis war für mich, viele virtuelle Kontakte zum ersten Mal persönlich zu sehen. Da waren Leute drunter, die ich seit über zehn Jahren über Mailinglisten und/oder Twitter "kenne" und noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Ich hab's auch lustig gefunden, wie am ersten Tag alle auf den Twitternamen am Namenskärtchen geschielt haben. Motto: "Ach, Du bist das!" Interessant war für mich, dass sich meine Einschätzungen bestätigt haben - sprich, wer mir online sympathisch ist, war es auch in echt (trifft auch auf die mir persönlich Unsympathischen zu, auch wenn das wenige Ausnahmen sind). Kommt über Text in Mails und Tweets so viel von der Persönlichkeit herüber und/oder war ich einfach voreingenommen?
  • Teilweise ist so eine Veranstaltung natürlich Predigen zu den Bekehrten.... Und das trifft sogar auf die Verteilung innerhalb der einzelnen Sessions zu, daher gefällt mir Dales (@daskey) Idee, zumindest eine Session zuzulosen, gar nicht schlecht. So könnte vielleicht vermieden werden, dass man sich nur Themen widmet, wo man sich schon auskennt. Allerdings ist es natürlich sinnvoll, dass man sich schon ein bisschen auskennt, wenn man mitmachen und sich nicht nur belehren lassen will.
  • Wie Anne (@xenzen) feststellte, waren die meisten TeilnehmerInnen "jung und nicht in einer Führungsposition". Aber immerhin war die Hälfte auf Dienstreise dabei.
  • Ich habe mich sehr wohlgefühlt und die Arbeitsatmosphäre als sehr angenehm empfunden. Auch organisatorisch gibt's nix zu meckern. Kleiner Kritikpunkt: Für mich waren die Informationen zu stark verteilt - im Blog, im Wiki, auf Facebook und Twitter, bei Eventbrite. Ich hätte mir da eine einheitlichere Oberfläche gewünscht. Und dem Vorschlag eines Teilnehmers, sich für eine Vorstellungsrunde etwas Originelles - und bei 150 TeilnehmerInnen Machbares - einfallen zu lassen, kann ich auch etwas abgewinnen.
  • Die Ergebnisse bzw. Diskussionen der einzelnen Sessions werden im Bibcamp-Wiki dokumentiert. Ich hab auch noch einige Beiträge in Vorbereitung. Ich hab an folgenden Runden teilgenommen: "Warum wollen Bibliotheken nicht ins Netz?" (sondern sitzen auf ihren Katalogdaten) (@tillk und @xenzen); "Crowdsourcing in Bibliotheken" (@mendeley_com); "Professionalisierung von Bibliothek 2.0" (@lambo); "Kommunikation mit und Überzeugungsarbeit bei KollegInnen" (@bibliothekarin); "Medienpädagogik / Lehre" (@lambo, @wruge). Außerdem hab ich selbst ein Thema vorgeschlagen, das sich in der Medienpädagogik-Session nicht mehr ausging und daher auch hier im Weblog diskutiert wird.
  • Mein Eindruck war, dass Sessions mit über fünfundzwanzig Personen nicht mehr so konstruktiv sind. Das führt bei vielen zu Passivität - was ja grundsätzlich okay ist, man kann, aber muss sich ja nicht unbedingt einbringen, aber das war teilweise schade.
  • Peter Klien: Geist ist geil

    Zu sehen ab 1. Juni im Theater am Alsergrund: "Viele Dinge gibt es, von denen jeder glaubt, zu wenig davon zu haben: Ruhm, Geld, Affären, Urlaubstage. Da ist es umso tröstlicher zu wissen, dass eine Sache existiert, bei der sich jeder sicher ist, im Übermaß damit gesegnet zu sein: Intelligenz. Grund genug also, sich einen Abend lang geistigen Freuden hinzugeben - mit Peter Kliens erstem Kabarettprogramm".

    Thursday, May 13, 2010

    Das Allesfresser-Dilemma

    Ich lese gerade "The omnivore's dilemma" von Michael Pallon. Sicher eines der augenöffnendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe - und das sag ich schon nach dem ersten Drittel. Zeigt anhand von vier Mahlzeiten (von industriell über biologisch bis selbst gejagt/angebaut) unheimlich plastisch und lebendig den Zusammenhang von Agrarpolitik, industrieller Tierhaltung, industriellen "Lebens"-Mitteln, Maisüberschuss, Bodenausbeutung und dem Erdöl, das wir alle - zum Großteil wohl unbewusst - mit unserer täglichen Nahrung zu uns nehmen.

    Beispiel aus dem Kapitel "Corn": Man muss keine Vegetarierin sein, dass einem das Grausen bei dem Gedanken kommt, dass wir Rinder mit Mais vollstopfen, den sie normalerweise nie fressen würden, und dass wir sie dann mit Medikamenten vollstopfen müssen, damit sie das überhaupt irgendwie vertragen.
    "'You are what you eat' is a truism hard to argue with, and yet it is, as a visit to a feedlot suggests, incomplete, for you are also what what you eat eats, too" (S. 86)
    "Part of the appeal of hamburgers and nuggets is that their boneless abstractions allow us to forget we're eating animals" (S. 114)

    Tuesday, May 11, 2010

    Bibliothekarische Fachkommunikation: Mailinglisten, Weblogs #bib3

    Schmunzeln musste ich gerade bei Christian Hauschkes Kommentar zur Begründung der Nichtnutzung von Weblogs mit dem Argument "die veröffentlichten Informationen sind nicht qualitätsgesichert":

    "Ein sehr lustiger Einwand. Wo bekommt man denn 'qualitätsgesicherte' Informationen? Im Bibliotheksdienst? In BIT Online? Oder den anderen, einem knallhartem Double-Blind-Peer-Review unterworfenen Cutting-Edge-Zeitschriften im deutschsprachigen Raum?" :-)

    Der Artikel verlinkt übrigens auch zur Session "Bibliothekarische Fachkommunikation" am Bibcamp. #bib3

    Monday, May 10, 2010

    Offiziell = neutral?

    Ich finde Formulierungen wie "Die mit großem Aufwand kandidierenden Freiheitlichen erreichten magere 2,89% bei den Dienststellenvertretungswahlen" nicht angemessen für die offizielle Bekanntgabe des Ergebnisses auf der Gewerkschaftsseite - unabhängig von der persönlichen Bewertung des Ergebnisses.

    Bibliothek vor zweitausend Jahren

    / I'll bet even the staff at the Royal Library at Alexandria had to deal with people with their togas in a twist. "I returned that scroll last week!!"... "Sir, you can't carry your olympic torch in here."... "I think someone's looking at erotic urns in the Reference Section..." and so it goes. /

    Anonymer Kommentar zum Artikel "Miss Information has a close encounter with the law" von Miss Information vom 8. Mai 2010.

    Neuerwerbungen

  • Meinungs-Bilder. Politische Plakate 1900-2000. Katalog zur Ausstellung im Historischen Museum Hannover vom 03. März bis 19. September 2010. Mit Beiträgen von Tabea Golgath, Thomas Schwark und Andreas Urban. Hannover 2010
  • Georg Ruppelt: "Keiner, den ein Weib geboren". Von schönen neuen Menschen und Klonen in der Literatur. Hameln: Niemeyer 2002 (= Lesesaal. Kleine Spezialitäten aus der Niedersächsischen Landesbibliothek ; 1)
  • Bibliothek als Kompetenzzentrum für Web 2.0? #bib3

    Beim Bibcamp (#bib3) in Hannover hab ich die von mir vorgeschlagene Session aus Zeitgründen (und mangelndem Durchsetzungsvermögen meinerseits ;-) nicht mehr untergebracht. Daher möchte ich meinen Themenvorschlag einfach hier zur Diskussion stellen - er richtet sich an alle, die Schulungen für Studierende anbieten oder in der Lehre tätig sind.

    Wie können Bibliothek und BibliothekarInnen sich - hochschulintern, in der bibliothekarischen Ausbildung und bei BenutzerInnen-Schulungen - als Web 2.0-ExpertInnen etablieren? Zwei Beispiele aus anderen Bereichen zur Verdeutlichung, was ich meine: Beim Thema Open Access KANN eine Bibliothek hochschulintern als Kompetenzzentrum für wissenschaftliches Publizieren anerkannt sein. Oder, damit verwandt: Eine Bibliothek KANN die Stelle sein, wo sich WissenschaftlerInnen für szientometrische Analysen hinwenden. Wie sieht das bei Web 2.0 aus? Kauft man uns das ab? Wenn wir Web 2.0-Schulungen für BenutzerInnen anbieten, verstehen diese, warum gerade WIR das Thema behandeln?

    Hintergrund meiner Frage: Ich unterrichte selber ja seit acht Jahren in verschiedensten Settings Social Software, auch an einem bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Studiengang. Bei jüngeren Studierenden habe ich zunehmend die Erfahrung gemacht, dass sie nur schwer zu motivieren sind, sich mit dem professionellen Umgang mit Social Software zu beschäftigen - vielleicht weil die Studis privat ohnedies mit diesen Tools umgehen und der Ansicht sind, dass sie eh schon alles wissen, und/oder weil es mir anscheinend nicht gelingt, den Unterschied klar zu machen. Nach dem, was ich bei Tagungen so mitbekomme, nehmen Studierende Schulungsangebote der Unibibliotheken im Bereich Literaturverwaltung sehr gut an - würde das mit Web 2.0 auch funktionieren?

    Merkel über Informationsbeschaffung in der DDR

    "Es gab ja Israel für die DDR gar nicht. Wir hatten nicht einmal Postverkehr mit Israel. Immer wenn wir Sonderdrucke von Arbeiten über physikalische Chemie aus Israel haben wollten, dann haben wir an Amerikaner geschrieben, die wir kannten, und die haben das nach Israel weitergeleitet".

    Evelyn Roll: "Angela Merkel über Antisemitismus". In: Süddeutsche Zeitung, 8./9. Mai 2010, S. V2/8

    Sunday, May 02, 2010

    Neuerwerbungen

    Mein Glück beim Besuch des Berliner Büchertisches war, dass die Science Fiction-Bücher nur mit einer Leiter zu erreichen waren und ich mich diesbezüglich zurückhalten konnte. Daher habe ich nur fünf Bücher erstanden.

  • Stanisław Lem: Die Ratte im Labyrinth. Suhrkamp 1982 (= Phantastische Bibliothek 806)
  • Claude Courouve: Les homosexuels et les autres. Une enquête. Athanor 1977
  • Jean-Marie Chappé: L'infographie de presse. 1993 (= Les guides du centre de formation et de perfectionnement des journalistes ; 38)
  • Jennifer Schwamm Willis (Hrsg.in): The Book of Wizards: Stories of Enchantment From Near and Far. Thunder's Mouth Press 2004
  • M.S. Murdock: Das Netz der Romulaner. 8. Aufl. Heyne 1995 (= Star Trek Classic Black Edition ; 1)

  • Thursday, April 29, 2010

    Die Liebe nur aus Büchern kennen

    Wer spontan Lust auf einen Besuch in Berlin hat, kann morgen beim Fest zu zwanzig Jahre Gender-Bibliothek meinen Vortrag "Die Liebe nur aus Büchern kennen. Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer BibliothekarInnen zur Paarungszeit" anhören und anschauen :-)

    Für Antworten siehe Katalog?

    "All of a sudden it hit me. I'd thought about it for a long time, but hadn't yet be able to articulate the idea in words: the catalog has always been a holdings interface. Yet, many people expect it to be a reference interface". Interessante Beobachtung im Weblog "From the catalogs of babes".

    Tuesday, April 27, 2010

    Ausstellung "Menschen in der Hauptbücherei"

    Die Ausstellung "Menschen in der Hauptbücherei" mit Photographien von Petra Rainer wird am Mittwoch, dem 5. Mai 2010, um 19 Uhr in der Wiener Hauptbücherei eröffnet und ist bis Samstag, den 3. Juli, zu sehen.

    Wir lesen und hören Musik, arbeiten und spielen am Computer, lernen und suchen was, treffen uns und reden, schauen und beobachten, lernen Leute kennen, wie in einem großen Wohnzimmer sitzen wir zusammen und tun was allein oder gemeinsam, auf jeden Fall ein guter Platz für Gedanken, Bilder, Bücher. Ein Jahr lang hat die Wiener Fotografin Petra Rainer regelmäßig die Hauptbücherei besucht, mit LeserInnen und MitarbeiterInnen geredet, die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Daraus entstand eine Serie ganz besonderer Porträts, die das große Spektrum der Nutzungen des "Bücherschiffs" ebenso darstellen wie die Vielfalt der BesucherInnen aller Altersgruppen, Sprachen, Kulturen...

    Thursday, April 22, 2010

    "Begriffsverwirrung um vermeintlich unbekannte Tiere"

    Wir haben gerade eine Führung für Studierende der Finno-Ugristik im Haus, und das hat mich auf die Idee gebracht, mir einmal die Website des Instituts anzuschauen. Dabei bin ich auf das "Repertorium zur Preßburger Zeitung 1764-1774 gestoßen. Neben Einträgen zu Bibliotheken und Bücherverbrennung hab ich auch Moose Content gefunden, und zwar in der Preßburger Zeitung vom 21. Oktober 1767: "Begriffsverwirrung um vermeintlich unbekannte kanadische Tiere, die nach England gebracht worden sind und als Mousee-Deer bezeichnet wurden. Es handelte sich dabei um Elche. Neckarstrohm, 25. September".

    More moose content in weblogs!

    Blättern und träumen in Berkeleys Bibliotheken

    "Man geht gern über den Campus von Berkeley. Die Universität ist stolz auf ihre zweitausend Bäume. Am Morgen schwärmen Gärtner aus, um die Anlagen zu pflegen. Und die Bibliotheken! Sie sind ein Paradies für Studenten und Professoren. Nehmen wir die Rechtswissenschaftliche Bibliothek. Sie ist von acht Uhr morgens bis Mitternacht geöffnet. Wenn ich in die Bibliothek kam, fand ich oft einen Zettel der Bibliotheksangestellten an meinem Arbeitsplatz mit einem Hinweis auf ein Buch oder einen Aufsatz. Die Studenten verbringen viel Zeit in der Bibliothek. Dies liegt nicht nur an der hervorragenden Sammlung und der kompetenten Hilfe, die sie hier finden, sondern auch an der Art der Räume und Arbeitsplätze. Das Licht ist gut, die Sitze bequem, die Anschlüsse für den Computer funktionieren, und wird man müde, dann gibt es die Möglichkeit, in einem der dafür vorgesehenen, richtig gemütlichen Sessel eine Pause einzulegen und in der leichten Literatur, die hier in den Regalen steht, zu blättern oder auch nur zu träumen".

    Christine Landfried: "Was wir von Berkeley lernen können". In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. April 2010 (Hinweis von Eric Steinhauer)

    Wednesday, April 21, 2010

    Mahngebühren "ablesen"

    "Audrey Conner owed about $7 in fines to the Salt Lake City public library system, but the voracious reader was a little short of funds. It didn't matter. Her nearby library branch had an alternative: Kids who can't pay the fine can do the time. So Audrey sat in a room reading a book of her choice, earning $1 for every 10 minutes. She paid her debt in a little over an hour", berichten die Beacon News (via topix).

    Entschleunigung mit #ashtag

    "Einmal abgesehen von den bedauernswerten Menschen, die an irgendeinem Punkt der Welt festsitzen, weil der Flugverkehr nahezu zum Erliegen gekommen ist, drängen sich einige Fragen auf. Muss wirklich erst ein Vulkan ausbrechen, um uns vor Augen zu führen, welch absurdes Leben wir teilweise führen? Ist es wirklich eine mittlere Katastrophe, wenn man einen Termin in einer anderen Stadt verpasst, wenn die Sitzung eines x-beliebigen Gremiums nicht stattfindet oder ein Wochenendtrip ganz einfach ausfällt?", schreibt Richard Wiens in seinem Kommentar "Wir sollten uns bei den Isländern bedanken" in den Salzburger Nachrichten.

    "emotionale Suche" nach Musik

    Preiser Records bietet eine emotionale Suche nach Musik an. Suchkriterien umfassen Stimmungen/Empfindungen (Freude, Aufbruch, traurig/betrübt, ernst/bedeutungsvoll...), Anlass/Inhalt (Musik zum Träumen, melancholischer Rückblick, leichte Unterhaltung, Sehnsucht/Verlangen...), Leisten für Zeit und Tempo (getragen, schreitend, flott, sehr schnell...) und Auswahlmenüs für Werkart, KomponistIn, Instrument und Land an.
    Bei einer Abfrage nach "nicht zu schnell", "romantisch/idyllisch", "Schönes und Bekanntes" und "Österreich" wird u.a. Schuberts "Wandern" und "Der Einsame" gefunden; bei "flott", "heiter/fröhlich" und "Humor und Spaß" kommen Treffer von Bronner, Kreisler, Benatzky und Rossini.

    Video zur Bibliotheksbenützung in Gebärdensprache

    Eines der Videos aus dem YouTube-Channel der Büchereien Wien. Weitere Videos in Österreichischer Gebärdensprache behandeln u.a. die Entlehnung, die Angebote für Kinder, die Computerwerkstatt und den Onlinekatalog.

    Tuesday, April 20, 2010

    The Particular Sadness of Lemon Cake

    Beim Lesen des Newsletters von Random House wurde ich auf ein interessant klingendes Buch mit einem genialen Titel aufmerksam: "The Particular Sadness of Lemon Cake" von Aimee Bender. Zum Inhalt: "On the eve of her ninth birthday, unassuming Rose Edelstein, a girl at the periphery of schoolyard games and her distracted parents' attention, bites into her mother's homemade lemon-chocolate cake and discovers she has a magical gift: she can taste her mother's emotions in the cake. She discovers this gift to her horror, for her mother—her cheerful, good-with-crafts, can-do mother—tastes of despair and desperation. Suddenly, and for the rest of her life, food becomes a peril and a threat to Rose".
    Von Bender besitze ich bereits den schrägen, empfehlenswerten Geschichtenband "The Girl in the Flammable Skirt", wo es in einem Text darum geht, dass "A grief-stricken librarian decides to have sex with every man who enters her library".

    Ungelesen an Ort und Stelle

    "Wer zu den Dingen in seinem Zimmer eine persönliche Beziehung gewonnen hat, rückt sie nicht gern von der Stelle. Ehe ich ein Buch aus meiner Bibliothek leihe, kaufe ich lieber ein neues. Sogar mir selbst, dem ich auch nicht gern ein Buch aus meiner Bibliothek leihe. Ungelesen an Ort und Stelle, gibt es mir mehr als ein gelesenes, das nicht da ist". Karl Kraus, Die Fackel 259+260, 13. Juli 1908, S. 36

    Monday, April 19, 2010

    ZARA Talk: Rassismus und Medien

    Am Dienstag, dem 27. April 2010 um 19 Uhr, widmet sich der ZARA Talk in der Wiener Hauptbücherei dem Thema "Rassismus und Medien: Zwischen Kriminalisierung und politischer Korrektheit". Bei der Podiumsdiskussion sind Radica Jankovic (biber), Erich Koczina (Die Presse), Petra Herczeg (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Uni Wien) beteiligt, die Moderation übernimmt Sonja Fercher (ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit).

    "Geht es um die Produktion und Reproduktion von rassistischen Stereotypen in Medien, denken die meisten Menschen an die Kronen-Zeitung, doch sind Qualitätsmedien wirklich davor gefeit? Mit welchen Armuts-Klischees operiert ein Journalismus des Mitgefühls? Können folkloristische oder exotische Erzählungen des Andersseins ungewollt Rassismus bedienen? Oder verhindert 'political correctness' wichtige Diskussionen über reale Probleme? Stets mitgedacht und mitdiskutiert wird auch die Nutzbarmachung ebendieser Stereotype zu unterschiedlichen politischen Zwecken".

    Friday, April 16, 2010

    reading diary

    currently re-reading:
    Jo Dereske: Miss Zukas and the library murders. Avon 1994
    Christian Wagenknecht (Hrsg.): Karl Kraus für Gestreßte. Aphorismen. Insel 1997

    recently finished::
    Julia Harper: Hot. Forever 2008

    Masterarbeit über Image im dt.-nl. Vergleich

    Die Master Thesis "Das Image von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren im Spiegel zeitgenössischer belletristischer Darstellungen. Ein deutsch-niederländischer Vergleich", geschrieben am Master-Zusatzstudiengang "Bibliotheks- und Informationswissenschaft" der FH Köln, wurde vor kurzem im VDM-Verlag veröffentlicht.
    Zum Inhalt: "Bibliothekarinnen und Bibliothekare haben bezüglich ihres Berufes immer wieder mit Imageproblemen zu kämpfen, was sicherlich einer der Gründe dafür ist, dass die Auseinandersetzung mit dieser Thematik für den Berufsstand dauerhaft interessant bleibt. Images entstehen und verfestigen sich unter anderem durch Massenmedien, zu denen in diesem Zusammenhang auch die belletristische Literatur zu zählen ist. In diesem Buch wird deswegen untersucht, welches Bild von BibliothekarInnen die zeitgenössischen belletristischen Darstellungen aufzeigen und inwiefern dieses mit dem in der Gesellschaft vorherrschenden Bild des bibliothekarischen Berufsstandes übereinstimmt. Des Weiteren wird ein Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden gezogen, um festzustellen, ob BibliothekarInnen in beiden Ländern ein unterschiedliches Image anhaftet, und ob sich dieses in der Literatur widerspiegelt. Abschließend führt die Autorin Katharina Perlbach einige Überlegungen dazu auf, wie es möglich sein könnte, der Gesellschaft dauerhaft ein positiveres und aktuelleres Bild von BibliothekarInnen zu vermitteln".

    Leider kostet die Arbeit 49 Euro, und das übersteigt im Moment meinen Etat. Schade, dass die Arbeit anscheinend nicht bei einem fachspezifischen Online-Repositorium eingestellt wurde. Vielleicht kommt das ja noch!

    Läuterung durch Lektüre

    "Schiller statt Schnee schippen: Ein Richter in Fulda verurteilt jugendliche Straftäter nicht mehr zu gemeinnütziger Arbeit - er lässt sie stattdessen Bücher lesen", berichtet Marc Widmann in der Süddeutschen vom 15. April. (via ArminWolf)

    Thursday, April 15, 2010

    Bibliotheksverbote

    "Marianne contempla les panneaux qui recouvraient la presque totalité des murs. Interdiction de fumer. Escalier A, direction B, bâtiment C. Silence. Sortie de secours. Ne pas déranger. Portables interdits. Interdiction de manger. Ne pas parler. Rollers interdits. Cris et crachats prohibés.
    - Il y a des choses qu'on a le droit de faire?
    - Baisser la tête et faire semblant de travailler, j'ai connu pire, chuchota la jeune fille".

    Aus: Sophie Avon: La bibliothécaire. Roman. Paris: arléa 2006, S. 15 - 16

    Wednesday, April 14, 2010

    Ich will rein...

    Stadt- und ÖGB-Bücherei Melk, aufgenommen am 21. März 2010

    Bücher - wohin damit?

    "Oft wissen wir nicht mehr, wohin damit. 'Buchdruck' hat in meinem Leben mehrere Bedeutungen" - Buchhändlerin Petra Hartlieb in einem Interview mit Daniel Glattauer (Der Standard, 5. Oktober 2007).

    Comics als Literatur?

    Die Wiener Buchhandlung Hartliebs Bücher lädt zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Comics mit Special Guest Sebastian Broskwa, Betreiber des Comicvertriebs Pictopia Comics: "Comics als Literatur? Vom Erzählen im literarischen Zwielicht", Dienstag, 27. April 2010, um 19.30 Uhr, Hartliebs Bücher, Währinger Straße 122, 1180 Wien. Um Anmeldung unter office@hartliebs.at wird gebeten. - Hinweis aus buecher.at.

    Literaturgeschichte des Burgenlandes

    Das Literaturhaus Mattersburg lädt zur Buchpräsentation
    "Beiträge zu einer Literaturgeschichte des Burgenlandes" am Dienstag, den 20. April, um 19 Uhr.
    Seit kurzem verfügt auch das Burgenland über eine chronologisch gesammelte Literaturgeschichte. Das Wissen über die Literatur in unserem Raum, das bislang nur punktuell vorhanden war, wurde vom burgenländischen P.E.N.-Club unter der Leitung von Helmut Stefan Milletich zusammengetragen und im heurigen Frühjahr herausgegeben. Von mittelalterlichen Augenzeugen über die Reformation bis zu den vielfältigen Publikationsmöglichkeiten in den 70er- und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts reicht die Palette der Beiträge. Dabei wird vor allem die kulturelle und sprachliche Vielfalt des Landes berücksichtigt. Im Literaturhaus werden neben Helmut Stefan Milletich, auch Karl Hofer, Sabine Milletich und Gerhard Winkler lesen.

    Tuesday, April 13, 2010

    Neu: Beirat der Wirtschaftskammer zur sexuellen Orientierung

    Die Queer Business Women, Interessengemeinschaft lesbischer Führungskräfte, Unternehmerinnen, Expertinnen und Selbstständiger, und die ag-pro, Vereinigung schwuler und bisexueller Unternehmer, (angestellter) Führungskräfte und Freiberufler in Österreich, wurden in den neuen Beirat der Wirtschaftskammer Wien zum Themenfeld "sexuelle Orientierung" berufen: "Aufgabe des Beirats ist es, der WKW, und hier insbesondere dem Diversity-Referat der WKW, Expertisen zu Verfügung zu stellen und eine Brückenfunktion zwischen der WKW und den lesbisch-schwulen Communities einzunehmen. Zu diesem Zweck unterstützt der Beirat die Entwicklung von Serviceleistungen, wie auch die inhaltliche Konzeption von Veranstaltungen, über welche die WKW lesbisch-schwule UnternehmerInnen ansprechen will".

    Monday, April 12, 2010

    The Library Gingerbread Man

    "The exasperating Gingerbread Man, famous for leading a host of townsfolk and animals in a wild chase about the countryside, lives at 398.2 on the library shelves. But the Gingerbread Man is not the type of cookie that stays in one place for very long, and one day, he just can’t help himself. With a leap and a whoosh, he escapes the librarian's grasp, and the chase for the wily Gingerbread Man is on again!" (ISBN 978-1-60213-048-7)

    Friday, April 09, 2010

    Freud'scher (?) Verhörer

    Ich werde wohl wirklich alt: heute hab ich auf Ö1 verstanden "Malcolm McLaren, Bank-Ikone" :-)

    Laufkunde geringer einzuschätzen als "wahrhaftiger Bücherfreund"

    Ich habe unseren Handapparat mit Plakat-Büchern durch einige antiquarische Bestellungen ergänzt:

  • Priess, Heinrich G. P.: Lernt Plakat-Malen : neueste Plakat-Mal-Schule zum Selbstunterricht ; moderne Schriften mit Plakat-Entwürfen für das Schaufenster / H. Priess. Hamburg : Verlag Heinrich G. P. Priess, [ca. 1924].
  • Das Gas in der Plakatkunst : Geschichte und Gestaltung / Herausgeber: Ruhrgas AG, Essen. Konzeption und Texte: Frieder Mellinghoff, Heino Stens
    München : R. Oldenbourg Verlag, 1990
  • Hoester, Paul: Vollständiger Lehrgang für Flachpinsel-Einstrich-Schriften sowie einer Anzahl Schriften für spitze und stumpfe Pinsel : illustriert durch mehr als 200 Abbildungen, unter anderem 50 große und kleine Alphabete der schönsten Schriften, 20 Sätze Zahlen, ca. 70 Preisschilder und Plakatvorlagen, sowie zahlreiche Abbildungen von Umrahmungen, Randleisten, Zierat und vielen praktischen Beispielen. Hamburg: Verlag von Höster's Internation. Schaufenster-Dekorations-Lehrinstitut (Hösters Plakatmal-Kursus zum Selbstunterricht ; 2)
  • The Golden Age of the Poster : 70 European and American Posters of the 1890's in Color / Selected and edited by Hayward and Blanche Cirker. New York : Dover Publications Inc., 1971
  • Kauft Bücher! : Verlagsplakate um die Jahrhundertwende. Dortmund : Harenberg, 1982 (Die bibliophilen Taschenbücher ; 347)
  • Anschläge : Deutsche Plakate als Dokumente der Zeit 1900 - 1960 ; 122 Blatt in den Druck- und Papierfarben der Originale / hrs. von Friedrich Arnold. Einbandentwurf: Gerhard M. Hotop. Druck der Plakate: Pera-Druck Hanns Haug. Druck des Begleittextes: Graphische Werkstätten Kösel. Ebenhausen bei München : Langewiesche-Brandt, 1963
  • Biegel, Helmut: Das Plakat im Schaufenster : ein Handbuch für Kaufleute, Gewerbetreibende, Angestellte, Dekorateure, Handelsschulen und Berufsschulen ; mit etwa 600 praktischen Plakattexten für alle Branchen und sechs Plakattafeln / Helmut Biegel. Hamm : Reimann & Co., 1932
  • Im letztgenannten Buch - "Das Plakat im Schaufenster" - gibt es einen Abschnitt für Buchhandlungen: "Der sogenannte Laufkunde ist geringer einzuschätzen als der wahrhaftige Bücherfreund, der in regelmäßigen Abständen vorspricht, um sich nach Neueingängen zu erkundigen. Auf diese Leute muß aber ganz besonders eingewirkt werden, ihnen gehört eine besondere Ecke im Schaufenster und ein sehr nachhaltiger Hinweis durch das Schaufensterplakat. (...) Ein sehr wichtiges Moment in der Werbung der Buchhandlung ist die Behandlung des Käufers. Nur keine Schablone. Jeder will vollkommen individuell behandelt werden. Man stürze sich nicht wie ein Habicht auf jenen Menschen, der selber suchen will und der sich Zeit läßt, das richtige Buch herauszufinden. Man werde nicht nervös, wenn dieser Besucher nun schon eine Stunde lang in Büchern herumkramt, man meine nicht, daß er in so kurzer Zeit 'das Beste aus den Büchern herausgelesen habe'. Verständnisvolles Fragen, Hilfsbereitschaft und - notabene! - die eigene Belesenheit wirken Wunder" (S. 77).
    Biegel schlägt auch einige Werbeslogans für die Schaufensterplakate vor: "Wenn Sie Bücher von den Freunden entleihen - so bringen Sie sich um die eigene Besitzfreude. Das Buch, das Ihnen gehört, ist Ihnen weit wertvoller" (S. 78). Oder: "Prüfen Sie sich selbst! Wollen Sie teilnehmen am geistigen Leben ihres Landes, so müssen Sie auch Bücher lesen. Bücher bilden und bereichern das Allgemeinwissen" (S. 78). Und: "Können Sie mitreden? Es ist peinlich, in einer Gesellschaft zu sein, wenn gerade über neue Bücher gesprochen wird. Sie können nur zuhören - denn Sie kaufen ja keine Bücher! Besser ist es, Sie opfern monatlich einen kleinen Betrag, um ein gutes Buch zu erwerben!" (S. 77) :-)
    Interessant ist aber auch, welche Geschenke den Frauen und welche den Männern zugedacht werden: "Was kann man Männern schenken? Einen Rauchverzehrer? Fein! Einen elektronischen Anzünder? Praktisch! Eine schöne Leselampe? Wundervoll! Sehen Sie - das sind Geschenke, über die sich Männer wirklich freuen können" (S. 48), "Eine gute Zigarre gibt jeder Unterhaltung die freundliche Note! Wo Männer beieinander sind: Die 'Saide" anbieten!" (S. 33), "Ach - wie reizend! Das hört jede Mutter gern. Mit Kleidern von ... sieht jedes Kind reizend aus" (S. 37), "Was für die Frau der entzückende Schirm - das ist für den Mann der praktische Spazierstock" (S. 43), "Aerger macht häßlich! Und Aerger mit einem schlechten Herd macht vorzeitig alt. Daran denken und von vornherein einen XY-Herd kaufen. Der XY-Herd sorgt stets für die gute Laune der Hausfrau" (S. 49). Schmunzeln musste ich auch beim Hinweis: "Daß man allen Verlobten (Aushänge an den Standesämtern auswerten!) selbstverständlich Matratzen anbietet, braucht hier wohl kaum betont zu werden" (S. 47).

    Thursday, April 08, 2010

    reading diary

    finished yesterday:
  • Kathy Love: Wanting What You Get. Zebra 2004 (Stepp Sisters ; 2) - Bibliothekarin und Bürgermeister finden zueinander, wobei sich Bibliothekarin ständig "owituat", weil Bürgermeister ja soooo toll ist und sie so "chubby", und Bürgermeister sehr lange nicht checkt, dass er ein gröberes Problem hat, aber, soviel sei verraten: Ende gut, alles gut
  • Francis Spencer: Geheimnis einer Unbekannten. Books on Demand 2007 - bin normalerweise skeptisch bei Eigenverlag, aber das Büchlein ist reizend und die Hauptfigur liebenswert... Verarmte Adelige bewirbt sich "undercover" als Bibliothekarin auf einem Schloss mit einem Familiengeheimnis
  • currently read:
  • Julia Harper: Hot. Forever 2008 - Bibliothekarin, die nebenbei noch auf der Bank arbeitet, wird überfallen und nutzt den Tumult dazu, selbst auch etwas einzustreifen. Es ist nicht sehr unwahrscheinlich, dass sie dem ermittelnden FBI-Agenten näher kommen wird ;-)
    Bibliothekarin und Polizist - das kommt so oft vor, dass ich darüber mal einen Artikel schreiben sollte. Beispiele: Jo Dereske: Miss Zukas Mystery-Reihe; Marion Moore Hill: Scrappy Librarian-Reihe; Linda Howard: Auch Engel mögen's heiß; Tracy Montoya: Next Of Kin; Miriam Grace Monfredo: Glynis Tryon-Reihe... Die umgekehrte Geschichte - also Bibliothekar und Polizistin - gibt es bei der Supper Club Mystery-Reihe von J. B. Stanley.
  • Wednesday, April 07, 2010

    Rätsel Garderobekasten

    Ich glaube, alle Menschen, die Auskunftsdienst in Bibliotheken machen, können zahlreiche Anekdoten zum Themenkreis "BenutzerInnen und Garderobekasten" beisteuern. Mein bisheriger Favorit war der Benutzer, der in aufgebrachtem Tonfall monierte, dass bei mehreren Schließfächern immer die Münzen durchfallen. Nachdem bei uns die Schlösser wirklich regelmäßig kaputt sind, ging ich mit, um mir das mal anzusehen. Und dann zeigte mir der Benutzer (übrigens ein regelmäßiger Gast unserer Bibliothek), wie er zwei Ein-Euro-Münzen in ein Schloss wirft, auf dem "2€" steht. Wahrscheinlich kennt er nur die kostenpflichtigen Gepäckschließfächer von Flughäfen und Bahnhöfen, und nicht den ganz simplen Spind... Nach meinem höflichen Hinweis, dass er eine Zwei-Euro-Münze braucht, ging ihm offensichtlich ein, dass er auch selber auf die Idee kommen hätte können, und das war ihm wohl ein bisschen peinlich, wohl deswegen wurde er gleich wieder laut und meinte, wegen ihm sei es ja nicht (neeeein), aber ausländische Benutzer - zum Beispiel aus Großbritannien - würden sich da sicher schwer tun, und wir sollten das dreisprachig anschreiben. Seitdem überlege ich krampfhaft, wie wir "2€" so anschreiben könnten, dass sich unsere englischsprachigen BenutzerInnen damit nicht so schwer tun...

    Unlängst kam ein pensioniertes Ehepaar zu einer Führung, der Mann stürmte herein und beschwerte sich, dass seine Münze feststeckt. Kein Problem, kommt öfters vor - ich bewaffnete mich also wie gewohnt mit einer langen Schere und versuchte, die Münze aus dem Münzschlitz zu stochern. Die beiden schauten mir dabei etliche Minuten zu. Irgendwann wurde ich skeptisch und fragte vorsichtig, ob es denn sicher dieses Schließfach gewesen sei. Darauf sie: "Schon, aber ich hab die Münze nicht da oben reingesteckt". Sondern? "Na, ins Schloss". Ins Schloss? Ah. Tatsächlich. Dort in den schmalen Raum, wo sich das Ding dreht, das dann zusperrt. Dort, wo man die Münze nur mit Gewalt reinkriegt. Dort, wo ich mit der Schere nicht hinkomme. Dort, wo man was reinsteckt und dann den Schlosser rufen muss. Dem Mann, der dann noch ewig herummoserte, hätte ich übrigens gerne die Rechnung für den Handwerker geschickt...

    Ich habe übrigens großes Verständnis dafür, dass man mal auf der Leitung stehen kann oder sich unsicher fühlt, wenn man das erste Mal in einer Bibliothek ist (siehe dazu "Ich als DAU"), ich halte mich für grundsätzlich geduldig und hilfsbereit, und ich liebe Infodienst, aber mich nervt, wenn genau die Leute, die nicht recht haben, gleich von vornherein diesen unwirschen Tonfall an den Tag legen...

    Neuerwerbungen

    Thalia-Taschenbuchabverkauf ist tödlich für das Budget ;-) diesmal die schnelle Liste ohne Links und genaue bibliographische Angaben

  • Harry Potter, You're the Best! A Tribute from Fans the World Over by Sharon Moore
  • Sacrifice of Angels (Star Trek Deep Space Nine: The Dominion War, Book 4) by Diane Carey
  • Immortal Coil (Star Trek The Next Generation) by Jeffrey Lang
  • The Fate of the Phoenix (Star Trek) by Sondra Marshak
  • Mosaic (Star Trek Voyager) by Jeri Taylor
  • Gemworld Book Two of Two (Star Trek The Next Generation, No 59) by John Vornholt
  • Tuesday, April 06, 2010

    Einladung zur Tagung "Aus Spaß an der Freud'"

    Der Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen lädt zur Frühjahrstagung unter dem Titel "'Aus Spaß an der Freud'. Ehrenamt zwischen Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung?", die von 7. bis 9. Mai in Wien stattfindet. Die Tagung wird von Birgit Kramreither und Nikola Staritz geleitet. - Kontakt für organisatorische Fragen hier; für inhaltliche Fragen hier. Anmeldung bis 30. April.

    Im Bibliotheksbereich spielt ehrenamtliche Arbeit eine wesentliche Rolle - nicht nur was ihre quantitative Verbreitung sondern auch was ihre Verknüpfung mit Fragen von Geschlechterverhältnissen, kapitalistischer Arbeit und Neoliberalismus betrifft. Das Ehrenamt bewegt sich im Spannungsfeld von behaupteter Selbstverwirklichung jenseits von Lohnarbeit - durchaus nicht frei von Hierarchie und Weisungsgebundenheit - und (Selbst-)Ausbeutung, die nicht zuletzt eine Öffentlichkeit aus der (finanziellen) Verantwortung nimmt, indem wichtige bildungspolitische und emanzipatorische Arbeit "freiwillig", jedenfalls aber ohne Bezahlung, geleistet wird. Gerade im Kontext aktueller Debatten um "Selbstverantwortung", "BürgerInnengesellschaft" und andere neoliberale Schlagworte scheint also eine Auseinandersetzung mit dem Ehrenamt wichtig. Diese und ähnliche Fragen, sowie eigene (auch verschiedene) Umgänge, Zugänge und Betroffenheiten, aber auch die Suche nach Veränderungen und Utopien im Anschluss an eine Analyse und Kritik aktueller Arbeitsverhältnisse, werden deshalb Thema des KRIBIBI-Frühjahrsseminars 2010 sein. Da Ehrenamtlichkeit aber nur ein Aspekt ist, wird uns das Überthema "Arbeitsverhältnisse" auch im Herbstseminar dieses Jahres weiter beschäftigen. Dort werden wir uns dann spezifischer den Prekären Arbeitsverhältnissen widmen, die gerade auch in Form von immer neuen befristeten und wenig abgesicherten Projekten die Arbeitswelt verunsichern.

    Freitag, 7.5.2010
    Ort: AK Bibliothek für Sozialwissenschaften, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 20-22
    19.30 Uhr Vortrag und Diskussion - Magdalena Freudenschuß (Politologin, schreibt in Berlin ihre Doktorarbeit in Soziologie zu Prekarisierungsdiskursen und arbeitet als Referentin in der politischen Bildungsarbeit): Geld oder Ehre/namt? Paradoxe Konstellationen von Arbeit im Neoliberalismus

    Samstag, 8.5.2010
    Ort: Renner-Institut, 1120 Wien, Eingang Hoffingergasse 26
    09.00 Uhr: Begrüßung und Vorstellungsrunde
    09.45 Uhr: Referat und Diskussion - Nikolaus Hamann (Büchereien Wien): Freiwilligenarbeit in Österreich. Begriffe - Fakten - Schlussfolgerungen
    10.30 Uhr: Referat und Diskussion - Franz Pascher (Büchereiverband Österreichs): Österreichische Büchereien zwischen Hauptberuf und Ehrenamt
    12.30 Uhr: Mittagessen
    14.30 Uhr: Arbeitsgruppen zu den drei Themenbereichen: Ehrenamts-Biographien; Ausgebildetes Ehrenamt? Die (Re-)Produktion von Haupt- und Ehrenamtlichkeit in der Ausbildung; Mehr als Verbesserungen. Versuche über (Arbeits-)Utopien
    17.00 Uhr: Diskussion der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
    18.30 Uhr: Abendessen

    Sonntag, 9.5.2010
    Ort: Renner-Institut, 1120 Wien, Eingang Hoffingergasse 26
    09.00 Uhr: Asghar Eslami, Ferdos Mirabadi, Sorur Sahebi (Iranische Bibliothek Hannover): "Auf dem Weg zu einer weltoffenen und lebendigen Bibliothek" - Iranische Bibliothek und Dokumentationszentrum in Hannover - die Geschichte und Entwicklung
    10.30 Uhr: Fazit, Seminarkritik
    12.00 Uhr: Mittagessen
    14.00 Uhr: Ende der Tagung

    Beim Auskunftsdienst

    Benutzer: "Ich brauche das Wiener Adressbuch".
    Ich: "Welchen Jahrgang?"
    Benutzer: "Ach, ist das nach Jahr sortiert, nicht nach Adressen?"

    Friday, April 02, 2010

    Thriller mit Bibliothekarin

    Heute hab ich Richard Laymons Thriller "Das Spiel" (8. Aufl. München: Heyne 2009) fertiggelesen. Eigentlich gar nicht mal so gut geschrieben (oder übersetzt), gleichzeitig aber ein richtiger "page-turner", bei dem ich gestern bereut habe, vorm Waldspaziergang bei einbrechender Dunkelheit darin gelesen zu haben - aber immerhin hat sich mein Schritt deutlich beschleunigt ;-) Noch mehr bereut habe ich, vorm Schlafengehen noch ein paar Seiten gelesen und dabei gerade die grauenvollste Szene des ganzen Buches erwischt zu haben. Wirklich spannend. Hauptfigur ist übrigens eine Bibliothekarin.

    Thursday, April 01, 2010

    Neuerwerbungen

  • Kathy Love: Wanting what you get. New York: Zebra Books 2004 ("Is he flirting with me? I must be imagining things. Why would Mason Sweet, the man I've secretly been in love with since seventh grade, flirt with me? He's the town golden boy, and I'm, well, the town librarian" - Klappentext)
  • Diana Duncan: Full exposure. Don Mills: Harlequin 2007 (= Mediterranean nights) ("To the passengers aboard the cruise ship Alexandras Dream, Ariana Bennett appears to be an unassuming librarian. But her real mission is to probe the underworld of antiquities smuggling and find the criminals who framed her father and caused his death" - Klappentext)
  • Lori Copeland: Monday morning faith. Zondervan 2006 ("Librarian Johanna Holland likes her simple life in Saginaw, Michigan. So why is she standing in the middle of the New Guinea jungle?" - Klappentext)
  • Wednesday, March 31, 2010

    Tatort-Tagebuch März 2010

    Zum Nachlesen: die Tatort-Tagebücher von Februar und Jänner 2010.

  • 4.3.: Schatten - Bremen
  • 5.3.: Bienzle und der steinerne Gast - Stuttgart
  • 6.3.: Tod aus Afrika - Tirol
  • 9.3.: Zwei Leben - Essen
  • 10.3.: Im Herzen Eiszeit - München
  • 15.3.: Sternenkinder - Kiel
  • 17.3.: Der Mann aus Zimmer 22 - Essen
  • 22.3.: Kaltes Herz - Köln
  • 29.3.: Drei Schlingen - Essen
  • 30.3.: Schneetreiben - München
  • Go get a life

    "Before the Internet, if someone disappeared, it meant you should go looking for them. Now it means they got a life" (Quelle).

    Tuesday, March 30, 2010

    Bibliotheksaushilfe, schrecklich schüchtern

    "Sie kannte Don jetzt seit ein paar Monaten, aber eigentlich wusste sie nichts über ihn. Nur, dass er bereits über ein Jahr Bibliotheksaushilfe gewesen war, als sie hier angefangen hatte. Er promovierte an der hiesigen Universität in englischer Literatur, war Single und wohnte allein in einem Apartment nicht weit von der Bibliothek entfernt. Außerdem war er entsetzlich schüchtern und hatte anscheinend kein nennenswertes Privatleben".

    Richard Haymon: Das Spiel. 8. Aufl. München: Heyne 2009, S. 9 (Neuerwerbung)

    Was die Bibliothekarin ihm hingelegt hatte

    "Berlin-Mitte, zwanziger Jahre. Der Vater war mit seiner Fabrik in Konkurs gegangen und hielt die Familie nur noch knapp über Wasser. Fritz entdeckte früh die Gegenwelt, den Geist. Viele Nachmittage saß er in der Bibliothek und las, was die Bibliothekarin ihm hingelegt hatte. Eine Leidenschaft, die wie aus dem Nichts kam und ein Leben lang blieb" (Nachruf für den Gastwirt Fritz Roeder im Tagesspiegel) vom 26. März 2010.

    Die dicke Bibliothekarin

    "In scheinbar belanglosen Dialogen wird die Möglichkeit des Unmöglichen zielgerichtet und systematisch entwickelt – Sixpack-Mann verliebt sich in XXL-Frau. Wenn Tom die dicke Bibliothekarin Helen trifft, ist das Licht bunt und weich, ihre entwaffnende Offenheit bei der ersten Begegnung am Bistro-Tisch faszinieren ihn, ihr Humor und ihre Aufrichtigkeit".

    Aus dem Artikel "Sixpack-Mann verliebt sich in XXL-Frau", Südkurier, 6, März 2010, über eine Aufführung der Tragikomödie "Fettes Schwein" von Neil LaBute, Eurostudio Landgraf

    Lieblingslehrer weinten bei Keats

    "My favourite teachers were all chronic alcoholics who cried drunkenly while reading Keats, especially after lunch".

    Aus: Tanya Gold: "How I became a fully qualified gravedigger". In: The Guardian, 28. März 2010 (Hinweis von LonelyLibrarian)

    Monday, March 29, 2010

    Dutt und Brille: attraktiv und kompetent

    Die "Presse"-Serie "Antworten aus der Welt des guten Benehmens" berichtet (unwissentlich) über zwei Bibliothekarinnenklischees, die anscheinend doch gut für uns sind: "Die Brille – oft ein notwendiger Sehbehelf – kann zu einem attraktiven Accessoire avancieren" (19.3.2010). - "Wenn Sie lange Haare haben, stecken Sie diese im Beruf zusammen, das wirkt kompetenter" (26.03.2010).

    Musik, Gebet, täglicher Sport

    "Unsere MitarbeiterInnen führen ein ganzheitlich gesundes Leben, das aufbaut auf Meditation, Gebet, spiritueller Musik und täglichem Sport - und natürlich auf vegetarischer Ernährung" - Aufdruck auf einer Packung Soyana-Dinkeldrink. Da kann sich Google mit dem berühmten Masseur aber brausen gehen ;-)

    Social Software ist Thema beim Eurasian Media Forum

    "Hohe Beamte aus dem Iran werden beim jährlichen Eurasian Media Forum (EAMF), welches dieses Jahr vom 27. bis zum 28. April in Almaty (Kasachstan) stattfindet, voraussichtlich die angespannten Beziehungen ihres Landes mit dem Westen darlegen und diskutieren. (...) Auf der Tagesordnung stehen weiterhin auch die Mediengesetzgebung und Pressefreiheit, Gefahren, die durch Panik verursachende Berichterstattungen bei Epidemien entstehen, die Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter, 'Bürgerjournalismus' und Berühmtheiten, die sich in der Politik versuchen".

    Quelle: Presseaussendung "Beim Kasachstan Media Forum wird der Iran im Mittelpunkt stehen" via APA OTS.

    Siehe dazu auch Dan Kennedy: "Free the Kazakhstan Internet"; Dauren Akhmetbayev: "Eurasian Media Forum begins with a scandal"; Reporter ohne Grenzen über Kasachstan: auf Deutsch und auf Englisch.

    Thursday, March 25, 2010

    Neuerwerbungen

  • Wolfgang de Bruyn: Varianten eines Lebens. Erzählungen über fünf Frauen. 1. Aufl. Berlin / Weimar: Aufbau Verlag 1988 ("Blumenbinderin, Horterzieherin, Direktorin, Bibliothekarin, Apothekerin - das sind die Berufe der fünf Frauen, über die Wolfgang de Bruyn erzählt. Das dreißigste Jahr haben sie hinter sich, ihr Alltag dreht sich um Arbeit oder Familie. Sie sind angekommen an einem Punkt, der eine erste Bilanz ermöglicht" - Klappentext)
  • Otto Frank: Die Dezimalklassifikation. Zweck, Aufbau, Anwendung. 2. Aufl. Berlin / Krefeld-Uerdingen: Beuth 1948 (= Handbuch der Klassifikation ; 1)
  • Otto Frank: Einführung in die Dokumentation. Berlin / Krefeld-Uerdingen: Beuth 1949 (= Handbuch der Klassifikation ; 5)
  • Weil's dazu passt: Eberhardt Gering: Biographische Skizze zu Dr. Ing. Otto Frank, In: Die Gründer und Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation im deutschen NS-Staat, 2007 (pdf).

    Wednesday, March 24, 2010

    "Frauenliteratur ist sicher ganz wichtig" - Subventionsstreichung

    Das ArchFem – Interdisziplinäres Archiv für Feministische Dokumentation in Innsbruck ist durch die Streichung der Landesförderung in seiner Existenz bedroht. Gemeinsam mit den ebenfalls betroffenen Einrichtungen kinovi[sie]on und Autonomes FrauenLesbenzentrum wurde die Presseaussendung "Frischauf – frisch gestrichen!" veröffentlicht, in der es heißt: "Patrizia Zoller-Frischauf, die zuständige Landesrätin für Frauenförderung, entzieht kritisch-feministischen Einrichtungen die finanzielle Existenzgrundlage. (...) Die Politik der Subventionsstreichungen der ÖVP weitet sich aus. (...) Mit der Zerschlagung dieser drei langjährig engagierten, ohnehin unterfinanzierten Einrichtungen und Initiativen 'erspart' sich das Land Tirol die Summe von insgesamt 14.500 Euro. (...) 1,3 Millionen für einen Landesfestumzug – keine 14.500 Euro für Frauenprojekte!".
    In der Tiroler Tageszeitung vom 23. März 2010 wird Zoller-Frischauf wie folgt zitiert: "Frauenliteratur ist sicher ganz wichtig. Sie kann aber auch in anderen Büchereien stehen".

    Monday, March 22, 2010

    Bibliotheksbestand des Tages

    "Hausordnung in den städtischen Schlachthäusern" aus dem Jahr 1866 (noch keine Signatur): "Das müßige Zusammenstehen der Fleischerknechte, das zwecklose Herumwandeln im Schlachthause, das längere Verweilen in den Arbeitsräumen, in welchen ihre Beschäftigung sie nicht beruft, ist den Fleischerknechten untersagt". - Mit besten Grüßen an Wolfgang von Haftgrund, der gerade auf Kur die Heimordnung streng einhalten muss und hoffentlich beim Personal nicht auf Fleischergesellen stößt!

    reading diary

    aktuelle Lektüre:
    Lydia Millet: Oh pure and radiant heart. Vintage Books 2007

    abgeschlossene Lektüre:
    Magnus Mills: The Scheme for Full Employment. HarperPerennial 2004

    Wien: Frage an Lehrlinge nach Ehe der Eltern

    Interessante Frage an Lehrlinge im Zuge der Bewerbung bei der Stadt Wien: "Ist die Ehe Ihrer Eltern aufrecht?" Wenn nein, wird die Angabe der Geschäftszahl vom Bezirksgericht verlangt. Spielt das wirklich eine Rolle? Und wieso gehen die heutzutage überhaupt davon aus, dass die Eltern verheiratet sind? Oder gibt es einen bestimmten arbeitsrechtlichen oder förderungstechnischen Grund für diese Frage? - Siehe Personalfragebogen (pdf).

    Saturday, March 20, 2010

    Schöne Urlaubserinnerung

    reading diary

    aktuelle Lektüre:
    Lydia Millet: Oh pure and radiant heart. Vintage Books 2007 ("the three geniuses who were key to the invention of the atom bomb--physicists J. Robert Oppenheimer, Enrico Fermi and Leo Szilard--are displaced to contemporary America at the moment history's first mushroom cloud rises over the New Mexico desert in July 1945. When the scientists appear in Santa Fe in 2003, Ann, a reference librarian, and her doting husband Ben take them in, and with the long-dead physicists for houseguests are swept up in a quixotic and calamitous quest")

    Magnus Mills: The Scheme for Full Employment. HarperPerennial 2004

    Linda Bacon: Health at every size. The surprising truth about your weight. Benbella 2008

    abgeschlossene Lektüre:
    Maj Sjöwall / Per Wahlöö: Die Tote im Götakanal. 2. Aufl. Rowohlt 2009

    Wednesday, March 17, 2010

    Kinderlose Bibliothekarinnen

    "Bemerkenswert ist, dass nicht die Einkommenshöhe als solche von Bedeutung zu sein scheint, sondern die Einkommensverhältnisse relativ zu jenen von Frauen desselben Bildungsniveaus. So haben etwa Reinigungskräfte oder Kosmetikerinnen ein ähnliches oder niedrigeres Einkommen als Bibliothekarinnen, Künstlerinnen oder Geisteswissenschaftlerinnen (mit Universitätsabschluss) und bleiben dennoch deutlich seltener kinderlos. Die subjektive Wahrnehmung der eigenen ökonomischen Situation scheint hier von Bedeutung zu sein. Doch die hohen Anteile an nicht verheirateten Frauen unter Bibliothekarinnen, Geisteswissenschaftlerinnen und Künstlerinnen lassen vermuten, dass auch andere Faktoren, wie etwa spezifische individuelle Präferenzen oder Normen des sozialen Umfeldes, für die hohe Kinderlosigkeit in dieser Bildungsgruppe ausschlaggebend sind".

    Aus: Gerda Neyer, Jan M. Hoem, Gunnar Andersson: "Kinderlosigkeit, Bildungsrichtung und Bildungsniveau. Ergebnisse einer Untersuchung schwedischer Frauen der Geburtsjahrgänge 1955-59". In: Dirk Konietzka, Michaela Kreyenfeld (Hrsg.): Ein Leben ohne Kinder. Kinderlosigkeit in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, ISBN 978-3-531-14933-2, S. 130. - Siehe dazu auch die Lönestatistik auf der Website des schwedischen Verbandes DIK, "a professional association and a trade union for university graduates in the fields of documentation, information and culture".

    Tuesday, March 16, 2010

    noch ein bibliothekarisches Mordopfer

    "Former corporate drone Georgiana Neverall loves her new occupation as a plumber's apprentice, but is a bit surprised when she finds the favorite brooch of Martha Tepper, the town's former librarian, clogging a sink. Georgiana has a sinking feeling that Martha may have been retired permanently - and suddenly it's up to a plumber's apprentice to flush out a killer".

    Christy Evans: Sink Trap. Berkley 2009 (= Georgiana Neverall mysteries)

    Monday, March 15, 2010

    Mordopfer: nymphomanische Bibliothekarin

    K: Was für einen Charakter hatte sie?
    P: (...) Sie gab sich wirklich alle Mühe, scheußlich auszusehen. Bestenfalls lief sie in langen weiten Hosen und sackartigen Pullovern herum. Mit knapper Not konnte sie sich durchringen, ein Kleid anzuziehen, wenn sie zur Arbeit ging. (...) Sie hat so getan, als wüsste sie nicht, dass es so etwas wie Kosmetik, Friseusen oder Nylonstrümpfe gab. In anderen Dingen dagegen war sie fast pedantisch, vor allem mit ihren Büchern.

    K: War Miss McGraw eine attraktive Frau?
    P: Ganz und gar nicht, das dürfte Ihnen doch deutlich geworden sein, wenn Sie zugehört haben. Aber sie war mannstoll, und das macht eine Menge wett.

    Aus: Maj Sjöwall / Per Wahlöö: Die Tote im Götakanal. 2. Aufl. Rowohlt 2009, S. 109

    Saturday, March 13, 2010

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn.

  • Jon E. Cawthorne: "Leading from the Middle of the Organization: An Examination of Shared Leadership in Academic Libraries". In: The Journal of Academic Librarianship 36 (2010) 2, S. 151 - 157
  • Shirley Damsgaard: The Seventh Witch. Avon 2010 ("Small-town librarian and psychic Ophelia Jensen hails from a long line of wise and wonderfully gifted women. Someone in the sweet Southern town wants Abby dead. Could it be a rogue witch in Ophelia's own family? A vengeful local witch desperate to settle a bitter feud decades in the making? Ophelia must use all her talents to save her loved ones—before the witching hour comes upon them, and bad blood turns deadly")
  • Pat Walsh: The Curious Case of the Mayo Librarian. Mercier Press 2009 [Letitia Dunbar]
  • Philip James Calvert: "Why do Staff of Joint-Use Libraries Sometimes Fail to Integrate? Investigating Cultures and Ethics in a Public-Tertiary Joint-Use Library". In: The Journal of Academic Librarianship 36 (2010) 2, S. 133 - 140
  • Ashe Mannix: The Violated. Olympia Press 2009 (Kindle Edition) ("Janet Westwood, 26, librarian--a quiet girl in a quiet town. But, concealed by the deceptively drab clothes she wears is the full, firm, thrusting body of a Venus, hungering for a man's rough hands to maul the wall of its resistance down and free the flood-tide of sexuality that rages inside her")
  • Wyoma van Duinkerken / Catherine Coker / Margaret Anderson: "Looking Like Everyone Else: Academic Portfolios for Librarians". In: The Journal of Academic Librarianship 36 (2010) 2, S. 166 - 172
  • Thursday, March 11, 2010

    BibliothekarInnen in tragenden Rollen

    "A black-and-white film from 1930 showing librarians moving the 1742 Collection of books from the Old Library (now Dwight Chapel) to the newly-completed Sterling Memorial Library" - aus dem Youtube-Channel der Yale University!

    "Chunky" und "lonely" - Bibliothekarinnen im Liebesroman

    "Diane Anderson is living a lonely existence in Roanoke, Virginia. A librarian with no social life, her only entertainment is reviewing books online and playing solitaire". - J. J. Murray: I'm Your Girl. Kensington Pub 2006

    "Chunky and unpopular in high school, Ellie Stepp was often the brunt of hurtful remarks and other cruel behavior. Now a librarian in the very town where she had such a miserable adolescence, Ellie has resigned herself to being overweight and single". - Kathy Love: Wanting what you get. Zebra Books 2004

    Wednesday, March 10, 2010

    "RDA: why it won't work"

    Im Weblog "From the catalogs of babes" ist ein interessanter Beitrag mit dem Titel "RDA: why it won't work" erschienen, aus dem ich eine Passage wiedergeben möchte: "Who can blame the cataloger who applies subject headings incorrectly when there are literally 4 volumes of instructions, many of which have different rules and guidelines for each different subject? Who can blame someone for misremembering if a colon or a semi-colon precedes the 300b field? Who can blame a person for entering the title of a work in title case, rather than lower case (except for the first word and proper nouns), especially when the former is a national community standard taught in elementary education. And who can blame someone for not following these outdated standards because technology makes them no longer applicable or necessary?"

    Monday, March 08, 2010

    "Nichtwissen um den Weltzustand"

    "Was vor dem Zweiten Weltkrieg den Mädchen und Frauen noch zugestanden sein durfte - das unschuldige Nichtwissen um den Weltzustand - hat nach dem Krieg keine Gültigkeit mehr. Nun müssen auch Frauen wissender, weltweiter Verantwortung mitzutragen fähig sein" (Jeannie Ebner, Figuren in Schwarz und Weiß)

    Frechheit: Bibliotheken als Belohnung ;-)

    "Während bei der Sicherheit der Bevölkerung geknausert werde und die Unterkünfte für das Bundesheer in desolatestem Zustand sind, werden Häftlinge mit Fitnessräumen, WC u. Dusche im Zimmer, Bibliotheken, modernen Sozialräumen etc. belohnt", wettert die FPÖ, nein, die FPK, in einer Presseaussendung.

    Na, wenn das so ist, sollten wir einfach die Präsenzdiener einsperren, oder? Das blöde dran ist, dass die auch schon Bibliotheken haben: "Um den bei der Truppe dienenden Soldaten das Lesen als sinnvolle Freizeitgestaltung nahe zu bringen, sind 44 Soldatenbüchereien und Freizeitbörsen, in auf das gesamte Bundesgebiet verteilten Kasernen eingerichtet, deren zentrale Verwaltung ebenfalls der Österreichischen Militärbibliothek obliegt". - In diesem Zusammenhang weise ich auch gerne auf die 2007 von mir betreute Diplomarbeit "Bibliotheken in österreichischen Justizanstalten" von Verena Kern hin.

    Einladung: Themenführung "Frauenleben in der Wienbibliothek"

    Beim "Offenen Rathaus für alle Wienerinnen" zum Internationalen Frauentag sind über fünfzig Einrichtungen vor Ort, die Informationen für alle Lebenslagen und Beratung anbieten. Auch die Wienbibliothek im Rathaus betreut einen Stand. Außerdem bieten Isabella Wasner-Peter und ich heute drei Spezialführungen zum Thema "Frauenleben in der Wienbibliothek. Biographische Quellen zur Frauengeschichte". Dabei werden die Sammlungen und Spezialbestände der Bibliothek anhand bedeutender Persönlichkeiten der Wiener Frauenbewegung und der Wiener Kulturszene vom späten 19. bis zum 20. Jahrhundert präsentiert. Marianne Hainisch, Rosa Mayreder, Elise Richter, Anna Boschek und Jeannie Ebner werden durch Portraitphotos, Festschriften, Briefe, Studienbücher und Frauenzeitschriften vorgestellt (Kontakt: post@wienbibliothek.at, 01/4000-84962). Ort und Zeit: 8. März 2010, 15 bis 20 Uhr, Wiener Rathaus, Festsaal, 1082 Wien. Die Führungen finden um 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr im Seminarraum der Wienbibliothek statt. Eintritt frei.

    Saturday, March 06, 2010

    Statistik, Statistik

    Die Webstats von Motigo geben eine zumindest ungefähre Auskunft darüber, woher die Leserinnen und Leser dieses Blogs kommen: Deutschland hat den Vorsprung weiter ausgebaut und liegt jetzt bei 52,5 Prozent, mein Heimatland bleibt mit 24,1 Prozent weiterhin konstant. Die USA haben mit 5,7 Prozent stark nachgelassen, das waren immerhin schon mal 8,1. Ich habe mir schon beim letzten Anschauen der Statistik vorgenommen, wieder mehr auf Englisch zu posten - vielleicht sollte ich das jetzt wirklich einmal tun. Schweiz und Italien folgen mit 5,7 bzw. 1,3 Prozent. 1,1 Prozent der BesucherInnen kommen aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Niederlande schließen mit 0,9 bzw. 0,7 Prozent an. KanadierInnen machen 0,6 Prozent aus, 0,4 Prozent sind aus Spanien. Sieben Prozent sind "der Rest". -- Zum Vergleich: der Stand vom April 2008 und der Stand von Jänner 2009.

    P.S. Noch was: 57,3 Prozent verwenden Firefox, 5,3 Prozent Safari und 4 Prozent Opera. Nicht schlecht, oder?

    Neuerwerbung

    Klaus-Peter Hufer: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Materialien und Anleitungen für Bildungsarbeit und Selbstlernen. 8. Aufl. Schwalbach: Wochenschau 2008

    Das Buch wurde uns beim Training mit Herbert Langthaler von der Asylkoordination empfohlen und enthält nicht nur Argumentationshilfen, sondern auch eine Anleitung für Menschen, die selbst Argumentationstrainings halten wollen.

    Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

    Die Beschreibung von Windows-Updates wird auch nicht besser: "Installieren Sie dieses Update, um auf einen Auswahlbildschirm zuzugreifen, mit dessen Hilfe Sie die über Internet Explorer hinaus zu installierenden Webbrowser auszuwählen, falls weitere Browser gewünscht werden. Das Softwareupdate kann nach der Installation nicht mehr entfernt werden".

    Friday, March 05, 2010

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn.

  • Dawn Murdock: "Relevance of electronic resource management systems to hiring practices for electronic resources personnel". In: Library Collections, Acquisitions, and Technical Services 34 (2010) 1, S. 25 - 42
  • Eileen K. Bosch / Hema Ramachandran / Susan Lueacutevano / Eileen Wakiji: "The Resource Team Model: An Innovative Mentoring Program for Academic Librarians". In: New Review of Academic Librarianship 16 (2010) 1, S. 57 - 74
  • Thursday, March 04, 2010

    Weitere Aufgabe für den Auskunftsschalter...

    Aus dem U.W.I. Library Circulation Weblog der University of the West Indies: "The staff male bathroom on the ground floor is locked. You may collect the key (blue tag) at the reference desk. As soon as the key for the female bathroom is found, it will be treated similarly".

    Wednesday, March 03, 2010

    reading diary

    aktuelle Lektüre:
    Seth Lloyd: Programming the universe. A quantum computer scientist takes on the cosmos. London: Vintage Books 2006

    abgeschlossene Lektüre:
    Jakob Michael Perschy: Sprechen Sie Burgenländisch?. Ueberreuter 2004
    hab das Buch gemeinsam mit einer Oberösterreicherin gelesen und mich vor allem über die Umschreibungen der weniger schmeichelhaften Ausdrücke und die Unterschiede im Verständnis zwischen Oberösterreichisch und Burgenländisch/Niederösterreichisch amüsiert. Viele Wörter hab ich zuletzt in meiner Kindheit gehört gehabt. Außerdem wurde mir einmal mehr klar, wie armselig das Vokabular der Hochsprache teilweise ist - oft wäre mir beim besten Willen keine hochsprachliche Entsprechung eingefallen. Und ich beneide hiesige (oder "dasige") DeutschlernerInnen nicht - es gehört schon was dazu, um von "gmua" auf genug und von "gmoa" auf Gemeinde zu kommen ;-)

    Tracy Montoya: Next Of Kin. Harlequin 2005 (= Intrigue 883)
    ein Buch mit nahezu klassischer Bibliothekarin/Polizist-Liebesgeschichte, von dem man nach fünf Seiten weiß, wie es ausgehen wird; spielt an der Saint Xavier University; man erfährt relativ wenig über die Arbeit der Bibliothekarin Dr. Celia Viramontes, aber sie dürfte beliebt bei den Studierenden sein. Es kommt kein einziges Mal etwas wie "she wasn't your typical librarian" vor, und dafür gibt es Pluspunkte.

    "Vertrieben und Vergessen" online abrufbar

    Die ORF-Dokumentation "Vertrieben und Vergessen. Auf den Spuren des Judentums im Burgenland", die am Donnerstag im Jüdischen Museum präsentiert wurde, ist bis Ende der Woche online auf der ORF TVthek zu sehen. Weitere Sendetermine auf 3sat: Sonntag, 14. März 2010, 13.05 Uhr, und Dienstag, 16. März 2010, 11.35 Uhr.

    Tuesday, February 23, 2010

    Tatort-Tagebuch Februar 2010

    Zum Nachlesen: die Tatort-Tagebücher von Jänner, Dezember, November, Oktober, September, August, Juli, Juni und April/Mai.

  • 2.2.: Nach eigenen Gesetzen - Frankfurt
  • 2.2.: Kurzschluss - Kiel
  • 3.2.: Tini - Berlin
  • 6.2.: Gewaltfieber - Ludwigshafen
  • 10.2.: Wodka Bitter Lemon - Essen (ich steh gerade auf Haferkamp)
  • 11.2.: Die Möwe - Saarbrücken
  • 16.2.: Mörderspiele - Münster
  • 18.2.: Traumhaus - Hamburg
  • 19.2.: Die Abrechnung - Essen
  • 23.2.: Neuland - Frankfurt (Fritz ganz ohne Charlotte)
  • 24.2.: Das Mädchen am Klavier - München
  • Monday, February 22, 2010

    Vertrieben und vergessen: Judentum im Burgenland

    Der ORF Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum laden herzlich ein zur Präsentation der Sendung "Vertrieben und Vergessen. Auf den Spuren des Judentums im Burgenland" aus der Reihe "Österreich-Bild".

    Zeit und Ort: Donnerstag, 25. Februar 2010, 19 Uhr, Österreichisches Jüdisches Museum, Unterbergstraße 6, 7000 Eisenstadt (Anreise). - Um Anmeldung via Mail an direktion.bgld@orf.at, via Telephon unter 02682/700-27211 oder via Facebook wird gebeten. - Mehr zur Sendung und zur Veranstaltung im Museums Weblog Koschere Melange.

    Sunday, February 21, 2010

    reading diary

    currently reading:
    Seth Lloyd: Programming the universe. A quantum computer scientist takes on the cosmos. London: Vintage Books 2006

    recently finished:
    Terry Pratchett: Moving pictures. Corgi Books 1991
    Oliver Polak: Ich darf das, ich bin Jude. Kiepenheuer & Witsch 2009
    Peter Jacobi: Mein Leben als Buch. Hamburg: Edition Nautilus 2000

    Friday, February 19, 2010

    Krimis lesen aus Angst?

    "Aus Furcht vor Gewalttaten im wirklichen Leben, greifen Frauen öfter zu Kriminalromanen als Männer. Sie erhoffen sich Tipps für Gefahrensituationen, besagt eine Studie. Doch wer mehr über Verbrechen liest, hat auch mehr Angst", heißt es in dem Presse-Artikel "Aus Angst: Frauen lesen mehr Krimis als Männer", der sich auf einen Geo-Artikel stützt. Ich lese und schau ja auch sehr gerne Krimis, aber eigentlich würde ich darin mehr Inspiration für das Verüben von Verbrechen als für das Verhindern von solchen finden ;-)

    Die zitierte Co-Autorin Amanda Vicary beschäftigt sich übrigens nicht nur mit "Women's attraction to crime and criminals", sondern auch mit "Facebook usage in response to tragedy". Um welche Studie es sich genau handelt, wird in dem Zeitungsbericht nicht angegeben, aber ich nehme an, es ist folgende: Amanda M. Vicary / R. Chris Fraley: "Captured by True Crime: Why are women drawn to tales of rape, murder, and serial killers?" In: Social Psychological and Personality Science 1 (2010) 1, S. 81 - 86 (Preprint/pdf). Darin heißt es: "Regardless of the reasons behind women's heightened fear of crime, the characteristics that make these books appealing to women are all highly relevant in terms of preventing or surviving a crime. For example, by understanding why an individual decides to kill, a woman can learn the warning signs to watch for in a jealous lover or stranger. By learning escape tips, women learn survival strategies they can use if actually kidnapped or held captive. In addition, the finding that women consider true crime books more appealing when the victims are female supports the notion that women may be attracted to these books because of the potential life-saving knowledge gained from reading them" (S. 85).

    Thursday, February 18, 2010

    Bibliotheksbestand des Tages

    Aschermittwoch: "Zu was brauchen wir einen Fasching? Die arbeitsame Klasse findet ihren Faasching in den Erholungsstunden; und für die Müßiggänger ist ja das ganze Jahr Fasching" (S. 5)

    Aschermittwoch: "Wie ich sehe, hat er sich auch hübsch fremder Sünden theilhaftig gemacht?"
    Fasching: "Die machen fast den Hauptteil meines Sündenpackes aus. Ich bin Schuld an so vielen tausend und tausend Wein- und Bierräuschen, und allen den Folgen, die aus übermäßigem Genuße hitziger Getränke entstehen. (...) Endlich bin ich auch Schuld an so mancher verschlafenen Tagsatzung der Advokaten, an so manchen versäumten Concilien der Ärzte, an so manchen liegen gebliebenen Referaten, Bescheiden oder Resolutionen der Beamten" (S. 10/12)

    Aus: Der reumüthige Fasching am Beichtstuhle des Aschermittwochs. Wien: In Kommißion bey Peter Rehm 1796 (Signatur A 11446)

    Wednesday, February 17, 2010

    reading diary

    I noticed that the reading diary in my blog is more than incomplete - most of the books I read (or put aside) are documented on the Facebook app "I'm reading". So here come a few additions:

    currently reading:

  • Terry Pratchett: Moving pictures. Corgi Books 1991
  • Oliver Polak: Ich darf das, ich bin Jude. Kiepenheuer & Witsch 2009
  • recently finished:

  • Emma Donoghue: Touchy Subjects. Virago 2006
  • David Sedaris: When You Are Engulfed in Flames. Abacus 2009
  • Setzen wir Tiere an?

    Bei unserer Datenbereinigung sind einige Personendatensätze von Tieren aufgetaucht - sei das nun Hund Lassie, Hengst Trigger oder Toni, das Wunderpferd. Daher die Frage: "Setzen wir Tiere an?" Mein erster Gedanke war "an ja, aus nein" ;-) Ich habe zwar Regeln dafür gefunden, wie man Tiernamen ansetzt, und schließlich haben auch literarische Figuren wie Harry Potter und Kriemhild (*) eine PND-Nummer, aber die Regeln nehmen uns die Entscheidung darüber, ob es sinnvoll bzw. notwendig ist, überhaupt Datensätze für Tiere anzulegen, nicht ab. Meistens ist mit dem Tierdatensatz nur ein einziges Filmplakat verknüpft.

    (*) Bei Harry Potter (122613139) finde ich die Bemerkung "Geburtsjahr unbekannt" witzig, und bei Kriemhild (118919601) ärgert mich ein bisschen, dass bei "Daten zur Person" nicht mehr steht als "Siegfrieds Frau". Die Frau, das relative Wesen.

    CfP: Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien

    Die Tagung "Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien" findet vom 17. bis 19. Februar 2011 an der Universität Siegen statt. Die Deadline für die Einreichung von Abstracts ist der 30. April 2010. Zum Hintergrund: "Das Ziel der geplanten interdisziplinär und auch komparatistisch ausgerichteten Konferenz besteht darin, Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen (Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Pädagogik) zusammenzubringen, um auf diese Weise die aktuelle Forschung zum Vampir zu bündeln und neue Fragestellungen, die für eine künftige Kinder- und Jugendliteraturforschung von Relevanz sind, zu entwickeln. In der Forschung ist der Vampir und seine Funktion innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur bislang kaum aufgearbeitet worden. Innerhalb der Kinderliteratur erfüllt der Vampir unterschiedliche Funktionen, denen im Laufe des Symposions nachgegangen werden soll. In der Jugendliteratur spielt der Vampir eine differenziertere Rolle. Die Verknüpfung von Liebesgeschichten mit Vampirerzählungen wird immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert. Fragen nach Adoleszenz und der Darstellung von Adoleszenz sind interessant, um auch bestimmte Entwicklungen innerhalb der Vampirliteratur nachzuzeichnen. Es finden sich zudem auch weiterhin die traditionellen Verknüpfungen von Vampirgestalten mit Abenteuer- oder Detektivgeschichten, wobei sich der Vampir nicht immer auch als solcher entpuppt". - Zum Weiterlesen.- Hinweis aus h-germanistik.

    Monday, February 15, 2010

    Vorschlag für ein T-Shirt

    Wir sind ja derzeit heftig mit Datenpflege beschäftigt, und heute brachte ich unseren diesbezüglich grundsätzlich sehr tapferen freien MitarbeiterInnen schonend bei, dass nach den Körperschafts- nun auch noch die Personendatensätze und Altdatenaufnahmen dran kommen. Wir überlegten dann, ob sie nicht T-Shirts mit der Aufschrift "I worked at the library and all I did was correcting lousy corporate entries" bekommen sollten...

    Friday, February 12, 2010

    Schulbibliothek: Nur zum Herumhängen?

    Tad Wakefield, Mitglied des Santa Rosa school board, "said he was 'very comfortable' in returning the last seven Santa Rosa teacher librarians back to the classroom because he thinks that 'kids use technology on their own' and that libraries are used only for 'hanging out'" (Quelle). Die BibliothekarInnen wollten das natürlich nicht unkommentiert stehen lassen. In einem Leserbrief wird der Aufgabenbereich der SchulbibliothekarInnen sehr gut beschrieben. Ein Zitat: "The way I see it, every student is my student. I am responsible for ensuring that every student I serve graduates with highly developed critical thinking skills, an appreciation for literature and the knowledge of how to effectively locate and evaluate information from both print and electronic sources. In a nutshell, I am a specialist in information literacy. School librarians collaborate with teachers, administrators and staff to ensure that students are efficient and effective users of ideas and information" (Cathy Collins: "In defense of school librarians". In: Press Democrat, 11. Februar 2010).

    Siehe dazu auch Kerry Benefield: "Santa Rosa may cut school year, spring sports" vom 8. Februar 2010, Nancy A. Persons' Leserbrief vom 7. November 2009 und Connie Williams: "Don't leave students without librarians" vom 2. November 2009. - Via LISNews.

    For the ninja librarian

    Ninja Generator schreibt 'librarian'

    Thursday, February 11, 2010

    How to write badly well

    One of the funniest weblogs I am currently subscribed to is "How to write badly well" by Joel Stickley. The posts usually consist of a short piece of advice illustrated by a short text. Currently, there's "sci-fi week" going on, and advice #2 was "Explain everything": "With the sound of the alarm ringing in his ears, Colonel Daringman leapt from his seat, taking full advantage of the reduced gravity environment of Fleet Ship H546-X, a 0.8G inertia field generated by the constant rotary movement of the ship's internal shell which was separated from the blastproof exterior by an atom-thin layer of vacuum and electromagnetic repulsor fields, and ran down the corridor" :-)
    One of my all-time favourites (so far) is "Select words for their impressiveness rather than their relevance": "As it was after eight of the clock and I was in a particularly ecbatic frame of psyche, I decided to oscillate by the publican's place of business and masticate the rind for a short sojourn" :-))

    P.S.: Stickley is also on Twitter and Google Profiles. - Other recommended weblogs giving writing advice: Write to done and some entries in 101 reasons to stop writing.

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn.

  • Sven Kuttner: "Der weiß-blaue Kreis. Das Sozialprofil des höheren Bibliotheksdienstes der Universitätsbibliothek München im 20. Jahrhundert". In: Bibliotheksdienst 44 (2010) 1, S. 16 - 24
  • Genevieve Hart: "Job Satisfaction in a South African Academic Library in Transition". In: The Journal of Academic Librarianship 36 (2010) 1, S. 53 - 62
  • Wednesday, February 10, 2010

    Tätigkeiten von Mann und Frau

    Ich studiere gerade die "Liste der zugelassenen Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen" (pdf) für die Personennamendatei und finde interessant, welche der Berufe und Tätigkeiten nur in _einem_ grammatikalischen Geschlecht angeführt werden. Beispiele: Zuhälter, Weinkönigin, Woiwode. Einen weiblichen Torero gibt es übrigens in der Liste - und jetzt weiß ich auch, dass das männliche Pendant zu einer Hebamme ein "Entbindungspfleger" ist.

    Bibliotheksbestand des Tages

    Ich hab hierblogs schon einmal und noch einmal darauf verwiesen, aber immer wieder schaue ich mir gerne unseren Bestand an "Circularen" oder amtlichen Rundschreiben an, diesmal jene des Kreisamts im Viertel ober dem Wienerwald (Signatur C 243090). Ich finde großartig, dass diese Einblattdrucke zu einem großen Teil einzeln erfasst wurden. Manchmal "pfusche" ich beim Infodienst ein bisschen im Katalog der Druckschriftensammlung und beschlagworte oder klassifiziere die Circulare, um die Chance auf Zufallsfunde durch BenutzerInnen zu erhöhen. Beispiele:
  • Holzschlägerknechte sind nicht von der Stellung vor der Militärskommission befreit. 11. Juni 1802
  • Erhöhung des Atzungsgeldes für Schüblinge. 4. März 1802
  • Womit die neuerlichen Bestimmungen in Absicht auf die Abtragung der trigonometrischen Zeichen bekannt gemacht werden. 17. Oktober 1826
  • Es hat von der jährlichen Wiederholung und Einsendung der Reverse hinsichtlich der Gesellschaft für Beamten abzukommen. 29. Januar 1802
  • Fähnrich Joseph Fodri ist über den abgeführten Ediktalprozess ehrlos kassiert worden. 30. Januar 1802
  • Über die wirksame Herstellung der Sicherheit und Festnahme der Räuber. 25. Jänner 1802
  • Unterrichtung über die Unnutzbarkeit der Nußbäume. 20. Juni 1802
  • Zustellung der Kreisschreiben über verbotene Bücher im Nachlass. 29. März 1802
  • Update:

  • "Sooft ein Pfarrer mit dem Tod abgeht hat die betreffende Obrigkeit dessen Steuerrückstand zu ermitteln. 9. März 1832" (kk. Kreisamt des Viertels ober dem Manhartsberg)
  • Sunday, February 07, 2010

    Maybe a librarian

    "The man in front of me was shaking, I could see that now. His head was bent as if to ward off a blow. It was a big balding head, but not unnaturally big. I might have taken him for a civil servant, if I'd passed him in the street, or maybe a librarian. 'Peur,' he said faintly, distinctly. 'J'ai peur.' He was afraid. What was he afraid of?".

    Emma Donoghue: "The sanctuary of hands". In: Touchy subjects. London: Virago 2006, S. 133

    Neulich im Lokal

    "Wir hätten gerne einen Tisch für zwei Personen".
    "Raucher oder Nichtraucher?"
    "Nichtraucher".
    "Nichts mehr frei".
    "Dann Raucher".
    "Auch nicht".
    ---

    Erinnerte mich ein wenig an Google, das manchmal fragt "Meinten Sie XY?", und wenn man draufklickt, gibt es null Treffer.

    Thursday, February 04, 2010

    BBB news

    Die neuesten Einträge in meiner Bibliographie Berufsbild BibliothekarIn.

  • Miss Richardson: "Librarianship as a profession for women". In: The Library 6 (1894), reprinted in Rory Litwin (Hrsg.): Library Daylight. Tracings of modern librarianship, 1874 - 1922. Duluth: Library Juice Press 2006
  • Wiltraut Zick: "Berufsschulunterricht für 5 Fachrichtungen - ein weites Feld". In: Sabine Schütte (Hrsg.): 10 Jahre FaMI - Ein Beruf emanzipiert sich!? Eine Festschrift. Bock+Herchen 2009, S. 58 - 64
  • Roswitha Hoge: "10 Jahre Berufsausbildung von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste aus der Sicht einer zuständigen Stelle". In: Sabine Schütte (Hrsg.): 10 Jahre FaMI - Ein Beruf emanzipiert sich!? Eine Festschrift. Bock+Herchen 2009, S. 43 - 46
  • Graeme Muirhead (Hrsg.): The Systems Librarian. The role of the library systems manager. London: Library Association 1994
  • Hazel Woodward / Jack Meadows: "The training of systems librarians". In: Graeme Muirhead (Hrsg.): The Systems Librarian. The role of the library systems manager. London: Library Association 1994, S. 173 - 188
  • Shelagh Fisher: "What's the use of systems? The role of library systems in the education of young professionals". In: Graeme Muirhead (Hrsg.): The Systems Librarian. The role of the library systems manager. London: Library Association 1994, S. 189 - 212
  • Dialog am Infoschalter

  • "Sind Sie [druckst herum] Bibliothekarin?"
  • "Ja" [wen haben Sie in einer Bibliothek am Infoschalter erwartet?]
  • "Na, das ist auch ein staubiger Beruf".
  • "Ganz im Gegenteil!"
  • "Nein, nein, ich meine nicht von der Materie, sondern von den Objekten her" ;-)
  • irgendwie eh alles

    Ich schätze die Newsletter bzw. Informationsmails von Amazon durchaus. Ja, es interessiert mich häufig, wenn eine Autorin, von der ich ein Buch gekauft habe, ein neues herausbringt. Aber manchmal ist der Zusammenhang schon sehr an den Haaren herbeigezogen: "Kunden, die Bücher von Franz Kafka gekauft oder bewertet haben, haben auch Frau Jenny Treibel: Rettungstüte 'safer abi': Textausgabe, Lektüreschlüssel, Erläuterungen und Dokumente von Theodor Fontane bestellt. Daher freut es Sie sicher, dass Frau Jenny Treibel: Rettungstüte 'safer abi': Textausgabe, Lektüreschlüssel, Erläuterungen und Dokumente am Februar 2010 erscheint". Oh ja! Ich bin außer mir vor Freude! Noch besser ist, dass ich überhaupt noch nie ein Kafka-Buch bei Amazon gekauft habe! Geschweige denn eines von Fontane! (Betonung liegt auf "bei Amazon")

    Wednesday, February 03, 2010

    "Nutzenmotive" des Buches

    "Das Buch ist ein hochemotionales Produkt – gerade in schwierigen Zeiten ist es besonders beliebt, weil es zentrale Nutzenmotive wie Sicherheit, Orientierung und Abwechslung vom Alltag bedient", sagt der Geschäftsführer von Thalia, Josef Pretzl. - Quelle: Hauptverband des österreichischen Buchhandels und buchreport.de.

    Tuesday, February 02, 2010

    huch - Inhaltsverbreitung

    Antwort eines Zeitschriftenverlags auf die Frage nach einem Online-Zugang für die Bibliothek, der im normalen Abopreis enthalten ist: "Wir vergeben grundsätzlich keine Online-Zugänge an Bibliotheken und Institutionen, da es in diesen Einrichtungen zu einer vermehrten Verbreitung der Inhalte kommt". Hihi. Fairerweise muss man ergänzen, dass "ohne Campus-Lizenz" gemeint ist, aber die Formulierung find ich schon süß (und bezeichnend). - Danke für den Hinweis an einen lieben Berufskollegen!