Monday, August 20, 2007

Reisenotizen, 10. August 2007

Die bekannte Stockholmer Stadtbibliothek von Gunnar Asplund steht heute als erstes auf unserem Programm. Erfreulich, dass die Bibliothek in der U-Bahn-Station Rådmansgatan angeschrieben ist, schade, dass sie es in der Station Odenplan nicht ist. Ich erstehe eine Stofftasche und eine Broschüre. - Es regnet. Oberhalb der Bibliothek auf einem Hügel nahe dem Observatorium steht eine Statue eines Kentauren von Sigrid Fridman. - Unser erster Weg führt uns in das empfehlenswerte Aquaria Vattenmuseum, wo wir ein Regenwaldgewitter miterleben. - Wir besuchen das umfassende Freilichtmuseum Skansen. Hier gibt es unerwarteterweise keine Bibliothek. Beim Essen wundern wir uns über die grünen Häufchen neben den Tischen. Sieht aus wie frisch gemähtes Gras, denken wir. Erst als sich eine der frei herumlaufenden Enten nähert und etwas direkt neben uns fallen lässt, erkennen wir, dass es sich nicht um Gras handelt. Aargh. - Videoüberwachung in einem schwedischen Bauerndorf aus dem 18. Jahrhundert? Das wundert mich zunächst und ist allemal ein interessantes Photomotiv. Aber da entdecke ich, dass damit von der Talstation der Bergbahn aus das Ein- und Aussteigen in der unbesetzten Bergstation überwacht wird. Na gut. - Ein Teil von Skansen ist der beliebte Tierpark mit skandinavischen Tieren. Ein kleiner Bub sagt zu seinem Vater: "Der Elch ist ja eigentlich das wichtigste". Ich stimme zu und kaufe gleich eine Elch-Lebkuchenausstechform und zwei Elch-Kühlschrankmagnete. - Wir besuchen noch das Skansen-Akvariet: Dort gehen wir durch einen Käfig von Lemuren, die uns als Baumstämme betrachten, sobald wir eine Sekunde stehengeblieben sind. Aber immerhin kann ich nun sagen, dass im Urlaub Lemuren auf mir geturnt haben. Außerdem bewundern wir die Krokodile: Sie liegen regungslos herum und warten mit offenem Maul darauf, dass Futter reinkriecht. Beim Käfig hängt ein Schild: "Bitte nichts in den Krokodilkäfig werfen. Jemand muss es herausholen - möchtest Du derjenige sein?" - Wir nehmen erstmals das påtår-Angebot (Kaffee-Refill) in Anspruch, obwohl der Marco Polo-Reiseführer Schweden eindringlich davon abrät. Ist aber einwandfrei, offenschmecklich frisch gemacht. - In Skansen kann man gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Wir mussten mit einem halben Tag auskommen und sind nun rechtschaffen müde. - Das hindert uns nicht daran, noch auf einen Drink zu gehen und dabei zu Gesetzesübertretern zu werden: Bei der Zigarettenpause vor dem Lokal (drinnen geht ja nicht) kommt der Kellner hektisch angelaufen und nimmt uns die Gläser aus der Hand: Nach 22 Uhr dürfe man keinen Alkohol mehr auf der Straße trinken: "it's swedish law". Seltsam, dass wir gerade vorher am Medborgarplatsen vorbeigegangen sind, der voll mit Leuten war, die sicher nicht nur Mineralwasser getrunken haben, und seltsam, dass das "swedish law" nichts dagegen hat, dass hier mit voller Pulle die Musik aus der offenen Lokaltür durch die halbe Straße weht. Wieder etwas dazugelernt.

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